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Web Log Teil 20 : 3.4.2007-14.4.2007

Dienstag, 3.4.2007: Internet, das Minenfeld

Gestern Abend bekam ich eine Mail vom "public star", die sich nach den Visits meiner Homepage im Auftrag eines ihrer Kunden (der das Mineralwasser Vittel vertreibt) erkundigt. Nun belege ich neben meiner Arbeit seit ein paar Wochen noch einen Kurs - Internetrecht. Eines was uns der Dozent sagte war: "Egal ob sie recht haben oder nicht - legen sie sich nicht mit großen Firmen ab 10 Millionen Euro Jahresumsatz an!" Diese Firmen fechten dank eigener Rechtsabteilung alles bis zur letzten Instanz aus. Selbst wenn man gewinnt, kostet das extrem viel Nerven und Geld.

Nun ja, ich habe nun diesen und einige andere Aufsätze in denen von Markennamen die Rede ist geändert. So ist nun von V* die Rede. Im Prinzip geht es ja auch nicht um dieses Mineralwasser, sondern ich habe dies nur als Aufhänger genommen um über Mineralstoffe und den Mineralstoffgehalt von Wässern zu dozieren. Da eignete sich die Werbung dieses Mineralwassers gut, denn die Firma machte zeitweise Werbung mit jemanden der mit einem anderen zusammen einen Baumdurchsägte und nach Genuss des Mineralwassers sehr viel kräftiger wurde. Wenn dies bei diesem Mineralwasser (das 403 mg/l Mineralstoffe enthält - hier im Süddeutschen Raum gibt es Wasser mit dem 10 fachen Gehalt!) der Fall ist, so eignet es sich natürlich gut als Beispiel.

Bislang hatte ich keine größeren Probleme wegen meinen Artikeln. Ab und an melden sich Mitarbeiter einiger Firmen die Produkte herstellen. Meist will man mich auf "Fehler" meiner Artikel hinweisen. Bislang habe ich meist nichts mehr von diesen Mitarbeitern gehört, nachdem ich darauf Hinweis, dass ich Lebensmittelchemiker bin und vielleicht ein bisschen von dem verstehe was ich schreibe.

Das einzige mal wo ich Kontakt mit einem offiziellen Organ hatte, war eine Beschwerde des Verbands der Süßwarenindustrie über einen Artikel über ein Stieleis mit Orangenüberzug. Diese Beschwerde wurde kommentarlos zurückgezogen als ich sagte um welches Produkt es sich handelt (das stand nicht im Artikel). Ein paar Wochen später verschwand es auch aus dem Sortiert der Kette die es anbot....

Trotzdem, mir ist einiges klar geworden. Man muss vorsichtig sein mit dem was man im Internet von sich gibt. Ich sehe meine Artikel als Hilfe für die Verbraucher. Informationen über Lebensmittel an Beispielen. Ich denke auch meine Beurteilungen sind korrekt. Eine Firma sieht das anders und will wohl ihr Produkt nur positiv besprochen sehen. Angesichts der Finanzkraft und der meist horrenden Schadensersatzforderungen werden solche Rechtsstreitigkeiten wenn man sie auskämpft sehr teuer und dies wegen einem Angebot, dass einen selbst nur Arbeit und Geld kostet.

Vielleicht sollte ich die gesamte Ernährungsrubrik vom Netz nehmen. In den letzten Jahren habe ich dort sowieso sehr wenig gemacht, nur einige Light-Produkte im letzten Jahr besprochen (als Nebenwirkung meiner Diät). Natürlich sollten niemand Verleumdung im Internet dulden müssen. Aber so wie es jetzt ist, kann man niemanden raten etwas kritisches über irgend ein Produkt zu äußern. Das zählt nicht als freie Meinungsäußerung, sondern als eine Veröffentlichung, genauso als würde ich eine Zeitung oder ein Buch herausgeben. Selbst wenn man recht hat kostet dies so viel Geld dies zu beweisen, dass man wohl eher nachgibt.

