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Web Log Teil 19 : 27.3.2007-1.4.2007

Dienstag, 27.3.2007: Internationale Spezialitäten

HambirgerGestern habe ich meiner Mutter erklärt, dass Pommes Frittes entgegen ihrer Ansicht nach nicht aus den USA sondern von Belgien und Frankreich herkommen, daher auch der Ausdruck "French Fried Potatoes" in Amerika. Ich habe dann mal nachgeschaut und festgestellt, das auch der Hotdog kein amerikanisches Gericht ist, sondern ursprünglich ein Deutsches, man aber im ersten Weltkrieg von dem Namen "Frankfurter" wegkam, weil man nix mehr mit den bösen Deutschen zu tun haben wollte. Auch der Hamburger ist anscheinend aus Deutschland in die USA gekommen, auch wenn man sich hier nicht so ganz sicher ist wie die Ursprünge sind.

Nimmt man noch die Currywurst hinzu, ebenfalls eine deutsche Erfindung (über deren Erfindung sich Hamburg und Berlin streiten, so scheinen deutsche Spezialitäten offensichtlich viel mit Wurst und Stehimbiss zu tun haben.

Was haben Pizza, Döner, Chevapchichi, Hamburger und andere international bekannte Gerichte gemeinsam? Dass sie relativ einfach herzustellen sind, aus preiswerten Zutaten bestehen und idealerweise auch noch für einen Schnellimbiss geeignet sind (das trifft nicht für alles zu, z.B. nicht für Spagetti). Wenn man etwas leicht nachmachen kann so zieht es gerne in fremde Küchen ein, vor allem aber kann ein kleiner Laden oder notfalls ein Imbisswagen es anbieten. Leute kaufen es um es zu probieren und so verbreitet es sich. Oftmals macht das Gericht dabei eine Wandlung durch. Döner wurde ursprünglich aus stückigem Lammfleisch hergestellt (logischerweise, denn es kommt ja aus einem islamischen Land). Heute sind die Döner aus Schweinehack mit einem geringen Anteil an teurerem und fettärmeren stückigen Fleisch.

Pizzas gibt es heute neben dem dünnen Boden auch mit extrem dickem Boden und enorm viel Belag oft dann als "American Style" bezeichnet. ein Bekannter aus den USA sagte mir, aber dass dies nur eine Sorte von Pizza ist und es auch die normale Pizza gibt.

Erstaunlich auch ist dass ein Land wie Frankreich, das stolz auf seine gute Küche und viele 3 Sterne Restaurants ist keine solche internationale Spezialität vorweisen kann (wenn wir mal wie üblich die Pommes den Belgiern zuschreiben). Auch das Deutschland für Hamburger, Hotdog und Currywurst also echt fette Kalorienbomben bekannt ist, ist nicht so schmeichelhaft, aber immer noch besser als für rohen fisch, Yorkshire Pudding oder Fisch & Chips bekannt zu sein. Im England werden die Pommes sogar mit Essig gegessen....

Gut auch dass man nicht mehr mit Sauerkraut assoziiert wird - Nichts gegen Sauerkraut, ich esse es gerne und im Winter gibt es das auch regelmäßig bei uns, aber es ist nicht jedermanns Sache und es hat den Ruf des ärmlichen Notzeitessens. Aber wohl ist mir nicht, dass offensichtlich die meisten Fast Food Gerichte aus Deutschland kommen oder ihre Wurzeln da haben, zumal auch das Ketchup ein deutscher Einwanderer in die USA erfunden hat.

Ich habe mal nachgedacht und mir ist kein typisch amerikanisches Essen eingefallen, außer Popcorn und das als Essen zu bezeichnen ist schon etwas gewagt. Ansonsten kenne ich nur das T-Bone Steak und das ist eben nur von der Portion her etwas anderes als ein normales Steak das man hierzulande eben als Rostbraten bezeichnen würde. Mal sehen, das klingt nach einem interessanten Thema für meine nächste Mail in die USA.

