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Web Log Teil 16 : 13.2.2007-2.3.2007

Dienstag, 13.2.2007: Worüber definiere ich mich?

Seit neuestem hat mein Bruder Messenger. Seitdem wechseln in raschem Abstand die Anzeigebilder ab. Mal mein Bruder vor einem seiner Häuser, mal eines der beiden Mercedes Coupes, mal mit, mal ohne meinen Bruder. Es ist offensichtlich: Mein Bruder ist stolz auf das was er erreicht hat und definiert sich darüber was er an Statussymbolen und Reichtum hat.

Das bringt einen zum Nachdenken. Ich halte eigentlich immer hinter dem Berg, was ich besitze. "Lieber hellingen reich als offensichtlich arm" um mal in meinen schwäbischen Dialekt zurückzufallen. Ich denke jeder ist auf etwas stolz und gibt damit gerne an. Ich glaube ich gebe gerne mit meinem Wissen an. Eigentlich ist die ganze Webseite doch so was wie eine Selbstverwirklichung. (Ich hoffe allerdings sie hat daneben auch einen praktischen Nutzen für den einen oder anderen Besucher).

Ich habe dann mich mal umgesehen. Leute definieren sich über:

Ich denke nicht dass man dies werten sollte. Einfach weil es nicht vergleichbar ist und weil die Menschen verschieden sind. Ich denke nur in den beiden letzten Punkten liegt eine Gefahr. Denn dabei ist man stärker abhängig. Gutes Aussehen, sportliche Figur das ist vergänglich und bei vielen auch von der Natur gegeben und weniger selbst erreicht. Die Beliebtheit bei anderen kann sich sehr schnell ändern.

Im wesentlichen läuft es darauf hinaus, man sollte auf etwas stolz sein was man erreicht hat - finanziell, persönlich, durch Training. Den Stolz darauf zu bauen was andere von einem meinen, oder was von Natur aus hat ist keine gute Idee. Zu vergänglich ist beides. Die Frage ist: Ist dies wichtig auf etwas stolz zu sein? Ja meiner Meinung nach ist es das. Es gibt einem Auftrieb, Selbstbewusstsein. In gewisser Weise ist es auch ein Ziel dem man nachgeht auf das man hinarbeitet, direkt oder indirekt. Es ist eine Aufgabe an der man arbeitet und das ist wichtig. Manchmal muss man sich Aufgaben auch selbst stellen. Ich definiere mich zwar darüber was ich weis, ich will auf dem was ich mich interessiert ein Experte sein, aber letztes Jahr war dies nicht mehr alleine ausreichend. Ich habe einfach mal begonnen abzunehmen um zu sehen ob ich es noch kann. Inzwischen weis ich dass ich es kann. Als Nebeneffekt sehe ich besser aus, bin fitter. Man muss sich ab und an auch neue Ziele setzen. Tja das war es eigentlich schon. Das ist eigentlich genug altkluges Geschwätz für heute.

Montag 19.2.2007: Verschwörungstheorien

In den letzten Jahren hat die Berichterstattung über Verschwörungstheorien zugenommen und ich frage mich warum. Eine Verschwörungstheorie geht davon aus, dass die Öffentlichkeit über die wahre Natur eines Ereignisses getäuscht wird. Möglich ist dies nur durch eine Verschwörung der Regierung oder zumindest hoher staatlicher Stellen. Die drei bekanntesten sind:

Ich möchte hier bewusst nicht über Ereignisse reden die auch heute noch viel diskutiert und zumindest in der Meinung vieler nicht richtig aufgeklärt wurden wie der Mord an John F. Kennedy oder der Tod von Marylin Monroe, sondern nur von Dingen die - zumindest für die Nichtanhänger von Verschwörungstheorien - feststehende Tatsachen sind.

Nun verrückte Ideen gibt es immer wieder und es gab sie auch schon vor diesen Verschwörungstheorien. Denken wir an von Däniken im deutschsprachigen Raum, der überall die Spuren von Außerirdischen bei alten Kulturen gesehen haben will. Doch in den letzten Jahren nehmen diese Theorien inflationär zu. Warum?

