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Web Log Teil 142: 7.12.2009-12.12.2009

Montag den 7.12.2009: Verstößt die Schweiz gegen Menschenrechte

Das ist zumindest die Ansicht der EU, weil eine Volksabstimmung dort den Bau von Minaretten verbietet. Ich frage mich: Hat die EU noch alle Tassen im Schrank? Das hat nichts mit freier Religionsausübung zu tun. Es hat etwas mit baurechtlichen Vorschriften zu tun. Jeder der hier etwas baut muss sich dran halten. Wenn sie als Privatperson in der BRD auf die Idee kommen würden, ein Haus mit einem 30 m hohen dünnen Turm der spitz endet, zu erreichten, würde ihnen das auch verboten werden. Es passt nicht in das allgemeine Erscheinungsbild, an dass sich auch christliche Kirchen anpassen müssen. Die Kirchen die ich kenne und die seit dem zweiten Weltkrieg entstanden sind, haben als Kirchtürme keine Zwiebeltürme oder spitze Türme mehr sondern mehr oder weniger rechteckige Quader um zwischen Hochhäusern nicht so sehr aufzufallen. Weiterhin müssen sich auch Kirchen hier an Verordnungen halten. Ich kenne einige bei denen die Lautstärke beim Bimmeln reduziert werden musste um die Leute nicht zu früh am Sonntag zu wecken.

Eine Einschränkung der Religionsfreiheit wäre, wenn der Baue von Moscheen - egal wie sie aussehen prinzipiell verboten wäre. Doch darum geht es nicht. Es geht um Integration. Integration heißt dass man sich der Gesellschaft anpasst in dem man lebt. Es heißt nicht dass man einen arabischen Baustil, der sich seit 1300 Jahren nicht geändert hat in Europa 1:1 umsetzt, während in der gleichen Zeit sich bei uns der Baustil über Romantik, Gotik, Barock, Jugendstil zu Betonklotzbauweise geändert hat (um nur einige Stile während dieser Zeit zu nennen).

Vor allem: Erst mal sollen islamische Länder mal nur die Menschenrechte umsetzen. In Ägypten stehen Menschen die vom Islam zum Christentum konvertieren in der Tageszeitung (sie müssen das melden!) in Saudi-Arabien waren nicht mal während des ersten Golfkriegs bei den (in eigenen Kasernen, ohne Kontakt zur Zivilbevölkerung untergebrachten) US-Soldaten das Zeigen und Dekorieren von Weihnachtsbäumen erlaubt

Meine Meinung: Die Schweiz ist in dieser Hinsicht ein Vorbild, bei uns haben Politiker Integration völlig falsch verstanden.

Dienstag den 8.12.2009: Ein vernünftiges unbemanntes Planetenforschungsprogramm - Teil 2

Nachdem es in Teil 1 darum ging die Kosten zu minimieren, indem Serienbauweise und Adaption an neue Bedürfnisse, anstatt Neukonstruktion die Missionen dominieren und auch ein Forschungsprogramm verlässlich sein muss - in dem Sinne, das es eine langfristige Planungssicherheit geben muss, geht es heute darum den Nutzen der Missionen zu maximieren und mehr durch stufenweise Einführung neuer Techniken herauszuholen.

Reduktion der Startkosten

Dieses Thema ist nicht so neu. In der Tat wird das seit Jahrzehnten schon angestrebt. Anders als bei Satelliten ist es aber schon heute möglich, bei Raumsonden die Startkosten zu reduzieren. Das liegt daran, dass es, sobald die Nutzlast einen niedrigen Erdorbit erreicht hat Alternativen zum klassischen chemischen Antrieb gibt. Als ich mich vor kurzer Zeit nach einigen Jahren Pause erneut mit Ionenantrieben befasst habe, stellte ich mit Überraschung fest, dass die Entwicklung von Solarlinsearrays (SLA) große Fortschritte gemacht hat und diese nun schon 180 W/kg liefern - deutlich mehr als die rund 60 W/kg die heute größere Solarzellen bei Satelliten liefern und 300 W/kg in einigen Jahren möglich sein sollen.

