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Web Log Teil 12 : 13.11.2006-26.11.2006

Sonntag 13.11.2006: Von der Goldmarie und der Pechmarie

Ich möchte heute mal ein modernes Märchen erzählen. Wie immer fängt es an mit "Es war einmal". Also:

Es waren einmal zwei Freundinnen. Die Pechmarie Tina und die Goldmarie Linda. Weil ich recht schreibfaul bin, kürze ich diese im folgenden mal mit T & L ab. Sie waren seit vielen Jahren Freundinnen, auch wenn sie sich in der Pubertät änderten und dies Spannungen auslöste. Doch immer wieder fingen sie sich und vertrugen sich nach einem Streit wieder.

Schließlich kamen sie auf die Idee zu einem Playback vor Publikum zu singen und viele, die sie sahen, waren von ihnen angetan. Die Goldmarie beeindruckte durch ihr Mienenspiel und die Pechmarie durch ihre Tanzeinlagen. Jeder der sie sah, war von ihnen verzaubert, auch wenn L sehr bald viel mehr Fans hatte weil sie unglaublich schön und gut gebaut war. T war auch sehr schön, doch nicht so schön wie L und sie trug hässlichen Schmuck im Gesicht. Auch Charakterlich unterschieden sich die beiden. T war ziemlich dumm, impulsiv, oberflächlich und jähzornig. L dagegen schlau, grüblerisch, vorsichtig und misstrauisch. Die einzige Gemeinsamkeit die sie hatten, war, dass sie beide extrem stur waren.

Die beiden wurden überregional bekannt und bald kamen sie auf die Idee einen Fanclub zu gründen. Dabei half ihnen die böse Stiefmutter von T, die widerwärtige Walpurga, die sich selbst nur "W.W" nannte. Wie alle Stiefmütter hatte W.W. einen bösen Charakter. Sie war unhöflich, litt unter Paranoia und kannte keinerlei Moral. Und wie alle Stiefmütter kümmerte sie sich nicht um ihre Stieftochter T, bis diese erfolgreich wurde. Schon nach wenigen Tagen konnten sich die beiden vor Fanpost nicht mehr retten und brauchten mehr Zeit zum Beantworten der Post als sie hatten. Nun trat der schlaue Luck, besser bekannt als S.L. auf sie zu und bot ihnen an, die Fans zu betreuen und auch ein schönes Lokal für sie zur Verfügung zu stellen. Da könnten sich die Fans untereinander unterhalten und T & L müssten nicht jedem einzelnen antworten. Außerdem könnte man von den Fans Eintrittsgeld verlangen und Geschäftsleute würden für Werbung zahlen. L war nicht gut zumute, doch W.W drängte die beiden das Angebot anzunehmen.

So hatten die beiden bald ein großes Fanlokal und die Zeitung, das Radio und das Fernsehen wurde auf die beiden aufmerksam. Es erschienen Artikel über sie und sie bekamen immer mehr Fans. Bald gab es jedoch Ärger, weil die Fans ganz versessen auf die Bilder der Goldmarie waren. Die Pechmarie und ihre Schwiegermutter waren ganz sauer. Einer der ersten Fans war der blöde Leopold, allgemein B.L. genannt. Alle nannten ihn blöde, weil er jedem half der ihn darum bat und sich vielen auch aufdrängte, die ihn nicht darum baten. Er sah, dass vieles im Fanlokal nicht in Ordnung war und man mit einigen Änderungen viel mehr Fans betreuen konnte. Er sagte dies zu T, die er zufälligerweise kennengelernt hatte, doch T hatte kein Interesse. Sie hatte eigentlich überhaupt kein Interesse an einem persönlichen Kontakt zu einem Fan oder daran etwas für diese zu tun, ganz anders als L, die jeden Tag ins Vereinslokal kam, ihre Post beantwortete und mit den Fans, die sie antraf, redete. Als nach einem Fernsehauftritt das Lokal fast gestürmt worden wäre, schlug S.L. vor ein größeres Lokal anzumieten, doch T. sagte einfach "Mach es zu, wenn zu viele Leute kommen". L stimmte dem schließlich zu. W.W war unzufrieden über S.L, und dass L bei den Fans mehr ankam und sie begann unter lustigen Namen wie "Kohl Michel" (K.M) böse Dinge über beide zu schreiben. Außerdem wollte W.W bestimmen, was die beiden machen sollten und was sie singen sollten. L wurde darüber ungehalten, doch T hielt zu der bösen Schwiegermutter. Außerdem sollte das Geld für neue Auftritte, die nun bezahlt werden sollten, nicht mehr wie vorher geteilt werden. Als es einmal Streit gab, klebte W.W die Postfächer von L zu, damit diese nicht mehr an die Post kam und T trat nicht für ihre Freundin ein. Das war der Anfang des Ende der Freundschaft zwischen der Pechmarie und der Goldmarie.

