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Web Log Teil 183 : 25.8.2010 - 27.8.2010

Mittwoch den 25.8.2010: Raumfahrträtsel 6

SMM ReperaturDie Lösung des letzten Rätsel war etwas schwieriger, da ich diesmal kein Startdatum gewählt habe, also etwas was man in Startkatalogen so einfach nachschlagen kann. Am 11.4.1984 fand ein Ereignis statt, dass die NASA damals frenetisch feierte: Die Astronauten der Mission STS-41C reparierten den Satelliten SMM (Solar Maximum Mission). Zum Hintergrund: SMM wurde am 14.2.1980 gestartet. Schon weniger als ein Jahr später fiel eine Sicherung aus und der Satellit verlor die Möglichkeit die Instrumente präzise auf die Sonne auszurichten.

SMM war der erste Satellit der mit einem einheitlichen Servicemodul ausgestattet wurde, das später über ein Jahrzehnt auch bei anderen Missionen eingesetzt wurde und bei seiner Konstruktion wurde erstmals darauf geachtet, dass er im All repariert werden konnte. Das wurde nun erstmals durchgeführt. Vorher wurde der Orbit mit dem noch verfügbaren Treibstoff um 100 km auf 408 km Höhe abgesenkt. Sonst wäre für die Challenger die Mission nicht möglich gewesen, da sie vorher den 9,7 t schweren Satelliten LDEF aussetzte.

In einem mehrstündigen Außeneinsatz reparierten die Astronauten am 11.4. Solarmax. Das war nicht ohne Probleme. Die Astronauten sollten zuerst den Satelliten mit der MU und eine spezielle Fangvorrichtung einfangen bevor er in die Reichweite des Canadaarms kam. Doch das klappte nicht und der Satellit fing an zu taumeln erst bei einem weiteren versuch klappte das Einfangen und danach das Auswechseln der Elektronikmodule. Der Satellit wurde wieder entlassen.

Die NASA feierte das als die erste gelungene Reparatur im Weltall. Sie sei zu einem Viertel der Kosten eines neuen Satelliten möglich gewesen. Sie hat es auch lange Zeit vorher angekündigt. Ich finde sie schon im 1982 erschienenen Raumfahrtlexikon. Dort war auch zu finden, dass ursprünglich geplant war den Satelliten Mitte 1985 ganz zu bergen. Dazu kam es nicht mehr.

Ich habe das damals auch geglaubt, sehe es aber heute anders. Zum einen stimmten die publizierten Shuttle Preise nie. Sicherlich kostete die Bergung nicht ein Viertel eines neuen Satelliten. Schon damals gab die NASA nie die realistischen Startkosten des Space Shuttles an, die mindestens beim doppelten publizierten Betrag lagen. Zum zweiten war SMM mit 77 Millionen Dollar Herstellungskosten ein sehr preiswerter Satellit. Ein Nachbau wäre sicher noch günstiger gekommen.

Zum zweiten wurde der Satellit repariert, aber erreichte nicht mehr den vorherigen Zustand. Von den sieben Instrumenten war eines nicht mehr reaktivierbar. Ein zweites fiel ein Jahr später aus. Vor allem aber war die Lebensdauer des Satelliten stark herabgesetzt. Im 512 x 529 km hohen primären Orbit hätte er ohne Probleme 10-20 Jahre lang arbeiten können. Im niedrigeren Orbit von 405 x 408 km war sie stark herabgesetzt und der Satellit verglühte im Dezember 1989 in der Erdatmosphäre.

Wahrscheinlich wäre die NASA mit einem Nachbau besser bedient gewesen.

So, nun das nächste Rätsel. Diesmal wieder etwas leichter: Was passierte am 3.2.1966?

Donnerstag den 25.8.2010: Raumfahrträtsel 7

Luna 9Wie leicht zu erraten landete am 3.2.1966 Luna 9 auf dem Mond. Wieder einmal hatten die Russen die Amerikaner geschlagen, aber es war das letzte Mal und es waren umfangreiche Anstrengungen nötig. Nach dem Vorbeiflug von Luna 3 war seit Anfang 1963 das Ziel einer weichen Landung geplant. Alle folgenden Sonden (benannt wurden Luna 4-9, aber auch sechs weitere Sonden die nicht auf eine Mondtransferbahn gelangten) hatten dieses Ziel - und alle scheiterten. Ein Grund war ein Designfehler der neuen Oberstufe "Block L", der vor allem für die zahlreichen Fehlstarts verantwortlich war.

