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Web Log Teil 115 : 7.6.2009-13.6.2009

Sonntag 7.6.2009: Die Ampel löst nicht das Problem

Unter der "Ampel" verstehe ich nicht ein Verkehrszeichen und auch keine Koalition aus drei Partien: Es ist eine neue Form der Nährwertkennzeichnung,. Damit sie verstehen was ich meine, hier eine kleine Einführung was bislang üblich ist. Es gibt zum einen die gesetzlich vorgeschriebene Nährwertkennzeichnung. Sie muss erfolgen wenn der Hersteller irgendwie Bezug auf den Nährwert nimmt, z.B. mit einer Aufmachung wie "reich an ungesättigten Fettsäuren" oder "energiereduziert". Was angegeben werden muss ist genau geregelt und abhängig vom ausgelobten Nährstoff. Alle angeben müssen pro 100 g erfolgen.

Seit 2008 findet man die GDA Kennzeichnung die einen, fünf oder acht Nährstoffe umfassen kann. Sie ist freiwillig und gibt den Gehalt und die Deckung des Tagesbedarfs pro Portion an. Neben der Problematik, dass es "den Tagesbedarf" nicht gibt und er vom Gewicht und körperlichen Betätigung abhängt ist vor allem der Hauptkritikpunkt, dass die Portionen meist viel kleiner festgesetzt werden, als sie dem normalen Verzehrsverhalten entsprechen. Bei manchen Lebensmitteln die man eigentlich nur als ganzes zu sich nimmt, wie eine 0.33 l Flasche Limonade oder eine Pizza machen Angaben für eine halbe Flasche oder eine halbe Pizza keinen Sinn, sie sind völlig an der Wirklichkeit vorbei festgelegt, damit die Angaben besser aussehen.

Sind so die Portionen festgelegt, so findet man bei manchen Produkten die Angaben sogar mehrfach auf der Packung zu finden - ich habe einmal 3 Angaben gefunden, einmal den Energiegehalt vorne, einmal fünf Stoffe auf der Seitenfläche und die gesamte Liste dann noch in einer Spalte neben dem durch die Nährwertkennzeichnung vorgeschriebenen Angaben pro 100 g. Das verwirrt dann mehr als eine übersichtliche Tabelle.

Was soll nun die Ampel besser machen? Nun zum einen soll nun eine farbliche Kennzeichnung eine Information geben ob ein Nahrungsmittel viel oder wenig des Stoffes enthält. Der entsprechende Entwurf nennt hier Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz. Das wird nun von allen Verbraucherverbänden als tolle Lösung gefeiert. Es hat sich aber wohl keiner die Mühe gemacht die Vorschrift durchzulesen: Sie ist gedacht für Fertigmahlzeiten oder Produkte die als Mahlzeiten zubereitet werden und Getränke. Warum? Weil man in diesen Fällen die Portionsgröße festlegen kann auf die man sich bezieht. Eine Mahlzeit sollte eben nur einen bestimmten Anteil des Tagesenergeibedarfs umfassen. Bei Produkten die nicht als Mahlzeit sondern verteilt über den Tag gegessen werden, oder eine Packung für mehrere Mahlzeiten gut sein muss (z.B. Cornflakes) oder eben nur ein Teil einer Mahlzeit sind (praktisch alle Nahrungsmittel) hat man wieder das Problem eine Portionsgröße festzulegen.

Die Angabe pro 100 g mit einer farblichen Kodierung zu kennzeichnen greift auch zu kurz. Denn sie berücksichtigt nicht die richtigen Verzehrsmengen. Schokolade mag pro 100 g viel schlechter da stehen als Brötchen, aber man isst auch weniger Schokolade als Brötchen. Sobald wir aber anfangen irgendwelche Gehalte pro Portion farblich zu kodieren, sind wir wieder da wo die Mängel der GDA Kennzeichnung liegen.

