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Web Log Teil 173 : 27.6.2010-1.7.2010

Sonntag den 27.6.2010: Auftragsrausch bei SpaceX

Kaum ist der Jungfernflug vorbei meldet SpaceX neue Aufträge. Das ist nun nichts besonderes. Arianespace vermeldet bei jedem Start neue Aufträge, gestern auch wieder einen. Doch bei den SpaceXlern wird dies natürlich frenetisch bejubelt als DER große Durchbruch. Zeit mal sich das ganze genauer anzusehen. Also das ist das heute auf der Website von SpaceX einsehbare Launch Manifest:

NASA COTS – Demo 1

2010

F9/Dragon

Cape Canaveral

NASA COTS – Demo 2

2011

F9/Dragon

Cape Canaveral

NASA COTS – Demo 3

2011

F9/Dragon

Cape Canaveral

Falcon 1e Inaugural Test Flight

2011

Falcon 1e

Kwajalein

ORBCOMM - Multiple flights

2011-2014

Falcon 1e

Kwajalein

MDA Corp. (Canada)

2011

Falcon 9

Cape Canaveral

NASA Resupply to ISS – Flight 1

2011

F9/Dragon

Cape Canaveral

NASA Resupply to ISS – Flt 2

2011

F9/Dragon

Cape Canaveral

DragonLab Mission 1

2012

F9/Dragon

Cape Canaveral

NASA Resupply to ISS – Flt 3

2012

F9/Dragon

Cape Canaveral

NASA Resupply to ISS – Flt 4

2012

F9/Dragon

Cape Canaveral

CONAE (Argentina)

2012

Falcon 9

Vandenberg**

Spacecom (Israel)

2012

Falcon 9

Cape Canaveral**

DragonLab Mission 2

2013

F9/Dragon

Cape Canaveral

NASA Resupply to ISS – Flt 5

2013

F9/Dragon

Cape Canaveral

NASA Resupply to ISS – Flt 6

2013

F9/Dragon

Cape Canaveral

NASA Resupply to ISS – Flt 7

2013

F9/Dragon

Cape Canaveral

CONAE (Argentina)

2013

Falcon 9

Vandenberg**

NSPO (Taiwan)

2013

Falcon 1e

Kwajalein

Space Systems/Loral

2014

Falcon 9

Cape Canaveral**

NASA Resupply to ISS – Flt 8

2014

F9/Dragon

Cape Canaveral

NASA Resupply to ISS – Flt 9

2014

F9/Dragon

Cape Canaveral

NASA Resupply to ISS – Flt 10

2014

F9/Dragon

Cape Canaveral

Astrium (Europe)

2014

Falcon 1e

Kwajalein

Bigelow Aerospace

2014

Falcon 9

Cape Canaveral

NASA Resupply to ISS – Flt 11

2015

F9/Dragon

Cape Canaveral

NASA Resupply to ISS – Flt 12

2015

F9/Dragon

Cape Canaveral

Iridium

2015-2017

Falcon 9

Vandenberg

Unter der Berücksichtigung, dass das Launchmanifest von SpaceX genauso präzise ist, wie ihre sonstigen Angaben (so erfolgte der Jungfernflug der Falcon 9 dort schon 2009) gibt es trotzdem einiges herauszulesen. Von den 27 Starts mit Ausnahme von Iridium, bei dem die Startzahl nicht angegeben wird entfallen 15 auf die ISS Flüge. Diese Starts standen schon vor zwei Jahren fest, zumindest solange die Firma ihren Vertrag erfüllt. Das sind schon mal mehr als die Hälfte der Missionen. Ob es die beiden Dragonlab Missionen jemals geben wird, wird sich noch zeigen. SpaceX sucht nach wie vor Kunden für diese Flüge und hat nicht veröffentlicht was dort nun passieren soll. So doll ist die Nachfrage nach unbemannten Flügen ins All nicht, vor allem nicht nachdem nun die ISS ausgebaut ist. Zieht man noch den Jungfernflug der Falcon 1e ohne Nutzlast ab, so bleiben von 27 Starts gerade mal acht kommerzielle Flüge. So was nenne ich nun nicht gerade den großen Durchbruch. Dabei verteilen diese sich noch auf mehrere Jahre.