Hier ein Versuch der Erklärung. Zum einen gibt es heute durch das Internet eine viel bessere Plattform solche Theorien zu verbreiten. Es kostet wenig Mühe eine Website zu basteln und es wird leicht zum Selbstläufer: Andere Personen besuchen die Website, finden es interessant oder vielleicht sogar schlüssig und machen ihre eigenen Website auf. Es gibt auch Leute die es für Humbug halten und eine Gegenwebseite aufmachen. So verbreitet sich das Phänomen.

Das nächste sind die Medien. So etwas ist höchst interessant. Es greift ein Ereignis auf, dass viele Menschen interessiert und beleuchtet es in einem neuen Licht, man kann spannende Dokumentationen über das Für und Wider drehen und wenn es schon im Internet ein Knüller ist, wie dann im Fernsehen. Man kann Bücher darüber schreiben und daran verdienen. Trauriges Beispiel in Deutschland ist Andreas von Bülow - Forschungs- und Technologieminister in der sozialliberalen Koalition und nun Autor eines Buches über 9/11 wo er seine Verschwörungstheorie ausbreitet.

Doch warum glauben Leute an so etwas - Nun es ist schwer erklärbar. Zumindest in den USA gibt es eine latente Angst, die Regierung könnte das Volk belügen. Angesichts einiger Skandale wie die Watergate Affäre oder die Iran-Contra Affäre ist diese Furcht vielleicht nicht einmal so unbegründet. Das zweite denke ich ist Unwissenheit. Oder vielleicht ist es auch Einfachheit. Die meisten Verschwörungstheorien sind viel einfacher als die Wirklichkeit. Man muss sich nicht mit dem Hintergrund von Al-Quaida und der Politik der Vereinigten Staaten und anderer Länder auseinandersetzen welche diese möglich machten, oder genaueres über die Versäumnisse von Spionageabwehr und Militär erfahren, wenn es doch eine viel einfachere Erklärung gibt.

Noch mehr gilt dies für das Mondprogramm. Ein Apollo Flug ist etwas komplexes. An seiner Planung haben hunderte von Leuten gearbeitet, an der Hardware, den Raketen und Raumfahrzeugen, den Experimenten und Zubehör Tausende. Viel einfacher ist es wenn man sagt, alles ist im Studio gedreht worden.

Unwissenheit ist aber die treibende Kraft. Wer nicht einmal Grundkenntnisse in Physik hat, dass man ihn vormachen kann, das angeblich (so eine Behauptung der Moon Hoaxer) man auf dem Mond beim Fotografieren die Sterne auf dem Foto sehen muss, dem kann man nicht helfen. Wert selbst mal in einer sternklaren Nacht unterwegs war weis wie dunkel es ist und wie wenig Licht die Sterne liefern und diese soll man zeitgleich sehen können wenn auf dem Mond diese Sonne scheint - ohne Brechung der Atmosphäre noch viel heller als auf der Erde? Kein Film der Welt hat einen solchen Belichtungsspielraum. Das gilt übertragen auf andere Verschwörungstheorien. Sie bieten eine parallele Erklärung an die einfach und scheinbar verständlich ist. Die Wirklichkeit ist kompliziert und manchmal muss man sich erst bilden um sie zu verstehen.

Mars atmosphäre gesehen von RosettaVerschwörungstheorien nutzen das mangelnde Wissen von Personen aus. Wer eine aus der Luft gegriffene Behauptung nicht als Unfug erkennen kann, dem kann man alles weismachen. Umgekehrt verweisen Verschwörungstheoretiker bei Mängeln an der eigenen Theorie gerne darauf, dass man wegen der Verschwörung ja nicht alle Tatsachen kennen könne. Wenn man sich nicht an Tatsachen halten muss, dann ist man frei in dem was man sagen will. Fällt ein "Beweis" wie ein Kartenhaus zusammen wenn man sich mit ihm beschäftigt, so zieht man wie ein Zauberer einfach einen neuen aus dem Hut.

Nun wenn wir schon bei Verschwörungstheorien sind: Hier meine persönliche. Um unser Land in den Abgrund zu treiben werden alle Politiker die irgendwelche Reformen anstoßen könnten bei Regierungsantritt seit Kohl an die Macht kam durch Klone ersetzt. Anders ist es nicht zu erklären, dass sich nichts bewegt, Politiker nach der Wahl nichts mehr von ihren Wahlversprechen hören wollen und alle Reformen im Sande verlaufen.

