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Web Log Teil 17 : 3.3.2007-11.3.2007

Samstag, 3.3.2007: Asteroidenabwehr

Gestern habe ich mal die Szenarien ausgemalt die passieren wenn ein die Erdbahn kreuzender Planetoid auf ihr einschlägt. Ein Körper mit 100 m Durchmesser reicht aus um eine Region zu verwüsten, ein Körper mit 10 km Durchmesser könnte das Ende der Menschheit bedeuten. Heute will ich mich mal mit der Abwehr beschäftigen. Schaue ich mir einen Film an so ist das ganz einfach: Da schickt man eine Astronautengruppe hin, die bringt eine Wasserstoffbombe zur Explosion und das war's....

Ja Pustekuchen. Die Druckwelle die auf der Erde so viel Zerstörung anrichtet gibt es bei einem Planetoiden mangels Atmosphäre nicht. Die Hitze und freigesetzte Energie verdampft einen Teil des Asteroiden und sprengt Teile ab, die den Kurs leicht ändern können. Doch zerstören kann man ihn nur, wenn man ein tiefes Loch bohrt und dort die Bombe zündet. Doch selbst wenn man das geschafft hätte, was hat man damit gewonnen? Der Planetoid wäre in Stücke gesprengt. Die Bahnen sind nicht berechenbar und man hat danach vielleicht nur das Problem verschoben. Viel sinnvoller ist es die Bahn so zu verändern, dass er die Erde verfehlt.

Was ich nun mache ist eine extreme Vereinfachung. Wenn ich die Geschwindigkeit eines Planetoiden ändere, so ändere ich auch die Bahn. Das heißt der sonnenächste und sonnenfernste Punkt verschiebt sich oder ich drehe die Bahn im Raum. Das kann man aber vernachlässigen wenn es wie hier um kleine Änderungen geht, dann kann man linear rechnen, als bewege sich der Planetoid auf einer Geraden.

Zuerst einmal muss man ein paar Eckdaten festlegen:

Frage 1: Welche Energie brauche ich ?

Nun ich habe zwei Möglichkeiten Zum einen kann die Geschwindigkeit des Planetoiden soweit abbremsen, dass die Erde auf ihrer Bahn weitergezogen ist. Die Erde bewegt sich im Durchschnitt mit 29.8 km/s. Man müsste also die Ankunftszeit um 15000/29.8 = 504 Sekunden verzögern.

Das zweite ist den Planetoiden abzulenken, indem man ihn quer zur Bahn beschleunigt. Nach S= 1/2 a*t² bräuchte man für 15000 km und 10 Jahre eine Beschleunigung von 3.02x 10-10 m/s. Lösung Nr.1 läuft im Prinzip auch auf eine Streckenberechnung heraus, allerdings ist die Strecke kleiner. Denn der Asteroid bewegt sich mit 15 km/s, die Erde aber mit nahezu 30 km/s. Für jeden Asteroiden der eine Geschwindigkeit relativ zur Erde kleiner als 30 km/s hat ist Lösung 1 günstiger. Man kommt dann mit 1.501 x 10-10 m/s Dauerbeschleunigung aus.

Multipliziert man dies mit der Masse des Planetoiden von 1x1012 kg so kommt man auf 151 N als Dauerbeschleunigung. Das ist recht wenig. Ein typischer Satellitenantrieb produziert 400 N Schub. Allerdings muss man ihn über 10 Jahre aufrecht erhalten. Mit chemischen Treibstoffen bräuchte man dann ungeheure Mengen. Bei dem heute verwendeten Treibstoffen etwa 16 Millionen kg. Das ist also nicht praktikabel.

