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Web Log Teil 18 : 12.3.2007-26.3.2007

Montag, 12.3.2007: Gästebücher

Wie die meisten anderen Websites habe auch ich ein Gästebuch. Ich weis nicht mehr seit wann, irgendwann 2000 oder 2001 habe ich damit angefangen. Und wie jeder bekomme ich auch Einträge, über die ich verärgert bin. Wenn jemand einen grundlos beleidigt oder nur Mist verzapft. anfangs habe ich diese noch gelöscht, inzwischen mache ich das nur noch bei Dingen die strafrechtlich zu werten sind. Das sind z.B. rassistische Äußerungen.

In all den Jahren habe ich nicht verstanden was jemanden bewegt über den Autor einer Website, den er nicht mal kennt beleidigendes zu schreiben. Was erreicht man damit? Wenn tatsächlich Kritik vorhanden ist so wird sie durch den gewählten Ton auf taube Ohren stoßen. Vielleicht bin ich zu altmodisch, aber ich empfinde ein Gästebuch eben als ein Buch für Gäste. Man schreibt was nettes rein wenn es einem gefällt oder auch den einen oder anderen Vorschlag was man besser machen könne, oder was man sich wünscht. Wenn es etwas mehr ist, so ist eine Mail an mich sowieso der bessere Weg, denn das Gästebuch überfliege nicht nur alle paar Tage, manchmal schaue ich für Wochen nicht rein.

Was bewegt jemanden, einen Menschen denn man nicht kennt, von dem man nur etwas gelesen hat zu beleidigen? Meine Homepage ist mein Hobby, niemand ist gezwungen sie zu besuchen. Im Gegenteil: Ich verdiene nicht nur nichts an den Besuchern, sondern ich habe dadurch auch Kosten. Die Homepage kostet etwas, dazu kommt der obligatorische Internetzugang um sie zu aktualisieren.

Ich komme beim Stöbern im Netz auch auf Homepages die mir nicht gefallen. Manche dauernd dank Flash ewig zum Laden, auf anderen steht Zeug das ich für unsinnig oder überflüssig halte. Bei mir löst das nur den klick auf den "Zurück" Button auf. Niemals habe ich mir die Mühe gemacht, irgend etwas i ein Gästebuch reinzuschreiben. Geschmäcker sind verschieden, Interessensgebiete ebenso. Wenn jemand also sich auf seiner Homepage so auszutoben, dann ist das seine Sache und wenn es mir nicht gefällt, nun ja es ist SEINE Homepage, nicht meine.

Seit September könnte ich eine echte Blog Software nutzen, also Wordpress oder Serendpity. Trotzdem bleibe ich bei meinen HTML seiten für meinen Blog, auch wenn es umständlicher ist. Zum einen weil ich das so gewohnt bin und es gut in das gesamte Layout der Website rein passt (auch wenn diese inzwischen ziemlich altbacken aussieht, aber ich will Informationen weitergeben und keinen Schönheitspreis gewinnen).

Aber ein anderer Grund ist, dass mich solche Kommentare nicht kalt lassen. Ich bin da empfindlich. Und ich bin mir sicher, da würde es etliche geben. Vielleicht würde es sogar noch schlimmer kommen - ich würde an der Menge der Kommentare versuchen die Popularität der Website oder eines Artikels zu messen. Nein es ist sicher so besser wie es jetzt ist: Ich arbeite an dem was mich interessiert, und wenn das andere auch interessiert, dann ist es gut. Wenn dies nicht der Fall ist, dann merke ich es nicht und es juckt mich dann auch nicht. Wenn sich also jemand die Mühe macht deswegen erst was in Gästebuch zu schreiben. Was treibt den um?

