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Web Log Teil 194: 14.10.2010 - 18.10.2010

Donnerstag den 14.10.2010: "Demokratisch legitimiert"

Mit diesem Spruch hat unser verehrter MP Mappus das Projekt Stuttgart 21 verteidigt. Auf gut deutsch: "Ihr habt und gewählt, wir haben das beschlossen, also müsst ihr damit einverstanden sein". Das ist das bislang letze Beispiel wie Volksvertreter der Meinung sind, dass nur durch die Wahl, alles was sie tun legitimiert ist.

Das ist schon deswegen absoluter Unsinn, weil ich ja gar nicht die Möglichkeit habe, über die einzelnen Parteiprogramme abzustimmen, sondern nur einer Partei meine Stimme geben kann. Das heißt, ich muss die auswählen, die mit meinen Vorstellungen am meisten konform geht. Besonders klein wird die Auswahl, wenn wie in BW von vier im Landtag vertretenen Parteien drei für das Projekt sind, sodass nur die Grünen übrig bleiben. Nun hat Merkel ja leichtsinnigerweise die nächste Landtagswahl als "Volksabstimmung" ausgerufen, das könnte in die Hose gehen. Derzeit sieht es so aus: CDU 34%, Grüne 32%, SPD 19%, FDP 6%, Linke 5%. Das Ergebnis der Grünen würde mir zu denken geben, nur mal als Hinweis, Mappus und Merkel....

Aber das führt mich zu meinem Thema: Parteien, ihre Programme und ihr Verhalten. Derzeit ist es für mich so wie bei den Kinderüberraschungen: Nach der Werbung ist das was ganz tolles, zum Naschen, Spiel und Spaß. In Wirklichkeit ist das irgendwas zwischen Kruscht und Glomb (versteht man das auch außerhalb von BW?) in einer pappsüßen Schokolade. So ist es bei den Parteiprogrammen: Sie versprechen einem die großen Reformen und erhöhen dann die Steuer, Krankenkassenbeitrag und betrieben Klientelpolitik.

Mir schwebte als Lösung mal vor, bei den Wahlen eine Abstimmung über die groben Punkte der Parteiprogramme vor, verbunden mit einer einklagbaren Verpflichtung der Umsetzung. Aber dann würden wohl sich wiedersprechende Forderungen herauskommen, wie Schuldenabbau, Steuererleichterungen und Harz-IV Erhöhungen. Aber es sollte eine viel einfachere Möglichkeit geben sich gegen Entscheidungen der Politiker zu wehren die offen gegen den Volkswillen regieren.

Volksentscheidungen sind bei uns nicht vorgesehen, das ist ein Erbe der Nachkriegszeit als man nach dem Ende des dritten Reiches dem Volk nicht allzu viel Macht geben wollte. Bei der Schweiz gibt es sie schon immer. Und ich meine es wird auch bei uns Zeit dafür. Vor allem sind sie dank moderner Technik viel einfacher durchführbar. Wir bekommen ja alle einen maschinenlesbaren Personalausweis. Er soll gut genug und sicher genug sein, um damit im Internet zu bezahlen. Meine Steuererklärung muss ich inzwischen schon online abgeben. Warum das nicht auch für Wahlen und Abstimmungen nutzen. Meine Idee: Jeder bekommt nicht nur einen Personalausweis mit sicherem Chip sondern auch einen Kartenleser und eine CD mit Software für Linux, Windows und Mac. Die Software kann entweder ein Browser Plugin sein oder ein abgeschlossenes System, in jedem Falle sicher - wobei ich denke, die Sicherheit kann gewährleistet sein über eine Verifizierung dass im Kartenleser der Personalauswies der Person steckt, ein sicheres Protokoll zur Datenübertragung (die es ja schon gibt) und ein System das sicher speichert wer wie abgestimmt hat und einen Fingerabdruck der Daten des Personalausweises speichert um sicherzugehen dass niemand mehrmals abstimmt.

So sind Abstimmungen viel leichter durchführbar. Natürlich Wahlen, wobei hier vor allem bei Kommunalwahlen durchaus große Summen eingespart werden können (in meiner Gemeinde kann ich insgesamt 26 Stimmen abgeben, davon bis zu  pro Person). Vor allem kann man aber so auch Volskabstimmungen durchführen - nicht nur die eigentliche Abstimmung, sondern auch das Einholen der nötigen Mindeststimmen, damit es überhaupt eine Volksbatimmung gibt, sagen wir mal 5% der wahlberechtigten Bürger. Durchführen und auswerten sollte das eine staatliche Stelle.