Ach ja noch der Musiktipp für heute, passend zum Thema : Currywurst von Herbert Grönemeyer

Mittwoch: 28.3.2007: Skylab

SkylabGestern habe ich den ersten Teil meiner Dokumentation über Skylab online gestellt. Skylab gehört wie Gemini zu den vergessenen Programmen. Während man sich an die ersten Astronauten in ihren Mercury Kapseln erinnert und an die Apollo Mondlandungen hat man andere Programme vergessen, darunter eben Skylab. Ich will nicht meinen ganzen Artikel wiedergeben, doch ein paar Dinge hier anführen. Zum einen war Skylab eine sehr preisgünstige Weltraumstation Man hat Apollo Hardware wieder verwendet und so übrige Saturn !B und Apollo Raumschiffe eingesetzt und die Raumstation selbst entstand aus einer S-IVB Stufe. Die Kosten lagen bei 2,147 Mrd. US-$, das ist weniger als 10 % der Kosten von Apollo (die bei etwa 25,5 Mrd. US-$ lagen). Dafür bekam man 3 Flüge mit Dauern von 28, 59 und 84 Tagen in einer Weltraumstation. Ohne größere Mehrkosten hätte man noch mehr erreichen können: Sowohl die Apollo Kapseln wie auch Skylab und die Trägerraketen für ein weiteres Raumlabor hatte man. (Da Skylab nie für Versorgungsflüge ausgelegt war, musste man mit dem Auskommen was an Vorräten vorhanden war, wobei das Essen der limitierende Faktor darstellte - man hatte für 140 Tage Essen zugeladen und dabei einen größeren Sicherheitszuschlag einkalkuliert. Die Erfahren zeigten, dass es für etwa 200 tage reichte).

Das zweite war, dass Skylab ein Musterbeispiel für eine Reparatur im All war. Durch Verlust des Mikrometeoritenschutzschildes und eines Solarpanels (das zweite war eingeklemmt) war die Station anfangs unbewohnbar. Erst durch Installation eines provisorischen Schutzschildes und der Befreiung des Solarpanels durch die Besatzung konnte man dort die Arbeit aufnehmen. Die zweite Besatzung montierte später eine endgültige Version der Schutzfolie. Dies alles war 15 Jahre vor MIR und ist heute weitgehend vergessen.

Die Sonnenforschung verdankt sehr viel Skylab, auch die Langzeiterfahrungen mit Astronauten beruhten auf Seite der USA bis 1995 auf Skylab (ab dann gab es Gastaufenthalte von US Astronauten auf der MIR). Skylab zeigte dass Materialwissenschaft im Orbit auch auf der Erde zu verwertbaren Produkten führte und es setzte die Maßstäbe für die Sonnenforschung für mehr als ein Jahrzehnt.

Man erwog die Raumstation zu retten indem man einen unbemannten Schlepper, den TRS ankoppelte und dieser die Bahn anhob. Dieser sollte vom Space Shuttle ausgesetzt werden. Später wären Space Shuttles angekoppelt, man hätte Racks aus dem Spacelab Programm installiert und einen Solargenerator angeschlossen und so eine Raumstation für 3-7 Astronauten gehabt, die anders als das Space Shuttle Langzeitflüge erlaubte. doch dazu kam es nicht. Weil das Space Shuttle nicht einsatzbereit war.

Ich frage mich bis heute warum. Warum hat man nicht einfach eine Titan 3C mit einem Kopplungsadapter hoch geschickt? Die ersten 3 Stufen der Titan 3C reichen aus um die vierte Stufe mit dem Adapter in eine niedrige Erdumlaufbahn zu bringen. Diese bringt sich selbst in eine höhere Erdumlaufbahn, koppelt an Skylab an und bringt diese in 2 Schubmanövern in eine höhere Umlaufbahn. Eine Titan Transtage mit 9 t nutzbarem Resttreibstoff reicht aus um die Geschwindigkeit um 340 m/s zu ändern. Nur 205 m/s hätte man gebraucht um die Bahn von 250 auf 435 km anzuheben. Die Titan 3C war damals eine recht preiswerte Rakete, das hätte Skylab für mindestens 5 Jahre am Leben erhalten und danach hätte man noch genug Treibstoff gehabt die Bahn erneut anzuheben. Mit Sicherheit hätte man so Skylab bis 1987 im Orbit halten können.

