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Web Log Teil 195: 20.10.2010 - 25.10.2010

Mittwoch den 20.10.2010: Nacktheit ist schädlich

Eines was mir bei US Serien, aber auch Filmen auffällt, ist wie dort Nacktheit vermieden wird. Das ganze geht manchmal wirklich bis ins lächerliche. Da unterhält sich ein Pärchen nach dem Akt oder es ist eine Szene am frühen Morgen und beide liegen im Bett und die weibliche Hauptdarstellerin hat einen BH an. Wer bitte kommt auf die Idee was sich danach anzuziehen wenn man eh schon im Bett ist? Vor allem einen BH. In den Siebzigern gab es bei uns ja mal die Anti-BH Bewegung, raus aus dem Teil das einschnürt hieß es da. Wahlweise ist dann die Bettdecke soweit hochgezogen, dass man nicht sehen muss.

Noch lustiger wird es bei Szenen wo man zwangsweise Haut sehen muss, also beim Akt oder besonders lustig, wenn jemand nackt vom Bett aufsteht. Beim Akt kann man davon ausgehen, dass eine Stellung gewählt wird bei der man aufgrund der Kameraposition garantiert nicht den Busen der Frau sehen kann. klar, Vagina und Penis wird man nicht sehen, dass ginge auch bei uns nicht. Am lustigsten sind aber die Aufstehszenen. Das läuft dann so ab: Die Frau steht auf, dreht dabei der Kamera den Rücken zu und schnappt sich die Bettdecke die sie vor die Brust hält- so läuft sie dann aus dem Zimmer und mit etwas Glück stolpert sie nicht über die Bettdecke :-)

Beim Hauptdarsteller ist es dagegen der obligatorische griff zum Kissen. Dabei könnte man das auch vermeiden. Also so viel wie in Film im Bett geredet wird, wird im Leben dort nicht geredet, vor allem nicht solche Sachen die die Handlung vorantreiben. Im Prinzip ist es wohl nur ein obligates Stilmittel, das immer verwendet werden muss.

Auf der anderen Seite ist es erstaunlich wie viel Gewalt in US-Serien und Spielfilmen vorkommt. Nehmen wir mal die "Desperate Housewives", ich kann schon nicht mehr zählen wie viele Haupt- und Nebendarsteller dort gestorben sind. Dabei ist das eine Familienserie, also nicht so was wie Rambo. Eine Vorabendserie wie "Türkisch für Anfänger" würde dagegen nicht im US-Fernsehen laufen, außer spätabends. Grund ist eine harmlose Szene im Bad, wo die Hauptdarstellerin kurz unter Dusche mit nacktem Oberkörper zu sehen ist - wohlgemerkt, eine Duschszene bei der aus Versehen jemand ins Bad kommt und dann geredet wird. Ich glaube die Kriterien, was ab 16 und was ab 18 erlaubt ist zu zeigen sind in den USA gerade anders rum als wie bei uns.

Was nicht zu leugnen ist, ist dass in den USA mehr Personen durch Schusswaffen getötet werden. Die Frage ist: Ist dies eine Folge davon, dass dort mehr Leute Schusswaffen haben und der Zugang leichter als bei uns ist, oder ist es das gesellschaftliche Kima, dass es fördert. Aber ich zitiere mal folgenden Abschnitt aus Telepolis:

"Natürlich rangieren die USA sowohl beim privaten Waffenbesitz als auch bei der Zahl der damit Getöteten weit vor den europäischen Ländern. In den USA sind im Jahr 2000 über 30.000 Menschen (11,3 von 100.000) mit Handfeuerwaffen (Unfälle eingeschlossen) getötet worden (das National Center for Injury Prevention and Control gibt für das Jahr 2000 28.663 Tote durch Schusswaffen und ein Verhältnis von 10,41 auf 100.000 an), in Deutschland beispielsweise 1.201 (1,5 von 100.000) oder in Frankreich 2.964 (5 von 100.000). Damit erreicht der private Waffenbesitz in diesen beiden Ländern etwa 50 Prozent des US-Niveaus. Die Deutschen scheinen jedoch weiter aufzuholen und kaufen derzeit ebenso viele Waffen pro Kopf wie die Amerikaner: pro Jahr werden in Deutschland eine Million Pistolen und Gewehre verkauft."

