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Web Log Teil 13 : 1.1.2007-10.1.2006

Montag, 1.1.2007: Raumfahrt 2007

Bei Beginn eines Neuen Jahres ist es vielleicht ganz sinnvoll einmal in die Zukunft zu schauen. Bei mir im Bereich Raumfahrt, wobei ich mich wieder auf das beschränken will, was mich interessiert:

Nachdem das letzte Jahr zum ersten Mal seit 1996 eine Reduktion der im Betrieb befindlichen Planetensonden sah (Missionsende von SMART-1 und Stardust, Ausfall des MGS, gegenüber nur einem Sondenstart, dem von New Horizons) sind für 2007 zwei neue Starts vorgesehen: Im Juli der von Dawn und im August der von Phoenix. Dawn ist eine Raumsonde welche die beiden Planetoiden Vesta und Ceres aus einem Orbit heraus kartieren soll. Die Kamera dafür kommt aus Deutschland und Phoenix ist das renovierte Exemplar der Mars Surveyor 2001 Raumsonde, welche eigentlich 2001 starten sollte, aber nach dem Verlust des Mars Polar Landers im Jahre 2001 eingemottet wurde, weil man die Gelder dann für eine Absicherung des Mars Odyssey Orbiters verwandte.

Rosetta wird am 25.2.2007 den Mars passieren und dies für einen Instrumententest nutzen. Am 6.4.2007 findet der zweite Venusvorbeiflug von Messenger statt. Am 11.2.2007 wird New Horizons die nächste Distanz zu Jupiter erreichen.

Europäer sehen dem ersten Start eines ATV im Juli 2007 und dem von Columbus im September 2007 entgegen. Der Start des ATV ist auch der Erststart der Ariane 5ESV, einer Version mit der verlängerten Erststufe und den Boostern, aber noch der alten Oberstufe (mit kleinen Modifikationen).  es wird aber auch eine unbemannte Starts  geben, so der von GOCE und SMOS im September 2007, der deutsche Satellit TerraSAR-X im Februar, der Experimente Erdbeobachtungssatellit Probe-B und wenn es nicht weitere Verzögerungen gibt sollte der Jungfernflug der neuen europäischen Rakete Vega im Dezember erfolgen - insgesamt also für Europäer ein ereignisreiches Jahr.

Ankündigt schon vor längerer Zeit für 2007, aber noch ohne konkrete Starttermine ist die indische Mission zum Mond und der japanische Mondorbiter Selene - an dem Aufsatz bastele ich seit 2 Jahren, weil es sehr wenige englische Infos gibt. Das sollte sich zum Start ändern.

SpaceX will nicht nur diesmal den ersten erfolgreichen Start einer Falcon 1 absolvieren, auch das Falcon 9 Modell soll dieses Jahr seinen Erstflug haben. Ich persönlich glaube nicht an das letztere.

Montag, 1.1.2007: Weihnachtsnachlese

Weil der vorherige Artikel so kurz war und ich zudem noch was nachholen muss an dieser Stelle hier noch eine Weihnachtsnachlese. In einem Blog, den ich regelmäßig lese erfuhr ich wie die Autorin Weihnachten verbracht hat: Mit viel Essen und einer vollständigen Aufzählung der Geschenke. Dazu noch der Pflichtgang zur Kirche. Auch alle Blogkommentare bestanden vorwiegen darin, was man gerade geschenkt bekommen hat. Gestern im Messenger Chat habe ich dann an jemanden die Frage gestellt wie Sie Weihnachten verbracht hat und bekam auch eine liste der Geschenke zurück - sie hatte sich verlesen und ich denke die Frage erwartet "Was hast du zu Weihnachten geschenkt bekommen", wahrscheinlich, weil sie diese nicht zum ersten mal in den letzten Tagen beantwortet hat.