Elektrische Antriebe sind hier erheblich besser. Heute sind diese vor allem optimiert auf geringe Kosten, weshalb man sehr hohe Spannungen zum Beschleunigen vermeidet. Doch verfügbar sind Antriebe die Ausströmgeschwindigkeiten von 200 km/s durch Hintereinanderschalten von Beschleunigungsstrecken schaffen. Dadurch kann man die Treibstoffmenge drastisch reduzieren. Doch 240 t Treibstoff bräuchte man immer noch. Mehr noch man bräuchte eine Energiequelle welche den Strom für den Antrieb liefert. Eine Berechnung ergibt einen Strombedarf von etwa 22 MW und das ist ein Problem. Solarzellen leisten heute etwa 200-250 W/m² beim Start, da die Leistung abnimmt im Laufe der Zeit und ein Planetoid auch von der Sonne weiter entfernt kann man in Durchschnitt nur mit 100 W/m² rechnen. Bei 2 kg/m² (ein guter Wert für große Solarpanels) braucht man so eine fläche von 220.000 m² und die Panels wiegen 440.000 kg. Dazu kommen noch die Triebwerke, Strukturen und die Tanks für den Treibstoff. Weiteren Treibstoff braucht man um überhaupt den Planetoiden zu erreichen. So kommen sicherlich insgesamt 800 t zusammen.

800 t - das ist nicht viel. Die USA planen eine neue Mondrakete, genannt ARES V mit einer Nutzlast von 100-150 t. 6-8flüge dieser Rakete würden dafür ausreichen. Selbst wenn man nur die derzeit verfügbaren Trägersysteme nimmt, dann stehen mit der Ariane 5, Proton, Delta IV Heavy 3 Systeme zur Verfügung die zusammen in 2-3 Jahren diese Nutzlast transportieren können. 800 t ist nur etwa doppelt so viel wie die Raumstation ISS wiegt. Allerdings ist das äußerst knapp kalkuliert. In der Praxis wird man natürlich eine größere Sicherheitsdistanz haben wollen. Das Objekt (99942) Apophis wird am 13.4.2029 die Erde in 30000 km Entfernung passieren. Er wiegt 7.9 x 1010 kg und hat einen Durchmesser von 250-390 m. Ein Einschlag würde eine Energie von 1480 MT TNT freisetzen (das entspricht der Sprengkraft von 500 Interkontinentalraketen des US Typs Minuteman II). Das ist also eine nicht zu vernachlässigbare Gefahr. Trotzdem reagiert man nicht drauf. 30000 km reichen also aus. Das verdoppelt in etwa die Anforderungen (doppelte Distanz = doppelter Schub = doppelt so viel Treibstoff = doppelt so hoher Strombedarf). Man müsste dann 1600 t Material transportieren. Die Technologie existiert auch dafür. (Ein Kernreaktor wäre sicher bei diesem Bedarf im MW Bereich besser, doch bislang hat man keinen Weltraumtauglichen Reaktor entwickelt. russische Reaktoren liegen im kW Bereich und sind deutlich schwerer als Solarzellen).

Wir könnten uns heute also vor einem 1 km großen Brocken schützen. Gegen einen 10 km Brocken, der 1000 mal mehr wiegt ist dies nicht möglich. Denn dazu müsste man auch 1000 mal mehr Material transportieren. Das wären dann 800.000-1.600.000 t, oder 8000-16000 Flüge einer 100 t Rakete.

Noch eine zweite Möglichkeit wird oft erwähnt. Das überziehen des Asteroiden mit einer reflektierenden Oberfläche. Die Grundidee dahinter ist, dass das Licht (nicht die freigesetzten Partikel) der Sonne einen Druck ausüben. Dieser ist jedoch sehr gering. Bei völliger Reflektion des Lichts (wie z.B. bei einem Spiegel) sind dies 9 N/km². Schon alleine darin sieht man, dass diese Möglichkeit bei dem 1 km Asteroiden nicht in Frage kommt. Er hat eine der Sonne zugewandte Fläche von deutlich kleiner als 1 km² und selbst wenn es 1 km² wäre, dann beträgt der Schub nur 9 N, wir brauchen aber 151 N. Diese Methode ist nur praktikabel wenn man deutlich mehr Zeit zur Verfügung hat (in unserem Beispiel mindestens 20 mal so viel) oder der Körper deutlich kleiner als 50-60 m ist.

Montag 5.3.2007: "Engines building up thrust"

Wer Leser meines Weblogs ist erinnert sich vielleicht noch an Nr. 13 an den 2.1. als ich erwähnte das ich abnehme und sie von den Fortschritten informieren wollte. Nun ja nun ist der nächste Schritt erreicht "T-5.3 Sekunden" oder in meinem Falle 75+5.3 kg. Zu diesem Zeitpunkt sind alle Triebwerke der Saturn 5 eingeschaltet und laufen hoch.