Obwohl bei uns es also halb so viele Feuerwaffen im Privatbesitz gibt, liegt die Anzahl der Toten durch Schusswaffen bei einem Siebtel. In Frankreich liegt sie dreimal so hoch wie in Deutschland. Ich leite daraus ab, dass es eine Frage der Gesellschaftkultur ist. Warum ist diese so anders in den USA? Ein Erbe des "Wilden Westens?". Das scheint mir nach 100 Jahren etwas weit hergeholt. Aber eines ist mit Sicherheit gegeben: Insgesamt scheint mir die Gesellschaft in den USA insgesamt gewaltbereiter zu sein. Sex oder nur nackte Haut scheint dagegen dort etwas ganz übles zu sein. wobei ich das viel natürlicher finde, als das Abknallen von Leuten. Vielleicht wäre es an der Zeit dann dieses Klima nicht auch noch zu fördern, sondern vielmehr weniger Gewalt in den Medien zu zeigen und vielleicht eine natürlichere, normalere Einstellung zu Nacktheit zu bekommen. (Wohlgemerkt Nacktheit nicht sex. Das ganze zieht sich ja weiter, so sind normale Badehosen in den USA "Speedys" und laufen da mehr unter der Rubrik Reizwäsche).

Vielleicht wird es wirklich in den USA Zeit für "Make Love, not War"....

Donnerstag 21.10.2010: Verbrauchertäuschung am Pranger?

Das kündigte Verbraucherministerin Aigner an. Im März 2011 sollen in einem Forum Verbraucher Produkte anprangern können durch die sie sich getäuscht fühlen. Und die Ministerin nannte auch ein Beispiel, so werde bei "Kalbleberwurst auch immer häufiger Schweineleber verwendet".

Okay. Politiker sind doof. Regierungspolitiker sind strunz dumm, aber das man nun im Verbraucherministerium auch keine Kompetenz mehr hat ist mir neu. Den von irgendwo her muss Frau Aigner das haben, genauso wie den Vorschlag.

Fangen wir mal mit dem Beispiel an: Frau Aigner, In Kalbsleberwurst wird überhaupt keine Kalbsleber eingesetzt, das könnten sie nicht bezahlen. Kalbleberwurst heißt so weil das eingesetzte Fleisch vom Kalb stammt, aber nicht die Leber. Und das ist nichts neues, das war schon immer so, das ist sogar gesetzlich festgelegt in den Leitsätzen.

Das leitet mich zum zweiten Thema über: Dem Forum. es ist völlig überflüssig, Die Lebensmittelkennzeichnung ist durch zahlreiche Gesetze geregelt, darunter als zentraler Punkt die Lebensmittelkennzeichnungsverordnung. Wenn also diese ungenügend ist, dann ist diese gesetzliche Vorschrift zu verändern und nicht ein Diskussionsforum zu eröffnen und es ist die Aufgabe der Verbraucherschutzbehörden diesen nachzugehen und diese zu ahnden und nicht in einem Forum zu diskutieren. Was soll das bringen. Ein Forum kann ja die Gesetzeslücken nicht wegdiskutieren. Es gab da schon vorher genügend Beispiele, wo gesetzliche Regelungen von der Industrie ignoriert wurden. Der Schokoriegel "Mars" schreibt seit eh und je das Zutatenverzeichnis viel zu klein, in unlesbarer goldener Schrift auf Schwarz meist auf den Falz der Folie, sodass man es nicht lesen kann. Das Argument dass es nicht anders gehe, hat der Konzern selbst ad absurdum geführt als vor einigen Jahren für die Supermarktkassen der Strichcode eingeführt wurde und dieser deutlich lesbar in Schwarz auf Weiss an prominenter Stelle steht.

Wenn sie etwas für die Verbraucher tun wollen, dann ändern sie die Gesetze und stocken sie die Überwachung auf und prozessieren sie auch mal gegen Marktriesen wie Nestle oder Unilever. Vor allem aber nehmen sie sich auch der Internet, Print, Funk- und Fernsehwerbung an, die heute weitgehend ignoriert wird, weil die Untersuchungsämter Produkte kontrollieren und nicht Werbeversprechen, obwohl §11 des LFGB explizit auch die Werbung für ein Produkt mit falschen oder irreführenden Angaben unter Strafe stellt.

