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Web Log Teil 107 : 30.3.2009-8.4.2009

Montag 30.3.2009: Fernsehen und Killerspiele

Ich habe es ja schon erzählt. Ich schaue mir zusammen mit einer Kollegin in der Mittagspause Germanys next Top Modell an, jeweils von Werbeblock zu Werbeblock. Das ganze ist recht kurzweilig anzusehen, vor allem wegen der musikalischen Unternahlung der Szenen. Allerdings bekommt man mit der Zeit auch Mitleid mit den Mädchen, von denen ja nur eine Gewinnen kann und wenn sie dann von Model-Domina Heidi Klum so auf die Folter gespannt werden und am Schluss doch wieder eine gehen muss, dann leidet man ein bisschen mit. Nicht weil sie gehen müssen, sondern weil dieses Sendeformat so ist. Das gleiche gilt im Prinzip für andere Casting Shows. Bei dieser Staffel von GNTM ist eigentlich schon nach einigen Folgen klar, dass Marie das Rennen machen wird. Sie hat dieses typische Modell Gesicht mit den ebenmäßigen Ausdruck, ideal für Kataloge oder Covers wo das Modell zwar gut aussehen soll, aber eben auch nicht vom Produkt ablenken. Zudem hat sie ja schon ein paar Aufträge gewonnen.

So gesehen könnte man das ganze einstellen und die Siegerin küren und Heidi (oder sonst eine Agentur) könnte den Verliererinnen, die vielleicht nicht die besten sind, aber bei denen es zumindest zum Model (wenn vielleicht auch nicht Top Model) reicht, einen Vertrag anbieten. Doch dann wäre die Quote wohl futsch. Die Frage die ich mir stelle ist aber die: Was diese Casting Shows vermitteln? Du musst dich nur irgendwo vorstellen, einige Runden überstehen und Du hast es geschafft, bist ein Superstar oder Topmodel. Wozu Berufsausbilddung, wozu in der Schule lernen? Braucht man alles nicht!

Das könnte man fortsetzen durch zig verschiedene Doku-Soaps und was sonst noch so läuft. Die Leute die dort kommen, tun alles, nur eines nicht: Arbeiten, Studieren, Lernen. Da geht es um Teenager die rum hängen und sich von den Eltern aushalten lassen. Mädchen die mit 17 ihre Brüste operieren lassen oder Fett absaugen. Im Prinzip läuft es so: Das Fernsehen zahlt dafür, dass sie über mich berichten dürfen, inklusive verzerrter Darstellung oder lächerlich machen. Wer intelligent ist oder es zu was gebracht hat (oder bringen will9 hat so was nicht nötig und kommt nicht im Fernsehen.

Die Frage ist: Was richtet das bei jemanden an, der das täglich anschaut? Wenn die Politik glaubt, das jemand vom Spielen von Ego-Shootern so aggressiv wird, dass er einen Amoklauf begeht und sich anschließend umbringt, was muss dann das dauernde Berieseln mit solchem Fernsehen anreichten? Das Leute meinen, es wäre normal, sich vom Staat aushalten zu lassen, oder man nichts tun müsste um beruflich und schulisch erfolgreich zu sein? Das man auf die schnelle Tour reich wird und jeder der noch arbeitet dumm ist? (Zumindest das letzte scheint richtig zu sein, wenn ich mir da meinen Gehaltszettel und die Abzüge anschaue).

Wäre das nicht eine einfache Erklärung für PISA? Muss eine Jugend die so was anschaut nicht verdummen? Warum tut die Politik nichts dagegen? Was könnte man dagegen tun? Nun wenn man "Killerspiele" verbieten will, warum nicht auch niveauloses Fernsehen? Aber da würde man ja die Gewinne von einigen Konzernen verringern, an denen - das ist ja das pikante - so renommierte Verlage wie Bertelsmann und Brockhaus beteiligt sind. Auf der einen Seite also die 24-Band Enzyklopädie in Leder mit Goldbelag produzieren und auf der anderen Seite Assozialenfernsehen!