Von diesen Starts sind die meisten ab 2013. Auch der Iridium Vertrag, der wohl etliche Starts umfassen soll (er hat einen Umfang von 492 Millionen Dollar) ist erst ab 2013 datiert. Und das ist der Knackpunkt: Normal ist bei einem Kommunikationssatelliten, dass ein Start zwei Jahre im Voraus gebucht wird. So vermeldete Arianespace gestern den Abschluss eines Vertrages über einen Start 2012.

Neben dem geringen Anteil an kommerziellen Kunden buchen diese also, anders als üblich, so früh? Nun es ist eben gerade nicht das große Vertrauen in den Provider das daraus spricht. Ein Vertrag mit einem "Launch Service Provider" ist ein Transportvertrag wie jeder andere auch. Er kann gekündigt werden, z.B. wenn dieser nicht liefern kann. So buchten Kunden nach dem fehlgeschlagenen Erstflug der Ariane 5 ECA auf die Zenit und Proton um. Als 2007 eine Zenit auf der Startrampe explodierte kamen dann die Kunden wieder zurück. Daneben gibt es sicherlich Klauseln, die eine Sonderkündigung einräumen, wenn ein Träger nicht die geforderte Zuverlässigkeit aufweist.

Für den Kunden ist es daher bei einem späten Start recht risikolos: Entweder ist die Falcon 9 bis dahin durch etliche ISS Flüge erprobt und er kommt an einen billigen Start oder er kann noch umbuchen - die drei kommerziellen Flüge die 2013/4 anstehen können sich noch bis 2012 umentscheiden. Dies ist also nicht gerade ein Vertrauensbeweis, sondern eher das Gegenteil. umgekehrt sollte die Falcon 9 tatsächlich erfolgreich sein, so kommt man so zu einem billigen Start.

Es fällt auf, dass zwei Flüge herausstechen. Das sind die Orbcomm und Iridium Flüge. Beides sind Flottenflüge, also mehrere Flüge. Bei Iridium kann aus dem Auftragsvolumen und den bekannten Startmassen der Satelliten berechnet werden, dass 8-9 Flüge durchgeführt werden. Bei beiden Firmen können natürlich viel mehr sparen. Orbcomm ist relativ früh dran, kann aber hoffen, dass die Falcon 1e auf den Erfahrungen der Falcon 1 aufbaut. Iridium ist der letzte Kunde in der Liste. Vor dem ersten Start sollten also 20 Falcon 9 vorher erfolgt sein. Vor allem ist Iridium gerade erst einer Finanzkrise entkommen und hat es nicht gerade Dicke.

Doch selbst mit diesen Flügen sind das 1-2 kommerzielle Flüge pro Jahr. Arianespace startet sieben Mal pro Jahr, jeweils zwei Satelliten. Es werden noch mehr werden, wenn die Sojus und Vega hinzukommt. Also warum das große Getöse? Erfolg sieht anders aus. Man könnte, wenn man nicht gerade kritikloser SpaceX Anhänger ist sich auch mal fragen, warum es nicht viel mehr kommerzielle Kunden sind und vor allem die NASA fehlt.

"Die NASA fehlt? Und was ist mit den COTS/ISS Flügen?" Ja die haben eine Sonderrolle. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die NASA recht unzufrieden damit war, dass Boeing und Lockheed-Martin sich zu ULA zusammenschlossen. Mit COTS sollte auch mehr Konkurrenz entstehen. Für die NASA ist es, weil aber zwei Unternehmen beteiligt sind recht risikolos. Scheitert SpaceX ist noch OSC da. (Von den SpaceX Anhängern wird ja auch gerne ignoriert:  OSC bekommt auch Geld für eine neue Trägerrakete und ein Raumschiff - und sogar weniger als SpaceX, das nur mal zum Thema "Preisbrecher"....). Die NASA zahlt zum größten Teil nur für erfolgte Flüge. Fällt ein SpaceX Flug aus - größtenteils deren Risiko. Größtenteils heißt: Das private Unternehmen SpaceX hat die letzten drei Jahre vor allem von NASA Geldern gelebt. 349 Millionen Dollar waren es an Vorauszahlungen. Nur müssen denen nun Flüge folgen.

Als kleinen Nebeneffekt gibt es auch noch zwei Nachfolger für die Delta II, deren Produktion ja nun ausläuft. Auch hier kann die NASA notfalls auf die Taurus II zurückgreifen.

