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Web Log Teil 178: 26.7.2010

Montag den 26.7.2010: Feindbilder

Die Kommentarflut zu Linux vs. Windows zeigte mir neben dem schon angesprochenen Extrapolieren von persönlichen Erfahrungen auf alle User auch ein mir bekannten Effekt: Das Feindbild. Warum ist Linux besser? Weil es nicht von Microsoft ist! Diese Firma mit marktbeherrschender Stellung kann ja nichts gutes produzieren. Wenn ein Produkt erfolgreich ist, dann nur wegen hinterhältigen Machenschaften wie Rabatte an Hersteller, Benutzung undokumentierter Funktionen oder Aufkaufen der Konkurrenz. Linux muss ja schon besser sein weil es nicht von M$ ist. Natürlich ist es das auch. Wenn jemand schon immer wissen will, wie ein Betriebssystem funktioniert für den ist Linux das beste System. Es kommt eben immer drauf an den Aspekt herauszusuchen, der einem in den Kram passt. Doch gäbe es keine Feindbilder wenn nicht 90% der Benutzer leider das böse Windows wählen würden.

Es ist doch schön wenn man Feindbilder hat. Das führt dann zum ABM: Anything but Microsoft. Also nur kein Produkt von Microsoft auf dem Rechner. Bei manchen geht das noch weiter. Wenn andere Produkte große Marktbedeutung haben, dann werden die auch gemieden. Schließlich sind sie die Monopolisten der Zukunft.

Microsoft ist da ja nicht alleine. Vor einiger Zeit kam auch Google in diesen Ruf. Die Firma soll zu viele Daten über seinen Benutzer sammeln und über seine Dienste akkumulieren und dies ausnutzen. Neben dem, das jede Firma versucht ihre Marktmacht zu festigen oder mehr Umsatz zu machen findet man eben auch den Ansatz dabei auszuloten was geht. Es zeigt sich dann was geht und was nicht. Derzeit ist Apple dran. Nachdem nun das iphone und ipad erfolgreich sind gerät die Firma in die Kritik. Dabei hat sich ihr Konzept nicht geändert: Sie macht benutzerfreundliche Produkte, indem sie weitgehend die Kontrolle über das Produkt behält. Musik wird eben über itunes heruntergeladen und Apps eben nur vom Appstore. Aber schon der Mac war das schon so, auch wenn es hier natürlich Fremdanwendungen gab. Es war schon immer so, dass Hardware und Software bei Apple stärker verbunden sind. Wer ein Produkt von der Firma gekauft hat wusste das und nun gibt es eben viele neue Nutzer des ipads, denen das seltsam vorkommt.

Bei dem ipad kommt nun die Kritik auf, weil die Apps nur über den Appstore installiert werden. Und da bestimmt eben Apple was drauf kommt. Steve Jobs will keine Pornos auf dem Ipad. Das ist nachzuvollziehen, auch wenn es Leute gibt die vielleicht das anschauen wollen. Doch es geht weiter: Auch "Bild" muss retuschieren, denn "Porno" sind schon nackte Brüste, so werden die Nackedeis retuschiert. Am miserablen Inhalt des Blatts muss aber nichts geändert werden, obwohl hier durchaus Verbesserungen möglich sind. Auch ein Comic konnte erst online gehen, als der Autor einen Preis gehen, weil er politisch inkorrekt war. Wie man am Screenshot rechts sieht ist ja schon AÖDI betroffen, wenn es nur um BH & Binikis geht.

Ich sehe das viel einfacher - who cares? Das iPad ist ein neues Gerät, wo so keiner genau weiß, wozu man es brauchen kann. Es ist kompakter als ein Netbook, aber größer als ein Smartphone. es kann wie ein ebook Reader benutzt werden und hat doch auch Funktionen eines Computers. Apple hat sich am iphone orientiert . Wenn andere Firmen ähnliche Geräte vorstellen und die weniger restriktiv sind, dann wird sich zeigen ob dieses Konzept aufgeht. Zuletzt gibt es auch auf dem ipad einen Webbrowser.