Gibt es eine saubere Lösung? Die Ampel mag geeignet sein für ihren Verwendungszweck: Abgepackte Tiefkühlmahlzeiten, Essen zum selbst machen wie z.B. Spagetti-Gerichte oder verpackte Brote und Salate. Für das Groß der verpackten Lebensmittel die sich heute mit GDA Siegeln schmücken ist sie nicht anwendbar. Zu sehr unterscheiden sich Milch von Käse von der verzehrten Menge, zu wenig haben Schokolade und Vollkornbrot gemeinsam hinsichtlich ihrer Zusammensetzung. Geht es darum Nahrungsmittel absolut miteinander zu vergleichen? Nein es geht doch meistens darum ein Lebensmittel mit einer alternative zu vergleichen: Nehme ich das Vollkornbrot oder das Weißbrot? Kaufe ich Schokoladenkekse oder Kräcker? Nehme ich ein Sahneeis oder ein Fruchteis? Ich werde wohl nie einen Magerquark mit einem Schokoriegel vergleichen, aber vielleicht den Schokoriegel mit einem Müsliriegel und den Magerquark mit Frischkäse.

Ich meine es gibt eine universelle Lösung, aber keine die einem das Nachdenken erspart indem man nur auf Farben achten muss. Wir haben schon eine Regelung: Das Zutatenverzeichnis mit Angeben pro 100 g. Anstatt das hinten zu verstecken sollte es deutlich sichtbar auf die Vorderseite kommen und in großer Schrift. Zu den Angaben pro 100 g die einen Aufschluss über die Nährstoffdichte gibt sollte eine zweite Spalte kommen, mit den Angaben pro Verpackung. Das erlaubt es einem abzuschätzen wie viel man pro Portion zu sich nimmt, indem man einfach diese Angabe gedanklich durch die anzahl der Portionen teilt. Ja, das erfordert Nachdenken und sogar so komplizierte Mathematik. Doch unser Recht geht auch von dem "mündigen Verbraucher" aus und nicht von der PISA Generation, die das Rechnen verlernt hat. Bei anderen Dingen, die ich hier noch thematisieren werde wie Färbung von Lebensmitteln wird sogar ein viel höherer Sachverstand beim Verbraucher vorausgesetzt.

Also: Das Zutatenverzeichnis deutlich sichtbar und ein wenig erweitert - und GDA Kennzeichnung und Ampel können verschwinden. Schließlich braucht man nur eine gute Kennzeichnung anstatt dreier halblebigen....

Montag 8.6.2009: Der hyperbolische Exzess

In meiner kleinen Rubrik: "Grundlagen einfach erklärt" will ich mich mal mit einem Phänomen beschäftigen das eigentlich ganz einfach ist, aber doch von manchen nicht verstanden wird. Unter der Bezeichnung "Hyperbolischer Exzess". versteht man die Restgeschwindigkeit die übrig bleibt, wenn eine Raumsonde die Erde verlässt (übertragen natürlich auch bei anderen Planeten). Exzess deswegen weil es ein Überschuss ist, der zuerst unverwundet ist und hyperbolisch weil die Flugbahn dafür eine hyperbolische sein muss (Startgeschwindigkeit liegt über der Fluchtgeschwindigkeit).

Ein Beispiel: Eine Raumsonde verlässt die Erde mit 12 km/s aus einer niedrigen Erdumlaufbahn bei der die Fluchtgeschwindigkeit 11 km/s beträgt. Welche Geschwindigkeit hat sie nach Verlassen des Erdgravitationsfeldes?

Sie meinen 1 km/s? Dann lesen Sie weiter. Wenn sie 4.8 km/s meinen, dann können sie nun aufhören zu lesen, denn das ist richtig.

Warum sind es nicht 1 km/s (12-11=1)? Weil wir mit Energien rechnen. Hat ein Körper die doppelte Geschwindigkeit so hat er nach E = ½ mc². die vierfache Energie. Das kennen sie vielleicht auch aus dem Straßenverkehr: Der Bremsweg nimmt quadratisch mit der Geschwindigkeit zu und jemand, der mit 30 km/h in einem Auto sitzt, hat angesichts Gurt, Airbag und Knautschzone gute Chancen mit wenigen Blessuren wegzukommen, während er einen Aufprall mit 60 km/h wahrscheinlich nicht überlebt (doppelte Geschwindigkeit = vierfache Aufprallenergie)

So erklärt sich auch das Paradoxon: Es isst nämlich:

v3 = √ (v1² - v2²)

v1: Geschwindigkeit beim Start

v2: Fluchtgeschwindigkeit an diesem Punkt

v2: Resultierende Endgeschwindigkeit nach Verlassen des Himmelskörpers.