Aber auch die Landung klappte nicht. Luna 4 und 6 flogen nur am Mond vorbei weil ihre Kurskorrektursysteme Fehlfunktionen hatten. Bei Luna 5,7,8 gab es verschiedene Probleme beim Landesystem. Drei Jahre benötigten die Russen für die erste erfolgreiche Landung. Immerhin schlugen sie die Amerikaner um vier Monate - Surveyor 1 landete am 2.6.1966.Sie hatten Glück, dass sie nicht geschlagen wurden, denn die USA hatten massive Probleme die neue, für die Surveyor Sonden entwickelte Trägerrakete flugreif zu bekommen: Die Atlas Centaur versagte bei den ersten Testflügen genauso wie Block I der Molnija und die ersten Exemplare hatten nicht die Nutzlast die notwendig war. Auch sie hinkte Jahre hinter dem Plan hinterher und so mussten die Raumsonden warten.

Luna 9 war der letzte der Schnellschüsse und dabei ein typischer. Mit diesem flapsigen Ausdruck ist gemeint, dass in den ersten Jahren der Raumfahrt sich die UdSSR auf Erstleistungen konzentrierte. Alle anderen Aspekte, darunter fallen auch instrumentelle Ausrüstung traten in den Hintergrund. Luna 9 hatte nur eine einfache Fernsehkamera an Bord und ein Strahlenmeßgerät. Sie war batteriebetrieben und die Batterien waren nach wenigen Tagen erschöpft. Viel Aufwand für eine Landung. Sobald die Sonde gelandet war gab es erst mal auch keine neue. Die nächste, Luna 10 bestand nur aus dem Bus von Luna 9, nun um einige Experimente ergänzt und sie schwenkte in einen Orbit ein. Da es nur eine umgebaute Landesonde war, war auch sie batteriebetrieben, was bei einem Orbiter noch weniger Sinn machte als bei einer Landesonde (das eine Landesonde die 14 Tage dauernde Mondnacht mit Temperaturen von -110°C überlebt ist nicht sehr wahrscheinlich). Luna 10 ist wohl weniger wegen seiner Experimente als vielmehr wegen der Modellierung der Funkfrequenz einer Übertragung zum 23.sten Kongresses der KPdSU, wodurch die Sonde die Melodie der Internationale abspielte.

Luna 9 ist aber auch aus einem anderen Grund bemerkenswert: Sie sorgte für einen politischen Eklat. In England verfolgte das damals 76 m große Radioteleskop von Jordell Bank routinemäßig die russischen Starts zum Mond. Die Russen waren ja nicht sehr freigiebig mit Informationen und über Vermessung der Signale, wann sie abrissen oder ihre Doppelverschiebung konnte man grobe Rückschlüsse ziehen was wohl schief lief.

So war auch bei der Landung eine Journalistenschar anwesend um aus erster Hand berichten zu können. Doch diesmal war es anders: Nach der Landung verstummten die Telemetriesignale und neue tauchten auf. Die Sonde war gelandet und Funkte Daten zur Erde! Das war schon Sensation genug. Doch die Sendefrequenz und Datenfolge war seltsam und passte nicht zu dem was man von US-Sonden kannte. Ein Angestellter erkannte darin Faksimile Signale wie sie damals für den Bildfunkt genutzt wurden. Schnell fuhr ein Reporter des Daily Express in die Redaktion und holte einen APT Empfänger her, der damals auch für die ersten Wettersatelliten benutzt wurde deren Bilder ebenfalls analog übertragen wurden (extra gewählt um die Empfänger möglichst einfach zu halten). Angeschlossen an den Verstärker baute sich vor den Journalisten die Bilder der Mondlandschaft auf, die dann auch von der Daily Express veröffentlicht wurden - verzerrt (quadratisch anstatt rechtwinklig, es waren Panoramen), aber vor Russland. Bis dort die Mühlen gemahlen hatten und durch einige Zeitzonen zwischen Russland und England reichte es nicht mehr in die nächste Ausgabe sondern erst die übernächste.