Machen wir uns nichts vor: In den letzten Jahren wurde der Verbraucherschutz ausgehöhlt. Die Industrie agiert immer unverschämter und führt eigene Kennzeichnungen wie die GDA Kennzeichnung ein und wehrt sich seit Jahren gegen die Ampel - ich halte von der auch nicht so viel, aber sie ist auf jeden Fall besser als die GDA Kennzeichnung. Neue Verbraucherschutzgesetze wie das nach dem Gammelfleischskandal eingeführte Verbraucherinformationsgesetz sind zahnlose Tiger, bei denen die Industrie ewig lange verzögern kann, selbst bei offensichtlichen Gesetzesverstößen.

Mein Vorschlag:

Macht das Lebensmittelrecht einfacher, weniger Ausnahmeregelungen. Verschärft es wenn ihr bestimmte Produkte nicht haben wollt, wie Imitate oder irreführenden Bezeichnungen.

Vor allem aber: Ahndet Verstöße, stockt die Lebensmittelüberwachung auf und wenn ihr die Bürger beteiligen wollt, wie wäre es mit einem direkten Kontakt zu den Überwachungsbehörden? Der wird heute nämlich noch stiefmütterlich behandelt und wie wäre es da pro Untersuchungsamt mit 1-2 Leuten die sich nur mit den Fragen und Beschwerden von Verbrauchern beschäftigen. Das würde wirklich was bringen. Wir sind hier nicht bei den Ökos, wo man alles mal in einem Forum ausdiskutiert, wir haben einen Rechtsstaat mit Gesetzen, Lebensmittelpolizei oder analogen Kontrolleuren und wir haben Gerichte die über Anklagen entscheiden zu haben. Und dieser Apparat muss nur auch mal eingesetzt werden.

Aber das kostet Geld, und wahrscheinlich macht es die Regierung bei der Industrie unbeliebt. Seien wir mal ehrlich eine Regierung die so offen die Politik der Wirtschaft in Gesetze umgießt (Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke, MWST Erleichterung für Hoteliers) und irgendwelche nutzlosen Alibiaktionen wie dieses Forum betreibt hatten wir noch nie. Willkommen in den Bananenrepublik Deutschland!

Donnerstag 21.10.2010: Openoffice und Bilder

Da ich nun wieder Bilder in mein Buch einfüge fällt mir auf, wie stiefmütterlich das Thema von OpenOffice gehandhabt wird. Bevor nun irgendeiner herkommt, das man damit auch keine Bücher schreibt, sondern dafür irgend ein DTP  Programm nimmt - ich habe mich dran gewöhnt und werde auch dabei bleiben.

Es gibt zwei Dinge die nerven. Das erste sind die vielen Klicks die notwendig sind um ein Bild so einzufügen wie ich will. Das geht so vor sich:

Es dürfte klar sein, dass dies bei 100 Bildern in Arbeit ausartet. Vor allem wenn man etwas experimentieren muss mit der Größe und Ausrichtung dass es eine Textlücke gut ausnützt. Ich frage mich jedes Mal warum. Es gäbe einige Dinge die man verbessern könnte:

Merken der letzten Aktionen: Warum muss ich jedes Mal den Haken bei "Mit Grafik verknüpfen" setzen und warum ist jedes Mal der Reiter "Typ" aktiv und nicht der letzte den ich benutzt habe?

Vorlagen: Warum gibt es in OpenOffiice zwar Absatz, Zeichen und Seitenvorlagen aber keine für Bilder und Tabellen? Tabellen sind in meinen Büchern alle identisch: Die Breite der Linien, die Formatierung der Titelzeile, genauso komme ich mit vier Bildformaten aus - eines für Seitenbreite, oben, Seitenbreite unten, mit Seitenumlauf rechts und mit Seitenumlauf links. Die entsprechenden Einstellungen kann man doch einmal tätigen und die Vorlage passt sich dann dem Bild an.

Sehr seltsam finde ich auch das System der Maßeinheiten in Openoffice (siehe Dialog rechts), denn die Angabe in Originalgröße und die Prozentangabe orientiert isch nicht nach irgendwelchen Metdaten in den Bildern. Es geht von einem festen Maß von 120 dpi aus. Weder kann man es auf 300 dpi umstellen (die Größe die z.B. ich brauche), noch dass die Angaben im Bild selbst verwendet werden.

