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Mein Web log - wie ich es sehe.

Wenn Sie schon andere Seiten bei mir gesehen haben. dann stellen Sie fest, dass diese Seiten anders sind. Meine anderen Seiten beschäftigen sich mit Sachthemen, manchmal persönlich durchsetzt, aber sie erfahren dort nichts über mich. Mein Web log ist eine Art Internet Tagebuch. Ich schreibe nichts über meine Erlebnisse, aber Ich schreibe über Dinge die zu unwichtig für einen Artikel sind, Dinge die mich bewegen oder meine Gedanken. Wenn sie das nicht interessiert - gehen Sie woanders hin. Wenn sie mit einigem nichts anfangen können - überlesen Sie es. Wenn Sie aber einige Gedanken interessant finden würde ich mich über E-Mail freuen. Von Ihnen hängt es ab ob das Web Log auf Dauer Bestand hat - Schließlich gebe ich hier einiges von mir preis. Sollten die negativen Reaktionen überwiegen so höre ich damit wieder auf.

Web Log Teil 1

Mittwoch 14.6.2006 - Lynne und Tessa - Webkaraoke

Lynne (Vordergrund) und TessaLetzte Woche habe ich bei Google Video die Videos von "Tessa" und "Lynne" entdeckt, zwei wirklich talentierten Mädchen die lippensynchron Pop Songs performen. Ich schaue die Videos wirklich gerne an, sie üben eine enorme Faszination aus. Warum ? Nun ich gehöre sicherlich nicht zu den vielen denen die Girls die Herzen gebrochen haben. Der Grund ist ein anderer: Die Lebensfreude und Spontaneität welche die beiden ausstrahlen.

Ich habe das Anschauen von Musikvideos irgendwann Ende der achtziger Jahre eingestellt, doch von Lynne und Tessa kann ich nicht genug bekommen. Vergleicht man ihre Videos mit anderen auf Google Idol, wo sie antreten so wirken sie technisch zwar recht gut, doch sie nehmen nur eine Einstellung, schneiden das Video nicht und teilweise gibt auch Fehler (Ruckler, Kommentar am Anfang, abgebrochenes Video. Andere wechseln die Einstellung, benutzen Gegenstände, kostümieren sich oder schneiden sich sogar mehrmals rein, so dass sie 4 mal im Bild zu sehen sind.

Was also ist das Geheimnis von Lynne & Tessa? Ist es weil sie so "scharf" sind ? Für mich nicht, vielleicht bin ich mit 41 den Kindereien entwachsen mich in Personen zu verlieb die gut aussehen und in bewegten Bildern zu sehen sind. Okay, in der Gefahr wahr ich nicht mal mit 16, weil ich mit jemanden reden muss um eine gefühlsmäßige Bindung aufzubauen.

Tessa (links) und Lynne (rechts)Ich denke das Geheimnis liegt in mehreren Faktoren, die ich im Büro rausgefunden habe. Um meine Kollegen während der Mittagspause nicht mit der immer gleichen Musik zu nerven habe ich mal probeweise den Ton abgedreht. Und die Videos machen trotzdem Spaß ! Es ist wie Stummfilm. Lynne zieht Grimassen wie ein Stummfilmstar und Tessa tanzt als hätte sie einen Stromschlag bekommen. Manchmal wenn sie sich gegenseitig aus dem Bild kicken werde ich an Dick und Doof (sorry Stanley Laurel und Oliver Hardy) erinnert. Und ich bin Dick und Doof Fan - Derartiger Humor ist aber völlig unabhängig von Sprache, Kultur er macht einfach Spaß.

Das zweite ist die Perfektion. Als ich mal den Spot "Wannabe" liefen ließ, bei dem die beiden recht gut die Stimmen verteilt haben fragte mich eine Kollegin die mir über die Schulter schaute - Sind das die echten ? Natürlich nicht, das Lied stammt von den Spice Girls, aber man kann sich dem Eindruck nicht erwehren, sie singen es.

