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Web Log Teil 165 : 21.5.2010-24.5.2010

Freitag den 21.5.2010: Wünsche und Träume

Erinnern sie sich noch an ihre Kindheit? Als Kind und Jugendlicher hat man so viele Wünsche und meistens nicht das Geld sie zu erfüllen. Als Erwachsener ändert sich das, zumindest, wenn man ein ausreichendes Einkommen hat. Meiner persönlichen Ansicht nach nehmen aber auch die Wünsche als Erwachsener ab. Man überlegt sich mehr ob man wirklich etwas braucht. Vor allem aber hat man irgendwann das meiste, was man sich wünscht. Das macht das Schenken schwer. Wünsche waren auch ein Angelpunkt in der Predigt unseres Pfarrers letzten Sonntag. Das Resümee war das gleiche, wobei es bei ihm noch Wünsche gibt, die er sich nicht leisten kann. Das ist vielleicht ein Unterschied zu mir. Ich könnte spontan nichts nennen, was ich mir konkret an Materiellem wünsche. Sicher eine ganze Reihe von Wünschen, die einem nur das Schicksal erfüllen kann wie z.B. Gesundheit, Zufriedenheit, Glück. Aber ich könnte nun nicht irgendeine Sache beziffern, die ich mir wünsche und die ich mir nicht leisten könnte.

Trotzdem fühle ich mich nun nicht etwa glücklicher, als wie als Jugendlicher oder Kind, als ich weniger hatte und auch weniger Geld zur Verfügung. Das wichtigste an Wünschen ist meiner Meinung nach, nicht das sie erfüllt sind. Es sind zwei Dinge. Das eine ist die positive Überraschung. Das ist die Überraschung, wenn man etwas geschenkt bekommt, das man nicht erwartet hat, aber das man sich wünscht oder zumindest gut brauchen kann. Das wird schwieriger, wenn man schon alles hat, wobei es hier persönliche Unterschiede gibt. Ich kenne Leute denen kann man beliebig viel schenken, selbst wenn sie etwas ähnliches schon haben. Und andere brauchen wenig, wissen aber genau was. Ich denke ich bin für andere ein schwerer Kandidat. Ich glaube ich habe alles und meine Wünsche sind recht speziell. Besondere Bücher für mein Hobby. Wenn jemand z.B. auf die Idee kommt mit Kleidung zu schenken wird er bald feststellen, dass ich Sachen um so eher anziehe je billiger sie sind. Die teuren Sachen hebe ich mir dann eher für Sonntage und Feiertage auf.

Das schönste an materiellen Wünschen (es gibt ja auch ideelle Wünsche) ist meiner Ansicht nach aber nicht die Befriedigung, sondern das Träumen davon. Wenn ich zurückdenke, an die bald 30 Jahre in denen ich mich mit Computern beschäftige, dann ist eine der schönsten Zeit die von 1983 bis 1985 als keinen hatte und vom nächsten träumte. Mein erster Computer war ein Ti 99/4A - er war mir aber nach einem halben Jahr zu langsam und hatte zu wenig Speicher und Möglichkeiten. Dann vergingen fast 2 Jahre in denen ich keinen neuen Computer hatte, aber vom nächsten träumte. Zahllose Modelle habe ich evaluiert und verworfen. Der C-64? Zu langsame Floppy, mühsames Basic, wirkt irgendwie unelegant. Der Dragon? Toller Computer, schnelles und komfortables Basic, aber maximal 32 KB Speicher. Der Oric-1? Klang nach einem guten System, hatte aber nur billige Plastiktasten, genauso wie der Sinclair Spektrum, der wegen fehlender Floppys und der billigen Aufmachung bald ausschied. Fast gekauft hätte ich ein Spektravideo 328, den Vorgänger des MSX Standards - aber dann doch gleich auf die ersten MSX Rechner oder das Adam System warten - wurde in den USA als Preisbrecher gepriesen, tauchte aber nie in Europa auf dem Markt auf. Es wurde dann ein CPC-464, dem ich acht Jahre treu blieb.