Das zweite ist die Verankerung der Bilder am Textfluss. Jeder der schreibt kennt das: Durch Einfügungen rutschen Absätze und damit auch Bilder. Sind sie an Absätze gebunden so rutscht plötzlich der Absatz mit dem Bild auf eine neue Seite und die andere Seite endet mit nur wenigen Zeilen. Openoffice macht es manchmal noch schlimmer und fügt willkürlich einige Leerseiten ein. Selbst wenn es klappt kommt es manchmal vor, dass dann zwei Bilder übereinander rutschen. Nur ein Beispiel: Ich hatte das Manuskript schon mit 348 Seiten Umfang fertig und dann von Michel Van zwei neue Bilder zugeschickt bekommen. Obwohl diese alleine auf einer Seite stehen und ein Seitenumbruch eingefügt wurde stieg plötzlich die Dokumentenlänge auf 403 Seiten! Besonders ärgerlich ist das beim Drucken zum Dienstleister, weil selbst wenn ich es abbreche der Treiber noch versucht das Dokument eine halbe Stunde lang hochzuschicken und solange isst kein weiterer Versuch mehr möglich.

Ich frage mich, warum es kein "bedingtes Format" gibt z.B. maximal ein Bild pro Seite oder einen konstanten Abstand zwischen zweit Bildern, ohne eine Kopplung an einen Absatz oder nur beim ersten Bild. Überhaupt scheint das Thema Seitenumbrüche und Trennung nicht besonders gut in Openoffice gelöst zu sein, auch Tabellen werden manchmal bei Umbrüchen auf mehrere Seiten verteilt obwohl sie auf einer Platz hätten.

Es heißt ja immer Officepakete wären perfektioniert und es ginge nun nur noch mehr um Details, aber hier liegt noch einiges im Argen.

Samstag 23.10.2010: Die Buchpläne fürs nächste Jahr

So, während sich die Fertigstellung des jetzigen sich endlich dem Ende nähert und dann bald veröffentlicht wird mal ein Vorausblick auf das nächste Jahr. vor knapp einem Jahr habe ich ja hier verlautet, dass ich dieses Jahr fünf Bücher inklusive Neuauflagen, also zwei Neuauflagen und drei neue plane. Wie man sieht ist daraus nichts geworden. Ich habe wohl zu einfach von den vier Büchern die 2009 erschienen hochgerechnet. Die Neuauflagen entpuppten sich als nahezu genauso arbeitsintensiv wie die ersten und vor allem hatte ich im Frühjahr einen Durchhänger und von April bis Juli kaum was gemacht. Trotzdem an dieser Stelle mal die Pläne fürs nächste Jahr. Mal sehen ob sie sich umsetzen lassen.

Fürs nächste Jahr sind vier Bücher geplant (ich habe dazu gelernt), davon eine Neuauflage.

Klar ist das nächste über Skylab, da geht das Manuskript bald zum ersten Korrekturleser, aufgrund der Erfahrungen beim letzen Buch würde ich aber nicht vor einer Veröffentlichung vor 6 Monaten rechnen. Es ist auch von der Textmenge das bislang umfangreichste mit 304 Seiten (mit Grafiken dann wahrscheinlich so um 370)

Das übernächste an dass ich mich dann danach mache steht auch schon fest: Es wird ein Ernährungsbuch geben, über die Zusammensetzung der Nahrung, nur anders als die üblichen mit mehr Fokus auf Zusatzstoffe, Rückstände und typische Industriezusätze, wie z.B. Glucose-Fructosesirup anstatt Zucker. Titel: "Das ist Drin". Zum einen ist für mich ein Ernährungsbuch eine Abwechslung von den Raumfahrt. Zum anderen ist es für einen anderen Markt gedacht, interessierte Laien, da muss ich weitaus weniger Rechercheiren und vieles habe ich noch im Kopf oder zumindest griffbereit im Regal. Vor allem aber ist das "Was ist drin Buch", das am meisten verkaufteste und ich will ja das mich auch jemand liest.

