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Web Log Teil 10 : 26.9.2006-25.10,2006

Dienstag 26.9.2006 : Chemie für Angeber

Nachdem ich in den letzten 3 Wochen fleißig an der Lynne & Tessa Fan Homepage programmiert habe, habe ich nun wieder etwas mehr Zeit für mein eigenes Weblog. Bei der Hochschule Esslingen werden alte Bücher aus der Bücherei auf einem Tisch ausgesondert und jeder kann diese mitnehmen. Da entdeckte ich letzte Woche 3 Bände des Römpp. Der "Römpp", ein Chemielexikon, ist so was wie der Brockhaus in der Chemie. Das umfangreichste Lexikon in dem an von allen Gebieten noch eine Kurzbeschreibung einer Verbindung oder eines Begriffes findet ohne gleich zu einem Spezialwerk greifen zu müssen. Schade das es nur 3 der 6 Bände waren, denn die aktuelle 10 Auflage kostet 945 Euro. Aber dies war wohl der Grund für das Ausmustern.

Ich habe wieder etwas geblättert und mich an ein Hobby erinnert, das ich als Chemiestudent hatte - Personen die Chemiekenntnisse haben müssen reinzulegen. Also ich meine nun nicht Chemiker, sondern viele Berufsgruppen haben in ihrer Ausbildung Vorlesungen die zumindest grundlegende Sachkenntnis vermitteln. Ich denke hier an Ärzte, Apotheker, Öktrophologen etc. Diese muss man nur zu einem Thema befragen und dabei nicht den Trivialnamen einer Substanz nehmen, sondern den chemischen Namen, wobei ich hier nicht von besonders seltenen oder komplizierten Verbindungen rede, sondern Dingen mit denen sie täglich zu tun haben sollten.

Ein Apotheker sollte zum Beispiel wissen, dass

Ein Arzt sollte wissen, dass:

Die chemischen Namen der anderen Vitamine können sie in meiner Abteilung über Vitamine nachlesen. Auch diese sollte ein Arzt kennen. Der chemische Name ist jeweils fett geschrieben.

Also: Prüfen auch sie ihren Arzt und Apotheker auf seine chemische Fitness!

Donnerstag 28.9.2006: Der Space Shuttle und die ISS

MIRDerzeit sind der Space Shuttle und die ISS wieder in den Schlagzeilen. Nun soll der Ausbau zügig vorangehen, nachdem man schon Jahre hinter dem originalen Zeitplan hinterherhinkt. Immer wieder wird betont, dass der Space Shuttle für den Ausbau der ISS notwendig ist. Das stimmt, doch es liegt an der Konzeption der Station.

Prinzipiell gibt es zwei unterschiedliche Ansätze eine große Raumstation aus mehreren Teilen zu bauen. Der eine ist, die Teile am Boden fertig zu bauen und im Orbit nur wie Lego-Bausteine zusammenzuschließen. Der andere ist es Einzelteile hoch zutransportieren und durch Außenarbeiten zu verbinden. Ein Beispiel für das erste Konzept ist die MIR. MIR besteht aus einem Kernmodul mit 5 Koplungsadaptern an welche weitere Module angeschlossen werden können. Jedes Modul verfügt über eine eigene Stromversorgung und einen eigenen Antrieb mit dem es ferngesteuert angekoppelt wird. Elektrische Verbindungen wurden im inneren durchgezogen. Auf dem Bild der MIR sieht man deutlich wie die einzelnen Module sich ähneln und jedes seine eigenen Solarpanels hat.

Die Vorteile dieses Konzepts : Die etwa 20 t schweren Module sind nicht auf ein bestimmtes Trägersystem angewiesen, hätte man die ISS aus solchen Modulen gebaut, so hätte man dank des eigenen Antriebs diese mit jeder größeren Rakete (Ariane 5, Titan 4, Delta 4 Heavy, Proton) starten können. Die Mehrkosten für einen Antrieb und Kopplungsadapter sind geringer als die Kosten die beim Weltraumzusammenbau anfallen. Bei gleicher Masse ist das nutzbare Wohnvolumen bei reinen Laboren erheblich größer.

Die Nachteile: Große Solarpanel, tragende Strukturen wie Masten etc. kann man so zwar prinzipiell auch transportieren, doch dies ist sehr aufwendig und eine Station aus Modulen ist meistens sehr kompakt. Jedes Modul hat zudem eine eigene Stromversorgung. Aus geometrischen Gründen können Solarpanels nicht zu groß werden, da sie sonst Platz für andere Module wegnehmen.