Wie könnte es laufen?

Nehmen wir mal an das Ptojekt "Stuttgart 21" sollte eine Volksabstimmung werden. Die Gegner stellen einen Antrag bei einer von der Regierung unabhängigen staatlichen Stelle für eine Volksabstimmung. Diese prüft diesen zeitnah, ob er die Bedingungen für eine Abstimmung erfüllt und nicht einfach nur ein "Jux" ist oder überhaupt darüber abgestimmt werden kann.

Dann wird verkündigt, das nun eine bestimmte Zeit lang sich Leute online für die Volksabstimmung aussprechen können. Wie beim Sammeln von Unterschiften (das können die Gegner zusätzlich noch tun), muss sich jeder mit Namen und Anschrift registrieren, wobei das online nur mit dem Personalausweis möglich ist zur Verifikation.

Erreicht das Projekt die Mindestanzahl an Stimmen, so wird es zur Volksabstimmung und steht einige Zeit, sagen wir mal einen Monat lang online zur Wahl. wer keinen Computer hat sollte mit seinem Personalausweis in einen zu bestimmten Zeit geöffneten Raum bei seinem örtlichen Rathaus gehen wo er analog wählen kann - notfalls für alte Leute mit der alten Papierzettelmethode aber besser mit dem gleichen System, nur einem stationären Computer. Während dieser Zeit steht auch das Vorhaben über das zu entscheiden ist. Also Gesetzesvorhaben sind noch nicht gültig oder bei Stuttgart-21 dürfte nicht weiter gebaut werden. Sonst könnte der eine oder andere Volksvertreter auf die Idee kommen Tatsachen zu schaffen die unumkehrbar sind.

Natürlich gibt es erst mal teuer: Für jeden Wahlberechtigten muss ein Kartenleser angeschafft werden. Solche für die Abwicklungen von Zahlungen via Online Banking kosten 30-40 Euro. Es gibt auch preiswertere Modelle ab 20 Euro. Sie dürften wenn sie sicher genug zum Zahlen sind auch sicher genug für Abstimmungen sein. Ich denke dieser Preis wäre auch bei Millionenstückzahlen realistisch, vielleicht sogar noch weniger. Dann müsste der Staat für geschätzte 60 Millionen Lesegeräte rund 1 Milliarde ausgeben - viel Geld, aber nur so viel wie die FDP den Hoteliers jedes Jahr schenkt. Vor allem werden dann aber Wahlen viel billiger. Es wird weniger Personal zum Auszählen und Durchführen benötigt, und die Ergebnisse liegen auch schneller vor.

Trotzdem bin ich sicher, wird es nicht dazu kommen. Denn das wäre ja echte Demokratie, die Art von Demokratie, die es in Athen vor 2000 Jahren gab - damals beschlossen die wahlberechtigten Bürger über einzelne Anträge im Scherbengericht - nicht über die Wahl von Personen, sondern das Vorgehen. Heute sind Wahlen der Persilschein vier Jahre lang das zu tun was man will. Vor allem scheinen die Bürger keine Macht mehr zu haben. Wie ja die letzten Entscheidungen zeigen werden Gesetze von Lobbyisten geprägt. Ich bin mir sicher, dass bei Volksabstimmungen viele dieser Vorlagen wieder kippen würden, und die Politiker dann so auch gestärkt werden würden. So nach dem Motto: "Höhere Krankenkassenbeiträge? Die bekommen wir nicht durch, lasst uns nach einer anderen Lösung suchen". Aber vielleicht wollen die Politiker ja nur Marionetten sein. Schließlich winken ja lukrative Aufsichtsratsposten.

Freitag 15.10.2010: Nicht immer ist ein hoher spezifischer Impuls sinnvoll

Was wirklich? Was soll denn das heißen? Nun es gibt tatsächlich eine Ausnahme, nämlich wenn die Energie nicht im Treibstoff schlummert, sondern selbst aufgebracht werden muss, also bei elektrischen Antrieben.