Ionentriebwerke haben einen großen Strombedarf. Daher dominieren heute bei einem Antrieb die Solarzellen das Gewicht. Die eigentlichen Ionentriebwerke und der Treibstoff wiegen vergleichsweise wenig. So hat ein typisches Exemplar im Leistungsbereich von rund 5 kW ein Gewicht von 7 kg - selbst bei 180 W/kg wiegen die SLA aber dann noch rund 30 kg. Immerhin ist damit, wie ich schon mal ausgerechnet haben von einer niedrigen Erdumlaufbahn aus bei rund 50 % Nutzlastanteil im Erdorbit in wenigen Monaten Fluchtgeschwindigkeit erreicht und zum Mars dauert es nicht viel länger. Dort angekommen braucht eine Raumsonde auch nicht länger um solarelektrisch eine Endumlaufbahn zu erreichen, als mit chemischen Treibstoff: Es wird aber eine viel kleinere Trägerrakete benötigt. So wiegt Mars Express trocken nur etwa 600-700 kg, die Sojus könnte aber rund 7000 kg in eine niedrige Erdumlaufbahn befördern. Ionentriebwerke versprechen rund 50 % der Startmasse in einem niedrigen Erdorbit auch am Zielorbit. Bei konventionellen Raketen ist es meist nur ein Zehntel. Ehrlich gesagt: Bei Reisezeiten von einigen Monaten zum Tiel verstehe ich nicht warum man nicht schon heute darauf übergegangen ist.

Diese Technologie sollte mittelfristig den chemischen Antrieb ersetzen wo immer es geht. Anfangen würde man mit Missionen im inneren Sonnensystem - Venus und Mars. Doch auch ins äußere Sonnensystem wären Missionen möglich, hier gibt es natürlich die Problem, dass zum einen die Geschwindigkeit die erreicht werden muss höher ist und zum anderen die Beschleunigung bei steigendem Sonnenabstand rasch kleiner wird. Doch mit ausreichend leistungsfähigen SLA, kombiniert mit einem Vorbeiflug an der Venus müsste es gehen.

In der zweiten Phase sollte auch leistungsfähigere Ionentriebwerke entwickelt werden - hier gibt es sogar Synergien mit bemannten Missionen. Bei Ionentriebwerken steigt der Schub quadratisch mit dem Durchmesser, das Gewicht aber in der dritten Potenz. Das bedeutet, dass ein hoher Schub entweder viele kleine Triebwerke benötigt oder wenige große Triebwerke sehr schwer sind. Auch hier wurde an einem experimentellen Prototyp gearbeitet, der zwei Beschleunigungsstrecken kombiniert und damit bezogen auf das Gewicht eine viel höhere Leistung aufweist. Wenn man daran denkt Raumsonden von mehreren Tonnen Gewicht zu befördern, könnte es an der Zeit sein, diesen Antrieb zu erproben. Für noch schwerere bemannte Missionen wird er in jedem Fall benötigt.

Eine zweite Alternative sind Sonnensegel. Derzeit sind sie noch Ionentriebwerken unterlegen und die Anforderungen um von kleinen Segeln auf große überzugehen mit den Problemen sie zu entfalten und leichtgewichtig herzustellen. Doch haben sie den Vorteil, dass die Endgeschwindigkeit unbegrenzt ist. Sie könnten bei Missionen ins innerste Sonnensystem (näher als Venus) eine Alternative sein, oder wenn eine Raumsonde viele Asteroiden besuchen soll. Anfangen könnte man mit Missionen im Erdorbit. So gibt es den Vorschlag für einen Satelliten der relativ zur Sonne immer die gleiche Position im Erdmagnetfeld behält - da sich die Erde um die Sonne dreht muss sich die Bahnebene pro Jahr um 360 Grad drehen - das geht auch mit Ionentriebwerken, doch deren Treibstoff ist irgendwann einmal erschöpft. Weiterhin kann ein Satellit kleiner als eine Raumsonde sein, da er näher an der Erde ist und so die Funkverbindung besser und leichter ist.

