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Web Log Teil 100 : 6.2.2009-14.2.2009

Freitag 6.2.2009: Ariane 5 - wie man es richtig gemacht hätte.

Ein neuer Blog in der Reihe, "Wir wissen ja alles besser". Bekanntlicherweise ist man nun schon seit über 10 Jahren am werkeln, bei der Vergrößerung der Nutzlast der Ariane 5. Das wäre auch einfacher gegangen. Zuerst einmal was waren die Designgründe für die erste Version der Ariane 5 - die Ariane 5 G?

Das waren schwer zu vereinbarende Forderungen. Wie hat man sie umgesetzt?

So der Gedanke, doch wie hat man es umgesetzt? Es wurden einige Fehler gemacht. Die Gelder für Ariane 5 wurden locker gemacht, damit Hermes damit gestartet werden kann. Die Rakete wurde daher für Hermes optimiert, mit der Zusatzoption auch GTO Nutzlasten zu starten. Ein nachträglich besonders intelligenter Gedanke war es die Oberstufe EPS innerhalb der VEB einzuhängen. Die VEB nimmt die Nutzlast auf und gibt die Lasten an die EPC weiter. Wenn die Oberstufe innerhalb der VEB befestigt wird benötigt man nur eine dieser Strukturen egal ob Erdorbit oder GTO Missionen und da die EPS+Nutzlast fast dasselbe wiegen wie eine die LEO Nutzlast, konnte man sie auch auf diese Belastung auslegen.

Nur: So ist keine kryogene Oberstufe möglich, da der Platz begrenzt ist. verwendet wurde eine Stufe mit lagerfähigen Treibstoffen, die natürlich so die GTO Nutzlast herabsetzt. Weiterhin ist sie recht klein (11 t Masse gegenüber 170 t der Zentralstufe).

Der größere Fehler war es aber den Schub des Vulcain 1 auf das absolut Minimale zu begrenzen. Das verringert zwar Produktions- und Enwicklungskosten, aber damit sind die Möglichkeiten eine schwerere und leistungsfähigere Oberstufe zu transportieren sehr begrenzt. Konkret: Nach Abtrennen der Feststoffbooster beträgt die Beschleunigung nur noch 0.75 G. Dieser Wert scheint konstant bleiben zu müssen, denn auch bei der Ariane 5 ECB wird dieser Wert erreicht und diese Version muss bei LEO Missionen Treibstoff weglassen um eine Maximalmasse von 40.7 t (Treibstoff+Nutzlast) nicht zu überschreiten. Rückwirkend hätte man wohl am besten gleich das Vulcain 2 oder 3 entwickeln können, nur denke ich hätte die ESA dann auch gleich die Treibstoffaufteilung der EPC geändert, wodurch man dieselbe Misere wieder hätte.

So war es klar, dass der Ausbau der Ariane 5 teuer werden würde. Die Aufgabe war es, den Spezialträger für LEO Transporte in einen für GTO Transporte umzuwandeln. Es gab natürlich einige Möglichkeiten hier und da einige Hundert Kilos einzusparen, wie z.B. die Übernahme der Sylda von Ariane 4. Aber die große Nutzlaständerung kann man nur mit einer leistungsfähigeren Oberstufe erhalten.

Beschlossen wurde das Vulcain 2 - Es war teuer in der Enzwicklung und bracht trotzdem nur 200 kN mehr Schub. Anstatt diese 20 t nun aber voll in eine kryogene Oberstufe (32 t Startmasse, 5.3 t Leermasse, extrapoliert von der ESC-A) zu stecken hat man die Aufteilung des Treibstoffs in der EPC verändert und hier 18 t mehr mitgeführt. Die erste Variante wäre besser gewesen, und ergibt eine Nutzlast von 10.9 anstatt 9.6 t GTO, wegen des günstigeren Stufenteilers.

