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Web Log Teil 104 : 5.3.2009-

Donnerstag 5.3.2008: Wie erhöhe ich die ATV Nutzlast zum Nulltarif?

In meiner (zumindest von mir allseits beleibten Rubrik) was wäre wenn  ist mir wieder was aufgefallen. Ich studiere also gerade für mein Buch das Launchkit zu V179, dem bisherigen Rekordflug von Ariane 5 (9535 kg GTO Nutzlast) und ich entdecke da, dass bei Abtrennung der EPC Oberstufe und Nutzlast noch 28.8 t wiegen bei 6913 m/s (relativ zur Erdoberfläche). Bis zur Orbitalgeschwindigkeit fehlen dann noch rund 430 m/s (zu den 6913 m/s muss man die Erdrotationsgeschwindigkeit von 465 m/s hinzuaddieren. Die Orbitalgeschwindigkeit in einem 185 km hohen Parkorbit beträgt 7802 m/s). Weitere 150 m/s mehr und man hat die ISS erreicht. Also fehlen noch 580 m/s zur ISS. Bei Einsatz des Aestus Triebwerks entspricht dies einem Treibstoffverbrauch von 4.8 t.

Das wäre eine Nutzlast von 24 t zur ISS, anstatt 20.75 t bei Einsatz der Ariane 5 ES - und man spart sich die EPS Oberstufe. Allerdings braucht dann das ATV auch ein leistungsstarkes Triebwerk. Mit den kleinen Düsen, die es jetzt hat, würde es viel zu lange brauchen um so viel Treibstoff zu verbrauchen und vorher wieder in die Erdatmosphäre eintreten. Das einfachste wäre es das Aestus Triebwerk direkt in das ATV einzubauen. Den benötigten Treibstoff könnte man in 2 weiteren Tanks unterbringen um den internen Vorrat nicht zu verringern. Tanks und Aestus wiegen natürlich etwas, doch selbst wenn es 500 kg sind, so würde die Nutzlast immer noch 23.5 anstatt 20.75 t betragen.

Noch eindrucksvoller wäre der Gewinn bei der Nutzlast. Sie liegt bei ATV bei 7667 kg. Ein 2750 kg schwererer ATV bedeutet etwa 2500 kg mehr Nutzlast (250 kg wird als Treibstoff zum Manövrieren des schwereren Transporters benötigt). Die Nutzlast steigt also um rund ein Drittel. Für die ESA bedeutet dass: Die Zahl der ATV Starts könnte mit sehr kleinem Aufwand um ein Drittel gesenkt werden, anstatt 4 Stück nur 3. Da ein Start rund 350 Millionen Euro kostet wäre das doch eine Überlegung wert oder?

Wenn man sich schon um die ISS Gedanken macht: Man sollte daran denken den Strom zu benutzen. Was sich an der ISS seit ihrer Konzeption nicht geändert hat ist die Stromversorgung. Den Strom liefert die Integrated Truss Structure (ITS) von den Segmenten S6, S4, P4 und P6. Jedes der 8 Panels hat eine Masse von 1.1 t und liefert 32.8 kW Strom, davon 31 kW nutzbar. Allerdings gibt es heute deutlich weniger Module. 3 westliche Module wurden gestrichen. Die russischen sollten durch eine eigene Stromversorgung haben, also habe ich sie nicht mitgezählt. Nimmt man 15 kW pro Modul an (Columbus hat einen Strombedarf von 20 kW) so gibt es 45 kW zu viel Strom, über 60 % der Zeit, solange die Station auf der beschienenen Seite der Erde ist.

Man kann damit den Treibstoffverbrauch zum Aufrechterhalten der Station senken. Ein Ionenantrieb könnte bei 40 kW Leistung über 60 % der Zeit  Nach

c = w * 2L / S

c: Ausströmgeschwindigkeit in m/s
w: Wirkungsgrad (0...1)
L: Leistung in Watt
S: Schub in N

kann bei einer Ausströmgeschwindigkeit von c=30 km/s bei L=40 kW und w=0.75 ein Schub von 2 N erzeugt werden. 2 N sind wenig, aber über das Jahr hinweg ist es genug Leistung um die 350 t schwere Station um 108 m/s zu beschleunigen. Benötigt werden dazu zwar 1260 kg Treibstoff, aber das entspricht rund 12000 kg chemischen Treibstoff. Das sind 4 Progress Transporter und ein ATV pro Jahr oder rund ein Viertel des ganzen ISS Transports.