Dazwischen gibt es eine Neuauflage ersten Bandes des Raketenlexikons. Sie enthält nun auch viele Daten über die Triebwerke, dazu kommen Querschnittsdiagramme der Träger und Startlisten. Das wird allerdings auch die letzte Neuauflage sein. Sie ist für mich wichtig, weil ich eigentlich jede Woche mal in das Raketenlexikon reingucke. Ihr wisst ja, das ist das Buch mit den für die DLR so unnützen Fakten....

Das sind schon drei, beim vierten bin ich noch unentschlossen.

Zwei Dinge schweben mir vor. Das eine wäre das Mercury Programm - Gemini und Skylab habe ich ja schon durchgenommen. Das zweite wäre mal ein Buch über ein aktuelles Raumfahrtthema und mal was über Raumsonden. Mir schwebt da Curiosity vor. Ich denke die Entscheidung wird auch davon abhängen wie viel Material im Vorfeld finde. Das hat sich ja bei den letzten Raumsonden der NASA doch deutlich verschlechtert, auf der anderen Seite habe ich auch noch nicht so viel über Mercury gefunden, aber da auch noch nicht wirklich intensiv danach gesucht.

Ein weiteres Thema das auch auf der Agenda steht und auch das letzte Buch bilden könnte wäre das Thema Computergeschichte, genauer gesagt Computergeschichten. Geschichten aus der Frühzeit des PC, von Erfindern, Unternehmen die groß wurden oder wieder in der Versenkung verschwanden. Da gibt es zwar einiges zu Intel, Microsoft und Apple, aber sonst kaum was. Vielleicht wird es auch nicht so dick, aber es müssen ja auch nicht immer 352 Seiten Wälzer mit 164 Grafiken und 108 Tabellen werden (aktueller wer vom aktuellen Buch).

Andere Ideen die ich habe sind erst mal zurückgestellt. Ich merke sehr deutlich das Bücher die mir persönlich wichtig sind (über Trägerraketen) und in denen viel arbeit steckt kaum gekauft werden. Okay in einem gewissen Sinne mache ich alle Bücher erst mal für mich, ich schreibe über was ich Interesse habe, aber wenn es keiner kauft, dann reicht auch für mich eine einfache Zusammenfassung die nicht publiziert wird. So sind Raumsondenlexikon und ein Buch über Saturn V und A-4 erst mal zurückgestellt. Vielleicht 2012, vielleicht fallen mir 2012 aber auch noch ganz andere Themen ein oder ich habe eine neues Beschäftigung....

Ach ja. Ich habe ja hier einige e-book Fans. BOD bietet, wie ich gerade beim Abschicken des Auftrags feststellte auch Ebooks an. Ich habe mich aber dagegen entschlossen. Warum? Nun zum einen komme dann noch mal 99 Euro zusätzlich auf mich zu - ohne das ich weiß wie gut es sich da verkauft - der erste Band hat immerhin fast eineinhalb Jahre gebraucht um auch nur 100 verkaufte Exemplare zu erreichen. Desweiten fand ich den Vertrag etwas unübersichtlich und ich finde dort keinen Passus aus dem mein Verdienst bei ebooks herausgeht, sondern nur so was wie "angemessenes Verhältnis". Und zuletzt ist derzeit nur Apple angeschlossen. Amazon hätte es auch sein müssen.

Aber vielleicht beim nächsten Buch.

Sonntag 24.10.2010: Das Internet und die Gerichte.

Vor ein paar Wochen habe ich in der ct' einen Artikel über das Internet und wie es Gerichte beschäftigt gelesen. Da das Thema ja von Alexander aufgegriffen wurde ist es mal Zeit meinen Senf dazu zu geben. Es gibt erst mal aus technischen Gründen zwei grundsätzliche Dinge zu unterscheiden:

Fangen wir mit dem ersten an. Hier ist keine besondere Sachkenntnis nötig. Der Richter benötigt natürlich Internetkenntnisse, muss das Medium also kennen und benutzen. Das ist z.B. gegeben bei den Abmahnfallen, also irgendwelchen Seiten auf denen man irgendetwas runterladen kann das eigentlich umsonst ist. Das hier Betrug vorliegt ist inzwischen auch unstrittig. Bislang wurden alle Fälle in denen ein Betrag eingeklagt wurde zu Ungunsten der Kläger entschieden. Meistens sogar mit dem Hinweis bei der Urteilsbegründung dass dies an Betrug grenzt. Die Betreiber von diesen Seiten versuchen daher auch eher durch eine Drohkulisse wie angeblichen negativen Schufaeinträgen oder Drohbriefe die als Abmahnungen oder Inkassobriefe ins Haus kommen an ihr Geld zu kommen.