Bessere Kommunikation

Schon heute betrieben wird der langsame Umstieg auf das X-Band ins K Band. Aufgrund der vierfach höheren Sendefrequenzen verspricht diese Technologie eine Erhöhung der Datenrate um das zehnfache. Doch es geht viel zu langsam. In einer Übergangszeit sollten alle Raumsonden einfach jeweils einen K-Band Sender zusätzlich mitführen und die Daten damit zusätzlich senden. wenn es genügend Erfahrungen gibt sollte das K-Band als Ersatz für das X-Band fungieren und dieses nur noch für Notfälle genutzt werden.

Ebenfalls erprobt wird die Kommunikation per Laser. Im Erdorbit verspricht sie erheblich höhere Datenraten zwischen erdnahem Orbit und geostationären Orbit. Die Ergebnisse bei der Kommunikation mit der Erde sind nicht so gut, weil hier die Atmosphäre den Lichtstrahl streut und Wolken und Tag den Empfang verhindern. Zudem ist es kein Problem auf der Erde große Empfangsantennen zu bauen, während dies im Orbit nicht möglich ist.

Probeweise sollte sie aber auch bei Tiefenraumsonden erprobt werden, auch wenn ich denke dass es hier mehr eingesetzt wird zwischen der Kommunikation von Landern und Orbitern oder Subsatelliten und Relais (z.B. bei Jupiter: Hauptsatellit außerhalb des Magnetosphärengürtels, Subsatellit innerhalb des Strahlungsgürtels).

Für normale Kommunikation sollten wieder Faltantennen erprobt werden. Seit diese bei ATS-6 und TDRSS eingesetzt wurden ist es still um sie geworden, wahrscheinlich weil das Entfalten bei Galileo scheiterte. Aber sie sind praktisch die einzige Möglichkeit Antennen mit einem Durchmesser größer als die Nutzlastverkleidung zu bauen und sie sind viel leichter. (Die 4,9 m Antennen von TDRSS wiegen nur 24 kg).

Verbesserung der RTG

Die meisten Ziele von denen wir heute noch wenig wissen liegen heute im äußeren Sonnensystem. Die äußeren vier Planeten, etwa 20 größere Monde und mindestens ein Dutzend größere Planetoiden. Ohne nukleare Energieversorgung geht es in diesen Entfernungen nicht. Kernreaktoren scheiden aus: Sie müssen eine Mindestgröße für den Kern aufweisen, dazu kommt er Kühlmittelkreislauf und die Abschirmung. Zusammen sind sie bei Leistungen von wenigen Kilowatt so schwer, dass die Leistungsdaten miserabel werden. Erst im Bereich von hunderten kW oder MW erreichen sie Leistungsdaten von Solarzellen.

RTG sind dagegen extrem teuer. Für einen neuen GPHS RTG sind rund 90 Millionen Dollar fällig - für eine Energiequelle von 560 W Leistung. Der Grund ist die Herstellung. Die RTG entstehen aus Neptunium 237, das in Kernreaktoren aus frischen Kernbrennstäben entstehen. Nach kurzer Zeit entsteht dort Np-237. Wird der Kernbrennstab wie bei normalen Kernreaktoren länger im Reaktor gelassen, wird das Neptunium wieder abgebaut. Daher wird der Kernbrennstab nach kurzer Zeit entnommen und das NP-237 abgetrennt. Es kommt dann nochmals in einen Brutreaktor wo es durch Neutroneneinfang zum Pu-238 wird.

Es entsteht also viel radioaktiver Müll aus kurzstrahlenden Isotopen und es ist ineffektiv. Warum war es früher kein Problem? Weil es noch einen zweites Isotop gibt, das auf demselben Weg gewonnen wird. Das Pu-239, das für Atombomben benötigt wird auf demselben Weg erzeugt. Daher waren die RTG zu Zeiten von Viking und Voyager als noch kräftig aufgerüstet wurde, erheblich preiswerter (vergleichen mit den Missionskosten) als heute. Richtig billig waren sie allerdings nie.