wer Geometrie mag: Es ist auch derselbe Zusammenhang wie bei einem rechtwinkligen Dreieck, bei dem v3 und v2 die Katheten bilden und v1 die Hypotenuse. So reichen um zu Venus und Mars zu fliegen (relativ zur Erde etwa 3-4 km/s) eine Startgeschwindigkeit von 11.4-11.7 km/s also nur 0.4 bis 0.7 km/s mehr als die Fluchtgeschwindigkeit. Bei höheren Geschwindigkeiten wird der Vorteil geringer. Um zu Jupiter zu gelangen (v3=8.7 km muss man mit rund 14.2 km/s starten und um das Sonnensystem zu verlassen (v3=12.3 km/s) braucht man rund 16.7 km/s von der Erde aus.

Neben der Berechnung der Geschwindigkeit bei Verlassen von Himmelskörpern gibt es aber noch einen zweiten Nutzen für dieses Prinzip. Was passiert, wenn ich z.B.. eine Raumsonde zu Jupiter starte und bei passieren des planetennächsten Punktes ein Triebwerk zünde? Dann addiert sich diese Geschwindigkeit zu der der erreichten Geschwindigkeit an diesem Punkt und diese neue Geschwindigkeit ergibt einen viel höheren hyperbolischen Exzess.

Ein Beispiel: Eine Raumsonde nähert sich mit 7 km/s Jupiter (v3=7 km/s) und fliegt bis auf 5000 km an die Wolkenobergrenze heran. Dort beträgt v2 =57.6 km/s. So resultiert eine Geschwindigkeit von 58.0 km/s. v1=√ (57.6²+7²). Nun zünden wir einen Raketenantrieb und beschleunigen um 1 km/s. Welche Geschwindigkeit hat die Raumsonde jetzt? Nun sie beträgt an diesem Punkt 58.0+1.0 = 59 km/s. Nicht verwunderlich. Aber nach der Formel wird im Unendlichen daraus viel mehr:

v3 = √ (v1² - v2²)

v3 = √ (59² - 57.6²) = 12.8 km/s.

Das bedeutet: 1 km/s in der Nähe von Jupiter bedeutet eine Beschleunigung um 5.8 km/s (relativ zu den 7 km/s die man ja schon hat). Innerhalb des Sonnensystems ist natürlich die Sonne der massereichste Körper und daher wäre dasselbe Manöver hier am effizientesten. Die Fluchtgeschwindigkeit beträgt z.B. in 1.5 Millionen km Entfernung 347.5 km/s. Addiert man dann nur einen weiteren km/s, so hat man einen Überschuss von 26.8 km/s erreicht! bei 2 km/s sind es rund 37.5 km/s. Das wäre von Nutzen wenn man eine Raumsonde entwerfen will, die möglichst schnell unser Sonnensystem verlässt.

Wie kommt man aber so nah an die Sonne? Nicht von der erde aus, dazu müsste man nahezu die gesamte Kreisbahngeschwindigkeit von rund 29.8 km/s vernichten. Dazu nutzt man Jupiter: Er hat das Gravitationspotential eine Raumsonde in die sonne stürzen zu lassen (eine derartige Sonde "Solar Probe" mit einem Hitzeschutzschild war Ende der neunziger Jahre einmal projektiert. Sie sollte Messungen in der Korona vornehmen. Technisch scheint es also umsetzbar.

Bislang sollte der hyperbolische Exzess durch eine Triebwerkszündung nur einmal erprobt werden: Für Galileo war auch eine Trajektorie in Gespräch, bei der die Zündung des Triebwerks bei Passage von Io erfolgen sollte. In diesem Falle hätte man das Graviatationspotential von Io ausgenutzt. Das hätte einige Hundert Meter/s gebracht vergleichen mit einer Zündung in der derselben Distanz. Den gleichen Treibstoffverbrauch erhält man aber auch wenn man noch etwas näher an Jupiter dieses Manöver durchführt und diese Bahn wurde dann genommen.