Ich habe eine Vision: Es muss eine Mindestanforderung an Qualität für das Fernsehen geben. Zum einen für eine bestimmte Sendung (Fleischbeschauen wie "Hot or Not" sollten verboten gehören) und zum anderen für den Durchschnitt eines Senders. Wer also billige Dokus Soaps produziert muss diese Niveauabsenkung durch eine gut recherchierte Reporttage oder eine gute Wissensendung ausgleichen. Wer das '"A-Team" zum 20 sten Mal sendet, muss als Ausgleich einen Hollywood Spielfilm in Erstausstrahlung bringen. Das ganze müsste noch ergänzt werden, um Sendezeitenbeschränkung (nicht dass die Wissensendungen dann nur zwischen 3 und 4 Uhr morgens laufen).

Natürlich wird es dazu nicht kommen. Aber wenn ich drüber nachdenke ist der Vorschlag nicht so doof. Wenn ich der Argumentation folge, das Killerspiele (angeblich) aggressiv machen und Amokläufer hervorbringen - wie viel größer muss der Einfluss des Fernsehens sein, dass viel länger bei vielen Jugendlichen konsumiert wird? Dabei müssen nicht grundlegende Hemmschwelen überwunden werden, die jeder hat (auch wenn es im Film so einfach aussieht: Jemanden zu erschießen erfordert das Überschreiten von Hemmungen) sondern es muss nur das in jedem Menschen liegende Bedürfnis nach Faulenzen oder dem schnellen Weg um etwas zu erreichen (Karriere, Reichtum) nachgegeben werden. Die Hemmschwelle ist dafür erheblich kleiner. Im Gegenteil: Man muss seinen Schweinehund überwinden um zu lernen, zu arbeiten, sich einzusetzen, auch wenn man keine Lust hat oder es einen nicht interessiert.

Ich glaube das eher das Verblödungsfernsehen einen Einfluss auf Menschen hat als Killerspiele. Zeit daran etwas zu ändern!

Mittwoch 1.4.2009: Columbus wird vermietet!

Nachdem Eutelsat einen Satellitenstart auf einer Langen Marsch gebucht hat ist die Verwunderung groß. Arianespace ist konsterniert. Gerade weil Eutelsat ein europäischer Satellitenbetreiber ist, der in der Folge von der ESA profitiert hat (Die ersten ECS Satelliten wurden von der ESA entwickelt und später Eutelsat übertragen, die ESA finanziert mit Projekten wie Olympus und Artemis die technologische Weiterentwicklung der europäischen Nachrichtensatelliten mit). Das war sicher nur der Anfang. Nun ist auch Bewegung in die ESA gekommen. Man hat erkannt, dass die Weiterentwicklung der Ariane 5 dringend notwendig ist, sonst verliert man noch mehr Aufträge an die chinesische Konkurrenz oder muss das EGAS Programm (im Prinzip eine Subventionierung der Produktion) verlängern. Doch woher die Mittel für die ESC-B nehmen? Das Budget ist für die nächsten 3 Jahre genehmigt und steht fest.

Diesmal hat man die richtigen Schlüsse gezogen und da den Rotstift gezogen, wo es wirklich sinnvoll ist: Bei der bemannten Raumfahrt. Dadurch dass die NASA einen langjährigen Vertrag mit Russland über Sojus Starts hat sind Sitzplätze für europäische Astronauten in der Zukunft rar. Russland selbst würde viel lieber den Weltraumtourismus ankurbeln und spricht schon von Missionen mit 2 Kosmonauten (3 wären auch möglich weil die Sojus automatisch gesteuert werden kann, doch das erscheint selbst den Russen zu riskant). Neben der Produktionskapazität ist aber vor allem der Platz an Bord der ISS der limitierende Faktor. Früher gab es mehr Sojus Starts und die Produktion könnte leicht angekurbelt werden. Da die NASA nicht gerade begeistert ist von diesen Touristen, die sich auf der ISS breitmachen, die vor allem vom amerikanischen Steuerzahler finanziert wurde, dürfen sich Weltraumtouristen nur im russischen Teil der ISS breit machen. Sarja ist aber nicht mehr als ein Lagerraum und Swesda dient auch den anderen Astronauten als Aufenthalts- und Sozialraum. So ist der Platz beschränkt. In der Vergangenheit hat die ESA schon Platz im ATV für die koreanische Kosmonautin zur Verfügung gestellt. Das wird nun noch ausgebaut. Das ESA Programm im Einzelnen:

