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Web Log Teil 191: 28.9.2010-3.10.2010

Dienstag den 28.9.2010: Raumfahrträtsel 31

Nun wurde es doch recht schnell erraten. Ich dachte mir ich mach es zum Tag der Blühenden Landschaften mal einfacher. Natürlich war Eins - Zwei - Drei gemeint. Auch wenn die Deutschen dort recht schlecht weg kommen mag ich den Film sehr. Ich hoffe er wird auch dieses Wochenende ausgestrahlt und ich kann ihn mir mal in höherer Auflösung herunterladen.

Ich habe mal alle Ausschnitte zusammengefasst. Meine Lieblingsszene (auch eine des ganzen Films) ist "Sowjetische Raketen schhhht zur Venus! Amerikanische Raketen ft-ft - Miami Beach....". Der erste dürfte sich auf Venera 1 beziehen die am 12.2.1961 startete. Beim letzten ist es natürlich schwer bei den vielen Fehlstarts die es in dieser Zeit gab. Mein Tipp wäre der von Mercury-Atlas 3 am 25.4.1961, als die Rakete in 1,8 km Höhe gesprengt wurde, auch wegen des Echos in der Presse.  Schlussendlich sollte MA-4, also der nächste Flug, bemannt stattfinden.

Auch die kleinen wollen ganz nach oben ist natürlich ein toller Film, auch wenn wie bei Wilders die Deutschen dort als Nazis dargestellt werden. Aber recht hatte er - ohne sie ging es nicht und auch nicht bei den Sowjets. Wer sich ein bisschen mit Technik auskennt erkennt noch viel A-4 in der Sojus und das Design soll noch von den Deutschen stammen, auch wenn sie es nicht mehr in die Produktion umsetzen konnten.

Inzwischen bin ich ziemlich erstaunt über das Raumfahrtwissen meiner Blogkeser. Ihr solltet mehr Gastbeiträge verfassen. Vielleicht kann ich ja was hinzulernen. Da ich Anfang/Mitte November für mindestens eine Woche weg bin suche ich sowieso noch Gastblogger (die mir auch so das Leben bedeutend vereinfachen, da ich dadurch eine Menge Zeit spare).

so mal sehen wie schnell das heutige aufgelöst wird: Welchen Rekord hält bis heute Mariner 7?

Mittwoch 29.9.2010: Raumfahrträtsel 32

Ja es war Mariner 7. Die beiden Sonden waren die ersten die mit einer Centaur auf die Reise gebracht werden sollten. Da diese Oberstufe je nach Starfenster bis zu knapp 1000 kg zum Mars bringen konnte, die beiden Sonden aber nicht mal die Hälfte wogen stand genügend Treibstoff zur Verfügung um Ihnen einen Extra Schubs zu geben, der die Reisezeit bedeutend beschleunigt. Da die Sonden nicht in eine Umlaufbahn einschwenken sollten, sondern nur vorbeifliegen war es auch egal, dass die Ankunftsgeschwindigkeit deutlich höher war. Da Mariner 7 die letzte Marssonde war die weder landete noch in einen Orbit einschwenkte wäre dies übrigens auch eine Lösung gewesen.

Normal ist bei Hohmann-Typ I Bahnen eine Reisezeit zwischen 237 und 280 Tagen je nach Abstand des Mars von der Erde. Bei Typ-II Bahnen liegen die Reisedauern noch höher meist bei 300 Tagen. Mariner 7 erreichte den Planeten schon nach 133 Tagen, wenige Tage nach der Mondlandung von Apollo 11.

So an dieser Stelle erst mal einen Appell. Da ich ja so profunde Raumfahrtkenner habe, warum macht ihr nicht das nächste Rätsel oder noch besser ich verdonnere den der das nächste richtig beantwortet zum Senden eines neuen Rätsels. Dann kann ich mich dann auch beteiligen. Es scheint ja das die bisherigen viel zu einfach sind. Zugegebenermaßen sind die mit Kenntnis der Website oder Google/Website zu lösen. Schließlich mache ich die vor allem um selbst für mich Daten aufzuarbeiten. (Man glaubt nicht, wie viel man vergisst).