Die USA haben in den siebziger Jahren eine Studie untersucht bei der man auch ein solches Konzept verfolgt. Man plante damals eine Raumstation aus Space Shuttle Tanks. Dazu hätte man im Wasserstofftank Wände und Rackschränke eingezogen und einen Kopplungsadapter eingebaut. Ein Space Shuttle hätte dann keine Nutzlast mitgeführt, aber den Tank in einen Orbit gebracht. Die Ausrüstung für das innere wäre in weiteren Flügen geliefert worden. Mehrere Tanks hätte man dann zu größeren Stationen zusammen gebracht.

Für die ISS hat man einen anderen Weg gewählt. Es gibt hier russische Module mit eigenem Antrieb, doch es sind wenige. Die meisten Module werden vom Space Shuttle transportiert und mit dem Greifarm angekoppelt. Darüber hinaus gibt es Strukturen in denen kein Mensch sich aufhält. Masten welche Solarzellen mit den Modulen verbinden, ein Baum entlang der Station und natürlich die Solarzellenflügel selbst. Für diese ist der Space Shuttle Transport sicher die beste Lösung, auch wenn die Montage im Orbit sehr aufwendig ist.

ISSWas aber völlig falsch ist, ist dass man für die anderen Teile nicht eine andere Lösung wählen kann. Man hätte die zahlreichen Druckmodule die noch zu starten sind ebenso wie die russischen Module mit einem eigenen Antrieb und einem Kopplungsradar ausstatten können. Entsprechende Technologie wird ja in Europa beim Versorgungstransporter ATV und in Japan beim Äquivalent HTV schon eingesetzt. Das hätte den Shuttle Flugplan entlastet und wäre durch die geringeren Startkosten sogar preiswerter gewesen. Flüge für den Transport von Strukturen, wie der letzte Flug der Atlantis wären aber immer noch nötig.

Warum hat man es nicht getan ? Weil es in den Augen aller Beteiligten die ideale Lösung ist, wenn auch nicht die preiswerteste. Vor dem Columbia Unglück hat die NASA angekündigt, dass sie erwog die ISS nur halb auszubauen für eine Stammbesatzung von 3 Personen, weil die Kosten explodierten und man den Nutzen nicht mehr sah. Das führte zu Protesten seitens Europa und Japans, deren Module am Boden geblieben wären und die dann praktisch keinen Zugang mehr zur Station bekommen hätten. Seit dem Verlust der Columbia ist dieses Thema vom Tisch. Denn nun ist der Vollausbau (oder genauer gesagt Fast Vollausbau, es werden einige Module fehlen, so dass man die Stammbesatzung von 7 auf 6 reduzieren musste) politisches Ziel. Denn ohne diesen hätte man die Shuttle Flotte nach dem Columbia Unglück auch gleich einmotten können. Das war aber politisch nicht gewollt. Also bekam die ISS so noch eine zweite Chance.

Doch was kommt danach ? In 4 Jahren soll die Raumstation fertig sein. Für den Transport von Gütern gibt es den europäischen ATV und den japanischen HTV. Die Russen sind sicher auch bereit wie bisher Progress Transporter zu starten. Zuletzt gab es eine Ausschreibung der NASA für einen unbemannten Transporter, der aber noch entwickelt werden muss. Doch problematisch ist die 6 Mann Stammbesatzung. Diese kann man zwar durch 2-3 Sojus Kapseln gewährleisten. Im Falle einer Havarie wird dies durch ein Rettungsboot ergänzt werden. Doch diese Kapseln können keine Experimente transportieren. Zudem halten die USA nichts von dieser Lösung und wollen ihre Astronauten nur ungern von Russland starten lassen. Man arbeitet zwar an einem CEV, einer Kapsel für bis zu 6 Astronauten, doch richtig Mittel gibt es erst dafür wenn die ISS fertig gestellt ist und die Space Shuttles dann keine Kosten mehr verursachen. So wird das CEV, das man mittlerweile "Orion" taufte nicht vor 2014 zur Verfügung stehen.