Wer tut so etwas? Nun es handelt sich um einen von langer Hand geplanten Coup der Chinesen um die Weltherrschaft zu erlangen. Nachdem sie dies aus eigener Kraft trotz ihrer Größe nicht geschafft haben tun sie es nun auf Umwegen. Warum unterstützen wir denn sonst ein solches Unrechtregime? Warum tut man nichts gegen den Patentklau und die billigen Kopien aus China? Warum gibt es kein Handelsembargo für chinesische Waren wenn diese die Transrapidtechnik klauen? Ganz einfach weil unsere Politiker gekauft sind oder durch Klone ersetzt wurden. Dazu passt auch das man ihre Reden nicht mehr verstehen kann, eben weil es Poltikerchinesisch ist. Warum sind China Restaurants so billig? Weil die Leute schon einmal an das Essen gewöhnt werden sollen, wenn nach dem Zusammenbruch des Sozialsystems und dem Verlust aller Arbeitsplätze nach China die Chinesen das Land für einen Appel und ein Ei aufkaufen und wir alle Frühlingsrollen und pampigen Reis (oder schlimmer Katzen und Hunde) essen müssen.

Dienstag 20.2.2007: Narri-Narro, Alaaf und Helau!

Heute ist de letzte Tag von Fasching, Fasnacht, Karneval oder wie immer man es nennen will. Am letzten Donnerstag konnte ich in Landshut das Narrentrieben beobachten und dies hat mich wieder an die fünfte Jahreszeit erinnert. Hier in der Nähe von Stuttgart ist es nicht so wild mit Fasching. Bei uns ist er zwar nicht unbekannt wie im Norden Deutschlands, doch von dem ausgelassenen Treiben wie in Köln und Düsseldorf trennt uns doch einiges.

Angeblich hat ja Fasching viel mit Katholizismus zu tun. Er endet genau 40 Tage vor Ostern und am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Nach alter Tradition soll man daher vorher noch einmal die Sau raus lassen. Das erklärt vielleicht die Alkoholexzesse die zu Fasching gehören. Das Auf die Schippe nehmen von Politikern soll entstanden sein, als das Rheinland einige Zeit unter preußischer Herrschaft stand und man sich so dem Unmut Luft machte. Auch heute noch ist Fasching vor allem in katholischen Gegenden und das vor allem im Rheinland populär aber sonst?

Ich finde zum einen ist es ziemlich kommerziell geworden und seit Fernsehsender festgestellt haben, dass man mit Fasnachtsübertragungen billig Sendezeit füllen kann ist es eher noch schlimmer geworden mit dem Kommerz. Das zweite ist aber dass ich mit dem Konzept "Heute lasse ich die Sau raus und morgen ist alles vorbei" meine Probleme habe. Ich kann das schlicht und einfach nicht. Ich bin immer ein Verstandesmensch gewesen und kann das nicht verdrängen und beim sinnlosen Besaufen denke ich immer an die dabei verlorengehenden Gehirnzellen, was mich in den letzten 23 Jahren vor einem Vollrausch recht gut beschützt hat.

Etwas mehr Humor im Alltag, etwas mehr Aufmucken jenseits von Karfreitag und Rosenmontag wäre besser meiner Meinung nach. Doch es macht Spaß bei wenigen Grad über Null Leute in hauchdünnen Kostümen, Frauen die sich als Marketenderinnen und Prostituierte verkleiden zu sehen. Oder besser gesagt ich frage mich da immer was das kleinere Übel ist: Sich schnatternd eine Erkältung zu holen oder sich volllaufen zu lassen um die Kälte zu ertragen.

Trotzdem: Wer immer Spaß am Verkleiden hat, gerne Umzügen zujubelt oder sich Büttenreden anhört: Genießen Sie es noch heute, denn morgen ist alles vorbei....

Samstag 24.2.2007: Globales Denken

In der letzten Zeit wird wieder vermehrt über den Klimawandel berichtet. Amerika scheint seine Position zu revidieren, aber nicht viel. Dieser Winter war sehr warm, gut für die Heizkostenabrechnung, aber jeder fragt sich ob es nun immer so sein wird. Erstaunlicherweise spielt Umweltschutz heute nicht mehr die große politische Rolle, obwohl er noch dringender als in den achtzigern ist als man dieses Thema entdeckte, nur aber eben auf globalem Niveau.