Aber alleine das Durchlesen von Tatberichten, das Vergleichen, das überlegen, was man alles mit dem neuen Rechner machen könnte war toll. Ich habe daraus gelernt. Ich habe zwei Teleskope, benutze sie aber nicht. Zum einen ist die Lage nahe Stuttgart nicht ideal und zum andern bin ich nicht der Typ, der gerne nachts in der Kälte am Fernrohr steht und beobachtet oder minutenlang jede Abweichung beim fotografieren mit einem Fadenkreuzfernrohr beobachtet und korrigiert. Trotzdem lese ich immer gerne die Anzeigen in der SuW, oder besuche mal einen Teleskopshop und schaue mir Teleskope an. Was das wechselt. Vor einem Jahr war es ein 16" (400 mm) Dobson, jetzt eher ein 150 mm Refraktor. Ich könnte mir beide Teleskope leisten. Aber warum? Es ist viel schöner zu überlegen was ich damit machen könnte, als mich mit den üblichen Widrigkeiten der Beobachtung (Luftunruhe, Streulicht, Wolken, Kälte, späte Nachtstunden...) auseinanderzusetzen.

Passend dazu auch heute mein persönlicher Musiktipp. Er erinnert mich mit einigen weiteren Titeln, die damals in der Hitparade waren, an das erste Mal, als ich den Herrn der Ringe durchgelesen habe. Das war 1986. Eigentlich habe ich nur das Buch gekauft, weil ich in einem Computerspiel nach dem Buch nicht weiter kam. Doch hat es mich dann so gepackt, dass ich die drei Bände in einer Woche durchgelesen habe. Parallel habe ich Musik gehört und Daryl Halls "Dreamtime", drückt genau das aus, was das Buch in mir auslöste, man wurde in diese Fantasy Welt von Mittelerde hineingezogen und begann mitzufiebern und zu träumen

Sonntag 23.5.2010: Mit Ionenantrieb bemannt zum Mars?

Ich möchte mich heute mal mit der Möglichkeit eines Ionenantriebs für eine Marsexpedition befassen. Zuerst einmal warum? Nun es gibt einige Gründe dafür. Das erste ist der Zeitplan einer Marsexpedition. Sie besteht aus mehreren Teilen. Welche das hängt von dem genauen Design ab. Aber so könnte eine konventionelle Planung aussehen:

Das ist das Minimum das benötigt wird. Insbesondere der letzte Flug benötigt viel Treibstoff, sodass er eventuell zwei Flüge ausmacht (Raketenstufe + Landekapsel und Station). Ein weitere Flug kann nötig werden für die sperrige Ausrüstung wie Fahrzeuge, Bohrer, sowie für Vorräte (Wasser, Gase etc.). Das sind 3-5 Flüge einer Schwelastrakete. Je nach Plan liegen so die Transportmengen in eine Erdumlaufbahn zwischen 615 und 1000 t.

Das meiste davon ist bei einer chemischen Stufe Treibstoff. Eines Ares V transportiert z.b. 187,7 t eine Erdumlaufbahn. Beschleunigt auf 11.500 m/s sind es noch 67 t. Ionentriebwerke können die Nutzlast gravierend erhöhen. Das ist der erste Grund. Ein zweiter ist genauso wichtig: Die Starts können zeitlich entzerrt werden. Selbst wenn die Hälfte der Starts ein Startfenster vorher erfolgen (schon alleine anzuraten, um ein funktionierendes Labor auf der Marsoberfläche zu haben), so müssen doch 2-3 Starts in einem Startfenster von 4-6 Wochen Dauer durchgeführt werden. Bei einem Ionenantrieb kann zuerst die Erdumlaufbahn verlasen werden und dann, wenn der Zeitpunkt für die Opposition gekommen ist zum Mars aufgebrochen werden. Da der Antrieb sowieso über Monate arbeitet machen einige Wochen Pause nichts aus - der Treibstoff kann auch nicht wie flüssiger Wasserstoff verdampfen.