Meiner Meinung nach passte Skylab damals nicht in das Konzept - Es war ein Relikt der Apollo Ära und nun kam der Space Shuttle, ein völlig neues, moderneres und wie man damals dachte besseres Gefährt. Er sollte Raumfahrt billiger machen. Ich glaube die NASA hatte auch Angst dafür, dass jemand auf die Idee kommen würde, man bräuchte dann keine Raumstation mehr, weil man ja bereits eine in Form von Skylab hatte. (Und 1984 bekam ja die NASA auch ihre Zusagen für eine Raumstation, die damals nach "Freedom" hieß und der sich über ein Jahrzehnt laufender Umplanungen schließlich die ISS entwickelte).

Am 11. Juli 1979 verglühte nach etwas mehr als 6 Jahren in der Umlaufbahn Amerikas erste und bis heute einzige Weltraumstation. Anders als bei der ISS konnten sie diese sogar zur Forschung nutzen..... Musiktipp für heute: Space Oddity von David Bowie.

Donnerstag 29.3.2007: Weltraummüll

Am 11.1.2007 feuerte China eine Mittelstreckenrakete gegen den ausgedienten Wettersatelliten Feng-Yun 1C ab. Der "erfolgreiche" Test produzierte mehr als 900 Trümmerteile. Aufgrund der Geschwindigkeit die sie durch die Explosion bekamen sind diese nun auf ganz anderen Bahnen gelangt als der Wettersatellit, der die Erde in 8020 km Höhe umkreiste und haben nun Bahnen von 250-10000 km Höhe. Alleine dieser Test hat den Weltraummüll um ein Sechstel erhöht. Am 19.2 explodierte dann eine Breeze M Oberstufe, als sie sich in 8000-9000 km Höhe befand. Sie sollte vor einem Jahr den Satelliten Arabsat 4 in den Orbit befördern, versagte jedoch bei der zweiten Zündung so dass Satellit und Oberstufe in einem unbrauchbaren Orbit strandeten. Nach einem Jahr ist nun der Treibstoff explodiert und es ergaben sich 1100 Trümmerstücke die wegen der hohen Bahnhöhe noch lange die Erde umkreisen werden. Damit haben Unglücke die Anzahl an Bruchstücken die so groß sind dass man sie mit einem Radar detektieren kann um 40 % erhöht.

Was ist die Gefahr von Weltraummülll? Nun es ist die Geschwindigkeit. Ein Körper bewegt sich auf einer erdnahen Bahn mit mehr 7.8 km/s (in einer geostationären Übergangsellipse z.B. mit 10.2 km/s). Bei kreisförmigen höheren Bahnen wird die Geschwindigkeit kleiner, in der geostationären Bahn zum Beispiel. 3.1 km/s. Haben nun die Bahnen von zwei Körpern eine Neigung zueinander so bewegt sich ein Körper mit hoher Relativgeschwindigkeit. im Extremfall wenn er auf Kollisionskurs ist sogar mit der doppelten Bahngeschwindigkeit des ersten Körpers auf diesen zu.

Selbst kleine Körper können dann eine sehr hohe kinetische Energie erreichen. Ein 1.8 g schwerer Körper auf einer Bahn mit einer Relativgeschwindigkeit von 7 km/s hat bei einem Auftreffwinkel von 45 ° z.B. die gleiche Sprengkraft wie 150 g TNT - das ist in etwa die Menge an Sprengkopf die in einer Handgranate stecken. Ist er aus Metall, so ist er nicht mal so große wie eine Haselnuss.