Eine Alternative wäre es gewesen, gleich ein deutlich schubstärkeres Triebwerk einzuführen, schon 2002 fand man in der ESA Broschüre die Forderung nach dem Vulcain 3, einem Triebwerk der 1500-1700 kN Klasse für den weiteren Ausbau. Anstatt den Zwischenschritt über das Vulcain 2 zu gehen. 1700 kN wären ungefähr das Optimum: Es würde erlauben eine größere Stufe im Bereich 30-40 t mitzuführen (bei noch größeren Stufen nimmt die Nutzlast kaum noch zu) und in der Zentralstufe mehr Treibstoff mitzuführen. Zuerst hätte man die ESC-A darauf eingesetzt und dann später die ESC-B.

Derzeit gibt es bei der ESA einige Ideen für die Nutzlaststeigerung. Einige Vorschläge schließen sich gegenseitig aus, weil dann strukturelle Limits ins Spiel kommen. Doch derzeit wird diskutiert:

Maximal könnte die Ariane 5 so auf etwa 14-15 t GTO Nutzlast und maximal 27 t LEO Nutzlast gebracht werden. Das wäre so dass Maximum was aus dem bestehenden Träger herausgeholt werden könnte. Das Ariane 5 eine für LEO Nutzlast optimierte Rakete ist sieht man auch daran, dass die LEO Nutzlast nur um 50 % steigt, während es bei der GTO Nutzlast über 100 % sind.

Was gibt es sonst noch? Es läuft noch die Umfrage über die Gliedrung des nächsten Buchs und da ich den Blog nach wie vor den Blog auch als Webseite führe (wegen des bequemeren Editierens), bin ich nun bei der 100sten Seite angekommen. In nicht ganz 3 Jahren sind es 517 Blogs geworden, also rund einer alle 2 Tage. Und noch gesucht werden ja Jingles für die Parteien. Nun ist mir einer für die FDP eingefallen:

Sonntag 8.2.2008: Gefährdet die Vega die innereuropäische Solidarität mit der Ariane ?

Das ist einer der Schlüsse, denn ich bei der Suche nach Material für mein nächstes Buch gefunden habe. Bei diesem Vortrag eines DLR Referenten wird argumentiert, dass Europa ja schon mit der Rockot eine Rakete hätte, die billiger als die Vega wäre. Am Unternehmen Eurockot wäre ja auch Astrium beteiligt. Nun, ich bin sicher nicht der glühende Befürworter der Vega. Als man in die Entwicklung einstieg war die kurze Marktblüte von leichten Satelliten schon vorüber. Wie der Autor ausführt, gibt es auch eine Menge Konkurrenz, vor allem aus den USA und Russland, weil diese durch die Ausmusterung ihrer früheren ICBM's jede Menge Raketen haben die etwa 1 t in einen Orbit bringen können. Minotaur, Taurus und Athena basieren auf US ICBM, Rockot, Dnepr und Start auf russischen. Damit ist heute ein Spektrum von 0.4 bis etwa 3 t Nutzlast gut abgedeckt, obwohl es nicht so viele Nutzlasten in dieser Klasse gibt.

Nach Ansicht des Autors eröffnet die Vega also eine innereuropäische Konkurrenz zur Rockot. In der Tat kann ich die Position der ESA nicht so ganz nachvollziehen. Auf der einen Seite zahlt die ESA einen Teil der Investitionskosten, damit die Sojus vom CSG aus starten kann. Davon hat der europäische Steuerzahler gar nichts, denn die Rakete entsteht nach wie vor in Russland. Es macht nur ein Unternehmen - Arianespace - Gewinne. Das aber umgekehrt nach der ESA ruft, wenn es darum geht, dass die Ariane 5 eine neue Oberstufe bekommt. Wenn es um Investitionen geht ist die ESA also immer zuständig, nur nicht bei den Gewinnen. (es wurde schon vorgeschlagen, dass Arianespace doch mal die ESC-B Oberstufe selbst finanzieren könnte).