Ich bin mit Sicherheit kein religiöser Mensch in dem Sinne, dass ich an Weihnachten die Geburt Christi feiere (zu meinen Vorstellungen über Religion denke ich werde ich was an Heilige Drei Könige schreiben). Aber Weihnachten nur auf Geschenke bekommen, sich vollfressen zu reduzieren das tut mir im Herzen weh. Für mich war Weihnachten dieses Jahr ein schönes Fest, weil ich es mit meiner Familie verbringen konnte und Weihnachten ein gutes Zeichen war, dass die Bindungen hier sich im letzten Jahr drastisch verbessert haben. Mein Bruder war am 24.sten bei mir und meiner Mutter und wir haben nichts großartiges gegessen, aber uns gut unterhalten. Am nächsten Tag waren ich und meine Mutter bei der Familie meiner Schwester eingeladen und auch dort war es sehr schön, mein Bruder ist nach Berlin gefahren um dort meine Nichte zu besuchen und nach Weihnachten habe ich mich für die Einladung zu meiner Schwester mit einem Lasagneessen für sie und ihre Kinder revanchiert.

Das ist das wichtige an Weihnachten für mich: Ein Fest mit der Familie, das Zusammensein, wenn man sonst nie dazu Zeit hat. Im Gegensatz dazu scheint der Kommerz immer größer zu werden. Lebkuchen und Schokoweihnachtsmänner sind schon Ende September im Laden, jeder meint dem anderen viel zu Weihnachten schenken zu müssen, das alles muss nicht sein. Das tollste Weihnachtsgeschenk das ich bekommen habe war eine selbstgebrannte CD, aber mit etwas darauf was ich mir seit Monaten gewünscht habe. Liebe L., danke nochmals dafür!

Aber so ist für mich auch Weihnachten ein Beispiel für unsere Konsumgesellschaft, die ich immer mehr im Vordringen sehe: Dieses Lebe jetzt, denk nicht an Morgen macht mir echte Sorgen. Das reduzieren des Lebens auf das Ausgeben von Geld, Freude haben macht mich traurig? Was ist das für eine Perspektive, wenn junge Menschen keinen höheren Sinn mehr im Leben sehen als nur Spaß zu haben? Und gerade an Weihnachten wo man vielleicht mal darüber nachdenken sollte wie gut man es hat und dass man vielleicht seinem Leben auch einen tieferen Sinn geben könnte feiert der Konsumwahn seinen Triumph!

Dienstag 2.1.2007: Countdown

"T minus 15 seconds - guidance is internal, 12, 11, 10, 9, ignition sequence start..."

Na geschätzter Weltraumfreund, welcher Countdown ist das ? Richtig, das ist der einer Saturn V. Leicht zu erkennen, weil die Zündungssequenz 8.9 Sekunden vor dem Start beginnt, relativ früh, verglichen mit anderen Trägern. Ich nehme das mal als Aufhänger für zwei Dinge. Zum einen habe ich am 28.6.2006 mit einer Diät begonnen, und seitdem 22 kg abgenommen und inzwischen bin ich weniger als 8.9 kg vom Zielgewicht (75 kg entfernt). Zum zweiten gibt es sicher für jeden eine Faszination an einem Hobby, Bei mir waren es neben den Bildern ferner Welten immer die Raketenstarts und einer hat es mir angetan: Es ist der einer Saturn V. Natürlich hat dies verschiedene Gründe. Zum einen wurde er hervorragend dokumentiert. Bei jedem Beitrag über das Mondprogramm sieht man die Bilder der vielen Kameras die es dort gab, wie die Haltearme zurückgezogen werden, wie die Pfeiler welche die Rakete am Boden halten, nach einem Kommando zurückschwenken, wie die Triebwerke langsam aus dem Flammenablenkschacht auftauchen und man schließlich die gleißende Flamme sieht, wie die Rakete mit ihren Abblätternden Eisbruchstücken den Mast heraufklettert - und meine Lieblingssequenzen, wenn die S-IVB abgetrennt wird und man zuerst aus der Dunkelheit die Stufe und dann die Erde sieht und eine Minute später der Stufenadapter abgetrennt wird, in den Abgasstrahl gerät und für eine Sekunde wie ein Diamantring aufblitzt.

Es gibt solche Sequenzen auch von anderen Trägern, doch keine ist so schön wie die der Saturn V. Warum ? Nun zum einen hat die Rakete die für mich "ideale" Form einer Rakete, spitz zulaufend, schlank, wie ein riesiger Kugelschreiber. Nur wenige Raketen sehen ähnlich ästhetisch aus, das nächste ist meiner Meinung nach die Ariane 1. Das zweite ist das majestätische des Starts und dies sieht man auch bei Fernsehaufnahmen. Der Start ist völlig anders als bei einem Space Shuttle. Die Rakete hebt langsam ab, als würde sie gegen eine Last ankämpfen, dagegen steigt der Space Shuttle sehr rasant nach oben. Wie kommt das?