Die Mitarbeit würde mich auch beim Blogschreiben entlasten. Ich zähle so ein Dutzend Namen die regelmäßig bei den Kommentaren auftauchen von A wie Alexander zu T wie TP1024. Wenn jeder pro Monat nur einen Blog schreiben könnte, dann hätte ich viel weniger zu tun und vielleicht wären die verbliebenen Blogs dann noch besser. Von den neuen Perspektiven, Themen und Ideen mal ganz zu schweigen. Etwa 300-500 Seitenabrufe gibt es jeden Tag, also durchaus auch eine interessierte Öffentlichkeit. Auchg wenn leider die meisten nicht kommentieren....

Da ich gerade ein altes NASA Handbuch aufgearbeitet habe gibt es den nächsten regulären Blog erst morgen. Aber das Thema weiß ich schon: Fehler.

Ach ja noch die Frage für heute: Nach was durchsuchte die NASA im Jahre 2000/2001 ebay Angebote? Ich hoffe das ist nun nicht mehr so einfach... Und wie schon gesagt, wenn sich keiner freiwillig meldet muss der nächste "Gewinner" das neue Rätsel stellen! Es ist eben wie bei der Bundeswehr, wer zuerst was sagt ist dran.

Donnerstag 30.9.2010: Fehler

In den letzten Tagen hatte ich einen lebhaften Email-Verkehr mit Franz Ehart von der Zeitschrift Weltraumfacts. Er hatte mal angefragt, ob er meinen Moonhoaxer Beitrag und Teile der Website über die Saturn Entwicklung in der Zeitschrift veröffentlichen dürfte. Anders als bei irgendwelchen Interviewwünschen seitens Medien, die ich nicht kenne, (wie gerade vom EXPRESS) komme ich dem eigentlich immer nach. Ich bekam dann die Korrekturen zugeschickt und da ich gerade bei Skylab arbeite, habe ich mir den Teil durchgelesen. Dabei habe ich einige Fehler gefunden, sowohl sprachliche wie "Sonnensegel" für die Solarzellen, wie auch fachliche. Mir stieß besonders auf, dass für Skylab 3+4  dort stand, dass diese 19,9 t wogen. Ich denke, wenn man auch von mir das Datenblatt der Saturn IB übernimmt, bei dem eine Maximalnutzlast von 18,6 t steht, dann sollte man über diese Ziffer nachdenken.

Das bringt mich zum Thema Fehler. Also zu einem speziellen Thema: Fehler bei irgendwelchen Artikeln. Ich denke sie sind fast unvermeidlich. Es ist fast unmöglich, alles und jede Zahl zu überprüfen und wenn, dann findet sich selbst in verlässlichen Quellen widersprüchliche Angaben. Wer z.B. mal in NASA Dokumenten oder NASA Webseiten nachschaut, findet bei Skylab für Subsysteme leicht schwankende Angaben, wenn auch auch es sich hier um Abweichungen im unteren Prozentbereich dreht. Die falsche Angabe über die Skylabmissionen hatte Ehart z.B. von der Wikipedia und die hat sie von einer offiziellen NASA Quelle, dem NSSDC. Nur leider ändert das nichts daran, dass sie falsch ist. Die Angabe, das haben wir beide erarbeitet, umfasst noch das Launch Escape System und die SLA Panels. Beides zusammen wiegt über 5 t. Nur ist das eben nicht ein Bestandteil des Raumschiffs.

Fehler sind unvermeidlich. Je mehr man Fakten bringt, desto mehr Fehler wird man haben, trotz Überprüfung. Wahrscheinlich hat das DLR deswegen auch eine Abneigung gegen Bücher die Fakten enthalten und mag lieber Märchenbücher. Man muss sich nur mal die ATV Broschüre des DLR ansehen. Auf den 13 Seiten mit wenig Text und vielen bunten Bildern findet man zwei Angaben für die deutsche Beteiligung nämlich 51 und 46 % - suchen sie mal danach. (Ich mag ja nur "Presseinformationen" verwenden, aber ich lese mir ja die noch wenigstens durch ....).