Auf der anderen Seite macht man dann einem anderen russischen Träger Konkurrenz. Das Eurockot ein Gemeinschaftsunternehmen ist, juckt mich dabei gar nicht - denn auch hier gilt: Nur das Unternehmen verdient, die Rockot selbst wird in Russland gebaut (bzw. umgerüstet, es sind ja eingelagerte Exemplare). Es kann ja nicht die Aufgabe der ESA sein, die Einkommen von europäischen Unternehmen zu gewährleisten. Ich hätte weil es genügend Alternativen gibt, nicht die Vega Entwicklung beschlossen. Wenn man sie aber schon betreibt so würde ich erwarten, dass europäische Staaten sich auch solidarisch zeigen und sie nutzen. Hier richte ich meine Blicke auf Deutschland. In den letzten 2 Jahren startete Deutschland 6 Satelliten auf russischen Raketen. Deutschland war bislang nicht bei der Vega dabei. Nach Auskunft meines Gesprächspartners bei der DLR aus den Gründen die ich auch selbst genannt habe: Es gibt schon genug preiswerte Alternativen. Nun fand ich bei der Recherche für mein Buch diese Pressemitteilung. Danach bekam EADS Astrium einen Auftrag über eine Studie für eine neue Oberstufe namens "Venus". Sie soll das russische AVUM ersetzen. Die Zeit die dort angegeben wurde (18 Monate) ist inzwischen verstrichen und nun sollten Ergebnisse vorliegen. Wenn sie wissen wollen, welche, dann viel Glück. Anfragen nach Details werden von DLR dahin gebeantwortet, dass sie nicht befugt sind, Ergebnisse die ihnen im Rahmen der Industrieförderung vorliegen, weiterzugeben. Ja, das war die Antwort als ich nach den Angaben für diese Venus Oberstufe fragte - Nicht nach Angaben für jedes Ventil, sondern ein paar groben Angaben wie Schub, Voll/Leermasse, Abmessungen. Wenn Firmen so verhätschelt werden, muss man sich nicht wundern wenn die DLR die Vega als Konkurrenz für EADS Astrium ansieht. Das Subventionspolitik vom feinsten.

Meiner Meinung nach sollte man es richtig machen: Wenn man schon in die Vega investiert und auch in die Ariane, warum macht man nicht auch den fälligen Zwischenschritt? Es liegt dann eine Rakete für etwa 1.5-2 t Nutzlast vor und eine für 21 t. Anstatt nun die Sojus als Zwischenschritt in Kourou starten zu lassen. könnte man auch eine Vega auf einen Ariane 5 Booster montieren (diesen Vorschlag gab es schon 1999 in einer internen Studie). Die Booster existieren schon und die Vega ab 2009 auch. Eine solche Rakete würde etwa 5 t in den Vega Referenzorbit (700 km SSO) befördern oder etwa 6.5 t in einen erdnahen äquatorialen Orbit. Das liegt zwar noch etwas unter der Sojus (inbesondere in den GTO Orbit wären es nur 2.1 t anstatt 2.7-3.0 t). Doch ist die ESA zuständig, Arianespace und Starsem mit Einnahmen zu versorgen? Auf der einen Seite ruht die Entwicklung der ESC-B Oberstufe seit fast 6 Jahren und auf der anderen Seite werden Startkomplexe für Firmen finanziert, die Ariane 5 damit auch Konkurrenz machen. (Zumindest bei den mittelgroßen Satelliten).

Mein Wunsch an die ESA und DLR: Entscheidet euch endlich: Autonomer Zugang zum Weltraum, dann auch selbst finanziert und eventuell mit Mehrkosten verbunden oder die Benutzung russischer Services. Aber dann sollte man auf eigene Konkurrenz verzichten oder wo Russland eine Konkurrenz zur eigenen Rakete ist, diese nicht auch noch finanziell fördern.