Kurzum: Die freie Meinungsäußerung im Internet ist ein Minenfeld. Schade dass es soweit gekommen ist. Doch es ist eine Einnahmequelle für Anwälte geworden, die mit einer Suchmaschine ohne größere Arbeit dutzende von Mahnschreiben automatisiert verschicken können. Irgendwie müssen die vielen Anwälte (Deren Zahl hat sich von 1990 bis 2006 verdoppelt!) ja auch beschäftigt werden....

Sonntag 8.4.2007: Wissen * Einbildung = konstant

In den letzten Tagen habe ich einige Mails mit jemanden ausgetauscht der aufgrund meines Artikel über das Gemini Programm beweisen will, dass dieses eine Fälschung ist (nun ist also auch das Gemini Programm dran nach der Mondlandung). Ansatzpunkt ist der Sauerstoffpartialdruck von 337 mb im Gemini Programm, der nach Ansicht des Autors einem echten Druck im Weltraum von 13-15 mb entspricht - zu wenig zum Atmen. Da er in meinem Artikel auch 13-15 mb gefundne hat (wobei dort aber vom Kohlendioxid die Rede ist, aber das hat er geflissentlich überlesen) fand er dort seine Bestätigung und legte als zweites noch einen Link auf ein NASA Dokument bei, bei dem es sich aber um eine Detailbeschreibung des Gemini Kommunikationssystem handelt. vom Lebenserhaltungssystem ist dort nirgends die Rede.

Nun ja ich weise höfflich drauf hin, dass in den allgemeinen Gasgesetzen keine Schwerkraft vorkommt, die er als fehlenden Einfluss so hervorhebt und verweise ihn doch  mal im Internet nach dem Stichwort "kinetische Gastheorie" zu suchen. (Selbst für Laien gibt es dank Wikipedia ja gute Erklärungen zu vielen physikalischen Phänomenen). Dann kommt Phase zwei und dieser Mensch wird ausfallend und fängt an seine Ausführungen mit *Lächel* zu zieren und fragt auf welcher "Wunderland" Universität ich studiert habe. Da habe ich den Kontakt abgebrochen.

So jemand ist typisch für die neue Klasse der Nichtswisser - Besserwisser. Anstatt sich zu informieren kommen diese mit abenteuerlichen Theorien und komischen Berechnungen "Stellen sie sich mal einen ping-pong Ball vor der mit 1000 mb durch eine Klappe geht, tut er es noch mit 337 mb?". sie machen sich nicht mal die Mühen nachzuforschen ob das was sie sich zusammen reimen irgendwie mit den Naturgesetzen zu tun hat. Naturgesetze sind ja dehnbar "Ja ich habe schon von dieser Theorie (kinetische Gastheorie) gehört. Sie mag auf der Erde gelten, aber nicht im Weltraum...." Komisch, nach dieser Theorie werden Raketentriebwerke entworfen, die auch im Weltraum arbeiten.

Das beste ist dann immer der Hinweis, das Newtons Mechanik von Einsteins Relativitätstheorie abgelöst wurde. Mal abgesehen davon, dass diese Laien sich damit indirekt mit Einstein vergleichen (der bevor er seine Relativitätstheorie entwickelt hat jahrlang Physik studiert, in Physik promoviert und sich mit der Theorie von Newton beschäftigt hat, was diese selbst ernannten Genies nicht tun), Newtons Theorie ist nicht falsch! Sie ist nur ein Spezialfall von Einsteins Theorie den man anwenden kann man es nicht mit sehr starken Raum-Zeitkrümmungen zu tun hat. Satelliten und Raumsondenbahnen werden nach Newton berechnet. Keine Simulation berücksichtigt relativistische Effekte, weil diese innerhalb des Sonnensystems in endlichen Zeitmaßstäben viel zu klein sind. Für alles wo wir heute Berechnungen mit der Schwerkraft praktisch zu tun haben (bei Konstruktion von Fahrzeugen auf der Erde, in der Luft oder im Weltall) kommen wir mit Newtons Mechanik glänzend aus.