Doch nun zur Berechnung. Bei kurzer Betriebsdauer wäre sogar der bemannte Flug mit Ionentriebwerken durchführbar. Allerdings - das wird dieser Artikel zeigen, wird es problematisch werden, die benötigte kurze Reisezeit zu erreichen, da ein zu langer Aufenthalt im irdischen Strahlungsgürtel nicht erwünscht ist.

Ich nehme mal an es wird die Ares V eingesetzt. Ihre Nutzlasthülle hat 10 m Durchmesser, davon sind 9 m nutzbar. Zuerst einmal wie viele Ionentriebwerke sind da möglich? Das RIT-22 Triebwerk hat einen Durchmesser von 30 cm. Rechnet man noch 1/3 der Fläche für Zwischenräume ab, So können 675 Triebwerke mit einer Leistung von 101,25 N und einem Stromverbrauch von 3.375 MW installiert werden. Größere Triebwerke bringen keinen Vorteil, da bei Ionentriebwerken der Schub von der Austrittsfläche abhängig sind. Eine Verbesserung ist der Einsatz einer weiteren Beschleunigungsstufe, wie experimentell beim DS4G erprobt. Dann kann ein Triebwerk mit derselben Austrittsgröße 2,5 N anstatt 0,15 N Schub erzeugen, bei einem Stromverbrauch von 250 anstatt 5 kW. Der Platz reicht also für Ionentriebwerke vollkommen aus.

Problematisch wird es aber den Strom zu erzeugen. Auch hier: Ausgangsbasis bestehende Technologie. Erreicht wurden hier 180 W/kg. Doch problematischer ist das Volumen. Das Solararray der Raumsonde Dawn besteht aus 10 Panels von 2,2 x 1,6 m Größe. Bei 2 cm Dicke zeigt sich bald, dass hier die Größe limitiert ist. Die Ares könnte 6 x 6 m große Panels transportieren. Davon 300 Stück pro Doppelflügel. Das ist eine Fläche von 10.800 m², die rund 3,16 MW liefern. Zwei Doppelflügel dann 6,32 MW. Das reicht für die herkömmlichen Ionentriebwerke, jedoch nicht für den Strombedarf von Ionentriebwerken des Typs DS4G. Zudem steigt dann auch das Gewicht rapide an. Experimentell sind aber schon Energiedichten von 300 W/m² erreicht worden. 1000 W/kg sollen in einigen Jahrzehnten (vorher findet sowieso kein Start zum Mars statt möglich sein)

Ein Rechenbeispiel:

erreicht soll eine Geschwindigkeit von 8 km/s werden ( 4 km/s solar, 4 km/s Fluchtgeschwindigkeit von der Erdumlaufbahn aus). Daraus ergeben sich aus den obigen Zahlen folgende Parameter:

Bei einem Betrieb von 80.000 s am Tag ist ein Betrieb über 170 Tagen nötig, jeweils zur Hälfte in der Erdumlaufbahn und in der Sonnenumlaufbahn. Das ist ein durchaus akzeptabler Zusatzaufwand, selbst wenn 80.000 s pro Tag recht optimistisch sind. Bei rund 730 Tagen zwischen zwei Startfenstern ist der Zeitaufwand auf keinen Fall missionskritisch.

Für bemannte Missionen mag es wünschenswert sein die Betriebszeit zu minimieren. Setzt man vier Doppelflügel und das DS4G ein, so resultieren folgende Randparameter:

Leider beträgt auch hier die Reisezeit 148 Tage - der hohe spezifische Impuls macht einen viel höheren Stromverbrauch notwendig um den Schub zu erzeugen. Der Nutzen liegt hier eher darin, dass auch beim Mars in eine Umlaufbahn eingebremst werden muss und dann erneut zur Erde beschleunigt: Hier bringen Ionentriebwerke bedeutende Gewichtseinsparungen allerdings verbunden mit einer längeren Zeit in der interplanetaren Umlaufbahn und bei der erde im Strahlungsgürtel (dies ist jedoch beim Start nicht so kritisch, da hier noch die Wasservorräte voll sind und so die Besatzung bei der Passage in Schutzräumen innerhalb der Wassertanks sich aufhalten könnte - unbequem aber nicht gefährlich.