Freitag 13.10.2006 : Saure Gurken und das neue Mondprogramm

HLV (Ares V)Wer es noch nicht mitbekommen hat, ich war ziemlich beschäftigt in den letzten Wochen, vor allem mit der Schaffung einer neuen Website. Nun schaue ich nach einigen Wochen bei meinen Bookmarks über Raumsonden und anderes in der Raumfahrt nach, was ich wohl aktualisieren könnte und entdecke nichts wesentliches. Es scheint absolute Saure Gurken Zeit zu sein, mit der Ausnahme des Mondprogramms.

Wer es noch nicht weiss: Bush hat 2004 im Wahlkampf angekündigt man sollte zurück zum Mond gehen und dass ist nun ein NASA Programm, das derzeit aber noch in der frühen Phase ist (der erste Flug wird sicher nicht vor 2017 stattfinden). Trotzdem wird enorm diskutiert, wobei ich mir natürlich die Trägeraketenfrage angeschaut habe.

Man will - das ist an und für sich vernünftig - nicht alles neu entwickeln, sondern auf schon bestehende Technologie zurückgreifen. Gleichzeitig hat man den weisen Entschluss gefasst zwei Raketen zu entwickeln. Eine kleine die mittlerweile "Ares I" heißt soll etwa 25 t in eine Erdumlaufbahn befördern. Sie wird die Besatzung in einer Kapsel mit Versorgungseinheit starten. Auch Versorgungsflüge zur ISS sind vorgesehen, wenn sie dazu nicht zu spät kommt. Sie muss "man rated" sein, also besonders sicher und zuverlässig.

Die zweite "Ares V" getaufte soll etwa 125 t in eine Erdumlaufbahn oder 50 t zum Mond transportieren. Sie transportiert vorwiegend den Mondlander und bringt dann die mit einer Ares I gestartete Besatzung zum Mond.

Seit etwa 1 Jahr gibt es nun heftige Diskussionen um die Raketen. Der erste Entwurf für die Ares I war ein Shuttle Booster mit 4 Segmenten als erste Stufe und eine mit einem einzelnen Space Shuttle Triebwerk (SSME) angetriebene Stufe als zweite Stufe. Später hat man einen 5 Segment Booster mit einem J-2X (einem in den späten sechziger Jahren entwickelten J-2 Triebwerk mit besseren Leistungsdaten) propagiert und schließlich ist man auf eine 4 Segment Booster mit einem J-2X gekommen. Im September lese ich nun von einer neuen Idee : 2 verkürzte Booster mit nur 3 Segmenten und einer dicken Zentralstufe mit einem J-2X Triebwerk.

Für die neue Modifikation spricht, dass man recht wenig an den Bodenanlagen ändern muss und auch das Flugprofil dem Space Shuttle ähnelt.

Auch bei der "Ares V" gab es heftige Diskussionen. Zuerst waren 2 verlängerte Space Shuttle Booster als erste Stufe geplant (5 anstatt 4 Segmente). Die Zentralstufe sollte 5 SSME einsetzen und die Oberstufe 2 J-2X. Dann kam man auf die Idee die viel schubstärkeren RS-68 der Delta IV in der ersten Stufe einzusetzen, die allerdings nicht man rated sind, aber erheblich preiswerter als ein SSME. Wahrscheinlich ist dies nicht das letzte Konzept.

Ich bin mal gespannt, was hier in den nächsten Monaten und Jahren noch an Konzepten auf uns zukommt.

Sonntag 15.10.2006: Über Diäten und Frauenzeitschriften

Seit Juli gibt es auf dieser Website Werbung und seit einem Monat werte ich das auch nach den Rubriken aus. Dabei habe ich erstaunliches herausgefunden: Etwa 3/4 des Umfangs entfallen auf meine Raumfahrtseiten und etwa die Hälfte der Zugriffe. doch bei den Werbeeinnahmen sieht es mau aus, nur etwa 25 % der einnahmen kommen aus diesem Bereich. Dagegen stammen fast die Hälfte der Einnahmen aus meinem uralten Ernährungsteil, denn ich vorher seit Jahren kaum noch aktualisiert habe, weil ich mich nun beruflich neu orientiert habe. Hmmmm.... Zeit mal wieder was über Ernährung zu schreiben. Und weil's gerade so passt (ich nehme seit Ende Juni ab und habe bisher 16 kg verloren), mal ein Artikel über Kurzzeitdiäten.

Jeder kennt das: Im Frühjahr vermehrt, aber auch zu anderen Jahreszeiten findet man in Frauenzeitschriften Diäten mit denen man in kurzer Zeit einige Kilos verlieren kann. Und wer diese durchführt, wird auch Gewicht verlieren - nur das ist eben nicht von Dauer. Daher mal eine kleine Erklärung wie der Körperstoffwechsel bei Hunger funktioniert.