Der größte Fehler ist wohl das Schreiben von Sachen, die man genau zu kennen scheint. Nichts ist so unzuverlässig wie das menschliche Gedächtnis - man spinnt eine Story um Fakten, vergisst andere Sachen, meint andere Dinge anders in Erinnerung zu haben, als wie sie waren. Mir fällt das immer wieder auf, wenn ich Bücher schreibe oder überarbeite, wie gerade das Raketenlexikon. Ich stoße auf Dinge, die ich inzwischen genauer weis. Mir fallen Unstimmigkeiten auf, oder ich finde eine neue Quelle und sehe dann, das was ich früher schrieb falsch war. Besonders bei Zahlen ist das schlimm, denn man kann sich nicht jede Angabe und jedes Datum merken.

Wie kann man sie minimieren? Nachprüfen. Also man kann nicht alles nachprüfen, aber ich mache es, wenn ich unsicher bin oder wenn mir was neues unterkommt, vor allem auch Fachbegriffe. Hier ist die heutige Zeit definitiv ein Vorteil: In einem Buch von Werner Büdeler über Skylab findet man öfters den Begriff "Velcro". Man wird ihn häufig in der Skylab Dokumentation finden. Fast alles wurde mit Velcro fixiert. Ich kannte es vorher nicht. Kapton und Mylar kannte ich schon als Materialien die bei vielen Satelliten zur Isolation und Temperaturreglung. Doch Velcro? Anders als bei Büdeler ist die Lösung nur einen Klick entfernt: Velcro ist der Markenname in den USA für Klettverschlüsse. Überall wo von Velcro die Rede ist handelt es sich also um Klettbänder. So einfach kann es sein.

Meiner Erfahrung nach ist es für mich am besten wenn ich von einem Thema keine Ahnung habe. Denn dann muss ich mich komplett einlesen. So auch beim aktuellen Buch, obwohl ich darüber schon Aufsatz hatte (der macht aber weniger als ein Viertel des Buchumfangs aus). In der Regel arbeite ich dann nach der Methode "Lesen und Schreiben" - ich schreibe gleich ins Grobe was ich lese und durch mehrere Durchgänge werden dann Widersprüche oder Doppelnennungen eliminiert. Da bin ich gerade dabei.

Der Nebeneffekt ist der Erkenntnisgewinn. Ich bin ja in der bemannten Raumfahrt nicht so zu Hause. Gemini und Skylab haben mich da schlauer gemacht und das hat z.B. zu einer völligen Neueinschätzung des Buchs "SOS im All" geführt. Alles was dort über Gemini und Skylab drin steht ist aufgebauscht, sachlich extrem vereinfacht und dadurch oft falsch oder tendenziell sinnentfremdend. Die wirklich wichtigen und spannenden Dinge wie die Rettungsmaßnahmen gehen dabei glatt unter. Das Buch kann ich inzwischen keinem mehr guten Gewissens empfehlen. Vor ein paar Jahren war mein Urteil sehr viel positiver. Was nützt Halbwissen? Es ist gefährlicher, als nichts wissen, weil man etwas falsches für richtig hält. Primäre Quelle für Gründer sind übrigens Zeitungsausschnitte. Immerhin: Er verwendet keine Pressemitteilungen, die ja wie ich nun weis, ein Buch enorm abwerten....

Freitag 1.10.2010: Die PC-Evolution

Als ich vor einiger Zeit für den Kauf meines neuen Taschenrechners das Casio Sortiment angesehen habe, war ich erstaunt, dass ich dort noch Modelle finde, die ich schon in meiner Schulzeit kannte. Nehmen wir den FX-82, den bekam ich als ich in die Oberstufe bekam, also 1982 und deswegen heißt er wohl so. Er wird seitdem weitgehend unverändert produziert.

Das gleiche gilt für andere Modelle. die Palette hat Casio nach oben hin abgerundet, mit noch mehr Funktionen, Programmierbarkeit oder grafischen Fähigkeiten. aber mir zeigt es etwas deutlich: auch elektronische Geräte können den Zustand erreichen, wo sie nur noch graduell verbessert werden: Wer einen wissenschaftlich/technischen Rechner sucht findet tatsächlich im FX-82 alle Funktionen. Was später dazu kam (Lineare Regression, Rechnen in anderen Zahlensystemen, Umrechnungsfunktionen und Konstanten ist ja ganz nett, aber für andere Zwecke nötig.