Nun welches Lied passt zu dem Artikel? Mir fällt da natürlich Major Tom ein. Aber da es ja was persönliches sein soll: Für David Bowies "Major Tom" bin ich zu jung. Aber ich erinnere mich noch an die deutsche Version aus der Zeit der neuen deutschen Welle. Es war damals eines meiner Lieblingslieder und ich war auch ziemlich stolz darauf, dass Peter Schilling damit auch in den USA erfolgreich war. Peter Schilling verfasste noch einige Lieder mehr, die aber mehr und mehr untergingen, wohl auch weil sie zu "ökologisch" waren wie Terra Titanic. Schade. Nur eines nehme ich ihm nicht ab: Das er sich nicht von Bowie hat inspirieren lassen. Eigener aussage zufolge soll er "Major Tom" von Bowie nicht kennen....

Samstag 22.5.2010: Ideen für den PC

Die PC Entwicklung nähert sich meiner Ansicht nach und mehr dem, wo andere Industrien längst angekommen sind - sie verbessert sich mehr evolutionär, als dass es revolutionäre Änderungen gibt. Lange Zeit gab es den immer größeren Hunger nach mehr: Mehr Rechenleistung, mehr Arbeitsspeicher, mehr Plattenspeicher, getrieben von grafisch immer aufwendigeren Betriebssystemen und dem Einzug von bewegten Medien auf den PC - der PC wurde zum Videorekorder. Doch seit ein paar Jahren sagen immer mehr "it's good enough", ja teilweise geht der Trend zurück zu weniger Rechenleistung, aber kompakter wie bei den Netbooks und Nettops mit Atomprozessor, also zu einer Prozessorleistung wie vor 5 Jahren.

Bei den Mehrkernprozessoren zeigt sich recht deutlich das grundsätzliche Problem von Intel und AMD: Die Taktfrequenz steht seit etwa Ende 2003 bei rund 3 GHz. Die früher übliche Steigerung der Taktfrequenz um die Geschwindigkeit des PC zu steigern (der Ur-Intel 8086 schaffte 1978 nur 5 MHz!) klappt nicht mehr. Ein Büro-PC profitiert aber nicht von mehr Kernen, die durch kleinere Strukturen möglich sind. Der zweite Kern brachte die Abschaffung der Sanduhr - zumindest wenn ein Prozess viel Rechenleistung schluckt, so wie ein Virenscan oder der Duden Korrektor. Aber auch bei einem Zweiprozessorsystem steht bei mir heute ab und an der PC: Wenn der wöchtliche Festplattenscan des Computers ansteht oder ein OTR Video dekodiert wird. Nicht weil die Kerne ausgelastet wären, sondern weil die Festplatte rödelt wie wahnsinnig. Mehr Kerne bringen nur bedingt etwas. Natürlich wird die Software besser. Browser können nun pro Tab einen Prozess anlegen und so auch mehr Kerne beschäftigen. aber wie lange denn? Nach einer Sekunde steht das Tab und dann dreht der Kern wieder Däumchen.

Natürlich gibt es Software die viele Kerne beschäftigt. Bei der ct' kann man dann die Geschwindigkeit des Renderns mit Cinema3D oder für das Kompilieren des Linux Kernels nachlesen. Doch wie viele Anwender brauchen das? Bei den meisten wartet der PC meistens - bis der Benutzer die Browserseite gelesen hat, bis der nächste Tastendruck im Office erfolgt. Selbst HD Video ist heute mit zwei Kernen dekodierbar und gerade diese Anwendungen wie Videokodierung / Transkodierung ist sehr viel besser von einer GPU, dem Prozessor einer Graphikkarte durchführbar. Selbst GPU von Chipsatzgrafik kann das heute schon.