Unser Körper braucht laufend Energie, selbst wenn wir mehrmals am Tag etwas essen braucht er einen Mechnaismus die Energie kurzzeitig zwischenzuspeichern und später abzurufen. Im Blut kursiert Glucose dies ist der Energiespender für kurze Zeiten, maximal einige Minuten, wenn wir z.B.. plötzlich anfangen uns anzustrengen, weil wir die S-Bahn noch erwischen wollen und anfangen schnell zu laufen. Der Glucosespiegel wird beim gesunden Menschen konstant gehalten indem von das Kohlenhydrat Glykogen abgebaut wird. Nehmen wir Nahrung zu uns so wird der Kohlenhydratanteil auch zuerst in Glykogen umgewandelt. Die Menge des Körper Glykogen's beträgt etwa 250-400 g und die Reserven befinden sich in der Leber und verteilt in den Muskeln. Erst wenn man den Glykogenspeicher gefüllt hat wird die Energie in Form von Fett eingelagert. Umgekehrt wird Fett abgebaut wenn das Glykogen aufgebraucht ist.

Was passiert nun wenn man plötzlich seine Ernährung umstellt und eine Diät beginnt? Nun zuerst macht der Körper es wie sonst auch, er bedient sich beim Glykogen, erst wenn dieses nahezu aufgebraucht ist, dann kommt der Abbau von Körperfett erst in Gang, dieser Hungerstoffwechsel hat eine gewisse Anlaufzeit und den nutzen diese Kurzzeitdiäten aus. 0.25 kg Glykogen binden etwa 1.5 kg Wasser. Die Gesamtmenge von 1.75 kg hat nur einen Energiegehalt von 4000 KJ, das ist weniger als der halbe Tagesbedarf einer leicht arbeitenden Frau. Nimmt man also ab, so baut man zuerst das Glykogen ab und verliert mit diesem viel Wasser und das Gewicht sinkt rapide. Dazu kommt, dass auch der Eiweißstoffwechsel bei manchen Diäten betroffen ist. Wenn man nur die Energiemenge reduziert, aber nicht den Eiweißanteil erhöht, so wird Muskeleiweiß abgebaut um die Verluste auszugleichen. Auch dies regelt der Körper nach einigen Tagen herunter, aber solange verliert man auch hier viel Gewicht, da 1 g Eiweiß ebenfalls 5-7 g Wasser binden.

Kombiniert man beide Effekte, so kann man in einer Woche sehr viel Gewicht verlieren, bis zu 3-4 kg. Jedoch sind dies 3 kg Wasser und nicht Fett. Spart man pro Tag etwa 4000 KJ (entsprechend einer FdH Diät), so würde man in einer Woche maximal 1 kg Fett abbauen können, da 1 kg Fett etwa 27000 KJ Energie beinhaltet. Entsprechend verkehrt sich auch der Effekt nach dieser Woche um - Der Körper bildet nun neues Glykogen aus Fett und man nimmt wieder an Gewicht leicht zu, und es Dauer einige weitere wochen bis man die zuerst abgenommenen 3 kg wieder erreicht.

Zuletzt noch der Tipp für die absolute Schnelldiät. Was macht man wenn man bis morgen Abend 1 kg abnehmen muss, damit das Abendkleid wieder passt ? Auch hier kann man realistischerweise soviel nicht abnehmen, wenn man sich sportlich betätigt. Man kann aber auch hier Regelkreisläufe ausnutzen. Ein weiterer Regelkreislauf ist der Natrium-Kalium Regelkreislauf. Natrium sorgt für die Aufrechterhaltung des Drucks in extrazellulären Flüssigkeiten wie Lymphe und Blut und Kalium für den Druck in den Zellen. Unser Körper hält beide Konzentrationen konstant und nutzt dafür Depots in der Niere und die Ausscheidung von überflüssigen Salzen. Auch dieser Kreislauf ist sehr effizient, jedoch überfordert wenn man sich extrem ernährt. Der Würgereflex denn man verspürt, wenn man konzentrierte Salzlösung trinkt und der bei Vergiftungen ausgenutzt wird, ist so zu erklären, dass der Körper sich vor extremen Salzmengen schützen will.