Ich sehe viele Anzeichen, dass auch PC's langsam in diese Phase der Vervollkommnung erreicht. Zwar läuft weiter das Kernrennen - immer mehr Kerne auf einem Chip, derzeitiger Stand 8 und 12 bei Intel/AMD. Aber man hat nichts mehr davon. Bei einem normalen Nutzer ist es nun mal so, dass der PC meistens wartet, Wer ein Text eintippt, der beansprucht den Prozessor für minimale Zeit wenn mal ein Buchstabe eingetippt wird, wer surft, der beansprucht ihn wenn eine Seite geladen wird. Mag sein, dass Software das trickreicher macht indem sie Seiten schon vorausschauend lädt, aber es ändert das nichts an der Tatsache, dass der PC weitgehend nichts tut. Ich habe mal während ich das hier tippe den Performance Monitor laufen lassen und gebe das Ergebnis hier wieder.

Schon heute sind mehr als Zwei Kerne nur selten nützlich. Der zweite ist noch von Nutzen weil so ein Kern immer für den Benutzer vorhanden ist und einer für Hintergrundprozesse wie Virenscanner. So empfiehlt sich für Gamer, da auch Spiele nur selten mehr als zwei Kerne nutzen eher ein hochgetaktetes Dualcoresystem. Eventuell legt Intel die Idee seines Larrabeeprozessors ja mal wieder auf - er sollte 64 - 256 einfache Cores enthalten die mehr den Recheneinheiten einer GPU ähneln. Da beim Consumer PC mehr als zwei Cores nicht mehr Leistung bringen, vor allem Gamer und Videoschnitt aber immer die Anwendungen sind, die viel Rechenleistung benötigen wäre es viel sinnvoller viele einfach gestrickte Recheneinheiten wie in einer GPU zu betreiben als noch mehr komplexe Cores.

In vielen anderen Dingen sehe ich auch nur evolutionäre Änderungen. Windows 7 ist schicker. Aber die Veränderungen in Benutzersteuerung, Anbindung neuer Hardware etc., also der für den praktischen Einsatz abseits von optischen Gesichtspunkten wesentliche Teil, der benötigt nicht mehr Rechenleistung als XP.

Wohin die Reise nun gehen wird ist meine Ansicht nach mehr Integration und noch geringerer Stromverbrauch. Der Weg zur Integration ist schon deutlich sichtbar. Intel und AMD integrieren in ihre CPU schon mehr und mehr Chipsatzfunktionen. Seit Jahren ist bei AMD ein teil des Speichertransfers integriert, nun geht es weiter mit den Grafikkerrnen die auch deutlich leistungsfähiger werden. Ich denke in ein paar Jahren kann man wirklich von einem System on a Chip (SOC) sprechen, so wie man es schon von Smartphones kennt.

Das erlaubt es PC's kleiner und preiswerter zu bauen. Nicht nur für Embedded Systeme oder Multimediasysteme sondern auch normale Büro-PC könnten davon profitieren. Vielleicht kommt ja mal wieder der Heim -PC in der Tastatur. Geräte integriert im Monitor gibt es ja schon.

Das zweite ist das Stromsparen. Es hat sich viel getan, doch noch immer brauchen PC's selbst wenn sie nichts tun 30 Watt, dazu kommt noch der Monitor mit 20-30 W je nach Größe. Das klingt nach nicht viel, aber bei mir läuft der PC mindestens 12 h am Tag. Das sind übers Jahr gerechnet 260 kWh, wobei ich eher denke dass es 400 kWh sind, da ich zwei Monitor betriebe und nicht das absolute Stromsparsystem habe. Das ist mehr als ein Zehntel unseres Stromverbrauchs.

