Home Site Map Sonstige Aufsätze Weblog und Gequassel counter

Web Log Teil 112 : 17.5.2009-23.5.2009

Sonntag 17.5.2009: Von Quellen

Die Kommentare von Max zum Blog "Die wichtigen Fragen stellen" haben mich mal bewogen was zu der Zuverlässigkeit von Quellen zu sagen. Der in beiden Fällen zitierte Zubrin ist ja in Raumfahrtkreisen kein Unbekannter. Er hat vor etwa 15 Jahren einen "Mars-Direct Plan" entworfen, der einen interessanten Ansatzpunkt beinhaltete (Die Treibstoffgewinnung auf dem Mars), aber auch Dinge die so nicht machbar sind, wie z.B. die ganze Reise in einem Raumschiff durchzuführen (egal ob interplantare Mission oder Mars Oberflächenmission oder Landung). Später hat er dann noch eins drauf gelegt und diesen Plan zur Terraformierung veröffentlicht, und die Mars Society gegründet, von der ich auch Post bekommen habe, weil eine realistische Sicht der Dinge nicht ihren Paradigmen entspricht. Mein Eindruck von den Gesprächspartnern war kein guter, ich habe elementare Kenntnisse in der Naturwissenschaft und Technik vermisst.

Mein persönlicher Eindruck von Zubrin ist, der, dass er eine bestimmte Vorstellung hat wie etwas gehen sollte und basierend auf Fakten sich dann eine Hypothese überlegt die zu seinen Vorstellungen passt. Zumindest bei seinem Marsplan hat dies ja die NASA gemacht. Das Problem war nicht die Konzeption (die in einem wesentlichen Punkt in "semi-direct" also nicht direkter Landung geändert werden musste, sondern die irrealen Kostenansätze. Basierend auf den heutigen Kosten pro Kilogramm wären alleine die Startkosten mit entwickelten Trägerraketen höher als die Gesamtkosten die Zubrin ansetzt. (Damalige Berechnung rund 8 ;Milliarden Dollar für eine Marslandung - 800t in eine Erdumlaufbahn transportiert kosten heute genauso viel).

Was ist nun zu der Angabe zu sagen? Also ich schaue mir erst mal an wo es publiziert wurde - Die Webadresse ist "http://www.users.globalnet.co.uk/~mfogg/zubrin.htm" - Das sieht irgendwie nicht nach oder nach www.nnature.com oder www.nasa.gov aus. Das Seitenlayout ist nicht professionell gemacht. Das spricht schon mal nicht für eine professionelle Veröffentlichung. Dann könnte man sich mal die Links unten anschauen - keiner ist jünger als von 1993. Die Marsforschung von MGS, Pathfinder, Mars Express, Odyssey, MRO, MER und Phoenix kann also nicht mit einfließen.

Liest man genauer nach, so sieht man dasselbe Muster wie beim Mars direct Plan: Man fange mit Tatsachen an und vermische diese dann mit eigenen Annahmen die einem ins Konzept passen. In diesem Falle enormen Kohlendioxid Reservoirs die man leicht freisetzen kann. Dann noch ein paar optimistische Annehmen wie dies geschehen kann und zack ist das Ergebnis so wie man es haben will.

So, dann sollte man sich aber auch die Mühe machen die Formeln zu benutzen. Formel 1 ist das Modell des Treibhauseffektes anhand von Kohlendioxid. Nimmt man diese Formel, so braucht man um die Temperatur auf der Erde zu erreichen einen Druck von rund 3.5 Bar Kohlendioxid.(T=288 K). Das sind deutlich andere Daten - klar, dass Papier geht auch nur von so niedrigen Temperaturen aus, damit Mikroorganismen gerade noch existieren können - doch dann kann auch der Mensch nicht auf dem Mars leben (zumal dieser Sauerstoff braucht - Den können zwar Pflanzen produzieren, aber dann verbrauchen sie auch Kohlendioxid. Was dabei gerne vergessen wird: Damit die Temperatur bleibt, wird permanent eine größere Menge Kohlendioxid auf dem Mars in der Atmosphäre vorhanden sein müssen. Auf der erde bewirken 5 % CO2 Kopfschmerzen und 8 % sind tödlich. Das entspricht (wenn man 5 % als maximale Grenze nimmt) einem tolerierbaren Partialdruck von 50 hPa, oder

Das nächste sind Annahmen: Annahmen über riesige unterirdische Kohlendioxidvorkommen und wie diese einfach durch eine Temperaturerhöhung von 4 Grad freigesetzt werden könnten. Nun dagegen ist einiges zu sagen. Zum einen schwankt die Temperatur des Mars schon heute um mehr als 4 Grad, bedingt durch die elliptische Umlaufbahn. So müsste der Effekt heute schon beobachtbar sein, er ist aber nicht beobachtbar. Im Gegensatz: Im sonnenfernsten Punkt fällt selbst das Kohlendioxid aus der Atmosphäre aus und die globalen Bodendrücke sinken, weil sich am Südpol eine Kohlendioxidkappe ausbildet.