Das reicht aus um die ESC-B Entwicklung bis 2011 zu garantieren und dann wird neu entschieden. Russland hat ja schon angekündigt mehr Tourismus Missionen zu starten. Die letzte Version des Sojus Raumschiffs kann nun 2 Gastkosmonauten transportieren, wobei diese inzwischen 55-60 Millionen pro Sitzplatz bezahlen müssen. Mit den 3 europäischen Modulen Node 2+3 und Columbus haben sie nun auch mehr Platz und vor allem kann die NASA nicht mehr protestieren, wenn die Gastkosmonauten auf dem weg zu diesen NASA Module durchqueren. Vor allem die Cupola wird mit ihrem Rundumblick wohl ein Magnet für die Weltraumtouristen sein. Eventuell nimmt der eine oder andere ja auch den Trip ernst und will an Bord der Columbus forschen - so könnte die ISS Forschung über Umwege trotzdem noch erfolgen. Wenn erst mal die Produktion läuft (Bauzeit rund 2 Jahre) werden pro Jahr dann 3-4 Tourismus Missionen zur ISS erfolgen, die dann auch länger dauiern können als bisher.

Auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung!

Freitag 3.4.2009: Scheiss Sommerzeit!

Mir geht es derzeit gar nicht gut. Wetterwechsel, Heuschnupfen machen mir schon zu schaffen, aber richtig schlimm wurde es erst durch diese Umstellung auf die Sommerzeit. Ich brauche regelmäßig mindestens eine, meistens zwei Wochen um mich anzupassen. Dieses mal war es besonders schlimm, weil ich in den letzten Tagen vorher schon immer müde von der Arbeit heim kam und mich erst mal hinlegen musste. Mit der Sommerzeit kam nun der Rhythmus noch mehr durcheinander, vor allem nach dem Labortermin (Anwesenheitspflicht) am Mittwoch um 7:35, also gefühlten 6:35 Anfangszeit - gute 2 Stunden früher als normal. Gestern kam ich mit Kopfschmerzen nach Hause gekommen und erstmals in meinem Leben habe ich zwei Aspirin Tabletten gebraucht. Normalerweise nehme ich nur Schmerztabletten wenn es gar nicht anders geht und wenn dann nur eine.

Okay, die Sommerzeitumstellung ist nicht schuld daran dass es mir schlecht geht. Aber die Veränderung von täglichen Gewohnheiten wie Einschlaf- und Aufstehzeiten macht es einem aber auch nicht leichter. Wozu das ganze? Angeblich weil man so Energie sparen kann. Dabei sagt einem schon der gesunde Menschenverstand, dass man so nicht viel Energie sparen kann - was man abends einspart braucht man morgens mehr. Vor allem im Sommer? Wenn es sowieso hell ist? Angesichts dessen das nur Lichtenergie gespart werden kann (und dies nur bei Privatpersonen - Beleuchtung von Geschäften und in der Industrie ist weitgehend unabhängig von den Arbeitszeiten) und dem Verbot von Glühbirnen von der EU ist das ganze sinnlos. Nach Untersuchungen soll es überhaupt keine Energieersparnis geben, nach einer US Studie sogar einen erhöhten Energieverbrauch! Das Messen ist direkt nicht möglich, weil die Sommerzeit ja 1979 eingeführt wurde und sich der allgemeine Energieverbrauch seitdem verändert hat. Mein Vorschlag: schafft sie ab!

Wenn man Energie sparen will, dann sinnvoll. Hier mal ein Vorschlag von mir: Zwischen Weihnachten und Neujahr haben die meisten Betriebe zu. Bei einigen Bundesländern wie zum Beispiel bei uns in BW ist auch Heilige Drei Könige ein Feiertag. Bei den meisten Betrieben gilt auch Sylvester und der Heilige Abend als ein halber oder gar ein ganzer Urlaubstag. Dazu kommen Samstage und Sonntage. Je nach Jahre und genauer Regelung liegen so zwischen dem 23.12 und 7.1. zwischen 9 und 5 Arbeitstage. Würde man diesen Zeitraum für ganze Deutschland als Urlaubszeit deklarieren, so würde es ausreichen im Mittel eine Viertelstunde mehr zu arbeiten. In der Zeit könnten aber alle Industriebetriebe auf Heizung und Licht verzichten, die Produktion würde wegfallen und die Kraftwerke könnten sich auf die Energieeinsparung einstellen und effizienter arbeiten. Ich bin überzeugt, das würde erheblich mehr bringen als die Sommerzeit.