Man kann sich begrenzt davor schützen indem man Satelliten oder (meistens nur dort gemacht) Raumstationen mit einem Schild umgibt. Dieser besteht aus mehreren Dünnen platten. Zwar werden die erste und manchmal auch zweite Platte durchschlagen, doch beim Durchtritt zerfallen die Teile meist in kleinere Bruchstücke die dann in den folgenden Schichten stecken blieben.

Viel wichtiger ist es jedoch den Müll zu verhindern. Dazu gehört es dass man Raketenstufen passiviert. Also den Treibstoff nach beendeter Mission entlässt oder ihn sogar dazu nutzt die Bahn abzusenken, dass die Stufe schneller verglüht. Selbst wenn man den Kontakt zur Stufe verloren hat sollte es Sicherheitsvorrichtungen geben. Wie z.B. Ventile oder gar zeitgesteuerte Ventile, die automatisch nach Missionsende die Tanks entleeren. So etwas hätte die Explosion der Breeze M wirksam verhindern können.

Eine weitere Gefahr sind bei Feststofftriebwerken die Abgase. Das gebräuchliche Gemisch aus HTTP / Ammoniumperchlorat enthält auch Aluminium und Eisen. Als "Abgas" gibt es dabei auch Aluminiumoxid größten Teil in Form von feinem Staub, aber eben auch einigen größeren Brocken von Zentimetergröße. Vor allem auf der geostationären Übergangsbahn gibt es durch die PAM-D Oberstufen hier sehr viele dieser Partikel. Durch die niedrigen erdnahen Punkte verglühen diese Teile aber rasch wieder und für den Transfer in den geostationären Orbit benutzt man wegen den höheren Anforderungen an die Lebensdauer meist keine Feststoffabtriebe mehr als Apogäumsmotoren.

Satelliten vor allem dort bringt man mit dem letzten Treibstoff noch in einen höheren Orbit, denn man gerne Friedhofsorbit nennt um eine Kollision mit anderen Satelliten zu verhindern. Ein Einatzzweck von ConusXpress soll es auch sein Satelliten in einen solchen Orbit zu bringen.

Der anti Satelliten Test von China ist dagegen nichts mehr als Dummheit und Angeberei. offensichtlich machen diese alles nach was andere schon als Dummheiten gemacht haben um sich als militärisch starke Nation zu präsentieren. Amerika und Russland haben solche Tests in den achtzigern beziehungsweise 60/siebziger Jahren durchgeführt. Das ganze wäre genauso gegangen wenn man ein Ziel mit einer Interkontinentalrakete auf nahezu Orbitalgeschwindigkeit gebracht hätte. Das ist sogar erheblich schwieriger als einen Satelliten mit genau bekannten Bahndaten abzuschießen (wahrscheinlich können das die Chinesen eben nicht).

Wie auf der Erde: Müllvermeidung geht über alles, denn man kann ihn später nicht mehr beseitigen. Im Unterschied zur Erde kann man aber im Weltraum ungestraft Müll produzieren. Niemand zeigt einen an, selbst wenn es zu einem Schaden kommen würde dürfte es sehr unwahrscheinlich sein, dass der Staat dann für die kosten eines ausgefallenen Satelliten gerade stehen muss. Das Schlimme ist: der Müll vermehrt sich von alleine. Wäre Feng-Yun 1C nicht von einem Projektil, sondern einem Stück Weltraummüll getroffen worden - der Effekt wäre der gleiche gewesen, man hätte danach jede Menge neuer Trümmerstücke gehabt, die wiederum mit anderen Satelliten kollidieren können. Es ist ein Teufelskreislauf und seit Jahrzehnten steigt die Menge an Weltraummüll daher auch nur an.