Das zweite ist, dass nach Modellierungen die Marsbahn und Rotationsachse höchst instabil ist und es in der Vergangenheit schon Perioden gab in denen es global wärmer war. Aufnahmen der Marssatelliten zeigten Spuren von flüssigem Wasser die nur Tausende von Jahren oder wenige Millionen Jahre alt sind, also vor kurzer Zeit war es deutlich wärmer auf dem Mars (bedingt durch die Schwankungen er Umlaufbahn und Rotationsachse). Trotzdem hat dies offensichtlich nicht eine Freisetzung von Kohlendioxid ausgelöst Warum? Weil es keines zum Freisetzen gibt und es nicht über geologische Zeiträume stabil in der Atmosphäre verbleiben kann.

Doch das alles kann man auch einfacher haben. Man kann sich die Quelle anschauen: Aufmachung und Webadresse geben wie ich schon gesagt habe einen Hinweis. Das nächste wäre zu schauen wie alt sie ist. Der Aufsatz muss so von 1993/4 sein, denn es findet sich keine neuere Quelle darin. Das ist bei den vielen Erkenntnissen über den Mars die in den letzten 2 Jahrzehnten gewonnen wurden schon Mittelalter. Wer Google Schoolar nach Zitaten für dieses Dokument aufruft wird 17 finden - 3 davon von den Autoren selbst. Der erste Link, der angegeben wurde, ist dagegen 70 mal zitiert worden. Weiterhin scheinen alle Zitate die Arbeit nur Liste was bisher zu diesem Thema zu zitieren, keiner hat offensichtlich an dem Thema weitergearbeitet und dies obwohl CP McKay, einer der Autoren dieses Thema seit 1982 immer wieder beharkt hat.

Es ist recht einfach heute solche Überprüfungen zu machen. Man sollte sich die Mühe auch machen. Ach ja noch was zum Abschrecken: Ich fand es kürzlich auf meinem MP3 Player und war erstaunt, das dieses Lied es in die Hitparade geschafft hat: Die wohl schlechteste Beatles-Cover Version:


Zum Vergleich das Original



Montag 19.5.2009: Prominente, Werbung und Glaubwürdigkeit

Kürzlich ist mir die Werbung von Dieter Bohlen für eine Wurstsorte, sinnigerweise "der Bruzzler" genannt aufgefallen. Der Spot ist nicht besonders gut gemacht:

Wer den Spot anschaut, dem fallen zwei Dinge auf zum einen die "Künstlichkeit" von Bohlen, die fehlende Natürlichkeit. Zum andern die platten Querbeziehungen zwischen Wurst und Mädchen. (Von der Wurst wird geredet, aber die Mädchen werden gezeigt, wenn es heißt "Mann ist die braun"). Das ist eines der Beispiele für schlechte Werbung. Sie wirkt nicht authentisch. So aufgesetzte Werbung wurde von derselben Firma ja schon mal für dieselbe Wurst mit einem der Akteure von "Die Camper" gemacht. Das passte dann irgendwie noch zum beworbenen Produkt, doch Bohlen den man sonst nur im Maßanzug sieht ist da eine echte Fehlbesetzung, wobei er auch noch parallel werbung für Becel macht also eine Margarine die (angeblich) den Cholesterinspiegel senken soll - Wurst mit viel Cholesterin und Werbung für Cholesterinsenker - gibt es da keinen Interessenskonflikt?

Das ist nur ein Punkt wo ich Werbung nicht glaubwürdig finde. Besonders markant ist es ja bei Prominenten. So halte ich z.B. Heidi Klum angesichts der Psychospielchen bei Germanys next Top Model zwar nicht für eine nette und angenehme Person. Angesichts ihres Erfolgs beim Selbstvermarkten kann man ihr aber eine gewisse Geschäftstüchtigkeit und damit wahrscheinlich auch Intelligenz nicht absprechen. Warum sie dann Werbung für Katjes macht mit "0 % Fett" ist für mich unverständlich. Warum? Die aussage ist dumm. Gummibärchen oder ähnliches enthalten nie Fett, auch nicht bei anderen Herstellern. Man könnte sicher andere Punkte für die Gummis bringen, wie ein guter Geschmack der eventuell sind sie auch energiereduziert (mehr Gelierungsmittel anstatt Zucker). Doch eine Werbung mit einer sinnfreien Aussage schadet sowohl dem Produkt wie auch dem Prominenten.

