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Web Log Teil 146 : 7.1.2010-12.1.2010

Donnerstag den 7.1.2010: Anstatt GEZ

Ich stelle wenn ich mir mal die ct' durchblättere fest, dass ich in meinem persönlichen TV und Radiokonsumverhalten von dem Klientel unterscheide das die Zeitschrift anspricht. Mal abgesehen dass meiner Meinung nach Tests von Fernsehern, Beamern und Internetradios nichts in einer Computerzeitschrift zu suchen haben. Aber es scheint heute normal zu sein, im Wohnzimmer einen Beamer oder wahlweise einen 102 cm Fernseher zu haben, gekoppelt an eine Dolby Sorroundanlage und in jedem Raum ein Internetradio mit WLAN Empfang. Ich habe mich versucht zu erinnern wann ich das letzte mal eine CD abgespielt oder gar eine Kassette. Bei Radio höre ich nur einen Sender - SWR1 - und den meistens morgens beim Frühstück. Auch beim Fernsehen schaue ich inzwischen mehr über den OnlineTVRekorder als live.

Hier hat mich die Website Fernsehkritik.ZTV aufgerüttelt: Bevor ich die sehr empfehlenswerten Sendungen dort angesehen habe, habe ich mich daran orientiert was in den Öffentlich-Rechtlichen besser ist als in den Privaten - und da sind diese streckenweise ja noch wirklich Klassen besser. Nun sehe ich es anders: Der Vergleichsmaßstab muss das Programm sein dass es vor 20 Jahren gab - nicht das was heute gezeigt wird. Da gab es nicht die Daily Soap, die Kochshows und den Boulevard Journalismus. Da gab es noch echte Serien und nicht nur Krimis und Samstag Abend Unterhaltung waren nicht Quiz mit Promis oder Volksmusik.

Heute schaue ich Fernsehen meist neben dem Arbeiten am Computer an oder besser ich nehme es wahr. Das geht dank zweitem Monitor ganz gut und da ist OTR eine feine Sache, weil man so die Videos nebenher anschauen kann. Die Mediatheken sind da komplizierter, zumal man mehr Sender besuchen muss, vor allem aber weil es ein Browser Fenster ist - hakeliger in der Bedienung und anfällig gegen Änderungen am Browser. Oft öffnet dann sich das nächte Fenster über dem Video.

Ich denke manchmal daran den Fernseher ganz abzuschaffen. Doch was würde das bringen. Die GEZ verlangt ja auch Gebühren für internetfähige PC's. Auf der anderen Seite: Das System dass man pauschal für das Fernsehen zahlen soll, egal ob man es nutzt oder nicht ist überholt. Zum einen haben heute die öffentlichen nicht mehr den Marktanteil den sie früher hatten und zum anderen gibt es heute die Möglichkeit festzustellen was man anschaut. Daher mal einen Vorschlag für einen Reform der Gebührenordnung. Es gibt Möglichkeiten den Konsum eines Kanals festzustellen und danach die Gebühren zu berechnen.

Das ganze hat natürlich noch weitere Vorteile. Zum einen bezahlt man nur für das was man sieht. In einem ersten Schritt für den ganzen Sender - warum soll ich für dritte Programme oder Spartenkanäle zahlen die ich nicht anschaue. In einem zweiten Schritt dann für Sendungen. Ich weiß, der zweite Schritt ist riskant. Aber ich glaube, dass neben billig produzierten Telenovelas, Vorkochen mit angeblichen Sterne Köchen die Leute auch gut produzierte Dokumentationen und Wissensendungen honorieren. Auf der anderen Seite sollte so auch die Ausgabendisziplin steigen. Ich kann keinen Qualitätsvorsprung der ZDF Nachrichten im neuen Sendestudio für 30 Millionen Euro erkennen der diese Summe rechtfertigt. Dazu geben die Öffentlich rechtlichen dreistellige Millionenbeträge aus für die Bundesligasenderechte um kurze Ausschnitte zeitversetzt zu zeigen - da wird sich zeigen ob so viele wirklich das so brennend interessiert.

Natürlich gibt es auch noch gutes Fernsehen. Aus einer der Sendungen habe ich einen  Ausschnitt online gestellt. Ich hoffe er ist auch für Nichtschwaben lustig.