Das Umdenken wird wohl erst kommen, wenn Menschen ihr Leben verlieren, vielleicht weil die ISS getroffen wird. (Eine der Unglücksursachen die man für den Verlust der Columbia annahm war auch die Kollision mit einem Stück Weltraummüll - man rechnet also schon damit).

Freitag 30.3.2007: Stimmt es dass man die Saturn V nicht mehr nachbauen kann?

Wernher von Braun vor der Saturn VJa ich bin einen Tag zu früh, aber wenn mir schon mal was einfällt, sollte ich es doch gleich hier anbringen oder? Das gleiche wie hier finden Sie auch im Raumfahrt FAQ (wenn schon denn schon).

Um die Saturn V ranken sich einige Mythen, immer wieder hört man, man könnte die Rakete heute nicht mehr nachbauen, weil man nicht mehr über die Baupläne und Blaupausen verfügt. Dem ist nicht so. Man erwog zeitweise eine Schwerlastrakete zu bauen um für SDI Nutzlasten zu starten und einer der Vorschläge für diese war auch die Saturn Hardware einzusetzen. Damals (1991) sagte Rocketdyne, das man ohne Probleme die F-1 Triebwerke erneut nachbauen könnte und für die neuen Trägerraketen Ares I+V will man das J-2X ein aus dem J-2 entwickeltes Triebwerk dessen Erprobung schon vor 40 Jahren abgeschlossen wurde einsetzen.

Bei der Saturn V ist die Aussage das man noch alle Unterlagen hat relativ gesichert, weil sie vollständig am Marshall Space Flight Center (MFSC) entwickelt und gebaut wurde. Später ging die NASA dazu über die Entwicklung der Industrie zu übertragen (Die wollte das auch bei der Saturn V, doch Wernher von Braun, der das know How im eigenen Haus halten wollte wehrte sich vehement dagegen, so wurden die Saturn Trägerraketen im MFSC entwickelt und die ersten Exemplare auch dort gebaut.) Ein Auftragnehmer hat jedoch nicht die generelle Pflicht alle unterlagen an die NASA zu übergeben oder diese selbst unendlich lange zu archivieren. So dürfte es eher unwahrscheinlich sein, dass man in 20 Jahren das Space Shuttle wird nachbauen können.

Die Frage ist aber auch: Nützen die Baupläne so viel? Es gab nicht in den letzten 40 Jahren die große Revolution im Raketenbau, jedoch eine gewisse Evolution und vieles was in den sechziger Jahren ganz neu war ist heute völlig veraltet wie zum Beispiel. Schweißtechniken und Materialen. Composite Materialen wie Graphitepoxidkunststoffe waren bei der Entwicklung der Saturn V unbekannt, heute bestehen strukturell beanspruchte Teile aus diesem Material anstatt aus Edelstahl und es gibt nun sogar große Feststoffbooster aus C-C Werkstoffen wie die Booster der Atlas V und die erste Stufe der Vega. Die Tanks der Saturn V bestanden aus der Aluminiumlegierung 2219. Beim Super Lightweight Tank des Space Shuttles benutzte man die Legierung 2195, welche die Masse um 25 % reduzierte.

Es macht nur begrenzten Sinn die gesamte Rakete nachzubauen. Am sinnvollsten ist der Aufwand sicher bei einem Triebwerk. Einfach deswegen weil es nicht mit der Konstruktion getan ist. Man braucht danach viele Tests um die ganzen Kinderkrankheiten zu finden, es zu perfektionieren, zuverlässiger zu machen. Ein ausgetestes Triebwerk mit einer langen Einsatzgeschichte ist gold wert. Oder warum tut das RL-10 (Erstflug 1962) heute noch seinen Dienst? Warum setzt die Delta das RS-27 ein (basierend auf dem H-2, der Saturn V, Erstflug 1965) und die Ariane 5 das HM-7B (Erstflug 1979) der Ariane 1-4?

So verwendet man für die Ares I+V ja auch das J-2X welches ebenfalls auf dem J-2 der Saturn V basiert Ja man hat sogar noch Triebwerke zur Verfügung. Von dem F-1 z.B. 33 Stück die eingelagert sind (plus 10 in zwei Saturn V die nie gestartet wurden).