Manchmal passt auch der Prominente nicht zum Produkt. So hat mal Heino Werbung für McDonalds gemacht - dem nimmt man einfach nicht ab dass er Fast-Food ist. Die Werbung der Nationalelf für Nutella & Go halte ich auch nicht für gerade sinnvoll. Eine Packung besteht aus 39 g Nutella und nur 13 g Keksen. Beides nicht gerade gesund, aber 3 mal mehr Nuss-Nugatcreme (die in Wahrheit größtenteils aus Zucker und Öl besteht) als Kekse machen das zu einer Kalorienbombe mit den Hauptbestandteilen Zucker und pflanzliches Fett. Der Werbespott richtet sich vor allem an Kinder - für die ist eine Packung mit einem Energiegehalt von 1084 kJ aber schon keine Zwischenmahlzeit mehr (auch bei Erwachsenen ist es grenzgängig) sondern eine Hauptmahlzeit. Vor allem verbinde ich mit Sport natürlich so was wie Fitness und Gesundheit. Bei Nutella denke ich aber eher an Übergewicht und Dickmacher. Das ist eigentlich schade - ich würde nämlich eine Nuss-Nugatcreme kaufen die nicht so süß ist. Aber alle Produkte wenden sich an Kinder und enthalten enorm viel Zucker.

Zurück zum Thema: Leidet nicht die Glaubwürdigkeit eines Promis wenn er Werbung für Dinge macht die nicht zu ihm passen oder so dämliche Slogans wie "0 % Fett" von sich gibt? Was ist zu halten von der Intelligenz von Jörg Pilawa wenn er die Produkte der Regenwälder Mühle mit Selbstverständlichkeiten anpreist? Schließlich steht der Promi ja für diesen Werbespot. Ich würde sicherlich Werbung ablehnen für Dinge hinter denen ich nicht stehe. Also für mich wäre es z.B. undenkbar für Verdummungsfernsehen wie "Welt der Wunder" oder "Galileo" werbung zu machen. Aber mir wird solche werbung ja nicht zugetragen und wer weiß, ob ich nicht bei einer entsprechend hohen Summe schwach werde...Immerhin. einige Hundert Euro für Interviews bei diesen Produktionen habe ich schon abgelehnt.

Mittwoch 20.5.2009: Die Lebenszone

In der Diskussion um das Terraformen des Mars wird gerne vergessen, dass er außerhalb der Lebenszone um die Sonne liegt. Zeit einmal dieses Thema näher zu betrachten. Die Lebenszone (habitable zone) ist vereinfacht gesagt, die Zone rund um einen Stern in dem Leben auf einem Planeten dauerhaft existieren kann. Dauerhaft ist relativ zu sehen, da sich Sterne verändern, aber zumindest über einen Zeitraum der auf der Erde benötigt wurde, um Leben hervorzubringen, also im Bereich von mindestens 1 Milliarde Jahre, optimal 3.5 Milliarden Jahre, solange gibt es schon Leben auf der Erde. Neben der allgemeinen Definition gibt es natürlich noch Unwägbarkeiten die dann zu unterschiedlichen Angaben führen. Zeit einmal das zu beleuchten.

Sterne

Nicht alle Sterne sind gleich. Je massereicher ein Stern ist desto mehr Energie gibt er ab. Da die Energieabgabe stärker ansteigt als die Masse leben massereiche Sterne nicht lange genug um die Frist von Milliarden Jahren zu erfüllen. Die O und B Sterne scheiden daher aus - auf ihren Planeten kann sich kein Leben bilden.

Sehr massearme Sterne leben viel länger als unsere Sonne. Von Ihnen (vor allem von den M-Typen) gibt es auch sehr viele: Die meisten Sterne in der Milchstraße gehören zum M-Typ. Da sie aber wenig Energie abgeben, müssen die Planeten recht nahe an sie heranrücken um in der habitablen Zone zu landen. Bei solchen Sternen kommt es dann zu einer gebundenen Rotation infolge er Gezeitenkräfte. Eine gebundene Rotation weist z.B. unser Mond auf - man sieht immer nur dieselbe Seite von der Erde aus. Übertragen auf einen Planeten heißt dies: eine Seite wird dauernd dem Sonnenlicht ausgesetzt sein und die andere ständig im Dunklen sein. Die Bildung von Leben ist dann fast auszuschließen, da die Bedingungen so unterschiedlich sind. Einzige Ausnahme könnte eine sehr dichte Atmosphäre sein, wie bei der Venus, die dann die Wärme wirksam transportiert. In unserem Sonnensystem rotiert der Merkur gebunden, allerdings durch die elliptische Umlaufbahn sehr seltsam: 3 Rotationen des Merkurs entsprechen genau 2 Sonnenumläufen. Bei der Sonne liegt die Grenze für eine Gebundene Rotation bei 0.6 AE.  Bei einem M-Stern dagegen bei 0.4 AE, was bei der geringen Leuchtkraft weit innerhalb der Lebenszone wäre.