Die globale Dimension ist es die heute viele Leute noch nicht realisiert haben. Natürlich ist es wichtig die Luft saubere zu halten. Abwässer gut zu reinigen, Biotope zu schaffen oder Bäche zu renaturieren. Aber global müssen wir anfangen die Emissionen zu senken, Energie zu sparen. Und das geht nur durch Verzicht und effizientes Energie nutzen. Hier ein paar Beispiele die ich kenne:

Jemand trennt den Müll sehr sorgfältig trennt Aludeckel von Plastikbechern, trinkt aber als Mineralwasser Volvic - Ein Mineralwasser aus Frankreich, welches einige Hundert Kilometer weit transportiert wird.

Ein Sternfreund ist aktiv in einer initiative gegen Lichtverschmutzung. Darunter versteht man die Aufhellung des Himmels. Ursachen sind Straßenlampen, Industrie- und Hausbeleuchtung aber auch lokale Lichtverschmutzer wie Scheinwerfer in den Himmel nahe Diskotheken. Er fährt zur Beobachtung jedes Wochenende 100-200 km weit mit seinem Teleskop in die Alpen oder andere Beobachtungsorte

Alle diese Ratschläge sind nicht nur gut für das Klima, sondern auch für das Portemonai. Man muss nicht einmal groß investieren wie bei einer Wärmeisolierung der Hausfassade. Die Politik könnte noch mehr machen. Warum man sich für laschere Kohlendioxidemissionen für Neuwagen entschlossen hat verstehe ich nicht ganz. Sicher bedeutet das für die Industrie mehr Anstrengungen diese Ziele zu erreichen und besonders für die deutsche Automobilindustrie die offensichtlich gepennt hat. Doch wenn man dies erreicht hat - ist es nicht dann ein Wettbewerbsvorteil auf dem Weltmarkt. Denn eines ist klar : es wird immer weniger Benzin geben und es wird immer teurer werden. Irgendwann werden selbst die Verbraucher in Staaten in denen die Mineralölsteuer niedrig ist wie den USA umdenken und dann haben wir die

Sonntag 25.2.2007: Rosetta nimmt Schwung auf!

CIVA Bild von Rosetta und MarsHeute morgen flog die europäische Raumsonde Rosetta an dem Mars vorbei. Der Vorbeiflug in Höhe von 250 km war ein kritisches Manöver. Nicht wegen der Entfernung, sondern weil die Raumsonde nie gebaut wurde sehr lange ohne ihre Solarpanels zu arbeiten und sie 25 Minuten lang im Schattend es Mars war. Man erarbeitete eine Schlafmodus, der die Batterien schonte und Rosetta hat den Vorbeiflug erfolgreich überstanden.

Natürlich nutzte man den Vorbeiflug auch zu Beobachtungen. Diese haben zwei Aufgaben. Zum einen hat Rosetta Instrumente an Bord die bislang nicht auf den Mars ausgerichtet wurden. OSIRIS - mit dem größten Chip an Bord einer Raumsonde von 2048 x 2048 Pixels (oder für Digicam User: eine 4 MP Kamera, nur ist der Chip etwa 6 mal größer als der in ihrer Digicam und entsprechend lichtempfindlicher) machte Aufnahmen z.B. im OH Band. Das abbildende Infrarot Spektrometer VIRTIS machte Infrarotaufnahmen. Zum zweiten kann man mit den Aufnahmen und Daten die Instrumente kalibrieren. Man kann sie zum Beispiel. mit bekannten Daten oder Daten ähnlicher Instrumente an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express vergleichen, die seit 3 Jahren den Mars umkreist

Die Instrumente von Rosetta selbst waren aktiv bevor die Sonde den Planeten passierte, das Bild von OSIRIS (Das Original ist 3 mal größer) wurde noch aus 240.000 km Entfernung gemacht. Dann musste man den Betrieb einstellen um die Batterien zu schonen. Doch Rosetta hat noch einen kleinen Lander an Bord: Philae. Dieser hat eigene Instrumente und die Camera CIVA nahm aus 1000 km Entfernung den Mars auf kurz bevor die Raumsonde den nächsten Punkt der Bahn erreicht. Der schwarze Schatten auf dem Bild sind die Solarpanel von Rosetta. Weiterhin untersuchte ROMAP das Magnetfeld des Mars. Für den Lander war es die erste autonome Aktivität seit er gestartet wurde. Damit konnte das Team schon mal üben. Er soll in 7 Jahren auf dem Kometen 67P Churyumov-Gerasimenko landen.