Eine Rakete hat einen Schub, der sie beschleunigt. Dieser muss größer als die Erdgravitation g sein. Diese ist abhängig von dem Startort, nehmen wir mal an in Florida gelte der Mittelwert von 9.81 m/s. Der Startschub beträgt 33665 kN, die Startmasse der Rakete bei einer Apollo Mission 2947 t. Das macht eine Startbeschleunigung von

33665/2947 = 11.42 m/s.

Das sind nur 1.61 m/s mehr als die Erdbeschleunigung. Viel rasanter startet ein Space Shuttle mit 14.10 m/s also 4.58 m/s über der Erdbeschleunigung. Lediglich diese Beschleunigung wirkt (es ist als würde man 11.42 m nach oben gehen und um 9.81 m nach unten gezogen werden - im Endeffekt bewegt man sich nur um 1.61 m/s).

Wir Menschen versuchen ein Gefühl für Geschwindigkeiten zu bekommen indem man sie vergleicht mit nicht beweglichen Gegenständen. In diesem Fall dem Startturm. Bei der Saturn V ist er 110 m hoch, die Saturn V Rakete braucht über 12 Sekunden um diese Höhe zu überschreiten - daher erscheint sie und langsam. Der Turm ist beim Space Shuttle kleiner, nur noch 50 m hoch. Diese Höhe wird in weniger als 5 Sekunden passiert. Daher erscheint uns ein Space Shuttle Start mehr wie der einer Feuerwerksrakete, der einer Saturn V, dagegen majestätischer, es ist die Langsamkeit die es ausmacht.

Ach ja, ich werde sie informieren, wie bei es bei mir weiter geht. Nächster Punkt: T-5.3 Seconds: End of Ignition Sequence...

Freitag 5.1.2006: Von Lob und Anerkennung

Die letzten Tage habe ich mich ziemlich geärgert. Ich arbeite ja, wie manch einer weis an der Lynnetessa-Fanpage und habe da für die englischsprachigen Besucher meiner Seite und das Forum auf Lynnetessa.de die Clipfish Videos übersetzt. Das dauert ziemlich lange. Zum einen um zu verstehen was sie sagen, zum anderen weil ich nicht gut in englisch bin. Geärgert habe ich mich über die mangelnde Resonanz, aber vor allem Kritik seitens einer der Darstellerinnen an falschen Zuweisungen, ohne den Fehler genau zu spezifizieren.

Ich habe das mal zum Anlas genommen in mich zu gehen und nachzudenken. Warum mache ich was? Und eine der größten Motivationen ist Anerkennung und Lob. Diese Website mache ich auch, weil sie für mich selbst zum Wissensfundus wurde, also ein Destillat, dessen was ich mir selber aneigne. Aber ich mache sie auch um Anerkennung zu bekommen. Die Zahl der Mails war in der letzten Zeit ziemlich mau und auch die Gästebucheinträge sind zurückgegangen - das kann man nicht von der Fanpage behaupten obwohl sich dorthin mit dem Niedergang von L&T immer weniger Besucher verirren. Also mach ich konsequenterweise dort mehr. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie ich mal zutiefst enttäuscht war als ich mein erstes Zeugnis nach Hause brachte mit einem Durchschnitt unter 2.0 und mein Vater nur Kritik für die unleserliche Unterschrift des Lehrers hatte.

Ich lege sicher mehr Wert auf Anerkennung als andere, das weis ich selbst, aber ich weis auch, dass ein Lob nichts kostet und Anerkennung jeder in irgendeiner Art und weise braucht. Das Problem bei mir wie vielen ist, dass man eher bereit ist zu kritisieren. Manchmal zu recht, manchmal auch nicht. Nehmen wir die Übersetzungen der Videoclips: Das war eine Heidenarbeit, erst mal zu verstehen was gesagt wurde, vor allem wegen dem schlechten Ton und dem gemeinsamen Reden. Und dann zum zweiten Eigennamen korrekt zu identifizieren (mit Schnitzern, so machte ich aus "Singstar" "Dingsda" und zuletzt gesprochene Sprache mit angefangenen Sätzen, Satzdrehern und Grammatikfehlern seitens einer der beteiligten ins englische zu übersetzen. Beim letzteren sollte ich vielleicht anmerken, dass ich in Englisch nur Mittelmaß war, es nach der 12.ten abgewählt habe und in den letzten 20 Jahren nur gelesen, aber nie geschrieben habe.