Nun man kann das ganze ganz einfach erklären: Die Energie die man braucht, um Materie auf eine bestimmte Geschwindigkeit zu beschleunigen berechnet sich nach E = m*v²

Das bedeutet wenn ein Ionenantrieb eine erhöhte Ausströmgeschwindigkeit (v) erreichen will, so steigt der Energiebedarf quadratisch pro Masseeinheit an. Natürlich korrespondiert eine erhöhte Ausströmgeschwindigkeit mit einem geringeren Treibstoffverbrauch. Doch solange (und das ist zumeist gegeben) die Ausströmgeschwindigkeit viel größer als der Geschwindigkeitsbedarf ist, nimmt der Treibstoffbedarf eher linear ab.

Es gibt auch einen Zusammenhang bei Ionentriebwerken. Es gilt:

c = w * 2L / S

c: Ausströmgeschwindigkeit in m/s
w: Wirkungsgrad (0...1)
L: Leistung in Watt
S: Schub in N

Sind elektrische Leistung, Wirkungsgrad bekannt und gegeben so vereinfacht sich die Gleichung auf:

c = const / S

Das bedeutet ein hoher Schub und eine hohe Ausströmgeschwindigkeit schließen sich gegenseitig aus. Das hat Folgen. Da eine gewisse Endgeschwindigkeit benötigt wird und das Raumfahrzeug auch ein gewisses Gewicht aufweist ist klar, dass bei abnehmenden Schub es immer länger dauern wird eine bestimmte Endgeschwindigkeit zu erreichen.

Nun könnte man auf die Idee kommen die Sache anders anzugehen. Wenn eine doppelt so hohe Ausströmgeschwindigkeit eine doppelt so hohe Leistung erfordert, dann muss einfach die Stromversorgung stärker ausgelegt sein. Die Sache hat nur einen Haken: Heute verfügbare Systeme wiegen erheblich mehr als das ganze Triebwerk oder der Treibstoff. Ein Ionentriebwerk von EADS hat z.B. einen Stromverbrauch von 5 kW und wiegt 7 kg. Bei den leistungsfähigsten Solargeneratoren, die heute im Einsatz sind beträgt die Leistung aber maximal 80 W/kg. Der Solargenerator der 5 kW Leistung liefert würde also mindestens  62,5 kg wiegen, nahezu zehnmal mehr als das Triebwerk selbst. Nukleare Energieversorgung ist auch keine Lösung den deren Leistung ist noch geringer, gemessen pro Kilogramm Gewicht des Reaktors.

Darum ist es nicht sinnvoll eine sehr hohe Ausströmgeschwindigkeit anzustreben. Es ist ja seit den sechziger Jahren bekannt wie eine Ausströmgeschwindigkeit von 200 km/s erreicht werden kann, der letzte theoretische Versuch ist das ESA Triebwerk DS4G. Wahrscheinlich geht es mit noch mehr Beschleunigungsstufen (die Ausströmgeschwindigkeit ist zumeist von der erzielbaren Spannungsdifferenz auf einer Strecke begrenzt) noch höher. Doch auch die Autoren des DS4G propagieren dieses für interstellare Missionen wenn diese Ausströmgeschwindigkeit benötigt wird.

Eine zweite Möglichkeit wäre bei bemannten Missionen, die ein Platzproblem haben: Der Schub eines herkömmlichen Ionentriebwerks mit einer Beschleunigungsstrecke ist begrenzt auf 0,5 mN/cm². Würde man also für eine Marsexpedition eine Ares V mit 10 m Durchmesser benutzen läge der maximale Schub bei ca 390 N. Die Konstruktion des DS4G mit zwei Beschleunigungsstrecken würde diese Energiedichte um den Faktor 20 erhöhen. Allerdings bleibt die Frage wo die elektrische Leistung herkommt.

Es gibt also ein Optimum für die Strahlgeschwindigkeit. Sie liegt bei

copt = Sqrt(2* t / 1000 * a0) [km/s]

copt : optimale Ausströmgeschwindigkeit in m/s
t: gesamte Antriebsdauer in s
a0: Koeffizient aus Sondengewicht in kg und Leistung in kW: a0 = Sondengewicht [kg]/Leistung [kW]

Für Marsrundreisen z.B. 20 - 60 km/s für einen Orbiter im Jupitersystem 80-100 km/s. Wenn es nicht so weit gehen soll, wie z.B. bei SMART-1 nur zum Mond so reicht auch eine Ausströmgeschwindigkeit von nur 10 km/s. Dasselbe dürfte wohl auch für reine Lageregelungszwecke gelten.

