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Web Log Teil 127 : 26.8.2009-1.9.2009

Donnerstag den 27.8.2009: Summer of the eighties

So heißt eine Reihe die jetzt in Arte zu Ende ging. Es gab einige Filme aus den Achtzigern, aber vor allem viel Musik. Mal als Dokumentation, mal als aufgezeichnetes Konzert. Das erinnert mich an meinen Radiosender SWR1 (ich höre nur diesen und wechsele nie). Einer ihrer Slogans ist "Die größten Hits aus den Achtzigern". Ich meinte das liegt vielleicht daran, dass der Sender als Publikum Leute anspricht, die in den Achtzigern jung waren so wie ich. Also alles zwischen 35 und 50. Da er aber nach verschiedenen Meldungen der Sender seit Jahren mehr und mehr Hörer bekommt, kann das nicht sein, denn die Gruppe wird ja nicht größer.

Beides zusammen bringt mich zu meinem heutigen Blog: Ist die Musik der achtziger besser als die heutige? Nun zum einen ist das eine sehr subjektive Sache. Ich vertrete die Meinung dass jeder in seinem Musikgeschmack sehr stark geprägt wird, von dem was er in seiner Jugend hört. Anders kann man sicher nicht meine Vorliebe für NDW Musik erklären, die teilweise recht blöd ist. Aber versuchen wir es mal nüchterner zu sehen: Die achtziger waren ein relativ ruhiges Jahrzehnt. Es gab zwar viele Stilrichtungen, aber sie waren noch nicht so extrem ausgeprägt wie heute. Rap und Hip-Hop haben ihre Ursprünge in den achtzigern, aber die damalige Musik war noch tanzbarer als heute. Die siebziger waren experimentierfreudiger, in den neunzigern begann meiner Meinung nach mehr Musikstile eigenständig und u Mainstreams zu werden, die in den achtzigern aufkamen wie eben Techno oder Hip Hop. Vor allem aber - und das denke ich ist das Geheimnis - waren die achtziger das Jahrzehnts der Popmusik. Popmusik ist populäre Musik, tanzbare Musik, gute Laune Musik. Sie ist damit massentauglich. Rock ist fetziger, aber das will nicht jeder hören. Nur eine Minderheit kann sich an Techno oder Sprechgesang oder rein elektronischer Musik erfreuen und selbst die so beleibten Balladen sind nicht für jeden etwas.

aber natürlich hat sich auch vieles im Musikgeschäft getan. Mit dem Aufkommen der Videos ist vieles optischer geworden. Ich glaube heute würde Freddie Mercury mit seinem Pferdegebiss wohl keinen Plattenvertrag mehr bekommen. Wenn ich mal sehe was so an Gruppen sich heute herumtummeln, dann kommt es mehr auf gutes Aussehen, als gute Musik an. Vor allem scheinen die Einfälle aus gegangen zu sein. Denn ich stelle immer wieder fest dass neue Hits Cover Versionen alter sind. Dabei sind die neuen Versionen nicht unbedingt besser.

Okay Cover Versionen gab es schon in den achtzigern, nur da waren sie noch besser als das Original. Mal vergleiche einmal:

und David Bowie / Mick Jagger (Leider nicht eingebettet verfügbar).. Ach ja Mick Jagger würde wohl heute bei seinem Aussehen wohl auch keinen Plattenvertrag mehr bekommen. Auch bei Bowie bin ich mir nicht ganz sicher. Man achte auch auf die geschmacksvolle achtziger Jahre Kleidung (ja auch ich habe mal T-Shirts in den Farben hellgelb, Türkis und mint getragen).

Dann hat Südkorea seinen ersten Satelliten gestartet, der allerdings nicht den Orbit erreichte. Mich erstaunt an diesem zwei Dinge. Ich habe zum einen nichts von internationalen Protesten gehört, weil Südkorea wie Nordkorea nach einem UN Beschluss keine Langstreckenraketen testen darf. Beim nordkoreanischen Start, der zwei Wochen vorher als Satellitenstart angekündigt und bei der internationalen Flugsicherheitsbehörde angemeldet wurde gab es diese noch. Wird da etwas mit zweierlei Maß gemessen? Nun ich denke wir werden noch einen nordkoreanischen Start sehen, denn das Rennen ist ja nun wieder offen, nachdem der Start der KSLV scheiterte weil sich die Nutzlastverkleidung nicht ganz löste.