Natürlich ist was da raus kam nicht perfekt, aber es war verständlich und es steckte viel Arbeit drin. Und das hätte man würdigen können. Man muss manchmal eben etwas weiter schauen - nicht nur was herauskommt, sondern wie viel sich der andere Mühe gab oder was man anrichtet wenn man nur kritisiert. Das gilt übrigens im besonderen im Arbeitsleben, wo es gang und gäbe ist nur zu kritisieren und nie zu loben. Besonders fatal ist das bei einer Arbeit die man tagtäglich macht, also etwas was andere dann als "normal" ansehen. Warum hab ich mich wegen der Übersetzungen aufgeregt? Nicht nur weil sie viel Arbeit machten, sondern weil ich feststellte, dass ich seit Monaten irgendwie auf eine Form des Lobes oder einer Anerkennung von der betroffenen Person gehofft habe.

Ich habe mir vorgenommen für dieses Jahr mehr die Leute zu loben, einfach mal so. Denn auch ich habe da noch Verbesserungsmöglichkeiten. Meine Mutter kocht zum Beispiel hervorragend und fragt auch dauernd wie es schmeckt. Wie die meisten Schwaben schaufele ich gutes Essen nur schnell herunter und lobe nicht "Net g'meckert isch g'lobt gnuag!". Nur wenn das Rezept verändert wurde (Ein tipp: Wenn ihr Partner gut kocht, verbieten Sie ihm solche Fernsehsendungen anzuschauen in denen gekocht wird!) beschwere ich mich. Also erst mal an die eigene Nase greifen.

Wäre das nicht auch eine gute Idee für Sie? Ein lob kostet nichts, macht sie auch sympathischer und beliebter? Es können beide Seiten nur profitieren. Natürlich muss es auch was zum loben geben. Wer seine Arbeit hinrotzt sollte dafür nicht gelobt werden. Wir vergessen aber gerne das alltägliche, das was jeden Tag erledigt wird ohne dass es auffällt anzuerkennen. Dies führt dann meistens zum "Dienst nach Vorschrift" oder der "inneren Kündigung". Das ist Gift für jedes Unternehmen und Gift für jede Art von Beziehung. Also denken sie mal drüber nach....

Nachtrag vom 7.1.2006: Ich habe tatsächlich einmal einen Vorsatz umgesetzt und meine Mutter für ihren (wie immer hervorragenden Sauerbraten) gelobt und ihr eine große Freude gemacht.

Sonntag 7.1.2006: Pixelmannia!

Es gibt immer mehr Pixel auf einer Digitalkamera - 5, 6, 8 sogar 11 hab ich schon gesehen. Doch wer braucht die ? Ich möchte zuerst einmal erläutern wie viele Pixel man wirklich braucht. Das kann man von zwei Blickwinkeln auch betrachten. Zum einen dem technischen Aspekt und zum anderen der Leistung unserer Auges.

Fangen wir einmal mit der Technik an. Wenn sie ihre Fotos entwickeln lassen, dann fertigen Laserbelichter ihr Foto an und drucken es aus. Derartige Geräte haben Auflösungen von 100 Linienpaaren/mm, das entspricht für ein 9 x 13 Bild in etwa der Qualität einer 2 MP Kamera. Mehr kann der Belichter nicht darstellen. Das gilt auch wenn sie es selbst daheim ausdrucken, wenn dort werden die Farben aus verschiedenen Punkten zusammengemischt.