Vor einigen Tagen wurde aber auch ein neuer Startvertrag bekannt: OSC wird OCO-2 starten. Der Nachbau des Klimaobservatoriums, das letztes Jahr beim Start verloren ging, wird wieder von einer Taurus gestartet werden. Das kostet die NASA 70 Millionen Dollar - für eine 530 kg schwere Sonde. Das hätte doch die Falcon 1e für ein Sechstel des Preises erledigen können. Warum findet sich kein Forschungssatellit der NASA oder ein Militärsatellit auf der Startliste? Das spricht Bände für das Vertrauen das SpaceX bei der NASA geniest. Sollte ein ISS Flug ausfallen, so fehlen etwas Wasser, Luft oder Nahrungsmittel. Nichts teures und nichts was nicht ein ATV, HTV, Progress oder eine Cygnus transportieren kann. Aber einen teuren Satelliten traut man SpaceX nicht zu....

Montag 28.6.2010: Gegen die Abmahnwelle

Ich glaube kein Berufsstand hat so viel an Leumund verloren wie die Rechtsanwälte. In den USA haben sie ja schon keinen guten Ruf. Aber auch bei uns ist er auf dem Sinken. Ich glaube kaum, dass heute noch eine Fernsehserie wie "Liebling Kreuzberg" erfolgreich wäre. Das liegt vor allem daran, dass das deutsche Recht es möglich macht das Abmahnen zu missbrauchen um damit viel Geld zu machen.

Eigentlich war das Abmahnen gedacht um Konflikte zwischen Unternehmen schnell zu lösen, ohne gleich ein Gericht einzuschalten. Privatpersonen blieben lange Zeit außen vor: Zum einen weil es an Öffentlichkeit mangelt (wie stellt man fest das jemand für einen Flyer ein Foto nimmt das ihm nicht gehört) und zum anderen weil der Arbeitsaufwand um Verstöße festzustellen viel zu groß war.

Das Internet hat das geändert. Zum einen gibt es nun die Öffentlichkeit, weil jeder eine Homepage einsehen kann und zum anderen ist die Recherche viel einfacher. Das führte dazu dass nun Geschäftsmodelle entstanden sind, die den Gewinn nicht über das Verkaufen sondern das Abmahnen generieren. Bestimmte Anwaltskanzleien bietet nun Kunden Services an - Nicht das Unternehmen muss Rechtsverstöße feststellen, sondern die Anwaltskanzlei tut dies. Das geht soweit das Programme entwickelt werden die Benutzer in Tauschbörsen erfassen und was diese herunterladen.

Möglich ist dies aufgrund zwei Dingen: Das eine ist, das anders als in jedem anderen europäischen Land mit Ausnahme von Österreich die erste Abmahnung der Abgemahnte bezahlen muss - sonst müssen die Kosten vom Abmahner getragen werden. Eine einfache Gesetzesänderung,,, welche diesen Tatbestand an die anderen Länder angleicht, würde schon den Missbrauch verhindern, während professionelle Betrüger nach wie vor angreifbar sind. (denn die begehen mehr als einen Rechtsverstoß).

Das zweite ist, das unsere Gerichte entweder nicht viel vom Internet verstehen oder bewusst drakonische Strafen verhängen wollen: Die von den Anwälten festgesetzte Höhe der Abmahngebühr wird weitgehend nicht vom Gericht bestritten. Sowohl der Satz (der sich am Arbeitsaufwand orientieren muss - wenn eine Kanzlei pro Monat Tausende von Verfahren anstößt, ist es eigentlich klar, dass dies automatisiert verlaufen muss, und nicht der volle Satz zugrunde gelegt werden kann) wie auch dem geschätzten Schaden. Wenn jemand für den Download eines Songs gleich einen Schaden von mehreren Tausend Euro geltend macht, dann ist das verrückt: In Deutschland soll es dieses Jahr 2 Millionen Abmahnungen geben, also jeder 40.ste Deutsche ist betroffen. Die durchschnittliche Schadenshöhe, die geltend gemacht wird beträgt 20.000 - 40.000 Euro. Das würde also bedeuten dass die Medienindustrie einen Umsatzverlust von 40-80 Milliarden Euro erleiden würde. Nur: Die Musikindustrie macht gerade mal 1,6 Milliarden Euro Umsatz - Glaubt denn wirklich jemand im Ernst, dass 30-60 mal mehr Umsatz gemacht werden würde?