Der Markt wird zeigen was sich durchsetzt und was nicht. Aber das jede Firma versucht erst mal das maximal mögliche heraufzuholen ist normal. Ich habe in der ct' gelesen, dass es bei Adobe auch recht übel ist. Updates kosten hier massig Geld und Updatepfade sind verschlungen und die Sache ist fehleranfällig. Noch mehr als bei Microsoft wird das Produkt an Rechner gebunden. Die Firma kann es sich leisten weil es im professionellen Bereich keine Alternative zu Photoshop & Designer gibt.

Ich sehe es relativ entspannt - jede Firma muss immer gut bleiben, um ihren Marktanteil zu erhalten. Auch wenn sie einen hohen hat, bedeutet das nicht das er so bleiben muss. Auch hier ein Beispiel von Microsoft: Die Firma hat mehrere Jahre lang alles daran gesetzt Netscape klein zu machen und mit dem Internet Explorer marktbeherrschend zu werden. Danach hat sie die Entwicklung einige Jahre schleifen lassen. Das Ziel war ja erreicht. Sie verlor laufend Marktanteile und der IE war auch in vielen technischen Aspekten (JavaScript Performance, Unterstützung von Webstandards, Werbeblocker) hinter den anderen Browsern angesiedelt. Im letzten Jahr hat der IE 10 % bei den Besuchen auf meiner Website verloren, Firefox um 15 % zugelegt (nun 50% Firefox, 30% IE, Rest andere). Ich denke wenn der Browser nicht bei jedem PC vorinstalliert ist und z.B. bei Firmen-PC die Anwender gar keinen anderen Browser installieren können, dann wäre das Verhältnis noch extremer. Nun beginnt MS wieder am IE etwas zu tun.

Daher sehe ich das ganze ohne Feindbild ganz entspannt. Der Markt wird es schon richten. Selbst bei eiben Betriebssystem ist Erfolg nicht vorprogrammiert - siehe Windows Vista - die meisten Computerhersteller haben XP auch nach dem Erscheinen von Vista auf die Computer installiert und auch bei den Privatkäufern mit denen der eigentliche Umsatz gemacht wurde kam es nicht an.

Dienstag 27.7.2010: Das Musikrätsel Teil 2

Nachdem das ja nicht so richtig geklappt hat mit dem letzten Musikrätsel nun ein neuer Versuch. Anstatt dass ich Textschnipsel veröffentliche, gibt es nun extrem kurze Musikschnipsel. Erst eines dann nach jeweils zwei Tagen ein weiteres vom gleichen Lied, bis es hoffentlich erraten ist. Ich hoffe das findet mehr Anklang als meine Musiktipps. dann denen ja ofensichtlich keiner interessiert ist. Im vorletzten fragte ich ja woran mich "Reflections of my Life" von den Marmelade erinnert. Ich dachte das es vielleicht auch ein paar Leute in meinem Alter gibt die mal Space Night auf BR3 gesehen haben. Da gab es neben den Earth Views auch die Serien "Space Cowboys" einmal über Gemini und einmal über Apollo - Bilder der Missionen unterlegt mit zeitgenössischer Musik und da wurde dieses Lied bei Apollo 13 verwendet - wie ich finde sehr gut, man beachte z.B. den Schnitt bei der Textzeile "The Changes from Sunlight to Moonlight". Ich dachte da könnte der eine oder andere draufkommen, aber vielleicht haben die Raumfahrtblogleser inzwischen vor lauter Computerthemen abgeschaltet....

Hier der Ausschnitt von Spacenight.

Und hier das Musikschnipsel zum Raten. Wer es richtig rät und die Möglichkeit hat auf Musik direkt zu verlinken, z.B. über eine eigene Homepage, der kann auch dann gleich ein neues rätsel stellen (ich schneide mit Audacity). Wenn man es erst runterladen muss z.B. über einen Filehoster dann ist meist die Einstiegshürde schon zu hoch. In diesem Falle würde entweder ich das nächste Rätsel stellen oder man schickt mir den Schnipsel per Email und ich stelle ihn online.

Also.... Welches Lied ist das?