Bei den Prozessoren hat sich da schon einiges getan, aber es ist noch verbesserungswürdig. Hier ein paar Vorschläge: Intel hat mit dem Atom einen Stromsparprozessor im Programm, der selbst bei maximaler Last weniger Strom verbraucht als ein Mehrkernprozessor im Leerlauf. er ist langsam - aber für das entgegennehmen von Tastendrücken reicht es. Da heute Prozessoren innerhalb von Millisekunden aktiviert werden können, warum wird nicht ein Atom Kern integriert - die anderen Kerne schalten dann meistens und sind  abgeschaltet. So kann man das beste aus beiden Welten - Hohe Leistung und niedriger Stromverbrauch kombinieren. Das nächste ist dann der Chipsatz. Auch hier sehe ich Chancen in der Integration in den Prozessor. Es ist dadurch eine engere Zusammenarbeit gegeben und dadurch auch eher die Möglichkeit die Teile abzuschalten die momentan nicht benötigt werden.

Dasselbe wird auch für die Grafikeinheiten gelten, die ja nun auch integriert werden sollen. Bisher waren Grafikkarten ja keine Energiesparer. Warum auch? Wer Hunderte von Euro für maximale 3D Leistung investiert, den juckt die Stromrechnung nicht. Alle anderen vielleicht schon. Auch hier gilt: Die meisten nutzen keine 3D Grafik. 70% aller PC's werden mit Onboard Chipsatz betrieben, nur 30% haben eine eigene Grafikkarte und ich wette, die meisten davon die Einstiegs oder Mittelklasse. Auch hier: Die Chance die Einheiten nur dann zu aktiveren wenn man sie braucht und den Stromverbauch zu senken. Vielleicht kann man dann wieder zu passiv gekühlten Systemen zurückkommen - zumindest für viele einsatzzwecke wo geringe bis mittlere Rechenleistung benötigt wird. Das sind meist auch PC's die nie aufgerüstet werden und weder Steckplätze noch fünf Laufwerksschächte benötigen - Chancen es kleiner und kompakter zu bauen.

Vielleicht investiert die Industrie dann auch mal mehr in andere Dinge, z.B. Lebensdauer. Es sollte möglich sein einen PC auch nach einigen Jahren aufzurüsten, ohne dass sich Standards für Schnittstellen oder RAM und Prozessor-Sockel sich änderten. Vor allem sollte an der Haltbarkeit der Komponenten gearbeitet werden. Vor allem die Elektrolytkondensatoren auf den Motherboards scheinen heute nur eine Lebensdauer von einigen Jahren besitzen. PC-Systeme sollten wie Unterhaltungselektronik eine Betriebsdauer von mindestens 10 Jahren besitzen. Keiner meiner letzten beiden PC's lebte so lang. Nach etwa vier Jahren fiel immer irgendwas aus.

Kann sich noch jemand an die Zeit der Heimcomputer erinnern? An die Zeit des Apple-II, C64 oder CPC-464? Jedes dieser Geräte wurde über Jahre hinweg produziert, nur eben immer billiger. Ab und an gab es auch leicht verbssserte, aber softwarekompatible Nachfolgemodelle, wie beim Apple den Apple II+, Apple IIe und Apple IIc. Beim C-64 den C128 oder C-64 II, beim CPC wäre hier die Reihe CPC 464/664 und 6128 zu nennen. Ich selbst habe meinen ersten CPC 464 1985 für 900 DM gekauft, als er 1989 kaputt ging den nächsten für 300 Mark. Warum sollte es bei PC's heute nicht anders gehen - wenn die Leistung ausreicht und die Nachfrage vorhanden ist?

Freitag 1.10.2010: Raumfahrträtsel 34

Nur mal für die nächsten Rätsel: Die Lösung sollte nicht in den Kommentaren kommen, sondern mir zugemailt werden, dass ich sie auch veröffentlichen kann als Erklärung beim nächsten Rätsel. So geht sie auch nicht in der Flut der Kommentare unter und sie kann durchaus länger sein. Ich kopiere hier mal die Antwort von "Keiner"

Kevin hat es prinzipiell. STS-1 und John Young sind richtig.