An dieser Stelle auch mal einen Dank an die die im Gästebuch nette und wohlmeinende Kommentare hinterlassen. Neben den Meckerern habe ich im Laufe der Zeit auch viele nette Leute kennen gelernt. Leute die einem links zu Infos schicken, oder Scans von alten Büchern die man zum Verbessern von Artikeln nuten können. Leute die sich die Mühe machen Aufsätze von mir als PDF zusammenzufassen und mir dies zuschicken oder die für mich Grafiken basteln. Ich glaube man muss einfach über den Dingen stehen. Manchmal ist das nicht leicht. 2001, da erinnere ich mich noch, gab es einen "Rächer der Lebensmittelchemie". Der schmierte nicht nur das Gästebuch täglich mit Kommentaren voll, sondern schreckte nicht zurück meine Emailadresse und ein von der Seite geklautes Bild bei einer "Mitfickzentrale" einzutragen. (Ja so etwas gab es und es dreht sich da wirklich um das was man bei dem Namen vermutet). Gott sei Dank war dies der einzige so krasse Fall in den letzten 6 Jahren. Irgendwann hörte er von selbst auf, nachdem ich zum Ignorieren anstatt löschen der Beiträge überging.

Ach ja Kommentare zu diesem Blog Eintrag wie immer ins Gästebuch. Ach ja den Musiktipp für heute "Otto" aus dem Album "Einen hab ich noch", das Gastgedicht. Dafür gibt es keinen Link.

Donnerstag 15.3.2007: Eine deutsche Mondmission

Ich habe in Speiegel online gelesen, Deutschland plane eine eigene Mondmission. Walter Döllinger, neuer DLR Chef spricht sich für eine Sonde aus, die 2012 gestartet werden soll und den ganzen Mond in 4 Jahren auf 1 m genau kartieren soll. Kostenpunkt 300-400 Millionen Euro. Wenn es nicht im Alleingang zu machen ist, dann als ESA Projekt mit starker deutscher Beteiligung. Neben der Kamera, die vom gleichen Team kommen soll wie die Kamera HRSC an Bord von Mars Express soll auch ein Multispektralimager und ein Radargerät an Bord sein.

Unstrittig ist, dass wir das Know How dafür haben: Von Deutschland kommen die Kamerasysteme an Bord von Mars Express, Rosetta, Venus Express und Dawn. Daneben werden in den nächsten 2-3 Jahren 6 Radarsatelliten der DLR und Bundeswehr gestartet mit Auflösungen bis hinunter zu 1 m. Die Frage ist nur: Warum zum Mond? In den nächsten 2 Jahren werden zum Mond eine chinesische, indische, japanische und amerikanische Mission starten. Alle mit dem Ziel die Kartierung zu verbessern und mehr Informationen über die Geologie des Mondes zu bekommen.

Ich halte es für sinnvoller sich dann dort zu engagieren wo man noch nicht so viel kennt. 2 Dinge fallen mir ein. Das eine ist das Programm Exomars. Hier hat man in Deutschland geschlafen und ist nicht stark beteiligt. Zwar stammen die Räder von dem Rover aus Deutschland, mehr aber auch nicht. Nun überlegt man bei der ESA neben dem Rover noch einen Orbiter zu bauen um unabhängig von den Amis zu sein und bei moderaten Kosten eventuell mehr Wissenschaft zu treiben. Warum springt man nun nicht hier auf den Zug auf und baut diesen Orbiter. Die gleichen Instrumente würden auf dem Mars gute Dienste tun. Vor allem ein leistungsfähiges Radar würde hier einige bringen.

Das zweite wäre eine Venussonde. Hier wäre sicher das Radar und der IR Mapper wichtiger als eine Kamera. Auch hier könnte sich Deutschland in einem ESA Projekt einbringen. Ein nationaler Alleingang wäre hier nicht so vorteilhaft, weil man dafür ein Netz von größeren hochempfindlichen Bodenstationen braucht. Eine Finanzspritze an die ESA welches es ermöglichen würde eine dritte Bodenstation z.B. in Chile zu bauen und damit einen 24 h Empfang zu den Raumstationen zur Verfügung zu stellen wäre auch nicht schlecht. Derzeit hat die ESA 2 Bodenstationen für Raumsonden, die keine 24 h Abdeckung gewährleisten und muss 3 Sonden betreuen. Es werden bald mehr werden: Herschel/Planck starten nächstes Jahr.