Freitag 8.1.2009: EADS und andere Großkonzerne

EADS so hört man will aus der Airbus 400 M Fertigung aussteigen. Das ist eine der Negativschlagzeilen dieses Konzerns die sich in der letzten Zeit häufen. Für mich klingt das Ultimatum wie Erpressung, vor allem wenn ich den Absatz lese, dass die Länder das Flugzeug brauchen. Ich teile die Ansicht nicht, außer man meint, man müsste Truppen in die ganze Welt verschieben. Würde sich die Bundeswehr wie (bevor man nach der Wiedervereinigung meinte, überall sich einmischen zu müssen) auf die Landesverteidigung und reine Friedensmissionen beschränken, so bräuchte man keinen Airbus 400 M - vielleicht mal eine Überlegung bei dem man doppelt sparen könnte - bei den Einsatzkosten und dem A-400M.

Zuvor war nicht nur der Airbus 400 M zu teuer und zu spät geworden, sondern das gleiche passierte auch beim Airbus 380. Auch der Eurofighter kam um einiges teurer als geplant, wobei cih aber auch denke, dass das Problem hier sicher darin liegt dass man ein Flugzeug haben will das alles kann - obwohl man es eigentlich nicht mehr braucht. Und bei der Arianefertigung musste auch die ESA in den letzten 5 Jahren rund 960 Millionen Euro zuschießen. EADS bekommt es also nicht gebacken, egal wo. Vielleicht ist es eine Folge wenn solche multinationalen Riesenkonzerne entstehen und so etwas sollte verhindert werden. Ich weiß nicht ob es gesetzlich möglich ist - aber anstatt einem Konzern sollte es wieder viele geben, schon alleine damit es wieder Konkurrenz gibt.

Das zeigt recht deutlich die Trägheit von Riesenkonzernen. Ich bemerke das auch an den Summen, die ich in den letzter Zeit sehe, die EADS nur für Studien bekommt. Das fängt klein an mit 500.000 Euro für eine Studie ob man die Vega mit einer stufe auf Basis des Aestus oder Vinci Triebwerks in der Nutzlast steigern kann - man kann es nicht und das hätte ich aus dem Stand beantworten können. Das Aestus ist nicht leistungsfähiger als die derzeitige dritte Stufe und beim Vinci ist das gleiche Problem wie bei Ariane 5 gegeben - starke Vibrationen durch Feststoffbooster führen zu einer hohen Leermasse, die sich bei kleineren Nutzlasten noch stärker bemerkbar macht, als bei Ariane 5. Doch damit EADS das herausfindet sind 500.000 Euro fällig. Aber es kommt noch besser.

EADS hat auch einen 21 Millionen Euro Auftrag für eine Studie für einen Umbau des ATV zu einer Wiedereintrittskapsel bekommen. Ein Projekt für das sich die ESA nicht erwärmen konnte und deswegen stammen die 21 Millionen Euro auch fast ausschließlich von Deutschland. Ich kann die ESA verstehen: Wenn es entwickelt wird - (nicht vor 2011) - wann steht es zur Verfügung? So um 2016, also just dann wenn entweder die ISS versenkt wird, oder mit der Orion eine Möglichkeit zur Verfügung steht Fracht zur Erde zurückzubringen. Es ist schlicht und einfach überflüssig. (Vor allem warum soll sich Europa den Schuh anziehen, dass nur zu 8 % an der ISS beteiligt ist) Aber wieder mal eine finanzierte Studie.

Noch kostenintensiver sind allerdings Studien bei EADS, wenn es um die ESC-B geht, denn da gab es auch vor einem Monat einen Auftrag - über 157 Millionen Euro, nur für Studien. Italien baut dafür eine halbe Trägerrakete. Wenn dann etwas herauskommt, dann sind die nationalen Raumfahrtbehörden nicht mal berechtigt, grundlegende technische Daten weiterzugeben, wie ich bei meinen Recherchen erfuhr, da diese dann "Intellektual property" von EADS sind. Hallo geht's noch besser? Wer hat denn für das ganze bezahlt? Wenn ich ein Softwareprogramm für einen Kunden entwickele, bekommt der auch en Sourcecode und die gesamten Rechte daran und nicht nur die ausführbare Datei. Wenn sich dies ESA, DLR & Co gefallen lassen, dann läuft einiges schief. Wahrscheinlich arbeiten inzwischen bei EADS mehr Juristen als Ingenieure. Das würde dieses Verhalten und die mangelnde Effizienz erklären. Vielleicht ist es an der Zeit EADS wieder in die Firmen aufzuteilen aus denen es entstand.