So gab es immer mehr Streit zwischen den vieren. Schließlich beschlossen W.W und T sich von S.L zu trennen, der daraufhin mit der Kasse durchbrannte. W.W fing einen Prozess gegen S.L an, verlor ihn jedoch. Sie brauchten nun ein neues Vereinsheim. B.L., der schon immer den beiden helfen wollte, bot nun erneut seine Hilfe an. Er war ein begnadeter Einrichter und konnte aus einem billigen Schuppen innerhalb kürzester Zeit ein schönes und gemütliches Vereinsheim zaubern. W.W sagte dazu nichts, nachdem sie sich schon in S.L. geirrt hatte. T sah, dass sie einen Idioten hatte, der ihr ein schönes Heim einrichten konnte und gab ihm den Auftrag. Doch L war nicht einverstanden. Für sie als Künstlerin, war das Vereinsheim zwar zweckmäßig und erfüllte alles was sich die Fans erhofften, doch es war nicht schön genug. Es fehlten die filigranen Verzierungen.

Da traf T auf der Straße die dumme Petra (D.P). Sie war völlig verschossen in die beiden Mädchen. Sie hätte alles getan um ihnen nahe zu sein, aber sie verstand nichts vom Einrichten des Heimes. Doch T schmeichelte es, eine willfährige Dienerin zu haben, die alles tat was sie sagte und so lies sie diese einen anderen Schuppen einrichten. Sie konnte es jedoch nicht und so tat dies eine Freundin für sie. Als sie dies als ihr Werk ausgab, verärgerte sie ihre Freundin und diese verließ die dumme Paula. So stimmte in dem schnell eingerichteten Heim dann nichts. es gab kaum Platz für die Fans, es war alles schief und krumm und überhaupt nicht schön. Trotzdem verkündete T alleine, dies wäre nun das neue Vereinsheim. Als dies L sah, war sie geschockt. T und W.W sagten zu ihr: "Nimm es wie es ist oder gehe!" - und das tat sie dann auch. Während dessen hetzten W.W. und T öffentlich vor den Fans gegen S.L, damit diese in die das neue Vereinsheim einzogen und das alte verließen.

B.L. war verärgert und wollte seine Arbeit nicht umsonst sein lassen und machte ein inoffizielles Heim auf. Die meisten Fans fanden sich nun im neuen offiziellen Heim ein und der eine oder andere verirrte sich auch in das Heim von B.l., wo sie beeindruckt waren, von den vielen schönen Dingen die sie dort über T & L lesen konnten. Die Fans fragten - "Wo ist unsere Goldmarie?" und T vertröstete die Fans: "Sie kommt bald". Doch die Goldmarie wollte nicht mehr. Zu oft hatte sie Demütigungen von der bösen Pechmarie einstecken müssen, die unter dem Einfluss der widerwärtigen Walpurga immer böser wurde. Sie stieg auf ihren Schimmel und ritt in den Sonnenuntergang. Nur zu bestimmten Zeiten ging sie an eine geheime Telefonzelle und Fans konnten mit ihr reden.