Das zweite was ich erstaunlich finde, ist dass der Start möglich war. Die erste Stufe ist weitgehend identisch mit dem URM der Angara. Während diese aber frühestens in 2-3 Jahren fliegen soll ist die KSLV startbereit. Ich weiß nicht woran es liegt an den 200 Millionen Dollar die Südkorea für die Entwicklung zahlt oder an dem RD-151. Wenn es das erst ist, also Russlands Wirtschaft so am Boden ist, dass nicht mal 200 Millionen für die Angara URM Entwicklung zur Verfügung stehen (denn sonst gäbe es sicher auch diese schon), dann zeigt dass doch sehr den Stand Russlands bei der Raumfahrt. Wenn es am RD-151 liegt (über das Triebwerk gibt es praktisch keine Daten, ich vermute es ist eine RD-191 Version mit geringerem Brennkammerdruck und daher etwa 20 % geringerem Schub), dann frage ich mich warum Südkorea eine eigene Lösung will, zumal das RD-191 mit mehr Schub größere Oberstufen zulassen würde. Der verlorene Satellit wog nur 100 kg und das bei über 100 t Startmasse. Da läge also noch Entwicklungspotential drin.

Die Frage dürfte sich bald klären: Im Oktober sollte nach zweijähriger Verzögerung Phobos-Grunt starten. Bisher gibt es nur wenige Infos zur Sonde. Was mich am meisten erstaunt ist das als Träger die Zenit-Fregat vorgesehen ist. Wenn sie zu groß für die Sojus ist, dann wäre die nächstliegende Wahl für Russland normalerweise die Proton, die Zenit muss als teilweise ukrainische Rakete teuer mit Devisen bezahlt werden und die politischen Beziehungen sind nicht die besten zu der Ukraine.

Freitag 28.8.2009: Anstatt einem deutschen Mars und Mondprogramm - ab zur Venus

Nachdem ich schon mal meine Idee für einen Mondorbiter skizziert habe, der auf vorhandener Technik basiert und bezahlbar ist, nun das Gegenstück zur Venus. Zuerst einmal: Warum zur Venus und nicht zum Mars? Der Mars ist doch en Vogue, seit 1997 verging kein Startfenster bei dem nicht eine oder mehrere Sonden starteten und auch dieses Jahr ist Phobos-Grunt angesetzt, Der Grund: gerade Deswegen. Ein Orbiter und ein Lander mit ausgeklügelten Instrumenten folgte dem nächsten. Wenn man dies toppen will, so bleibt einem nur eine hohe Investition in neue Instrumente oder man spezialisiert sich auf etwas, was noch nicht so erforscht ist: Die Russen zum Beispiel auf Phobos. Doch das wird auch weniger. So wird der nächste Orbiter die bislang etwas stiefmütterliche untersuchte Umgebung von Mars, das Magnetfeld, die Interaktion mit dem Sonnenwind genauer erforschen.

Auf der anderen Seite ist da die Venus. Nach Venera 16 im Jahre 1984 ist Venus Express die erste Mission an welche die Venus umkreist. Es soll 2010 Planet-C von Japan folgen, mit mehreren Kameras,. Die Venus ist dabei ideal für die deutschen Erfahrungen mit Radar. Also warum nicht einen Radar-.Aufklärer zur Venus zu schicken. Um die Kosten gering zu halten habe ich mich hier auf einen SARLupe Satelliten beschränkt, er ist leichter als TerraSAR. Genauere Daten sind wegen der militärischen Natur nicht bekannt, doch sein Radar soll auch 1 m Auflösung erreichen, nur scheint die Aufnahmekapazität beschränkt zu sein. Das ist wegen der geringeren Datenrate zur Erde aber kein Problem.

Der Start soll mit einer Sojus STK erfolgen. Zuerst in einen elliptischen Orbit und von da aus dann in den endgültigen Orbit mittels Ionentriebwerken erreichen (Aerobraking wäre auch möglich, aber Ionentreibwerke sind einfacher zu berechnen).