Sonntag 17.10.2010: Ein dickes Lob an die Korrekturleser

Die letzten Tage bin ich nicht viel zum Bloggen gekommen. Ich konnte das noch teilweise auffangen, weil ich meist die Beiträge einen oder mehrere Tage vorher schreibe. Aber ich hatte viel zu tun. Wir haben eine 40 Jahre alte Weide im Garten gefällt, weil sie einfach zu groß wurde und weil sie natürlich just im hintersten Winkel steht dauerte es einige Zeit bis ich die ganzen Äste und das Laub zum Anhänger getragen habe wo es dann mein Schwager und mein Neffe in mehreren Fuhren zur Kompostieranlage gefahren haben. Der Weg für das Holz zum Versägen war noch länger. Damit war ich seit Mittwoch schon recht gut ausgelastet.

Doch dann kam die Zweitkorrektur des zweiten Bandes über europäische Trägerraketen zurück. Da ich das Projekt endlich mal abschließen will und zudem nach ein paar Monaten etwas Abstand von Skylab brauche, habe ich dieses nochmals durchgelesen und danach die Bilder eingefügt. Beim Lesen ist mir aufgefallen wie gut es geworden ist. Das ist nicht nur das Ergebnis meiner Arbeit, sondern auch die der Korrekturleser, in diesem Falle Kevin und Thomas. Die Korrekturleser haben wirklich ganze Arbeit geleistet und viel an meinem Schreibstil, der etwas trocken, technisch ist und bei dem ich auch immer die gleichen Worte verwende, verändert. Es ist gut zu lesen, informiert trotzdem kompetent geschrieben.

Ich warte jetzt noch ob sich Michel Van nochmals meldet. Er wollte, weil es sehr wenige gute Schnittdiagramme zu Ariane und Vega gibt, einige zeichnen, hat bisher aber nur eines zugeschickt. Wer Band 1 kennt der kennt ja seine Diagramme schon die es dort zuhauf gibt. (Achtet mal auf das "MV" Logo bei den Grafiken). Wenn nicht geht es in den nächsten Tagen in den Druck. 348 Seiten sind es geworden, 29,90 Euro wird es kosten.

Ich bin froh und stolz auf das Buch. Froh weil damit mein längstes Buchprojekt endlich zu Ende geht. Begonnen habe ich damit nach der Veröffentlichung der ersten Auflage des ATV Buches. Das war im Oktober 2008. Ich fing eigentlich mit einem Buch über europäische Trägerraketen an, dass ich dann als es immer länger wurde aufteilte in zwei Bände aufgeteilt aber trotzdem am zweiten Band weiter gearbeitet wenn ich bei der Recherche was passendes fand.

Im Frühjahr wurde es dann endlich fertig und ging an die Korrekturleser, trotzdem habe ich zwischen den Korrekturen noch ergänzt wenn es was neues gab. Das war auch jetzt so, auch wenn es nur die Anpassung der vorläufigen Starttermine von Sojus ST und Vega war.

Stolz bin ich, weil ich an keinem Buch so viel Arbeit reingesteckt habe um die Informationen einzubinden. Zig Dokumente waren zu sichten, die meisten schwer zu finden als Ergebnisse von IAC oder AIAA Vorträge oder auf Technical Reports Servern. Alleine die Literaturhinweise sind glaub ich fast 10 Seiten geworden. Über die Erfahrungen mit Raumfahrtfirmen bei der Recherche habe ich ja schon geschrieben. Dafür denke ich ist es gut geworden. Ich könnte ja sagen es ist das beste Buch über Ariane 5, doch da es bislang keines über Ariane 5 gibt wäre, das doch etwas billig. Aber ich denke es ist ein gutes Buch über alle Technikbegeisterten.

Was ich nicht tun werde ist das Buch beim DLR Magazin zur Rezension vorschlagen. Mir reicht noch die letzte Kritik. Auch im neuen Buch findet man vor allem Fakten. Was soll man denn auch sonst in einem Buch über Technik finden? Zumal ich in einer persönlichen Rezension die ich zum ATV Buch vom DLR bekam, auch lesen konnte das zu wenig über die Firmen und die faszinierende Projektgeschichte drin stehen würde. Angesichts sehr deutlich Kritik in meinem Buch an der politischen Unterstützung Deutschlands und einer deutschen Raumfahrtfirma, die Oberstufen mit rekordverdächtigen Leermassen konstruiert, wird es dem DLR wohl nicht gefallen.