Ach ja noch was: In meinem Bestreben auch für die CDU einen schönen Erkennungssound zu finden, habe ich das ideale gefunden: Der Sänger spricht die Stammwähler an. Hat sich selbst aber ein neues Styling verpasst und die Farbe der Partei (schwarz) kommt auch im Lied zu. Damit spricht man Alt und Jung an. Leider habe ich das Originalvideo nicht gefunden, aber diese Nachahmer. Für die jüngeren Blogleser: Heino stürmte in der zweiten Hälfte tatsächlich die Single Hitparaden mit Rap Versionen seiner Lieder. Das ist kein Witz!

Dienstag, 10.2.2008: Spiel die Holocaust Karte...

... und Schlagzeilen sind Dir gewiss. Es gibt zwei Dinge, die in der letzten Woche in den Schlagzeilen waren. Das eine ist der Wiederruf der Exkommunizierung der Pius Brüder durch den Papst und die Aufregung um diesen Bischof, der den Holocaust leugnet. Und dann noch die Entdeckung von ZDF/New York Times, das Aribert Heim, der Nazi Arzt schon seit 16 Jahren Tod sein soll, was übrigens NAZI Jäger noch bezweifeln. Gerade das letzte verwundert mich: Muss man nicht mehr als 60 Jahre nach dem Krieg davon ausgehen, dass Personen die zum Kriegsende in den 30 ern waren, nun tot sind? "Dr. Tod" wäre heute 94 - also irgendwann löst sich das Problem von selbst.

Ich finde es immer wieder interessant wie es möglich ist mit dem Holocaust in die Schlagzeilen zu kommen. Das ist zum Teil ein deutsches Phänomen. Holocaust Leugner gibt es überall auf der Welt, in Amerika ist es ganz offen möglich, sich als Nazi zu bekennen und der Bischof Williamson konnte ja auch in Argentinien jahrelang unterrichten ohne, dass dies jemanden dort juckte. Das ist ein typisch deutsches Phänomen. Mit der Nazi oder noch besser Holocaust Karte kann man bei uns immer in die Schlagzeilen kommen.

Um eines klar zu stellen: Es geht nicht darum etwas zu verharmlosen, aber es geht um ein unverkrampftes Verhältnis zur Geschichte. Dazu gehört, dass nicht die ganze Geschichte Deutschlands auf 12 Jahre reduziert wird. Man sollte sich bewusst sein, was im dritten reich geschah (übrigens auch Deutschen, wie geistig Behinderten, Kommunisten und Sozialdemokraten) aber eben nicht bei dem Stichwort "Holocaust" gleich dazu benutzen damit die ganze Nachrichtensendung damit zu füllen. Es gab in der jüngsten Vergangenheit durchaus auch andere Tyrannen, die verantwortlich für den Tod von Millionen waren. Wie viele Leute starben in Stalins Gulag? Wie viele verhungerten in China während der Kulturrevolution? Wie  viele brachten die Roten Khmer um? Und damit man mir nicht Parteilichkeit vorwerfen kann: Wie viele Deutsche starben im Bombenhagel? Wie viele Zivilisten in Vietnam und in Afghanistan? Wie viele Menschen starben in Japanischen Gefangenenlagern? Wenn jemand heute nett von "Väterchen Stalin" redet oder "Mao, den großen Vorsitzenden" über den Busch lobt, schafft er es dann in die Schlagzeilen? Nein, mit nichten.

Die Auseinandersetzung mit der Geschichte geschieht nicht damit, dass man sie leugnet. Sie geschieht aber auch nicht, indem man sich schon mal vorbeugend dafür entschuldigt was vor 60 Jahren geschah. Es wird sicher immer von Israel und den Juden Kritik kommen. Das ist verständlich, schließlich sind diese unmittelbar betroffen. Das ganze hat sich aber in den letzten Jahrzehnten schon recht institutionalisiert. Bei jeder Meldung gibt es garantiert ein Statement des Zentralrats der Juden in Deutschland oder gleich der israelischen Regierung. Doch dass kann nicht der Maßstab sein. Es kann nicht das Ziel unserer Gesellschaft und Politik sein sich bei den Israelis anzubiedern. Es wäre auch zwecklos. Dieses Volk hat eine Vorliebe für das Feiern aller schlechter Dinge aus vergangen Jahrhunderten. Welches Volk gedenkt z.B. dem babylonischen Exil, das 598 v.Chr. begann und der Zerstörung des Tempels Salomons? Wie lächerlich würde es bei uns wirken, wenn wir der Schlacht im Teutoburger Wald, oder die Italiener der Eroberung Roms durch die Gallier (387 v.Chr.) gedenken würden? Bei uns werden ja nicht mal wichtige Daten im zwanzigsten Jahrhundert wie der 9.11. gefeiert.