Missionszenario:

Die Sonde startet von der Erde zur Venus auf einer energiearmen Hohmannbahn. An der Venus angekommen, bremst sie in einen hochelliptischen Orbit (v=1.100 m/s, 200 x 66.000 km). Dann bremst er über drei Venusjahre (678 Tage) ab. In dieser Zeit kann eine Fernerkundung der Venusoberfläche mit Kameras erfolgen und die Plasmaumgebung der Venus erkundet werden. Danach beginnt die Radarkartierung die für drei Erdjahre angesetzt wird. Ziel ist keine vollständige Kartierung, sondern das Anfertigen von hochauflösenden Aufnahmen kleiner Gebiete.

Startmasse in der GTO Umlaufbahn: 3280 kg. Bei v=2300 m/s um zur Venus zu kommen ergibt sich bei einem spezifischen Impuls von 3187 m/s eine Masse im Venusorbit von 1593 kg. Davon entfallen rund 241 kg auf das Antriebssystem. So bleiben rund 1352 kg für den Orbiter, Experimente und vor allem den Ionenantrieb.

Der ionenantrieb muss rund 3000 m/s abbauen und benötigt dazu 142 kg Treibstoff. Bei 678 Tagen Brennzeit und Einsatz eines RIT 35L Triebwerkes wird eine Betriebsdauer von 10 Stunden pro Tag benötigt. Das RIT-35L ist also geeignet dafür (es würde auch das ältere RIT-35 reichen, dann 12 Stunden pro Tag. Auch das ist möglich und würde den Strombedarf von 4450 auf 3200 Watt senken). Gehen wir von 3200 Watt aus, so benötigt man bei der Venus bei 20 % Wirkungsgrad rund 6-7 m² zusätzliche Fläche, die etwa 40 kg Gewicht ausmachen. Dazu kommt noch das Triebwerk selbst mit 10 kg Gewicht, der Spannungskonverter und die Tanks von 45 kg Gewicht (Xenon als Gas geht nur in schweren Drucktanks). Zusammen macht das Ionenantriebssystem so rund 250 kg mit den Solarzellen aus.

Das lässt dann noch 1100 kg für den Orbiter, Experimente und die nötige Hochgewinnantenne übrig. Da jeder SARLupe Satellit nur 720 kg wiegt, gibt es hier viel Spielraum. Auf meiner Prioritätenliste ganz oben wäre eine 3 m große Parabolantenne und ein 1900 Watt Sender (Strom gibt es mehr als reichlich, da nach Ende des Betriebs des Ionenantriebs 3,2 kW elektrische Leistung zur Verfügung stehen). Dies soll 150 kg wiegen. (Ein 1.900 W/2.500 TWT Verstärker wiegt rund 64 kg) Sie erreicht eine Datenrate von minimal 2.450 kBit im X-Band und im Mittel 5.000 MBit/s. Dazu braucht man noch Batterien um den Strom zwischen zu speichern. Zusammen kommt man so auf 170 kg Zusatzgewicht verglichen mit dem SARLupe. Das lässt rund 210 kg für Experimente übrig - mehr als das doppelte Gewicht der Venus Express Experimente.

Das Radar soll die meisten Daten liefern. Nach den Daten von TerraSAR-X entfallen pro Bildpunkt rund 100 Bits. In drei Jahren könnte so bei 100 % Überlappung der Streifen und 2 MBit Datenrate / 6 Stunden Sendezeit pro Tag eine Kartierung auf 45 m zu. Das ist nicht viel besser als bei Magellan. Daher habe ich zwei Ideen für die Mission:

Andere Experimente wären:

Bodensegment

Natürlich wird eine Empfangsantenne benötigt. Sinnvoll ist es sich in das ESA Bodennetzwerk einzubinden. Derzeit wird eine dritte Antenne in Südamerika gebaut. Ein vierte Antenne, von Deutschland finanziert, sollte dieses ergänzen und im Gegenzug dann auch den Zugriff auf die anderen Antennen erlauben. Daher sollte der Ort zwischen den bisherigen drei (Spanien, Argentinien, Ostaustralien) liegen und für den Empfang im Ka Band an einem trockenen Ort. Mir fallen spontan da Wüstengebiete (Namib, arabische Halbinsel) und Hawaii ein, wobei ich wohl den östlichen Teil der arabischen Halbinsel bevorzugen würde, es reduziert die recht große Distanz von Australien zu Spanien und ist recht nahe von Deutschland aus. Eine neue Bodenstation müsste rund 40 Millionen Euro kosten, hochgerechnet von den 35 Millionen für New Norica Station von 2003.