Doch wie schon gesagt: Ohne die Arbeit meiner Korekturleser wäre das nicht möglich. Der Job ist bei meiner Grammatik nicht leicht, zumal ich von Ihnen viel erwarte: Sie sollen nicht nur Rechtschreibfehler korrigieren und Kommas setzen, sondern den Stil ändern, das ganze leserlicher machen und lebendiger. Sie sind also eher Lektoren oder Ghostwriter als Korrekturleser. So verwundert es nicht dass die meisten genauso lange zum Korrigieren brauchen wie ich zum eigentlichen Schreiben. Aber ich habe ein echtes Kompetenzteam dass ich hier mal vorstellen will:

Da ich gerne eine Stammbesatzung von vier Korrektoren hätte, um zum einen nicht jeden Einzelnen zu sehr einzuspannen und auch abfedern zu können, dass jemand keine Zeit hat oder einfach wichtigeres zu tun hat, habe ich ja hier schon mal einen Aufruf gestartet. Da sich keiner gemeldet hat habe ich mal Arne direkt angeschrieben. Er fiel durch rege Mitarbeit, Raumfahrtkenntnisse und wirklich schwere Rätsel ja schon auf. Die erste Probekorrektur vom Skylab Manuskript sieht sehr gut aus und ich hoffe ich kann auch ihn bald zu meinem Team zählen.

An alle bisherigen Korrekturleser nochmals an dieser Stelle ein ganz dickes Dankeschön!

Sonntag 17.10.2010: Wie sieht das ideale Zubringerraumschiff für die ISS aus?

... und zwar nur für bemannte Missionen. Nun soll ja die Orion durch ein neues System ersetzt werden. Der kommerzielle Crewtransport soll es richten. Doch kann man Menschen wirtschaftlich zur ISS befördern (zumindest im Westen)?

Ja man kann. Indem man die gleichen Überlegungen anstellt wie bei unbemannten Gefährten und dann noch den Sicherheitsaspekt mit einbezieht. Was zählt ist neben der Sicherheit die Kosten pro Crew Sitz, also was kostet es einen Astronauten zur ISS zu bringen? Die Gesamtrechnung könnte natürlich grundsätzlich anders laufen als bei unbemannten Projekten, aber ich vermute es wird nicht so. Und eine Tatsache ist, dass die Kosten pro Raumfahrzeug ansteigen je größer es ist. Man mag ja als Laie denken, wenn ein Satellit doppelt so groß sein kann, dann können die Hersteller ihn billiger bauen. Aber das scheint nicht gegeben zu sein. So denke ich wird ein kleines Gefährt günstiger sein als ein großes. Es wird dann auch eine kleinere Trägerrakete benötigt. Des weiteren haben die Kapseln an die gedacht wird wie Kegelform oder Glockenform eine sehr ungünstige Formgebung, die es anders als bei einem Zylinder nicht einfach erlaubt den zusätzlichen Platz effektiv mit mehr Personen zu füllen (es hat Gründe, warum Passagierkabinen in Flugzeugen zylindrisch sind und nicht kegelförmig....)

Wird ein Servicemodul gebraucht? Wenn es nur zur ISS geht und zurück, dann eigentlich nicht. Das Raumfahrzeug ist dann einige Stunden bis vielleicht 2-3 Tage im All. Dafür reichen einige auswechselbare LiOH Kanister, einige Liter Wasser, etwas Nahrung und einige Urin/Kotbeutel. Für die Stromversorgung je nach Kosten Solarzellen oder Batterien. Es ist mir sowieso bis heute ein Rätsel, wie die NASA in den sechziger Jahren nach 3-4 Umläufen an eine Agena andocken konnte, nach 2 Umläufen zum Mond aufbrechen und heute einige Tage für das Ankoppeln an die ISS braucht. Aber heute geht dort alles viel viel langsamer als damals.