Ich bin ein Befürworter eines nationalen Programms. Meiner Meinung nach sollte es stärker sein als es bisher ist und wie bei den Franzosen gleichberechtigt neben dem ESA Programm sein. (Derzeit ist die Aufteilung der Mittel so, dass zwei Drittel an die ESA gehen und Ein Drittel für nationale Aufgaben). Natürlich ist es einfacher Geld für eine Mondmission zu bekommen. Da spielt mehr Prestige mit: Satelliten hat jeder. Doch eine Mondmission haben bislang nur wenige Nationen durchgeführt. Anders als bei einer Planetenmission ist der Mond auch nicht so weit weg, als dass man viel in Infrastruktur wie Bodenstationen investieren muss. Aber wichtiger sollte es sein dir Forschung voranzubringen. Hätte man die Sonde vor 10 Jahren gestartet, mit einem Duplikat der HRSC welche damals gerade für Mars 96 entwickelt wurde, so hätte dies etwas gebracht, aber auf einen fahrenden Zug aufzuspringen, jetzt wo jeder eine Mondmission plant ist nicht so intelligent. Es nützt nichts die gleichen Daten von mehren Instrumenten doppelt und dreifach zu bekommen.

Hier mal ein Ratschlag wo die Regierung Geld sinnvollerweise investieren kann:

Warum unterstützt man nicht solche Initiativen, die auch dem Nachwuchs, der mal in der Raumfahrtindustrie arbeitet Praxiserfahrungen bringt. Viel sinnvoller kann man doch sein Geld nicht investieren, zumal wir hier von Summen reden die 1/100 der Mondmission ausmachen.

Freitag 16.3.2007: EU Agrarüberschüsse

Unsere Landwirtschaft (und damit meine ich die gesamte EU Landwirtschaft) ist zu produktiv. Wir produzieren seit Jahrzehnten mehr als wir verbrauchen. Früher war dies kein Problem. Es gab gute und schlechte Jahre. Doch dank Kunstdüngern, Insektiziden, Herbiziden und motorisierter Landwirtschaft produzieren wir nun immer zu viel. Zudem ist es sehr unwahrscheinlich, dass eine Schlechtwetterperiode über Monaten allen EU Staaten zeitgleich auftritt.

Seit Jahrzehnten gibt es nun Agrarüberschüsse und seit Jahrzehnten versucht man mehr oder hilflos sie zu reduzieren:

Das letzte hielt ich für eine gute Idee: Zwar bezahlt man wie immer drauf, weil die EU Festpreise über dem Weltmarktniveau liegen, aber dafür bekommen afrikanische Staaten unsere Überschüsse und dort hungert doch angeblich die Bevölkerung oder? Nein, es gelangt nicht nur zu Hungergebieten, sondern auch zu anderen afrikanischen Gebieten wo keiner hungert. Dort machen die EU Überschüsse die eigene Landwirtschaft kaputt. Hirse wird durch Weizen ersetzt, Frische Milch durch Milchpulver und Wasser.

Kurzum, das ist auch keine Lösung. Das Problem: Wenn die neuen osteuropäischen Staaten bei der Landwirtschaft auf das Westniveau aufgeschlossen haben, dann wird es noch viel teurer. Das ganze System bevorzugt eindeutig große Betriebe und hohe Produktion. Sollte man die Agrarzuschüsse abschaffen? Wenn man es täte und alle zum Weltmarktpreis produzieren müsste wäre der Trend zu kostengünstigem produzieren, also weitgehender Mechanisierung und hoher Produktion noch stärker. Kleinbetriebe würden noch mehr unter Druck geraten. Das ist noch schlimmer als die Zuschüsse

Ich meine man sollte mehrere Dinge angehen:

Aber das wird wohl nur ein Traum von mir bleiben.....