Wie ist es nun zu diesem Mythos gekommen? Nun nach dem Apollo Programm gab es eine riesige Entlassungswelle bei der NASA. Nach den US Bestimmungen für Angestellte war die Gefahr um so größer je länger man im Projekt war. So mussten vor allem die erfahrensten Mitarbeiter ihre Koffer packen. Mehr noch: Es gab seitens der NASA Hauptverwaltung den Auftrag die NASA Center zu amerikanisieren, das heißt vor allem dafür zu sorgen, dass die Führung aus Männern bestand die in Amerika geboren waren. Das betraf vor allem die deutschen, welche im MSFC in Führungspositionen aufgerückt waren, aber auch im Kennedy Space Center Direktoren waren.

Als Folge verlor die NASA ihre besten und erfahrensten Mitarbeiter. Das nächste Großprojekt, der Space Shuttle wurde dadurch erheblich teurer und lag mehr als 2 Jahre hinter dem Zeitplan zurück. Das trug dann dazu bei, dass man irgendwann einmal glaubte, man könnte die Saturn V nicht mehr neu bauen, ganz einfach weil das Know-How in den Köpfen nicht mehr vorhanden ist. Es ist eine Sache einen Bauplan zu haben und eine andere praktische Erfahrungen mit dem Bau zu haben.

Samstag 31.3.2006: Auch die kleinen wollen mal groß raus...

Wir haben uns schon daran gewöhnt, dass Europa und Japan bei der Erkundung der Planeten inzwischen ein Wörtchen mitzureden haben. Europa hat in den letzten 4 Jahren nacheinander Mars Express, SMART-1, Venus Express und Rosetta auf den Weg gebracht. Bepi Colombo und Exomars werden folgen und schon vorher gab es Giotto, Ulysses und Huygens. Japan hat bislang nicht so viel Glück gehabt. Hayabusa ist schwer beschädigt und es ist offen ob sie Bodenproben von Itokawa hat. Nozomi fiel auf dem Weg zum Mars aus und Lunar-A wurde diesen Januar gestrichen. Andere Missionen waren erfolgreich, aber nicht spektakulär wie Hiten oder Susei und Sakigake. Nun wird mit Selene im August die wohl bislang grö0te japanische Raumsonde folgen.

Aber auch Indien plant eine Mondmission: Chandrayaan 1. Sie soll 2008 starten. 3 der 8 Experimente stammen von Indien, ein viertes wurde gemeinsam mit der ESA entwickelt. 3 weitere von der ESA und eines von der NASA. Das ist eine gute Ergänzung der Fähigkeiten. 3 der Instrumente sind für SMART entwickelt worden und kommen un nochmals zum Einsatz - man kann sich also eine Neuentwicklung sparen und eines ist ein Vorläuferinstrument für Bepi Colombo und man kann so schon einiges testen an einem sehr ähnlichen Himmelskörper. 2011/12 soll dann Chandrayaan-2 folgen und auch einen Rover auf dem Mond aussetzen.

China wird ebenfalls 2007/8 Chang'e 1 starten. Einen Mondorbiter auf Basis der DFS Kommunikationssatelliten. Auch wenn hier die instrumentelle Nutzlast mit 55 kg bei 2540 kg Startmasse beschränkt ist, so handelt es sich um die erste Raumsonde Chinas und um eine Eigenentwicklung. Gestern wurde nun bekannt, dass China schon 2009 einen Piggyback Satelliten mit dem russischen "Phobos Explorer" starten. Phobos Explorer (oder Phobos Grunt wie er seit längerem diskutiert wird) soll auf Phobos landen und Bodenproben nehmen und zur Erde zurückführen. Der chinesische Subsatellit soll in einer Marsumlaufbahn bleiben und den Mars erforschen.