Inzwischen brauche ich die Videos nicht mehr anschauen - nach lächerlichen 10 maligen anschauen laufen sie wie ein Film im Kopf ab wenn ich gerade an nichts denke. Das morgendliche Hochfahren des Computers endet in der Eingabe der Suchzeile "Lynne & Tessa" bei Google Video. Doch außer einer zunehmenden Zahl an Trittbrettfahrern gibt es keinen Nachschub. Ich glaube ich habe eine neue Sucht entdeckt.

TessaDoch zurück zum Titel. Einige Medien nennen diese neue Kunstform, die sich bei Google Idol in richtigen Turnieren austobt Webkaraoke. Kein Begriff könnte falscher sein. Anders als bei Karaoke singen die Künstler (ja es ist zumindest bei den besseren Vertretern der Zunft Kunst !) nicht sondern die Musik kommt vom Band oder Mikro oder wird zugemischt. Dagegen tun sie als würden sie singen. Da dies auch durchaus prominente Gruppen tun (wenn auch nicht immer, aber doch immer wieder im Vollplayback) schlage ich vor das anders zu nennen "Web-Playback" oder "Web-Milli-Vanilli" nach den prominentesten Vertretern die auch nie selbst sangen. Bleibt mir nur ein zu wünschen: Macht weiter so und denkt bitte an den Nachschub für die vielen Fans.

Freitag 16.6.2006 : Ich erhöh euch die Steuern...

Der "Steuersong" nach der Melodie des Ketchup Songs höre ich gerne. Mir gefällt er sogar viel besser als das Original von Las Ketchup. Ab und an spiele ich ihn auch im Büro, was besonders einem Kollegen nicht gefällt. Er ist zeitlos, wie wir gerade bei der derzeitigen Bundesregierung sehen - CDU sprach vor der Wahl von 2 % mehr Mehrwertsteuer, die SPD von 0 % - sobald beide koalieren kommen dann 3 % heraus.

Ich finde es interessant dass bei allen Bundesregierungen die wir bisher hatten das probate Mittel zur Sanierung der Staatsfinanzen es ist die Steuern zu erhöhen. Das ist als wenn ich zu meinen Chef gehe und sage "Ich komm nicht mit meinem Lohn aus, ab nächsten Monat zahlen Sie mir bitte 10 % mehr !" Sie lachen ? Warum ? Vielleicht weil das nicht geht ? Ja es geht auch nicht dass sie wie der Staat über Jahrzehnte hinweg neue Schulden machen ohne jemals welche zurückzuzahlen.

Vielleicht ginge es unserem Staat besser wenn er wie Privatpersonen und Firmen anfängt die Ausgaben zu begrenzen. Wir haben keine Feinde mehr aber eine Bundeswehr die nun sogar international tätig ist und neue Ausrüstung dafür braucht und die Auslandseinsätze kosten auch - Nutzen ? Also weg damit. Wir haben eine Verwaltung die aufgebläht ist, die unverständlichsten und umfangreichsten Finanzgesetze und unzählige Verordnungen die alles und jedes reglementieren. Würde man das alles verschlanken so könnte man viel Einsparen. Auch der Bürger könnte Kosten sparen wenn man keinen Steuerberater für die Steuererklärung braucht und Firmen sparen Kosten wenn sie nicht unzählige bürokratische Bestimmungen befolgen müssen.

Zuletzt könnte man auch Subventionen kürzen und zwar mal nicht nur beim Privatverbraucher sondern zur Abwechslung mal bei der Industrie. Die Milliarden die man in nicht mehr rentable Industriebereiche wie Steinkohlenabbau reinpumpt zum Beispiel.

Wichtig halte ich es aber auch nicht nur Einzusparen sondern auch zu investieren und zwar in Forschung und Lehre. Denn nur durch Innovationen und gut ausgebildeten Menschen können wir auf lange Frist mit Billiglohnländern konkurrieren. PISA hat gezeigt dass hier noch viel zu tun ist.