Mittwoch 28.7.2010: Das schwarze Jahr der NASA

Starts 1980Am 28.1.1986 explodierte die Challenger über dem Cape. Dieses Ereignis wird immer wieder mal aufgearbeitet. Was dabei in Vergessenheit gerät war dass das Jahr 1986 insgesamt ein schwarzes für die NASA war. Hier einige Ereignisse aus diesem Jahr:

  1. Es begann am 28.1.1986 mit der Explosion der Challenger.
  2. Am 18.4.1986 folgte eine Titan 34D mit einem KH-11 Satelliten
  3. Schon drei Wochen später scheiterte eine Delta 3923 mit GOES G
  4. und im nächsten Jahr scheiterte am 28.3.1987 eine Atlas G mit einem Fleetsatom Satelliten.

Das waren vier Fehlstarts aller vier Trägersysteme der USA in einem Zeitraum von 12 Monaten.  Da es in diesem Zeitraum nur 12 Starts gab scheiterten ein Drittel aller Starts, eine Quote welche es vorher nur zu Beginn der Raumfahrt in den USA gab.

Zeitungen sprachen damals davon, dass nun alle Trägersysteme für größere Satelliten am Boden bleiben müssten. Zu allem Überfluss gab es ja schon vorher andere Fehlschläge. der Titan 33D Start war der zweite in Folge. Schon 1985 ging ein baugleicher KH-11 Satellit verloren, was vor allem für die nationale Sicherheit nicht ohne Bedeutung war. Auch Europa war betroffen. Am 12.9.1985 scheiterte der Arianeflug V15 und schon wenige Monate später V18 am 31.5.1986. Ursache war in beiden Fällen, dass die dritte Stufe nicht zündete. Die Zündung musste komplett überarbeitet werden, wodurch auch Ariane bis zum 16.9.1987 am Boden blieb.

Die Folgen waren vor allem für kommerzielle Kunden beträchtlich. Die USA hatten ihre Trägerraketenproduktion heruntergefahren. Das ist auch an den abnehmenden Starts seit 1980 gut zu erkennen. Die nun verbliebenden Träger waren für US Nutzlasten, vor allem für das Verteidigungsministerium vorgesehen. Auch Arianespace konnte nicht die Nachfrage decken, denn schließlich war Ariane 3 auch noch bis Ende 1987 nicht startbereit. Glawkosmos offerierte die Proton für einen absoluten Dumpingpreis von 25 Millionen Dollar. (Damals kostete ein Atlas-Centaur Start rund 68 Millionen Dollar und diese Trägerrakete transportiere nicht mal die Hälfte der Nutzlast einer Proton).

Die US Regierung beschloss die Privatisierung der Transportdienste. Doch bis die Produktion anlief, vergingen zwei bis drei Jahre.

Das Jahr zeigt aber auch, dass es einen prinzipiellen Unterschied gibt zwischen unbemannten Trägern und bemannten. Selbst bei einem Fehlstart der wie bei Ariane eine Revision der dritten Stufe notwendig macht vergeht viel weniger Zeit bis zum nächsten Start. Bei Fehlstarts die auf andere Ursachen zurückgehen wie Versäumnisse bei der Produktion oder Startdurchführung (die Atlas Centaur wurde von einem Blitz getroffen, der ein Computerwort umschrieb) ist es viel schneller möglich den nächsten Start abzusetzen. Hier das Intervall nach den Fehlstarts:

Mittwoch 28.7.2010: Wie modern kann der Islam sein?

Diese Frage habe ich mir heute gestellt. Ich habe mich ja schon mal damit beschäftigt, warum bei uns Moscheen so aussehen müssen wie in Saudi Arabien, dass jeder sie als kultureller Fremdkörper empfindet und dann werden die Gläubigen mit Muezzinrufen vom Band zum Gebet gerufen - auf arabisch, obwohl selbst die Türken kein arabisch sprechen.

Vor einiger Zeit bekam ich dann eine Anfrage welche Zusatzstoffe wohl aus Schweinefleisch hergestellt werden. Ich habe das beantwortet soweit das aus chemischer Sicht geht. Über religiöse Dinge kann ich naturgemäß nichts sagen. Ich bekam nun von der Dame einen Link auf diese Seite. Ich habe mir das dann mal angesehen, wobei ich mich auf die E-Nummern beschränkt habe. Demnach sind zahlreiche Zusatzstoffe für strenggläubige Muslime verboten, weil bei der Herstellung Ethanol eingesetzt wird.

