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Web Log Teil 109 : 17.4.2009-24.4.2009

Freitag, 17.4.2009: OpenOffice, Dudenkorrektor und das Lebensmittelbuch

Fallen Ihnen auch Dinge an der Software auf, von denen sie denken, "Das müsste doch jemand vor Dir schon bemerkt haben". Mir geht es so bei meinen Büchern und OpenOffice. Ich nutze Tabellen und die sitzen in Rahmen. Ich kann zwar angeben, dass ein Rahmen gespielt werden soll (sodass er immer außen oder innen auf einer Seite ist). Aber wenn ich dann den Abstand zum Text angebe, gibt es nur eine Einstellung für "Links" und "Rechts". Nur wird "Links" und rechts nicht gespielt, sodass der Abstand nicht stimmt. Das ist ein Fehler, der mir ziemlich blad aufgefallen ist - und das bei der Version 3.01 von OpenOffice, nach einigen Jahren Entwicklungszeit? Schon 1993 habe ich mir Wordstar für Windows gearbeitet - bei der gehörte das zum Standard.

Es wird noch ärgerlicher: Es gibt für Alles Formate: Nur nicht für Tabellen und Rahmen. Das ist äußerst ungeschickt, wenn die Tabellen und Rahmen nur zwei oder drei Formate einsetzen. So müssen jedes Mal Linienstile, Farben und Abstände eingestellt werden - auch hier: Arbeitet niemand mit dem Paket? Das muss doch auffallen?

Dann habe ich nach einem Test in der ct' gelesen über den Duden Korrektor für OpenOffice. Da die Grammatik und Rechtschreibung ja eine Schwäche von mir ist, habe ich mir das Programm über einen Download gekauft. Nur: Bei den Manuskripten ist es fast nicht brauchbar. Zwischen einem Tastendruck und einer Reaktion von OpenOffice vergehen Sekunden. Offensichtlich hat man in der ct' es nur mit kleinen Dokumenten getestet oder hat deutlich stärkere Rechner als ich zur Verfügung.

Immerhin es gibt von der Buchfront (die ich langsam abschließen möchte) gute Neuigkeiten. Zwei der Korrekturleser, die sich beim Aufruf gemeldet haben, haben sich nun an den Teil 1 des Raketenbuches gemacht. Ich könnte aber noch Verstärkung brauchen, damit dieses Buch nicht noch ein paar Monate vor sich hat. Auch bei dem Buch davor geht es weiter. Ich habe endlich (nach 3 Monaten) die Korrekturen meiner Nichte zurückbekommen und hoffe nun das Buch nächste oder übernächste Woche abschließen zu können. Immerhin bleibe ich so dem Abstand zwischen zwei Büchern treu: Denn es sind dann Anfang Mai rund 7 Monate nach dem letzten Buch. Das hat mittlerweile auch die 100 Exemplare Grenze überschritten. Das ist das Minimum, das ich anstrebe (auch wegen der VG Wort Abgaben, die es erst ab 100 Exemplaren gibt. Das Gemini Buch läuft besser - Weil es ein Buch über bemannte Raumfahrt ist? Oder weil es billiger ist? Oder weil es zwei 5-Sterne Kritiken gibt? (ATV nur eine Vier Sterne Kritik) wer weiß?

Ach ja: zur Abwechslung mal wieder einen Musiktipp: "Radio" von "Nichts"...


Sonntag 19.4.2009: Frauen sind anders...

Gestern habe ich mir zum zweiten Mal auf dem ZDF die Doku-Soap "Kleine Familie sucht große Liebe" angeschaut. Das Konzept: Übers Fernsehen sollen Alleinerziehende mit mehreren Kindern einen Partner. Das ist im täglichen Leben nicht so einfach. Beim ersten Mal suchte ein Mann mit zwei Söhnen eine Partnerin und fand auch eine, ebenfalls mit Kindern, wobei auch von beiden darauf geachtet wurde, dass die Kinder untereinander auskommen. Das ganze scheint recht gut gelaufen zu sein.