B.l. suchte den Kontakt zu L, nachdem er von T so enttäuscht war und sie trösteten sich gegenseitig. Nachdem die Fans immer lauter nach L begehrten überwand sich T bekannt zu geben, dass sie sich getrennt hatten. Nun redete sie nicht mehr zu den Fans direkt, sondern veröffentlichte jeden Tag einen Bericht über ihr persönliches Leben. Doch B.L redete mit den Fans, versuchte L zu überzeugen auch mit den Fans zu reden und schrieb immer mehr über T&L. Als er unvorsichtigerweise erwähnte, er hätte Kontakt zu L, von der T seit Wochen nichts mehr hörte, wurde T wütend auf B.L. Sie schrieb ihm: "Entweder Du verschwindest sofort aus Deinem Fanhaus oder ich mache dich fertig". Und als dies B.L. nicht tat, schmiss sie ihn aus ihrem Fanheim heraus. D.P., mit der B.L vorher über gemeinsame Feste geredet hatte, nahm ihm den Schlüssel ab und schmiss ihn kommentarlos aus dem Heim.

Die Fans fragten sich nun warum B.L. herausgeworfen wurde, war sein inoffizielles Heim doch sehr beliebt und er eines der aktivsten Mitglieder im Heim. Die Fans kritisierten T und forderten, dass B.L. zurück geholt wurde. Erst dann begann T mit den Fans zu reden und jammerte "B.L. ist ein schlimmer Mensch, der mich verfolgt". Viele kannten jedoch B.L. und konnten dies nicht glauben, doch einige glaubten es und belästigten B.L. verklebten sein Postfach und rissen Reklame von den Wänden. B.L., der die Einnahmen der Reklame L versprochen hatte, musste diese dann aus der eigenen Tasche bezahlen. B.L. stimmte zu, dass er in seinem Vereinsheim nun nichts mehr über T bringen würde, sondern nur noch über L, damit T ihre Lügen und Verleumdungen einstellte.

Doch dies reichte T nicht. Als B.L. einen Riesenstapel Zettel anstatt einem aus der Auslage von dem Vereinsheim mitnahm und dies bemerkt wurde, reichte es T. und W.W. nicht, dass er diese ersetzte, nun begannen sie B.L. zu erpressen und kündigten an dies seinem Arbeitgeber zu melden und zur Polizei zu laufen. Die widerwärtige Walpurga die aus dem Osten Deutschlands kam, wo man viele Erfahrungen hatte, wie man unliebsame Meinungen unterdrückte, nutzte dies um B.L. soweit einzuschüchtern, dass ihm schließlich sein Seelenfrieden wichtiger war als sein Vereinsheim. Schließlich hatte T erreicht was sie wollte: B.L gab auf und ging zu L in die Verbannung.

Doch auch T hatte verloren. Die meisten ihrer Fans waren nun verschwunden. Sie hatten gesehen wie T, ohne einen Grund zu haben, B.L. fertig gemacht hatte, nur weil ihr sein Vereinsheim nicht gefiel und sie sahen, dass T nicht nur dumm sondern auch böse war. Außerdem war nun bei T auch die Hemmschwelle gegenüber den Fans gefallen. Fans die eine andere Gruppe "Toronto Herberge" mochten, wurden von ihr beschimpft. Wer es wagte, in ihrem Vereinsheim Reklamezettel zu verteilen, wurde von ihr gewatscht und herausgeschmissen. Das einzige, was ihre Fans nun von ihr zu sehen bekamen, war der tägliche Bericht in dem sie beschrieb wie sie Plätzchen backt oder Musik hört. Einige wenige Fans pilgern jeden Tag zu diesem Zettel, doch das Vereinsheim ist nun leer. Die Presse und das Fernsehen interessieren sich schon lange nicht mehr für T. Doch sie glaubt sie wäre ein Star, ganz im Gegensatz zu L, die nun eine Arbeit angenommen hat und glücklich und zufrieden bis an das Ende ihrer Tage lebt.