Nun betrachte ich das unter chemischen Aspekten. Ethanol ist ein technischer Hilfsstoff. D.h. er ist nicht im Endprodukt enthalten wird, jedoch bei der Herstellung benötigt und später entfernt. Zudem werden Zusatzstoffe ja nicht in größerer Menge eingesetzt. Wie ich bei Fruchtsäften sehe, reicht aber schon der Einsatz als technischer Hilfsstoff um das Produkt untauglich zu machen. Dort ist es Gelatine, welche zur Entfernung von Trübungsstoffen eingesetzt wird. Allerdings ist die Webseite schlecht informiert: Fruchtsäfte enthalten Alkohol! Gesetzlich erlaubt sind bis zu 0,5%, da Alkohol schon bei der Herstellung natürlich vorhanden ist (angegorene Früchte sind nicht im maschinellen Prozess entfernbar). Mengenmäßig ist dies viel mehr als der Alkohol der in Zusatzstoffen noch als Restmenge enthalten ist. Da Alkohol prinzipiell verboten ist, scheiden für Muslime auch alle Limonaden aus, denn die Aromen werden üblicherweise in Alkohol gelöst.

Besonders befremdlich fand ich die Links auf der Seite zu Tierschutzorganisationen: Schließlich ist das "Schächten", die einzige erlaubte Schlachtweise bei Muslimen und Juden, nach deutschem Recht Tierquälerei und die Religionen haben dafür eigens eine Sondergenehmigung bekommen, sonst würde es wohl dies nicht in Deutschland geben.

Die christlichen Kirchen interpretieren die Bibel. Sie versuchen den Inhalt an die Zeit anzupassen oder zu verstehen was der eigentliche Sinn hinter einem Gleichnis ist. Sie versuchen aber nicht den Inhalt 1:1 zu übernehmen. Wäre dem so, so müsste man keine Steuern mehr zahlen ("Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist" - wir haben aber keinen Kaiser mehr). Schon Luther verwandte in seiner Bibelübersetzung Begriffe aus dem täglichen Leben der damaligen Leute.

Gerade der Bereich Ernährung zeigt was passiert wenn man Vorschriften 1:1 auf die heutige Zeit überträgt. Der gute Mohamed lebte im siebten Jahrhundert. Was hat man damals wohl gegessen: Brot, Fleisch, Gemüse? Konnte der Mensch vorhersehen, dass es mal Fertiggerichte geben würde? Das Lebensmittel industriell gefertigt werden und Zusatzstoffe erfordern. konnte er sich Zusatzstoffe überhaupt vorstellen? Ich meine nein. Meiner Meinung nach geht es den Sinn der Vorschriften zu ergründen Der dürfte beim Verbot des Alkohols sein, dass man sich nicht berauscht. Da es im siebten Jahrhundert keinen Alkoholtester gab und Alkohol nur in Form von alkoholischen Getränken hat er ihn einfach ganz verboten. Das zweite ist die Sache mit dem Schweinefleisch. Wir finden das ja auch bei den Juden. Es gibt zwei Erklärungstheorien. Die bekanntere ist die das Schweine Trichinen enthalten, die auch für Menschen gefährlich sind. Bevor es Mikroskope gab, war dies auch bei uns ein Problem, wenn das Schweinefleisch nicht ausreichend erhitzt wurde. Heute ist die Trichinenbeschau Vorschrift und die Gefahr gebannt. Aber dagegen hätte auch das Gebot gereicht, Schweinefleisch durchzuerhitzen. Ich tendiere aber zu der zweiten Erklärung. Sie basiert auf der Tatsache das Schweine Allesfresser wie der Mensch sind.