Das Konzept ist recht einfach erklärt: Zuerst wird die Situation vorgestellt, dann bekommt der Suchende Briefe, potentieller Interessenten/innen. Daraus sucht die Familie sich eine Reihe aus, die in einem Hotel dann einen Schnuppertermin bekommen. Aus diesen müssen drei für einen Besuch ausgewählt werden, die von der Familie in Spe besucht werden. Danach sind es noch zwei, die vom Partner (diesmal ohne die Kinder) in einem romantischen Treffen genauer unter die Lupe genommen werden und dann muss sich die /der Suchende für einen entscheiden, der dann erstmals auch eingeladen wird (vorher fand alles im Hotel/beim Kandidaten statt).

Also wie schon gesagt beim ersten Mal ging das gut, wobei der alleinerziehende Vater sich nur Frauen aussuchte die auch schon Kinder hatten - vielleicht aus gutem Grund. Diesmal lief es völlig anders. Schon nach der Einführung ahnt man: Diese Verena ist anstrengend. Bei der Auswahl der Herren kamen offensichtlich nur welche in Frage die derzeit keine eigenen Kinder hatten. Trotzdem wurde schon bei dem Vorgespräch eher nach dem Haar in der Suppe gesucht. Mal wurde der Altersunterschied hinterfragt (Ging der nicht aus dem Brief hervor?), dann warum jemand mit 48 noch alleine lebt (wenn das stört, warum wurde er eingeladen?). Tja und so ging es munter weiter. Beim einen Kandidaten gefiel der Kleidungsstill nicht. Das war wichtiger, als dass er mit den Kindern gut auskam (und als einziger auch schon Kinder hatte). Der andere hatte zu wenig Erfahrungen mit Familie. Der dritte bewohnte ein großes Haus, aber lebt zu asketisch. Es endete mit einem gemeinsamen Lästern der Suchenden und ihrer Mutter über die Kandidaten und natürlich nahm sie keinen.

Das ist aber auch kein Wunder: Wer einerseits jemanden sucht der Mitte 40 ist und noch keine Familie hat und anderseits sich dann über genau diese Tatsache mokiert wird keinen Finden. Ohne den wenigen Blogleserinnen nahe zu treten: Das ist typisch Frau. Frauen wissen sie was sie wollen und was sie wollen, das gibt es nicht. Es gibt keine größere Tortur als mit einer Frau Shoppen zu gehen. Wenn das nicht so teuer wäre, die USA hätten es als Foltermethode in Guantánamo Bay eingeführt. Vordergründig wird man um die Meinung gefragt. Hintergründig stört man nur. Wenn man gefragt wird ob Frau Kleid A oder B besser steht, dann ist es Wurst welche Antwort man gibt. Wählt man eines der Kleider aus, so wird die Frau das andere nehmen. Gefallen einem beide Kleider gut, dann wird sie beide schlecht finden. Es gibt nur falsche Antworten. Genau das gleiche sieht man hier wieder: Im ganzen Film ging es nur am Rande um die Kinder, obwohl dies so groß betont wurde am Anfang. Im Prinzip hat die Verena einen Märchenprinz für sich gesucht. Nur gibt es so wenige Märchenprinzen, die Familienerfahrung haben und für eine alleinerziehende Mutter alles stehen und liegen lassen würden. Anstatt also zu sehen, ob man jemanden findet, der auch Kinder hat und dann auch mit den eigenen Kindern zurecht kommt, wird nach einem Alleinstehenden gesucht und die sind dann entweder alt (Kinder schon aus dem Haus) oder sie haben gute Gründe, warum sie bisher keine Familie/Ehefrau haben wollten.