Ich sehe für alle Vorschläge aber schwarz, denn seit Jahrzehnten bewegt sich bei uns nicht, weil unsere Politiker eben nicht mehr nach Gewissen entscheiden sondern nach dem von Lobbyisten angeblich richtigen Vorschlägen oder wegen angeblich nicht ausräumbaren Sachzwängen. Von dem Widerstand denn Stellenkürzungen in der Verwaltung und Bürokratie heraufbeschwören würden ganz zu schweigen. So wird Deutschland noch weiter den Bach runter gehen....

Dienstag 20.6.2006 : Schwarz - Rot - Gold

Noch nie habe ich so viele deutsche Flaggen gesehen wie bei dieser Weltmeisterschaft. Überhaupt scheint es bei uns ein Problem mit den Fahnen zu geben. Bis vor ein paar Jahren (ich glaube der Durchbruch war die Weltmeisterschaft 2002) gab es nur offizielle Beflaggung bei Feiertagen oder Wahlen. Keine Privatperson hat eine Flagge gehisst ? Warum eigentlich ? Müssen wir uns für unsere Flagge oder unsere Verbundheit zu Deutschland schämen ? Ein amerikanischer Mitbürger hat ständig eine gehisste Flagge vor seinem Haus stehen und auch wo anders sehe ich diese öfters. Bei uns? Mal zur Weltmeisterschaft, aber dann wieder lange Zeit in den Schrank. Es ist bei uns auch unüblich Kleidungsstücke mit nationalen Symbolen zu tragen und wenn dann ein versteckter Sticker. Viele haben aber ein T-Shirt mit Stars & Stripes zuhause.

Muss das sein ? Eigentlich nicht. Wenn ich mich mit Deutschland identifizieren kann, warum soll ich das nicht zeigen. Weil Deutschland zwei Weltkriege begonnen hat und den Holocaust zu verantworten hat ? Nein ! Ich identifiziere mich mit dem Deutschland von heute, den Fußballern von heute. Insbesondere die deutsche Nationalfahne hat mit diesen Kapiteln nichts zu tun. Vielleicht an dieser Stelle eine kurze Geschichte unserer Nationalflagge

Die Farben sollen zurückgehen auf das Lützowsche Freikorps, beschrieben in Theodor Körner: “Lützows wilde verwegene Jagd“. Diese Truppe trug schwarz gefärbte Zivilröcke mit roten Vorstößen und goldfarbenen Messingknöpfen, die Ulanen führten rot-schwarze Lanzenwimpel. Von 1815 an wurde diese Farben zum Erkennungszeichen zahlreicher Studentengruppen die sich gegen die nach den Befreiungskriegen wieder eingezogene feudalistische Ordnung wehrten. Beim Hambacher Fest 1832 wurde eine schwarz-rot-goldene Fahne mitgeführt und sie wehte auch bei der Revolution von 1848/49. Sie war damals schon ein nationales Symbol

Das deutsche Reich, das 1871 gegründet wurde setzte dagegen die Schwarz-weiß-rote Flagge ein. Unter dieser Flagge zogen auch die Rekruten 1914 in den Krieg. Nach dem ersten Weltkrieg wurde schwarz-rot-gold zur Nationalfahne der Weimarer Republik. Nach der Machtergreifung 1933 erklärten die Nationalsozialisten die schwarz-weiß-rot Hakenkreuzfahne zur Nationalfahne. Nach dem zweiten Weltkrieg gab es einen Aufruf für Entwürfe für eine neue Fahne, doch keiner überzeugte und so wurde schwarz-rot Gold wieder zur Nationalfahne - in der DDR noch ergänzt durch Hammer und Sichel. Für mich steht Schwarz-Rot-Gold für die Zeit Deutschlands in der es Freiheit gab. Ich sehe sie noch über dem Brandenburger Tor wehen bei der Wiedervereinigung, Ich versteh nicht warum man sie nicht öfters zeigt und nicht nur bei Sportereignissen. Aber es scheint als würde sich unser Verhältnis zur Nationalflagge normalisieren. Wenn nun auch noch Ballack und Co bei der Nationalhymne mitsingen könnten .... Doch das ist ein anderes Kapitel.