Ich habe 2 Monate gebraucht um die 3.6 kg dazwischen abzunehmen und es geht wirklich derzeit zäh. Bedingt vielleicht durch die Jahreszeit oder weil man ein gewisses Niveau schon erreicht hat und nach 20 kg einfach langsamer abnimmt. Aber es geht. Doch will ich nicht über meine persönlichen Diäterfolge reden sondern über Einsichten. eine Einsicht die ich gewonnen habe, ist dass ich mit erstaunlich wenig Kleidung auskomme. Wenn man wie ich sehr viel abnimmt, dann durchwandert man sehr schnell alle Kleidungsgrößen. Ende Juni hatte ich Bei Hosen Größe 60/61. Nun sitzen die 52 er sehr locker und es dürfte wohl 51 passen. Zuerst freut man sich weil zu enge Sachen wieder passen, dann behilft man sich mit einem Gürtel. Schließlich muss man neue Hosen kaufen (in meinem Falle 4 in Größe 56) nur um festzustellen, dass diese nach einigen Wochen wieder nicht mehr passen.

Ich habe mit Ausnahme von zwei Sweatshirts und ein paar Jacken so ziemlich alles was ich noch vor einem halben Jahre trug in die Altkleidersammlung gegeben und in meinem Schrank sieht es leer aus. 4 Hosen, 8 Pullis, 3 Hemden das ist was ich derzeit an Oberbekleidung habe die passt. Und seltsamerweise komme ich damit aus! Die Frage stellt sich: Ist nicht wirklich weniger mehr? Jeder von uns hat eine Menge Zeug, dass er nicht wirklich braucht oder selten braucht oder einfach zu viel. Mancher sammelt ja Dinge: Von Briefmarken bis zu Autos. Sieht man es im globalen Zusammenhang so gibt es natürlich zwei Aspekte dessen:

Hinsichtlich dessen, dass wir Rohstoffe und Energie verbrauchen um das alles herzustellen und wir bis heute keine Möglichkeit haben diese zu ersetzen sollte man mehr auf Qualität und Dauerhaftigkeit setzen, vor allem aber auf weniger von allem.

Nach Ansicht von Wirtschaftsexperten ist dies jedoch der Tod jeder Wirtschaft. Sie lebt davon immer neue Produkte zu erfinden, die alte ersetzen. Eine Branche die einen Gleichgewichtszustand erreicht hat (es werden nur alte Dinge ersetzt) fängt an zu schrumpfen, weil die Innovation zu einer gesteigerten Produktivität führt, man also immer weniger Arbeiter braucht um ein Produkt herzustellen.

So lebt die Weltwirtschaft derzeit davon, dass Länder in Ostasien, allen voran China rapide wachsen und Produkte und Rohstoffe auch aus dem Westen nachfragen. Aber ist das nicht ein Teufelskreislauf? Er bedeutet doch eine immer höhere Emission von Kohlendioxid, einen immer höheren Verbrauch von Energie und Rohstoffen. Wenn so unser System funktioniert, dann stimmt vielleicht etwas mit dem System nicht. Denn jahrhunderte lang ging es auch ohne dauernde Innovationen. Natürlich waren das Jahrhunderte in denen heute keiner mehr arbeiten weil man die Vollbeschäftigung damit erkauft hat, dass es keine Mechanisierung gibt. Es kann natürlich nicht die Lösung sein, dass man Dinge die man vorher maschinell hergestellt hat nun von Hand herstellt. Ehrlich gesagt ich weis auch nicht wie eine Lösung aussehen könnte. Aber vielleicht wäre eine Lösung erst mal sich darauf zu konzentrieren Produkte mit weniger Energie und Rohstoffverbrauch zu produzieren und Produkte zu produzieren, die auch im Betrieb weniger Energie verbrauchen. Wenn diese dann alte Produkte ersetzen (gute Beispiele sind Energiesparlampen und Kühlschränke) so springt im Endeffekt sogar ein Gewinn heraus. Das kann man nicht auf alles übertragen, bei vielem hilft eben nur Konsumverzicht, aber es ist vielleicht ein Anfang für ein Umdenken.