Sonntag 18.3.2007 : Waffen und wie sie veralten

YamatoManchmal bleibe ich beim Zappen bei den Nachrichtensendern hängen wenn sie Dauerdokus über den zweiten Weltkrieg bringen, vielleicht besser gesagt über die Amerikaner im zweiten Weltkrieg, denn diese Dokus sind alle aus den USA. Wenn es um den Pazifikkrieg geht bleibe ich meistens hängen wenn es um den Pazifikkrieg geht. Mir haben es die Schlachtschiffe angetan. Zum einen weil Sie in allem so riesig sind - ihrer Größe, ihrer Feuerkraft mit Geschützen von einem Kaliber von 380-456 mm und Geschossen die bis zu 1500 kg wiegen und der Panzerung die teilweise bis zu 50 cm dick ist. Die Kriegsführung mit einem Schlachtschiff wirkt so archaisch - Man erschießt auf ein anderes Schiff in bis zu 40 km Entfernung, das man kaum sehen kann. Alleine die Granaten brauchen 60-90 Sekunden um dort anzukommen - und mittlerweile hat sich das andere Schiff natürlich weiterbewegt was man beim Abschuss schon berücksichtigen muss. Die Besatzung selbst ist dem Schiff auf Gedeih und Verderb ausgeliefert - selbst wenn sie vor dem Untergang über Bord springt hat sie im kalten Wasser nur eine Überlebenschance von einigen Stunden. (Bild das größte je gebaute Schlachtschiff, die japanische Yamato, Sie wurde am 7.4.1945 innerhalb von 2 Stunden von US Torpedobombern versenkt)

Doch ich habe das erwähnt weil es etwas anderes zeigt: Wie schnell Waffen veralten können: Noch während des zweiten Weltkriegs haben alle Nationen fleißig Schlachtschiffe gebaut. Obwohl man seit 1941 wusste, dass sie extrem verwundbar sind gegenüber Luftangriffen. Pearl Harbour hat dies eindrucksvoll gezeigt, doch auch auf der hohen See wurden wenige Tage später die Prince of Wales und die Repulse versenkt. Flugzeuge können ein Schlachtschiff schon auf weiteste Distanz entdecken und angreifen, lange bevor das Schiff auch nur die Chance hat in die Nähe des Flugzeugträgers zu kommen. ein Flugzeugträger wurde schließlich sogar wichtig um Luftschutz zu gewährleisten.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde kein Schlachtschiff mehr gebaut. Erstaunlicherweise taten sie jedoch noch lange ihren Dienst. Die USA setzten sie bis in den Vietnamkrieg ein und 1985 wurden erneut einige alte Schlachtschiffe aus dem zweiten Weltkrieg in Dienst genommen und im Golfkrieg war ihr letzter Einsatz. Das geht nur wenn man mit einem Gegner kämpft der keine oder keine leistungsfähige Luftwaffe sein Eigen nennt. Selbst kleine Staaten können sich heute aber modernste Raketen leisten mit denen man Schiffe versenken kann, wie die Versenkung der Sheffield im Britisch-Argentischen Krieg 1982 zeigte.

Auch der Panzer hat eine ähnliche Geschichte hinter sich. Entwickelt im ersten Weltkrieg sahen viele Militärs in ihm eine Unterstützung der Infanterie als mobile Artillerie. Wenige sahen in ihm eine neue Waffengattung mit der Möglichkeit Vorstöße in einer bislang ungeahnten Geschwindigkeit durchzuführen. Die "Blitzkriege" Deutschlands beruhten zum großen Teil auf schnellen Vorstößen mit Panzern als eigene Waffengattung. Doch auch der Panzer wurde angreifbar. Zum Schluss des Krieges gab es mehr Verluste durch Tiefflieger als durch gegnerische Panzer. Ein Fliegerass Deutschlands konnte 562 abgeschossene Feindpanzer melden. Heute ist neben den Hubschraubern sicher die Infanterie die Größte Gefahr für einen Panzer. Vorbei sind die Zeiten als man bis auf 50 m an einen Panzer heran musste. Infanterie kann gut getarnt aus sicherer Entfernung lasergesteuerte Raketen abfeuern.

Trotzdem verfügen heute alle Armeen über Panzer: Ein Relikt des kalten Krieges als er als die wichtigste Angriffswaffe am Boden galt. Das er durchaus nicht mehr das ist zeigte der Afghanistan Krieg und auch die beiden Golfkriege. Heute kann man die Schlagkraft einer Waffe nicht mehr in Geschosskalibern, Spitzengeschwindigkeit oder ähnlichem angeben sondern eher in ihrer Intelligenz: Bomben sind intelligent und lenken sich mittels GPS und Kameras selbst auf ein Ziel, genauso Raketen. Es entscheidet vorwiegend wer technologisch führend ist oder sich entsprechende Waffen besorgen kann als die Panzerung die man hat.