Mich wundert, dass niemand auf die Idee gekommen ist, weil so eine Menge Geld eingespart werden könnte und ja auch bekannt ist, dass die ISs nicht fertiggestellt wird. Selbst wenn es nicht zu viel Strom gibt - dann wäre es zu überlegen noch ein Segment dafür anzubauen um den Strom für ein Ionentriebwerk zu liefern.

Freitag 6.3.2009: Ein Jahr "Gemini Programm"

Heute - vor einem Jahr - erschien mein erstes Buch (Das Gemini Programm), na gut eher eine Broschüre. Das hat auch seinen Grund: Weil ich nicht abschätzen konnte, ob sich überhaupt für ein Buch von mir interessieren würde, wollte ich für das erste nicht allzu viel Zeit investieren und so wurde es recht kurz. Ich habe mir natürlich auch Gedanken gemacht, wie es wohl laufen würde? Ist jemand bereit  für ein Buch Geld zu bezahlen, wenn es doch sonst die Aufsätze kostenlos auf der Website gibt? (etliche beschweren sich ja schon über die Werbung, mit der ich meine Fachliteratur finanziere, um überhaupt scheiben zu können, vor allem wenn es um die Vergangenheit geht, die es eben nur in gedruckter Form gibt). Wenn ja, wie würde das Buch bekannt werden?

Ich hatte einen Vorsatz gefasst: Ein nächstes Buch würde es nur geben, wenn sich mindestens 100 Exemplare im Jahr verkaufen würden. Damit es überhaupt sich trägt, müssten es 100 Exemplare in 2 Jahren sein. Das deckt die Kosten für Verlegen, Datenhaltung und Ansichtsexemplare für mich.

Ein Jahr später sind rund 250 Stück verkauft und es läuft auch nach Weihnachten recht gut. Dabei denke ich, werden die meisten über die Website auf das Buch aufmerksam, denn praktisch die meisten werden über Amazon verkauft (leicht erkennbar durch Orders in "größeren" Stückzahlen). Bei Amazon ist es bei den Raumfahrt Büchern ("Raumfahrt" als Stichwort eintippen, sortieren nach "Topseller") auf Seite 3, aber wenn man nur die echten Raumfahrtbücher nimmt, (keine Kinderbücher, Flugzeug über oder ADAC Ratgeber (Was haben die da zu suchen?) ist es dass am 7 häufigsten gekaufte Buch.

Vielleicht könnte es noch besser laufen, wenn es besser bekannt wäre. Ich habe beide Bücher der Zeitschrift "Sterne und Weltraum" empfohlen, samt Link für ein kostenloses Rezensionsexemplar - die einzige Zeitschrift die ich kenne, die sich mit Raumfahrt beschäftigt. Doch angefordert hat man keines. Die sind es wohl gewohnt vom Verlag direkt beliefert zu werden, denn wenn ich mal auf die Bücher sehe, die besprochen werden, dann sind da zwar auch eine Menge englischer Bücher dabei, aber meist von den gleichen Verlagen. Vielleicht ist das auch besser so, denn dann werden auch dieselben Kriterien an das Buch angelegt, wie von einem Buch von Springer, der durch ein Lektorat ging.

Das zweite Buch (Das ATV Jules Verne) läuft nicht so gut, zumindest in der letzten Zeit. Es sind derzeit rund 80 verkaufte Exemplare. Ich weiß nicht woran es liegt - das weniger interessantere Thema (bemannte Rumfahrt ist massenwirksamer als unbemannte) oder der höhere Preis? oder weil es weniger und nicht so gute Kritiken auf Amazon gibt? Aber auch hier gilt das gleiche: 100 Exemplare im ersten Jahr, und das ist da erst in 7 Monaten vorbei. Die 20 Stück werden wohl noch zusammen kommen.

Das dritte sollte eigentlich schon erscheinen, aber ich warte immer noch auf einen von 3 Korrekturlesern, und die Korrektur vom zweiten scheint recht oberflächlich zu sein (weil weniger Schreibfehler entdeckt wurden). Vielleicht suche ich da nochmal 2 neue Leser.