Ich zitiere aus wiki ( http://en.wikipedia.org/wiki/STS-1 ) von den “Mission anomalies”:

• Inspection by astronauts while in orbit showed significant damage to the thermal protection tiles on the OMS/RCS pods at the orbiter aft end, and John Young reported that two tiles on the nose looked like someone had taken ‘big bites out of them’.[2] Post-flight inspection of Columbia’s heat shield revealed that an overpressure wave from the Solid Rocket Booster (SRB) ignition resulted in the loss of 16 tiles and damage to 148 others.[citation needed]

• The same overpressure wave pushed the body flap below the main engines at the rear of the shuttle well past the point where damage to the hydraulic system would be expected, which would have made a safe re-entry impossible. The crew were unaware of this until after the flight, and John Young reportedly said that if they had been aware of the potential damage at the time, they would have flown the shuttle up to a safe altitude and ejected, causing Columbia to have been lost on the first flight.[3]

Die Schockwelle der Booster-Zündung war deswegen so stark, weil das Wasser-Lärmunterdrückungssystem nicht aktiv war (SOUND SUPPRESSION WATER SYSTEM · SRB IGNITION OVERPRESSURE SUPPRESSION SYSTEM).

In Kenntnis eines wahrscheinlichen Hydraulikschadens hätte John Young das Shuttle also bis auf “sichere Höhe” für einen Ausstieg gebracht und dann den Schleudersitz(!) betätigt (“ejected”). Columbia wäre führerlos abgeschmiert und was das bedeutet hätte, mag man sich gar nicht ausmalen.

Mein Kommentar dazu: Der Verlust der Columbia damals hätte wohl etwa 100 Milliarden Dollar eingespart und 14 Menschenleben gerettet....

Aber zum Rätsel selbst: Die Frage ist so allgemein gestellt, dass ich ohne Problem ein anderes Ereignis anführen kann: Die Kollision der Progress-34 mit der Mir. Sie verlor einen Großteil der Energie und die Orientierung, dazu kam der Druckverlust. Eine kurze Zeitlang war die Besatzung nahe daran die Station zu verlassen. Michael Foale, der als Gast in der Station war, wurde sofort in die Sojus geschickt. Doch mit dem Schließen der Luken ins Spektr Modul (wobei alle intern durch die Luken gezogenen Leitungen zum Modul gekappt wurden),  wurde dies verhindert und die Lage stabilisiert. Die Besatzung verbrachte die nächste Zeit zur Sicherheit in der Sojus bevor nach und nach die Station wieder reaktiviert wurde,

Nur mal als Hinweis, für die nächsten Rätsel. Konkret genug sollten sie schon sein. So, Kevin hat eines das ich aus dem Stand auflösen könnte und ich rechne damit das es in 2-3 Stunden auch gelöst ist. Bitte hier nur die richtige Lösung bestätigen und mir einen Text fürs nächste Rätsel schicken und der wo richtig aufgelöst hat bitte auch unaufgefordert eine neue Rätselfrage zusenden.

 Was fand man in der von Apollo 12 zurückgebrachten TV-Kamera von Surveyor 3?

Samstag 2.10.2010: Stuttgart 21

Ich schreibe in meinem Blog ja wenig über Politik. Vor allem weil das ja schon viele tun. Die ganzen Fernsehprogramme bestreiten ja einen Großteil ihres Nachtprogrammes mit Polit-Talkshows, und da gibt es ja noch Extra 3 und die Heute Show, die das Veräppeln der Politik besorgen. Aber die letzten Ereignisse um Stuttgart 21 gehen auch an mir nicht vorbei.

Vorher war mir das Thema ziemlich egal. Ich kenne den Stuttgarter Bahnhof und die einzige Fernstrecke die ich nutze geht über Ulm. So gesehen würde ich profitieren. Ich weis auch, dass man dort ab und an mal verspätet losfährt weil was umrangiert wird und seit sich die Fahrtzeit durch die Stadtbahn anstatt der alten Straßenbahn nach Stuttgart halbiert hat weis ich auch was Tunnel an Zeitersparnis bringen.