Donnerstag 8.3.2007: Verschiedenes

KatzenjunkiesEs ist an der Zeit das Grab meines Vaters abzuräumen und neu zu bepflanzen. Soweit ich mich erinnern konnte habe ich das sonst deutlich später gemacht, meist kurz vor seinem Geburtstag am 10.4. Der Frühling ist früh dieses Jahr da und der Winter war gut für die Heizkostenabrechnung. Wieder denke ich an die Klimaänderung. Natürlich macht ein warmer Winter keine Klimaänderung. Aber war dies nicht schon wieder ein warmer Winter?  Inzwischen kommt es auch wieder in den Medien. Es ist aber gerade "in". Erinnern sie sich noch an das Waldsterben? In den achtzigern war es DAS Thema. Es führte sogar zu echten Veränderungen. strengere Gesetze für Abgase, Einbau von Entschwefelungsanlagen (die heute mehr Gips als Abfallprodukt erzeugen als man in der Bauindustrie verarbeiten kann). Es machte die Grünen zu der drittstärksten Kraft im Parlament, mit einer Anhängerschaft, die ihnen alle möglichen internen Grabenkämpfe und unsinnige Äußerungen verzieh. Es führte dazu, dass sogar die CDU ihr Grünes Gewissen entdeckte. Vielleicht führt die Klimadiskussion auch zu Veränderungen - zumindest in Deutschland. doch mache ich mir keine Illusionen, gegenüber China und den USA sind wir kleine fische und egal was wir tun, es wird nicht ausreichen wenn die großen Verschmutzer nichts tun.

Dann muss ich derzeit jeden Tag ein paar Mal die Tür zu meinem Balkon aufmachen. Meine Katzen wollen raus. Nein nicht wegen der schönen Aussicht oder dem warmen Wetter. Sie schnuppern an der dort in Töpfchen aufgezogenen Katzenminze. Katzenminze (Nepeta cataria) hat auf viele Katzen eine "anregende" Wirkung. Allerdings nur auf viele, nicht alle. Ich hatte schon mal Katzenminze angepflanzt. Meine letzte Katze lies die Pflanze kalt. Andere berichten ihre kratzen würden nach dem riechen/knabbern auf dem Boden rumrollen und vergleichen die Wirkung wie bei Drogen auf den Menschen (es soll aber anders als beim Menschen weder süchtig machen noch irgendwelche Nebenwirkungen zu haben). Meine beiden sind da wohl eine Zwischenstadium. sie schnuppern beide ein paar mal an den Pflanzen, knabbern aber nicht dran und sonst passiert nix. Sie schauen aber immer etwas dumm aus dem Fell, so als würden sie was anstellen.

So habe ich mal Nachschub für die beiden Junkies ausgesät. Links das ist übrigens Romeo und rechts ist seine Schwester Julia. (Habe ich erwähnt das Shakespeare der einzige Dichter ist dessen Werke ich mir selbst gekauft und durchgelesen habe?).

Nachdem ich bei meinem Messenger die Funktion entdeckt habe, dass er als Nachricht anzeigt was ich gerade höre, hab ich mich an was erinnert was ich gerne mache: Musiktipps abgeben. Meistens wenn mir eine Musik nicht aus dem Kopf geht, manchmal wenn ich dem anderen einen wink geben möchte wie ich mich fühle ohne es konkret zu sagen. Heute ist Frühling, die Sonne scheint und meine Winterdepression geht langsam vorbei. Da fällt mir ein was ich früher immer gehört habe, als die Winterdepression schlimm war und das Lied passt zum heutigen Tag: Beatles, "Here comes the Sun".

Samstag 10.3.2007 : That don't Impress me much

Apple IIIm August jährt sich mein erster Computerkontakt zum 25.sten Mal. Die Kiste von damals - Ein Ti 99/4a mit 16 Kb Speicher reicht mir schon damals bald nicht mehr (vor allem war er quälend langsam). Seitdem interessiere ich mich auch für Computergeschichte. Ich habe viel davon erlebt. !982/83 konnte ich sehen wie mein Computer innerhalb eines Jahres von 925 auf 275 DM Verkaufspreis sank (heute gäbe es nach ein paar Monaten ein neues Modell und das alte wäre nicht mehr zu kaufen) - so gesehen war die gute alte Computerzeit vielleicht besser....