Es gibt schon ein Instrument, nämlich die Möglichkeit die Gebühr in einfach gelagerten Fällen auf 100 Euro zu begrenzen. Nur ist aufgrund der Lobby der Medienindustrie dieser Passus so verwässert worden, dass er kaum zur Anwendung bei Gerichten kommt. Oder sie wollen es nicht. Vielleicht so lange bis auch mal die Söhne der Richter eine Abmahnung kassieren. Es spricht auch nicht für die Sachkenntnis unserer Richter dass die Abmahner keinerlei Beweise für ihre Behauptung abliefern müssen - es gab schon Fälle bei denen die automatisierte Software falsche Bescheide generierte, weil die Uhrzeit falsch eingestellt war und inzwischen jemand anderes die IP inne hatte. Selbst wenn der Abgemahnte nachweisen konnte, dass er im Urlaub war und alle elektrischen Geräte abgestellt, wurde ihm nicht geglaubt.

Das ist ja nicht das einzige. Wer Powerseller bei ebay wird oder sonstige Webshops betreibt, kann leicht in andere Fallstricke stolpern die das Widerrufsrecht betreffen. Stimmen hier nicht die Formulieren so können das auch Konkurrenten nutzen um abzukassieren. Pikantes Detail am Rande: Der vom Gesetzgeber vorgeschlagene Text selbst war falsch und wer ihn benutzte konnte abgemahnt werden....

Es ist Zeit auszumisten. Zu vereinfachen und ein ganzes Volk zu entkriminalisieren indem diesen Machenschaften der Boden entzogen wird.

Dienstag 29.6.2010: Die verschollene Werbung / Zahlenmannia

Am Wochenende bekam ich eine Mail bei der eine Firma mit mir sprechen wollte. Wie sich rausstellte, betraf dies eigentlich einen Gastbeitrag von Kevin und ich habe die Mail weitergeleitet. Ich habe mir dann aber mal die Homepage der Firma angeschaut und stellte fest, dass sie Werbung macht. Darunter auch für Afri Cola.

Afri Cola?

Ich vermute mal den meisten Bloglesern wird der Name was sagen. Afri Cola machte Ende der sechziger Jahre mit einem Werbespot auf sich aufmerksam. Ich wusste allerdings nicht, dass es heute die Marke noch gibt. Das brachte mich auf meinen heutigen Blog: Vergessene Werbemarken. Es gibt ja Werbung, die läuft und läuft und läuft - über Jahrzehnte. Dauernd oder immer mal wieder. also z.b. für die ganzen Automarken. Andere Werbung hat nachgelassen, aber die Marken gibt es natürlich immer noch. So habe ich lange nichts mehr von Persil oder Ariel gehört, aber die Wäschepulver gibt es natürlich immer noch. (Manche Werbung wird sogar mal verjüngt, wie die Jakobs Krönung Werbung die nun mit einem Song von Annett Louisan wirbt). Aber es gibt auch Werbung, die war mal früher präsent und ist dann verschwunden und man weiß nicht mal ob es die Marke noch gibt. Ich habe mal bei mir im Gedächtnis gekramt und bin auf drei Dinge gekommen:

Zumindest C-Frisch habe ich vor ein paar Jahren mal im Getränkeregal gesehen. Die Marke gibt es also noch. Was fällt euch so ein?

Das zweite was ich beim Lesen eines Artikels entdeckte waren die Zahlenfetischisten. Zahlen sind wichtig. In Zahlen kann man Kenndaten fassen, aber nicht jede Zahl ist sinnvoll. Das ganze ist bei der bemannten Raumfahrt sehr populär. Da erfährt man wie lange eine Raumfähre im Weltraum war und wie viele Kilometer sie dabei zurückgelegt hat - auf die Sekunde und den Kilometer genau. Nur wer will das wissen (und ist es exakt? Ist wirklich die Zeit im Weltraum (definitionsgemäß Höhe über 100 km) oder doch wohl eher die Zeit zwischen Start und Landung gemeint?