Für Israel ist das allerdings auch bequem. Lenkt es doch von dem Nahostkonflikt ab. Nicht dass die Israels alleine an dem Schuld wären. Die Palästinenser und die Unterstützung radikaler Splittergruppen durch die Nachbarländer sind auch an dem nun schon seit 60 Jahren schwellenden Konflikt mit verantwortlich. Aber so richtig unschuldig ist Israel an der Situation auch nicht. Da ist es schön ab und an abzulenken oder sich selbst mal wieder als Opfer zu sehen.

Ich würde mich freuen, wenn eine solche Schlagzeile mal irgendwann hinten unter ferner liefen rangieren würde. Entsprechend der wirklichen Bedeutung. Welche wirkliche Bedeutung hat die Wiederaufnahme von 500 Geistlichen, wovon einer den Holocaut leugnet und der Rest irgendwo im Mittelalter stehen geblieben ist für die Katholische Kirche mit Hunderten Millionen von Mitgliedern? Welche Bedeutung hat der nun erwiesene Tod eines ehemaligen Arzt eines Konzentrationslagers für die deutsche Gesellschaft heute? Entsprechend der wahren Bedeutung sollte das Ereignis in den Nachrichten kommen. ich wage auch zu prognostizieren, dass Juden bei uns unverkrampfter leben können, wenn sie nicht immer betonen "Ach ich bin ein armes Opfer".

Wer meinen Blog in den letzten Tagen verfolgt hat, wird feststellen, dass ich ja Katrin Bauernfeinds Aufruf nach einer Erkennungsmelodie für unsere Partien recht ernst nehme. Heute habe ich den Song für die Grünen. Die Grünen sind ja nicht mehr wirklich Grün. Daher wird es Zeit sie mal an ihre Wurzeln zu erinnern und dafür ist dieses "ökologische Lied" (obwohl der Begriff Ökologie wohl jünger ist als das Lied)

Korrekturleser gesucht

Heute möchte ich meinen Blog einmal meinem laufenden Buchprojekt widmen, genauer gesagt dem Buch über europäische Trägerraketen. Ich habe ja noch ein zweites Buch in der Schiene, das über Lebensmittelkennzeichnung und wie man Zutatenlisten liest und ihre Tricks durchschaut. Das ist textlich abgeschlossen, aber ich warte noch auf die Rückmeldungen von zweien meiner drei Korrekturleser. Beim Buch über europäische Trägerraketen habe ich bislang so um die 200 Seiten geschrieben und es wenden wohl so um die 300 Seiten Text werden, was dann mit den Bildern so auf auf 400 Seiten rausläuft.

Mit jedem Buch versuche ich etwas besser zu machen. Beim letzten Buch war es ein etwas kleinerer Schriftgrad und die Reduktion der Ränder, um mehr Text unterzubringen (die Druckkosten sind bei BOD recht hoch) und Korrekturleser. Diesmal versuche mehr technische Daten in Tabellen unterzubringen und ich hoffe auf mehr Diagramme. Und natürlich suche ich auch Korrekturleser. Bei meinem letzten Buch hatte ich da keine Probleme, weil das Thema Ernährung viele interessiert. Beim Thema Raumfahrt sieht dies anders aus. Ich suche daher noch Korrekturleser für das laufende Buch und daher an dieser Stelle ein Aufruf, auch wenn es sicher noch einige Zeit dauert bis es soweit fertig ist, dass es andere lesen können. Vorbedingungen wären gute deutsche Sprachkenntnisse und die Möglichkeit OpenOffice Dateien zu bearbeiten. Ich suche einige Korrekturleser, weil das Buch wohl für einen zu umfangreich ist. Idealerweise 3-4. Als Belohnung gibt es ein Freiexemplar und eine Erwähnung im Vorwort.