Daran kann man nichts ändern - aber an der Energieausbeute. Bei der Benutzung des thermoelektrischen Effekts ist die Energieausbeute niedrig und liegt bei nur 7 %. Schon in der Entwicklung sind welche mit Nutzung von Stirling Motoren, die wesentlich weniger Plutonium benötigen. Noch mehr sollten typische thermodynamische Kreisläufe wie der Rankine Kreislauf mit 30-40 % Effektivität liefern. Hier ist Forschungsarbeit notwendig, da diese Elemente für viele Missionen benötigt werden. Eventuell kann man auch mehrere Kreisläufe nacheinander schalten. Bei Kosten von 90 Millionen Dollar für einen GPHS-RTG kann man sich leicht errechnen, dass weniger Plutonium sie schnell deutlich billiger machen - selbst wenn dann die Trägerrakete teurer wird, weil der Gesamt-RTG bei mehreren Kreisläufen schwerer wird kann im Endeffekt noch ein Plus bleiben.

RTG kombiniert mit Ionenantrieben

RTG sollen für kleine Raumsonden ausreichen als Stromquelle für Ionenantriebe. Das ergaben zumindest einige NASA Studien - man sollte es mal ausprobieren. Kombiniert mit SLA sollte es zumindest bei Jupiter eine Chance, danach könnte man zu äußeren Planeten aufbrechen. Wenn's nicht klappt - okay, aber wenn es klappt ist es wohl die einzige Möglichkeit die es heute gibt die äußeren Planeten mit Orbitern zu erreichen.

Senkung der Missionskosten

Trotz Fortschritten in der Computertechnik werden Raumsonden heute noch so gesteuert wie vor 30 Jahren - es werden ihnen Kommandos gesendet, heute zusammengefasst zu Meßprogrammen, die einige Stunden bis Tage abdecken. Bei Orbitern ist das noch tragbar, doch mehr und mehr verbringen Missionen Jahre in Phasen in denen sie erst das Ziel erreichen - lange Reisezeiten durch große Distanzen oder Flybys.

Zumindest in diesen Zeiten sollten Raumsonden heute über Monate autonom arbeiten - die Betonung liegt auf arbeiten und nicht wie heute schon möglich schlafen. Sie sollten Messdaten des interplanetaren Mediums sammeln und dies auch intelligent: Wenn die Strahlungsaktivität ansteigt und es so einen Anstieg von Teilchenschauern gibt, dann sollte die die Meßfrequenz angepasst werden. Das sollte von allen Punkten am einfachsten möglich sein - die dazu benötigten Computer sind auf jeden Fall verfügbar.

Soviel für heute - es kommt noch ein Teil 3 - mit Vorschlägen für konkrete Missionen.

Dienstag 8.12.2009: Ohne "Entdeckerbonus" geht es nicht

Nebenbei lese ich gerade ein Buch über Gemini, um in der zweiten Auflage nicht nur den Stil zu verbessern, sondern auch mehr Informationen in mein Buch reinzupacken. Irgendwie kam ich (mal wieder) auf den Gedanken, warum damals die viel teureren Raumfahrtprogramme nicht so kritisiert wurden wie heute. Es gibt dafür viele Gründe. Einer, vielleicht nicht damals der wichtigste, aber sicher heute nicht unbedeutend, ist sportlicher Natur: Es ging bei Gemini und Apollo darum mit jeder Mission mehr zu erreichen, Rekorde aufzustellen, Erstleistungen zu bringen. Gerade bei Apollo zeigt sich ja auch ein Abfall des Interesses als die erste Mondlandung absolviert war - nun erschienen die folgenden nur noch als "Wiederholung".

Ähnlich gelagert ist das Argument, bemannte Raumfahrt müsste gemacht werden, weil Menschen immer neue Herausforderungen suchen, Entdecker sind. Ich bestreite nicht, dass einige Menschen so veranlagt sind, so wie einige Forscher mit Leib und Leben sind, andere gerne Bücher schreiben und Lehren. Aber der Großteil ist es nicht. Gerne zitiert wird dann der Ausspruch eines Bergsteigers, als ihn ein Reporter fragte, warum er denn nun gerade diesen Berg besteigen will: "Weil er da ist". Das soll die Antriebsfeder der ganzen Menschheit sein.