Nun es verwundert mich nicht, dass Pressemitteilungen der NASA oder anderen Stellen einen mit solchen Informationen überfluten. Verwunderlicher ist dagegen dass es Berichterstatter gibt die das 1:1 wiedergeben. Ziel sollte es sein doch entweder mehr zu bieten als die Pressemittelungen (z.B. Hintergrundinformationen) oder für ein noch größeres Publikum diese verständlicher und kompakter aufzubereiten. Erstaunlicherweise findet sich das sogar in der Wikipedia - dort findet man tatsächlich bei ineigen Missionen die zurückgelegte Strecke in Kilometern - bei einer Umrundung der Erde eigentlich ein völlig sinnloser Wert, anders als vielleicht bei Voyager 1+2 die sich laufend von der Sonne entfernen. Ich habe noch nie gehört, dass es aber einen solchen Wert bei Satelliten gibt.

Ein besonderer Ableger der Zahlenmannie ist es übrigens das Herausstellen nationaler Beiträge, wie z.B. des prozentualen Anteils Deutschlands oder beteiligter Firmen. Das das manchmal lächerlich wirkt fällt vielen gar nicht auf. So war ein Kritikpunkt eines DLR-Mitarbeiters an dem ATV Buch, auch dass dort nicht alle deutschen Firmen erwähnt sind. Ich hatte mich auf die wichtigsten Subsysteme beschränkt und nicht wie die DLR auch noch die Hersteller der Batterien und Kabelbäume erwähnt, da ich in diesen ehrlich gesagt nicht gerade technologische Wunder sah. Aber auch das finde ich bei vielen Berichterstattern. Dabei sagt die Zahl an und für sich nichts aus - es geht ja nicht um den prozentualen Anteil, sondern die technologisch interessanten Teile. Bei Ariane 5 hat Deutschland z.B. inzwischen einen Anteil von etwa 25 % - aber es fertigt eben Stahlhülsen, Tankdome und Strukturen. Die Triebwerke werden in Frankreich entwickelt und produziert. Das ist nicht das Filetstück der Rakete und es ist nicht das was Deutschland technologisch weiterbringt.

So und nun habe ich irgendwie Durst auf eine Afri-Cola. wo kann man das Zeugs denn heute kaufen?

Mittwoch 30.6.2010: Alles Wurst oder?

Da nun gerade wieder mal ein neuer Spot eines bekannten Wurstherstellers läuft, mit dem ich mich schon vor einem Jahr beschäftigt habe, worauf mir dieser mit einer Klage durch einen nicht fachkundigen Rechtsanwalt drohte, will ich mich mal mit dieser Fabrik beschäftigen. Den Spot mit der irreführenden Werbung musste die Firma ja einstellen. Offensichtlich stand ich mit meiner Meinung ja nicht alleine.

Heute geht es um die allgemeine Aussage der Werbung, die immer noch Jörg Pilawa als Prominenten einsetzt. Alle Spots fangen an mit der Abbildung einer Mühle an. Es ist nie dieselbe, aber sie sieht nie nach einer alten Mühle aus, sondern eher kitschig, manchmal eher wie ein Spielzeugmodell. Das scheint auch bei der aktuellen Mühle der Fall zu sein, die eher wie aus dem Legoland aussieht. Die Perspektive lässt keine Größenbeurteilung zu.

Die Mühle findet sich auch in dem Firmennamen und vor allem in den Produktnamen, die etwas handwerkliches vermitteln sollen. Das ist zum einen das Recht Produktnamen frei zu wählen, zum anderen wird natürlich dadurch suggeriert, dass da ein kleiner Fleischer sein Würste handwerklich herstellt, anstatt eine Fabrik in großen Kesseln ganze Schweineladungen verarbeitet. Auf der anderen Seite ist es natürlich komisch, wenn ein Betrieb, der seinen Sitz in Bad Zwischenhahn hat, so besonders Wertauf die Hervorhebung des ehemaligen deutschen Namens von Darlowo und Pommern legt. Man mag nun annehmen, dass sich dies auf die Rezeptur der Würste bezieht. Doch selbst der Wursthersteller räumt ein, diese verändert zu haben. Das ist nicht ungewöhnlich. Verglichen mit vor einigen Jahrzehnten sind heute Würste allgemein fettärmer geworden und der Hersteller kann sich diesem Trend natürlich nicht verschließen.

Das die Personen, die mit Jörg Pilawa abgebildet sind nicht zu seiner Familie gehören und der Spot in Südafrika gedreht wurde, verwundert einen nicht, aber das ist normal in der Werbung.