Vielleicht sollte sich Verena mal eine Wunschliste zusammenstellen und diese abchecken bei der nächsten Partnerwahl. Als Vorlage könnte diese von mir dienen:

Ach ja es handelt sich um die Wunschliste für die nächste Miezekatze (oder was dachten Sie?) Ach ja noch ein Tipp für Verena Hertel: Bei der Menge von Spagetti Bolognese, die gekocht wurden für eine Erwachsene und drei kleine Kinder, wundert es mich überhaupt nicht, dass sie kräftig zugenommen hat. Weiterhin wirkt alles sehr gestellt. Bei Verena ist das deutlich erkennbar an dem Bestreben Hochdeutsch zu sprechen, das bei echten Schwaben recht seltsam klingt. (Ich kann auch kein Hochdeutsch).

Welches Video könnte da besser dazu passen, als Bob Marley: "No Woman, no cry"

Montag, 20.4.2009: Abnehmen macht krank!

Nein, das ist anders als der letzte Eintrag keiner unter der Rubrik "Satire". Abnehmen ist ungesund. Es gibt darüber sogar wissenschaftliche Untersuchungen. Demnach leben Personen die lange zeit übergewichtig waren und dann ihr Gewicht reduzierten und dieses auf Dauer hielten nicht länger als eine Vergleichsgruppe die ein Leben lang dick war. Sie starben nur an anderen Krankheiten. In der Tendenz ist die Lebenserwartung sogar etwas kleiner. Diese Tatsache wird gerne mit einer anderen verwechselt: Nämlich der, dass Schlanke Menschen im Durchschnitt etwas länger leben und bei einer Reihe von Krankheiten geringere Risikofaktoren haben. Doch um diese Gruppe geht es nicht. Es geht nicht darum Dicke mit Schlanken zu vergleichen, sondern Dicke und ehemalige Dicke.

Nun warum komme ich auf das Thema? Ich bin selbst betroffen. Schon als Kind war ich übergewichtig. Ich habe dann mit 18 einmal richtig abgenommen, wurde schlank, habe das Gewicht dann aber langsam wieder zugenommen um mich auf einem 105 kg Level zu stabilisieren. Vor knapp 3 Jahren habe ich erneut abgenommen und in einem Jahr rund 33 kg abgenommen, von denen ich seitdem nur 3 kg zugenommen habe und die seit einem Jahr auch stabil halte. Auf der anderen Seite: Es ging mir früher körperlich deutlich besser. Gerade jetzt plagt mich wieder Heuschnupfen. Er ist nun besser, aber vor einer Woche hatte ich eine triefende Nase, brennende Augen und musste dauernd nießen. Dabei ist das nur der erste von zwei Schüben. Der zweite, schlimmere kommt erst in etwa 1 Monat. Ich bin seit ich abgenommen habe außerordentlich wetterfühlig geworden. Wenn das Wetter sich schnell verändert bekomme ich Kopfschmerzen oder bin müde. Die letzten 3 Tage kämpfe ich mit Kopfschmerzen und das war früher sehr selten. Ich hatte mal ein paar Stunden Kopfschmerzen, aber nie über einen Tag lang. Dazu kommt, dass ich nun im Frühjahr/Frühsommer recht müde bin. Nun könnte man meinen dann wäre der Herbst/Winter ja eine tolle Jahreszeit: Nein da habe ich Winterdepression. Auch die ist nicht neu: Wie der Heuschnupfen habe ich die seit ich etwa 20 bin. Aber bei beiden Krankheiten gab es einen Trend über die letzten Jahrzehnte zur Verbesserung, die Winterdepression verschwand sogar für die letzten Jahre ganz. Seit ich abgenommen habe sind beide wieder recht stark zurückgekommen.

Dabei fühle ich mich nicht mal fitter als vorher. Zum Abnehmen bin ich Schwimmen gegangen. Das machte mir auch Spaß. Dreimal in der Woche 2 Stunden Schwimmen gehen - kein Problem, es kann auch viermal sein oder länger. Heute bin ich nach zweimal in der Woche meistens richtig fertig und auch sonst tun mir öfters mal die Gliedmaßen weh. Direkt nach meiner Diät dachte ich noch, das regelt sich ein. Der Körper braucht einige Zeit um sich auf das neue Gewicht einzustellen. Aber fast 2 Jahre später denke ich dass ist ein Dauerzustand. Also mein Tipp an alle Übergewichtige: Bleibt so wie ihr seid.