Auf der anderen Seite: Das Raumsonden nur wenige Hundert Meter/s bis etwas über 1 km/s brauchen um in einen Orbit einzuschwenken - das liegt auch am hyperbolischen Exzess.

Mittwoch 10.6.2009: Zehn kleine Negerlein

Nach diesem alten Kinderlied laufen verschiedene Shows, bei denen pro Folge ein Kandidat herausgewählt wird und am Schluss der Gewinner einen Plattenvertrag, eine Werbekampagne oder - im Falle des neuesten Ablegers "Mission Hollywood" eine Rolle in einem "Blockbuster". Schon an den Anführungszeichen sehen sie, dass ich dem Nutzen des Gewinns sehr kritisch gegenüberstehe. Mal abgesehen dass de Beschreibung so vage ist würde selbst eine Rolle in einem Film von Steven Spielberg mit Star Besetzung ja nicht heißen, das es eine tragende Rolle ist. Genauso gut könnte die Schauspielerin 2 Sekunden lang als Kellnerin einen Kaffee einschenken.

Die Sendungen unterscheiden sich im Detail. Bei DSDS wählt das Publikum und die Jury mag zwar die Gesangskünste beurteilen, hat aber nichts zu sagen - dafür wird die Sendung ewig lang gestreckt. Bei Heidi Klum urteilt eine "Jury" dafür werden die Rausschmeiß Szenen ewig lang gedehnt, anstatt es klipp und klar zu sagen. Noch etwas krimineller ist "Americas smartest Model", bei denen die Beteiligten gezielt gegeneinander aufgebracht werden. So kann ein Gewinner einer Challenge die Bedingungen festlegen bei denen die anderen die nächste Prüfung absolvieren müssen. Immerhin fliegen da alle Kandidaten in 2 Wochen raus und müssen nicht wie bei Heidi Klum sich dafür Monate lang frei machen.

Nun gibt es Mission Hollywood mit Til Schweiger - angeschaut habe ich mir die Sendung nur weil ich ihn als Schauspieler mag. Das Konzept ist identisch nur humaner sofern das geht - Die Jury sagt gleich wer raus ist ohne Psychospielchen und ohne Gemeinheiten. Der Zuschauer profitiert durch die Auswahl der Szenen - Die Schauspielanwärterinnen sollten eine Kusszene zwischen zwei Frauen aus "Eiskalte Engel", Meg Ryans vorgespielten Orgasmus aus "Harry und Sally" und Kim Basingers Strip aus "9½ Wochen" zeigen - also allesamt irgendwie erotische oder Voyeuristische Szenen.

Der springende Punkt: Bei diesen Shows bekommt man als Zuschauer nach 2, vielleicht 3 Sendungen von vielleicht 10-12 gleich eine Ahnung, wer wohl der potentielle Gewinner ist oder zumindest es in das finale schafft. Die "Looser" bemerkt man auch sofort. Ich glaube auch die Kandidaten wissen das. Trotzdem machen sie brav weiter bis sie irgendwann einmal herausgeschmissen werden. Warum? Wenn ich da mitmachen würde und sehe ich habe keine Chance dann gehe ich doch freiwillig vorher. Ich vermute mal es gibt auch für die Verlierer8innen) eine Bezahlung und zwar abhängig von der Dauer in der sie dabei sind. Schade dass die Details der Verträge denen sich die Kandidaten unterziehen müssen nicht veröffentlicht werden.

Warum ich nicht so viel von diesen Shows halte, obwohl ihr Unterhaltungswert wegen des "Trash-Faktors" recht hoch ist (wenn z.B. magersüchtige Modells gesagt bekommen sie wären zu dick, oder jede noch so herbei gezogene Begründung genommen wird, um Models in die kuriosesten Situationen zu bringen wie Unter-Wasser Shoots). Nicht weil Leute rausfliegen, sondern wie dies geschieht. Es ist normal, dass in einem Studium 30 % der Studenten dieses nach wenigen Semestern schmeißen oder wechseln. Auch in anderen Dingen gibt es eine Vorauswahl. Das haben viele schon bei Bewerbungen gesehen. Aber dieses System läuft ja anders - einen nach dem anderen rausschmeißen - egal ob es vielleicht in der staffel mehrere Talente gibt oder nicht.