Die Besserwisser-Nichtwissen meinen dagegen sobald eine neue Theorie da wäre, wäre die alte völlig falsch. Das kann aber schlecht sein, denn man hat schließlich lange Zeit die alte Theorie als Basis genommen für Berechnungen die ja mit den Beobachtungen übereinstimmten.

Nun ja wenn Sie mit so jemand zu tun haben sei es in einer Forumsdiskussion oder Newsgroups Diskussion mein Tipp: Wenn sie merken der andere macht keinen versuch sich weiterzubilden (man kann ihm ja Links schicken wo das was er anzweifelt allgemeinverständlich erklärt ist). Dann stellen sie die Diskussion ein. wer sich nicht belehren lassen will ist im wahrsten Sinne des Wortes unbelehrbar. Spätestens wenn der andere patzig wird oder beleidigend - Fehlen die Argumente so muss eben so gehen - ist bei  ihr Schluss.

Zurück zu unserem "Fake Gemini". Wenn ich nun mal annehme der Autor hätte recht und 337 mb Sauerstoff Druck auf der Erde wären nur 13-15 mb im Weltraum, dann kann man durch Dreisatz berechnen welchen Druck man für einen Partialdruck von 110 mb braucht. 110 mb das ist der Druck in 6000 m Höhe auf der Erde, wo Menschen noch über Tage überleben können. Ich komme auf 2470-2850 mb je nachdem ob ich 13 oder 15 mb nehme. Das ist nur der reine Sauerstoffdruck. Man müsste also eine reine Sauerstoffatmosphäre von 2.4-2.8 Bar Druck erzeugen (mit einer enormen Brandgefahr) wenn dieser Autor recht hätte (bei einer Stickstoff + Sauerstoffatmosphäre mit 20 % Sauerstoff wären es sogar 12.3-14.2 Bar Druck !

Demnach dürfte bei keinem Raumfahrzeug das je gebaut wurde (auch nicht mit einer Atmosphäre wie am Boden) die Astronauten überlebt haben. denn der Partialdruck ist ja unabhängig vom Gesamtdruck. Oder anders ausgedrückt: Auf der Erde haben Menschen ein Problem bei 400 mb Gesamtdruck zu atmen, weil zu wenig Sauerstoff in der normalen Atmosphäre enthalten ist. In einer reinen Sauerstoffatmosphäre fällt das bei 200 mb, also einem geringeren Gesamtdruck ganz einfach. (denn die normale Atmosphäre enthält auf Meereshöhe nur einen Partialdruck von 210 mb Sauerstoff).

Montag 9.4.2007: Was ist Glück?

Kennen sie auch diese Spiele mit Fragen zum Nachdenken? Welche Drei Gegenstände nimmst du auf eine einsame Insel mit? Wenn Du drei Wünsche hättest welche wären dies? Bei letzterem gibt es ja noch die superschlauen die sagen "Unendlich viele Wünsche". Aber so schlau ist das nicht, eher unbescheiden. Wenn man sich jede Sekunde etwas wünscht und dies 16 Stunden am Tag macht (irgendwann muss man ja mal schlafen und mal nicht ans Wünschen denken) so kommt man in einem 70 Jahre währenden Leben nur auf 1.47 Milliarden Wünsche. Realistisch gesehen dürften also eine Milliarde reichen.

Schwierig ist es wenn man den Wunsch nach mehr Wünschen ausklammert und nur einen Wunsch zulässt. Was wäre es dann? Für mich wäre es der Wunsch nach einen glücklichen Leben. Da sind wir bei der Definition von Glück und ich denke kaum ein Begriff wird von so vielen Menschen so unterschiedlich gesehen.

Mancher sieht in der Erfüllung seiner Wünsche das Glück - Reichtum, Macht, Prestige, Erreichen von Zielen. Der nächste sieht das Glück in einer guten und harmonischen Partnerschaft oder Kinder die sich so entwickeln wie man sich das wünscht. Der nächste denkt an die Gesundheit und ein langes Leben. Andere sehen es philosophischer und interpretieren Glück als innere Zufriedenheit die man erreicht wenn man nicht dingen nachjagt die eigentlich einen nicht glücklich machen sondern nur Zeit kosten.