Nun möchte ich gerechterweise vermerken, dass ich bei EADS vorbelastet bin. Diese Firma antwortet nämlich nie. Zwar finden sich auf allen Webseiten irgendwelche Kontaktadressen, manchmal sogar noch animiert, doch wenn sie testweise mal eine Mail dorthin schicken, bekommen sie keine Antwort. Es ist völlig Wurst wo sie das tun, ob bei Satelliten (Mars Express, Venus Express) Raumfahrzeugen (ATV), Raketen (Ariane) oder Subsystemen (Triebwerke) - in den vergangen 6 Jahren habe ich nur einmal nach 7 Wochen eine Antwort von EADS bekommen und die kam zu spät. Es nützt nicht einmal was, wenn man diesen Missstand der Pressesprecherin meldet und um Hilfe bittet, auch da Null Reaktion (nachdem die Pressesprecherin versprach die Mail "weiterzuleiten"....). Nun gibt es keine Pflicht Mail zu beantworten oder eine Kontaktmöglichkeit bereitzustellen, auch wenn ich diese zumindest bei den Projekten, die vom europäischen Steuerzahler finanziert werden für geboten halte. Aber wenn man auf Mails nicht reagiert, kann man nur erreichen das Leute enttäuscht oder verärgert sind. Das hat Folge für das Image. Ich kommuniziere meine Erfahrungen weiter. Der Blog wird von Leuten gelesen und so erfahren das auch andere.

Da ist es ehrlicher wie Arianespace zu verfahren - bei denen gibt es keinen E-Mail kontakt für Privatpersonen. Sie stellen klar, wer uns was fragen will muss erst mal eine Nummer eines Presseausweises angeben. Also lieber Europäer der Du sich für Ariane interessierst - dein Geld nehmen wir gerne, aber bitte bereite uns darüber hinaus keine Arbeit. Das ist nicht fein, aber man erwartet wenigstens keine Antwort die dann nicht kommt.

Positiv zu vermelden ist wenigstens, dass die Galileo an kleinere Unternehmen vergeben wurde. So wird OHB erst mal 14 Satelliten bauen. Was mich allerdings nicht freut ist das für den Start von 10 Satelliten (in Paaren) mit der Sojus 397 Millionen Euro bezahlt werden - mithin 79,4 Millionen Euro pro Start. Da ist nicht nur der Start teurer als der Bau, es ist eine glatte Unverschämtheit. Im Jahr 2007 verlautbarte Le Gall noch einen Startpreis von 50 Millionen Dollar, also weniger als 35 Millionen Euro, nun soll Europa mehr als das doppelt zahlen, obwohl die ESA zu zwei Dritteln das Launchpad mitfinanziert. Wenn schon dann sollte bei dem Preis der Start mit einer Ariane 5 erfolgen. Auch hier: Wieder mal den Steuerzahler / Länderregierungen über den Tisch gezogen. Ich denke wenn der raumfahrtthemenlose Monat abgelaufen ist rechne ich mal nach ob es mit der Vega nicht preiswerter geht....Übrigens: Vor einem Jahr war noch der Start von 30 Satelliten je zu Vier Stück vor allem mit Ariane 5 vorgesehen (Gesamtvolumen 700 Millionen Euro - nun wird es also mindestens 50 % teurer). Mir scheint da nutzt auch ein weiterer Konzern seine Monopolstellung aus....

Sonntag 10.1.2009: Schönheitsideale

Ich habe über Weihnachten eine kleine Serie gesehen in der man über Malerei aufgeklärt wird. Doch dazu bei einem den nächsten Blogeinträge mehr. Eines der interessanten Dinge war es das Malerei uns auch ein Fenster in vergangene Zeiten eröffnet - wie sah es früher aus? Nicht nur städtebaulich sondern auch landschaftlich (die Alpen ohne Bäume - erst die Heizung mit Kohle führte zur Aufforstung), die Moden und eben auch die Schönheitsideale.