Die Kosten waren mir egal, weil der größte Teil vom Bund kam. Das alte Bäume dafür weichen mussten störte mich schon eher, weil ich auch die schwäbische Mentalität kenne: Wenn 200 ha mehr Gelände in der Stadt zur Verfügung stehen, dann werden die vollgebaut, schließlich ist jeder Quadratmeter Geld wert. Man muss nur mal schauen wie viele Grünflächen die Stuttgarter Innenstadt hat.

Aber zu dem was passierte, kann man nicht schweigen, vor allem bei der Reaktion der Landesregierung: Das Herunterspielen der Aktionen der Polizei seitens des Innenministers und das gebetsmühlenartige Weiderholen von Mappus, alles wäre demokratisch legitimiert. Vor allem die Bereitschaft zu sprechen, aber keinen Baustopp auszusprechen ist doch hirnrissig. Ohne mich auf eine Seite schlagen zu wollen: Wie sollen Gespräche ablaufen wenn weiter demonstriert und abgerissen wird? Die Konflikte sind doch dann schon vorprogrammiert. Auf so was kommt nur jemand der eigentlich nicht verhandeln will.

Vor allem wenn nun schon Merkel die Landtagswahl zur Volksabstimmung über Stuttgart 21 erklärt hat, das Projekt seit 15 Jahren läuft und der Bund ja derzeit eh in Finanznöten steckt, dann könnte man die rund 6 Monate doch warten bis die Wähler darüber abgestimmt haben - aber wieder mal gilt es vollendete Tatsachen zu schaffen.

Eigentlich hätte die Politik schon hellhörig werden sollen als die ersten größeren Demonstrationen kamen. Bei uns im Ländle läuft es anders als woanders. Die Leute demonstrieren nicht wegen jedem Scheiss, haben einen gewissen Obrigkeitsglauben und eine gewisse Trägheit. Die meisten sind auch zu beschäftigt um zu demonstrieren. Wenn man sie zum demonstrieren bringt, dann muss einiges schief laufen und dann hat man es auch nicht mit irgendwelchen Freaks zu tun, sondern Leuten die ihre Meinung zum Ausdruck bringen können, die sich organisieren können und die dann auch das Vertrauen in die Politik verloren haben und das weiter missionieren. Nicht umsonst fingen die ersten Demos gegen die Nachrüstung in Baden-Württemberg an Mutlangen, gab es hier die 200 km lange Menschenkette um gegen die Stationierung der Pershing zu demonstrieren. So wundert es auch nicht das die Polizei dann Kinder, Jugendliche und alte Leute attackiert hat. (Sorry,, aber die haben auch die Zeit zum Demonstrieren).

Das hier etwas anders, ist als im Rest der Republik ist dürfte auch an dem Motto "Wir sind das Volk, Wir haben das Geld" bei einer Demo klar geworden sein. Wenn es soweit kommt, das demonstriert wird, dann ist viel geschehen. Eher wird vorher in der Wahlkabine abgestimmt: Unser letzter OB hat aus einem ehemaligen Kasernengelände einen künstlichen Stadtteil gemacht, der nun zum zweitgrößten von fünf Gemeinden wurde, mit uniformen Legohäuschen und als Folge machten die Einzelhandelsgeschäfte in den anderen Stadtteilen zu, weil es dort neue großzügige Gewerbefläche gab, zudem wurden zwei von drei Hallenbädern geschlossen - bei der letzten OB Wahl trat neben einem lokalen Finanzbürgermeister zwei Kandidaten von außerhalb an und einer gewann im ersten Wahlgang - eine Novität, wählt man doch sonst eher die die man schon kennt. Aber mit der alten Stadtverwaltung wollten die meisten nichts mehr zu tun haben. Okay, der neue OB ist eine Nullnummer, der nicht regiert sondern nur repräsentiert und in jeder Ausgabe der Stadtrundschau mindestens einmal in den ersten Seiten auf einem Foto zu sehen sein muss. Aber das konnte man ja nicht vorher wissen.