Übrig bleiben somit nur eine Bestimmte Klasse von Sternen. Gute Chancen für das Leben bieten die Sterne vom Typ F,G,K und ein Teil der M Sterne. Unsere Sonne mit dem Spektraltyp G liegt in der Mitte des Bereiches. Er umfasst Sterne von 0.8 bis 3.2 Sonnenmassen

Die Zone auf dem Planeten

Die Frage ist natürlich auch: Muss der ganze Planet bewohnbar sein? Auf der Erde z.B. ist die Region in der Pflanzen Photosynthese betreiben können, auf den Bereich zwischen dem -60 und +60 Breitengrad beschränkt. Es gibt zwar in der Antarktis noch Leben, aber dieses Ökosysstem lebt vom Stoffaustausch mit anderen Ökosystemen.60 Grad Breite entsprechen einer Schwankung der Sonneneinstrahlung um den Faktor 2. Oder anders gesagt: Gäbe es keine geneigte Erdachse, so würde beim Annähern von 0.7 AE bei einem 60 Grad Breite dieselbe Strahlung ankommen wie im Äquator bei 1 AE oder in 1.4 AE würde dieselbe Strahlung am Äquator ankommen wie heute bei 60 Grad Breite. Diese Definition wird oft als Grenze für unser Sonnensystem genannt.

Das Wasser Kriterium

Sehr oft wird die Zone an dem Kriterium, dass Wasser in flüssiger Form existieren muss festgemacht. Das setzt als Untergrenze eine Temperatur von 0°C fest, bei der wasser zu Eis friert. Nach oben wird es schwieriger. Die meisten Organismen dürften keine 100 °C aushalten, bei denen Wasser verdampft. Doch schon vorher gibt es ein anderes Kriterium: Wenn die Strahlungsintensität zunimmt (bei der Sonne z.B. nur um 11 %), dann beginnt eine Photolyse des Wassers. Wasser in der Atmosphäre wird dem Kreislauf entzogen und es kommt zu einer fatalen Rückkopplung. Bei Anwesenheit von Wasser bildet sich aus Kohlendioxid und Calciumsilikat Kalziumkarbonat, das Kohlendioxyd bindet. So wird die Kohlendioxidfreisetzung durch Vulkane abgefangen. Fehlt das Wasser, so reichert sich Kohlendioxid in der Atmosphäre an und es kommt zu einem sich selbst verstärkenden Treibhauseffekt, da mehr Wasser verdampft, durch Photolyse verloren geht und so mehr und mehr Kohlendioxyd in der Atmosphäre verbleibt. Das Resultat ist schließlich eine Atmosphäre die enorm viel Kohlendioxyd enthält und bei der enorm hohe Oberflächentemperaturen herrschen - wie auf der Venus.

Das zweite was passieren kann, ist eine negative Rückkopplung: Ist ein Planet zu weit entfernt, fängt das Wasser als Schnee auszufrieren. Der Schnee reflektiert Licht viel besser als Land, wodurch die Oberfläche weniger Temperatur aufnimmt und sich weiter abkühlt - noch mehr Schnee fällt aus. Auch dieser Effekt begrenzt die Zone nach Außen.

TemperaturverlaufDie Entwicklung der Sterne

Jeder Stern verbraucht Wasserstoff und beginnt sich dadurch aufzublähen und intensiver zu leuchten. Diese Entwicklung ist zuerst eine langsame, dann rasch ansteigende. Die Ur-Sonne war vor 4.5 Milliarden Jahren z.B. noch kleiner (92 % des heutigen Durchmessers) und leuchtschwächer (75 % der heutigen Leuchtkraft). Die Lebenszone wandert so nach außen. Da ein Planet aber seine Umlaufbahn nicht ändert, schränkt dies den Bereich auf den Teil ein, der über Milliarden Jahre stabil ist. Im Sonnensystem lag die Zone anfangs zwischen 0.56 und 1.13 AE, heute bei 0.7 bis 1.4 AE. Der gemeinsame Faktor ist daher 0.7 bis 1.13 AE.