Mal sehen wie das bei Mission Hollywood weitergeht. bislang macht es Til Schweiger auf jeden Fall besser als Heidi Klum. Die Art wie sich Promis da präsentieren hat natürlich Einfluss auf ihren Ruf. Heidi Klum war schon Thema der 3 Minuten, die jeden Morgen vor den 7 Uhr Nachrichten in SWR1 von der Kirch bestritten werden. Das fiel schon deswegen auf, weil diese sich sonst nicht mit dem Alltag beschäftigen. Dort wurde sie als "Model-Domina" bezeichnet - ein guter Vergleich. Hier hat der Ruf ziemlich gelitten -das kann sich Til Schweiger nicht leisten und vielleicht ist er auch etwas schlauer als Heidi Klum.

Cover

Was gibt es sonst noch? Mein Buch macht Fortschritte - also für die Leser die hier nicht regelmäßig vorbeischauen: Mein viertes buch über Europäische Trägerraketen Band 1. Band zwei mit der Ariane 5+Vega folgt noch. Seit Januar sitze ich mit Unterbrechungen an dem Buch und es ist nicht nur das bisher größte (Umfang wahrscheinlich so um die 320 Seiten). Nachdem es in den letzten 2 Monaten bei Korrekturlesern war ist es nun seit zwei Wochen zurück und ich füge die Abbildungen ein. Bislang habe ich rund die Hälfte geschafft. Danach muss ich es noch mal durchlesen. Beim Einfügen von Abbildungen fielen mir schon Fehler auf, so wurde bei der Europa TA die Nutzlast weggestrichen und wenn auch die Vergangenheitsform für den größten Teil des Buches korrekt ist, so stimmt das nicht für das Jupiter-2 Kontrollzentrum, das ja noch aktiv ist.

Ich hoffe, es kann noch im Juli in Druck gehen. Danach denke ich wird der zweite Band nicht so viel Zeit brauchen, er ist zum einen kürzer (150 anstatt 260 Seiten Text) und zum andern habe ich schon viel recherchiert. Danach habe ich mir eine Bücherpause vorgenommen. Die beiden Bücher habe ich geschrieben, weil sie mich interessierten, aber sie bedeuteten auch eine Menge Arbeit, ein vielfaches der Arbeit für die gleiche Informationsmenge auf der Website. Bei Themen bei denen ich nicht so interessiert bin muss es sich dann schon auch lohnen, sprich die Bücher müssen sich auch gut verkaufen. Das klappt inzwischen recht gut beim Gemini Programm. Mir ist auch klar, das bemannte Raumfahrt mehr Leute interessiert, nur leider interessiert sie mich nicht so sehr und mein Schreibstil wird immer technisch sein, nicht so locker und massentauglich, damit ich ein Buch schreiben könnte das viele kaufen würden. Mal sehen. Ich bin ja immer für Vorschläge offen. Das Cover steht schon fest, die Beschreibung noch nicht, wie man am leeren Buchrücken sieht.

Freitag 12.6.2009: Schön gefärbt

Nachdem ich heute eine Mail vom Marketing der Rügenwalder Mühle bekam, weil ich schreibe sie würden "Halbwahrheiten und Lüge" verbreiten (Steht irgendwo auf der Seite auf die sie sich beziehen, der Name ihres Unternehmens?) weil ich mich mit der Werbung mit Selbstverständlichkeiten eines Wurstherstellers beschäftigt habe, komme ich heute mal zu einem Ernährungsthema. Es ist das immer weiter voranschreitende Färben von Lebensmitteln. Das ganze ist kein einfaches Thema. Denn verboten ist natürlich das Färben nicht grundsätzlich. Es kann erfolgen um ein Lebensmittel attraktiv zu machen (wie farbige Bonbons) oder einen Farbverlust durch die Zubereitung auszugleichen. Doch es gibt auch die über allem stehenden Regeln des Verbraucherschutzes, nachdem es verboten ist, ein Lebensmittel in den Verkehr zu bringen, dass den Anschein erweckt es wäre besser als es ist und das ist beim Färben leicht gegeben.