Weltraumtourismus von Kourou aus

Okay nun noch ein Weltraumthema. Weltraumtourismus. Ich habe mich ja schon damit beschäftigt. Dir Russen wollen ja auch Touristen zum Mond befördern. Mit einer Proton geht das trotz Breeze-M Oberstufe schlecht. Ein Sojus Raumschiff wiegt 7220 kg - deutlich zu schwer für eine Proton, die etwa 6.2 t zum Mond befördern kann. Ich denke, dass die Russen wie bei den in den sechziger Jahren geplanten Mondumrundungen den Orbitalteil weglassen, also die kugelförmige Kapsel mit dem Kopplungsadapter zur ISS. Damit wird es aber in der Sojus sehr eng und die hygienischen Verhältnisse noch beengter.

Doch es gäbe eine Lösung: Das ELS Launchpad in Kourou kann für bemannte Missionen umgerüstet werden. Damit könnte aber eine Sojus auch von dort starten und an eine ESC-A Oberstufe einer Ariane 5 ankoppeln. Diese könnte vorher in den Orbit gebracht werden. Eine ESC-A mit VEB wiegt 19 t, deutlich unter der Maximalnutzlast einer Ariane 5 mit EPC für einen niedrigen Erdorbit (etwa 23.7 t). Da ein Start von Kourou aus mehr Nutzlast in den Orbit befördert (8.4 anstatt 7.2 t) Auch diese Nutzlast könnte noch auf einen Fluchtkurs befördert werden. Russland könnte dies nutzen um eine größere Sojus Kapsel zu bauen. Die derzeitige Wiedereintrittskapsel (Modul SA) wiegt 2950 kg bei einem maximalen Durchmesser von 2.24 m und 3.5 m³ Volumen.

1200 kg mehr würden ausreichen um den Durchmesser auf 3.15 m zu erhöhen bei gleicher Länge. Das würde ausreichen für einen weiteren Sitz, also 4 anstatt 3 Sitze. Dies würde auch Vorteile beim Start zur ISS bringen. Wenn die Aussage von Le Gall in diesem Interview stimmt - dann resultieren 15 % mehr Nutzlast auch beim Start zur ISS alleine durch den Tatbestand, dass die Sojus nicht mehr im Zick-Zack fliegen muss um bewohnte Gebiete nicht zu überfliegen.

Machen wir eine Rechnung auf: Russland verlangt 55 Millionen pro Flugticket zur ISS. Nehmen wir an 2 Raumfahrer würden kostendeckend sein. 100 Millionen soll ein Flug zum Mond kosten. Dann müsste nach Berechnung ein Mondflug: 2 x 100 Millionen einbringen. Ein ISS Flug 2 x 55 Millionen. Eine Sojus Kapsel müsste also rund 110 Millionen Dollar kosten und die zusätzliche Proton für den Mondflug weitere 90 Millionen Dollar. Ein Start von Kourou aus würde 3 Touristen befördern. Das macht Einnahmen von 300 Millionen. Abzüglich der Sojus bleiben noch 190 Millionen. Eine Ariane 5 ECA kostet derzeit rund 130 Millionen Euro, das sind beim heutigen Tageskurs rund 175 Millionen Dollar. Der Gewinn wäre also sogar noch etwas höher. Mal abgesehen davon dass jeder ISS Flug auch weitere 55 Millionen Dollar für einen Touristen einbringen könnte.

Montag 6.4.2009: Eine atomwaffenfreie Welt?