Damit wurden die Bilder von Luna 9 zuerst im Westen veröffentlicht. Was der Zeitung den Vorwurf des Diebstahls seitens der russischen Nachrichtenagentur TASS einbrachte. Warum Russland die Sonden mit einem Übertragungsgerät ausgestattet haben, das jeder empfangen konnte ist bis heute nicht geklärt. Einige meinen die Wissenschaftler hätten dies absichtlich gemacht, damit Jordell Bank die Bilder empfangen konnte. Ich halte das aber für zu weit hergeholt. Es ist wahrscheinlich so wie bei anderen russischen Sonden: Man nahm das was am bewährtesten war und baute es ein, damit gab es die Garantie das es funktionierte. Möglichkeiten für Fehlfunktionen gab es auch so genug. Im übrigen übertrug die erste Marslandesonde auch ihre Daten über Faksimile Verfahren und hier lauschte keiner mit.

Ach ja es gibt noch einen persönlichen Grund für das Datum. Das war mein erster Geburtstag. Inzwischen gibt sich die NASA ja ziemlich Mühe den zu einem Tag zu machen an dem man sich nicht gerne erinnert: Am, 27.1.1967 gab es den Brand bei Apollo 1, am 28.1.1986 explodierte die Challenger und am 1.2.2002 verglühte die Columbia. Es rückt also näher.... Ich hoffe mal nächsten Februar geht alles gut und dann ist für ein paar Jahre Ruhe.

 So nun das neue Rätsel. Welches besondere Ereignis trat am 8. April 2002 ein?

Donnerstag 26.7.2010: Die Welt ist ungerecht!

Heute mal wieder mal ein paar Sachen, die nicht einen einzigen Themenblog ergeben, aber in letzter Zeit habe ich so ein paar Dinge entdeckt die ich mal in einem Blog zusammenfassen will.

Da ist erst mal die Page von Michael Palomino. Ich bin drauf gestoßen weil ich für das Skylab Buch nach von Brauns Raumstationsprojekt gesucht habe. Die Seiten von ihm sind voller abschätziger Adjektive oder Betitelungen. Besonders häufig findet man auf seiner Website das Wort "kriminell". Jeder der gegen ihn ist ist kriminell. Die Justiz, die Geheimdienste (die ihn observieren!), die Schule, ja auch Wikipedia!

Ich habe dann mal im Netz nach dem Namen gesucht, weil solche Leute ja öfters auffallen. In einem Forum sagte einer "der hängt nun ja jeder Verschwörungstheorie" an. Denn er hat nicht nur zum Holocaust was zu sagen, auch zu 911 und Moonhoaxern, je eben zu allem. Aber das trifft es nicht. Man muss nur mal seinen Lebenslauf ansehen. Dann wird man feststellen, das der Mann ein ganz anderes Problem hat - die Welt ist gegen ihn! Egal wo man hinschaut Elternhaus, Schule, Ausbildung, Beruf, Aktivitäten, überall stößt er auf Ablehnung. Vielleicht weil er andere Vorstellung von Begriffen hat. So ist es kriminell, wenn er weil er Graffiti anbringt um gegen etwas zu demonstrieren erwischt wird und zu 700 Franken Bußgeld verurteilt wird. Da ist die Schweizer Justiz kriminell. Nein die Schweizer Justiz hält sich nur an die Gesetze und es gibt eben kein Gesetz das politische Graffitis straffrei ansieht und nicht politische als Sachbeschädigung.

Ebenso ist das Löschen seiner Artikel über sich selbst bei Wikipedia keine Zensur. Und dass dort die meisten User unter Pseudonymen auftreten auch nicht. )Obwohl er beides so sieht). Das ist heute zum Schutz der Person gang und gäbe. Würde ich heute ins Netz gehen so sicher nicht mehr unter meinem echten Namen sondern so eine Seite wie "Raumfahrtinfo.de" aufmachen. Zensur, lieber Herr Palomino ist das Verändern von Informationen die vor der Veröffentlichung vorgelegt werden, meist durch staatliche Organe. Wikipedia ist eine private Website und sie hat dasselbe Recht Beiträge von anderen Usern zu löschen wie Sie es haben einen Zettel den jemand an ihr Haus heftet zu entfernen. Mich würde auch interessieren was aus der Anzeige gegen die Wikipedia geworden ist. Lassen sie mich raten, angesichts dessen was sie über die schweizer Justiz scheiben  wurde das Verfahren wohl eingestellt....