Wegen meinen Kopfschmerzen heute nur ein kleiner Blog. Aber ich hoffe doch nach und nach die offenen Projekte abschließen zu können. Als erstes das LM-Buch, bei dem ich die Korrekturen meiner Nichte nach und nach einarbeiten will. Das Cover ist schon fertig. Wer will kann es sich mal ansehen und was zum Klappentext sagen (Vorschläge?) Ach ja das Video für heute: Passend dazu: "The Fat Boys" - The Twist

Mittwoch: 22.4.2009: "Ich habe gar kein Telefon, Signorina"

Gestern fiel das D-Netz von T-Online für einige Stunden aus - und das brachte es bis in die Nachrichten. Das zeigt recht deutlich, wie weit es schon mit der Verbreitung von Handys geworden ist. Fast jeder hat eins, viele sogar mehrere. Inzwischen geben sich die Hersteller Mühe, auch noch die letzten unerschlossenen Kundenkreise zu gewinnen. So gibt es inzwischen Handys für alte Personen und mit großen Tasten reduziert aufs Telefonieren und SMS schreiben - derartige Geräte werden inzwischen auch von Firmen wieder vermehrt gekauft, weil ihre Mitarbeiter sonst bei Firmenbesuchen Probleme bekommen, wenn das Handy fotografieren kann.

Ich habe kein Handy, und ich werde mir auch keines anschaffen. Wozu auch? Um überall erreichbar zu sein? Welchen Vorteil soll das bieten? Ich bin im Geschäft erreichbar und ich bin zuhause erreichbar. Will ich woanders überhaupt erreichbar sein? Nein das will ich nicht. Ich will auch nicht zu diesen Leuten gehören, die wie Geistig Verwirrte auf der Straße reden, ohne das man jemanden sieht - da wird gerade telefoniert. Vor allem, haben mich die unfreiwillig in Bus oder bei anderen Gelegenheiten neitgehörten Gespräche überzeugt, dass die Handys absolut überflüssig sind. "Du Liebling ich bin jetzt im Bus. Ich bin in 10 Minuten zu hause" - Gute Vorwarnung, also noch schnell den Liebhaber rausschmeißen und neue Bettwäsche aufziehen. Oder "Okay, ich bin jetzt am Käseregal - Wie sah nochmal die Verpackung aus?" Ja, da erspare ich mir sogar mal einen Kommentar.

Ansonsten? Ich bin wieder arg vom Heuschnupfen gepackt und eine Packung Papiertaschentücher ist derzeit mein bester Freund. Die Kopfschmerzen sind auch noch da, was meinen Tatendrang deutlich dämpft. Ich habe einen neuen Aufsatz in der Reihe "Was ist drin?" fertiggestellt - diesmal über die Werbung mit Selbstverständlichkeiten. Auch den Herschel/Planck Aufsatz werde ich heute oder morgen noch fertigstellen. Der Start ist ja erst mal verschoben. Beide Satelliten sind beeindruckend, aber wie bei ESA Projekten üblich, fehlt es an öffentlichkeitswirksamen Instrumenten. Herschel beobachtet im mittleren und fernen Infrarot. Das ist ein Bereich den wir noch kaum kennen und vor allem ist er viel empfindlicher als alle seine Vorgänger. Aber in diesem Bereich sind die Pixel recht groß, es gibt keine großen Pixelarrays. Das liegt daran, dass mit steigender Wellenlänge auch die Pixelgröße ansteigen muss - Herschel beobachtet bei der 100-100 fachen Wellenlänge des sichtbaren Lichtes und entsprechend größer muss ein Pixel sein. Die größte Kamera von Herschel hat daher 32 x 64 Pixels.