Doch was mich etwas enttäuscht hat ist das sich eigentlich nicht so viel getan hat. Was erhofften wir uns von der rapiden technischen Revolution in den achtzigern nicht alles? Wir sahen wie der PC in etwa einem Jahrzeit von einem etwas besseren Elektronikbausatz (Altair 8800) zu einem Gerät mit einer grafischen Benutzeroberfläche wurde (Macintosh/Lisa). Was würde was passieren, wenn man diese Entwicklung weitere 10 Jahre fortsetzen würde. Fachzeitschriften waren sich einig: Diese computerpower der neuen 32 Bit Prozessoren würde die Arbeit mit dem PC revolutionieren. Man müsste nicht mehr Tippen. Der PC würde einen verstehen, dank Spracherkennung. Nicht nur das. Kommandos wären out, Umgangssprachliches Sprechen würde reichen. Anstatt seinen Filter zu konfigurieren würde mal sagen "Setz mal alle Mails die aus Russland kommen auf den SPAM Filter".

Verrückt, haben wir in den achtzigern doch angenommen, mehr Power würde auch neue Möglichkeiten und Bequemlichkeit bringen. Was hat sich tatsächlich getan? Vergleicht man die Zeit zwischen 1977 und 1987 und die Zeit zwischen 1987 und heute so müsste man linear hochrechnen können wo man heute ist. 1977 war der leistungsfähigste Rechner ein Apple II mit 8 KB RAM und einem 8 Bit Prozessor mit 1 MHz. 1987 war es der frische erschienene Compaq 386 mit 1 MByte RAM, einem 32 Bit Prozessor mit 16 MHz.

Compaq 386Seit einigen Jahren steigen die Kapazitäten von Festplatten und Prozessoren langsamer, doch das ist ein anderes Thema.

Was würde mich beeindrucken, wenn man mich von 1987 in das Jahr 2007 teleportieren würde? Bestimmt nicht Windows Vista. Grafische Oberflächen kannte ich schon damals. Es ist bunter, hochauflösender, gefälliger, aber es ist nur eine evolutionäre Weiterentwicklung. Vielmehr würde mich wundern, welche Rechenleistung man dafür benötig, vergleichen mit dem ersten Mac OS, das mit 128 KB Speicher und einem 8 MHz MC68000 Prozessor ausging. Auch DVD, Videos und MP3 würden mich sicher nicht beeindrucken, das alles war schon anzusehen. Eher, dass Spiele noch immer nicht so intelligent sind würde mich erstaunen.

Beeindrucken würde mich was 1987 unbekannt war und noch nicht erfunden. Das ist z.B. das Internet. Das man weltweit an Informationen kommt. Selber wie ich welche reinstellen kann. Das hätte ich wohl nie für möglich gehalten. Heute lese ich keine Bücher mehr über Raumsonden, sondern durchsuche direkt die NASA Archive. Aber auch kleine Dinge. USB Speichersticks und Flash Karten. Das ist nichts besonderes? Doch, 1987 gab es nur flüchtigen RAM Speicher und permanenten ROM Speicher. EEPROMS konnte man neu beschrieben, doch die Spannungen waren so hoch, dass man dafür ein eigenes Gerät brauchte. Das man mal 4 GB in einem kleinen Stick in der Hosentasche tragen könnte, das hätte ich mir wohl nie träumen lassen. Genauso ist USB eine tolle Neuerung. Das besondere ist dass man einfach ein Gerät anstecken kann und es benutzen (zumindest in den meisten Fällen). 1987 musste man den Computer zumindest ausschalten, meistens jedoch etwas intern einbauen.

Auch heute finde ich meine portable 2.5" Festplatte eine tolle Sache - die Daten die ich immer brauche kann ich so mitnehmen. (Wenn Microsoft ein intelligenteres Windows erfinden würde, dass man auch auf einer USB Festplatte installieren und danach auf jedem Rechner benutzen könnte wäre der Nutzen sogar noch größer).

Ansonsten hat sich leider nicht viel getan. PCs haben andere Computerarchitekturen verdrängt, ein Betriebssystem dominiert den Markt. Es ist eigentlich ziemlich langweilig geworden. Es gibt wenige Innovationen, mehr Produktpflege.