Bleiben noch die Gamer. Doch selbst diese Zielgruppe, die viel Geld für Hardware ausgibt profitiert vor allem von einer schnellen GPU und hier sind schnelle Zweikernprozessoren schneller als langsame Vier- oder Sechskernprozessoren. Intel hat das erkannt und den 256 Kernprozessor Larrabee beerdigt. Stattdessen offerieren nun Vier- und Achtkernprozessoren die Möglichkeit einzelne Kerne zu übertakten, wenn die anderen schlafen. Im Prinzip werden die dann nur als Kühlkörper für die übertakteten Kerne genutzt.

Ich sehe hier eine Chance, zwei Dinge zu ändern, die mich schon lange ärgern - den Formfaktor des PC und den Kabelverhau. Fangen wir mit dem ersten an. Mein PC ist eine typische schwere Blechkiste neben dem Schreibtisch. Da passen vier 5,25" und vier 3,5" Laufwerke rein. Dazu zwei PCI-E und drei PCI Karten. Ich wage zu behaupten, das in 90 % der Computer maximal zwei Festplatten, ein optisches Laufwerk und eine Grafikkarte stecken. Ein PC der nur für das Platz bietet könnte viel kompakter gebaut werden. Bevor sie nun sagen: Das gibt es schon und nennt sich "Barebone". Ja, aber das ist nicht das, was ich meine. Was ich gerne hätte und bestimmt auch andere, ist ein PC, der flach ist und unter den Monitor passt, als Ersatz für den Monitorfuss. Dort ist er einfach zugänglich, ohne Verrenkungen und die Wege sind kurz. Das scheitert heute noch an den riesigen Kühlkörpern. Okay, die sind unnötig, wenn man Notebook CPU's einbaut, aber das ist teuer. Wenn aber die Entwicklung soweit geht, dass es heute 4-8 Kerne pro CPU gibt und nur zwei richtig beschäftigt werden, dann wäre doch auch eine CPU mit nur zwei Kernen möglich, geringerem Stromverbrauch und damit einem kleineren Kühlkörper. Damit wären auch kompakte Rechner möglich.

Das nächste ist der Kabelverhau. Okay da bin ich auch ein bisschen selber dran schuld. Ich habe einige USB Platten, weil ich mich bei dem Umstieg nicht von den alten Festplatten trennen wollte. Aber auch hier ist System drin: Warum brauche ich für jede Platte noch ein Netzteil? Ginge es nicht die Leistung auch übers Datenkabel zu transferieren. Selbst dann: Muss das Netzteil immer extern sein und warum ist es nicht im Gehäuse integriert? Denn anders als die Platte ist es nicht abschaltbar. Sperrig ist es sowieso. Aber es ginge auch anders. Mein Zukunfts-PC für unter den Monitor hat die Möglichkeit Platten extern anzuschließen - mit kurzen Kabeln und Stromversorgung durch diese. Man legt sie dann einfach auf den PC oder stapelt sie. USB Anschlüsse sind nun direkt vor mir und leichter zugänglich genauso wie Speicherkartenanschlüsse. Die Kabel sind auch reduzierbar durch kombinierte VGA+Soundkabel (Anschluss der Lautsprecher an denn Monitor oder Integration in die Monitore).

Für Tastatur und Maus braucht man keine Kabel - aber auch keine Batterien. Eigentlich müssten kleine interne Akkus reichen - Wir klopfen dauernd auf die Tastatur, schubsen die Maus herum - wenn man einen Teil dieser Bewegungsenergie zum Betrieb der Elektronik nutzt und in einem Akku speichert, dann braucht man keine Batterien.