Derzeit arbeite ich ja am vierten Buch, wie schon öfters an der Stelle erwähnt. Manchmal denke ich es wird nie enden, weil ich beim Suchen immer neues entdecke und praktisch an vielen Stellen gleichzeitig arbeite, dann muss ich dass noch zusammenfassen, Wiederholungen ausmerzen und Korrekturlesen (das letzte hasse ich). Aber immer wenn ich demotiviert bin, nehme ich mir die Bemerkung von Thilo Kranz zum letzten Buch vor (Die DLR schickte unaufgefordert eine Liste von Kommentaren, die Hauptkritikpunkte waren weniger bezogen auf die Fakten, sondern mehr darauf, dass deutsche Firmen nicht ausreichend gewürdigt wurden oder Firmennamen wechselten oder ich vergaß Firmen zu erwähnen, also es ging darum die deutsche Industrie zu promoten). Aber eines ärgerte mich "saumäßig", wie es bei uns Schwaben heißt: Die Bemerkung von Volker Schmidt "Vom fachlichen Eindruck her insgesamt in großen Teilen nicht ausreichend, da viele programmatische und technische Fakten fehlen, unkorrekt oder unvollständig dargestellt sind." - Ich hatte eine Reihe von Fragen an ihn gestellt. Alles was über ESA / EADS Informationen oder die DLR Broschüre hinaus ging, z.B. auch die aktuelle Mission betraf (die ESA veröffentlichte z.B. dass für die Demonstration Days weniger Treibstoff verbraucht wurde - wieviel konnte er mir nicht sagen) konnte nicht beantwortet werden. Im fertigen Buch soll dann aber mehr drin stehen, als ich an Informationen bekam oder zugänglich war. Und dann die Bemerkung von Thilo Kranz "Keinen Mehrwert liefert dieses Buch allerdings Lesern, die sich professionell mit den Themen befassen, oder ambitionierten Amateuren, die bereits diverse fachspezifische Publikationen (z.B. Broschüren) und Internetressourcen zur Verfügung haben.". Super, und bei der Nachfrage für das nächste Buch nach Informationsmaterial das eben weiter geht, als Broschüren zu finden ist, kommt dann die Antwort, dies wäre zu viel Arbeit für die DLR oder sie dürften auch keine Informationen rausgeben. Wer jemals sich Mühe macht mal EADS/Astrium anzuschreiben (z.B. über einen Contact Link auf ihren Webseiten) wird auch feststellen, warum es beim ATV nicht mehr Informationen gibt als im Internet zu finden ist. Denn diese Firma antwortet nicht! Nicht nur nicht beim ATV, sondern auch nicht bei Ariane, Mars Express und einem Dutzend anderer Anfragen in den letzten Jahren. Vor allem ärgert mich dann eines: Auf der einen Seite wird also beklagt dass es nicht "interne" Infos gibt, zum anderen gab es keine derartigen Infos von dem DLR und beim jetzigen Buch wird mir abgeraten, weil ich ein solches nicht schreiben könnte, da ich ja kein "Insider" wäre.

Auf der einen Seite werden also Ansprüche gestellt, auf anderen Seite keine Unterstützung geleistet, um diese Ansprüche zu erfüllen. Dabei denke ich ist das ATV Buch neutral geschrieben: es isst vieleicht nicht das Lobpreisungsbuch auf die deutsche Industrie, das das DLR erwartet, aber Sie finden dort auch keine Kritik am Konzept an sich und der europäischen ISS Politik wieder, sondern eben nur eine Beschreibung des ATV. Schließlich denke ich wollen Leser nicht für meine Meinung Geld ausgeben. Dafür gibt es die Website und diesen Blog.

Natürlich wird das Buch auch nur wenige Infos enthalten, die man nicht im Internet findet. Doch ich denke das ist auch beim ATV Buch nicht die Frage. Die Frage ist viel eher: Wie lange brauchen sie um diese Infos alle zu finden, zu lesen, das wesentliche heraus zu destillieren? Und Herr Kranz, wie viele Bücher sind auf dem Markt die nicht allgemein verfügbare Informationen enthalten? Also jedes mal wenn ich demotiviert bin und an dem Buch nicht weiter arbeiten will, dann lese ich mir den Kommentar und die E-Mail durch und ich mache wieder voll weiter, schon alleine um zu zeigen, dass es auch ohne DLR und EADS geht (warum auch Unterstützung leisten, wenn der Steuerzahler doch erst lächerliche 7 Milliarden Euro für die Ariane 5 ausgegeben hat?)