Mars hat die Sonde um 2190 m/s abgebremst und so auf eine neue Bahn gebracht. Nächster Termin für Rosetta ist ein zweiter Erdvorbeiflug am 7. November dieses Jahres bei dem die Sonde genug Schwung holt um den Kometen zu erreichen. Der nächste Termin für Raumfahrtfreunde ist schon übermorgen: Dann erreicht New Horizons die nächste Distanz zu Jupiter und soll einige mittel auflösende Aufnahmen der galileischen Monde zur Erde funken.

Montag 26.2.2007: Entscheidungen.

Was macht man wenn man über Monate mit jemanden einen E-Mail Kontakt aufgebaut hat, sich mit ihm versteht, sich etwas näher kennen lernt und ihn - so seltsam das vielleicht für diese Art von Kontakten klingt . als Freund ansieht. Nun teilt einem der Freund mit, dass er den Kontakt abbrechen will, weil er sich anders orientieren will.

Ich habe viel drüber nachgedacht und die unterschiedlichsten Ratschläge bekommen. Der eine meint. "Ziehen lassen und die Hand ausgestreckt lasen, falls die Person es sich anders überlegt". Ich habe mich anders entscheiden. Ich habe klipp und klar gesagt wie viel mir der Kontakt bedeutet und wie wertvoll er für mich geworden ist, obwohl die entsprechende Person ziemlich kompliziert ist.

Die Einflussnahme ist hier gering: Man kann nur regelmäßig eine Mail schicken und ist schnell auf dem SPAM Filter gelandet ohne das man es selbst merkt. Aber ich halte dies für einen Fehler und eine Kurzschlussreaktion und wie bei echten Freunden denke ich, sollte man gerade dann da sein und nicht die negativen Erwartungen des anderen erfüllen und sich damit abgeben.

Das schlimme daran ist aber das es eben eine andere Art von Freundschaft ist. Bei einer persönlichen Bekanntschaft würde man sich zusammensetzen und mit demjenigen reden, auch wenn man weis, dass dieser viel Wert darauf legt ein Bild von sich zu vermitteln, das nicht dem wahren Inneren entspricht. Bei einem Mail Kontakt geht das nicht. Man hat nicht mal die direkte Rückmeldung wie der andere das gesagt aufnimmt. Es erzeugt in einem eine gewisse Hilflosigkeit und man macht such unwillkürlich Sorgen um den anderen, den man nie in seinem Leben persönlich kennen gelernt hat.

Ich verstehe den Schritt des Anderen nicht. Wir haben uns unter bestimmten Vorraussetzungen kennen gelernt, die nun nicht mehr gegeben sind. aber in den letzten Monaten hat sich auch der Kontakt weiter entwickelt und wenn nun diese Person mit dem bricht was sie vorher machte so sollte das eigentlich nicht für mich gelten. Das verletzt einen natürlich, weil man sich dann in eine Schublade einsortiert fühlt.

Ich habe mich für einen Mittelweg entscheiden. ich werde zwar diese Entscheidung nicht akzeptieren und einfach weiter Mails schreiben, aber ich werde das was nun zu Ende ist nicht mehr erwähnen und auch keine Diskussion über diesen Schritt anfangen. Ich denke das ist der beste Weg, einfach zu zeigen wie wichtig einem der Kontakt ist, klar zu machen das es mehr gibt als der Andere denkt und ihn nicht wegen seiner Entscheidung zu bedrängen.

Ich habe einiges über Freunde im letzten halben Jahr gelernt. Ich habe festgestellt, dass ich Personen als Freunde ansehen kann, die ich nie persönlich kennen gelernt habe, die nicht einmal dieselbe Sprache wie ich sprechen weil sie in Kanada oder den USA leben. Ich habe mit Personen stundenlang gechattet die halb so alt sind wie ich und völlig andere Interessen haben, aber trotzdem einen Draht zu ihnen gefunden. Das ist denke ich etwas sehr wunderbares.