Ansonsten gibt es von dem Buch wenig neues zu berichten. Ich sitze derzeit ein bisschen fest. Das liegt vor allem daran, dass, wenn ich im Internet nach Informationen suche, meistens keine spezifischen für ein Modell finde, so dass ich dauernd wechsele zwischen den einzelnen Ariane Modellen. Speziell bei den technischen Daten, muss man aufpassen, da es bei den einzelnen Modellen subtile Unterschiede gibt. So ist das recht mühsam. Enttäuschend war bisher die Versuche von offiziellen Stellen Unterstützung zu bekommen. Wie bei EADS/Astrium üblich (ich kenne von diesem Konzern kein anderes Verhalten, egal bei welcher Stelle man Anfragen stellt) kam auf mehrere Mails an verschiedene Personen keine Antwort. Bei der DLR bekam ich die Antwort auf mehr Informationen zur ESC-A, B und geplanten Oberstufe zur Vega "Darüber hinaus sind wir hier im DLR gar nicht befugt, technische Detailinformationen weiterzugeben, die uns im Rahmen der Industrieförderung zur Verfügung gestellt werden.". Ach ja, ich wollte nicht die Daten jedes Ventils wissen. Abmessungen, Leer/Vollgewicht, Treibstoffzuladung das waren die gefragten Parameter. Auf der anderen Seite bekam ich ungefragt zum ATV Buch eine Kommentarliste zugeschickt, in der als Kritik geäußert wurde, dass zu wenig technische und programmatische Fakten vorhanden wären, und es keinen Mehrwert gegenüber Internetressourcen bietet. Das hat mich besonders verärgert, weil die DLR selbst ja keine Daten herausgibt, sie aber dann von Fremdpublikationen erwartet. Beim ATV Buch war man z.B. unfähig den Treibstoffverbrauch für die einzelnen Phasen anzugeben und schlug vor ich solle diesen aus Diagrammen von Heavens Above berechnen. Ich habe auch der DLR angeboten das Buch vor der Veröffentlichung zu lesen, anstatt später wieder Kommentare zu verfassen. Eine Antwort steht noch aus.

Offen ist noch meine Anfrage an das Raumfahrthistorische Archiv. . Der Verein dient dem Zweck, Zeugnisse der Unternehmensgeschichte der EADS Space Transportation sowie ihrer Vorgänger und Rechtsnachfolger am Standort Bremen zu dokumentieren, zu bewahren und wissenschaftlich nutzbar zu machen. Es scheint allerdings so zu sein, dass sie selbst mit eigenen Publikationen ausgelastet sind.

So wird das Buch wohl keinerlei Details enthalten, die sie nicht im Internet bekommen - wie schon beim Gemini und ATV Buch. Aber es wird wohl das vollständigste Buch über die Trägerraketen in deutscher Sprache werden. Das ist für mich Anspruch genug.

Inzwischen habe ich auch Ideen für folgende Bücher. Eines vielleicht nach meinem Ausscheiden an der Hochschule Esslingen über meine Erlebnisse im öffentlichen Dienst an der Chemischen Landesuntersuchungsanstalt in Fellbach und hier in Esslingen. Da gäbe es so viele Anekdoten zu berichten, über Menschen und Zustände, die es wohl nur im Berufsbeamtentum gibt. Das zweite ist eine Art Trägerraketenlexikon, bei der jeder Raketentyp kurz (3-4 Seiten) besprochen wird, vor allem mit einer tabellarischen Übersicht der technischen Daten. Als letztes dann noch die Idee für ein zweites Buch über Ernährung, bei dem ich die einzelnen Nahrungsmittelgruppen 8z.B. Fleisch, Milchprodukte, Gemüse, Obst....) und ihre Zusammensetzung vorstelle. Doch damit warte ich bis ich weiß wie sich das erste Buch verkauft.