Klar, wenn ich ein Buch mit "nur oberflächlicher" Betrachtung scheiben würde, wie mit gerate wurde, dann wäre es längst fertig. Doch ich könnte so was nicht scheiben. Ich scheibe nüchtern, technisch, oft mit einem recht kleinen Wortschatz. Von so einem Buch erwartet man dann völlig andere Formulieren wie z.B. "Wussten sie, dass sie mit dem Aluminium, das ein Ariane Booster in jeder Sekunde verbrennt über 110.000 Vesperbrote einpacken könnten?" oder "Der COEL, drückt schon die dritte Zigarette aus - "Verdammt schon wieder ein Hold!", diesmal macht der Satellit Probleme - Starts sind wirklich nicht gut für die Gesundheit" denkt er und dabei soll Ariane im nächsten Jahr sogar 12 mal starten". Nein, solche Bücher, reich bebildert mit wenig Text überlasse ich anderen. Das ist vielleicht nicht geschäftstüchtig (wenn ich mir andere Raumfahrtbücher ansehe, bestehen die mehr aus Bildern als aus Text. Ich halte ein Bild alle 3-4 Seiten für ausreichend - dabei füllen diese leicht die Seiten und machen wenig Arbeit).

Ich weiß zumindest eines Das Buch wird einen erheblichen Mehrwert zur Website aufweisen. Alleine der Text ist nun schon doppelt so umfangreich wie der auf der Website. (Bislang 317 Seiten, and counting...). Ich weiß nicht, ob ich wenn alles fertig ist auf die Website übernehmen will. Einerseits stört mich nun mehr und mehr das Chaos auf den Ariane Seiten, die historisch gewachsen sind und zum anderen will ich natürlich nach so viel Arbeit mein Buch verkaufen. Aber ich habe mal ein Teil online gestellt, als Ergänzung zur Website. Es ist der Teil über mögliche Ariane 5 Erweiterungen nach ESA/CNES/EADS Plänen. Der Aufsatz macht im Buch etwa 12 Seiten aus.

Da habe ich schon einen gleitenden Übergang zur Website gefunden - sie hat in den letzten Monaten ja ziemlich gelitten, weil ich nacheinander an 3 Büchern gearbeitet habe. Ich habe ja schon ein richtig schlechtes Gewissen. Doch wenn ich dann mal die Nachrichten durchblättere, dann gibt es wenig neues. Dawn flog am 19.2. am Mars Vorbei - Was gab es dazu zu berichten? Von der NASA nichts, vom MPS gibt es 5 publizierte Bilder. Chang'e-1 ist auf dem Mond aufgeschlagen - das war die einzige Neuigkeit von der Raumsonde, seit sie in den Orbit eingeschwenkt ist. Auch sonst ist es Mau mit Neuigkeiten von Raumsonden oder Trägersystemen. Aber zu Herschel/Planck werde ich was schreiben. Der Start ist für Mitte April vorgesehen. Es ist eine Premiere: Es ist der erste Start einer Raumsonde mit der ESC-A Oberstufe. Die ESC-A ist nicht wiederzündbar, so dass der Aufstieg direkt erfolgen muss. Das ist heute eher ungewöhnlich, aber die NASA startete bis Mariner 10 auch alle Planetensonden direkt, obwohl die Centaur wiederzündbar ist. Nur für Europa ist es eine Premiere. Giotto wurde damals in den GTO Orbit gebracht und zündete dort den Mage Antrieb und Rosetta hatte eine antriebslose Phase durch die wiederzündbare EPS Oberstufe. Aber Herschel+Planck zusammen dürften mehr wiegen als eine Ariane 5 GS (davon steht noch eine zum Start an) befördern kann. Deren Nutzlast dürfte bei rund 3500 kg für eine Fluchtbahn betragen. Herschel+Planck wiegen aber 5100 kg. Die maximale Nutzlast für die Librationspunkte beträgt bei der ESC-A Version 6289 kg - Das James Webb Teleskop wird mit 6200 kg nahe an diese herankommen.