Ds erinnert mich an das Versäumnis bei vielen ESA Projekten ein Experiment mitzuführen, dass öffentlichkeitswirksame Bilder liefert. Herschel hätte z.B. eine handelsübliches CCD Array fürs Infrarot mit 1024 x 1024 Pixels zusätzlich aufnehmen können. Derartige Arrays arbeiten bei niedrigeren Wellenlängen von 1-8 µm. Daher können aber auch die Pixel viel kleiner sein, und die Kühlung ist nicht so aufwendig. Die regenerative 20 Kelvin Kühlung hätte ausgereicht, eventuell sogar die 80 K Kühlung. Das hätte auch einen gewissen wissenschaftlichen Wert: Denn es gäbe zusätzlich zum Bild im mittleren Infrarot auch ein höher aufgelöstes im sichtbaren Licht/nahen Infrarot und es wäre eben vor allem Öffentlichkeitswirksam gewesen. Dasselbe wäre auf Planck möglich gewesen - hier ist wegen der Rotation des Satelliten kein Bild möglich, aber die Spektren des Himmelshintergrundes - ich kann mich nicht erinnern, dass es mal eine Mission gab die den ganzen Himmel abgetastet hat und dabei Spektren im IR Bereich gewann.

Analog hätte man XMM-Newton oder Integral um eine kleine Kamera erweitern können, die im sichtbaren Bereich zeigt, was das Teleskop im Röntgen/Gamma Bereich sieht. Das wäre bei kurzzeitigen Änderungen (Ausbruch)  auch von wissenschaftlichem Wert gewesen. Ulysses hätte mit einer Kamera die Sonne von den Polen aus zeigen können - und um die Sonne abzubilden braucht es keine große Kamera.

Warum es so schwierig ist, bei der ESA solche Experimente einzubauen? Weil die Instrumente von Wissenschaftlichen Instituten stammen und die ESA nur die Raumsonde baut. Wenn ein Wissenschaftler das nicht für nötig hält, dann gibt es ein solches Experiment nicht oder es muss sich gegen andere durchsetzen. Es müsste diese Praxis verändert werden, dahin, dass jede Mission einen bestimmten Anteil an Instrumenten enthalten, die spektakuläre und für die Öffentlichkeit leicht verständliche Ergebnisse bringen. Die NASA macht es ja vor.

Freitag 24.4.2009: Neues von SpaceX

Wie wohl die meisten schon wissen ist SpaceX meine Lieblingsfirma - Keine andere Firma macht es einem so schwer an Informationen über ihre Raketen und kommen und ändert die Angaben so oft. Das ist wie ich meine typisch für eine Firma die nicht mal das Thema Öffentlichkeitsarbeit gebacken bekommt. Nicht das gute Informationspolitik selbstverständlich ist: Es ist durchaus normal dass es kaum Infos technischer Art gibt. Nur wenn es welche gibt, dann sind die eben auch fundiert und haben Bestand.

Nachdem die Firma nun korrigiert hat, das der Erststart der Falcon 9 im 4 Quartal 2008 erfolgen sollte (also nur 4 Monate nachdem dieses abgelaufen ist). Hat man nun nach einigen Jahren kurz vor dem Start entdeckt, dass es ein Problem zwischen Rakhsat und der Falcon 1 gibt. Rakhsat steht in den Auftragsbüchern von SpaceX seit mindestens 2 Jahren und war kurzzeitig auch für den vierten Flug vorgesehen, konnte so schnell aber nicht startbereit gemacht werden. Nun scheint es eine Inkompabilität zwischen Rakhsat und der Falcon 1 zu geben. So werden wir noch warten müssen um zu sehen ob der vierte Flug eine Ausnahme war.