Um so erstaunlicher ist aber, dass der zweite Instanzweg völlig anders läuft. Obwohl kein Zivilgericht jemals einem Anspruch eines Abofallenbetreibers nachkam und einige Urteile das sogar als Betrug bezeichneten, blieben die Handlanger und die Verursacher bisher straffrei. Sowohl die Betreiber gegen die es zum Teil Hunderte von Strafanzeigen gab wie auch deren Anwälte, die sie bei den Massenverfahren vertraten und damit Beihilfe zu Betrug leisteten gingen bisher straffrei aus. Das ist sehr bedauerlich, weil solange die Personen die solche Geschäften nachgehen und ihre Handlanger (anders kann man es nicht bezeichnen wenn man eine Forderung eintreiben will, bei der schon ein einfacher Blick auf die Webseite zeigt dass sie unberechtigt ist, man spätestens aber bei den Massen der Anschreiben und der Widersprüche stutzig werden sollte) straffrei ausgehen solange blüht auch dieses "Geschäft". Solche Anwälte sollten aus der Anwaltskammer ausgeschlossen werden.

Das zweite Feld ist das wo technische Erfahrung nötig ist. Der normale Internetnutzer kauft nun mal eben einen WLAN-Router und kümmert sich nicht um Verschlüsslung. WEP. WPA, welcher Laie kennt die Unterschiede, genauso bei den Verschlüsselungsverfahren. Wenn ja, wie bitte kann man die WLAN abhören? Wenn er über ein fremdes Netzwerk reinkommt kann er ja auch nicht mit Bordmitteln die Mails des Eigentümers des Netzes lesen. Ja, aber eben nur mit Bordmitteln. Wer so was wie Wireshark installiert kann jeden Rahmen mitlesen der durchs Netzwerk geht. Okay nicht sehr selektiv, aber man kann ja filtern und z.B. nur Rahmen mitschneiden die vom Mail Protokoll stammen.

Noch schwieriger wird die Sache bei den Bittorrent-Netzwerken. Das läuft dahingehend dass jemand mit einem Client sich in ein solches Netzwerk eingewählt und mit einem speziellen Modul nach Rechnern sucht auf denen eine urheberrechtsgeschützte Datei des Klienten von jemanden gehostet wird. Es würde mich mal interessieren ob überhaupt geprüft wird, ob diese komplett vorliegt, oder nicht.

Interessant ist aber nun aber wie die juristischen Instanzen mit den Anzeigen umgehen. Die werden nämlich einfach durchgewunken. Lustig wird es dann vor Gericht. Dort werden die Ausdrucke dieser Programme als Rechtsbeweis anerkannt, die Logdateien der Router die Angeklagten aber nicht. Das ist deswegen seltsam, weil es zum einen schon Verwechslungen gab (bei der Auskunft der Provider gab es Zahlendreher) wie auch diese Software nachgewiesenermaßen falsche Zeitstempel hatten, teilweise sogar zwei verschiedene auf der Seite. Da IP-Adressen dynamisch vergeben werden, wurden so die falschen erwischt.

Vor allem ist das aber eine Ausgabe einer Software, die vom Kläger im Auftrag programmiert wurde. Diese Ausgabe soll also fälschungssicher sein, die Logdateien  des Routers aber nicht? Ist für mich technisch nicht nachvollziehbar. Weder bei der Ausgabe die ja auch verfälscht sein kann, noch bei der Erstellung selbst, denn diese wurde ja nicht vom Gericht überprüft. Man glaubt hier dem Kläger der selbst die Software erstellen lies - das ist ja wie die Lizenz zum Gelddrucken.