In der Logik der Technik braucht man dann mehr Pixel für größere Bilder, 4 für einen 13 x 18 Abzug und 8 MP für ein DIN-A4 Bild. Doch das ist auch die Gelegenheit wo wir die Perspektive wechseln sollten. Unser Auge sollte eigentlich das Maß aller Dinge sein. Details die wir nicht sehen können sind sinnlos, wenn sie im Bild vorhanden sind. Unser Auge hat eine Auflösung von etwa 1 Bogenminute bei 100 % Sehfähigkeit. Das entspricht 0.1 mm aus einer Entfernung von 343 mm. Wer also ein Bild aus 30 cm Entfernung ansieht, kann noch Details von 0.087 mm erkennen. 90 mm / 0.087 ergibt 1030 Pixels in der Höhe und 130/0.087 ergibt 1490 Pixels in der Breite. Zusammen sind das also 1.53 MP. Da bei handelsüblichen Digitalkameras die Farbinformation aus 4 Pixeln stammt sollte man eine etwas größere Datenmenge nehmen, etwa 30-40 %, dann kommt man auch wieder auf die 2 MP für ein 9 x 13 cm Bild.

Der Unterschied zu den Fotosatzbelichtern ist aber, dass man größere Bilder auch aus größerer Entfernung betrachtet. Im Extrembeispiel: Eine 2 x 3 m große Plakatwand werden Sie nicht aus 30 cm Entfernung betrachten. Das Optimum ist erreicht, wenn ein Bild das gesamte Blickfeld ausfüllt, das ist bei etwa 4-5 MP erreicht. Mehr Megapixel machen also physiologisch keinen Sinn.

Warum braucht man also mehr? Nun Kamerahersteller sagen: Um Ausschnittsvergrößerungen zu machen. Doch stimmt das wirklich? Also jeder etwas bessere Kamera hat heute einen 3-4 Fach Zoom, aufgrund der kleinen Linsen die man für Digitalkamera braucht sind 8-10 fach Zooms in Kompaktkamera kein Problem. Wer bitte macht sich die Mühe nicht den Zoombereich bei der Aufnahme festzulegen, wo er das Bild besser kontrollieren kann und macht das nachher am PC?

Es gibt meiner Meinung nach sehr gute Gründe gegen zu viele Pixel auf der Kamera. Bei einer Digitalkamera ist der CMOS (oder CCD) Sensor im Normallfall im 1/2.5." Format, dass sind 5,7 x 4,2 mm für den Sensor. Und das ist die Crux: eine 6 MP Kamera hat eben keinen größeren Sensor als eine 3 MP Kamera, nur eben mehr Pixel bei gleicher Größe.

Wer aufmerksam Testberichte verfolgt, der stellt fest, dass bei immer mehr Megapixel die Abbildungsleistungen in kritischen bereichen abnimmt: Logisch, dieselbe Lichtmenge verteilt sich auf mehr Pixels. Die Pixels erhalten weniger Licht, oder umgesetzt in Helligkeitswerten, sind dies eben Werte im unteren Bereich. Um das zu kompensieren verstärkt nun die Elektronik das Signal - und damit auch das Rauschen. Bestimmte Hersteller versuchen das Rauschen zu minimieren indem sie dann einen Weichzeichner über das Bild laufen lassen. Das Ergebnis ist dann meist noch schlimmer - Details saufen ab.

Als zweites Problem müssen die Linsen immer besser werden um die gleiche Abbildungsleistung zu erreichen - Denn die Pixel werden ja immer kleiner. Das spart man sich bei billigen Modellen, wodurch diese eigentlich ihre vielen Pixels gar nicht ausnützen können.

Was bleibt? solange der Konsument primär auf die Megapixels schaut wird sich nichts ändern. Denn die Herstellungskosten eines 3 MP und 6 MP Pixel Sensors bei gleicher Größe sind fast identisch. Wenn die Konsumenten mehr auf die Abbildungsleistung achten und die neuen Modelle links liegen lassen würden, dann würde sich etwas ändern. Eine zweite Möglichkeit wäre es die Sensoren wieder zu vergrößern: Die Standardgröße ist heute 1/2.7". Vor 3 Jahren lag sie noch bei 1/1.8", also einem 50 % größeren Durchmesser. Halbprofessionelle Spiegelreflex Digicam arbeiten mit dem APS-C Format von immerhin der halben Kleinbild Größe (21,5 x 14,4 mm), das ist mehr als dreimal größer als die in den billigen Kameras verbauten Sensoren. Doch das hat dann auch den Nachteil, dass man dann nicht in kleine Gehäuse 10 fach Zooms einbauen kann.