In einer kleinen Kapsel sind die Astronauten natürlich zusammengezwängt, aber das lässt sich für einige Stunden aushalten. Es geht nicht um Bequemlichkeit, sondern einen Zubringer der möglichst wenig wiegt oder bei gegebenem Gewicht möglichst viele Sitze bietet. Ohne Servicemodul offeriert eine Kapsel auch die Möglichkeit der Wiederverwendung - okay die Kapsel ist sicher nicht so teuer, das ist ein Aluminiumhohlkörper, wird der in Serie hergestellt, dann kann das nicht so teuer sein. Aber die ganze Elektronik darin ist nicht gerade billig. Was her muss ist dann noch ein Hitzeschutzschild der ausgewechselt werden kann. Ohne Servicemodul mit auswechselbarem Hitzeschutzschild sollet auch die Wiederverwendung möglich sein

Es gibt sogar die Möglichkeit, dass eine Kapsel billiger als ein unbemannter Transporter ist - zumindest vom Prinzip her. Während dort nämlich alles automatisch laufen muss, kann bei einem bemannten Transporter der Mensch eingreifen und zumindest ein Manöver rechtzeitig abbrechen. Leider ist es in der Praxis genau anders rum. Bemannte Raumfahrzeuge sind immer teurer als unbemannte.

Apollo wog 6 t und hatte bei Rettungsmissionen Platz für 5 Personen, wenn der mittlere Sitz nicht für Ausrüstung genützt wird, sogar sechs. Apollo war dabei groß: 3,90 m Durchmesser, die Sojus fasst auch drei Kosmonauten bei nur 2,17 m Durchmesser. Also für ein paar Stunden als reiner Zubringer wären in einer Kapsel von der Größe der Apollo sicher auch acht Personen unterzubringen.

Die Kapsel wog 6 t. Dazu kommt dann noch Treibstoff und Lebenserhaltungssysteme und die Astronauten. Das macht sicher 2 t aus. Dann ist man bei einem Raumschiff fas kompatibel zu der Falcon und Taurus ist, oder der Sojus wenn man nicht gerade an einer Trägerrakete hängt.

So was ähnliches plant auch Boeing mit dem CST-100. Das wichtigste ist aber nicht die Technik. Das wichtigste ist das es nicht die NASA macht. Warum? Die NASA hat seit dem Verlust der Challenger und Columbia das Muffensausen. Sie hat erkannt das die Shuttles nicht das sichere Gefährt sind, dass sie gerne hätte und vor allem welche Folgen ein Verlust von Astronauten bei ihrer Mission heute auf die NASA hat. Daher geht das Pendel in Richtung übervorsichtig. Trägerraketen die erprobt sind und ohne Fehlstart sind /Atlas V und Delta IV) werden abgelehnt weil sie rein rechnerisch etwas schlechter da sind als eine noch nie geflogene neue Rakete (Ares I). Dazu kommt das die NASA sich selbst beschäftigt. Wenn ein Shuttle heute zur ISS fliegt, dann müssen mindestens vier Astronauten an Bord sein - an einem Raumfahrzeug, das vom Start weg von Computern gesteuert wird und auch weitgehend ohne Menschen fliegen könnte. Eigentlich sollten ja die Leute an Bord der ISS forschen und selbst Touristen wollen keine jahrelange Ausbildung um das Raumfahrzeug zu steuern. Daher sollte an Bord eines Zubringers nur ein Pilot sein - für die Endannäherung und den Notfall.

Was es geben muss sind Standards. Sicherheitsstandards, Doch diese sind leicht zu umreißen:

Das ist nicht der große Unterschied zu unbemannten Missionen: Auch dort gibt es Standards um zu gewährleisten, dass diese nicht irgendwann verloren gehen. Diese mussten auch erst eingeführt werden, als beide Raumfahrtnationen da Lehrgeld in den frühen sechziger Jahren bezahlten. Es ist nur ein Unterschied in der Zuverlässigkeit oder dem Restrisiko. Jede private Raumfahrtfirma die diesen Standards folgt sollte auch kommerzielle Transporte durchführen können. Man sollte nur seine Finger von Firmen lassen die bei anderen Projekten mal um Geld zu sparen elementare Sicherheitssysteme eingespart haben....

Es muss sich zeigen ob es möglich ist. Wogegen ich bin ist sich auf die Sojus zu verlassen. Mal abgesehen, dass es für die NASA ja nicht politisch in Frage kommt. Aber auch wirtschaftlich macht es keinen Sinn. Was passiert, wenn man auf die russischen Dienste angewiesen ist zeigt das Raketengeschäft: Kaum kann die Sojus von Kourou aus starten und ist sie dadurch auch für GTO Transporte interessant steigen die Herstellungskosten schnell an. ILS hält egal wie hoch der Startpreis von Ariane 5 ist immer einen 30-40% Abstand. Die Russen können Marktwirtschaft und wenn man auf die Sojus angewiesen ist werden sie schnell teurer (wie gerade auch die NASA feststellt).