Was heißt das konkret? Nun es ist normal, dass Furchtjogurt gefärbt ist - Früchte verlieren in Jogurt einfach Farbe und dies kann durch Färben ausgeglichen werden. Die Abgrenzung zur Täuschung liegt dann vor, wenn der Fruchtgehalt gering ist und mit viel Farbstoff ein hoher Gehalt suggeriert wird oder man es mit der Färbung übertreibt.

Viel mehr ärgere ich mich aber über Färbungen, die man nicht erwartet. Dazu drei Beispiele:

Alle drei Beispiele haben eines gemeinsam.

Warum gerade das letzte? es gibt zwei Gründe dafür. Der erste ist natürlich, dass eine Deklaration als Farbstoff den Vorwurf der Täuschung Vorschub leisten würde - natürlich zu recht. So heißt es einfach: Das ist eine weitere Zutat, die zufälligerweise auch färbt. Zum zweiten können inzwischen sogar einige Verbraucher lesen - oder sie haben mein Buch gelesen und wissen Bescheid - und die riechen natürlich bei einer Deklaration eines Farbstoffs den Braten,. während sie mit Malz, Karamell oder Runkelrübensaftexktrakt nichts anfangen können und bei Rote Beetensaft vielleicht an Saft und nicht an Farbstoff denken.

Achten sie mal drauf beim Einkauf - sie werden sehen, heute wird einiges gefärbt!

Samstag 13.6.2009: Buch Nummer Vier

Derzeit liegt endlich nach mehr als 5 Monaten Arbeit Buch Nummer Vier in den Endzügen. Ich habe bis auf zwei alle Bilder eingefügt und kann nun den Umfang recht genau beziffern: 320 Seiten, eventuell 324 wenn sich der Seitenumbruch noch mal verschieben sollte. Gleichzeitig fange ich an, es auch nochmals selbst Korrektur zu lesen. Die Zeit in der ich mich ihm nicht beschäftigt habe hat auch was gebracht, da ich so etwas Abstand gewinnen konnte und ab und an sogar noch was ergänzen konnte. Etwa ein Drittel des Textes habe ich derzeit schon durch.

Ich bin recht zufrieden mit ihm, ja fast könnte man sagen: stolz. Ich habe mir die Kritik am ATV Buch zu Herzen genommen: Technische Daten finden sich vor allem in Tabellen (80 Stück) und Bilder habe ich danach ausgesucht ob sie etwas erklären und weniger nach dem visuellen Effekt. Obwohl es 140 Stück geworden sind, ist es kein Bilderbuch geworden - Die Länge ist durch intelligentes Einfügen in Leerraum vor neuen Kapiteln nur um 50 Seiten größer geworden. Es unterscheidet sich deutlich von den Bilderbüchern mit Text die man öfters bei Raumfahrtthemen findet. Auch weil es aus Kostengründen wie alle Vorgänger durchgängig in Schwarz/Weiss gedruckt wird. Ohne mich selbst loben zu wollen: Es gibt kein vergleichbares Buch über europäische Trägerraketen. Es gibt zwar von ehemaligen ERNO Mitarbeitern recht gute Bücher über die zweite Stufe der Ariane oder die Astris Oberstufe der Europa. Aber was erfährt man da über den Rest der Rakete?

Derzeit habe ich ein Drittel Korrektur gelesen und bin guter Hoffnung damit bis Ende Juni fertig zu sein und vielleicht erscheint es dann bald. Zeit mal etwas über mein Verhältnis zu Büchern zu schreiben. Wie man am Blog sieht und auch an der Website, schreibe ich gerne. Nicht nur seit es Internet gibt. Schon früher habe ich mir eigene Zusammenstellungen zu Raumfahrtthemen gemacht indem ich Daten zusammen gefast habe, später Aufsätze über Ernährung (die dann auch der erste Inhalt der Website 1998 waren). So gesehen war es keine Frage, dass ich als zum ersten Mal von Book on Demand gehört habe - und den Möglichkeiten einfach zu publizieren ohne mit dem Manuskript von Verlag zu Verlag hausieren zu gehen - diese ausprobiert habe.