Kostenabschätzung

Das sind dann ohne zusätzliche Experimente und Modifikationen rund 185 Millionen Euro. Es sollte es also möglich sein für rund 250 Millionen Euro die Mission durchführen zu können. Zusammen mit dem Mondorbiter wären das dann rund 400 Millionen verballert - das lässt noch einiges für andere Missionen offen, vielleicht gehe ich als nächstes mal den Mars an, denn es soll ja ein deutsches Mond- und Marsprogramm werden....

Samstag 29.8.2009: Wahlk(r)ampf

Es ist in wenigen Wochen Bundestagswahl und morgen geht es schon in einigen Ländern zur Sache. Zeit, dass ich mich damit mal beschäftige. Ich gehöre zu den Politikverdrossenen. Nicht in dem Sinne, dass ich nicht (mehr) wähle - seit ich 18 bin habe ich keine Wahl ausgelassen, egal ob Kommunalwahl oder Bundestagswahl. Aber ich habe den Glauben verloren, dass sich was ändert. So werde ich auch diesmal wieder, wie seit 20 Jahren die Grünen wählen. Nicht wegen der Überzeugung, sondern eher weil es noch das kleinste Übel ist. Die Grünen sind nicht mehr wirklich grün. In Zeiten in denen es offensichtlich ist, dass das was sie seit 30 Jahren sagen, getan werden muss sind sie angepasst geworden. Umweltschutz machen inzwischen die anderen auch. Doch angesichts Klimakollaps und Ende der fossilen Rohstoffe sind nicht nur ein bisschen Ökosteuer und ein paar Tausend Elektrofahrzeuge nötig, um was zu bewegen. Die Krise jetzt wäre die Gelegenheit, für einen Einstieg in eine alternative Gesellschaft gewesen, aber was macht der Staat - er finanziert Industrien wie die Automobilindustrie, die dem Tod geweiht sind.

Gegen wir weiter. Die FDP war früher mal eine freiheitlich-liberale Partei, die auch liberale Steuergesetzgebungen forderte. Seit Guido Westerwelle sie anführt, ist das aber ihr einziger Punkt: Weniger Steuern für Besserverdienende. Es muss angesichts ihrer letzten Wahlerfolge eine Menge davon geben, oder die Normalverdienenden wählen inzwischen auch schon FDP, in der Hoffnung Steuern zu sparen.

Die CDU hat vier Jahre lang regiert und nichts getan - nichts wirklich reformiert oder verbessert. (Okay das hat sie auch schon unter Kohl 16 Jahre lang getan). Angetreten ist sie damit alles rückgängig zu machen was Schröder tat - in Wirklichkeit ist alles so geblieben wie es war, inklusive Ökosteuer, weil auch bei der CDU nicht das Geld vom Himmel regnet und Reformen nur finanzierbar sind wenn die Arbeitslosigkeit sinkt - das tat sich dank Schröders Reformen auch leicht. Doch eigene Initiativen nachhaltig Arbeit billiger zu machen, die Nebenkosten zu senken? Stattdessen gibt es so plumpe Wahlplakate mit Slogans "Wir haben die Kraft"? Ist die CDU ein Energydrink oder eine Partei?

Die SPD ist genauso wenig sozial wie die CDU christlich. Die SPD hat Schröder gechast, und der war besser als ihre ganze heutige Führungsriege zusammen. Er war seit Schmidt der einzige Kanzler bei dem Regieren nicht im Aussitzen von Problemen bestand, sondern der sich daran machte diese zu Lösen. Auch wenn es den Harz-IV Empfängern nicht gefällt: Das System vorher war nicht zu finanzieren. Es geht nicht dass rund 30 Millionen Steuerzahler 10 Millionen mit durchfüttern. Die überwiegende Zahl der Empfänger, die arbeiten könnte müssen das tun, sonst ist es nicht finanzierbar und wenn's nach mir geht ist für diese Sozialschmarotzer sogar derzeit Harz-IV noch zu viel. Wenn die Studenten, die ich betreue, in kleinen Zimmern wohnen, ihr Bafög auf Pump erhalten und mit Schulden ins Arbeitsleben entlassen werden, dabei neben dem Studium arbeiten müssen, warum sollen faule Asoziale in ihrer eigenen Wohnung mit staatlicher Rundumversorgung leben?