Aber dann stehen die wenigsten wieder für reiche Touristen zur Verfügung ....

Montag 18.10.2010: E-Book Reader oder Surfpad?

Das war wohl das Thema bei der Frankfurter Büchermesse. Kaum kommen die E-Book Lesegeräte richtig auf den Markt und E-Books werden populärer, da erscheint als neue Konkurrenz die Webpads, also so Geräte wie das iPad. Es scheint das gleiche zu sein wie bei den Handys. Multifunktionelle Geräte sind besser als Geräte mit nur einer Funktion - egal ob man es braucht oder nicht.

Nun ein Webpad ist sicher was feines. Man kann damit Surfen, Videos ansehen, Mails beantworten mit Einschränkungen spielen. Für viele sicher eine Alternative für ein Netbook, wenn das nur ein Zweitgerät zum Surfen ist. Sicherlich auch ein guter Begleiter in den Urlaub um die Bilder vor Ort zu sichten, zu überspielen, sich zu informieren und die Zeit zu vertreiben. Schon das Mailen wird aufwendig wenn man die Buchstaben über eine Bildschirmtastatur eintippen muss. Aber fürs Surfen wo man nur ab und an mal eine suchanfrage eintippen muss wird's wohl reichen.

Nun soll das neue Möglichkeiten eröffnen: Bücher mit multimedialen Inhalten. Eingebundene Videos, interaktive Bücher: Zumindest das letzte wäre für mich auch interessant - wenn es eine Möglichkeit gäbe für die Leser Anmerkungen zu machen die nicht nur für einen persönlich sind - ich denke so an drei Stufen: persönlich, Community und Leser/Autor. Persönliche Anmerkungen bleiben im Gerät. Community wird mit anderen geteilt - Hinweise auf Weblinbks etc. z.B.. Und Leser/Autor gehen direkt zum Autor. Zum Beispiel Nachfragen oder Korrekturvorschläge.

Aber ich halt es eben für ein multimediales Gerät, irgendwas zwischen Computer und Smartphone und kein Ersatz für ein Buch. Wenn ich ein Buch lesen will, dann erwarte ich das es aussieht wie ein Buch und sich so benutzt. Das ist bei einem Webpad nicht der Fall. Die auflösung ist zu gering, spiegelndes Display, zu geringe Akkulaufzeit.

Was ich mir aber vorgenommen habe, auch weil ich in letzter Zeit viele PDF's für die Recherche gelesen habe ist einen E-Book Reader zu kaufen. Er muss eben nur PDF beherrschen, weniger als 200 Euro kosten und ein 10" Display aufweisen (Das ist DIN A5 Format). Ach ja USB und SD-Kartenanschluss muss er haben. Ein tolles Gerät ist dieser Skiff. doch befürchte ich ist der deutlich teurer. Wenn es ihn den gibt. Aber er sieht sau schick aus. Anders als beim ipad könnte ich da schwach werden.

Was gibts noch? Ich meckere ja immer öfters übers Fernsehen, aber ich habe einen Tipp für euch: Weeds - kleine Deals unter Nachbarn. Es geht um eine Kleinstadt ein paar Frauen, ihre Kinder und ihre Probleme. Im Mittelpunkt steht eine Mutter die nach dem Tod ihres Mannes ihre Kinder und sich mit dem dealen von Haschisch versorgen muss und das krampfhaft versucht geheim zu halten. Allerdings etwas abgedreht. Es läuft auf ZDF NEO und ist mir deswegen bisher entgangen, weil ich das nicht direkt empfangen kann. Ich habe es nur durch einen Sendehinweis in einem von OTR aufgezeichneten Wilsberg gesehen. Es läuft schon seit einigen Monaten und ich habe mir sofort die anderen Folgen runtergeladen und schaue die nun parallel zum Lesen an. Empfehlenswert ist auch Cougar Town, ebenfalls sehr lustig und 30Rock ebenfalls von ZDF Neo, eine Comedy Serie die in einem Fernsehsender spielt mit ziemlich abgefahrenen Typen. Gerade angefangen hat Leverage, die Serie ist was für Leute die so was wie Ocean 11-13 lieben. Hat eigentlich jemand mal Ijon Tichy runtergeladen und angesehen?

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