Das ist Blödsinn. Die meisten Expeditionen die es in der Vergangenheit vor dem Raumfahrtzeitalter gab, waren wirtschaftlicher Natur: Finden neuer Handelswege, Zugang zu Rohstoffen oder nur die Hoffnung das dem so sein könnte. Später kamen Expeditionen dazu, die diese neuen Handelswege sicherer machen sollten, indem sie die Route kartierten. Erst sehr jung sind die finanzierten Forschungsreisen, ohne jeden konkreten wirtschaftlichen Zwecke, wie die von Darwin oder Humboldt. Sie sind mit unseren heutigen Raumflügen vergleichbar: Finanziert nicht von einem Einzelnen, und sei es ein König, sondern vom Kollektiv, das begonnen hatte Wissenschaft als Kulturgut zu begreifen. (Wobei natürlich jede Wissenschaft irgendwann auch Ergebnisse fördert die praktisch genutzt werden können).

Vor allem gibt es genügend Gegenbeweise, dass Menschen etwas nicht erforscht haben, obwohl es vor ihrer Haustür liegt, weil es offensichtlich kein wirtschaftliches Interesse daran gab. Als kleines Gegenargument zu dem Spruch "Weil er einfach da ist" - Die Alpen liegen mitten in Europa. Über sie marschierte schon Ötzi oder Hannibal. Trotzdem kam während der ganzen Jahrtausende kein Schwein auf die Idee auf die höheren Gipfel zu klettern. Wächst dort was was man ernten könnte? Gibt es dort Erzvorkommen? Das setzte erst im neunzehnten Jahrhundert ein, als die ersten Touristen in die Alpen kamen. Die Zugspitze wurde erstmals 1820 bestiegen.

Nun was hat das mit der Raumfahrt zu tun. Ich glaube nicht, dass es diesen Trieb gibt permanent etwas neues zu entdecken ohne das man konkrete wirtschaftliche Vorteile sich erhofft. Wenn die da sind, dann bewegen sich ganze Völkerschaften auf zu etwas neues. Es mag einzelne geben, die so veranlagt sind, aber nicht die breite Masse. Daher wird man sich schwer tun, wenn die breite Masse dann Marsexpeditionen oder ähnliches finanzieren soll dies mit diesem Argument zu begründen.

Eher glaube ich zieht das sportliche Argument: Wir wollen erster sein, Rekorde aufstellen oder besser sein als andere. Nun das letzte scheidet aus, wenn man schon international eine Raumstation betreibt. Erster sein können wir höchstens noch beim Mars. Und mit Rekorden aufstellen hapert es auch. Jetzt kann die NASA noch jeden Shuttle Flug als kleinen Rekord feiern, weil jedesmal die ISS etwas größer wird. Doch wenn sie mal fertig ist? Wer hat sich noch für Skylab interessiert, als die erste Mission zurückkam und die Station repariert hatte?

Auch aus der Geschichte des Space Shuttles kann man lernen - als dieser nach dem Challenger Unglück wieder flog, es keine Probleme mehr gab, interessierte sich kein Schwein mehr für das Space Shuttle. Ich wage zu prognostizieren, dass es schon vor 10-15 Jahren außer Dienst gestellt worden wäre, wenn nicht die russische Wirtschaft zusammengebrochen wäre und es so zu den Shuttle-Mir Flügen gekommen wäre, bei denen die NASA die Mir mitfinanzierte und dafür US-Astronauten dort Langzeiteinsätze absolvieren dürften.

Das Konstellation Programm hat nun ein ziemliches Problem: Es hat schon nicht den Anspruch einen Entdeckerbonus einzuheimsen. Zuerst mal geht es zum Mond und zwar in Apollo -Style. Vielleicht kommt mal später so was sie eine Mondstation und noch viel später eine Marsexpedition. Aber erst mal soll ein dreistelliger Milliardenbetrag für die Wiederholung eines Programmes aufgewandt werden, das vor nahezu 40 Jahren abgeschlossen wurde.

Leute, schaut mal Nachrichten. Wenn da Sportnews kommen, dann hört man nicht "Läufer XY ist bei der Olympiade genauso schnell gelaufen wie vor 40 Jahren Läufer Z, er wurde vorletzter". Es interessiert keinen Schwein, wenn man etwas erreicht was schon mal einer erreicht. Es interessieren nur Rekorde und Erstleistungen.

Donnerstag 10.12.2009: Die Automobilindustrie lernt nicht dazu

Die Krise hat nach Ansicht eines Berichtes dazu geführt, dass die deutsche Automobilindustrie dazu gelernt hat und nun stärker an umweltschonende Autos produziert. Als Beispiele wurden genannt der Hybridantrieb, Brennstoffzellen, Wasserstoff und der Elektroantrieb.