Es muss nicht so sein: astronomische CCD Sensoren haben seit Jahren nicht mehr Pixel pro Flächeneinheit, sondern die Sensorgröße ist gewachsen. Während bei einer 6 MP Kamera ein Pixel weniger als 2.0 µm breit ist, sind es bei astronomischen CCD 10-14 µm, d.h. diese sind 25-50 mal empfindlicher (durch weitere Maßnahmen wie das kühlen sogar noch erheblich empfindlicher) als die Sensoren die sie in in ihrer Kamera haben, dafür haben die Sensoren Kantenlängen von 2-3 cm bei nur 2-4 Megapixel.

Vorerst bleibt dem Verbraucher nur eines: Genau Testberichte lesen, (am besten von etwas seriöseren Zeitschriften als "Computer-Bild") oder vielleicht auf ebay, eine 2 Jahre alte gebrauchte Digitalkamera kaufen - Das Spitzenmodell von damals gibt es heute zum Preis eines normalen Modells, aber eben dem Risiko, das man bei gebrauchten Geräten hat.

Ich selbst habe mir 2005 als 4 MP schon normal waren aus diesem Grund ein 3 MP Modell gekauft, eine Konika Z10 (wegen des großen Zoombereiches). Derzeit überlege ich ob ich mir nicht noch eine zweite, kompaktere Kamera für jeden Tag kaufen soll, aber das wird dann wahrscheinlich auch nur ein 3-4 MP Modell.

Mittwoch 10.1.2006: Plädoyer für ein deutsches Großteleskop

Die deutsche Astronomie hatte nach 1900 einen schweren Stand. Zuerst kam der erste Weltkrieg und in seiner Folge Inflation und Wirtschaftskrise, dann der zweite Weltkrieg und danach gab es kein Interesse an einem deutschen Großteleskop, natürlich auch wegen der Witterung bei uns und den schlechten Seeing Bedingungen. dies änderte sich erst in den sechziger Jahren als man an die Planung zu erst eines 2 m und dann eines 3 m Teleskops ging. Deutschlands Weg in die astronomische Großforschung ist ähnlich wie der in der Weltraumforschung: Einem ehrgeizigen Programm in der Frühzeit folgte der Eintritt in internationale Organisationen wie die ESA und ESO und die Konzentration der Arbeiten in dieser. 1970 war das größte deutsche Teleskop noch ein 1.0 m Spiegel aus dem Jahr 1910 (zu dieser Zeit starten die USA schon OAO-3 mit einem 90 cm Teleskop in den Weltraum!). Heute gibt es sogar Amateurvereinigungen die ein solches Teleskop ihr Eigen nennen. Es folgte 1975 ein 1.2 m Teleskop auf dem Calar Alto in Spanien, 1979 ein 2.2 m Teleskop und 1982 ein 3.5 m Teleskop. Ein zweites 2.2 m Teleskop wurde 1984 in Chile als Bestandteil der ESO installiert.

Mitte der achtziger Jahre, als die meisten größeren Teleskope zwischen 3-4 m Größe hatten, war Deutschland also gut platziert im internationalen Vergleich, doch dabei blieb es aber auch. Neue Technologien wurden dann erprobt wie dünne Spiegel, welche man größer machen konnte bei gleichem Montierungsgewicht, adaptive Optik um die Veformung der dünnen Spiegel auszugleichen oder sogar segmentierte Spiegel beim 10 m Keck Teleskop. All diese Entwicklungen machten nun Teleskope von 8-12 m Größe möglich, bei moderaten Kosten. Im Jahre 2006 gibt es folgende Teleskope über 6.0 m Spiegeldurchmesser (Quelle Wikipedia)