Als Beispiele kamen ein Bild von Lukas Cranach über die Venus und die drei Grazien von Rubens. Also beides Bilder von Göttinnen oder Idealgestalten. Sie variieren sehr. Also ohne eine große Analyse zu machen sind die Grazien schon mehr als Füllig. Sie weisen deutliche Phänomene auf die heute Frauen um alles vermeiden wie Cellulitis. Sie sind schon so fett das es Dellen im Fettgewebe gibt. Während ich mir denken könnte, dass es sicher Frauen gibt die Vorbilder für die drei Grazien stellen, dürfte das bei der Venus von Cranach nicht der Fall sein. Sie ist auf der einen Seite magersüchtig, auf der anderen Seite ist der Bauch so ungewöhnlich rund, wie bei Kwashiorkor, nur ist es dort viel intensiver. Dazu kommen die unnatürlich kleinen Brüste und vor allem das Gesicht mit den Katzenaugen. So sieht kein Mensch aus.

Nun wissen wir alle, das Schönheitsideale sich verändern - nicht nur in der Geschichte, sondern auch bei verschiedenen Kulturen. Manche Kultur findet lange durch Metallreife gestreckte Hälse (genauer gesagt herunter geschobene Schultern) sexy oder Teller in der Unterlippe oder Ritzungen oder Tätowierungen in der Haut. Schönheitsideale haben etwas normatives, man strebt Ihnen nach.

Ich sehe hier eine große Gefahr. Was uns nämlich von Naturvölkern oder früheren Zeiten unterscheidet sind die Medien und die Technik. Die Medien die uns immer wieder mit Personen konfrontieren die dem Schönheitsideal entsprechen, oder noch schlimmer die uns Bilder zeigen die Idealbilder zeigen, aber nicht der Wirklichkeit entsprechen. Fast jedes Bild in einer Illustrierten wird mit Photoshop bearbeitet. Ein ganz krasses Beispiel ist dieses hier von Kelly Osbourne.

Vor allem finde ich es erschreckend wie sich Leute dieses akzeptieren. Ich muss da an die letzten Staffel von "Germanys next Topmodell denken. Da war eine Kandidatin dabei die recht früh rausflog und die nach Ansicht von Heidi Klum "nur bestimmte Klientel bedienen könnte". Es war die einzige normalgewichtige Person mit Kurven. Der Rest war allesamt nach gängigen Ernährungsmaßstäben untergewichtig. Trotzdem gab es da einen Juror der der späteren Gewinnerin Sara sagte, für seine Bikini-Mode käme sie nicht in Fragr weil sie zu dick wäre...

Ich frage mich was eigentlich die Modedesigner geritten hat, dass die Modells alle Größe 32 oder 34 haben müssen. Der Großteil ihrer Kundschaft hat die Größe ja nicht. Wäre es nicht sinnvoller die Größe zu nehmen die am meisten verbreitet ist - dann können sich potentielle Käuferinnen besser vorstellen wie das Kleid an ihnen aussehen würde, oder noch besser Modells in mehreren Größen flanieren lassen. Klar es ist einfach Kleidung zu machen die jemand mit Idealfigur gut aussehen lässt als jemand mit Übergewicht, aber wenn man es leicht machen will, dann kann man auch die Kleidung gleich kopieren nach Vorlagen die erfolgreich waren.

Das zweite ist das es mit der Technik heute viel mehr möglich ist nachzuhelfen. Angefangen vom Liften bis zu richtigen Orgien bei plastischen Operationen. War man früher nicht mit seinem Aussehen zufrieden konnte man etwas tun - vielleicht abnehmen, aber man konnte nicht seinen Körper chirurgisch verändern. Wir alle kennen ja Beispiele wo so was auch schief ging. Von Hollywood Stars mit erstarrten Gesichtern (Mickey Rouke) über Silikonlippen, bis hin zu meiner Lieblings "Anti" Schönheitsop, den Ballonbrüsten. Die sind nicht nur bei Pornostars Pflicht, sondern auch bei vielen anderen verbreitet. Die Frage ist was diese Frauen sich davon erhoffen oder welches Männerbild sie haben. Es muss was einfaches sein, nach dem Motto "Je größer desto besser". Das die aufgeblasenen Dinger nicht nur Rückenschmerzen bei der Trägerin verursachen sondern von vielen Männern auch als anormal, abstoßend und in manchen Situationen auch bedrohlich empfunden werden scheint ihnen nicht in den Sinn zu kommen.