Das Problem ist nur, dass ich bislang bei jedem Buch so eine Art Durchhänger nach einiger Zeit habe. Das ist bei den Webseiten genauso: Mich interessiert das Recherchieren, das finden neuer Fakten. Die schreibe ich dann zusammen und dann - ja dann ist die fachliche Sache ja eigentlich getan. Dann verliere ich das Interesse und bei den Webseiten belasse ich es dann meist auch. Bei Büchern geht dass nun mal nicht so. Das Problem ist, dass ich dann beim Durchlesen und korrigieren meist anfange noch mal was rein zu schreiben und noch mal was zu ergänzen - um 30 Seiten später festzustellen, dass ich so was ähnliches schon mal geschrieben habe. Je länger das Buch wird, desto ausgeprägter wird dies. Der Frustfaktor steigt und die Neigung es einfach nur mal abgeschlossen zu haben auch. Weiterhin bin ich vielleicht ein fleißiger Schreiber, aber kein guter. Dutesch ist nicht gerade eine meiner Stärken und ich neige auch einen recht begrenzten technischen Wortschatz zu benutzen.

Dass ich diesmal das Buch mal außer Hand gegeben habe und zwei wie ich finde sehr gute Korrekturleser gefunden habe, hat ihm wirklich gut getan. Ich merke es beim Durchlesen. Es isst schön zu lesen, verständlich. Andere Leute bemerken auch Dinge über die man selbst hinweggesehen n hätte, z.B. das alle Zahlenangaben ein einheitliches Format haben sollten. An dieser Stelle nochmals (und nicht zum letzten Mal) Dank an Thomas Jakaitis und Ralph Kanig.

Ein Probekapitel gibt es zum Download: Das Kapitel über die Black Arrow - zugegeben eines der kleineren Kapitel mit nur 25 Seiten. Aber wenn ich das 113 Seiten Kapitel über Ariane veröffentlicht hätte, wäre das ja schon ein Drittel des ganzen Buches gewesen. Es dient ja auch nur als Appetitmacher: Wenn sie alles, was in dem Kapitel drin steht, schon wussten, brauchen sie das Buch nicht kaufen. Wenn nicht - und das vermute ich mal stark, weil auch ich durch die Recherche erst vieles gelernt habe - dann wären die rund 29-30 Euro, die das Buch kosten wird gut angelegt. Sicher nicht billig, aber bei Spezialliteratur wie Raumfahrtbüchern ein üblicher Preis und angesichts der informationsmenge, auch ein wie ich denke gerechtfertigter Preis.

Was wird danach kommen - nach jedem Buch sage ich mir, "Es reicht nun für lange" - um nach ein paar Wochen mich an ein neues Thema zu wagen. Ich habe noch drei ausstehende Projekte die mir am Herzen liegen. Zuallererst der zweite Band mit Ariane 5 und Vega, der fast fertig recherchiert ist, aber noch zusammengefasst, umgeschrieben und redigiert werden muss. Er wird deutlich kleiner werden, wahrscheinlich unter 200 Seiten. Dann ein Buch das alle Trägerraketen in Kurzform beschreibt - pro Typ 3-4 Seiten mit einem Typenblatt und einem Foto und 1-2 Seiten Text. Das ist schon angefangen. Auch hier gibt es einen Probeauszug, allerdings bislang ohne Rückmeldung. Und zuletzt fehlt in der Reihe über europäischen Träger noch eine Art dritter Band über die A-4 und OTRAG. Die A-4 als Mutter aller heutigen Raketen und die OTRAG als wohl skurrilstes Trägerraketenprojekt.

Angesichts dessen, dass sich aber von meinem bisherigen Büchern das Gemini Programm am besten verkauft und zwar wesentlich besser als die beiden anderen Titel zusammen, überlege ich ob ich als nächstes Buch nicht eher etwas mache was vieleicht nicht so mein Hauptinteresse ist, aber vielleicht viele Käufer findet. Mir schwebt ein Buch über die ISS vor - so ganz genau habe ich mich selbst nie mit der ISS beschäftigt und das wäre eine Gelegenheit dies nachzuholen. Zum anderen ein Buch wie wohl eine Marsmission aussehen könnte, welche Kostenrisiken es gibt und welche Probleme. Ich habe versucht die entsprechenden Artikel auf der Website mal zu aktualisieren, aber bin dann so schnell in der Recherche in so vielen Details versunken, das ich es wieder aufgab.

Was meint der geneigte Blogleser dazu?


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