Das ist kein Problem im damaligen Mitteleuropa: Es gab viele Wälder, brache Felder weil es die Mehrfelderwirtschaft gab. Schweine wurden nicht gefüttert, sie wurden auf die Felder und in den Wald getrieben. Im Orient waren schon damals mehrere Ernten pro Jahr möglich. Brachen gab es kaum und Wälder hatte man für den Schiffsbau und für die Holzgewinnung abgeholzt. Hier mussten Schweine gefüttert werden und konsumierten Nahrung welche auch der Mensch essen konnte. Daher wohl das Verbot von Schweinefleisch. Kühe, Schafe und Ziegen sind dagegen Wiederkäuer und fressen Grass - sind also keine Nahrungskonkurrenten.

Die christliche Religion würde diese Grundsätze herausarbeiten und als Regeln erarbeiten, also Maßhalten beim Alkohol aber nicht totales Verbot. Wenn eine Religion aber nun über Jahrhunderte, egal wie sich Gesellschaften verändern, Gebote unverändert übernimmt und zwar nicht welche über moralisches Verhalten, dass sich über Gesellschaften und Jahrhunderte kaum ändert, sondern über konkrete Vorschriften für den Alltag, dann meine ich hat sie ein Problem. Aufgrund der mangelnden Zukunftsvisionen wird's dann hart. Was schreibt den Mohammed über Atombomben, Rohölverkauf an ungläubige, EU Beitritt und Bankenkrise?

Donnerstag 29.7.2010: Nix neues

... gibt es von mir zu schreiben. Ich nutze mal den Tag für ein paar Nachlesen, die allesamt zu klein sind für einen größeren Blog.

Am Dienstag kam Quarks und Co über Karten und sie brachten Beispiele, wo auch heute auf Karten Dinge nicht eingezeichnet wurden. Erwähnt wurde der US Militärflughafen Rammstein. Da habe ich mir mal gleich Google Maps angeschaut - und tatsächlich, auf der Karte steht nur ein allgemeines Symbol. Doch was passiert wenn man auf Satellitenbilder umschaltet, die sollten ja zeigen, was die Realität ist:


Größere Kartenansicht

Der Satellit zeigt den Flughafen, aber vieles davon ist weiß. Zuerst dachte ich "oha hat das US-Militär Google zum Retuschieren bewegen können". Doch die Lösung ist einfacher. Wenn man weiter rein zoomt kann man auf dem Rollfeld Flugzeuge erkennen - nur eben schwer. Das US Militär hat alle Zonen in denen sich Flugzeuge längere Zeit aufhalten können strahlend-weiss angemalt. Ich vermute mal Rammsteins Maler sind da gut ausgelastet, denn der Anstrich wird wohl laufend erneuert werden müssen.

Dann bekam ich von Kevin nach drei Monaten die Erstkorrektur des Buchs über Ariane 5 + Vega zurück. Das erinnert mich an mein aktuelles Buch über Skylab. Da habe ich in den letzten drei Monaten nur etwa 30 Seiten geschrieben. Das Problem ist für mich völlig neu: Über Skylab gibt es wirklich viel NASA Literatur, anders als über Gemini oder Mercury. Alleine sieben Bücher sind online verfügbar. Ich weiß oft nicht wo ich was eintragen soll und mit mehr Gelesenem wird's noch mehr. Ich habe mir aber vorgenommen das nun mal systematisch zu tun und Schwerpunkte zu setzen.

Immerhin habe ich inzwischen einen Titel für das Buch: "Skylab - Amerikas einzige Raumstation". Ursprünglich wollte ich ja schreiben "Amerikas erste Raumstation". Aber das erinnerte mich dann zu sehr an den NASA Titel "Skylab our first space station". Vor allem stimmt es ja: Die ISS ist keine US Raumstation sondern eben international.

Die letzten Wochen hatte auch auch viel zu tun mit meinem Kursen an der DHBW. Inzwischen sind alle Klausuren korrigiert und die Programmentwürfe ebenfalls. Es lief dieses Jahr besser als im letzten, ich hoffe im nächsten Jahr wird es noch besser. Das Problem das ich habe, ist das ich zwar recht gut im Programmieren bin, aber kein Didaktikprofi. Aber ich steigere mich jedes Semester.