Atmosphären

Bestimmte Gase haben einen Treibhauseffekt, so Wasserdampf, Kohlendioxid und Methan. Ihr Einfluss ist nur schwer zu kalkulieren. Auf der einen Seite können sie bei einem Planeten der am äußeren Rand der Lebenszone liegt die Bedingungen verbessern, auf der anderen Seite können sie nahe des inneren Randes sehr schnell einen Treibhauseffekt ergeben der sich selbst verstärkt. (Siehe Venus). Für uns Menschen ist wichtig, das vielleicht mit genügend höherem Kohlendioxid Partialdruck auf dem Mars noch niederes Leben existieren könnte, aber kein höheres und erst recht keine Menschen. Für diese ist eine zu hohe Kohlendioxidkonzentration giftig. Auf der anderen Seite lag die Erde vor 4.5 Milliarden Jahre nahe der Zone wo der äußere Rand der habitablen Zone lag. Nur durch die Atmosphäre die damals viel mehr Treibhausgase als heute enthielt, konnte sich Leben überhaupt entwickeln.

Zusammenfassung

Wo die Grenzen heute verlaufen ist schwierig zu sagen. Je nach Kriterium das angewandt wird. Könnte man die Erde mit ihrer heutigen Atmosphäre im Sonnensystem verschieben, dann wäre die Grenze innen bei 0.95 AE (beschleunigte Photolyse des Wassers - Kohlendioxidanreicherung und positive Rückkopplung). Bei 1.2 AE kommt es zu einer Vereisung des Planeten. In rund 1 Milliarde Jahre wird die Erde am inneren Rand liegen, dann wird es hier ungemütlich.

Die folgende Abbildung zeigt eine Simulation des Bereichs der Oberflächentemperaturen bei unveränderter Atmosphäre. Sie berücksichtigt auch, dass die Oberfläche anfangs noch viel mehr Wärme hatte und radioaktive Elemente durch ihren Zerfall weitere Energie produzierten, Auf der Erde korreliert das Temperaturminium mit einer beobachteten Eiszeit, dem Cryogenikum zwischen 820 und 635 Millionen Jahren. Geologische Funde deuten darauf hin, dass damals ein Großteil der Erde vereist war. Manche Geologen sprechen sogar von einer globalen Vereisung ("Schneeball erde"), doch das ist bisher noch eine Hypothese die weiter verifiziert werden muss.

Beim Mars ist auch deutlich, dass die Temperaturen just vor rund 3.5 Milliarden Jahren den Punkt unterschritten bei dem Wasser gefriert. In etwa zur gleichen Zeit endete auch die Periode in der Wasser die Oberfläche auf dem Mars gestaltete.

Wer nun genau auf die Grafik schaut, wird feststellen, dass der Mars erst in rund 4 Milliarden Jahren an den Punkt kommt, der das Minimum der Temperatur während der Erdgeschichte markiert. Dummerweise ist auf der  Erde dann die Temperatur schon auf den Verdampfungspunkt von Wasser gestiegen. Also mit dem Terraforming wird's wohl nix. Aber ich habe einen Alternativ Vorschlag. Wie wäre es wenn man auf der Erde mal lernen würde mit Ressourcen zu haushalten, ein bisschen Natur zu schonen und das Bevölkerungswachstum erst mal zu stoppen und dann vielleicht sogar die Weltbevölkerung langfristig zu reduzieren, so dass jeder lebenswert existieren kann und noch Platz für die restlichen Organismen die man nicht gerade als "nützlich" einsortiert ist. Nur mal so ein Gedanke....

Donnerstag 21.5.2009:Wer bestimmte, wer als erstes auf dem Mond landet?

Buzz Aldrin, im Visier spiegelt sich Neil ArmstrongIch lese gerade von James Hanser die Neil Armstrong "First man". Normalerweise lese ich auch englischsprachige Bücher ganz. Aber das waren bislang Bücher aus der Ich Perspektive, geschrieben von Astronauten oder Flug Direktoren. Von diesen unterscheidet sich das Buch zum einen in der Dicke und zum anderen weil es ein Historiker geschrieben hat. Das merkt man. Was interessiert einen Raumfahrtbegeisterten? Es sind die Geschichten hinter der Geschichte. Wie sieht das Training eines Astronauten aus? Wie hat er selbst den Flug erlebt? Das alles kommt in diesem Buch zu kurz. Dafür ist er auf Zahlen fixiert. Sie wollen wissen welche Schulnoten Neil Armstrong auf der Akademie hatte? Kein Problem. Das finden sie in dem Buch. Exemplarisch wird dies in der Beschreibung des Trainings für die Mondlandung. Das wäre eine Möglichkeit genau zu beschreiben wie dieses ablief, eine Simulation einmal haarklein zu erläutern. Stattdessen wird es allgemein beschrieben und mit Zahlen garniert, (wievielte Stunden verbrachte Neil Armstrong in welchem Simulator?). Die einzige Begebenheit die näher erläutert wird ist eine Auseinandersetzung von Neil Armstrong und Buzz Aldrin, als bei einer Simulation Armstrong auf die Mondoberfläche aufschlug. Daher überspringe ich in dem Buch ganze Abschnitte. Derzeit habe ich es fast halb durch und bin kurz vor dem Start von Apollo 11. Bislang fand ich es eher enttäuschend. Vor allem die technische Seite, wie die Ursache der Beinahe-Katastrophe von Gemini 8 kommt sehr kurz weg,