Donnerstag 16.11.2006: Von Erfahrungen

Man lernt nie aus, und man lernt immer neues kennen. Manchmal möchte man aber auch auf Erfahrungen verzichten. Kennen sie die Bösewichte im Film ? Typen wie der Terminator ohne Moral oder die bösen im Western die einen anderen erschießen, nur weil er beim Spiel beschissen hat. Diese Leute sind so schwarz-weiss gezeichnet, dass man nicht glaubt es gäbe sie wirklich. Doch das ist ein Irrtum. Solche Menschen gibt es wirklich. Der einzige Unterschied zum Film ist dass sie ihre Bösartigkeit unter eine Maske verstecken und man nichts von ihr bemerkt, bis man aus irgend einem Grund Ärger mit Ihnen bekommt. Manche können oberflächlich sogar recht offen und freundlich sein.

Tief in Ihnen gibt es jedoch keine Moral, kein Mitgefühl, kein Verständnis, keine Kompromissbereitschaft, nur Egoismus. Um ein relativ kleines Ziel zu erreichen, wie z.B. dass jemand der sie kennt nichts von ihnen anderen sagt, gehen sie soweit ihn öffentlich zu verleumden, drohen ihm mit massiven Folgen für sein privates und berufliches Leben. Was haben sie dann für eine Wahl ? Prozesshansel zu werden wie diese Leute es offensichtlich sind ? Eine öffentliche Schlammschlacht, bei der nur das Publikum profitiert ? Standhaft bleiben, mit dem Zwang überall Erklärungen abzugeben. und der Folge, dass man danach wohl ein Fall für den Psychiater ist? Wenn einem das eigene Seelenleben und die Gesundheit lieb ist hat man bei solchen Leuten nur die Möglichkeit nachzugeben.

Deswegen kommen sie auch damit durch. Was bleibt? Ich habe im Umfeld dieser Leute auch andere kennen gelernt. Eine Person, zu der man nicht leicht Zugang bekommt, aber die ein ehrlicher Charakter ist. Freundschaften zu Leuten in den USA und Kanada die ich nie vorher kannte. Die Zustimmung vieler für etwas was ich auf die Beine gestellt habe, auch wenn es denen für die es bestimmt war immer ein Dorn im Auge war und die Gewissheit, dass ich schon die nächste kenne, die das Opfer dieser Menschen sein wird.

Es wird wohl noch Wochen dauern bis ich das erlebte richtig verarbeitet habe und auch nur daran denken kann wieder zur Normalität überzugehen. Irgend jemand hat mal gesagt: Aus Krisen geht man gestärkt hervor. Das ist bei mir nicht richtig. Ich habe vor 10 Jahren mal die Erfahrung gemacht wie es ist gemobbt zu werden und Monate für die Verarbeitung dessen gebraucht. Im Prinzip ist das was in den letzten Wochen über mich hereingebrochen ist mit dem vergleichbar, und trotzdem trifft es mich genauso wie das Mobben vor 10 Jahren. Ich hoffe nur, ich kann diese Menschen und das erlebte schneller vergessen als damals.

Sonntag 19.11.2006: With a little Help from my Friends

"What do you do if I sang out of tune, would you stand up and walk out on me?" So beginnt einer meiner Lieblings Beatles Songs. "With a little Help from my Friends". Und es ist erstaunlich wie viele Freunde man hat von denen man nichts weiß. Leute die ich nur per Mail kenne geben mir Ratschläge und Trost, muntern mich auf nicht aufzugeben. Personen die ich vorher nie kannte, und die in etwa den Braten gerochen haben melden sich bei mir um mir ihre Solidarität zu versichern.

Manchmal muss man über seinen Schatten springen. Nicht immer ist Nachgeben das beste und manchmal sollte man seinen Argwohn gegen bestimmte Berufgruppen die von bestimmten Leuten ausgenutzt werden um anderen Ärger zu machen ablegen. Vor allem aber steigt man nur einmal in den selben Fluss wie es mal ein Sprichwort ausdrückt. Ich habe erstaunlich schnell den Ärger und die Enttäuschung verwunden. Nicht zuletzt weil ich gesehen habe, dass es Leute gibt die mich nie persönlich kennen gelernt haben und die mir trotzdem helfen wollen. Auch der Ärger über bestimmte Personen wird kürzer wenn man sich immer wieder über diese ärgern muss. Sicher dauert es noch eine Weile bis wirklich alles erledigt ist, auch innerlich. Doch ich habe begonnen wieder in den Alltag zurückzukehren. Seit gestern ist zum ersten Mal seit Wochen wieder ein neuer Aufsatz online - Über astronomische Satelliten und diesem wird noch eine ganze Serie folgen. Vielleicht schreibe ich aber auch noch ein paar Märchen, das letzte hat mir richtig Spaß gemacht und dabei gibt es ja noch so viel zu erzählen.