Aber kommen wir mal zu dem was beworben wird: Alles wird vom Institut Fresenius kontrolliert. Das ist löblich, doch man sollte es nachprüfen. Das ist auch möglich wenn man die Website des Herstellers besucht und sich dort umsieht. Von dort stammen auch die folgenden Angaben. Wesentliche chemische/physikalische Parameter werden 170 mal im Monat kontrolliert. Das Werk einmal pro Monat. Schlachtereien einmal pro Monat und die Landwirte werden nicht jährlich kontrolliert (2-5% der Betriebe pro Jahr). Also bei einem Betrieb dieser Größe (149 Millionen Euro Jahresumsatz) ist das nicht so viel. Nur mal zum Vergleich: Das interne Labor führt pro Jahr 13.000 Analysen durch, also sechsmal so viele wie Fresenius. Was mich interessieren würde, Rückstände an Hormonen, taucht nicht im Analysenplan für die Proben der Produktion auf und wenn nur 2-5% der Landwirte pro Jahr kontrolliert werden, dann ist die Chance, dass unerlaubter Einsatz entdeckt wird nur bei 1:30 bis 1:50. Also mir als Verbraucher würde das nicht reichen. Es sind übrigens trotzdem 160 Landwirte pro Jahr, woraus in etwa mal abschätzbar ist wie viel Fleisch diese "Mühle" pro Jahr benötigt.

Daher ist für mich nicht nachvollziehbar, wie diese externe Kontrolle so viel überzeugender sein soll als die interne. Diese führt nicht nur mehr Probenentnahmen und Analysen durch, sondern ist ja auch näher am Produktionsprozess. Bis Fresenius nur die Proben im Labor hat, ist die Wurst ja längst schon verladen oder gar verkauft.

Vor allem sollte mal die Probenzahl im Verhältnis zum Umsatz gesehen werden. Der beträgt 149 Millionen Euro. Von dem Verkaufspreis der Wurst kommt vielleicht 50 % beim Hersteller an, das bedeutet rund 5 Euro pro Kilogramm Wurst. Es müssen also rund 30.000 t Schweinefleisch verarbeitet werden um diesen Umsatz zu erzeugen (soviel zum kleinen Mühlenbetrieb). 2040 Proben von Fresenius pro Jahr entsprechen einer Probe auf 15 t Fleisch. Das entspricht bei 40 kg nutzbarem Fleisch pro Schwein (es gibt auch nicht nutzbare Anteile, Knochen, Sehnen, Innereien) rund 375 Schweinen. Also für mich ist das kein dicht geknüpftes Probennetz. Da kann gleich eine ganze Schweineladung mit Hormonrückständen durch das Raster schlüpfen.

Ich vermute bei den Preisen, die man für eine so große Anzahl an Proben herausschlagen kann, schon die Drehkosten für den Spot, geschweige die Kosten für die Ausstrahlung erheblich höher sind als die Beträge, die für Fresenius bezahlt werden. Ich halte es für eine reine, recht billige P&R Aktion, zumindest bei den im Vergleich zur Eigenkontrolle recht geringen Probenzahlen.

Donnerstag 1.7.2010: Der 25 Jahresplan der DDR

Gestern spielte sich das bislang letzte Kapitel des geheimen DDR Plans von 1989, zur Übernahme der BRD ab. Was wenige wissen: die Ereignisse der letzten Jahre waren kein Zufall. Es sind die Ergebnisse eines ausgeklügelten Langzeitplanes der DDR um die BRD zu übernehmen, nachdem dies bei einem Krieg zu einem atomaren Konflikt geführt hätte und die Gründung eigenes kommunistischer Partien im Westen kläglich scheiterte.

Der Plan ist ebenso genial wie einfach: Durch Eingliederung der DDR in die BRD diese von innen zu übernehmen und dabei langsam aber sicher in eine zweite DDR umzuwandeln. Es ging in mehreren Schritten:

Wirtschaftliche Zerrüttung der BRD: Die DDR zog jahrelang Kapital aus der Produktion ab und bezahlte ihre Bürger fürs Nichtstun. So wurde das Produktivkapital verringert, während die Bürger und die Parteien enorme Spareinlagen aufbauten. Als dann die Wiedervereinigung kam wurden die Spareinlagen 1:1 umgetauscht und der Staat war abgewirtschaftet. Die Folge: Die BRD musste viel Geld in die DDR pumpen um diese neu aufzubauen, während die Bevölkerung sich mit konsumwaren eindecken konnte. Natürlich wurden so auch schwarze Kassen der SED und STASI versilbert.