Eines was jedoch ausführlich beleuchtet wurde und auch häufig diskutiert wurde, ist die Frage, wer der erste Mann auf dem Mond sein dürfte. Es ist bekannt, dass Buzz Aldrin sich sehr dafür einsetzte, dass er dies ist. er sprach mit anderen Astronauten darüber, mit Deke Layton, dem Chef des Astronautenchors und sein Vater versuchte über seine Verbindungen dasselbe zu erreichen (allerdings ohne das dies Buzz wollte). Nach der Logik von Gemini, sollte der erste der aussteigt, der LM-Pilot sein. Bei Gemini war die EVA immer die Sache des Copiloten, da der Commander mit dem Raumschiff beschäftigt war. Allerdings unterschied sich eine Mondlandung von einem Gemini Flug. Es stiegen immer beiden Astronauten aus. Ich kann auch (obwohl nicht explizit geäußert) ein Argument von Buzz nachvollziehen, nämlich, dass der LM-Pilot auch eine gewisse Verantwortung haben sollte. Die Arbeitsaufteilung war diese: Der CSM Pilot steuerte die Kapsel: Er koppelte an das LM nach dem Start und in der Mondumlaufbahn. Er machte die Zündungen in den Mondorbit und für alle Kapselsysteme zuständig. Der Commander führte die Landung durch. Der LM-Pilot assistierte ihm dabei nur, indem er die Anzeigen für ihn ablies (Die Stimme die im Apollo Landevideo die Höhen und Geschwindigkeitsangaben durchgibt, ist die von Buzz). Also irgendwie ist der LM-Pilot Job der mit der geringsten Verantwortung und keiner speziell für ihn zugeschneiderten Aufgabe. Da wäre ich auch als Ausgleich, für das Privileg als erstes austeigen zu können und eine bessere Ausbildung in der Geologie und Experimenten zu haben um hier nützlicher zu sein.

Wie auch immer: Die Frage wurde an höchster Stelle entschieden. Chris Kraft und George Low machten sich Gedanken über die historische Bedeutung des Fluges. Wer immer als erstes den Mond betreten würde, geht in die Geschichtsbücher ein. Und wer sollte der Repräsentant sein? Buzz Aldrin, der schon damals auffiel, weil er seine Meinung offen äußerte, und dem einen oder anderen so verärgerte (bekannt wurde z.B. sein Auftritt während Gemini 9, als er Vorschlug Eugene Cernan sollte das verbindende Band der Nutzlasthülle über dem ATDA durchschneiden, was als sehr riskant angesehen wurde) und auch Frank Borman verärgerte er bei einer Pressekonferenz. Auf der anderen Seite Neil Armstrong, der zurückgezogen, ruhig und besonnen war. Chris Kraft meinte "Er ist wie Lindberg" und das gab den Ausschlag. Der Vorschlag wurde an Bob Glruth und Deke Layton weitergegeben und akzeptiert. Damit war es entschieden.

Ironischerweise musste das nie gerechtfertigt werden, denn es wurde unabhängig davon, schon vorher in den Missionsprozeduren festgelegt, dass der Commander als erstes aussteigen sollte. Ursprünglich sollte es der LM-Pilot sein. Die Enge der LM Kapsel machte das aber schwierig. Mit angelegten Tornistern und Anzügen unter Druck waren die Astronauten so unbeweglich und benötigten so viel Platz, dass es fast unmöglich war die Plätze dann zu tauschen. Nun befand sich nach der Landung aber wegen seines Platzes an der Konsole der Commander direkt neben der Ausstiegsschleuse und der LM-Pilot auf der anderen Seite. Bei einem Training in einem Mockup versuchten einmal die beiden die Positionen zu wechseln und beschädigten dabei das LM. Damit war aus ingenieurstechnischer Sicht diese Lösung zu riskant. Diese Version wurde der Presse gegeben. Buzz Aldrin hat sie nie geglaubt und 1972 als sich der Trubel gelegt hatte, nochmals nachgefragt und die wahren Gründe genannt bekommen. Das wirft eine Frage auf: Die NASA Regeln für die Mondlandung waren auf maximale Sicherheit ausgelegt. Das Unternehmen galt trotzdem als riskant. Ob man dort eine Änderung des Platzwechsels zugestimmt hätte, nur damit eine Person als erstes aussteigt, wenn dies riskant ist? Ich glaube nicht.