Vor allem ärgert mich das Argument die Entscheidung sei "demokratisch legitimiert". In BW wurde sie von allen Parteien getragen, außer den Grünen. Das heißt ich muss also die Grünen wählen wenn ich gegen dieses Projekt bin, egal wie ich sonst zu deren Programm stehe? Das ist doch Humbug. Es ist ein Symptom wie heute Politiker meinen agieren zu können: Sind sie erst mal gewählt, ist alles was sie tun "demokratisch legitimiert". Glauben die das wirklich? Das die Leute die vor einem Jahr CDU/FDP wählten einen verminderten Mwst Satz für Hotels, Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke und erhöhte Krankenkassenbeiträge waren? Leute ihr habt nicht mehr alle Tassen im Schrank!

Die Art wie in den letzten Jahren entscheiden wird, gegen den Willen der Bevölkerung, nicht nur im Land, sondern auch im Bund veranlasst mich doch Volksabstimmungen zu fordern. Es ist nicht nötig jedes Gesetz durch eine Volksabstimmung hinterfragen zu lassen, aber es sollte die Möglichkeit dafür bestehen. Zum einen als Automatismus, z.B. bei Grundgesetzänderungen und zum anderen wenn sich ein nicht vernachlässigbarer Teil der Bevölkerung dafür ausspricht z.B. eine Organisation 5% der wahlberechtigten Bürger zu einer Unterschrift in einer Liste bewegen kann. Das sollte erst mal das Gesetzgebungsverfahren stoppen. Die Abstimmungen könnte man dann ja sammeln und ein paar auf einmal durch das Volk nachprüfen lassen. Aber das würde ja an dem bisherigen Stil wie hier Politik gemacht wird - nach der Wahl ist alles vergessen - ändern. Derzeit unterscheidet die Art wie hier regiert wird ja in keiner Weise von einer Monarchie: Nach der Wahl wird absolutistisch den eigenen oder Lobbyinteressen nachgegangen. Und wählt man eine neue Regierung, dann bekommt man das gleiche in Rosa. Volksabstimmungen hätten auch den Vorteil, dass die Politik auch mal für ihre Vorhaben werben müsste, anstatt wie bisher über die Köpfe hinweg zu entscheiden. Ich vermute aber, dass Lobbyismusgesetze wie eben der erhöhte Krankenkassenbeitrag ohne Einbußen für Ärzte und Pharmaindustrie schwer vermittelbar sind.

Aber Mappus will ja keine Volksabstimmungen, bzw. gekoppelt mit der Wahl. Dann sollte er mal einen Blick auf die Wahlumfragen werden. Die letzte ist ja einen Monat alt, bevor es richtig "heiß" wurde. In der hatten die Grünen ihren Stimmenanteil verdoppelt, die CDU und FDP je 5 % verloren und schon nach dem Stand gäbe es keine Mehrheit mehr für die derzeitige Landesregierung. Und wenn das so weiter geht haben in sechs Monaten die Grünen die meisten Stimmen. Daher sollen auch jetzt ja Tatsachen geschaffen werden. So läuft das in unserer Bananenrepublik.

Sonntag 3.10.2010: Zwanzig Jahre Deutsche Einheit

Tja an dem Thema komme ich auch nicht vorbei. Was wäre dazu zu sagen? Ich denke die Westdeutschen trauern zumindest zum Teil noch den Billionen Euro nach die in den Osten geflossen sind (ja Billionen). Und die Ostdeutschen haben sich das mit den "blühenden Landschaften" wohl anders vorgestellt: Nicht so wörtlich, denn viele Städte haben so viele Einwohner verloren, dass ganze Stadtteile "rückgebaut" wurden, kurzum abgerissen wurden. Besser aussehen tut es ja dann, nur wenn keiner da ist, ist das doch etwas traurig.

Immerhin so sagen die Umfragen schwinden die Differenzen und mehr und mehr fühlen sich als Deutsche und nicht als Wessis oder Ossis. Immer mehr sehen die Einheit auch positiv und immer weniger meinen das es Ihnen vorher besser ging.

Ich finde nach zwanzig Jahren ist das erstaunliche dran, wie schnell es ging und wie friedlich. Viel mehr will ich auch nicht zu dem Datum sagen und ich wünsche allen Bloglesern noch einen schönen Feiertag.


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