Nun gibt es natürlich schon Multimedia PC's die kompakt sind und schön, für die Integration ins Stereorack, die dem entsprechen. Aber die kosten dann auch gleich 1.000 Euro oder mehr. Ich zahle sicher für eine unverwechselbare Maschine, die man auch immer längere Zeit nutzt mehr, aber nicht gleich das doppelte. Das ist ein letzter Punkt der einziehen wird. Die Rechner werden wieder optisch gefälliger werden. Sie verschwinden nun nicht mehr unter dem Schreibtisch sondern man sieht sie vor sich. Komischerweise muss man bei Computern für schönes Design mehr zahlen - bei den meisten anderen Konsumerelektronikgeräten wie Kompaktanlagen, Fernseher etc. dagegen nicht. Und ich denke auch, wenn die Produkte sich nicht mehr durch mehr Kerne verkaufen und die Leute immer länger einen PC benutzen, wird das Design wieder ein viel wichtigeres Verkaufsargument werden.

Der letzte Punkt den ich habe, ist die Tastatur. Ich habe mal geschaut nach einer Tastatur ohne Keypad, also den rechten Teil der Tastatur - ich hätte 8-9 cm mehr Platz und ich käme schneller an die Maus und müsste meinen Arm weniger weit strecken. Haben sie mal versucht eine solche zu kaufen? Es gibt sie nicht auf dem Markt. Es gibt breitere Tastaturen mit noch mehr Tasten, es gibt separate Keypads und es gibt kompakte Tastaturen - nur fehlt da dann auch der wichtige Cursorblock, der nicht wegfallen oder verschoben werden soll. Mich wundert, das ich wohl der einzige bin, der keine Verwendung für das Keypad hat. (Sicher wichtig für Leute die viel mit Excel arbeiten, aber eben nicht alle).

Mal sehen, was die Zukunft bringt.

So wieder ein persönlicher Musiktipp heute. Es ist "We will rock you". Das erinnert mich an ein Ereignis aus dem Jahr 1978 oder 79, so genau habe ich es nicht mehr im Kopf. Wir machten einen Klassenausflug nach Südtirol und die Busfahrt dahin war lang. Gottseidank hatte Jens nicht nur eine Schallplatte von Queen dabei, sondern auch eine Kasette mit den Liedern und wir hatten einen sehr toleranten Busfahrer, der die Kassette abspielte,."We will rock you" haben wir rauf und runter gespielt, es ist das ideale Lied wenn man sonst nicht viel tun kann. Mitklatschen und mit den Füßen trommeln kann man aber auch auf dem Bussitz und der Text ist auch leicht merkbar. Das hat sich mir ins Gedächtnis geprägt und der Rhythmus zieht mit.

Montag: 23.5.2010: Ideen für den PC - Teil 2

Die vielen Kommentare zu meinem letzten Beitrag haben mich bewogen, meine Antworten in einen Blogeintrag zu schreiben, anstatt weiter zu kommentieren. Zuerst einmal: Das Thema ist nicht neu. Wer die Suchfunktion des Blogs benutzt, wird sicher noch einige ältere Beiträge entdecken, so habe ich auch mal vorgeschlagen eine SSD in den PC zu integrieren. Doch dazu noch später mehr.

Fangen wir mal an mit dem Vorschlag: "Betriebssystem ins ROM". Wer seinen ersten PC zur Zeit der Heimcomputer, also bis Ende der achtziger Jahre kaufte, kennt das Konzept: Das Betriebssystem war in einem ROM (Read Only Memory) integriert. Die "PC's" starteten extrem schnell, ich denke mein CPC 464 in weniger als einer Sekunde. Aber das war auch möglich. Es galt eigentlich nur einige interne Chips zu initialisieren und Variablen im RAM anzulegen. Das Betriebssystem bestand aus elementaren Routinen, die man heute als BIOS bezeichnen würde und das Interface war ein Interpreter für die Programmiersprache BASIC.

In dieser Form ist es sicher heute nicht für einen PC, wie sie ihn kennen, übertragbar. Es gibt doch einige Unterschiede. Ein heutiger PC ist schon komplexer aufgebaut. Alleine die Initialisierung der internen Geräte beim Start (also bevor das Betriebssystem geladen wird) dauert länger als die 5 s, die Hans fordert. Das ist inzwischen auch schon gegeben bei komplexeren Geräten die Chips enthalten. Selbst mein DVD Spieler oder Bittorrent Client brauchen mehr als 5 s zum Booten und die kosten beide unter 70 Euro.