Samstag 7.3.2009: Erdöl aus Kohlendioxid

In den letzten 3 Teilen habe ich mich mit der Frage beschäftigt wie man Erdöl künstlich herstellen kann. Der ideale weg wäre es, wenn man es direkt aus Kohlendioxid herstellen könnte. Dann hätte man einen klimaneutralen Treibstoff. Wie in dem ersten Artikel dazu erläutert geht es nicht darum das gesamte Erdöl zu ersetzen. Es geht darum den Teil zu ersetzen, der auch in Zukunft essentiell notwendig ist: Für die Fertigung von Kunststoffen, Arzneimitteln und organischen Stoffen. Das sind 10 % der derzeitigen Gesamtmenge. Für den Ersatz der Funktion als Treibstoff, zur thermischen Verbrennung gibt es andere Alternativen, die eingeschlagen werden dürften, weil sie billiger sind als die hier vorgeschlagenen Wege.

Was sind die Herausforderungen? Es sind drei Dinge.

Pflanzen haben dies hinbekommen. Sie bilden aus Kohlendioxid Kohlenhydrate - allerdings spalten selbst sie nicht das Kohlendioxid sondern das Wasser. Sie bauen dann das Kohlendioxid in Moleküle ein und reduzieren über Wasserstoffanlagerung in Stufen die Oxidationsstufen von +4 auf 0 (bei einem C-Atom in der Kette eines Zuckermoleküls). Wie ich schon erläutert habe, gäbe es auch hier die Möglichkeit die geringen Erträge (Relativ zum Energieverbrauch - nicht wenn man bedenkt was man nur zur Ernährung braucht) durch Kultivation von schnellwachsenden Organismen wie Algen unter optimalen bedingen zu erhöhen.

Doch wie geht es heute technisch? Es gibt zwei Verfahren. Das erste wird such zur Treibstoffproduktion auf dem Mars propagiert. Man benötigt dazu Wasserstoff:

Man kann Kohlendioxid mit Wasserstoff. In einem ersten Schritt erhält man daraus Kohlenmonoxid und Wasser in folgenden Schritten Methan und Wasser. Diese Methode ist nicht sehr neu. Sie ist etwa 100 Jahre alt und wird für einige Szenarien von Marslandungen propagiert. Nach den Basisreaktionen:

2 H2 + C  → CH4 + 75 kJ

C + O2 → CO2 + 394 kJ

H2 + 1/2 O2 → H20 + 285 kJ

wird die Reaktion

4 H2 + CO2 → CH4 + 2 H2O rund 252 kJ erfordern.

Man muss also Energie aufwenden um Methan zu erzeugen. Aber das ist klar, denn Methan hat eine Verbrennungsenergie von 890 kJ. Die Verfahrensführung ist kein Problem und heute schon im kleinen Maßstab möglich. Anders aber als auf dem Mars, wo man damit Methan für eine Startstufe generieren kann (Den Wasserstoff muss man zwar mitbringen, aber den Sauerstoff könnte man wieder aus dem Wasser und Kohlendioxid rückgewinnen, so dass nur 1/20 stel der Treibstoffmenge von der erde zum Mars gebracht werden muss) gibt es bei uns das Problem, dass die Atmosphäre nicht zu 96 % aus Kohlendioxid besteht und noch schlimmer: Der Sauerstoff eher mit dem Wasserstoff reagiert als das er Methan bildet.

Das bedeutet, dass man Kohlendioxid anreichern muss. Technisch gesehen scheint dies mit vertretbarem Aufwand heute nur möglich, wenn es schon höher konzentriert ist, also bei den Abgasen von Kraftwerken.

Da komme ich zur Frage von Martin, wobei ich sagen muss, ich kann sie nicht so richtig beantworten. Ich bin ja nicht der Experte im technischen Bereich, mein Blickwinkel ist daher meist auf die Chemie und Physik gerichtet. Glaube ich dem Wikipedia Artikel zur Kohlendioxidabtrennung (CO2-Sequestrierung“) so sinkt der Wirkungsgrad eines normalen Kraftwerks um 10 % bei Kohlendioxid Abtrennung, was einem 30-50 % höheren Kohlenverbrauch (je nach Technologie) entspricht. Gehe ich auf S.10 dieses Vortrags, so haben Kraftwerke mit integrierter Kohlevergasung (IGCC = Integrated Gasification Combined Cycle) um 11 % niedrigere Wirkungsgrade als ein Kombikraftwerk.

So einfach ist es also nicht. In jedem Fall dürfte klar sein, dass in jedem falle eine ganze Menge der Primärenergie so verloren geht. Auch für das Gewinnen von Wasserstoff braucht man Energie, denn dazu braucht man auch Strom.