Aber auch so ist derzeit die Lust an weiteren Büchern nicht so groß. Zum einen ist der Druck nicht da - zwei sind ja schon fertig als Manuskript (über die ISS und eben das Buch über Ariane 5 und Vega). Und zum anderen verkaufen sich die anderen eher schleppend, was auch nicht gerade die Motivation erhöht, denn Nachfrage scheint es keine zu geben und neue Rezensionen bei Amazon auch nicht. So habe ich mal nach ein paar Jahren wieder angefangen Jagged Alliance 2 Operation Wildfire zu spielen. Das ist die Hardcore Version von Jagged Alliance - ziemlich schwierig. Nebenbei aktualisiere ich dabei die entsprechende Website. Das Problem ist nur: An dem Spiel kann man Tagelang spielen bis man fertig ist. Ein echter Zeitfresser mit Langzeitmotiviation.

Dann beschäftigt mich der Stromverbrauch. Ich versuche den zu minimieren. Als mein Vater vor zehn Jahren starb, waren wir bei 4.800 kWh/Jahr. Danach habe ich durch Energiesparlampen, Steckdosenleisten (zumindest bei dem was ich häufig benutze). Neuen Haushaltsgeräten ihn auf 4.100 KWh gesenkt. Nicht viel, bedenkt man was es sonst heißt was man sparen könnte. Vor allem verstehe ich nicht wie die Zahl von etwa 2.800 kWh für zwei Personen als Durchschnitt hinkommt die oft genannt wird. Sind das Leute die beide berufstätig sind? Also tagsüber nicht zu Hause? Wird da viel gekocht oder nicht? Ist Allgemeinstrom mit dabei für Beleuchtung, Heizungspumpe, Waschmaschine etc.? Und ist es die Angabe für ein Haus oder eine drei Zimmerwohnung? Ich sehe keine Chance dahin zu kommen, auch weil bei uns Warmwasser elektrisch erzeugt wird. (Boiler) obwohl ich ihn runter schalte. Vor allem macht mich eines stutzig: Nachdem der Stromverbrauch zwischen dem vorletzten und letzten Jahr anstieg, sank er im letzten Jahr um 500 KWh auf den niedrigsten Wert in den letzten 10 Jahren nämlich 3.900 KWh. Die Frage - warum? Neu gekauft wurden nur mein PC, aber ich hatte auch vorher nur einen Büro PC und meine Mutter hat anstatt Röhrenfernseher einen TFT Fernseher. Als Ausgleich wanderte der alte zu mir, sodass es in der Summe nur das ausmustern eines 56 cm Fernsehers durch ein 94 cm TFT Modell ist und ich bezweifele das man damit Strom spart. Ich habe eher sogar mit mehr gerechnet, denn praktisch zeitgleich mit dem Ablesen bin ich arbeitslos geworden, nun also viel mehr zuhause und der PC läuft eigentlich den Großteil des Tages. Warum sinkt also unser Stromverbrauch?

Das wird wohl ein Rätsel bleiben. Man müsste im Prinzip überall Energiemeßgeräte haben, was aber schon nicht deswegen geht weil einiges nicht an der Steckdose hängt wie z.B. der Boiler.

So, da das Musikrätsel bisher nicht erraten wurde, gibt es heute den zweiten Schnipsel des Liedes. Es ist länger und Kenner könnten das Lied jetzt schon erraten.

Freitag 30.7.2010:  Vier Jahre in der Zukunft

Heute am, 30.7.2014 ist endlich der Tag gekommen - die erste deutsche Trägerrakete steht vor dem Start. Lange hat es gedauert bis es dazu kam. Nachdem vor vier Jahren sich die damalige Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Sarkozy nicht über die Zukunft der Ariane einigen konnten und Sie ernst machte mit einem eigenen Weltraumprogramm kam endlich Bewegung in das deutsche Raumfahrtprogramm.

Barbarossa 1, so der Name des Projektils, entstand in nur vier Jahren aus schon existierenden Bauteilen. Die erste Stufe ist ein Ariane 5 Booster, die zweite ein Segment eines Ariane 5 Boosters, jedoch mit einer neuen Düse. Die dritte Stufe setzt das Aestus 2 Triebwerk zusammen mit 8 t lagerfähigem Treibstoff ein. Nutzlast wird der Radarsatellit TriSAR sein, der den Satelliten TerraSAR ersetzen soll, dessen Lageregelungstreibstoff zuende geht.