Montag 20.11.2006: 85,9

Nein 85,9 ist kein neuer Radiosender für Leute bei denen unter 87.5 MHz noch was geht. 85.9 ist die Anzeige meiner Waage heute morgen. Das ist zwar noch nicht mein Normalgewicht (Ich bin 1.76 groß, da liegt das Normalgewicht zwischen 65.1 und 80.5 kg), aber es sind exakt 20 kg weniger als vor weniger als 5 Monaten - am 28.6.2006 - mit meiner Diät angefangen habe. Tja und darauf bin ich irgendwie stolz, zumal man mit 41 ja nicht mehr so leicht abnimmt wie mit 20 oder 30.

Nun ja ich bin ja auch Lebensmittelchemiker und habe mal Ernährungslehre gehört und das auch in der Schule ein paar Jahre gehabt. Ich musste also nur das anwenden was ich schon wusste. Und so geht's für die die es nachmachen wollen:

Für mich ist das Schwimmen. Ich gehe 4 mal die Woche schwimmen und nutze die eindreiviertel Stunde im Bad voll aus. Ich muss nicht schnell schwimmen, aber so dass es anstrengt und ich das Tempo über die 105 Minuten durchhalten kann. Ich war zuerst skeptisch, weil ich ja als ich anfing nicht gerade ästhetisch aussah (nun immerhin etwas besser) und mich vor den Blicken fürchtete, aber das war nicht der Fall. Im Gegenteil, ich bin nicht der einzige Dicke dort der schwimmt. Das Schwimmen bringt wahrscheinlich erheblich mehr als das Essen. Ich schätze 60 % des verlorenen Gewichts gehen nur aufs Schwimmen. Ich merke dass immer daran, dass ich danach 800 g weniger wiege, weil mein Körperglykogen abgebaut wurde und in den Wochen in denen das Hallenbad zu hatte habe ich kaum abgenommen.

Es hat nur einen Nachteil: Man nimmt da ab wo die Muskeln beansprucht werden, also nicht gerade am Bauch. Doch da ich inzwischen mein Zielgewicht von 80 auf 75 reduziert habe denke ich bekomme ich das auch noch hin. Inzwischen bin ich soweit meinem Plan voraus, dass ich an Weihnachten sogar eine Pause machen kann um mein (damals festgesetztes Endziel) von 80 kg zu meinem Geburtstag am 3.2 zu erreichen.

Bei meinem Urlaub in den Alpen habe ich gemerkt, dass ich nun um einiges fitter bin als früher. Doch warum habe ich es gemacht ? Nein, nicht weil ich unzufrieden mit meiner Figur war oder schlechte Werte hatte (im Gegenteil). Sondern aus dem gleichen Grund warum es nun auch ein Weblog gibt - Ich fange an über vieles anders zu denken und anders zu machen. Und als mich mich mal jemand angestoßen hat "Dann ändere es doch einfach" habe ich es auch getan. Nun hoffe ich nur, dass ich den richtigen Zeitsprung zum Abspringen erwische. Als ich 17 war habe ich das auch mal gemacht - und irgendwie den Zeitpunkt verpasst und erst aufgehört als ich so 50 kg wog. Nun ja bis dahin sind es ja noch knapp 35 kg....

Freitag 24.11.2006: Von Visionen

Wer sich mit Raumfahrt beschäftigt kennt sicher Jesco von Puttkamer. Jesco von Puttkamer ist 1962 zur NASA gestoßen, arbeitete an dem Apollo Programm und Anfang der siebziger Jahre bekam er eine Stelle in Washington, wo er seitdem verantwortlich für die Langzeitplanungen und Zukunftsvisionen der NASA ist. Er ist Autor zahlreicher Bücher im deutschsprachigen Raum, die sich mit bemannter Raumfahrt beschäftigen.