Da ich mich mit dem Thema schon öfters beschäftigt habe, hier mal einige Dinge zurechtgerückt: Bei Elektroautos reichen die Lithiumvorräte für einige Millionen Fahrzeuge - weltweit! Da jeder Wagen eine Batterie von einigen Hundert Kilo Gewicht aufnimmt braucht man enorme Mengen dieses Elementes. Selbst wenn man auf andere Technologien mit anderen Metallen (aber schlechteren Leistungen) umsteigt, würde bei dem derzeitigen Verhalten des Bundesbürgers doppelt so viel Strom benötigt werden, wie heute verfügbar ist. Der kommt in absehbarer Zeit aber aus Kohlekraftwerken, die bestimmt nicht ökologischer sind.

Der Hybrid ist nach Untersuchungen nicht klimafreundlicher als ein normaler Wagen. Seine höhere Effizienz wird durch das höhere Fahrzeuggewicht kompensiert. Er ist was fürs Grüne Gewissen von Leuten die sich nicht richtig informieren oder die glauben das ein kleiner Elektromotor alles ändern könnte.

Brennstoffzellen oder Motoren die mit Wasserstoff arbeiten, setzen beide Wasserstoff ein. Heute und wahrscheinlich noch ziemlich lange wird dieser durch Cracken von Erdgas erzeugt, das verbraucht viel weniger Energie als die Elektrolyse von Wasser. Selbst wenn es mal genügend Strom gibt, dass dieser Weg lukrativ ist, so ist die ganze Vorgehensweise - erst eine Primärenenergiequelle Strom benutzen um Wasserstoff zu gewinnen, diesen dann verflüssigen und zu transportieren extrem aufwendig. Wenn er im Auto ankommt steckt nur noch 38 % der Energie drin, die aufgewandt wurde ihn zu erzeugen, zu verflüssigen und zu transportieren (inkl.. Verdampfungsverluste). Das ist auch extrem ineffektiv.

Ineffektivität: Das ist der Punkt den sie Automobilindustrie anpacken muss. Liebe Leute ihr habt ein Gefährt erfunden, dass in der Regel so 800-1000 kg wiegt und 1-2 Personen transportiert - es wiegt also 5-10 mal mehr als die Nutzlast. Dafür benötigt es 4-8 l Benzin pro 100 km, also rund 140.000-280.000 kJ. Etwas älter als das Auto ist die Erfindung des Fahrrades. Es wiegt weniger als die Nutzlast (typsicherweise ein Fünftel) und obwohl der Mensch nicht ein guter Läufer ist, Energie ineffizient in Muskelleistung umsetzt und nur etwa 0,1-0,2 kW Dauerleistung liefert, braucht er bei 15 km/h für 100 km nur etwa 7.800 kJ (bei 80 kg Gewicht).und dies sind keine fossile Brennstoffe, sondern er verzehrt regenerative Energielieferanten.

Nun bin ich nicht naiv, das Fahrrad kann natürlich nicht das Auto ersetzen (wohl aber ergänzen). Doch was ich sehe, ist das die Automobilindustrie nicht daran denkt die Grundprobleme ihrer Fahrzeuge anzugehen: Sie sind zu schwer und sie sind zu hoch motorisiert. Baut kleinere Autos, ersetzt Stahl durch Aluminium oder noch besser CFK-Werkstoffe, baut Autos deren Höchstgeschwindigkeit bei der Richtgeschwindigkeit auf den Autobahnen liegt, die wird bei den vollen Straßen eh kaum erreicht. Ich glaube es wird dafür einen Markt geben und er wird mit steigenden Benzinpreisen rasch wachsen.

Solange ihr aber versucht nicht ein Fortbewegungsmittel zu verkaufen das effizient ist, sondern "Spass", wie es die Fernsehspots heute vermitteln, solltet ihr umsatteln und vielleicht ins Rotlichtgewerbe einsteigen. Dort wird auch Spass verkauft....

Samstag 12.12.2009: So klappt's nicht mit den e-books.