Die USA können beiden kombinieren: Modernste Waffen getragen von Flugzeugen, Hubschraubern und Panzern. So sind diese recht gut geschützt solange sie mit einem Gegner kämpfen der ihnen technologisch weit hinterher ist wie der Irak. Doch selbst hier zeigt sich, dass man so zwar einen Krieg gewinnen kann. Doch ohne ein Konzept und Unterstützung in der dortigen Bevölkerung niemals Friede herrschen wird. Ach ja: Am 19.3. jährt sich der Einmarsch in den Irak zum vierten Mal.

Musiktipp für heute: Edwin Starr -War, What is It Good For mit einem besonderen Gruß an Dschortsch Dabbel-ju Busch.

Dienstag 20.3.2007: Musikalische Sünden

Ich gebe es ehrlich zu: Ich bin musikalisch in den achtzigern stehen geblieben. Wenn ich mir anhöre, was es so an neuen Liedern gibt denke ich auch zu recht. Natürlich gilt das nicht für alles, dazu später mehr, aber vieles ist doch heute zum Einheitsbrei geworden. Gesangstalent ist nicht mehr nötig: Die Stimme wird mit Computerhilfe verstärkt, bekommt mehr Volumen oder erreicht Höhen die sie nicht hat. Oder sie wird komplett verfremdet wie bei "Cher". Musikalisch dominieren Computerrythmen, Techno oder Rap (was auch den Vorteil hat, dass man nicht wirklich singen muss). Und wenn man gar nichts kann, dann covert man einen Titel aus den 80ern. Das jugendliche Publikum kennt ja nicht die Originale. Gibt es eine bessere Hommage an die achtziger?

Okay, damals war auch nicht alles Gold. Es gab damals schon Dieter Bohlen mit "Modern Talking", "Blue System" oder "C.C. Catch". Von England belieferten und Stock, Aitken und Watermann dauernd mit neuer Musik (in immer demselben Stil): Kylie Minogue begann so ihre Karriere. Aber es gab noch Madonna, Genesis, Simply Red, David Bowie und zahlreiche andere die nicht nur Einheitsbrei komponierten. Auch in den vorherigen Jahrzehnten gab es gute Musik. Aber heute scheint irgendwie Einheitsbrei zu dominieren.

Aber ich möchte eigentlich über eine Theorie reden. nämlich, dass der Musikgeschmack eines Menschen meist geprägt wird von dem was er in der Pubertät und kurz danach hört. Ich kenne das von vielen Leuten die irgendwie in der Zeit stehen gebelieben sind. Bei mir gibt es eine schlimme Fehlentgleisung, die diese Theorie bestätigt: Ich mag NDW. NDW, oder "Neue Deutsche Welle" war der deutsche Ableger der New Wave und schwappte von 1980-1983 über Deutschland. Angefangen hat es durch fetzige Musik mit deutschen Texten, frech, kontrovers, provokativ, wie zum Beispiel. von Spliff, Ideal und Extrabreit. Als die Schallplattenfirmen das Marktpotenzial erkannten wurde alles vermarktet was deutsch und lustig war und es kamen mehr und mehr Nonsens Songs in die Hitparade wie IXIs "Knutschfleck" oder UKW mit "Verschossen in deine Sommersprossen". ziemlich bald hatte dann das Publikum genug von diesen Liedern und die Welle schwappte über. Ende 1983 war es schon fast vorbei. Die neue deutsche Welle war der Tod des deutschen Schlagers, denn danach keiner mehr hören wollte weil man erkannte wie platt die texte sind. Ich denke man hat damals die Chance verspielt eine eigene deutsche Musikkultur aufzubauen und dies dem kurzfristigen Reibach geopfert.

Ich bin ein NDW Opfer. Ich höre das gerne. Nicht nur die anspruchsvolleren Stücke, wie Spilff's "Deja Vu", sondern auch die Nonsens Sachen wie "Tretboot in Seenot" oder "Ich will Spaß, ich geb Gas" - War Markus nicht ein Prophet? 1982 stieg nach einer Ölkrise der Benzinpreis plötzlich auf 1.30 DM/l, dass war für viele schon teuer. Und er drehte das um und dichtete "Und kosts Benzin auch 3 Mark 10, scheiss egal es wird schon gehn"... Ja soviel kostet es nun und es geht....