Mittwoch 28.2.2007: New Horizons ist vorbei an Jupiter

IoNew Horizons hat gestern den nächsten Punkt ihrer Bahn zu Jupiter passiert - 2.26 Millionen km von ihm entfernt, außerhalb der Bahn aller vier großen galileischen Monde. Diese Bahn war nötig, weil Jupiter zwar die Sonde beschleunigen sollte (trotz dieser Entfernung um 3.83 km/s) und damit die Reisezeit zu Pluto, dem eigentlichen Ziel der Sonde um 3 Jahre verkürzen sollte, aber die Bahn nicht nennenswert beeinflussen dürfte. (Siehe Grafik weiter unten). Wenn man eine Sonde zu einem Planeten sendet, dann verbiegt er die Bahn, er krümmt sie. Im Extremfall kann Jupiter z.B. eine Bahn so krümmen, dass die Sonde danach in die Sonne rast - ein Manöver das schon einmal für eine Sonnensonde überlegt wurde). Da Pluto steht aber 2007 so ungünstig hinter Jupiter, dass man die Bahn nicht wesentlich krümmen konnte. Wäre die Sonde erst dieses Jahr gestartet (diese Möglichkeit bestand auch), so hätte sie sogar Jupiter gar nicht passieren können, da sie sonst nicht zu Pluto gelangt. In den letzten Jahren stand Jupiter deutlich günstiger so dass man sich ihm besser nähern konnte und dabei sogar die Reisezeit noch weiter verkürzen (bis auf 7 Jahre zu Pluto anstatt 9.5 wie bei New Horizons).

Aufgrund der Entfernung gibt es nur mäßig aufgelöste Bilder der galileischen Monde (Jupiter ist so groß, dass er schon vor ein paar Wochen das Blickfeld von LORRI, der hochauflösenden Kamera ausfüllte). Veröffentlicht wurden bislang wenige Bilder mit großer Zeitverzögerung. Das Bild links ist eines von Io, aus der nächsten Distanz gemacht. Es zeigt zum einen Io mit den Vulkancalderen (die dunklen Punkte im Bild) und daneben Io in einer überbelichteten Aufnahme, bei der man die Wolke eines Ausbruchs deutlich erkennen kann. Damit man einen Eindruck von der Empfindlichkeit der Kamera hat: Die normale Io Aufnahme hat eine Belichtungszeit von 1/300 sec. Und dies bei einem Objekt das 25 mal weniger Licht abgibt (durch die größere Entfernung von der Erde) als der Mond. Auf der Erde würde das also einer Belichtungszeit von 1/8000 Sekunde entsprechen - Wenn ihre Digicam nun 1/100 Sekunde belichtet liegt dies nicht nur an den verbesserten Detektoren and Bord von New Horizons, sondern eher, dass ein Pixel etwa 12 x 12 µm groß ist, während es bei ihrer Digicam eben 2-3 µm sind - 4-6 mal kleiner = 16-36 mal weniger Licht (nun wissen sie warum sich der Autor zu seinem Geburtstag Anfang Februar eine 3 MP Kamera gekauft hat und keine 6 MP)...

Geschwindigkeit von New HorizonsDerzeit gibt es wenige Bilder von New Horizons. Das hat seinen Grund nicht in der Pressepolitik der NASA, sondern darin, das man den Vorbeiflug an Jupiter als Test für den Vorbeiflug an Pluto nutzt. Die Bilder rund um die nächste Annäherung werden an Bord gespeichert und später abgerufen. Die Sonde hat einen recht großen Speicher dafür an Bord von zweimal jeweils 64 GBit (oder 16 GByte). Er besteht aus Flash Bausteinen wie die CF oder SD Karten ihrer Kamera. Die Kapazität mag klein erscheinen (sie ist es weil man natürlich die Bausteine nehmen muss die verfügbar waren, als man die Sonde 2002 entwickelte). Aber das ist ausreichend für 10000 Bilder der hochauflösenden Kamera.