Mittwoch 21.6.2006: Von Mauern

Mauern üben schon immer auf die Menschen eine Faszination aus. Ich rede nicht von Hausmauern die man beschmiert oder Gartenmauern mit denen man sich vom Nachbarn abschottet, sondern Kilometer lange Mauern, die dazu dienen Feinde abzuhalten oder das eigene Volk einzusperren. Ich kenne mindestens 3 prominente Beispiele:

Alle 3 Mauern haben ihren Zweck nicht erfüllt. Dabei steckt eine enorme Leistung darin. Es ist aufwendig eine Stadt mit einer mehrere Kilometer langen Mauer zu umschließen, aber Hunderte von Kilometer lange Mauern - das ist eine Leistung wofür Hunderttausende Jahre brauchen. Bei der chinesischen Mauer sollen beim Bau so viele umgekommen sein, dass man pro m einen Toten rechnet - Das sind bei 2400 km Länge der Hauptmauer über 2 Millionen Tote.

Trotzdem konnten weder die chinesische Mauer noch die römischen Wälle die Angreifer fernhalten. Das Problem ist. Dass ein Angreifer nicht an der ganzen Länge angreift sondern an einer Stelle. Wenn z.B. die chinesische Mauer mit 1 Million Mann ständig bewacht ist (eine enorm großes stehendes Herr im Altertum), dann entspricht dies aber nur einem Soldat auf 2.4 m. Wenn nun 10000 Angreifer auf 100 m Breite angreifen so sind sie haushoch überlegen und wenn man nicht schnell Verstärkungen heranbringt dringen die Angreifer mit Leichtigkeit ein. Das ist die Krux jeder Mauer. Die große Mauer schützte nie vor den Reitervölkern im Norden Chinas und auch die römischen Wälle waren nur solange Schutz wie niemals ein Stamm wirklich sie angriff. Als dies erfolgte fiel der Limes sofort und in Schottland musste man den Antoniuswall aufgeben und sich zurückziehen. Im Falle der Römer waren die Wälle wohl mehr eine Grenze. Sie erlaubten es nach Jahrhunderten erfolglosen Eroberungskämpfen mit den germanischen Stämmen einen Status Quo festzulegen. Der Limes sagte: Bis hierhin geht unser Territorium - aber auch nicht weiter. Dafür nahmen sie die Reichsgrenzen zurück. Jahrhunderte lang lebten Germanen und Römer in Koexistenz und tauschten Güter und Kultur aus (letzteres allerdings vornehmlich in eine Richtung). Als durch die Völkerwanderung germanische Stämme nach Westen vorstießen war der Limes überhaupt kein Hindernis.

Die deutsche Mauer unterscheidet sich von den beiden anderen Grenzen als dass sie nicht dazu dient den Feind abzuhalten (auch wenn sie im DDR Jargon "Antifaschistischer Schutzwall" hieß). Sondern das eigene Volk einzusperren. Dazu war sie nicht nur gut ausgebaut sondern auch hervorragend bewacht. Errichtet wurde sie um das Ausbluten der DDR durch Flucht in den Westen zu verhindern und die DDR zu stabilisieren. Das erste wurde erreicht. Das letzte nicht. Es ist ein Irrtum zu glauben man könnte jemanden mit einer langen Mauer aus- oder einzusperren, außer mit einem enormen Aufwand an Bewachern. Trotzdem stelle ich fest dass 17 Jahre nach dem Fall der Mauer woanders neue Mauern gebaut werden. Israel errichtet eine Mauer um Palästinenser auszusperren. Die USA wollen ihre ganze Grenze zu Mexiko mit einem hohen Zaun absichern. Ich denke beide Vorhaben werden nichts bringen. Solange es radikale Palästinenser und Gegenschläge seitens der Israelis gibt und solange Mexiko so arm und die USA so reich sind.


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