Für Buzz hatte das ja noch Folgen. Er wurde in der Folge alkoholabhängig, wobei die Ursachen nicht in der Mondlandung lagen, sondern in seiner Familie. Er wollte den Respekt und die Zuneigung seines Vaters haben. Zeit seines Lebens drängte er Buzz besser als alle anderen zu sein und er war auch nicht zufrieden als Buzz nur der zweite auf dem Mond war - immerhin der Zweite von rund 30 Astronauten die im Corps waren, der zweite von einigen Hundert, die sich für den Astronautenjob beworben hatten und einer von 12 die es von einigen Milliarden auf der Erde geschafft haben. Ich wage zu prognostizieren, dass er auch als erster nicht glücklich geworden wäre. Das Problem war doch: Was macht man als Astronaut, wenn man auf dem Mond gelandet ist? Das ist nicht mehr zu steigern, außer vielleicht durch eine Marslandung, auf die wir heute noch warten. In dieses Loch ist Buzz Aldrin gefallen und das war auch einer der Ursachen für seinen Alkoholismus. Bizarres Detail am Rande: Die meisten Aufnahmen auf dem Mond machte Armstrong. Das einzige Fotos, das einen der beiden Astronauten von Apollo 11 frontal zeigt und das in vielen Büchern verewigt ist, zeigt daher Buzz Aldrin. So gesehen hat er seinen Weg in die Geschichtsbücher doch noch gemacht - wenn auch indirekt....

Samstag 23.5.2009: So kalte Augen.....

Ich (2009)Ich weiß, die meisten besuchen meinen Blog wegen der Raumfahrtthemen. Aber mich treibt (zum Glück) auch anderes um. Also heute mal wieder ein Eintrag in die Rubrik "Small-Talk". Gestern Abend habe ich mir auf der ARD den Tatort angesehen. Genauer gesagt der Tatort "Frauenflüsterer". Eigentlich, weil ich das Gespann Thiele/Boemer mag. Da fiel mir die Nebendarstellerin der "Betty" auf. Ich habe den ganzen Tatort über nachgedacht, woher ich sie schon kenne und dacht irgendwie an eine Rolle als jungendliche Verführerin in irgend einem Film. Nach dem Tatort habe ich dann mal nachgeschaut wie der Name der Schauspielerin ist (Nora von Waldstetten) und als ich dann die bisherigen Arbeiten sah, wusste ich auch sofort woher: Sie hat in einem anderen Tatort vor ein paar Monaten, die Rolle eine Schülerin gespielt, die einen Mitschüler zusammen mit einem Komplizen ertränkt hat und später einen zweiten Schüler, als dieser es spitzkriegte, ebenfalls umbringen wollte. Durch die Presse ging die Figur als "Kalter Engel".

Das leitet mich zu meinem Thema. Der Physiognomie. Wir neigen dazu Menschen nach ihrem Aussehen, vor allem aber nach ihrem Gesicht zu beurteilen. Ich wage zu prognostizieren dass Nora von Waldstetten wegen ihrer weit auseinanderliegenden, schmalen Augen und schmalen Lippen wohl kaum die Rolle einer "netten Mädchens" bekommen wird. Sie wird auf solche Rollen wie der Femme-fatale, oder Mörderin festgelegt werden. Sie ist nicht die einzige: Mario Adorf war beginnend von den Karl-May Western auf die Rolle des Bösewichts und Schurken festgelegt. Oder könnten sie sich Clint Eastwood als feurigen Liebhaber vorstellen? Das ganze geht natürlich auch in die umgekehrte Richtung. Tom Hanks, ist immer der "Nice Guy", selbst wenn er wie in "the Green Mile" einen Gefängnisaufseher spielt. Noch schlimmer erwischt es meistens Frauen. Sie werden noch eher auf Rollen abonniert. Können sie sich Meg Ryan als Massenmörderin vorstellen? Die Zahl der Schauspieler die es geschafft haben, ein breites Spektrum an Rollen zu übernehmen, ist klein, vor allem in jüngerer Zeit. Eine Ausnahme war Arnold Schwarzenegger, der es schaffte von Action Filmen weg zu kommen ins komödiantische Fach.