Obama machte ja beim Nato Gipfel den Vorstoß, Atomwaffen weiter zu verringern und die Verbreitung dieser zu verringern. Das ist lobenswert, vor allem hebt sich der Stil von Obama doch deutlich von dem seines Vorgängers ab, doch zweifele ich an dessen Erfolg. Die Geschichte lehrt uns, dass es nicht möglich technologische Entwicklungen zurückzunehmen oder zu begrenzen. Das gilt auch für Waffen. Wenn wir heute bestimmte Waffen nicht mehr nutzen, dann nur, weil es bessere gibt. Bestrebungen Waffen zu verbieten gab es schon etliche. Das wohl älteste ist das Verbot des Einsatzes der Armbrust beim zweiten Lateranischen Konzil 1139 - Da die Waffe auch Ritterrüstungen durchschlagen konnte und von nur hilfsweise ausgebildeten Söldnern bedient werden konnte galt ihr Einsatz als unritterlich. Wenn heute Waffen verschwinden ohne das es einen besseren Nachfolger gibt, dann nur weil sie nicht mehr ins Konzept passen. So ist der abbau von Chemiewaffen bei entwickelten Nationen eine folge dessen, das sich das Militär recht gut gegen diese schützen kann. Da heute bei Kriegen in Zeiträumen von Wochen gerechnet wird (auch wenn die Rechnung nicht aufgeht), macht es keinen Sinn mit chemischen und biologischen Waffen die Zivilbevölkerung anzugreifen. Das machte bei längeren Kriegen einen Sinn um die Produktion zu unterbinden oder den Rückhalt in der Bevölkerung zu verringern (obwohl man in jedem Falle nur das Gegenteil erreicht hat). Andere Waffen sind durch Entwicklungen obsolet geworden wie z.B. Schlachtschiffe - Seit es Torpedobomber und U-Boote gibt sind sie mehr ein leichtes Ziel als effektive Waffe.

Zu wünschen wäre eine weitere Reduktion der Atomwaffenarsenale. Ich muss heute noch mit dem Kopf schütteln, wie diese sich aufgebaut haben. Das ganze ist wirklich nur mit dem Begriff "Wettrüsten" zu beschrieben. Wenn ich Tausend Sprengköpfe habe (mehr als es militärische Ziele beim Gegner gibt), der Gegner aber 2000, dann rüste ich auf 2500 Sprengköpfe und der Gegner dann auf 3000. Der Begriff der "Raketenlücke" ist selbst 20 Jahre später den Politikern nicht mehr aus dem kopf zu bekommen. Das wurde mir klar als ich mal ein Interview von Helmut Schmidt zur Nachrüstung gehört habe. Er glaubt wirklich, diese würde nötig um die SS-20 in der UdSSR auszugleichen. Ernsthaft gefragt: Glaubte er wirklich, dass die USA nicht in einen Krieg eintreten würden, wenn Europa mit Atomwaffen angegriffen würde? Dabei würden auch einige Hunderttausend stationierte US Soldaten sterben und wenn sie dann nicht eingreifen wann dann? Vor allem was würden die Pershings ändern? wenn sie starten würden, dann  würde Russland wiederum die USA angreifen und man hätte den gleichen globalen Krieg wie ohne ihn.

Was Realistischerweise möglich sein sollte ist eine Reduktion des Arsenals auf wenige Atomsprengköpfe, genug um bei einer bevorstehenden Invasion beim Gegner einen unakzeptablen Verlust hervorzurufen. Das ist auch der Grund warum Nordkorea und Iran eine solche Waffe entwickeln - sie verspricht bei der militärischen Überlegenheit der USA als einzige einen gewissen Schutz vor einem Angriff, wenn wieder mal ein "Kriegspräsident" gewählt wird. Ich finde es eher erstaunlich, dass es bislang keinen Einsatz der Atombombe seit dem zweiten Weltkrieg gab. Bedenkt man wie wenig Bedenken es damals gab die Waffe gegen das schon fast besiegte Japan einzusetzen und den zahlreichen Konflikten die es seitdem gab. Begrenzen wird man die Verbreitung aber nicht können. Gerade George W. Bush hat doch klar gemacht, warum es wichtig ist die Bombe zu besitzen: Sonst riskiert man eine Invasion wenn man auf der Abschussliste oder als "evil" gilt.

Ach ja dann bekam ich heute mal wieder eine Mail wegen dem Moon-Hoaxern. Warum bezweifelt eigentlich niemand andere geschichtliche Ereignisse wie die Erstbesteigung des Mount Everest oder die Erreichung des Nordpols? Auch die hat doch niemand beobachtet außer den Entdeckern. Da ist mir auch ein aktuelles Beispiel eingefallen: Der Nato Gipfel. Angeblich sollen ja in Baden-Baden 28 Nationen sich getroffen haben. Wirklich? In Wirklichkeit fand das aus Sicherheitsgründen in einem Sicherheitsareal weitab von Baden-Baden statt. Warum dürften die Bürger sonst nicht ihre Häuser verlassen? warum dürften Demonstranten nicht an den angeblichen konferenzort? Weil man sonst aufgedeckt hätte, das dort gar keine Konferenz ist! Natürlich waren Journalisten und ausgewählte Jubelbürger eingeweiht. Sie sehen: Solche spinnenden Theorien kann man zu jedem Ereignis schmieden....