Die Umfrage über mein nächstes Buch läuft auch noch einige Zeit. Derzeit scheint sich die Mehrheit ein einziges Buch zu wünschen - auch die Option die ich selbst favorisiere und als Raumfahrtfan wäre ich bei einer anderen Publikation auch an allen Raketen interessiert. Schwieriger gestaltete sich die Suche nach einem Erkennungssound für die SPD. Ehrlich gesagt ich habe nichts passendes gefunden. Vieles kam mir in den Sinn, doch nichts passte richtig. Entschieden habe ich mich dann für den "Las Ketchup" Song. Zum einen weil ich dabei immer an die Farbe "Rot" denken muss, die ja auch zur SPD gehört. Zum anderen finde ich den Tanz dazu so unverständlich wie die SPD Personalpolitik. Außerdem: Wurde die Melodie nicht beim Steuersong wiederverwendet?

Freitag, 13.2.2009: Freitag der 13.te

JuliaWie sie sicher beim Blick in den Kalender gesehen haben, ist heute Freitag der 13.te, also nach volkstümlicher Meinung ein Unglückstag. Mal abgesehen davon wie man ausgerechnet auf den Freitag und die 13 als Datum kommt veranlasst mich das mal über Aberglauben zu dozieren. Ich will nicht alle Dinge die es gibt von zerbrochenen Spiegeln bis zu Schornsteinfegern aufzählen. Die Frage ist, warum glauben manche Leute daran? Meiner Meinung nach natürlich aus eigener Erfahrung. Sie müssen also überzeugt sein, dass bestimmte Ereignisse etwas mit Glück oder Unglück zu tun haben. Das ist am einfachsten zu erklären, wenn man weiß wie das Hirn funktioniert: es prägt sich viele Dinge über Assoziationen ein. Wie geht dies? Nehmen wir an, heute misslingt ihnen etwas, vielleicht auch zwei Dinge. Auch bei mir gibt es Tage wo meistens alles dicke kommt. Erst läuft die Kaffeemaschine morgens über, dann kommt man in Zeitnot, vergisst etwas oder macht was falsch - das eine bedingt das andere. Solche tage gibt es. Nun gibt viele solche Tage. Der Unterschied ist, dass es heute der Freitag der 13.te ist. Und nun beginnt unser Gehirn eine Verbindung herzustellen, zwischen einem Ereignis und einem abstrakten Datum. Danach hat man sich das eingeprägt. Natürlich gibt es genügend Tage an denen auch alles schief ist, doch da ist eben die Verknüpfung nicht gegeben und so vergisst man diese. Das Phänomen ist auch bei bekannt bei anderen Dingen. So gibt es Personen die glauben, sie können bei Vollmond schlechter schlafen. Wenn man diese Personen Buch führen lässt wann sie gut und schlecht schlafen, dann zeigt sich meist kein Zusammenhang mit der Mondphase. Warum glauben die Personen dann dran? Nun sie merken sich nicht, wenn sie nicht gut schlafen können, dass kein Mond scheint. Aber sie merken sich, wenn sie schlecht schlafen können, dass der Mond scheint. Sie zeihen also eine Verbindung zwischen einem Ereignis und einem zweiten. Dazu kommt noch, dass bei Vollmond dieser genau dann aufgeht wenn die Sonne untergeht und dann die ganze Nacht hindurch scheint. Egal wann sie also in dieser Nacht schlaflos aufwachen, sie sehen den Vollmond. Bei jeder anderen Phase gibt es einen Teil der Nacht in der der Mond nicht scheint.

RomeoSo funktioniert unser Gehirn. Es verknüpft Dinge. Diese Technik nutzen Gedächtniskünstler die sich (für das Gehirn belanglose Dinge) wie Ziffern oder Spielkartenreihenfolgen merken indem sie jede Ziffer mit einem Ort verknüpfen und in Gedanken sich eine Geschichte oder einen Spaziergang ausdenken. Oftmals genügt es schon Nachzudenken um bei Aberglauben den Unsinn zu durchschauen. Nehmen wir den Aberglauben von den schwarzen Katzen, die Unglück bringen. Besonders wenn sie von links kommen den Weg kreuzen.