Dann möchte ich mich bei Kevin für seinen Beitrag bedanken. Dank den zwei freien Tagen bin ich beim Skylab Buch gut vorrangekommen und 160 Seiten sind im Groben geschrieben. Ich lese parallel gerade auch Skylab: America's Space Station. Ich habe ja schon von David Shayler Gemini Steps to the Moon gelesen. Das gefiel mir nicht so gut. Es war ziemlich unsystematisch geschrieben und hat die Missionen nicht als ganzes behandelt sondern mal die Ergebnisse der EVA Tätigkeiten, dann die medizinischen Tätigkeiten und die Landung und Start separat. Wahrscheinlich hat er aus verschiedenen Büchern jeweils die Kapitel geformt. Das Buch über Skylab ist besser. Es enthält eine gute Schilderung der Geschichte und der Missionen. Fast könnte ich sagen: Vergesst mein Buch, kauft euch das. Aber nur fast: Den Shayler ist wie viele andere Autoren der bemannten Raumfahrt vorwiegend an dem Projekt und den bemannten Aufenthalten interessiert. Mein Buch wird sich auf die Technik und Experimente fokussieren

Für mich erschreckend ist aber eines: Wie viel ich an Material über Skylab finde und wie schwer ich mich tat, beim ISS Buch auch nur mehr als grundlegende Daten über die Hardware zu finden. Ich rede dabei nicht von dem Material, das heute von Skylab verfügbar ist und von der ISS noch nicht, weil es noch nicht freigegeben ist, also die ganzen Kontraktorreports, Technical Memorandums, Handbücher, auf die man über NASA Server heute zugreifen kann. Nein, ich meine dass die NASA nicht weniger als neun Bücher über Skylab publiziert hat. Wenn ich nur anfangen würde, die zusammenzufassen wäre mein Buch schon 1000 Seiten stark. Über die ISS gibt es kein einziges. Also hinsichtlich Öffentlichkeitsarbeit ist es wirklich mies geworden.

Dann stieß ich noch über eine Diskussion über das Vasmir Triebwerk in Raumfahrer.net. doch sie lief völlig schief. Keiner hat erkannt worum es bei den Antrieben wirklich geht. Es geht nicht um den Schub oder das Gewicht des Triebwerks. Es geht um die Effizienz. Wie schwer das Triebwerk ist ist weitgehend egal, solange es noch so ist, dass die Solarzellen zur Stromerzeugung ein vielfaches des Triebwerks wiegen. Für dieses Triebwerk wird kurzzeitig die gesamte Stromversorgung der ISS benötigt plus Reserven aus den Batterien - und für die waren vier Module von je 14 t Gewicht nötig. (Nur nebenbei bemerkt ist für die ISS bei der ja nur die Bahn aufrecht erhalten werden muss das Triebwerk auch um den Faktor 5-10 zu groß). Wichtig ist die Effizienz. Ein Triebwerk wie es schon verfügbar ist wiegt heute etwa 7 kg und hat einen Stromverbrauch von 5.000 Watt. Bei gängigen Solarmodulen für Satelliten die etwa 4 kg pro m² wiegen und 200-250 W Leistung liefern wiegen die Solarzellen also rund das zehnfache eines Antriebs. Das ist mit speziellen Konstruktionen verbesserbar, doch selbst die neuesten Konzentratorarrays liegen immer noch beim Faktor 4-5.

Neben der Energieversorgung kommt daher der Effizient eine besondere Bedeutung zu. Die liegt bei elektrostatischen Triebwerken heute so bei rund 70%, nur wenige sind besser. Das genannte VASMIR 200 kW Triebwerk hat nach Wikipedia Angaben eine Effizienz von 60 %. Das sind 11 % weniger als ein RIT-22. Das macht bei 200 kw Leistung schin mal 22 kW zusätzliche Abwärme oder bei 100 W/kg Leistung für heutige Solarzellen ungefähr 220 kg zusätzliches Gewicht aus. Der Diskussion ist das entgangen wie so vielen Diskussionen. Das ist mit ein Grund warum ich in solchen Foren nicht bin.  

Dann möchte ich euch noch zwei Videos zeigen die ich lustig fand. Das eine ist der Anfang des Spielfilms "Mitten ins Herz", der letzte Woche auf SAT-1 lief. Das "Musikvideo" erinnert mich an diese Boybands die es in den neunziger gab so wie die Backstreet Boys und einige Szenen kommen mir auch ziemlich bekannt vor.