Warum ist das so? Aus meiner persönlichen Erfahrung weiß ich, dass das Gesicht und sein Ausdruck wenig über jemanden aussagt. Trotzdem gab es in der Vergangenheit immer wieder Bestrebungen den Charakter eines Menschen an seinen Gesichtszügen fest zu machen. Man versuchte Verbrecher anhand von bestimmten Charakterzügen fest zu machen. Der Übergang, wenn man diese Theorie erst mal als beweisen ansieht, zu einer Rassenlehre, bei der dann bestimmte Menschen wegen ihrer für ihre Rasse charakteristischen Gesichtszüge minderwertig sind, ist nicht weit und das gab es ja auch schon. Die Frage, die ich mir stelle ist, ist die, wie wir auf diese Idee kommen. Zwei Ideen habe ich. Das eine ist, das wir Menschen die wir schön oder sympathisch finden, weil sie bestimmt Charakterzüge haben auch einen positiven Charakter unterstellen. Jemand, der davon abweicht dann vielleicht einen schlechten Charakter? Das ist nicht von der Hand zu weisen. Untersuchungen zeigen, dass man "schönen" Menschen auch unterstellt, das sie erfolgreich sind. Aufgrund der positiven Wirkung auf andere, haben sie es auch leichter. Nur nützt das natürlich nichts wenn in dem schönen Menschen ein linker Egozentriker steckt.

Das zweite ist eine Erklärung, von der ich weiß, dass sie auch bei vielen anderen Phänomenen zutrifft: Es ist die Art wie unser Gehirn Informationen verknüpft. Unser Gehirn arbeitet assoziativ. Es knüpft Verbindungen zwischen Tatbeständen und merkt sich weniger die Details. Dinge bleiben zudem besser im Gedächtnis haften, wenn sie von Gefühlen begleitet sind. Das ganze läuft dann so: Wir werden im Leben immer wieder von Menschen enttäuscht. Die meisten werden wir vergessen. Gibt es aber eine Auffälligkeit wie die Verbindung dieser Tatsache mit der Physiognomie, dann bleibt dies haften. Anders gesagt: Wenn sie von jemand, der aussieht wie Nora von Waldstetten einmal ausgenutzt oder enttäuscht werden, verbinden sie das mit dem Gesicht und denken sich "Das hätte man ja schon am Gesicht erkennen können". Bei den vielen Menschen mit einem "Durchschnittsgesicht" kommen sie wohl nicht auf die Idee, Soweit meine Gedanken. Was meinen Sie?

Die nächste Frage ist natürlich: Würden Sie etwas tun um ihr Gesicht chirurgisch so zu verändern, dass es "positiver" wirkt? (sofern das geht) Als ich mich noch etwas mehr um mein eigenes Aussehen und die Wirkung auf andere konzentriert habe, meinte ich z.B. immer, das ich zu schmale Lippen und zu tiefliegende Augen (die durch meine Brille auch noch verkleinert sind) habe. Dazu eine zu knubbelige Nase und vor allem die Fledermausohren (Was das wohl über meinen Charakter aussagt?).Da ich mich bald wieder bewerben muss habe ich eine Kollegin gebeten ein paar Fotos zu machen. Eines de besseren ist das linke. (Ich war noch nie fotogen - auch das ist ein Vorteil den manche Leute haben). Ich bin mal gespannt auf ihre tiefschlürfenden Gedanken dazu.

Ansonsten: Sehr früh (weil erst wenige Exemplare verkauft wurden) über das neue Buch ist die erste Kritik bei Amazon erschienen. Das sie so positiv war, (5 Sterne) hat mich auch gefreut. Was mich noch etwas beunruhigt ist, das Amazon und die meisten anderen Kataloge bisher noch kein Bild vom Buch haben. Da die Leute erst mal auf das Bild schauen ist das wichtig. Schließlich habe ich mir mit dem Coverfoto viel Mühe gegeben. Seit ich mich für das Buch mal wieder mit der Kennzeichnung (nach mehrjähriger Pause) beschäftigt habe, ist mir erst bewusst geworden wie schlimm die Desinformation im Laufe der letzten Jahre geworden ist. Ich finde auch laufend etwas neues. In meinem Regal warten derzeit drei Produkte auf eine eingehende Beurteilung: Apple-Cookies mit 4 % Apfelanteil (Wahnsinn!), "Light"-Müsliriegel die keine Kalorie weniger als normale Riegel enthalten und "Pancotta Beerenfruchtgummis" ohne Schlagsahne und Vanille (Pancotta ist Schlagsahne, gewürzt mit Vanille und gebunden mit Gelatine). Und als ich mir heute das Zutatenverzeichnis meines Brotes angesehen habe, das ich wegen der dunklen "gesunden" Farbe gekauft habe, stellte ich fest, dass es mit Karamellsirup braun gefärbt wurde,  Aber dazu noch mehr in der nächsten Zeit, derzeit habe ich leider noch so viel in der Pipeline (Steuererklärung, Skript für meine Dozenten-Tätigkeit, das vierte Buch ....).

Heute mal wieder ein Videotip. Passend zum heutigen Thema:


Sitemap Kontakt Neues Impressum / Datenschutz Hier werben / Your advertisment here Buchshop Bücher vom Autor Top 99