Eines ist auffällig und es ist natürlich aus seiner Vita verständlich: Es ist die Begeisterung für Visionen. Liest man sich sein Buch "Der erste Tag der neuen Welt" an, so fragt man sich unwillkürlich wie er auf diese kommt. Dieses Buch wurde nach dem Erstflug des Space Shuttle geschrieben, also 1981. Schon damals wusste man, dass der Shuttle nie so oft fliegen würde wie geplant und so preiswert sein würde. Trotzdem findet man einen Flugplan von 50 Flügen pro Jahr, Atommüllentsorgung zur Venus, Fernmeldesatelliten mit 65 m großen Antennen und Stromerzeugung im All.

In den folgenden Büchern hat er die Visionen für die Zukunft immer weiter heruntergeschraubt, aber immer hat ihn die Wirklichkeit eingeholt. Nun daran ist natürlich ein seit 1966 ständig sinkendes Budget für die NASA Schuld (gemessen am Gesamthaushalt). Dazu kommen Katastrophen wie Challenger und Columbia und zahlreiche Fehlplanungen, wie die ISS.

Immer wieder gibt es Planungen für neue Expeditionen. Jetzt geht es zum Mond, allerdings soll es anders als Apollo aus der Portokasse finanziert werden, d.h. durch Einsparungen an anderer Stelle. Und immer wieder kommt die Marsmission ins Gespräch, die sicher noch erheblich teurer als Apollo werden würde (Wernher von Braun rechnete mit etwa den dreifachen Kosten von Apollo, was in meinen Augen eine realistische Einschätzung ist). Doch glaube ich dazu wird es nicht kommen.

Apollo war ein Produkt seiner Zeit. Zum einen einer Aufbruchsstimmung die man damals in den USA hatte, aber auch bei uns, als die Wirtschaft boomte. Vor allem aber war es ein nationales Ziel. Das Ziel war nicht den Mond zu erforschen, sondern dies vor der UdSSR zu tun. Es ging nicht um eine Vision, es ging darum die Russen zu schlagen, die amerikanische Flagge auf dem Mond zu hissen. Deswegen glaube ich werde ich keine bemannte Marslandung mehr erleben. Alle Projekte die es seitdem gab waren nicht visionär, sie waren Folgen der verfügbaren Technik, nationaler Stolz oder wirtschaftlich bedingt. Der Shuttle sollte den Transport verbilligen, die ISS sollte ursprünglich als "Freedom" die russische Dominanz bei Langzeitflügen brechen. Mehr gab es eigentlich nicht in den letzten 30 Jahren.

Machen wir uns nichts vor : Teure Raumfahrtprojekte sind Luxus. Solange man auf der Erde Probleme hat wie Kriege, Arbeitslosigkeit, Umweltprobleme wird man nicht Zig Milliarden in eine bemannte Marslandung investieren. Und wir haben genug Probleme auf der Erde. Ich bin Raumfahrt begeistert, aber ich habe auch eine Vision: Das es der Menschheit einmal gelingen wird im ökologischen Gleichgewicht zu leben. Das man nicht die Ressourcen ausbeutet und die Umwelt verschmutzt. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Das einfachste wäre es zu beginnen die Weltbevölkerung zu reduzieren. Ich sage es mal ganz klar : Für 7 Milliarden ist kein Platz. Die Ressourcen reichen etwa für die Hälfte, noch weniger wäre sinnvoll. Anstatt Geld in Waffen zu investieren wäre es besser dies in Geburtenkontrolle zu tun. Als zweites käme die Verbesserung der Lebensumstände. Wem es gut geht, der bekommt weniger Kinder. Wenn alle auf der Welt zumindest nicht in Hunger leben wäre viel erreicht. Doch ich glaube auch diese Vision werde ich nicht erleben.