New Horizons ist die letzte Mission ins äußere Sonnensystem, d.h zu Jupiter oder darüber hinaus. Es wurde vorgeschlagen diese Sonde nachzubauen - das ist relativ preiswert, weil bei Raumfahrtmissionen die Entwicklungskosten der größte Batzen sind. Teuer wäre nur die Trägerrakete gewesen (es wird die leistungsstärkste US Trägerrakete benötigt) und vor allem das Plutonium für die RTG (Radioisotopen Thermoelement Generatoren). Früher war das "relativ" preiswert, weil es als Nebenprodukt bei dem Brüten von waffenfähigem Plutonium anfiel. (Relativ im Vergleich zu heute, niemals in absoluten US-$). Die Kosten für das RTG und die lange Aufarbeitungszeit führten dazu dass man den Plan fallen lies. Für New Horizons II wäre ein Uranus Vorbeiflug im Jahre 2015 interessant gewesen, gefolgt von einem Vorbeiflug an einem Kuipergürtel Objekt. Die Gelegenheit dafür ist nun verstrichen. Möglich wäre noch bei einem Start 2012 ein Vorbeiflug am Neptunmond Triton im Jahre 2023 und der Vorbeiflug danach (2029) an dem KBO 1999 RZ253. Doch da in dem vergangenen Jahr schon zahlreiche Projekte gestrichen oder auf unbestimmte Zeit verschoben werden sieht es schlecht aus.

Immerhin: Gestern hat die ESA die Missionen von Mars Express und Venus Express um jeweils 1.5 Jahre bis Ende März 2009 verlängert. Beide Raumsonden sind in gutem Zustand und vielleicht ist noch mehr drin. Bepi Colombo wird gebaut werden, dass wurde nun auch beschlossen. Aus Kostengründen fällt zwar der Lander weg, der einmal geplant war, aber der Orbiter alleine ist auch eine echte Bereicherung für die Merkurforschung. Wenn nun noch die Entscheidung über eine Verlängerung der Cassini Mission um 2 Jahre fällt dann gibt es wenigstens Hoffnung die aktuellen Sonden weiter zu betreiben. Das ist nicht selbstverständlich, auch wenn das Verhalten der Raumfahrtbehörden oftmals einen an jemanden erinnert, der eine teure (analoge) Kamera kauft und diese dann nach 2 Jahren nicht mehr nutzen will, weil die Filme ihm zu teuer sind. Es wurden schon voll funktionsfähige Raumsonden aufgegeben, weil man nicht das Geld für die Missionsweiterführung hatte oder bekam. Bekanntestes Beispiel dafür ist Magellan.

Ein paar Links:
New Horizons II (ziemlich weit nach unten scrollen)
RTG
New Horizons Web Site

Freitag 2.3.2007: Amargeddon

Ein beliebtes Thema von Spielfilmen ist der Einschlag eines Planetoiden auf der Erde. Das Gefahrenpotiential ist bis heute noch nicht sicher geklärt. Man hat wahrscheinlich viele der größeren Brocken entdeckt welche die Erdbahn kreuzen, aber noch lange nicht alle kleine. Man teilt Asteroiden welche die Bahn der Erde kreuzen und damit auf ihr einschlagen können in verschiedene Klassen ein. Die wichtigste Klasse ist die der Aten Asteroiden (so benannt nach dem ersten entdeckten Mitglied). Diese wächst sehr rasch. 1999 kannte man 90 Asteroiden, 2006 waren es schon 316. Ein gewisses Risiko geht auch von den Apollo Asteroiden aus. Die Bahn dieser Asteroiden berühren die Erdbahn. Auch diese Gruppe hat schnell immer mehr Mitglieder Auch hier vergrößerte sich die Zahl rapide von 415 auf 2162 von 1999 bis 2006.Insegsamt wurden am 2.3.2007 837 Objekte als potentiell gefährlich eingestuft.

Die Ursache dafür ist dass es nun spezialisierte Suchprogramme gibt. Automatisch gesteuerte Teleskope mit Weitwinkelkameras und großen CCD Arrrays als Detektoren suchen den Himmel ab und vergleichen Aufnahmen nach sich bewegenden Objekten. LINEAR, das bekannteste Projekt hat mit einem 1 m Spiegelteleskop in 10 Jahren 211.849 Objekte, darunter 1622 Erdbahnkreuzer entdeckt. Ein neues Programm mit 4 Teleskopen der 2.5 m Klasse wird wahrscheinlich die Zahl explodieren lassen.

Was passiert wenn ein Körper auf der Erde einschlägt? Nun im Prinzip immer das gleiche, die Auswirkungen hängen aber von der Größe ab.