Doch es gibt Alternativen. Ich habe ja schon mal über diese Forschung berichtet. Dir Grundlage ist: In einem Solarturm (einem Turm bei dem durch Spiegel das Sonnenlicht konzentriert wird) wird durch ein Material Kohlendioxid und Wasser reduziert. Es eignen sich dazu Metalle der Eisengruppe, wie Kobalt öder Eisen. Hier ist es Kobaltferrit in einer keramischen Matrix um die Oberfläche zu reduzieren. Das Kobaltferrit entzieht dem Wasser oder Kohlendioxid Sauerstoff und es entsteht Wasserstoff oder Kohlenmonoxid. Beim erneuten Erhitzen ohne Gas wird der Sauerstoff wieder freigesetzt. Auch dies ist von der Chemie nichts neues. Das neue scheint zu sein, dass die Forscher diesen Prozess kontinuierlich durchführen, also nicht nacheinander.

Das Kohlenmonoxid und der Wasserstoff könnte man zu Methanol umsetzen, der wiederum transportabel ist. Bei entsprechender Verfahrensführung müsste auch Methan möglich sein.

Doch auch hier gibt es zwei offene Fragen. Das erste ist natürlich wie oben: Wo bekommt man das konzentrierte Kohlendioxid her? Denn normale Luft kann man wegen des geringen Gehaltes und hohen sauerstoffgehalt nicht einsetzen. Das zweite ist die Effizienz des Verfahrens - Ist es nicht einfacher mit der Hitze ein Gaskraftwerk anzutreiben oder auf der gleichen Fläche direkt Strom zu erzeugen (oder Parabolrinnenkollektoren zu verwenden).

Wenn, dann sehe ich den Nutzen eher in der Wasserstoffgewinnung: Wasser ist anders als Kohlendioxid weitgehend rein gewinnbar und leicht transportierbar. Den Wasserstoff könnte man dann wiederum transportieren und an einer Stelle einsetzen wo viel Kohlendioxid anfällt um dieses dort zu Methan zu reduzieren.

Dienstag 10.3.2008: Ich bin Technik- und Kommunikationsmuffel

Ich habe mich bei der aktuellen CeBit und den Neuheiten gefragt, was wohl dabei wäre, was mich zum Kauf animieren würde. Und ehrlich gesagt, ich habe nichts gefunden. Meinen PC habe ich auch schon seit dreieinhalb Jahren und bevor bei dem nichts kaputt geht, wird er es auch noch eine Weile tun. Warum auch nicht? Ehrlich gesagt ist es noch nie so langweilig beim PC Kauf gewesen wie heute. Seit 15 Jahren spielen andere Plattformen fast keine Rolle mehr. Rechner unterscheiden sich nicht mehr groß. Früher gab es PC's mit Extras, Tandom hatte z.B. mal eine Zeitlang eine Wechselplatte als Standardausrüstung, andere Firmen hatten höher auflösende Bildschirme. Seit die Lebensdauer von Hardware gesunken ist, und die Investitionskosten gestiegen sind, bedienen sich aber alle aus dem, was einige, wenige OEM Hersteller anbieten.

Das Problem ist, dass zum einen die Lebensdauer von Hardware sinkt (sprich: Bekommen sie in einem Jahr noch einen Prozessor für ihr Mainboard), die Preise aber auch. Es lohnt sich kaum noch Produkte entwickeln die "Zukunft" haben, sich über längere Zeit verkaufen und die Investitionskosten so wieder hereinspielen. Können sie sich vorstellen, das der C-64 und IBM-PC über Jahre hinweg weitgehend unverändert produziert wurden?

Auf der anderen Seite - Die Forderung nach mehr Leistung treibt heute nicht mehr so stark den PC Verkauf an. Wenn Netbooks und Nettops mit der Leistung von vor 5 Jahren verkauft werden und die Leute sind damit zufrieden - dann sehe ich die Chancen auch für neue Konzepte, bei denen man für ein schönes Design, kompakte Gehäuse oder lüfterlose Rechner oder das eine oder andere Extra mehr bezahlt. Das dürfte bald wieder wichtig werden: Derzeit fertigt Intel die meisten Prozessoren in 45 nm Technik, AMD, die ersten (die meisten noch in 65 nm Technik). Nur: Mit der derzeitigen Technologie geht es so nicht unbegrenzt weiter. Es sind noch zwei Schritte möglich: 32 und 22 nm Strukturbreite, dann ist Schluss mit der Belichtung wie es heute geht. Kürzere Wellenlängen gehen dann nicht mehr mit UV Licht. Da nächstes Jahr schon die 32 nm Fertigung bei Intel eingeführt wird, sollte man eine Alternative für die Zeit danach haben - die steht noch in den Sternen.