Bleibt noch die PDS/Linke. Die Linke hat zwei interessante Plakate: Zum einen "Reichtum für alle" (Bild links) und dann noch eines mit der Aussage "Reichtum besteuern". Ach ja und ihr habt wirklich mit dem Sozialismus abgeschlossen? Das heißt doch dann Steuern für alle und Reichtum ist ja nur so ein Wort, das kann man schon mal dehnbar interpretieren. Sind nicht 500 Euro im Monat schon "Reichtum" verglichen mit nichts? Und was ist mit Vermögen? Sind nicht ein eigenes Haus, ein Auto oder Rücklagen für das Alter oder die Ausbildung der Kinder schon Reichtum? Das heißt ja dann Steuern für alle die kein Geld vom Staat bekommen.... Wer als tendenziell wenig verdienender nun die Linke wählen möchte, sollte dran denken, dass die Vorgängerpartei sehr merkwürdige Angewohnheiten hatte wenn es um Worte ging. Da hieß eine Mauer "Antifaschistischer Schutzwall" und eine Demonstration fiel unter den Straftatbestand "Rowdytum". Also Vorsicht, wer weiss was sich unter dem Begriff "Reichtum" bei der Linken verbirgt.

Die Linke leitet mich aber zu meinem zweiten Punkt über, den dort ist Kadar Loth Frauenbeauftragte. Das spricht für die Kompetenz dieser Partei. Über Kadar Loth steht als wissenswerte in den älteren Blog. Leider hat sie noch immer nicht den Nobelpreis bekommen, aber im Oktober klappts! Ganz sicher ;-). Sie kam gestern auch in einer Show über die 10 größten Möchtgernpromis und landete dort auf Platz 4.Schlechter platziert war Frédéric von Anhalt, der neben diversen Skandälchen (unter anderem auch Urinierens ins Bad von Kadar Loth, so schließt sich der Kreis) auch bekannt wurde weil er für 100.000 Euro Leute adoptierte die sich nun auch "Prinz von Anhalt" nennen können. Das Pikante daran. Der gute ist selbst nicht von adeligem Geblüt, sondern heißt bürgerlich Hans-Robert Lichtenberg. Er selbst wurde von Marie Auguste von Anhalt, 1980 adaptiert, und dies noch günstig: Für eine Leibrente von 1000 Euro pro Monat. Da Marie Auguste von Anhalt schon drei Jahre später starb, hat er da einen guten Schnitt gemacht, denn jetzt ist ja der Adelstitel schon 100.000 Euro wert und er hat gleich vier neue Adoptivkinder. Von der deutschen Rente kann er nicht leben, denn die 400 Euro im Monat reichen nach eigenen Aussagen ja nicht mal für seine Monatliche Kondomration.

Das ist so eine Geldvermehrungsstrategie, bei der man nichts tun muss und Geld kassiert. In dem Fall sind es Adelstitel die ja an sich keinen Wert haben (und wenn bald jeder Fürst/Graf oder Prinz von irgendwas ist auch an Wert verlieren). Man kann auch Geld machen indem man Mondgrundstücke oder Sterne verkauft. Angesichts der Abzüge die ich bei meinem Gehalt sehe oder jetzt aktuell bei meinen Einnahmen im letzten Jahr durch Programmierung (wer in diesem Staat arbeitet ist ja blöd) sollte ich auch mal über was nachdenken wo man mit kaum Unkosten viel Geld verdienen kann. Wie wäre es wenn ich Diplome verkaufe, die nichts aussagen wie "Master of Space Exploration" oder "Staatlich geprüfter Frauenversteher"? Ich sollte das mal angehen....