Sonntag 26.11.2006: "Man rated"

Man rated - diesen Begriff findet man immer wieder in der Raumfahrt. Was damit gemeint ist habe ich schon an anderer Stelle erklärt, doch diesmal auch für die Allgemeinheit. Im Prinzip meint man damit das etwas für den bemannten Raumflug geeignet ist. Da man Kapseln, Raumgleiter oder Sicherheitssysteme wie einen Fluchtturm eigentlich nur für den bemannten Transport konstruiert hat sind sie automatisch "man rated". Es gibt keinen Fall wo man aus einem unbemannten Raumfahrzeug ein bemanntes gemacht hat, aber den umgekehrten Weg ist man gegangen: Der Raumtransporter "Progress" ist eine umgebaute Sojus Kapsel.

So findet man den Begriff nur bei Trägerraketen die üblicherweise beides transportieren: Menschen und Gegenstände. Wie jedes technische System ist eine Trägerrakete so konzipiert, dass man einen Kompromiss eingeht zwischen Sicherheit und Leistung. Bei den besten Trägerraketen die wir haben beträgt die Nutzlast etwa 5 % der Startmasse für einen erdnahen Orbit und etwa 2 % für den geostationären Übergangsorbit, in den heute am meisten Nutzlasten befördert werden. Das lässt nicht viel Spielraum für Sicherheit. Eine Rakete ist z.b. so ausgelegt, dass sie etwa 10-15 % höheren aerodynamischen Belastungen aushält als vorgesehen. Bei einem Flugzeug beträgt die Sicherheitsspanne 40 %. Würde man eine Rakete mit einer Sicherheitsspanne von 40 % konstruieren, so würde die Leermasse erheblich ansteigen und die Nutzlastmasse rapide abnehmen.

Ein Passagierflugzeug mit 2 Triebwerken kann noch fliegen wenn eines ausfällt. Bei einer Trägerrakete kann man diese Redundanz nicht vorsehen. Neben dem Anstieg der Leermasse erhöht die natürlich auch die Belastung auf die Struktur, der Schub ist doppelt so groß und die Schubspitzen ebenfalls. Da ein Triebwerksausfall auch bei mehreren Triebwerken üblicherweise das Scheitern einer Mission bedeutet geht heute eher der Trend zu weniger Triebwerken.

Was macht dann man-rated aus? Nun dieser Begriff hat keine absolute Bedeutung. Bei den ersten Trägerraketen die verfügbar waren bestand "man-rated" de Faktor nur darin dass man die Kontrollen bei der Herstellung verschärfte und einige zusätzliche Systeme einbaute die eine Fehlfunktion rechtzeitig erkennen konnten um die Kapsel an der spitze der Trägerrakete rechtzeitig abzusprengen bevor die Rakete außer Kontrolle gerät oder explodiert.

Richtige Gedanken hat man sich erst bei der Konstruktion der Saturn I und später der Saturn V gemacht. Sie waren die ersten Trägerraketen bei denen man schon bei der Konstruktion wusste, dass sie Menschen ins All tragen sollten. Wie bekam man dies hin ? Nun zum einen konnte man natürlich Redundanzen einbauen, wo es keine wesentlichen Auswirkungen auf die Leermasse hatte, z.b. bei dem Computer. Dieser war dreifach redundant ausgelegt und zu jedem Datenwort gab es 2 Bits um Fehler zu erkennen. Bei der Konstruktion ging man insgesamt sehr konservativ vor, d.h. nahm eine höhere Leermasse in Kauf zugunsten einer höheren Sicherheit.