Ich weis nicht, ich singe einfach gerne mit, fühle mich gut, bei manchen Stücken denke ich an meine Schulzeit oder einige Situationen zurück die ich mit ihnen verbinde. Und ich glaube das ist es was sie besonders für mich macht. Nicht das Lied, es ist die Erinnerung.

Doch ich habe in der letzten Zeit auch viel neues gehört. Ich habe neue deutsche Musik lieb gewonnen: Mit guter Musik, frechen oder ausdrucksvollen Texten. Ich höre gerne Juli, Silbermond, Christina Stürmer, Anette Louisan, 2Raumwohnung, Rosenstolz. Aber auch das eine oder andere internationale wie No Doubt, Shakira, Shania Twain oder Natalie Imbrugella. Und es macht Spaß wieder mal was neues zu hören, wenn es nicht Einheitsbrei ist.

So und für alle die heute Abi haben mein Musiktipp für heute. Einer der klassischen Hits der NDW: Extrabreit: Hurra Hurra die Schule brennt

Mittwoch 21.3.3007: Falcon und das Risiko einer Neuentwicklung

Erster Start der FalconGestern fand der zweite Testflug der Falcon 1 statt. Er scheiterte, diesmal nach 5 Minuten als die Telemetrie abriss und die zweite Stufe durch ein unplanmäßiges Rollen ihr Triebwerk abschaltete. Dies ist der zweite Flug einer Falcon 1. Der erste scheiterte vor einem Jahr nach etwa 30 Sekunden. Viele glauben, nach bald 50 Jahren Raumfahrt wäre es Routine eine Rakete zu starten, und dies ist es eben noch nicht. Warum? Nun natürlich kann man heute vieles vorher simulieren, hat mehr Erkenntnisse als früher. Doch bestimmte Dinge wie das Verbrennungsverhalten sind heute noch mit einem Unsicherheitsfaktor behaftet denn nur das Experiment klären kann. Eine ganze Rakete als System, den Flug kann man sowieso nicht simulieren, sondern nur testen.

Vor 40 Jahren hat man eine Rakete entwickelt indem man stufenweise erst die erste Stufe alleine, da die erste und zweite Stufe und dann alle Stufen getestet hat und erst dann ging es an Flüge mit Nutzlast. Wir finden diese Vorgehensweise bei den militärischen Typen Atlas und Titan und bei der Saturn I/IB und der Europa. Heute fliegt gleich eine experimentelle Nutzlast mit und die Erwartungen sind groß.

Tatsache aber ist: Bei noch so großer Erfahrung im Raketenbau ist die Entwicklung eigens komplett neuen Trägers wie z.B. der Ariane 5 immer ein Risiko. Die Zuverlässigkeit ist bei den ersten Flügen sehr gering. Es gibt durchaus einen Grund schon bewährte Teile weiter zu verwenden: Die Delta 2 fliegt mit dem RS-27 Triebwerk, eingeführt 1974 und zurückgehend auf das H-1 der Saturn I von 1966. Das RL-10 Triebwerk der Centaur ist seit 1961 im Einsatz. Russland diskutiert seit Jahren über einen Ersatz der Sojus und macht nicht diesen Schritt. Warum?

Schlicht und einfach weil man mit den alten Triebwerken, Stufen und Raketen Jahrzehntelange Erfahrung hat. Die Kinderkrankheiten sind beseitigt, die Zuverlässigkeit ist hoch. Normalerweise wird jedes technische Gerät geprüft: Autos fahren durch finnische Wälder und die Wüsten in Afrika, Verkehrsflugzeuge werden vielen Testflügen unterworfen die weit über die Beanspruchung im Linienverkehr hinausgehen. Bei einer Rakete ist dies nicht möglich. summiert man die gesamte Anzahl an Flügen auf, so gibt es wenige Typen die 100 Starts oder mehr erreicht haben (und meist nicht in derselben konfiguration9. So gesehen ist jeder Raketenstart immer noch ein Erprobungsflug.