Nr. Name Spiegel- durchmesser Spiegeltyp Standort Nationalität der Sponsoren Inbetrieb- nahme Bemerkungen
1 Keck I 10 Meter segmentiert Mauna Kea, Hawaii, USA USA 1993
2 Keck II 10 Meter segmentiert Mauna Kea, Hawaii, USA USA 1996
3 Southern African Large Telescope (SALT) max. 10 Meter segmentiert Karoo-Hochebene, Südafrika Südafrika, USA, UK, Deutschland, Polen, Neuseeland 2005 fester Höhenwinkel
4 Hobby-Eberly Telescope (HET) 9,2 Meter segmentiert McDonald Observatory, Davis Mountains, Texas, USA USA, Deutschland 1999 fester Höhenwinkel
5 Large Binocular Telescope #1 8,4 Meter Einzelspiegel Mount Graham, Arizona, USA USA, Italien, Deutschland 2005 Teil des Large Binocular Telescope (Fertigstellung 2007)
6 Subaru Telescope 8,2 Meter Einzelspiegel Mauna Kea, Hawaii, USA Japan 1999
7 Antu / VLT1 / UT1 8,2 Meter Einzelspiegel Cerro Paranal, Chile ESO-Länder 1998 Teil des Very Large Telescope
8 Kueyen / VLT2 / UT2 8,2 Meter Einzelspiegel Cerro Paranal, Chile ESO-Länder 1999 Teil des Very Large Telescope
9 Yepun / VLT4 / UT4 8,2 Meter Einzelspiegel Cerro Paranal, Chile ESO-Länder 2001 Teil des Very Large Telescope
10 Melipal / VLT3 / UT3 8,2 Meter Einzelspiegel Cerro Paranal, Chile ESO-Länder 2002 Teil des Very Large Telescope
11 Gemini Northern Telescope 8,1 Meter Einzelspiegel Mauna Kea, Hawaii, USA USA, Großbritannien, Kanada, Argentinien, Australien, Brasilien, Chile 1999
12 Gemini Southern Telescope 8,1 Meter Einzelspiegel Cerro Pachon, Chile USA, Großbritannien, Kanada, Argentinien, Australien, Brasilien, Chile 2000
13 MMT 6,5 Meter Einzelspiegel Mount Hopkins, Arizona, USA USA 2000 aus Umbau des Multiple Mirror Telescope entstanden
14 Walter Baade Telescope / Magellan I 6,5 Meter Einzelspiegel Las Campanas, Chile USA 2000
15 Landon Clay Telescope / Magellan II 6,5 Meter Einzelspiegel Las Campanas, Chile USA 2002

An 9 Teleskopen sind die USA beteiligt, doch selbst kleinere Länder wie Südafrika, Polen, Neuseeland haben sich an einem Großteleskop beteiligt. Deutschland ist an einigen Teleskopen mit beteiligt wie bei dem LBT z.B. zu 25%, doch ein eigenes hat es nicht vorzuweisen. Das finde ich schade. Ein 8 m Teleskop kostet 100 Millionen Euro. Das erscheint viel Geld zu sein, ist jedoch weitaus weniger als ein preiswerter Forschungssatellit kostet und ein Teleskop dieser Bauart kann man sehr lange betrieben. Die Mount Wilson und Mount Palomar Sternwarten mit ihren 2.5 und 5.0 m Teleskopen, gebaut 1924 / 1948 werden heute noch betrieben. Dass sie nicht mehr so viel leisten können liegt weniger an den alten Teleskopen, die natürlich neueste Detektoren haben, als vielmehr der Lichtverschmutzung die rapide zugenommen hat. etwa 20-30 Jahre ist ein Teleskop in der Oberklasse, so wie es die Teleskope Deutschlands in den 70 er und achtziger Jahren es bis zur Jahrtausendwende waren, dann wird es von größeren Instrumenten verdrängt.  Ein Flug von Reiter zur ISS kostet wesentlich mehr - aber er ist öffentlichkeitswirksam und das ist das Problem.

Man sollte daher neben einem 8-10 m Teleskop noch ein zweites, preiswerteres für 10-20 Millionen Euro in der 2-3 m Klasse bauen. Solche Teleskope können mit automatisierten Kameras ganze Himmelsfelder nach Planetoiden absuchen - Man ist natürlich an denen interessiert, die der Erde gefährlich werden könnten. Bei der Suche entdeckt man sehr viele neue Planetoiden im Hauptgürtel und Kuiper Gürtel so "nebenbei". Tja und das ist die Chance für die Finanzierung des Projektes. Warum benennt man die nicht nach Politikern, beginnend mit dem Kabinett, bis hin zu jedem Abgeordneten und schickt den Betreffenden eine Urkunde ?

Ich wette wenn man dies umsetzen würde, wir würden in jeder Legislaturperiode ein neues Großteleskop bauen.... Es wäre nicht der schlechteste Umgang mit Steuermitteln.


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