Trotzdem ich halte recht wenig von SpaceX. Ich denke ich habe inzwischen auch ihr Geschäftsmodell verstanden. Eine Frage die so alt ist wie die Raumfahrt ist die ob es nicht billiger geht. Es gab immer wieder mal Ansätze vieles billiger zu machen und es gibt auch Lösungen: Satelliten können in Kleinserien hergestellt werden wenn sie gleiche Funktionen haben. So geschirht dies bei Kommunikationssatelliten. Bei Raketen kann man die Zahl der Einzelteile reduzieren und so die Fertigung preiswerter machen - das war der Grundgedanke hinter Ariane 5: Nur noch 4 anstatt bis zu 10 Triebwerken pro Rakete. Die Grundproblematik ist aber: Man hat in vielen Bereichen extreme Anforderungen an Leichte Bauweise, extreme Zuverlässigkeit und extreme Umweltanforderungen. Das gekoppelt mit der Tatsache dass man einen Satelliten nicht reparieren und eine Rakete die nicht so funktioniert wie sie sollte notlanden kann.

In der Praxis führt dies dazu, dass die Raumfahrtindustrie ein rigides Qualitätsmanagement hat, denn es gibt keine "Nullserie" oder "Versuchsfahrzeuge". Alles muss auf Anhieb funktionieren. Bei der Saturn 1B sind mit die Zahlen bekannt:

Art Anteil
Herstellung 65 %
Startoperation 18 %
Bodenanlagen 12 %
Transport, Treibstoffe, Bahnvermessung 5 %
Gesamt 100 %

Die Herstellung kann man noch weiter unterteilen:

Art Anteil Herstellungskosten Anteil Gesamtkosten
Materialkosten 6 % 3.9 %
Qualitätssicherung 66 % 42.9 %
Fertigung und Montage 28 % 18.2 %
Gesamt 100 % 65 %

Man sieht hier sehr deutlich wie die Qualitätssicherung die Voraussetzung für eine hohe Zuverlässigkeit ist die Kosten bestimmt.

Nicht, dass es von Anfang an so gewesen wäre: Wer einmal auf diversen Websites mal nachschlägt wird feststellen, dass in den fünfziger Jahren nur ein kleiner Teil der Atlas, Titan I+II und Thor Flüge beim Militär erfolgreich waren. Dort gab es tatsächlich noch eine Nullserie : Die Raketen wurden in größeren Stückzahlen beschafft und man leistete sich den Luxus sie einige dutzendmal zu starten bis alle Fehler ausgemerzt waren. Das gleiche galt bei den ersten Satelliten und Raumsonden. Das JPL musste bei Mariner 1+2 und Ranger lernen, dass sich die Fertigung von Raumsonden fundamental von Experimentalflugzeugen unterscheidet, bei denen man einfach einen neuen Teststart ansetzt. Seitdem ist die Oberste Maxime in der Raumfahrt die Qualitätssicherung - bei der Konzeption (Redundanz, Sicherheitslevels), bei der Produktion und beim Start. Wenn dieser Posten, der bei der Saturn 1B über 65 % der Herstellungskosten ausmacht weggelassen wird, dann ist es möglich eine Rakete preiswert zu bauen und ein Raumfahrzeug auch. Die Frage ist ob es dann auch erfolgreich fliegt.

Ich denke SpaceX arbeitet so. Es gibt einige Hinweise darauf. So die Betonung bei der Falcon 9 auf die "Engine out Capabilities", also die Möglichkeit ein Triebwerk im Flug zu verlieren. Das könnte nur die Falcon 9 - aus gutem Grund. Andere Raketen lassen es gar nicht soweit kommen. Ich kenne nur einen Fall wo dies ein Designkriterium war. Das war bei der N-1, weil sie 30 Triebwerke einsetzte. Zudem war die Zuverlässigkeit der ersten Generation recht niedrig eingeschätzt worden. Das Kontrollsystem schaltete dann immer ein gegenüberliegendes Triebwerk ab. Das wird auch bei der Falcon 9 so erfolgen müssen, weil sonst der asymmetrische Schub nicht aufgefangen werden kann (so z.B. passiert bei V36 der Ariane 4 - der Schubverlust konnte aufgefangen werden, nicht jedoch die Tatsache, dass sich dei Rakete zu neigen begann. Ich glaube nicht, dass es bei der Falcon 9 funktioniert: Wenn zwei von 9 Triebwerken abgeschaltet werden dann ist das ein Schubverlust von 22 %. Das ist schon eine ganze Menge.