So nun noch zum Musiktipp für heute, passend zum Motto: Shania Twain - That don't impress me much

Sonntag 11.3.2007: Raumfahrt, Sicherheit und Kosten

ColmbiaAuch bei der Raumfahrt gibt es Risikoanalysen. ein Träger wird für eine bestimmte "Zuverlässigkeit" gebaut, d.h. man nimmt an dass ein Teil der Missionen schief gehen kann. Das klingt verblüffend, aber ihr Auto hat auch mal eine Panne oder ihr Computer einen Hardware Defekt. Nur bedeutet die bei einer Trägerakete einen Verlust der Nutzlast.

Ariane 1 wurde zum Beispiel. für eine Zuverlässigkeit von 90 % entworfen - ein Wert der angesichts der mangelnden Erfahrungen Europas und der damaligen Zeit eine normale Größe war. Ariane 5 dagegen für 98.5 % mit der Oberstufe EPS und 99 % ohne. Wie zuverlässig eine Rakete sein muss ist prinzipiell eine finanzielle Frage. Je höher der Wert ist desto teurer ist die Rakete. Ein Nachrichtensatellit ist etwa 2-3 mal teurer als die Trägerrakete, dazu kommen 20-25 % Versicherung für beides. Man kann leicht ausrechnen, das die Versicherungsprämien erheblich höher sind als das Risiko des Starts alleine, das heute je nach Trägerrakete bei <5 % liegt. Neben der Tatsache, dass die Versicherung Gewinn machen möchte und es in der Vergangenheit erhebliche Fluktuationen bei den Ausfällen gab, die man durch hohe Prämien ausgleichen will gibt es auch Risiken bei der Herstellung (Satelliten wurden dabei schon beschädigt), Tests (Ein Satellit überstand einen Schütteltest) ja sogar Startvorbereitung (Ein Kran fiel auf einen Insat Satelliten). Auch nach dem Start gingen Satelliten verloren, zündeten ihre Triebwerke nicht, so dass sie in einem unbrauchbaren Orbit strandeten oder es gab Probleme bei der Inbetriebnahme, wie der Verlust der halben Sendeleistung bei TV-SAT A dadurch dass man Transportklammern vergaß zu befestigen.

wer eine Trägerrakete heute konzipiert oder auch nur eine vorhandene verändert wägt die Kosten dafür und für die Herstellung mit dem zu erwartenden Risiko ab und sorgt für ein Optimum. Wer eine unzuverlässige Trägerakete hat, wie z.B. die Proton oder Zenit muss entsprechend die Starts billiger anbieten um Aufträge zu erhalten. Hierzu noch ein Nachtrag: Der Fehlstart der Zenit am 30.1. hat nun zum umbuchen eines Starts auf eine Ariane 5 geführt, welcher zusätzlich im August durchgeführt wird. Das letzte mal als dies vorkam war dies nach dem Fehlstart eines Intelsat 7 auf einer chinesischen Langen Marsch 1996, dies führte letzten Endes dazu, dass die chinesische Träger vom Markt verschwanden.

Bei bemannten Raumfahrzeugen ist es etwas anderes. Nun geht es um Menschenleben und der Sicherheitsaspekt war wichtig. In den sechzigern setzte man trotzdem Astronauten auf im Vergleich zu heute recht unzuverlässigen Trägerraketen. Zum einen hatte man eine andere Einstellung zum Risiko als heute, zum zweiten gab es einen Wettlauf um Erstleistungen und zum dritten glich man die mangelnde Zuverlässigkeit der Trägerakete durch andere Maßnahmen aus,

Eine Kapsel ist relativ massiv und hält so einiges aus. Ein Fluchtturm kann sie bei einer Explosion schnell von der Rakete absprengen und so in sichere Entfernung bringen und zuletzt haben die Kapseln eine solche aerodynamische form, dass sie bei einem Wiedereintritt sich meist von alleine so orientieren, dass sie den Hitzeschutzschild korrekt ausgerichtet haben. Das war sowohl bei den Apollo Kapseln wie bei den Sojus Kapseln so.