Ich habe seit Juli 2004 zwei schwarze Katzen. Da beide mir wie Hunde nachlaufen oder oftmals um mich herumstreichen kommt es praktisch jeden Tag mehrmals vor dass eine von beiden von links kommend meinen Weg kreuzt. Also wenn es nach dem Aberglauben geht, dann müsste ich seit Juli 2004 im Dauer-Unglück stehen. Gottseidank ist dem nicht so. Zumindest würde ich meine "Unglückskatzen" gegen keine anderen eintauschen wollen.

Samstag 14.2.2009: "White Cabbage in white wine"

Ja so nennt sich die Dose, die ich heute bei Lidl gekauft habe, Es handelt sich nun nicht um eine importierte Spezialität aus England sondern ein Produkt des deutschen Herstellers "Feldliebe". Genauer gesagt: Es handelt sich um Weinsauerkraut. Nur hätte man das aus der Bezeichnung nicht schließen können. Okay, dass es Irgendwas mit Kohl ist, kann man noch aus "Cabbage" ableiten. Doch ob es sich auch um Weinsauerkraut oder normales Weißkraut (nicht milchsauer vergoren) handelt geht so für Deutsche nicht hervor.

Im Zutatenverzeichnis steht es dann auf Deutsch und noch in einigen anderen Sprachen (mein persönlicher Favorit ist "Choucroute au vin" - klingt sehr vornehm). Doch, lieber Hersteller, das ist grenzgängig. Es ist erlaubt das Weinsauerkraut auf der Vorderseite dick in englisch zu beschriften und hinten dann die deutsche Kennzeichnung anzubringen. Die LMKV (Lebensmittelkennzeichnungsverordnung) schreibt nur vor, dass die Verkehrsbezeichnung in deutsch sein muss, nicht aber der Name des Lebensmittels. Doch vom Sinn des Gesetzes ist das gedacht für Lebensmittel mit Fantasienamen wie "Mars", "Snickers" oder "Käse-Twisters" bei denen die Verkehrsbezeichnung dann eine  Beschreibung des eigentlichen inhalts ist. Hier wäre aber "Weinsauerkraut" die korrekte Verkehrsbezeichnung und wohl auch die Übersetzung des englischen Begriffes. Damit ist man am ziemlichen Rand des Gesetzes, denn man benutzt einen englische Bezeichnung für etwas für was seit Generationen einen deutschen Begriff gibt. Das verwirrt Verbraucher hochgradig. Als ich die Dose in den Händen hatte, schaute ich erst mal nach ob ich mich vergriffen habe, also vielleicht ein Kunde eine Dose falsch abgelegt hat (kommt ja mal vor). Doch die anderen Dosen sahen genauso so aus. Danach schaute ich ob es nicht noch einen Karton mit Sauerkraut gibt - Fehlanzeige und zuletzt überzeugte ich mich durch einen Blick auf das Auszeichnungsschild davon, das ich auch Weinsauerkraut kaufte. Schließlich wollte ich nicht Sellerie in Dosen oder Sojakeimlinge oder irgendeine englische Spezialität haben. Wann immer wir bei einem ganz normalen deutschen Produkt eine Bezeichnung in einer anderen Sprache lesen, dürften bei den meisten die Alarmglocken schrillen.

Ich vermute, Feldliebe produziert wie viele Hersteller auch für andere Abnehmer und verpackt ein und dasselbe in verschiedene Packungen (von einem Besuch bei Pfanni weiß ich z.B., dass diese auch Aldi und einige andere Discounter beliefern).Wahrscheinlich ist da mal eine größere Anzahl an Paletten vertauscht worden. Trotzdem könnte die Firma dadurch noch Ärger bekommen.


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