Nehmen wir mal die Ariane 1-4 Familie: Es gab insgesamt 144 Starts. Fehlstarts waren Nr. 2,5,15,18,35,63,70

Oder anders ausgedrückt:

Deutlich ist zu sehen, wie das Risiko eines Fehlstarts abnimmt. einfach weil man immer mehr Fehlerquellen kennt und beseitigt hat. Das ist auf andere Träger übertragbar: Eine Atlas ist heute ein sehr zuverlässiger Träger. Die Bilanz sieht ganz anders aus wenn man sich die sechziger Jahre ansieht. Jede Rakete erreicht ein gewisses Niveau an Zuverlässigkeit, der dann gehalten wird. Es gibt Träger mit einem sehr guten Wert, wie die Sojus, Atlas Centaur oder Ariane 4 und andere mit einem schlechteren wert wie die Proton oder Zenit.

Zurück zur Falcon: Für einen Neuling im Geschäft, der noch dazu eine Trägerrakete selbst entwickelt hat ist das "fast" Gelingen des zweiten Fluges eine gute Leistung. Erinnern wir uns: Auch bei Ariane 5 war der erste Start ein Reinfall und beim zweiten Start erreichte man zwar eine Umlaufbahn, aber eine deutlich zu niedrige (die bei einer echten Nutzlast eine unbrauchbare Bahn gewesen wäre), weil man einen Drehimpuls von Abgasen der Düse des Haupttriebwerks falsch eingeschätzt hatte. Auch hier war also der zweite Flug nicht voll erfolgreich. SpaceX spricht daher auch von 95 % Validierung der Systeme. Ein weiterer Testflug steht an, ich wünsche SpaceX alles gute dafür.

Ach ja noch der Musiktipp, passend zu meinem Hobby und mir: Elton John: Rocket Man

Montag 26.3.2007: Man hats ja....

Derzeit gibt es eine heiße Diskussion über die Stationierung von amerikanischen Raketen in Osteuropa als Teil eines Raketenabwehrschutzschildes gegen Interkontinentalraketen von "Schurkenstaaten". Das erinnert mich daran, dass diese Idee eine enorm lange Tradition hat, und man bislang enorm viel Geld darin gesteckt hat.

Die USA haben seit 1962 an verschiedenen Programmen dieser Art gearbeitet. Es gab die Versuche mit Nike und Nike Zeus Raketen andere Raketen abzufangen, das Sprint Raketensystem wurde entwickelt. Das erste einsatzfähige Programm (nach einer Investition von 40 Milliarden USD) war 1969 das Safeguard System, das aus Raketen in Nord Dakota mit nuklearem Sprengkopf bestand. Anders konnte man infolge der hohen Geschwindigkeit anfliegender Sprengköpfe nicht eine Treffen und Vernichten dieser garantieren. Safeguard wurde jedoch sehr bald wieder eingestampft. Zum einen gab es massive Proteste seitens der Ansässigen Zivilbevölkerung /die unter dem radioaktiven Fallout zu leiden hätte), zum anderen machte die Entwicklung von Raketen mit Mehrfachsprengköpfen das System unwirtschaftlich. Eine Rakete konnte ende der sechziger Jahre über bis zu 10 einzelne auf getrennte Bahnen lenkbare Sprengköpfe verfügen. Jeder dieser machte eine Abwehrrakete nötig - Das machte das System für einen Verteidiger völlig unwirtschaftlich, da man erheblich mehr Abwehrraketen als der Angreifer benötigte.

Mitte der achtziger Jahre kam das bekannteste Abwehrsystem auf : Die Strategic Defense Initiative kurz SDI. Im Volksmund wurde sie meist nach dem Ausspruch eines Kongressangehörigen als er die Details des Programms erfuhr "Star Wars Programm" genannt ("Das ist so realistisch wie Star Wars"). Das ganze bestand aus einem ganzen System. Vom Boden aus sollten Projektile mit Magnetschienenbeschleunigern abgeschossen werden, Raketen sollten andere Raketen zerstören und Laser MIRV abschießen. im Weltall wollte man ebenfalls Projektile, hochenergetische Laser und Partikelwaffen eingesetzt werden. Es kam zu einer Reihe von Flügen bei denen Satellitentechnologien erprobt wurden (darunter auch der der Raumsonde Clementine), am Boden wurden Laser entwickelt und teilweise wurde sogar getürkt (als man zum Beispiel. eine Titan Stufe durch einen Laser zerstörte, die unter Spannung saß, so dass ein winziges Loch zum Kollaps ausreichte). Nebenbei schoss man mit einer Rakete auch einen funktionierenden Satelliten der US Armee ab nur um das Prinzip zu demonstrieren.