Vor allem ist es erstaunlich wie Schönheitsideale in die eine Richtung (magersüchtig) gehen, die Bevölkerung aber insgesamt immer dickleibiger wird, was bei Kleidungsherstellern dazu führt, dass sie die Maße der Konfektionsgrößen nach oben anpassen, weil sonst ja die Kunden glauben könnten, sie hätten zugenommen.

Auch erstaunlich ist, dass Schönheitsideale sich vor allem bei Frauen so extrem ändern. Schaut man sich antike Statuen an und heutige Hollywoodstars, so wird man schon frappierende Ähnlichkeiten feststellen. Schönheitsideale scheinen sich bei Männern nicht so sehr zu verändern wie bei Frauen. Das gilt auch für die Mode. Seit der Erfindung des Anzugs hat sich die Herrenmode zwar auch geändert, aber weitaus weniger als die Damenmode, wo es als Extreme ganze Lagen von Röcken und Mini gab.

Man kann gespannt sein, wie sich das Schönheitsideal weiter verändern wird. Eigentlich wäre es nach den bisherigen Erfahrungen wieder an der Zeit, dass der Trend wieder zurück geht in Richtung fülligere Figuren.

Montag 11.1.2009: Bücher schreiben macht süchtig

Ja zumindest bei mir. Gestern bin ich mit dem Grobkonzept des ATV Buchs fertig geworden. Also genauer gesagt der Auflage 2. Das heißt nicht, dass es morgen erscheint, sondern dass ich zuerst mal das wesentliche geschrieben habe was ich schreiben wollte. Wenn ich das dann zum ersten Mal durchgehe entdecke ich meistens noch viel, was ich umschreiben, ergänzen, neu strukturieren sollte und komme dann zum Feinkonzept und wenn das dann 1-2 durchgelesen ist, geht es dann an die Korrekturleser. Da ist gerade das Buch über Gemini, das wohl Ende nächste Woche vom ersten Korrekturleser zurückkommt. Nach zwei Korrekturlesern gehe ich dann noch 1-2 mal drüber.

Das ganze ist also eine ganze Menge Arbeit. Es hängt vom Thema und Umfang ab, aber ich denke in jedem Buch stecken rund 2 Monate Vollzeitarbeit drin. Und ich meine Arbeit, denn Informationen zu suchen und zu sichten, zu vergleichen und zusammenzufassen, artet in Arbeit aus wenn man es gründlich macht.

Trotzdem plane ich für dieses Jahr mehr Bücher als im Letzten und mir reicht es nicht nur neue Bücher zu publizieren, ich will auch dass die bisherigen so gut wie möglich sind. Daher gibt es auch Neuauflagen der beiden schon publizierten Bücher. Das Gemini Buch wird umfangreicher, wenngleich gemessen an der Bedeutung des Programms, immer noch kurz und das ATV Buch wird praktisch vollständig umgemodelt.

Die Frage ist: Warum mache ich das? Neben der Arbeit gibt es einige Momente, die es in der Form nicht bei einem Website Aufsatz gibt. Es ist das Gefühl, wenn man das Konzept fertig hat, was neues geschaffen zu haben, ein abgeschlossenes, neues Werk. Das Gefühl was wirklich gutes vollbracht zu haben. Das gibt es auch bei anderen Dingen. Ich habe es auch bei der Fertigstellung größerer Softwareprojekte und bei umfangreichen Gartenarbeiten, wenn ich einige Bäume oder Sträucher gepflanzt habe. Aber es gibt auch Unterschiede. Bei einem Softwareprojekt gibt's Rückmeldung höchstens wenn was nicht funktioniert. Vor allem ist es nicht von Bestand. Ständig gibt es etwas zu korrigieren, zu erweitern oder Dokumentation nachzuschieben.

Gartenarbeit hat den Nachteil, dass man so lange warten muss, bis man etwas sehen kann - Monate oder Jahre bis die Pflanzen richtig groß sind. Auch hier gibt es kaum Rückmeldung anderer und bald kommt auch hier Folgearbeit in Form von Pflegearbeiten und Schnitt.

Ein Buch kann man wenn es fertig ist durchblättern, man kann sich in der Amazon Liste der Autoren wiederfinden und man kann es sogar mal selbst lesen. (Vorsicht: Auch dann entdeckt man immer noch etwas was man korrigieren kann).Man kann die Beurteilungen anderer lesen und sieht wie es ankommt. So gesehen ist es eine Arbeit, die einem echte Erfolgserlebnisse beschert und bei Print on Demand Dienstleistern auch echt billig. (Es gibt neben BOD auch noch andere wie z.B. Lulu).