Da die Sojus Kapseln heute noch im Einsatz sind haben sie auch schon dies unter Beweis stellen können:

Die Sojus Kapsel bietet ihrer Besatzung eine Menge Sicherheit, auch wenn bei ihrer Entwicklung 4 Tote zu beklagen gab. Der erste Flug scheiterte weil sich der Fallschirm verhedderte und bei Sojus 11 gab es ein Leck welches zur Dekompression führte (und als Folge tragen die Kosmonauten bei Start und Landung seitdem Druckanzüge).

Doch wie ist dies beim Space Shuttle. Die NASA ließ natürlich Rettungsmechanismen untersuchen. Schludersitze gab es während der Testflüge, doch nutzbar sind sie nur während der ersten Phase des Starts bis in etwa 12 km Höhe. Zudem konnte man so nicht die Besatzung im hinteren Teil (Missions- und Nutzlastspezialisten) retten, da es über ihnen keine Lucken gab. Eine abtrennbare Mannschaftskabine hätte die Nutzlast um ein Drittel abgesenkt und wurde deswegen verworfen.

ChallengerMan konzentrierte sich darauf die technischen System so zu verbessern, dass eine hohe Zuverlässigkeit vorlag und man Fehler rechtzeitig erkennen und darauf reagieren kann. Die Haupttriebwerke sollten zum Beispiel. vor Columbia neue Triebwerkscontroller bekommen die mit mehr Sensoren einen Fehler so rechtzeitig erkennen sollten, dass sie das Triebwerk sanft herunterfahren können ohne das es zu einem katastrophalen Defekt (Explosion) kommt. Diese Maßnahme wird nun wahrscheinlich ausblieben, weil die restlichen Space Shuttles ausgemustert werden.

Als man den Shuttle konzipierte 1972 hatte man ein anderes Sicherheitsdenken als heute. Nach 80 Flügen ohne Probleme hatte man sich aber daran gewöhnt dass die Flüge fehlerfrei waren, zumindest ohne Risiko für die Besatzung. Columbia zeigte, dass dem nicht so war. Schlussendlich führte dies zum Einstellen des Shuttle Programms. Columbia zeigte, dass es eben immer noch Restrisiken gab die man nicht vorher beachtet hatte und das der Shuttle durch seine Leichtbauweise viel empfindlicher als eine Kapsel war. Als Folge wird das Orion Raumschiff wieder eine Kapsel sein, nur größer.

Was wäre wenn das Space Shuttle niemals bemannt gewesen wäre? Ich bin der Überzeugung, dass man nach Challenger die Feststoffraketen nachgebessert hätte. einen Großteil der Sicherheitsänderungen die etwa 2 Milliarden USD kosteten nicht gemacht hätte, genauso wie die Veränderungen nach Columbia. Im Endeffekt haben sie der NASA sogar geschadet: Alle Änderungen zusammen führten zu einer rapiden Abnahme der Flüge.

Die Startkosten sind in der gleichen Weise gestiegen auf etwa das dreifache von 1986. Bei einem kommerziellen Vehikel hätte man dies nicht mitgemacht und eher mit einer höheren Ausfallwahrscheinlichkeit gelebt. Unter diesem Aspekt ist das Space Shuttle auch heute noch gut: Etwa ein Verlust auf 60 Flüge. Eine kommerzielle Rakete mit diesen Daten wäre gut platziert. Leider ist dies eben genau ein Start zuviel für die Öffentlichkeit. Die Astronauten wussten immer das es ein Restrisiko gab und waren auch bereit es zu tragen.

Man sollte dabei natürlich nicht vergessen, dass man heute schlauer ist. Das Space Shuttle wurde vor 35 Jahren konzipiert. Genauso wie man ein Auto dieses Alters, ohne 3 Punkt Gurt, Knautschzone, Airbags, Gurtstraffung, automatischer Vollbremsung durch Radarabstandsmessung nicht mit einem modernen Auto vergleichen kann ist es unfair einen Space Shuttle mit einem neu konzipierten Raumgleiter wie Kliper zu vergleichen. Doch die Allgemeinheit sieht dies anders und so werden die Space Shuttles in 3 Jahren Geschichte sein.

Musiktipp für heute passend zum Thema: Peter Schilling Major Tom


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