Was passiert, wenn man sich an einem Tag nur von Nahrungsmitteln ernährt, die Kalium enthalten, aber kein Natrium? Nun der Körper muss es los werden. Er ist dabei jedoch nicht sehr effizient und eine erhöhte Kaliumausscheidung bewirkt immer auch eine erhöhte Natriumausscheidung. Um beide Mineralstoffe loszuwerden muss vermehrt Wasser ausgeschieden werden, man verliert Wasser und erhält dadurch die Natriumkonzentration konstant solange bis ein Regelkreislauf wieder den Natriumgehalt im Blut stabilisiert.

Isst man nun nur noch kaliumreiche Nahrungsmittel zu sich, das erreicht man indem man Gemüse ohne Salz, oder weil das nicht schmeckt, Obst isst. Dann verliert man viel Wasser, zudem kann man davon gar nicht genug essen um seinen Tagesbedarf an Energie zu decken und man baut auch Glykogen ab. Kombiniert man beide Effekte, so kann man an einem Tag bis zu 1.5 kg an Gewicht verlieren, die jedoch sehr schnell wieder zugenommen werden, aber wenn es die 1.5 kg sind, die zwischen "passendem Abendkleid" und "neuer Gardarobe" stehen, dann ist ein Obsttag vielleicht ein Tipp für manche verzweifelte Dame.

Nochmal Sonntag 15.20.2006: Alles Theo oder was?

Nachdem ich nun fast 2 Wochen abstinent war nun gleich noch ein neues Ernährungsthema, und passend zu dem was ich mir unter meinem "Blog" vorstelle : Eines das nicht so viel Substanz hat, dass es für einen Aufsatz reicht. Es geht um die Xanthine Theophyllin, Theobromin und Coffein.

Xanthine nennt der Chemiker eine Klasse von Alkaloiden, also Pflanzeninhaltsstoffen von denen man früher nicht viel mehr wusste, als dass sie alkalisch reagieren (und selbst dass ist bei einigen falsch). Das gemeinsame Merkmal ist der Xanthin Ring ein zweikerniger Purinring. Die drei bekannten Substanzen unterscheiden sich nur in der Stellung von den Methylgruppen:

Sehr unterschiedlich ist jedoch die Wirkungsweise. Theobromin wirkt von allen am stärksten diuretisch darüber hinaus gefäßerweiternd und anregend auf den Herzmuskel. Damit ähnelt es dem Coffein, aber es hat keinerlei anregende Wirkung auf das Zentralnervensystem, man wird also nicht munterer davon. Theobromin kommt natürlicherweise in der Kakaobohne vor, und der typische bittere Kakaogeschmack stammt zum Teil vom Theobromin. Der Gehalt liegt bei 1.5-3 % der Trockenmasse von Kakaobohnen. Auch Colanüsse enthalten neben Coffein noch Theobromin. Es wird heute auch als Medikament benutzt: Als Diuretikum und zum Erweitern der Blutgefäße.

TheophyllinTheophyllin findet man in den Mate Teeblättern und in den Stechpalmen. Es wirkt wie Coffein sehr anregend auf das Gehirn, hat eine noch anregendere Wirkung als Theobromin auf den Herzmuskel und eine noch stärkere Gefäßerweiterung und wirkt am stärksten diuretisch von allen 3 Xanthinen. Dabei bleibt es sehr lange im Blut , etwa 5-9 Stunden Dauert es bis die Konzentration auf die Hälfte des Anfangswerts gesunken ist. Man benutzt es in beschränktem Maße als Diffusion bei Herzinsuffizenz und bei Bronchialastma und ist Bestandteil mancher Gallenwegstherapeutika.

Zuletzt noch zum bekanntesten Vertreter des Trios, des Coffeins. Man findet es in den Teeblättern, Kaffee und der Colanuß. In Tee findet man 2.5-5.5 % Coffein, 0.8-2.5 % im Kaffee, 0.5-1.5 % in Mate und 2.16 % in Colanuss. Daneben findet man es in Guarana (4-8 %).