Natürlich hat das Schreiben eines Buches auch andere positive Effekte: Ich beschäftige mich viel intensiver mit einem Thema als bei einem Webseitenaufsatz und stoße dabei auf Dinge, die ich sonst wohl übersehen hätte. Manchmal sind es nur Details, die aber zusammen doch ein gutes Bild der Gesamtsituation ergeben wenn man sie kombiniert. So fielen mir Dinge auf vei der Verwendung des Kurs Systems bei der Progress und Sojus und der Sojus TMA-M/Z die ein gutes Licht auf die Situation von Russlands Raumfahrt werfen.

Nur reich wird man nicht. Zumindest nicht wenn man Fachbücher schreibt wie ich. Ich rechne pro Band und Jahr mit rund 100 verkauften Exemplaren. Das liegt natürlich an den speziellen Themen die ich bearbeite. Eine Ausnahme ist das Gemini Programm, das auch das einzige Buch mit einem recht allgemeinen Raumfahrtthema ist. Ich sinniere ja über weiteren Büchern und neben den Ideen für weitere spezielle Raumfahrtbücher, so z.B. ein Raumsondenlexikon vergleichbar dem Trägerraketenlexikon, wird es mit Sicherheit auch ein allgemeines Raumfahrtbuch über Mercury oder Skylab geben. Manchmal denke ich auch an was wirklich allgemeines, so was wie einen Ernährungsratgeber. Davon gibt es eine Menge und in denen steht viel drin. Dabei ist das was es an gesicherten Erkenntnissen gibt eigentlich recht wenig und sehr simpel. (Anders als Frauenzeitschriften suggerieren gibt es keine "Wunderdiät" zum Abnehmen). Vielleicht wäre es interessant mal zu sehen, wie ein ganz allgemeines Thema ankommt. Wenn ich mehr Phantasie hätte würde ich wohl unter einem Pseudonym Romane schreiben. Seit "Feuchtgebiete" wissen wir ja dass man damit an die Spitze der Bestenlisten zu kommen. Aber vielleicht ist das ja eine Anregung für den einen oder anderen, einen Krimi zu schreiben, oder Agentenroman, eine Liebesschnulze oder einen Erotikthriller.

So nun habe ich meine Blogleser gelangweilt mit Geschwafel von mir. Nun seid ihr dran: Welche Themen aus dem Gebiet Raumfahrt / Ernährungslehre haltet ihr für gute Buchthemen? Vielleicht findet sich sogar auf dem Wege ein Coautor? So habe ich trotz intensivem Suchen z.B. noch nicht die wichtige Grundlagenforschung auf der ISS gefunden, über die Ruhri offensichtlich genau Bescheid weis. Das wäre doch eine Idee für ein gemeinschaftliches Buch....

Dienstag 12.1.2010: Artensterben

Gestern eröffnete "Klimakanzlerin" Angela Merkel das "Aktionsjahr Artensterben" und tönte wieder mit markigen Worten "es müsse jetzt etwas geschehen". Und wie ich den Nachrichten entnehme hat Deutschland die Pläne dafür schon seit Jahren in der Schublade. Das ist symptomatisch: Seit Jahren in der Schublade, nur tun tut man nichts. Mal abgesehen davon dass natürlich Klimaschutz der beste Schutz gegen das Artensterben ist, gäbe es eine Menge das Deutschland tun könnte.

Das erste und wichtigste wäre einmal mehr Naturschutzgebiete auszuweisen. Vor allem aber die bisherigen zu vergrößern und zu vernetzen, die ja derzeit mehr wie Inseln in einem besiedelten und landwirtschaftlich genutzten Gebiet verstreut sind. Der einfachste Weg wäre es landwirtschaftlich genutztes Gelände am Rande der Biotope aufzukaufen und so aus der intensiven Nutzung zu nehmen. Der intensiven, denn es gibt natürlich eine Reihe von Kulturlandschaften, die auch für die Natur nützlich sind, wie extensive bewirtschaftete Weiden, Almen, Heide oder Streuobstwiesen. Hier könnte man diese pachten was auch preiswerter käme. (Ohne menschliche Eingriffe würde sich sonst bei allen nicht bewirtschafteten Flächen Wald bilden. Wald ist aber nicht unbedingt so artenreich wie man meint, weil die Bäume praktisch keine anderen Pflanzen aufkommen lassen).