 

Ach ja und wenn ihr mal jemanden kennen lernen wollt, der echt große Probleme hat. Größere als Armut, Arbeitslosigkeit, Klimakollaps, globale Finanzkrise ... dann schaut euch mal das Video an (ich bin drauf gekommen, weil das bei meinem Video als "Empfehlung" stand. Mensch, und ich dachte ich habe keine Sorgen... Das Leben ist echt hart ;-). Ihr ganzer Channel ist übrigens voll mit lauter solchen Videos).

Das zweite stammt von Switch Reloaded und ist eine gute Verarsche von Lena Meyer Landruths Lied Satellite. Ich muss sagen Martina Hill, die nun ja auch in der Heute Show arbeitet ist ganz schön talentiert und wandlungsfähig.

Freitag 27.8.2010: Der Irakkrieg ist aus?

Haben Sie's mitgekriegt? Letzte Woche wurde der Irakkrieg offiziell beendet. Habe ich da irgendwas nicht mitbekommen? Was war denn das vor sieben Jahren?. Als Bush erklärte "Mission accomplished". Ach ja wie ich nun beim nachschlagen feststellte, war das nur das Ende der Hauptkampfhandlungen. Irgendwie dauern bei den USA die Kriege ziemlich lange. Immerhin, der Irak hat es besser erwischt als Deutschland. Das erst seit dem 15.3.1991 völkerrechtlich den zweiten Weltkrieg abgeschlossen hat (2+4 Vertrag anstatt einem Friedensvertrag). Die Iraker waren also nur sieben Jahre besetzt, verglichen mit 56 Jahre bei der BRD/DDR.

Dafür ist noch immer kein Frieden eingekehrt. Wie übrigens auch in Afghanistan. Irgendwie haben die USA kein Glück in den letzten Jahrzehnten beim Kriegsführen. Oder sagen wir mal besser, die von ihnen Angegriffenen, die verloren haben: Im Irak und Afghanistan haben die Kampfhandlungen noch nicht aufgehört und Korea ist noch immer geteilt. Also den Ländern bei denen die USA siegreich waren, geht es nicht gut. Grund genug für jeden Staat der bedroht wird, möglichst schnell noch atomaren Waffen zu streben - sie scheinen der wichtigste Schutz vor Angriffen zu sein. Auch wenn das genau das Gegenteil ist, was sie USA haben wollen, nämlich eine Begrenzung der Ausbreitung von Atomwaffen.

In meiner Reihe: Einige unbequeme Wahrheiten über die USA die sie vielleicht vergessen haben:

Ich habe mal gehört, die Einwohner der USA hätten bis zum 11.9.2001 geglaubt jeder mag sie in der Welt. sChließlich sind die meisten ja auch drollig naiv. Nur orientieren sich die Leute nicht nach den geopolitischen Kenntnissen der Amerikaner sondern dem Verhalten der Regierung und Unternehmen Ihnen gegenüber. Und das ist eben immer das gleiche: Tu das was wir wollen oder es geht dir schlecht. Selbst wenn Du Verbündeter bist wird dein kulturelles System durch Coca-Cola, McDonalds, Hollywood und Microsoft unterwandert bis dein Staat ein neues Disneyland ist.

Viel schlimmer als die Folgen des Gehabe der letzten imperialen Großmacht für den Weltfrieden ist nur noch die für die Folge für die Weltwirtschaft. 1983 hielt Ronald Reagan folgende Rede:

"In your discussions of the nuclear freeze proposals, I urge you to beware the temptation of pride, the temptation of blithely declaring yourselves above it all and label both sides equally at fault, to ignore the facts of history and the aggressive impulses of an evil empire, to simply call the arms race a giant misunderstanding and thereby remove yourself from the struggle between right and wrong and good and evil."

Typisch amerikanisch: Man erklärt den anderen für das Reich des Bösen und muss sich deswegen nicht an Rüstungsbegrenzungsabkommen halten. Ich denke es gibt ein Reich des Böden. Es ist ein Reich das andere Staaten mit Krieg bedroht oder überzieht. Ein Reich das sich jeder Gerichtsbarkeit und internationalen Abkommen entzieht, ein Reich das andere Ländern durch seine Wirtschaftpolitik an den Rand des Staatsruins führt. Ja, die USA sind das Evil Empire.