Dienstag 7.4.2009: Schröder und Heidi Klum

Heute feiert Gerhard Schröder seinen 65.sten Geburtstag. Daher meinen herzlichen Glückwunsch an unseren ehemaligen Bundeskanzler. Es ist ja Mode geworden, über ihn zu schimpfen und dass er einen gut bezahlten Managerjob angenommen hat, hat auch vielen nicht gefallen. Ich sehe das anders: Wenn ich einen tollen Job angeboten bekomme, dann nehme ich ihn an. Nur bekomme ich eben keinen angeboten und die meisten Politiker nach dem Ausscheiden aus Ämtern bekommen auch keine. Daher ist dann der Neid groß. Was immer bleiben wird, sind die Verdienste von Schröder, der die Aufgabe in Angriff nahm das Staatswesen mit gravierenden Finanzierungsproblemen zu sanieren. Das die Leute über längere Lebensarbeitszeit und Harz-IV nicht begeistert sind und ihn daher abgewählt haben, ist nicht verwunderlich. Aber er hat es immerhin gemacht. Die jetzige Regierung verwässert schon wieder die Reformen, um beim Wähler ankommen und haut mal schnell so eben 450 Milliarden Steuergeld für ein Konjunkturprogramm raus, weil Wahlen anstehen. Doch wer soll das bezahlen? Wie immer bei einer CDU Regierung (wir kennen das ja von Kohl): Die Kinder und Enkel dürfen es zahlen - wo dies bei Kohl hingeführt hat mit seiner Schuldenmacherei sieht man nun ja jetzt sehr deutlich.

Dann zu meiner zweiten Hauptperson im Blog: Heidi Klum. Ich schaue mir inzwischen ja regelmäßig Germanys Next Top Model an. Die Sendung hat eine richtige Würze zwischen Spannung (wer fliegt raus), Unterhaltung (Statements der Jury und Mädchen, Musikuntermalung) und Mitgefühl (inzwischen tun mir die meisten Mädchen leid, die sich dieser "Show" unterziehen).. Besonders gemein sind natürlich die Kommentare im "Life-Walk" und vor dem Ausscheiden von Jury und Heidi. Vor allem finde ich immer den Kommentar "Das muss ein Top-Model können" völlig an den Haaren herbeigezogen. Können muss sie genau das was der Kunde will. Manchmal kann sie das, manchmal nicht, manchmal kann sie es, aber ist nicht der Typ Frau den der Kunde will. Das hat etwas mit Können (Posieren, Gesichtsausdruck formen, Laufen) aber doch viel mit subjektiven Wünschen derer, die schon genaue Vorstellungen von ihrer Werbekampagne oder ihrer Show haben, zu tun. Die Idee, man könnte Mädchen durch Fotosessions in strömenden Regen, unter Wasser oder auf einem sich drehenden Rondell, darauf vorbereiten, ist an den Haaren vorbeigezogen und dies als Kriterium heranzuziehen, ob jemand weiterkommt oder nicht finde ich noch bescheuerter. Vor allem wenn ich bei dem Nachschlagen in der Wikipedia über Heidis eigene Karriere entnehmen, dass zwischen ihrem ersten gewonnen Wettbewerb und dem Durchbruch zu allgemeiner Bekanntheit 6 Jahre lagen - Die Kandidatinnen haben dazu einige Wochen Zeit!

Was ich mich frage: Warum macht Heidi Klum dies? Man kann über ihre Ansprüche unterschiedlicher Meinung sein, wie z.B. Modedesigner Joop, der nichts von ihr hält. Was unbestritten ist, ist das sie durch die Art, wie sie die Kandidatinnen kritisiert und die Ansprüche die sie an sie stellt, ein sehr schlechtes Bild von sich wiedergibt. Wenn selbst Frauenzeitschriften von "Heidis Psychospielchen" sprechen, dann sollte klar sein, dass man sich imagemäßig mit einer solchen Show keinen Gefallen tut. Um so unverständlicher dass dieses Konzept schon in die vierte Staffel geht. Heidi Klum hat die Einnahmen nicht nötig. Ich denke sie verdient inzwischen durch Werbung für Katjes, McDonald, Volkswagen und andere Firmen weitaus mehr, als über das Modeln. Sie hat eigene Düfte die sie verkauft und diese Geschäfte leben von ihrer Popularität und einem positiven Image. Mit derartigen Auftritten kommt sie zwar ins Fernsehen, ist also präsent, was natürlich wichtig für den Wert als Werbungsträger ist. Viel wichtiger ist aber, dass die Leute eine positive Meinung von einem haben. So gesehen schadet sie sich selbst mit der Art von Show.