Ich wünsche beiden Unternehmen viel Glück. für mich als Interessierter ist natürlich eine gute Beschreibung der Satelliten wichtig und die vermisse ich bislang bei beiden Nationen, vor allem aber bei China. Ich hoffe dies wird nicht so bei den Ergebnissen sein.

Aber es zeigt auch, dass vielleicht die Nationen etwas gelernt haben. Jede Nation möchte gerne weltweit bewundert werden. Kann man das mit Atombomben? Nein wohl eher nicht. Damit kann man nur Krisen heraufbeschwören. Vor allem: Jeder der sich nur ein bisschen auskennt weis, dass die Anreichung von Uran eine sehr aufwendige und teure Sache ist, aber keine Hochtechnologie. Das hat man schon 1945 geschafft. Wenn man dann ein Kernkraftwerk hat (auch nicht gerade etwas besonders hochtechnologisches) kann man das Plutonium für weitere Atombomben relativ leicht gewinnen. Eine eigene Raumsonde zu entwickeln, zu bauen und erfolgreich zu betrieben ist etwas anderes. Das haben bislang nur 5 Nationen geschafft: Die USA, Russland, Deutschland, Japan und die ESA. (Ja auch wir haben schon 2 Raumsonden gestartet: Helios 1+2 1976/77, das war als man für nationale Raumfahrt noch was übrig hatte).

Mich würde freuen wenn einige Staaten die sich heute fieberhaft auf die Entwicklung eigener Atomwaffen konzentrieren sich mal auf auf einen friedlichen Wettlauf einlassen würden - denn der Erforschung der Planeten. Das Renomeé wäre um einiges höher als das eine Atomwaffe zu besitzen. billiger ist es zudem auch. aber das wird einigen engstirnigen Politikern nicht zu vermitteln sein. Wie denn auch, wenn die USA 450 Milliarden USD pro Jahr für den Irak Einsatz ausgeben, aber nur 17 Milliarden USD für die Raumfahrt und nicht mal mehr die ISS nach 2010 betreiben wollen - Wenn schon die Amis den ´größten Dösbaddel denn sie finden konnten zum Präsidenten wählten und nachdem der wirklich sie noch in einen unnützen Krieg führte wieder gewählt haben - wie kann man dann von anderen Politikern vernünftiges Denken erwarten? Vielleicht von Frau Merkel? Hallo Frau Merkel, schauen sie sich mal das Budget für nationale Weltraumforschung and und das für die ESA und gleichen sie beides mal an - dann klappt es auch mit der nationalen Mondsonde die vorgeschlagen wurde....

Sonntag 1.4.2007: Sind Tiere die besseren Menschen?

Chi-chiDies ist er der erste 1.te April in meinem Blog und da er anders als Meldungen in Zeitungen noch ein ein paar Monaten lesbar ist verzichte ich auf den obligatorischen Aprilscherz. Ich möchte nach ein paar technischen Ausführungen in den letzten Blogs mal wieder einen "Jetzt geb ich meinen Senf dazu" Blog bringen. Kürzlich habe ich irgendwo gelesen, dass jemand schrieb, Tiere wären die besseren Menschen. Sie wären immer für einen da. Sie würden einen trösten wenn es einem schlecht geht, von Tieren wird man nicht so enttäuscht wie von Menschen.

Und wenn ich ehrlich bin, wenn ich mal von anderen Menschen enttäuscht worden bin, habe ich kurzzeitig auch so gedacht. Aber ist dem so?

Nun sind Tiere für einen da wenn es einem schlecht geht? Nun das hängt vom Tier ab. Ein Hund der einen als Rudelführer ansieht sicher. Andere Tiere lassen sich viel gefallen wie Kaninchen oder Meerschweinchen. Ich halte Katzen und ich denke unter allen Haustieren sind Katzen mit ihrem eigenen Kopf und ihrer eigenen Persönlichkeit die wohl dem Menschen ähnlichsten Haustiere. Katzen sind nicht auf den Menschen angewiesen und tolerieren ihn mehr.