Es sind dann noch einige Dinge zu beachten: Ein System das universell ist, wie ein heutiger PC benötigt Treiber, die müssen natürlich eingespielt werden, wenn das Gerät nutzbar sein muss. Es ist natürlich nicht praktikabel, für jedes nur denkbare Peripheriegerät Treiber zu integrieren.

Aber: Es gibt eine Lösung und das ist das, was ich schon mal vorgeschlagen habe: SSD zusätzlich zu Festplatten. Ich habe das schon mal genauer ausgeführt: Eine SSD sollte das Betriebssystem und die wichtigen Benutzerdaten aufnehmen, als Kopie zur Festplatte. Ich dachte damals mehr an die Datensicherheit und Arbeitsgeschwindigkeit: Von SSD kann schnell gelesen werden und sie es gibt keinen Headcrash. Da beim Betriebssystem fast nur gelesen wird (außer seltenen Updates) gibt es einen Geschwindigkeitsvorteil und die wichtigsten Daten des Benutzers (Dokumente) wären abgesichert. Wenn dort eine Kopie des Arbeitsspeicher liegt, könnte auch der Reboot schnell erfolgen, da man nur die Daten umkopieren müsste. Schnelle SSD erreichen 300 MB/s, etwa 2-3 mal schneller als Festplatten. Wenn vom Arbeitsspeicher 1 GB belegt sind, so müsste der PC nach 3-4 s wieder nutzbar sein.

Zu Andreas Buschmanns Vorschlägen: Ich denke vieles wird es in Zukunft geben. Der heutige PC krankt an der Vergänglichkeit. Anders ausgedrückt: Niemand rechnet damit dass ihn jemand so lange benutzt wie andere Unterhaltungselektronik. Speicher passt nicht mehr in 6 Jahre alte PC's, CPU's schon gar nicht. Ich glaube, wenn es nicht mehr so selbstverständlich ist, dass sich die Rechenleistung exponentiell ändert - und das ist eigentlich schon jetzt sichtbar, Festplatten steigen z.B. nur noch langsam in der Kapazität an und der nutzbare Geschwindigkeitsvorteil von mehr Kernen ist auch nicht so hoch wie die Verdopplung suggeriert. Ich denke dann wird viel mehr fest integriert sein. Also auch die CPU eingelötet und vielleicht auch der Speicher.

Es mag dann auch soweit kommen, dass die Booksize PC zunehmen werden, weil sie kompakt sind und für die meisten Leute (die nie ihren PC aufschrauben und was einbauen, dass mag für Leute die sich auskennen vielleicht komisch sein, aber die meisten Leute wollen das Ding nur benutzen und sich nicht mit der Hardware beschäftigen) wird das vollkommen ausreichen. Die heutigen Booksize PC kranken an der niedrigen Rechenleistung (Atom CPU) - aber wenn sich Prozessoren nicht mehr über Leistung differenteren können dann sind andere Kriterien wichtig, wie eben die Leistungsaufnahme - das es anders geht zeigen andere Prozessorfamilien die mit passiven Kühlkörpern auskommen.

Ob wir mal eine andere CPU Architektur bekommen? Vielleicht entfallen mal 8086 Mode und Protected Mode (80286), weil man sie nicht mehr braucht. Bisher sind sie immer drin, weil sie wenig CPU Fläche brauchen und Intel/AMD Umsatzeinbußen befürchten, wenn Kunden durch den Wegfall zur anderen Firma wechseln. (Man glaubt nicht wie lange in der Industrie Programme benutzt werden. Als ich 2003 mal wegen des Lovesun Virus durch den Daimler Campus tourte, um Rechner zu patchen die nicht dauernd am Netz hingen und manuell updatet werden mussten, sah ich ein System im Dauerbetrieb - es lief noch unter Windows 3.1....)