Da gäbe es ja noch den Provider: Doch nun wird es bizarr, man glaubt es kaum. Also im Allgemeinen werden alle IP-Adressen nach 7 Tagen gelöscht. Wenn nun ein Urheberrechtsverstoß angezeigt wird, so gibt es einen Quck-Freeze der das aufhält. Soweit so gut. Doch nun kommt es: Nach der Auskunft werden die Daten gelöscht! Der Betroffene hat so keine Möglichkeit seine Unschuld zu beweisen! (Wer's nicht glaubte: Da nachzulesen)

Neben der Umkehr der Beweislast vermisse ich hier rechtsstaatliche Grundsätze, z.b. der Nachweis seitens des Klägers, dass seine Daten auch korrekt sind, z.b. durch ein unabhängiges Gutachten. Das nächste sind dann die angeführten angeblichen Schäden. Diese werden enorm hoch beziffert. Würde man dieser Argumentation folgen, so wären ganze Branchen vor dem Bankrott. Tatsächlich wird aber immer mehr Musik, Filme und Spiele verkauft. Wenn tatsächlich auf jede entdeckte Kopie 10 bis 100 illegale, nicht entdeckte Kopien kommen würden, dann würde sich das auch in den Umsätzen bemerkbar machen. Das ist aber nicht der Fall. Trotzdem zweifeln auch an dieser Tatsache niemals Gerichte. Das ist wie wenn sie bei Glatteis hinfallen würden, sich den Arm brechen und dann den Hauseigentümer auf 5 Millionen Euro verklagen - schließlich waren sie gerade daran sich für für die Olympiaqualifikation zu bewerben und da würden sie die Goldmedaille in der Gymnastik machen und enorm viel Geld durch Werbung verdienen - verrückt ja aber genauso argumentieren die Rechteinhaber.

Das ist nur ein Beispiel wie es bei uns in der Justiz anders läuft. Etwas anderes sieht man derzeit bei Stuttgart 21. Da hat ja Mappus den Polizeieinsatz gegen die Demonstranten mit dem Schutz von Bauvorhaben begründet. Das geschah im Vorauseillenden Gehorsam, denn im Schlossgarten waren die Fällaktionen am 1.10. geplant und am 29.9 wurde er geräumt. Es wurde also nicht gewartet bis der Bauträger DB eine Anziege stellte sondern vorbeugend geräumt. Lieber MP Mappus: Mein Bruder hat einen Mieter der seit Monaten keine Miete zahlt, ihm wurde gekündigt und er zieht nicht aus. Auch er hält nun Eigentum wiederrechtlich besetzt. Wann kommt denn da mal die Polizei vorbei und setzt die Interessen meines Bruders durch? Ach gar nicht? Da darf man über Räumungsklage, Gerichtsvollzieher über die Instanzen gehen und muss Jahre warten bis man sein Recht bekommt? Ja wenn das nun eine Wohnung der DB wäre, dann liefe das sicher anders.....

Montag 25.10.2010: Der Start aus der Luft

Ein Frage die immer wieder kommt, ist, warum nur die Pegasus einen Start aus der Luft, also von einem Flugzeug aus offeriert. Das scheint doch viel praktischer zu sein. Kein Startturm nötig, eine höhere Nutzlast. Warum also nur die Pegasus?

Nun es ist nicht nur die Pegasus. In Russland gab es mal das Projekt Diana-Burlak und vor einiger Zeit las ich auch über das Vorhaben mit einem Kampfjet eine Rakete zu starten. Ebenfalls in Russland.

Aber versuchen wir es mal zu entwirren. Was sind die offensichtlichen Vorteile?

Fangen wir mit dem Bahntechnischen an.

Vergleicht man die Pegasus mit der Minotaur oder Taurus, son benötigt sie etwa 300 m/s weniger für einen Orbit. Das ist der Gewinn durch den Start vom Flugzeug aus.  300 m/s, das bedeutet dass z.B. in einen sonnensynchronen Orbit die gleiche Nutzlast transportiert werden kann wie in eine gleich hohe LEO Bahn. Oder anstatt eine 200 km hohe Bahn eine höhere Bahn erreichen kann. Aber es ist nicht so viel wie manche Laien vermuten. Hauptposten ist in der Tat die Startgeschwindigkeit. Der Luftwiderstand macht bei Raketen nicht so viel aus wie man meint, da sie in der dichten Atmosphäre noch eine geringe Geschwindigkeit aufweisen. Und 11 km Höhe sind eben nur ein kleiner Bruchteil von 200 km Mindesthöhe.

Fangen wir an das ganze auch unter technischen Gesichtspunkten zu diskutieren. Was spricht hier dafür und dagegen?