Schon Monate vor dem Start waren die wenigen Aussichtsplattformen vor Helgoland ausgebucht. Trotz Bedenken von Norwegen wird Barbarossa 1 von deutschem Hoheitsgebiet aus starten - übrigens als einzige europäische Trägerrakete. Für den Einsatz für sonnensynchrone Bahnen und zur ISS ist dies kein Hindernisgrund. Schon heute gilt der parallel zum Weltraumbahnhof entstandene Weltraumthemenpark als neue Touristenattraktion.

Barbarossa 1 gilt schon heute als eine Erfolgsstory - sie entstand in nur vier Jahren bei Investitionskosten von nur 250 Millionen Euro. Sie ist aber nur ein Teil des lange geforderten und nach vielen Jahren nun endlich erstarkten deutschen Weltraumprogrammes. Mit 3 t Nutzlast oberhalb der Vega angesiedelt sind allerdings auch einige ESA Forschungssatelliten in den nächsten Jahren gebucht. Doch auch mit deutschen Projekten hat die Rakete genug zu tun.

Wenn die Oberstufe "Beryll" zur Verfügung steht folgen weitere Starts des Galileo Systems und der deutschen Mondsonde Hevelius. Nachdem Russland zum wiederholten Male die Preise für die Sojus erhöht hatte buchte die ESA die letzten vier Starts auf die Barbarossa um. Es wird jedoch nur eine Episode sein bis 2016 die Ariane 5 ME endlich zur Verfügung steht.

Auch die NASA erwartet den Start von Barbarossa, nachdem die ISS in den letzten zwei Jahren laufend an Bahnhöhe verloren hat und die Besatzung schon auf drei reduziert wurde, bedingt durch den Bankrott von SpaceX vor zwei Jahren und Ausfall von Versorgungsgütern müsste die Station aufgegeben werden, wenn der Start des RV-1 beim nächsten Flug misslingt. Das RV-1 (Reboost-Vehikel 1) aus einer umgebauten Oberstufe der Barbarossa 1 soll an die ISS andocken und diese anheben. Weitere Flüge im Halbjahresabstand sind geplant bis die ISS wieder ihre Nominalhöhe erreicht hat.

Typenblatt Barbarossa

Länge:
maximaler Durchmesser:
Startgewicht:

47 m
3,05 m
380 t

Nutzlast:

3.600 kg in einen Transferorbit zur ISS
2.800 kg in einen SSO Orbit
700 kg zum Mond (mit Beryll Oberstufe)

Stufe 1: P230

Länge:
Durchmesser:
Startgewicht:
Leergewicht:
Schub:
Brenndauer:
Treibstoff:
Spezifischer Impuls:

27,00 m
3,05 m
260.800 kg
30.800 kg
5.440 kN (maximal) 4.000 kN (Durchschnitt)
120 s
Ammoniumperchlorat/Aluminium/HTPB
2692 m/s (Vakuum)

Stufe 2: P85

Länge:
Durchmesser:
Startgewicht:
Trockengewicht:
Schub:
Brenndauer:
Treibstoff:
Spezifischer Impuls:

10,32 m
3,05 m
97.150 kg
12.150 kg
2.334 kN
100 s
Ammoniumperchlorat/Aluminium/HTPB
2746 m/s

Stufe 3: L8 / VEB

Länge:
Durchmesser:
Gewicht:
Leergewicht:
Triebwerk:
Schub:
Brenndauer:
spez. Impuls:

4,50 m
3,55 m
10.500 kg
2.500 kg
1 x Aestus 2
55,6 kN
480 s
3335 m/s

Stufe 4 (optional) Beryll
Länge:
Durchmesser:
Gewicht:
Leergewicht:
Triebwerk:
Schub:
Brenndauer:
spez. Impuls:
2,00 m
3,05 m
2.500 kg
500 kg
5 x EAM 500
2,5 kN
2550 s
3188 m/s


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