Auch die bisherige Erklärungen für die Fehlstarts deuten recht stark in Einsparungen bei der Qualitätssicherung, allgemein Sicherheitssystemen hin. Klar ist, dass man so einen Start preiswert anbieten kann. Doch geht die Rechnung auch auf? Nehmen wir mal einen Kommunikationssatelliten in den GTO Orbit. Er kostet etwa 2-3 mal mehr als der Start selbst. So kann die Reduktion der Startkosten eine Einsparung von typischerweise etwa 15 % bringen. Durchaus eine Größe die bedeutsam ist. Doch dies muss mit anderen Faktoren verrechnet werden. Was passiert wenn ich den Satelliten verliere, weil die Rakete  einen Fehlstart hat? Wie wirkt sich dies auf die Versicherungsprämien aus? Welche Gewinneinbußen entstehen, wenn der Satellit nun über längere Zeit nicht zur Verfügung steht? Es ist auffällig, das keiner der größeren Anbieter von Kommunikationssatelliten (Loral, Hughes etc.) bislang keinen Start auf einer Falcon 9 gebaucht hat.

Noch mehr verwundert mich die Entscheidung der NASA für das COTS Programm - gerade bei bemannter Raumfahrt ist Sicherheit der wichtigste Aspekt und die kosten kommen dann erst in zweiter Linie. Daher habe ich schon die Vergabe des COTS Deals an SpaceX nicht verstanden - Die Versorgung der ISs von einer Firma abhängig zu machen, die bislang als einzige Leistung 4 Flüge einer 20 mal kleineren Rakete vorweisen kann, von denen nur einer gelang ist schon sehr optimistisch. Das reicht Elon Musk nicht und er hat seine Webgemeinde aufgerufen der NASA Briefe zu schrieben, damit diese eine bemannte Version der Dragon in Auftrag gibt. Ich denke das ist sogar das Langzeit Ziel - denn damit kann man richtig viel Geld verdienen. Auf der anderen Seite will die NASA die Shuttles ausmustern, weil sie Zweifel an deren Sicherheit hat. Dabei handelt es sich um System, das immerhin fast 30 Jahre im Einsatz ist. Ich glaube nicht dass diese Rechnung aufgeht.

Soviel für heute. Ich war in den letzten Tagen ziemlich beschäftigt, aber heute konnte ich endlich mein drittes buch über Lebensmittelkennzeichnung abschließen, das hoffentlich in ein paar Tagen im Handel zu erhalten ist. Mehr darüber an dieser Stelle. Beim Buch über europäische Trägerraketen habe ich die Rückmeldung von einem Korrekturleser, der schon deutlich mehr als sein zugewiesenes Drittel bearbeitet hat während ich von den anderen Beiden mit kleineren Aufgaben noch gar nichts gehört habe. Aber das hat noch Zeit, zumal ich für das Buch auch erst ein Dutzend brauchbare Fotos und noch gar keine Illustrationen habe. Wenn es in einem Monat erscheint, dann ist es immer noch früh genug.

Ach ja, noch ein VideoTip, heute mal passend zu meinem Buch: "Eat it!"