Objekte von bis zu 100 m Größe Haben die Chance bei der Passage der Erdatmosphäre in kleinere Brocken auseinander zu brechen, die dann weniger gefährlich sind oder verglühen. Wann dies geschieht hängt von dem Objekt ab. Raumsonden haben festgestellt, das viele Planetoiden eine geringe Dichte haben, d.h. im inneren Hohlräume aufweisen. Diese können leicht zerbrechen. ein kompaktes Objekt mit 50 m Durchmesser hat dagegen eine geringe Chance von der Atmosphäre wirksam abgebremst zu werden, so dass es desintegriert. Bei den seltenen Eisen Meteoriten können kleine Brocken ohne Probleme die Atmosphäre unbeschadet ihrer Größe. Der Barringer Krater in den USA von mehr als 1 km Durchmesser wurde zum Beispiel. von einem nur 30 km großen Eisenmeteoriten verursacht.

Wenn ein 100 m großer Körper auf der Erde einschlägt hinterlässt er einen 1-2 km großen Krater. Der Auswurf betrifft ein viel größeres Gebiet, etwa einen Kreis von 20-40 km Durchmesser. Hitze, Druckwelle und herabregnendes Material würden das meiste Leben in diesem Umkreis zerstören. Ein 100 m Asteroid kann also eine Großstadt auslöschen. Die mittelbaren Folgen in Form von Asche und Staub in der Atmosphäre welche herunterregnet uns Licht nimmt und damit die Landwirtschaft stark beeinträchtig betrifft ein noch größeres Gebiet. Die Folgen eines 100 m Asteroiden betreffen ein Land.

Gosses Bluff Northern Territory AustraliaBei einem 1 km Körper passiert im wesentlich das gleiche. Nur hat dieser die 1000 fache Masse und entsprechend mehr Energie. Der Krater ist nun größer und etwa 10-15 km groß. Ein solches Ereignis verursachte zum Beispiel. das Steinheimer Becken und das Nördlinger Ries vor 15 Millionen Jahren. Die Folgen sind entsprechend größer. Geschmolzenes Glas von dem Ereignis fand man noch in Frankreich und der Tschechei. Im wesentlichen sind die unmittelbaren Folgen nun in einem Bereich von 200-400 km das Auslöschen des Lebens und es wird so viel Material ausgetauscht, dass es Wochen und Monate dauert bis es wieder aus der Atmosphäre verschwindet. ein solches Ereignis verändert das Klima für längere Zeit auf einem ganzen Kontinent.

Ein 10 km Brocken verursacht schon einen 100 km Krater. Die Folgen eines solchen Ereignisses sind weltweit wahrzunehmen. Asche wird in solche Höhen befördert, das sie sich weltweit verteilt. Sie reflektiert das Sonnenlicht und es kühlt sich das Klima weltweit ab. Sulfate aus dem Gestein bilden Schwefelsäure, es kommt zum sauren Regen und die Aerosole bleiben Jahre in der Atmosphäre. Man vermutet das solche Einschläge an vielen Artensterben schuld sind. 2 Einschläge die mit solchen Ereignissen korrespondieren wurden schon entdeckt. Durch die Bewegung der Erdkruste und langsame Abtragung verschwinden leider auch solche Krater bald. Vor allem wenn sie im Meer aufschlagen, welches zu 2/3 die Oberfläche bedeckt. Meeresboden besteht nur etwa über 200 Millionen Jahre, er wird laufend neu gebildet. Für die Auswirkungen eines größeren Einschlags ist es egal ob dieser im Meer oder auf dem Land erfolgt, nur gibt es beim Einschlag im Meer noch eine Flutwelle unvorstellbaren Ausmaßes.

Gott sei Dank sind solche Ereignisse recht selten. Ein Einschlag eines 10 km Brockens kommt etwa alle 25-100 Millionen Jahre vor, mit großen Abweichungen. Mit einem 100 m Brocken muss man im Bereich von 100.000-500.000 Jahren rechnen. Insgesamt kennt man etwa 200 Einschlagskrater oder deren Reste auf der Erde. Dies sind nur die wo noch heute detektiert werden können. Es muss viel mehr gegeben haben, doch haben je länger ein Ereignis zurück liegt nur große Krater eine Chance nicht abgetragen zu werden. So und morgen erfahren sie was man dagegen machen kann....


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