Montag 31.8.2009: Kostenersparnis bei der Raumfahrt

So lange ich denken kann hat die Raumfahrt das Henne - Ei Problem. Wenn die Transportpreise sinken, so wird prognostiziert, würden sich viele andere Anwendungen lohnen. Aufgrund der angeblichen Kostenreduktion beim Space Shuttle wurden damals eine Reihe von möglichen neuen Einsatzgebieten vorgeschlagen - von der Energieproduktion im Weltraum bis hin zur sicheren Atommüllentsorgung. Ich habe da meine Zweifel. Zum einen würden selbst wiederverwendbare Raumtransporter nur die Kosten auf die Hälfte bis ein Viertel senken, was aber dann immer noch 2500 bis 5000 Dollar pro Kilogramm in einen niedrigen Erdorbit entspricht. Ich denke aber es geht wirklich billiger, und zwar bei den derzeitigen Anwendungen, den Satelliten. Es gibt hier eine Industrie, die schon weitgehend ihre Protzesse optimiert hat: Die Hersteller von Kommunikationssatelliten. Diese werden in Kleinserien gebaut. Dabei gibt es einen Bus der eine bestimmte Leistung zur Verfügung stellt, der die Lageregelung durchführt und auf diesem wird eine Kommunikationsnutzlast montiert. Jeder Hersteller wie Loral, Hughes oder Thales-Alenia bietet mehrere dieser Busse an, die nach Leistung gestaffelt sind. Also Folge kostet ein Kommunikationssatellit "nur" das Doppelte seines Starts, bei garantierten Betriebsdauer von 12-15 Jahren - viel mehr als heute ein Forschungssatellit aufweist.

Man könnte nun darüber diskutieren, ob eine Kostenreduktion noch weiter getrieben werden kann, doch da zu dem Satellit noch der Start dazu kommt, logistischer Aufwand und die Missionsdurchführung sowie Versicherung, glaube ich dass die Einsparungen über die Betriebszeit immer kleiner werden. Würde dieses Ziel bei wissenschaftlichen Satelliten erreicht werden, also die Fertigung für den doppelten Startpreis, so wäre schon viel erreicht. Aktuelles Beispiel: Die SMOS Mission kostet rund 210 Millionen Euro, davon entfallen rund 13 Millionen auf die Trägerrakete, eine Rockot. Diese ist zugegebener weise billiger als ein westliches Muster, doch selbst wenn sie doppelt so teuer wäre, so macht dies nur ein Achtel der Gesamtsumme aus.

Wie kann man Satelliten billiger machen? Das Prinzip ist bekannt: Es ist Serienbauweise. Bei einem wissenschaftlichen Satelliten und Raumsonden ist das teuerste die Entwicklung. Ein Nachbau kommt erheblich günstiger als das erste Exemplar. Wie teuer, das ist abhängig von der Komplexität. Das Extrembeispiel ist wohl der Viking Lander, der extrem teuer in der Entwicklung war. Ein Nachbau wäre für 10-15 % der Entwicklungskosten möglich gewesen. Auf der anderen Seite kann kam Geld gespart werden, wenn die Raumsonde schon selbst ein Nachbau ist wie es z.B. bei Venus Express der Fall war. Immerhin auch hier ist die Mission deutlich günstiger als Mars Express. Üblicherweise kostet ein Nachbau etwa 30-50 % des ersten Exemplars. Auch dies war ein Grund, warum früher die Raumsonden immer im Doppelpack gestartet wurden.

Ich möchte noch weiter gehen: Warum sollte es nicht auch das gleiche möglich sein wie bei Kommunikationssatelliten: Ein Bus der verschiedene Experimente aufnehmen kann und Ressourcen bietet (Strom, Datenverarbeitung und Sendeleistung). Warum muss die ESA/ NASA spezifizieren wie das Raumfahrzeug aussehen soll? Einfacher wäre es die Experimente und ihre Bedürfnisse zu spezifizieren und wie diese ins All kommen und ihre Daten zur Erde liefern ist Sache des Satellitenherstellers. Doch davon sind wir weit entfernt. Es gibt ja noch nicht einmal einen Wettbewerb. Es gibt ja nicht so viele Firmen die Satelliten herstellen. Anstatt Projekte zumindest innerhalb der Japan, EU und USA auszuschreiben (das Russland, Indien und China aufgrund des unterschiedlichen Lohnniveaus, aber auch der niedrigen Lebensdauer ihrer Satelliten hier ausgeschlossen werden sollten, dürfte klar sein), arbeitet jeder nur auf seinem nationalen Markt. Das gleiche gilt auch für die Starts selbst.