Doch diese Uraltmodi sind nur ein Problem. Das Grundproblem ist das die grundlegende Architektur über 30 Jahre alt ist. Würde man die Transistorenzahl, die inzwischen über 1 Milliarde angewachsen ist, sinnvoll einzusetzen, so würde wahrscheinlich eine viel effektivere CPU entstehen mit einem geradlinigen, schnell dekodierbaren Befehlssatz, vielen Registern und Optimierung auf heutige Streaming Anwendungen. Bisher war es so, dass Intel und AMD durch den riesigen Umsatz des PC Marktes es sich leisten konnten, die alte Architektur immer mehr aufzumotzen und das Problem mit hohen Takten, großen Caches und vielen Kernen zu umschiffen. Wenn das mal nicht mehr geht, dann könnten neue Konzepte vielleicht wichtiger werden. Gerechterweise sollte man sagen, dass Intel mit dem i860 und Itanium zwei Alternativen entwickelte, sie aber aus verschiedenen Gründen nicht erfolgreich wurden, während sich die Minimalerweiterung von AMD (AMD64 - 64 Bit Modus) erfolgreich wurde, weil sie eben kaum was änderte.

Das grundsätzliche Problem der IA86 Architektur, dass Millionen von Softwareprodukten auf ihr basieren. Wollen sie ihre ganze Software wegwerfen und neu kaufen weil sie einen neuen PC kaufen? Eine neue Architektur muss daher ziemliche Vorteile haben, damit sie die bestehende ablösen kann. Das ist ein bisschen so wie bei Linux: Es mag das bessere System sein, aber von meinen Lieblingsprogrammen laufen eben nur einige Mainstream Anwendungen. Alles andere könnte ich entsorgen. So lohnt es sich nur wenn die alte Architektur am Ende ist.

Ich denke vor allem wird der PC immer weniger wichtig wird. Es wird mehr spezialisierte Geräte geben. Multimediazuspieler für Fernsehgeräte und Beamer. Surfpads / ebook Reader. Für das brauche ich weder Monitor noch Tastatur. Der Datenspeicher kann dann ein NAS Gerät sein - zentral für den ganzen Haushalt. Der PC wird dann noch für Office Anwendungen benötigt werden oder in einer erweiterten Variante für Gamer - wobei dann auch Spielkonsolen attraktiver werden, wenn ein PC langlebiger wird und die Rechenleistung langsamer ansteigt. In 10 Jahren denke ich werden wir eine mehr dezentrale Architektur in einem Haushalt haben mit einer Vielzahl von Geräten mit denen wir das tun was heute noch die meisten mit einem PC erledigen.

So heute wieder ein Musiktipp mit persönlicher Story. Ich habe mal versucht mich zu erinnern welches das erste Lied ist, an das ich mich bewusst erinnere, genauer gesagt das erste das damals gerade aktuell in der Hitparade war. Ich bin auf drei gekommen. Demis Roussos mit "Good-By my Love Good-By", Daniel Gerald mit "Butterfly" und Mouth & MacNeal mit "How do you do". Obwohl Butterfly etwas älter ist, habe ich mich für dass letzte entschieden. Nicht weil es ein großer Hit war - die Namen der Interpreten fand ich erst beim Suchen bei Youtube wieder. Aber mir blieb die äußere Erscheinung und die beiden unterschiedlichen Stimmen in Erinnerung: Der breite bärtige Mann mit der tiefen Stimme und diese zierliche Sängerin mit ihrer dünnen Stimme. Das war ein Kontrast der offenbar in meinem Gedächtnis hängen blieb. Außerdem denk ich habe ich das damals ziemlich oft mitgesungen. Für How Do You du und nana-nana reichte selbst mein Englischwissen als 7-Jähriger.....

Was waren die ersten aktuellen Hits an die ihr euch erinnern könnt? (damit bekomme ich auch mal so eine Einschätzung in welchem Alter meine Blogleser sind....)


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