E-Books kommen ja langsam in Mode. Rechtzeitig zur Buchmesse haben nun weitere Firmen entsprechende Reader angekündigt. Bemängelt wird allgemein, dass es wenige e-books gibt. Ich dachte immer das ist das typische Henne-Ei Problem: Solange es keine Bücher gibt, kaufen Leute keine Reader und solange es keine Reader gibt, publiziert keiner Bücher. Nun das letzte dachte ich, ist leicht zu lösen - ich denke jeder erstellt heute seine Bücher mit dem Computer und egal ob Satzsystem oder Textverarbeitung - es sollte möglich PDF als Standardformat für Dokumente zu erzeugen.

Nun erfahre ich in der vorletzten ct' Ausgabe, aber das die Basis für die ebook Format HTML ist, zusammen mit von Java bekannten Manifest Dateien. Die Erzeugung ist nicht so ganz einfach, und ich verstehe nun warum ein e-book bei BOD 199 Euro zum publizieren kostet, ein normales Buch dagegen nur 39 Euro.

Ich habe mal probeweise eines meiner Bücher von Openoffice als HTML abspeichern lassen und das sieht grauenhaft aus. Bilder und Text aus der Form, Tabellen so breit wie der ganze Bildschirm. Kurzum: so kann man das nicht ausliefern. Mögen andere Produkte besser sein: HTML ist ein Standard für das Lesen von Bildschirm. Aber keiner der formatgetreu ist, also eine Seite immer so darstellt wie man es im Original war.

Ich halte die Entscheidung für HTML als Standard für den falschen Weg und plädiere für PDF. Es würde wahrscheinlich auch die Basis an verfügbaren e-books schnell dramatisch erhöhen.HTML mag eine Alternative für sehr textlastige Bücher sein - okay das sind sicher viele wie Romane. Aber praktisch alles, was Tabellen oder Grafiken enthält oder weitergehende Elemente wie Anmerkungen an dem Rand ist in HTML nur schwer umzusetzen.

Nun ist der Vorteil von PDF natürlich auch sein Nachteil: Es zeigt die Bücher so an, wie erstellt, auch mit den Seitengrößen und Rändern. Nun gibt es zig Größen von Büchern. Bei BOD ist alles möglich zwischen 12 x 19 und 21 x 29.7 cm möglich. Darunter auch Querformate oder quadratische Formate. Aber das Format ist kein Problem: Für Querformate muss man den Reader eben um 90 Grad drehen und bei quadratischen Formaten wird ein Teil der Anzeigefläche nicht benutzt. Problematischer ist die unterschiedliche Größe. Ein Buch im Format DIN-A4 hat, wenn keine Großschrift verwendet wird, zu viel Inhalt um ihn sauber auf den kleinen 6" Displays heutiger Geräte darstellen zu wollen.

Doch ich meine das Problem ist einfach zu lösen. Ich habe eine Menge Bücher, aber die meisten haben ein Format bis in etwa Din A5 oder etwas größer. Von dem Rest sind die meisten dann im Format DIN A4. Ein Reader im Format DIN A5 könnte den Großteil also 1:1 oder leicht verkleinert darstellen und DIN A4 dann zumindest zur Hälfte, wobei die Höhe des Readers dann der Seitenbreite entspricht, also einmal scrollen pro Seite fällig wird.

Der Rest ist dann eben nicht e-book kompatibel, doch das ist zum einen ein kleiner Prozentsatz, zum anderen sind es dann auch Bücher die man so nicht irgendwo hin mitnimmt zum lesen. Sie sind dazu zu unhandlich. Das trifft z.B. auf Bildbände zu. Die würde auch keiner auf einem Reader lesen wollen.

Also liebe Industrie: Baut einen e-book Reader im Format DIN A5, der PDF schluckt. Und bitte nur einen Reader, keinen Webbrowser, keinen MP3 Spieler. Dafür sollte er leicht und sparsam im Stromverbrauch sein. Dann klappt's auch mit dem e-book.