Solange dem so, wird wohl alles teuer bleiben.

Dienstag 1.9.2009: Ist das Internet das TV 2.0?

FDS VoyagerEigentlich wollte ich heute mal wieder was über die Wikipedia schreiben, aber ich denke man kann es allgemeiner sehen. Ich bin in der deutschen Wikipedia beim Artikel über den RCA 1802 darauf gestoßen, dass er in Viking und Voyager eingesetzt wurde. In der Diskussionsseite wurde auf mich verlinkt und darauf hingewiesen, dass dies schon aus zeitlichen Gründen nicht möglich war. Hintergrundinfo: Der RCA 1802 war einer der ersten Mikroprozessoren und wurde Anfang 1976 vorgestellt. Viking startete 1975 und Voyager im Sommer 1976. Da eine Raumsonde bei der Konzeption (die bei Voyager 1972 stattfand) schon existierende Teile verwenden muss ist der RCA 1802 ausgeschlossen. Nun ist das nicht nur meine Meinung, sondern man kann es auch bei der NASA nachlesen. Voyagers und Vikings Bordcomputer bestanden nicht aus einer CPU sondern einigen Dutzend Schaltungen in MSI Technologie. Links z.B. das FDS von Voyager.

Nun habe ich mir die Mühe gemacht dem Ursprung dieser Information nachzugehen. Das erste offensichtliche ist, dass es in der englischen Wikipedia auch so steht. Ich glaube dass die einzelnen Ausgaben voneinander abschreiben, was natürlich nicht deren Zuverlässigkeit steigert. Wikipedia blendet nun ja Warnungen ein, dass man alles mit Quellen belegen soll, doch das hilft nichts wenn die Quellen selbst falsch sind. Ich meine dass die primäre Quelle für die falschen Informationen diese ist. Das trickreiche ist dass eine falsche Information mit einer richtigen gemischt wurde: Während der RCA 1802 nicht an Bord von Viking und Voyager war, befanden sich dagegen etliche RCA 1802 in Galileo. Fast jedes Experiment hatte einen und weil der Mikroprozessor langsamer als die aus diskreten Bauteilen aufgebaute CPU von Voyager war, besaß der Bordcomputer sogar sechs davon.

Auch wer mal bei Google Schoolar reinschaut, bei dem es ja um wissenschaftliche Arbeiten geht, wird inzwischen feststellen, dass recht oft das Web zitiert wird und nicht immer nur garantiert seriöse Seiten wie nature.com. In einem Kommentar lass ich kürzlich, dass das Fernsehen in den letzten 30-40 Jahren immer niveauloser geworden ist. Das ist vielleicht zu weit gegriffen. Es gibt meiner Ansicht nach noch in absoluten Zahlen genauso viel gutes Fernsehen (egal ob man nun Nachrichten, Dokumentation, Fernsehserien oder Spielfilme nimmt) wie früher. Nur gibt es mehr Sender und viel mehr Sendungen, rund um die Uhr, so dass der Anteil deutlich gesunken ist. Ich glaube das kann man auch auf das Internet übertragen.

Mir fällt schon seit einigen Jahren auf, dass die Informationen über Raumfahrtthemen immer dürftiger werden. Wer sich über aktuelle Programme der NASA informieren möchte, hat einen echt schweren Stand. Besonders auffällig ist dies bei den Planetensonden: Wurde von Mars Global Surveyor und Pathfinder noch jede technische Einzelheit veröffentlicht, so ist es heute schwierig auch nur eine rudimentäre Beschreibung der Sonden zu bekommen. Bei der letzten Marssonde, Phoenix klappte das eigentlich nur weil sie im Wesentlichen ein Nachbau des Mars Polar Landers war. Es wird schwieriger gute Quellen für Informationen zu bekommen, auch wenn es sie noch gibt. Bei den Raumfahrtorganisationen muss mehr suchen - auf Servern, die technische Reports speichern, bei Meetings der AIAA oder ähnlichem. Es reicht nicht mehr die Homepage des Projekts anzusehen. Genauso wie die guten Sendungen im Meer der Schlechten untergehen, genauso gehen die wichtigen Informationen in vielen Informationen unter.