But now to something completely different: Das Durchlesen meines Buches über Raketen macht  Fortschritte. Inzwischen bin ich bei der Ariane 1 angekommen, so dass ich denke, das nächste Woche die Korrekturleser zum Zuge kommen. Bei meinem schon vor längerer Zeit fertiggestellten Buch über Lebensmittelkennzeichnung habe ich es jetzt aufgegeben auf die Korrektur meiner Nichte zu warten, und den Kollegen, der im ersten Drittel so viele gute Vorschläge hatte, erneut um Hilfe gebeten, so dass ich hoffe, das auch das bald erscheinen kann.

Heute mal wieder ein Video. Es sollte eigentlich gestern erscheinen (wegen dem Titel), doch ich Habs irgendwie vergessen.... Mein Lieblingslied von Blondie: Atomic


Mittwoch: 8.4.2009: Deutsche Gerichte und das Internet

Vieles ist bei uns sehr widersprüchlich. Während die Regierung offensichtlich die Technik voll adaptiert hat und Online Untersuchungen, Bundestrojaner oder den Ersatz des seit 2000 Jahren bewährten Wahlsystems, durch unnachprüfbare Wahlcomputer plant, nur um einige Stunden Auszählzeit oder ein paar Millionen einzusparen (Hinweis: Kürzt die Pauschale welche die Partien pro Stimme bekommen und ihr habt das Geld gleich wieder drinnen) tun sich Gerichte mit dem Internet schwer. Das Thema hat viele Aspekte. Ich will heute mal auf die rechtliche Haftung bei eigenen Websites und Blogs eingehen.

Ich denke der Bundesbürger der einen Blog betreibt oder eine Website sieht das so: Die Publikation im Internet wird durch die freie Meinungsäußerung gedeckt und ist vergleichbar einem Gespräch oder einem Leserbrief an eine Zeitung. Vielleicht sieht der eine oder andere es differenzierter, wenn eine Website journalistische Inhalte anbietet oder eine bestimmte Beliebtheit erreicht. Unsere Gerichte sehen das anders. Da sie nichts mit dem neuen Medium anfangen konnten, haben sie nach Vergleichen gesucht und sind bei Printmedien als Vergleich gelandet. Was bedeutet dies? Nun es hat einige Folgen. Das erste ist die Verpflichtung für ein "Webimpressum". Wie jedes Printmedium muss auf einer Seite die Anschrift eines Verantwortlichen stehen. Zwar sind nach dem Gesetz rein private Homepages ausgenommen, doch mangels Kriterium, was eine rein private Homepage ist und wann eine geschäftliche Homepage beginnt (Reichen dazu schon Werbebanner aus? Was ist mit Blogs, welche man mit journalistischer Tätigkeit gleichsetzen könnte?) muss praktisch jede Homepage in Webimpressum aufweisen. Diese seit 2002 bestehende Regung wurde 2007 nochmals konkretisiert. Das zeigt schon, dass unsere Gerichte ein kleines Problem mit den neuen Möglichkeiten des Internets haben. Denn wer eine Homepage betreibt ist natürlich genauso durch eine Who is Abfrage beim Denic herauszufinden. Das Webimpressum ist weltweit einmalig. In keinem anderen Land gibt es so was.

Nach den Gesetzen ist auch der Homepageinhaber rechtlich für den Inhalt verantwortlich. Das wird gerne übersehen. Zahlreiche Websites haben einen Webmaster, teils weil die Websites zu groß sind um sie nebenher zu betreiben, teils weil sie selbst keine Ahnung davon haben (z.B. kleine Firmen, Websites von Promis etc.). Diese meinen dann wenn sie den Webmaster im Webimpressum angeben, wäre alles geritzt und er wäre dann auch haftbar für die Inhalte. Dem ist nicht so. Gerichte sehen das so wie bei Printmedien: Es gibt jemanden der redaktionell schreibt und einen Verlag der sie publiziert. Und da ist eben auch der Verlag verantwortlich. Aufs Internet übertragen: Der Domainbesitzer und nicht der Webmaster.