Von mir wird es bald eines geben, nur eben im PDF-Format. Ich habe mich, weil ich derzeit nicht die Motivation spüre, mich sofort an ein größeres Werk zu setzen, an die Neuauflage des Gemini Buches. Es ist kleiner und eine neue Auflage war wie beim ATV Buch schon geplant. In der letzten zwei Wochen habe ich rund 44 Seiten geschrieben. Vor allem zu der Technik, den Plänen des Militärs und neu über die Pläne Gemini zum Mond zu schicken. Ich überlege, ob ich mehr über die Missionen schreiben soll. Zum einen ist es nicht so wichtig für mich (zählt mich deswegen Ruhri doch zu den "Gegnern der bemannten Raumfahrt" nur weil ich mich für Technik und nicht Personen interessiere) und zum anderen denke ich, dass dies die Astronauten sicher besser erzählen können. Vielleicht schließe ich das Konzept dann bald ab.

Wenn es erscheint, dann wird die alte Ausgabe als PDF frei herunterladbar sein, ich denke das kann ich mir leisten, da die neue Ausgabe einen deutlichen Mehrwert aufweist und zudem ich mit dem Verkauf von Band 1 ganz zufrieden sein kann. Man erfährt es hier. Finden wird man sie in meiner Website über meine Bücher.

Sonntag 13.12.2009: Weihnachtsfilme und Weihnachten

Immer wieder kommen an Weihnachten Filme, die man sonst das ganze Jahr nicht sieht. Sie drehen sich irgendwie um Weihnachten oder die Vorweihnachtszeit. Früher fand ich das ziemlich blöd, weil es ja jedes Jahr das gleiche Ritual ist und es auch die gleichen Filme sind. Mit der Zeit wird man älter und ich freue mich auf einige der Filme, die ich aber auch nur zu Weihnachten ansehe und sonst das ganze Jahr nie. Gestern lief" Tatsächlich Liebe". Schon am 3.12 lief "Schöne Bescherung" und am 25.12. wird zu nachtschlafender Zeit um 00:50 "ist das Leben nicht schön" gezeigt. Das sind meine drei Favoriten bei den "Weihnachtsfilmen".

Vielleicht verändert sich der Geschmack im Laufe der Jahre. Das gilt auch für Weihnachten. Als Kind war es eine Zeit die man einfach ausstehen musste, vielleicht noch mit dem Höhepunkt der Beschenkung am 24.sten. Später habe ich einfach den Rummel ignoriert. Seit einigen Jahren freue ich mich wieder auf Weihnachten, die ganze Vorweihnachtszeit auch wenn ich es nicht begründen kann. Das ändert irgendwie die Einstellung zu vielen Dingen. So das dauernde Abspielen von Popsongs mit dem Thema Weihnachten im Radio, wie "Last Cjristmas" "Driving Home for Christmas" oder "Pipes of Peace". Es nervt nicht mehr so sehr.

Wird man um Weihnachten herum irgendwie melancholisch, weil irgendwie die Jahreszeit so trübe und kalt ist? Nicht umsonst liegt Weihnachten direkt nach dem kürzesten Tag des Jahres: Von nun an wird es wieder heller, die Tage länger. Früher feierten das unsere germanischen Vorfahren und ähnliche "Sonnenwendfeiern" gibt es auch bei anderen Völkern. Das bewog ja auch die christliche Kirche Weihnachten auf den 25.sten zu legen - um diese Feiern praktisch in den christlichen Glauben zu integrieren. Vielleicht zündet man deswegen auch die ganzen Kerzen an.

Ich denke, dieser "Melancholie" Faktor macht zumindest mich so empfänglich für eine bestimmte Art von Weihnachtsfilmen. So was in Richtung, Romantik, Anderen Helfen oder Widrigkeiten des Alltags. Denn im Grunde fallen alle drei Filme in diese Kategorie:

Das sind alles Geschichten wo man sich wiederfinden kann. Deswegen sind sie zumindest meine Weihnachtsfilme. Völlig kalt lassen mich dagegen irgendwelche Fantasy Filme die sich um Weihnachten drehen und die nun auch gezeigt werden. So was wie die "Santa Claus" Trilogie, der Grinch oder der Besuch in der Schokoladenfabrik. Wie sieht es bei meinen Bloglesern aus? Verändert sich hier auch das Empfinden um Weihnachten? Gibt es einen Weihnachtshit oder einen Lieblingsfilm um Weihnachten?

Ich schließe diesen Blog mit einem Lied aus "Tatsächlich Liebe".

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