Im Internet kann jeder publizieren und die Suchmaschinen egalisieren dies. (Mit Einschränkungen). So wird es immer schwieriger zuverlässige und korrekte Informationen zu bekommen. Das Problem wird dadurch noch komplizierter wenn Wikipedia diese falsche Informationen enthält. Denn nicht nur Wikipedia ist gut platziert, von ihr wird auch viel abgeschrieben (mal von den vielen anderen x-pedias zu schweigen, die nur den Inhalt kopieren). Daher habe ich mich in dem Teil der Wikipedia der mich interessiert und für den ich zuverlässige Informationen brauche, darauf beschränkt bei der Wikipedia ans Artikelende zu den Links zu scrollen. Eigene Aktivitäten dort mitzuschreiben beschränke ich inzwischen auf Fehlerkorrekturen, nachdem schon Ergänzungen gelöscht und falsche Informationen die ich richtig gestellt hatte, wiederhergestellt wurden. Wenn Tausend Laien einen Experten überstimmen, so heißt das Resultat eben Wikipedia. Das ist gelebte Basisdemokratie.

Es wird immer wichtiger die Informationen zu bewerten. Man sollte sich auch von dem Gedanken lösen, dass jeder NASA Angestellter voll informiert ist oder die NASA Politik repräsentiert und man auf NASA Servern nur zuverlässige Informationen findet. Weil inzwischen jeder publizieren kann, findet man auch bei der NASA persönliche Ansichten. Vielleicht derzeit am deutlichsten in den DIRECT Vorschlägen für eine Ares Alternative. Was bleibt? Vielleicht die Renaissance des Buchs? Bücher zu publizieren ist erheblich mehr Aufwand als mal was ins Internet zu stellen. Es kostet Geld und wenn ich von mir ausgehe: Man gibt sich mehr Mühe bei dem Schreiben und der Recherche. Selbst bei Dingen die ich weiß, checke ich bei der Buchveröffentlichung nochmals alles noch mal nach.

Das merke ich auch aktuell, denn ich habe nach zwei Wochen Pause nun angefangen Teil 2 der europäischen Trägerraketen ins Reine zu schreiben. Band 1 ist ja schon im Juli erschienen, und ich hoffe dieser Band 2 (über Ariane 5 und Vega) wird noch dieses Jahr erscheinen, was auch von der Geschwindigkeit der Korrekturleser abhängt. Daneben sind in der Queue, d.h. bisher bei den Korekturlesern noch Band 1+2 des Raketenlexikons - mit jeweils rund 390 Seiten das bislang größte Werk. Doch ich denke die nächsten werden wieder kürzer. Auch beim Teil 2 über europäische Raketen rechne ich in der Größenordnung von 210-220 Seiten mit Bildern. Geplant ist danach eine Neuauflage des ATV Buchs. Nachdem ein Korrekturleser seine Bereitschaft erklärte das sich durchzulesen. Ich will die Gelegenheit nutzen es auch besser zu machen. (Es ist auch das einzige Buch von mir das bei Amazon nur 4 von 5 Sternen hat, was mich schon fuxt). So wird es um einen Abschnitt über die ISS ergänzt werden und dafür das Kapitel über die Ariane 5, das fast ein Drittel ausmacht,gekürzt werden. Als nächstes Werk denke ich an ein Buch über Skylab. Nicht so sehr weils mich interessiert, sondern weil ich sehen will, was sich gut verkauft. Derzeit ist der Verkaufsschlager das Gemini Buch. (Relativ gesehen: In etwas über einem Jahr rund 600 Exemplare). Mich würde interessieren ob das generell so bei Themen der bemannten Raumfahrt so ist oder am Preis von nur 5,40 Euro liegt. Ich vermute das erste, auch weil ich sehe wie viel mehr Reaktionen es im Blog gibt, wenn von Ares oder der ISS die Rede ist. Auch bei meinen Webseiten zählen die über den Space Shuttle zu den am meistbesuchtesten. Da ich ja mit den Büchern auch was verdienen will könnte es sein, wenn sich dieser Verdacht bestätigt dass da mehr erscheint.


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