CoffeinWie Theophyllin stimuliert Coffein sehr stark das Zentralnervensystem, weshalb Kaffee oder Tee als Muntermacher gelten. Die Wirkung auf das Herz ist am geringsten von allen drei Xanthinen. Niedrige Dosierungen verlangsamen den Pulsschlag, höhere erhöhen ihn. Es hat nur eine geringe Wirkung auf die Erweiterung der Blutgefäße, stimuliert jedoch sehr stark die Skelettmuskulatur und kam deswegen früher auch in spezieller Sportlerernährung vor. Obwohl jeder die harntreibende Wirkung von Kaffee kennt ist diese von allen drei Xanthinen am geringsten. (Da man selten größere Mengen an Schokolade oder Mate Tee zu sich nimmt fehlt eben der Vergleich). Heute wird Coffein aus Nahrungsmitteln gewonnen um zum einen entcoffeinierten Kaffe zu erhalten und zum anderen das Coffein dann Colagetränken oder "Power" Getränken zuzusetzen, daneben wird es auch großtechnisch synthetisiert.

Mittwoch, 25.10.2006: Wie bringe ich jemanden am besten um die Ecke ?

Und zwar mit Gift, schließlich bin ich Chemiker. Das ist eine gute Frage und wenn man es gut anstellt, dann kann man auch damit durch, schließlich gibt es Schätzungen nach denen die meisten Morde heute nicht entdeckt werden. Nun ja was gibt es denn so an Giften? Das ist zum einen das klassische Zyankali. Es ist relativ leicht zu besorgen weil es auch industriell verwendet wird, z.B. in Galvanisierbädern. Der Geruch nach bitteren Mandeln ist leicht zu überdecken indem man es in Mandellikör oder ähnlichem unterbringt. Allerdings riecht auch die Leiche aus dem Mund und das fällt auf - sofern man nicht das Glück hat auf einen Arzt zu treffen der den Geruch nicht wahrnehmen kann (je nach Quelle 10-50 % der Bevölkerung).

Im Fernsehen werden die Leute dann immer durch exotische Dinge getötet wie Schlangengift oder ähnliches, auf das nicht untersucht wird. doch viele natürliche Gifte sind Proteine und wirken nur wenn sie direkt in die Blutbahn kommen und das ist etwas schwierig. Die meisten hochgiftigen Insektizide wie Parathion (E605) sind heute nicht mehr im Handel und wurden durch Mittel mit für den Menschen geringerer Toxizität ersetzt.

In vielen Spielfilmen werden Leute durch Arsen, Quecksilber und andere Schwermetalle langsam vergiftet. An diesem kommt man zwar leicht heran, doch sind die Vergiftungssymptome so eindeutig, dass auch unerfahrene Ärzte sie diagnostizieren können, und die Schwermetalle sind selbst nach Jahren noch in der Leiche, meistens sogar noch in den Knochen nachweisbar. Also auch keine gute Lösung.

Wer zufällig eine schwere Krankheit wie Herzschwäche hat kann die Medikamente die für ihn selbst bestimmt sind anderen zukommen lassen. Ein Medikament gegen Herzschwäche kann einen Gesunden leicht zu einem Herzinfarkt bringen. Doch nicht jeder hat so eine Krankheit und ein plötzlicher Todesfall ohne vorherige Warnzeichen ist äußerst verdächtig.

Das sicherste ist also etwas schleichendes, etwas was langsam aber sicher den Gesundheitszustand verschlimmert und so zu Tode führt. Es gibt eine Reihe von möglichsten Substanzen, am besten geeignet sind krebserregende Substanzen wie Dioxine. Die meisten davon kann man aber sehr gut nachweisen. Man braucht also einen Stoff, der krebserregend ist, aber nicht oder nur schwer nachweisbar und da bieten sich Nitrosamine an. Diese wirken Alkylierend auf die DNA und sind sehr stark krebserregend, wegen ihrer hohen Reaktionsfähigkeit aber auch schwer nachweisbar. Sie werden rasch durch körpereigene Enzyme metabolisiert. Am einfachsten herzustellen und am wirksamsten ist das Dimethylnitrosamid. Man erhält es aus Dimethylamin und Nitrit dass man in Salzsäure löst. Die Salzsäure bildet daraus salpetrige Säure und der niedrige pH katalysiert die Reaktion. Es gab mindestens 2 Fälle in denen Menschen in Deutschland über diese Methode umgebracht wurden. Bei beiden wurde der Täter nur gefasst, weil man das Nahrungsmittel sicherstellte in denen die Substanz gelöst war, nicht jedoch weil sie im Opfer nachweisbar war.

Also wenn in Zukunft jemand möchte dass sie etwas unbedingt probieren und regelmäßig drauf besteht, selbst aber nichts davon nehmen will - seien sie auf der Hut...


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