Montag 27.4.2009: Verbrechensprävention

Dank unserer technikbewanderten und engagierten Familienministerin und der Unterstützung durch die größten Provider, ist nun aus der freiwilligen Sperrrung von Kinderpornographie Seiten nun ein Gesetzentwurf geworden, der anders als viele unwichtige Gesetze wie zur Steuersenkung, Dämpfung der Arbeitslosigkeit etc. im Eiltempo durch den Gesetzesweg gebracht wird. Das ist doch ein ganz neuer Ansatz: Anstatt Personen zu verfolgen die nach Kinderpornographie suchen oder die Betreiber solcher Seiten zu verfolgen oder zumindest ihre Server dicht zu machen, blockiert man den Zugang durch effektive Maßnahmen, die von keinem Computerexperten, erst recht nicht von Laien geknackt werden können. Das ist doch vorbildlich!

Ich verstehe nicht, warum dieser Präventivansatz nicht ausgedehnt wird. Denken wir doch mal an Verkehrsverstöße. Sehr beliebt bei meiner autofahrenden Verwandtschaft und Kollegen ist das Thema "gelblitzt werden". Da heute jedes Auto elektronisch gesteuert wird, wäre es doch einfach das Problem auf andere Weise zu lösen: Autofahrer müssen einen Empfänger in die Elektronik installieren. Der bekommt von Sendern, die aufgestellt sind, wo sich das Tempo ändert ein kodiertes Signal mit der Höchstgeschwindigkeit übermittelt - und danach weigert sich die Steuerung einfach schneller zu fahren als die Höchstgeschwindigkeit beträgt. Das kann man ausdehnen auf andere Tatbestände wie Drängeln (Überwachung des Abstandes zum Vordermann) oder Schlangen-Fahren um schneller vorwärts zu kommen (bemerkbar an den Lenkbewegungen).

Dann gäbe es noch diese Amokläufer. Keiner hat bislang seine eigene Schusswaffe benutzt. Schon vor 10 Jahren gab es in meinem Lieblingsspiel "Jagged Alliance 2" ein Raketengewehr mit Fingerabdruck-Kodierung, dass nur noch vom Eigentümer abgefeuert werden konnte. Dank RFID Tags in Personalausweisen ist das heute technisch viel einfacher zu machen. Nur wenn ein Signal des Personalausweis RFID Chips empfangen wird und das identisch ist mit dem registrierten Chip, dann kann man die Waffe benutzen. Wenn ich darüber nachdenke, dass wäre auch ein gutes System um Diebstahl zu verhindern: Beim Verkaufen müsste eigentlich nur jedes Gerät mit Elektronik auf einen bestimmten Personalausweis zugelassen werden nur funktionieren wenn dieser in der Nähe ist. Beim Verkauf müsste der Inhaber seine Rechte auf einen neuen Besitzer übertragen - geklaute Ware ist so nicht mehr absetzbar.

Da bald den Kinderpornographischen Seiten die Seiten von Tauschbörsen, regierungskritische Seiten und einiges mehr folgen werden, ist dies nur die mögliche Fortsetzung. Nachdem ja schon per Gesetz protokolliert wird, wo sie surfen und welche Mails sie empfangen (zumindest der Header) wird sicher auch hier bald verhindert werden, dass sie ungewünschte Inhalte abrufen oder zugeschickt bekommen. Es gibt heute doch so tolle Möglichkeiten durch die moderne Technik. Anstatt einem Blockwart kann man auf Providerebene alles abfangen und überwachen. Wie schwierig war es für die Nazis noch zu verhindern, dass "Feindsender" gehört wurden und wie einfach ist es heute geworden.

Ansonsten: Mein Heuschnupfen wird langsam besser. Zumindest sind die Kopfschmerzen wieder weg. Diese Woche will ich etwas kürzer treten und mir ein verlängertes Maiwochenende gönnen. Vroher möchte ich noch eine weitere Lektion für meinen Informatikunterricht an der Dualen Hochschule Stuttgart machen. Das bedeutet das Blog und Website etwas kürzer treten müssen. Heute wieder mal ein Video, dass sich heute morgen auf meinem MP3 Player tummelte: "Ride on Time" von Black Box. Bevor jemand fragt: Natürlich singt nicht das Fotomodell das tanzt.....


Black Box Ride on time

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