Freitag 27.8.2010: Raumfahrträtsel 7

Jerry RossNun hat Julian doch das letzte Rätsel recht schnell geknackt. Ja an diesem Tag wurde Jerry Ross der erste Mensch der siebenmal im Weltraum war. Ich will das mal nutzen, um die ganze Sache mit dem bemannten NASA Programm genauer zu beleuchten. Zum einen ist auffällig bei den Shuttle Missionen wie stark dort die Astronauten im Vordergrund stehen. Ich habe mir mal das Missionskit für STS-132 als Beispiel genommen. Die Nutzlast macht sechs Seiten des Kits aus, die Biographie der Besatzung allerdings zehn Seiten. Mehr noch auch die anderen Seiten, welche die Mission beinhalten sind voll mit Schilderungen der Besatzung und ihrer Tätigkeiten und vor allem: vieler Fotos.

Wer also glaubt sich anhand der Missionskit über die ISS und ihre Fertigstellung zu informieren wird enttäuscht sein. Das war nicht immer so. Die Presskits der Apollo-Ära und von Gemini sind heute online verfügbar. Sie beinhalten auch Informationen zur Besatzung, aber im Verhältnis weitaus weniger als heute. Meiner Meinung nach ist dies kontraproduktiv, denn die Leute interessieren sich nicht so für die Astronauten. Ich denke die meisten haben Probleme ein paar der aktuellen Astronauten (wenn es nicht gerade Deutsche sind) namentlich zu nennen und seid mal ehrlich: Wer wusste ohne Nachschlagen dass Jerry Ross der erste war mit sieben Weltraumaufenthalten?

Noch schlimmer: Man sollte meinen es gäbe davon viele. Schließlich flog ein Space Shuttle im Mittel sechs Mal pro Jahr, jeweils mit 6-7 Besatzungsmitgliedern. Das macht 36-42 Mann/Jahr. Zur Spitzenzeit der Apollo Ära gab es vier starts mit je drei Astronauten pro Jahr also 12 Mann/Jahr, weniger als ein Drittel. Man sollte also annehmen die Astronauten würden viel öfters fliegen, vor allem die Piloten die ja nicht auf eine spezielle Mission trainieren müssen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Schon Deke Slayton monierte dies in seinen Memoiren. Seiner Ansicht nach hätten alle Flüge mit 50 Astronauten durchgeführt werden können. Jeder wäre mindestens einmal pro Jahr geflogen. Missionspezialisten die ja vor allem das gleiche immer wieder machen müssten sogar 6-7 mal pro Jahr Doch schon 1980 hatte das Astronaut Office 100 Mitglieder Tendenz steigend. Was mich selbst wundert: Die Bezeichnung Missionsspezialist suggeriert ja dass sie für jede Mission eigens spezialisiert sein müssten. Im Vergleich zu den Piloten - das Shuttle steuern ist doch eigentlich immer der gleiche Job. Trotzdem sind alle Rekordhalter heute Missionsspezialisten.

Man erkennt dies auch an etwas anderem. Vorheriger Rekordhalter war John Young. Young brauchte 18 Jahre für seine sechs Flüge. Ross zwar nur 17 für seine sieben. Aber Youngs Flüge erstrecken sich auf drei Programme - zwei bei Gemini, zwei bei Apollo und zwei beim Space Shuttle. Zwischen den einzelnen Programmen lagen jeweils Jahre in denen nicht geflogen wurde, zwei zwischen Gemini und Apollo und wenn man die ASTP Mission herausnimmt, sieben zwischen Apollo und Space Shuttle. Obwohl das Shuttle also häufiger fliegt, mehr Astronauten transportiert fliegen sie seltener, was eigentlich kontraproduktiv ist - schließlich gewinnen sie mit jeder Mission an Erfahrung zu und müssen nicht jedes Mal neu trainiert werden.

Ich finde das sehr merkwürdig, schließlich geht es ja bei der bemannten Raumfahrt um Publicity, identifizieren mit den Menschen. Das geht am besten wenn man diese sich auch merken kann, nicht wenn es Hunderte von Astronauten gibt. Ich denke wenn jemand aufgefordert wird Astronauten zu benennen fallen ihm die ein die in der Frühzeit Erstleisitungen vollbrachten oder auf dem Mond landeten, vielleicht auch einige nationale Astronauten oder Weltraumtouristen - weil sie aus der Masse hervorstechen. Aber keiner wird die Astronauten von STS-132 aufzählen können....

So, nun das nächste Rätsel. Was passierte am 24.9.1959?


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