Ich denke viel größere Raketen als die Pegasus sind nicht unter dem Flügel zu transportieren. Es hat durchaus Gründe warum Bomber in der Regel ihre Last in internen Schächten transportieren. Da aber nur Bomber über so etwas verfügen, sind die Möglichkeiten beschränkt. So viele Bo,ber mit hoher Nutzlast die ausgemustert sind gibt es nicht. Es gäbe natürlich noch die Möglichkeit eine Rakete von einem militärischen Transporter durch die Heckklappe herauszuziehen (durch einen Fallschirm). Die US Army erprobte sogar einmal den Start einer Minuteman auf diese Weise. Doch der Fallschirm bremst die Rakete ab und damit entfällt der Hauptvorteil: 2/3 der Geschwindigkeit die eingespart wird entfallen auf die Startgeschwindigkeit.

Nun könnte man auf die Idee kommen, ein sehr leistungsfähiges Flugzeug umzurüsten, eine An-124, B-747 oder einen Airbus 380. Sie mit einem Schacht wie einen Bomber auszurüsten und daraus die Rakete abzuwerfen. Dort befinden sich sonst die Frachtcontainer. Der Platz stände also zur Verfügung. Der airbus 380 als leistungsfähigstes Flugzeug dieser Liste hat ein Leergewicht von 275 t, ein maximales Startgewicht von 560 t und fasst 310.000 l Kerosin für eine Flugstrecke von 10.400 km. Rechnet man eine Teilbestückung für 2.000 km Reichweite (etwa 2,5 h Flugzeit), so könnte er theoretisch noch mit einer Last von 216 t starten. (die Frachtversion hätte 157,4 t Fracht transportiert, aber mit einer größeren Reichweite).

Eine 200 t schwere Rakete wäre schon was, sie würde so etwa 5-6 t in einen Orbit transportieren können. Doch nun kommen die Abers:

Es ist nicht gesagt ob dies geht. Die Flugzeuge wurden ja für den Passagiertransport gebaut und nicht zum Abwerfen der Lasten. Kann der Rumpf überhaupt so umgebaut werden ohne Strukturelle Integrität zu verlieren?

Flüssige Treibstoffe bei den Trägern dürften ausscheiden. 200 t schwappender Treibstoff beim Start wären kaum tolerierbar. Anders als beim Treibstoff des Flugzeugs befindet er sich an einer Stelle (beim Flugzeug verteilt in den Flügeln) und die Tanks sind anders als die flachen Tanks unter den Flügeln kaum zu schützen gegen das Schwappen.

Daneben stellt sich auch das Problem der Sicherheit und kryogenen Treibstoffe scheiden wegen des Verdampfen und der Brandgefahr aus.

Bleiben feste Treibstoffe. Obwohl die meisten neueren Träger für kleine und mittlere Nutzlasten diese einsetzen ist die Pegasus die einzige Rakete die vom Flugzeug aus startet. Warum? Nun eine Startbasis, deren Kosten eingespart werden könnten ist bei einer Feststoffrakete eine einfache Konstruktion. Die Treibstoffe müssen nicht befüllt werden. Es reicht eigentlich ein kleiner Nabelschnurmast mit Datenleitungen und einer Stromversorgung bis zum Abheben und ein Startisch. Gerade diese einfache Konstruktion macht ja auch einen Start vom Flugzeug aus möglich.

Den geringen Investitionen in das Bodensegment stehen aber bei einem Umbau einer größeren Maschine sehr hohe Kosten für den Umbau dieser und auch die Beschaffung und betrieb entgegen. Bei der Pegasus war das noch möglich weil man eine Lockheed L1011 nahm, die ausgemustert wurde und nur eine Halterung für den Flügel brauchte. Aber sie war auch klein. Die Vorteile war eine maximale Nutzlast für NASA und DoD Missionen: Das DoD war am Start kleiner Militärsatelliten in sonnensynchrone Orbits interessiert, die NASA an Starts in 30-38° geneigte Bahnen, damit die Satelliten die maximale Nutzlast ausnutzen konnten und die USA überflogen wurden. Es handelt es sich um Astronomiesatelliten mit dem "Dump and Store Prinzip". So wären zwei Startbasen nötig gewesen. In diesem speziellen Fall war der Start mit dem Flugzeug billiger als zwei Startbasen.

 


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