Warum muss man sich drum kümmern? Nun wenn ich mal die Probleme mit dem Urheberrecht ausklammere (Einbinden von Fotos, Karten etc.) - das Thema ist ja schon hinreichend bekannt und auch schon thematisiert worden.. Es gibt zwei Problemstellungen: Das eine ist das die Leute meinen das Schreiben im Internet wäre wie das Reden auf der Straße, gedeckt durch die freie Meinungsäußerung. Da die Gerichte aber eine Website mit einer Zeitung vergleichen, ist es vergleichbar dem Scheiben eines Artikels oder Leserbriefs in der Zeitung. Wenn eine Zeitung dort über einen Promi herzieht, muss sie dann auch mit einem Prozess rechnen. Recht klar wird dies bei echten Schmähungen, die gerne von Leuten unter Pseudonymen in Foren abgegeben werden. Für Foren hat sich die Situation immerhin etwas entspannt. Bis vor einigen Monaten waren die Urteile von Gerichten noch so, dass Forenbetreiber voll für die Inhalte verantwortlich waren. Es also nicht reichte bei einem Verstoß gegen gängige Bestimmungen (Beleidigungen, Verleumdung) bei Bekanntgabe den Eintrag zu entfernen oder die IP Adresse des Autors zu nennen. Das bedeutete, dass jeder Eintrag vor Veröffentlichung kontrolliert werden musste oder man ein Forum praktisch nicht  entsprechend den Wünschen von Gerichten betreiben konnte. Seit ein paar Wochen gibt es ein neues Urteil, dass diese strenge Prüfung zurückweist und auf ein normales Maß zurecht stutzt.

Der zweite Fallstrick sind Markennamen und Werbeslogans. Diese sind geschützt und die Verwendung in privaten Homepages verstößt gegen das Wettbewerbsrecht. Das gilt auch für Slogans die man aus der Werbung kennt. Wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter. Sicherlich wird niemand etwas gegen eine kleine Homepage tun, mit einigen Hundert Besuchern. Anders sieht es aus, wenn die Homepage populär ist. Aus diesem Grund habe ich in der "was ist drin" Rubrik Markennamen weggelassen oder verfremdet wie "Molkeschnitte" oder "Children ländlich" ;-). Schlussendlich macht diese Seite keine Werbung für die entsprechenden Firmen: Im Gegenteil. Genauso wie eine Zeitschrift, die sich mit Produkten kritisch auseinander setzt, mit einer Abmahnung oder Gegendarstellung rechnen muss, kann man auch als Homepageinhaber mit Ärger rechnen.

Die Grauzone ist wohl die Grenze zur freien Meinungsäußerung und journalistischen Berichterstattung. Wenn etwas wahr ist, dann ist es auch rechtmäßig es zu publizieren. Nur bis dies bewiesen ist oder der Gerichtsweg durchlaufen ist, dauert es einige Zeit.

Zuletzt noch eine kleine Bemerkung: Zensur im Internet: Mit dem Begriff verbinden viele das Löschen von Gästebucheinträgen und Kommentaren. Der Begriff trifft es aus zwei Gründen nicht: Zum einen versteht man unter Zensur die Vorabkontrolle in nicht freien Medien: Artikel oder Reporttagen werden vor der Veröffentlichung von staatlichen Stellen begutachtet und verändert oder Passagen gestrichen. Mit der Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen hat dies gar nichts zu tun. Den dieser kann ja erst nachher kontrolliert werden und es handelt sich auch nicht um eine staatliche Stelle. Das ganze ist vielmehr vergleichbar dem Schreiben eines Leserbriefs oder dem Befestigen eines Plakats an der Wand. Wenn dieser dem Herausgeber oder dem Eigentümer der Wand nicht gefällt, dann wird er auch nicht veröffentlicht oder abgerissen. Vor allem: Wenn dies Zensur wäre, dann müsste man ja auch den ganzen SPAM veröffentlichen, der automatisiert von Skripten in Blogs, Gästebüchern oder Foren gepostet wird. Ich mache das inzwischen automatisiert über Plugins - mit der Folge das jeder Blogkommentar der zu viele URLs enthält meist auch als SPAM eingestuft wird.


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