Vergleich F-1 / SSME / RS-68 Vor allem aber erreichte man Sicherheit durch extensive Tests. Im Mittelpunkt des Interesses standen hier natürlich die Triebwerke. Die linke Grafik zeigt einen Verglich des Testprogramms dreier Raketentriebwerke. Zum einen das RS-68, ein Triebwerk das aus dem SSME entwickelt wurde und in der Delta 4 eingesetzt wird und für unbemannte Starts qualifiziert ist. Nach weniger als 180 Tests hat man den ersten Flug mit diesem Triebwerk gewagt. Das nächste ist das SSME, das Triebwerk des Space Shuttles. Dieses wurde wesentlich intensiver getestet, nach 730 Tests, also 4 mal als bei dem RS-68 wagte man den ersten Flug. Das F-1 Triebwerk war bei 700 Tests noch in der Entwicklungsphase, aber wies nur wenig mehr vorzeitige Abbrüche des Tests auf als das SSME zu einem Zeitpunkt als man es schon für den Flugeinsatz vorsah. Nun begann erst das Testprogramm des F-1. Der erste Flug (bei nur wenig mehr vorzeitigen Abbrüchen) fand nach 2471 Tests statt ! Das geht natürlich nicht auf diese Grafik, diese müsste dazu 4 mal breiter sein. Ein Problem beim F-1 wie auch allen Triebwerken vorher waren Verbrennungsinstabilitäten. Diese konnten zur Triebwerkszerstörung führen. Man hat beim F-1 Triebwerk diese gezielt provoziert indem man Sprengbomben in der Brennkammer platzierte, deren Schutzumhüllung nach wenigen Sekunden durch die Hitze zerstört wurde. Diese Versuche wurden so lange durchgeführt bis man durch Modifikationen des Einspritzkopfes die Instabilitäten beseitigt hatte (verstanden hat man das Phänomen bis heute nicht vollständig).

Solch intensive Testprogramme sind teuer. Haben Triebwerke sie einmal durchlaufen und sind sie dann auch noch im Einsatz zuverlässig (dies gilt sowohl für die Triebwerke der Saturn wie des Space Shuttle) so ist die Versuchung natürlich groß diese erneut einzusetzen. Bei den ersten Entwürfen für das Space Shuttle war so auch gedacht das F-.1 Triebwerk anstatt Feststoffboostern einzusetzen. Später waren sie immer wieder in der Diskussion für projektierte Schwerlastraketen. Selbst bei den nun zu entwickelten Raketen Ares I+V wurde ihr Einsatz vorgeschlagen.

Für diese hat die NASA keine große Auswahl an Triebwerken. Im Prinzip gibt es die SSME und die Triebwerke der Saturn V (F-1 und J-2). Das F-1 arbeitet mit Kerosin/Sauerstoff und eine Erststufe mit diesen Treibstoffen wäre zu teuer. Bleibt noch das J-2, das noch während des Saturn Programms zum J-2X weiterentwickelt wurde. Die Entwicklung des J-2X hatte das Ziel durch einen geschlossenen Kreislauf der Abgase wie beim späteren SSME den Schub und die Energieausbeute zu steigern. Auch dieses wurde in den sechziger Jahren extensiv getestet und war für den Einsatz in verbesserten Saturn Trägerraketen gedacht.

Es gab in den letzten beiden Jahren hier Diskussionen, die seltsamerweise darauf hinaus liefen, dass man die SSME (von denen man noch eingelagerte Exemplare hat und weitere kommen nach Stilllegung der Shuttle Flotte hinzu) durch das J-2X ersetzte. Das erscheint widersinnig, da dieses Triebwerk erheblich älter ist und anders als das SSME niemals im Einsatz war. Wahrscheinlich sprechen wirtschaftliche Gründe dafür. Das war wohl auch der Grund, warum man auf das RS-68 bei der größeren der beiden Raketen gewechselt ist. Dieses ist nicht man rated, aber diese Rakete soll auch nicht Besatzungen transportieren, sondern Fracht in einen Erdorbit. Die letzte Stufe verwendet dann wiederum ein J-2X, so dass auch hier wieder ein "man rated" Triebwerk eingesetzt wird.

Natürlich fehlte es nicht an Vorschlägen von Boeing und Lookheed-Martin die Technologie ihrer Raketen (Atlas V und Delta 4) einzubringen. Doch in internen Untersuchungen schätzte man die Kosten diese Raketen "man rated" zu machen so hoch ein, dass es billiger wäre auf 40 beziehungsweise 30 Jahre alte Triebwerke zurückzugreifen. Wer hätte das gedacht - Die von Wernher von Braun entwickelte Triebwerkstechnologie aus den sechziger Jahren wird 50 Jahre später erneut eingesetzt um wieder zum Mond zu fliegen - Gibt es eine schönere Hommage an dieses Genie der Raketentechnik ?

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