Was wird also passieren? Die PC Industrie wird an dem Punkt angekommen sein, wo andere Industrien auch irgendwann hingekommen sind: Die Produkte werden dann nur noch evolutionär verbessert und dann gibt es auch wieder die Chance sich durch besondere Produkte abzuheben. Wenn ich dran denke, was ich so an Gadgets herumliegen habe (3 MP3 Spieler zum Beispiel) denke ich bin ich doch wohl kein Technikmuffel - auch weil ich am Wochenende eine Videokassette digitalisieren wollte und mich an den Videokonverter erinnerte, leider aber die installations-CD für die Software nicht mehr fand - schade.

Das nächste was mich umtreibt ist das Thema Kommunikation. Zum einen weil es in der letzten Zeit in den Medien war - Stichwort: Internet Mobbing. Das zweite ist das es immer mehr  Kommunikationsformen gibt: Erst kam E-Mail, dann Messenger, Bloggen, Skype nun Twittern und das Pflegen eines Social Webs (Facebook & Co). Die Frage ist - raubt mir das nur Zeit oder nützt es mir was? Ich muss sagen, die Abwägung ist bei mir gegen die meisten neuartigen Formen der Kommunikation gefallen. Ich bin dran auch bald Messenger abzuschaffen. Eigentlich passt E-Mail am besten zu mir. Es ist asynchron, ich kann antworten wann ich will, es unterbricht mich nicht bei Dingen die ich mache. Also bevor sie danach suchen: Sie finden mich nicht bei Facekook und Co und die MSN/ICQ Adressen werde ich wohl auch bald deaktivieren.

Eigentlich könnte ich ja den Blog einstellen, weil so viele Kommentare gibt es ja nicht. Aber der passt auch zu mir. Wer es noch nicht gemerkt hat: Ich schwafele gerne....

Tja was gibt es sonst noch? Ein paar Fernsehtipps sollte ich mal anbringen. Als erstes: Der WDR sendet wieder Sonntags "Ein Herz und eine Seele". so schön politisch unkorrekt und so abgefahren. Meine Lieblingsszene ist leider schon gelaufen. Ich habe sie mal hochgeladen. Es ist die wo Alfred seinem Schwiegersohn erklärt, das Ulbricht ein westdeutscher Spion ist. Geschickt um die ostdeutsche Wirtschaft mit dem Bau der Mauer auf Null zu bringen! Und er hat doch recht gehabt! Ulbricht und Honecker haben tatsächlich die Wirtschaft ruiniert.

Weitere Folgen immer sonntags um 21:45 auf WDR.

Der zweite Fernsehtipp stammt von einer Kollegin und ist unsere neue Mittagspausenpausenbeschäftigung: Germanys next Topmodell. Das ist Trash TV vom Feinsten. Mädchen die meinen nur mit dem Aussehen und Rumstolzieren meinen Karriere zu machen. Doch ohne den Zickenkrieg und die Kommentare wäre es völlig langweilig. Anscheinend muss auch "Tessa" der Name sein, den Eltern ihren zickigen Biestern geben. Schließlich kenne ich ja schon eine die in diese Kategorie fällt. Mal sehen wie es weitergeht. Ich prophezeie, dass wenn mal Tessa (oder Larissa die scheint sich als Konkurrenz zur Zickenqueen herauszubilden) ausscheiden dann gehen die Quoten in den Keller. Erstaunt bin ich auch darüber, dass es in Zeiten von Internet und mindestens 4 Jahren Englisch auch bei Hauptschulausbildung noch Menschen gibt die mit 21 kein englisch können. Deshalb ist dieser Kommentar auch in Deutsch Jessica....

Ach ja mein persönlicher Favorit ist Dana. "Favorit" weil sie mir am besten gefällt. Den typischen Modelllook hat sie aber nicht, den haben wohl eher Typen wie Marie. Aber mal sehen wie weit sie kommt. Wer ist euer Favorit?


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