Meine Katzen kommen mal zu mir wenn es mir schlecht geht und mal nicht. Das ist genauso wie sonst im Alltag - sie kommen wann sie Lust haben unabhängig von meiner Stimmung. Damit ist das Argument "Tiere sind immer für mich da erledigt". Natürlich sind Tiere die auf einen fixiert sind oder denen man egal ist immer für einen da. Sicher ist es gut ein Kaninchen zu kraulen, wenn es einem schlecht geht, aber das ist nicht viel anders als wenn ich ein Steiftier knuddeln würde. Das Tier kommt nicht zu mir um mich zu trösten.

Das tiefere in der aussage ist aber die Enttäuschung über Menschen und hier haben Tiere sicher dem Menschen einiges voraus. Tiere sind berechenbarer. Tiere reagieren instinktiv und auf einfache Reize. Diese sind in gewissen Grenzen berechenbar. Meine Mutter beschwert sich darüber dass meine Katzen Gegenstände von den Fenstern herunter schmeißen. Sie machen das nicht mit Absicht, sie wollen einfach nur zum Fenster rausscheuen. Verbaut man ihnen das so müssen die Dinge eben weichen. wer das erhalten seiner Tiere versteht, kann es voraussagen oder er kennt es auswendig. Tiere haben daher eine Zuverlässigkeit zu bieten die Menschen nicht haben.

Micki 3Wer berechenbar in seinem Verhalten ist, der kann einen nicht enttäuschen. Vor allem können Tiere einen deswegen nicht enttäuschen, weil man an sie andere Maßstäbe legt. Von einem Tier erwarte ich dass es freundlich zu mir ist, schnurrt oder einfach da ist. Ein Tier muss mir keinen Gefallen tun, mich nicht bei etwas unterstützen oder mir um 4 Uhr nachts helfen wenn ich Kummer habe. Menschen können das, sie haben aber auch Fehler, manchmal kleine, manchmal große und manchmal erkennt man diese zu spät.

Tiere können einen Trösten, doch sie können eine Auseinandersetzung mit Enttäuschungen nicht ersetzen. Bei dieser können nur Menschen helfen. Vor allem: Was ist die Alternative? Menschen zu meiden? Sich zurückziehen? Nur noch Haustiere um sich haben?

Trotzdem: Haustiere sind für Menschen wichtig. Es gibt eine kanadische Studie, die feststellte, dass Menschen im Altersheim von Haustieren profitieren: Sie kommen mit den Folgen des Älterwerdens besser zurecht, fühlen sich gebraucht, sind gesünder und brauchen weniger Medikamente als eine Vergleichsgruppe. Als Optimal erwiesen sich dabei Katzen. Ich habe auch früher geglaubt, dass vor allem Katzen gut für die Charakterbildung sind. denn anders als die meisten anderen Tiere muss man auf Katzen eingehen. Man kann sie nicht einfach aus dem Stall herausholen und knuddeln wie Kantinchen und sie akzeptieren einen nicht einfach so, nur weil sie einen für den Rudelführer sind wie Hunde. Man muss sich den Respekt und das Vertrauen einer Katze verdienen. Ich dachte das prägt auch den Umgang mit Menschen, doch nachdem ich zwei sehr egoistische langjährige Katzenhalter kennen gelernt habe, habe ich da meine Zweifel. Aber diese sind noch jung und vielleicht noch lernfähig.

Sind Tiere was für Kinder? Ja und Nein. Ab einem bestimmten Alter wenn man erwarten kann, dass eine Tier nicht nur als Spielzeug, sondern als Lebewesen mit einem eigenen Leben akzeptiert wird sicher. Aber meist hat man schon vorher ein Haustier. Dann sollten sich die Eltern im Klaren sein, dass es ein Familien Haustier ist und Sie den Großteil der Verantwortung und Arbeit zu tragen haben.


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