Mal eine meiner allseits so beliebten Rechnungen. Derzeit hat Deutschland 5.314 Naturschutzgebiete auf einer Fläche von 6.845 km. Also die meisten sind wohl so um 1 km² groß. Bei uns kostet 1 m² landwirtschaftlich genutzter Boden so 6 Euro. Ich nehme an weiter abseits der Städte als bei mir (12 km Stuttgart entfernt) sind es vielleicht die Hälfte, also 3 Euro. Dann kostet ein Quadratkilometer rund 3 Millionen Euro.

So, nun kleine Rechnung: Wenn die Koalition anstatt 30 Milliarden Steuergeschenke für die Wähler der FDP Land aufkaufen würde - nur dieses eine Jahr - dann wären das 10.000 km³, also mehr als Deutschland bisher an Naturschutzgebieten hat. Dabei würden sicher auch die Menschen profitieren, denn Naturschutzgebiet heißt ja nicht Abschottung von Menschen. Sicher gibt es Gebiete die unberührt bleiben sollten als Rückzugsgebiete für scheue oder bedrohte Arten, aber im Allgemeinen können auch Touristen diese nutzen zum Wandern und Entspannen, in einem Maße das mit den Zielen des Naturschutzes verträglich ist. (Also nicht Massentourismus, aber wenn es mehr Gebiete sind verteilt es sich ja auch)

Aber so wie ich unsere Kanzlerin kenne passiert nichts - ich weiß nicht warum sie von den Medien die Bezeichnung "Klimakanzlerin" bekommen hat - sie redet ja immer nur drüber aber tut (wie auch in anderen Berechnen) nichts.

But now to something completely different: Schneeräumen. Ich ärgere mich da derzeit ziemlich. Bei uns liegen so 20-30 cm Schnee und schon frühzeitig stand im Mitteilungsblatt unserer Staat die Pflichten die man hat - Räumen auf 1 m Breite bis 7 Uhr morgens, Samstags bis 9. Es stand auch drin, was die Stadt gedenkt zu räumen, nämlich nur die Hauptstraßen. Die Nebenstraßen werden nicht geräumt, auch nicht nach vier Tagen, als am Freitag der Schneefall anfing ist nichts gemacht worden. An der Schule, an der ich vorbeigehe, ist nicht mal der Gehweg sauber geräumt.

Das ist symptomatisch: Dem Privatpersonen Auflagen und Vorschriften machen und selbst nichts leisten. Es hat nämlich Konsequenzen. Ich bin noch nie auf einem Bürgersteig ins Rutschen gekommen, aber schon oft auf vereister Fahrbahn. Ruinierte Hose oder verbeultes Fahrrad inklusive. Bei Privatpersonen kann man dann diesen zur Rechenschaft ziehen aber die Stadt? Das ist nur eines wo ich mich frage wofür ich eigentlich Grunstückssteuer bezahle. Da könnte man doch annehmen mindestens zum Unterhalt von Bürgersteig und Straße. Praktisch gibt es aber bei uns überall Schlaglöcher und Buckelpisten. Nichts leisten aber kassieren, das ist mehr und mehr wie es zumindest in unserer Gemeinde läuft. So fahre ich wenn nicht geräumt wird meist mit dem Fahrrad auf dem Gehweg, denn die zwangsverknackten Bürger tun meistens ihre Pflicht, schließlich wollen sie ja keine Strafe vom Ordnungsamt!

Gestern gab es einmal wieder etwas wofür sich die GEZ Gebühren lohnten: "Mörder auf Amrum", ein solider Krimi, spannend mit guten schauspielerischen Leistungen vor allem von Hinnerk Schönemann. Irina Potapenko nimmt man allerdings nicht ab, dass sie erst einen Doktor in Naturwissenschaften ab, dazu ist sie ja auch zu jung. Hätte es da nicht das alte aber vielleicht nicht zu Unrecht eingesetzte Klischee von der ehemaligen Prostituierten getan? Auf jeden Fall ist es spannend. Ich kann mich nicht entsinnen jemals zuvor in einem deutschen Krimi in 11 Tote gesehen zu haben. Man kann es noch eine Woche unter obigem Link in der ZDF Mediathek sehen.


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