Der zweite Schritt war es dann auch noch die BRD Währung zu Spielgeld zu machen. Dies geschah durch den Beitritt in die Eurozone. Plötzlich wurden alle Preise 1:1 von DM auf Euro umgestellt und durch zahlreiche Länder in der Eurozone die hoch verschuldet sind ist der Euro nun auch nichts mehr wert und es werden Milliarden zur Stützung der Währung benötigt - weitere Schulden für die BRD.

Befreiung von Arbeitern aus dem kapitalistischen Joch: Indem der Staat nichts gegen Spekulanten tat, war die nächste Wirtschaftskrise vorprogrammiert, die dann wieder zahlreiche Arbeitern zu maximaler Freizeit verholfen hat. Allerdings stieß der zweite Teil des DDR Programmes "jeder hat ein Recht auf Arbeit, auch wenn er nichts tut" in Form von HARZ-IV und 1 Euro Jobs nicht auf Gegenliebe bei den Arbeitnehmern. Daher wird nun von der Linken das Grundgehalt ohne Gegenleistung propagiert.

Unterhöhlung des politischen Systems durch verdiente Blockflöten - so nannte man die Mitglieder der Parteien in der DDR die nicht zur SED gehörten. Da diese eigentlich auch nur das SED Programm ab nickten waren sie völlig systemkonform. da es keine anderen Parteien gab mussten SPD, CDU und FDP aber auf diese zurückgreifen, um bei der Wiedervereinigung jemanden zu haben, der im Osten wählbar war. Ganz besonders weit brachte es Angela Merkel. Nachdem sie Kohl absägte, indem sie Unterlagen über seine Partiespenden an Journalisten weitergab, ließ sie Stoiber in einer aussichtslosen Wahl gegen Schröder antreten um, als die Chancen günstig waren, selbst an die Macht zu kommen.

Horst Köhler erkannte dies und musste zurücktreten. Sein Nachfolger wurde der letze innerparteiliche Konkurrent Christian Wulff. Gleichzeitig verhinderte die Linke die Wahl von Gaug zum Bundespräsidenten, da dieser ja schon in der DDR Bürgerrechtler war und die Machenschaften aufdecken hätte können. Andere innerparteiliche Konkurrenten zwang Merkel schon im Vorfeld zum Rücktritt wie Roland Koch. Teil des Planes war es auch die Spasspartei FDP mit in die Regierung zu nehmen und auf ihre verrückten Forderungen einzugehen. Dadurch konnte man ihr den schwarzen Peter für den weiteren wirtschaftlichen Niedergang zuschieben und ruinierte deren Ansehen.

Einführung totalitärer Überwachung: Das STASI System hat sich bewährt und wird mit den neuen technischen Möglichkeiten nun in der BRD durchgesetzt. Es ging los mit der totalen Überwachung des Straßenverkehrs mit Tolcollect. Danach folgte unter dem Tarnmantel der Terrorismusbekämpfung die totale Überwachung der Bevölkerung. Zu dem Plan der Wirtschaftlichen Verelendung gehört auch, dass die Regierung und Gerichte den Machenschaften der Medienindustrie und Rechtsanwälten die weite Kreise der Bevölkerung wegen Downloads oder der Benutzung von Bildern kriminalisieren und massiv Geld abziehen, kein Riegel vorgeschoben wird. Jeder Arme ist ein weiterer potentieller Wähler der Linken, da diese ja ein Grundgehalt ohne Leistung fordert.

Straffreiheit für die Verantwortlichen: Ist es nicht seltsam dass keiner der führenden Politiker der DDR eine nennenswerte Strafe bekam? Weder für den Schussbefehl, noch für die Inhaftierung politisch andersdenkender noch für die Herunterwirtschaftung der DDR? Das war der erste Coup der Blockflöten nachdem sie das politische System der BRD infiltriert hatten.

Wie wird es weitergehen? In einigen Jahren ist die BRD pleite, Milliarden für Banken und Billionen für den Osten hinterlassen ihre Spuren. Nur gibt es dann keinen EU Rettungsschirm, dass kann sich die EU nur bei kleinen Staaten leisten zumal ja ein Großteil des Geldes von der BRD stammt. Stattdessen wird Russland mit seinen Milliarden aus dem Erdgas und Erdölverkauf einspringen. Deutschland wird eine weitere russische Republik mit Merkel als absolutistischer Herrscherin.


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