Obwohl klar war, dass man selbst im optimistischsten Fall (nämlich dem dass man es technisch umsetzen könnte) enorme Summen würde investieren müssen um Trägersysteme und Hardware zu bauen werkelte man über ein Jahrzehnt lang an SDI und gab fast 70 Milliarden USD dafür aus. Schlussendlich stellte man es klanglos ein, nachdem man einfach keine Fortschritte in der Technologie machte die ausreichend waren. Für die Weltraumgestützten Laser war z.B. eine kleine Atombombe als Energiequelle notwendig, da man anders nicht an die Megawatt and Leistung kam die man pro Schuss brauchte - Jede Waffe konnte nur einen Schuss abgeben, danach hatte sie die Atombombe pulverisiert.

Eine totale Abrüstung bis auf 100 Interkontinentalraketen die Gorbatschow 1987 anstrebte scheiterte daran, dass Reagan SDI nicht aufgeben wollte und Gorbatschow an die Umsetzung glaubte - zumindest für 100 anstatt 10000 Sprengköpfe.

Es gibt nun wieder ein neues System. Das Terminal High Altitude Area Defense (THAA) System. Auch wenn es seit 1992 entwickelt wurde und auf dem im Kuwait Krieg eingesetzten Patriot System beruht, ist neu dass es zur Umsetzung und merklichen finanziellen Mitteln es erst unter Bush kam. Nun gibt es die Sowjetunion nicht mehr und mit Russland versteht man sich prächtig. Das gilt auch in Maßen für die anderen Nuklearmächten die über Interkontinentalraketen verfügen. Es gibt also keinen Grund ein Raketenabwehrsystem zu bauen. Es ist nach Angaben des US Militärs aber auch nicht besonders wirksam gegen schnell fliegende Interkontinentalraketen sondern vielmehr gegen Mittelstreckenraketen wie die Scud die im Goldkrieg eingesetzt wurden (und auch hier konnte man nicht alle Abfangen).

Das macht das System eigentlich sinnlos. Mittelstreckenraketen kann man auf die USA nur aus einer Entfernung bis zu 2500 km abschießen. in diesem Bereich befindet sich aber kein Staat der über Atomsprengköpfe verfügt oder den USA feindlich gesonnen wäre. Der einzige Staat der derzeit über Interkontinentalraketen verfügt und mit dem die USA im Clinch sind ist aber Nord Korea und das ist weiter weg. Iran entwickelt derzeit Mittelstreckenraketen und eventuell wie Korea auch Atomsprengköpfe.

Will man nun sich dagegen schützen muss man die Abwehrraketen näher an den potentiellen Feind heran führen und daher gibt es derzeit Verhandlungen der USA über die Stationierung dieser Raketen in vielen Ländern. Die in Europa stationierten können nicht die USA vor koreanischen Waffen schützen (dafür sind sie zu weit weg), aber US Einrichtungen in Europa vor iranischen Mittelstreckenraketen. Bislang hat man schon über 700 Millionen USD für die Entwicklung ausgegeben. doch gegen die Kosten eines einsatzfähigen Systems ist das ein Klacks. Für dieses rechnet man mit kosten von mindestens 10 Milliarden USD.

Insgesamt haben die USA in den letzten 40 Jahren 125 Milliarden USD für verschiedene Raketenabwehrsysteme ausgegeben - ohne das jemals eines stationiert wurde oder man nur nachweisen konnte, dass es auch funktioniert hätte. Dafür hätte man eine bemannte Marslandung durchführen können vielleicht auch ein Viertel Jahr Krieg im Irak finanzieren können (nur um mal einen Vergleich zu geben). Dabei ist es ganz gut so, dass es bislang nicht funktioniert hat. Man überlege einmal was passiert wenn die USA wieder einmal einen paranoiden Präsidenten wählen und der sich sicher sein kann bei einem Atomwaffeneinsatz nicht selbst von einem Gegenschlag betroffen zu sein ....

Der Musiktipp, nicht ganz passend, aber auch nicht ganz unpassend: Codo von DÖF


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