Ich glaube nicht, dass jeder glücklich ist nur weil er reich ist, erfolgreich oder gut aussehend. Ich glaube auch nicht dass jeder unglücklich ist nur weil er krank ist, benachteiligt oder arm. Meine Vorstellung von Glück kommt der philosophischen recht nahe: Glück ist für mich die Zufriedenheit mit mir Selbst und meinem Leben, meiner Umgebung und meinem Umfeld und Freude daran. Das ganze hat zum einen einen Aspekt der mit Einstellung zu tun hat. So sehe ich mit Brille noch 25 % der Normalschärfe, ohne nur 5 %. Trotzdem habe ich mich deswegen nie behindert oder benachteiligt gefühlt oder den unbändigen Wunsch gehabt "normalsichtig" zu sein. und um glücklich zu sein muss sich daran auch nichts ändern. Ich bin auch nicht glücklicher mit mehr Geld auf der Bank. Zum einen weil ich wenig brauche, zum anderen weil ich eine latente Existenzangst habe (das ist die Furcht irgendwann einmal arm zu sein und die ist völlig unabhängig von meinem Vermögen).

Aber natürlich gehören dazu auch objektive Dinge dazu. Natürlich bin ich glücklicher wenn die Dinge die ich mache gelingen. Wenn mir meine Arbeit Freude macht, wenn ich keinen Streit mit anderen habe, wenn ich mir keine Sorgen um Geld oder Zukunft machen muss. Was mich bei vielen religiösen Menschen beeindruckt ist dass sie zumindest nach Außen hin eine Art inneres Glück gefunden haben, oder eine Zufriedenheit mit ihrem Leben. An den Umständen kann man nur bedingt etwas ändern. Wer Diabetes hat muss sein Leben lang Insulin zu sich nehmen und bei seiner Ernährung aufpassen. Aber ob man dies als Unglück ansieht das ist eine Einstellungssache.

Das ganze hat aber auch eine Schattenseite. Es gibt Menschen die ziemlich glücklich sind, aber in ihrem verhalten andere nur schädigen. Beleidigend sind, rüpelhaft, andere benutzend, verletzend. Hauptsache es geht ihnen gut. Ich habe in der letzten Zeit einige solche kennen gelernt die ich in verschiedener Weise als egoistisch einstufe. Ich bin nicht dauernd glücklich. Ab und an, für mich viel zu wenig. Aber das treibt einen an mehr zu tun. Glücklich macht mich Lob und Bestätigung, deswegen mache ich diese Webseite. Glücklich macht es mich mit Leuten zu Chatten die ich interessant finde, auch wenn sie sehr egozentrisch sich verhalten. Zum einen treibt einen das an sich nicht auf etwas auszuruhen und sich persönlich weiter zu entwickeln, aber auch was im Leben zu tun. Zum anderen ist die Gefahr darin etwas nachzurennen was man nicht erreichen kann oder kaum beeinflussen kann, anstatt sich auf das zu konzentrieren was man beeinflussen kann.

Ich glaube keine Entdeckung und Erfindung wäre zustanden gekommen wenn die Menschen zu allen Zeiten glücklich gewesen wären. Immer trachteten sie danach es sich einfacher zu machen, mehr zu erreichen oder es besser zu haben. Zuviel Glück ist also nicht so gut. Es ist wie bei einer Torte: Ich mag für mein Leben gerne Schwarzwälder Kirschtorte. Nur sind wir in unserem Haushalt nur noch zu zweit und wenn ich 2 Tage lang morgens und nachmittags ein Stück gegessen habe, dann habe ich davon genug. Daher sage ich am ersten Tag wenn ich eine mache meinem Bruder und / oder meiner Schwester Bescheid, damit sie ein paar Stücke abholen und sie in 2 Tagen weg ist. Man kann auch von den Freuden des Lebens manchmal zu viel haben....

Mittwoch 11.4.2007: Urananreicherung

In den letzten Wochen ist der Iran wieder in die Schlagzeilen gekommen, weil er an einer eigenen Atombombe arbeiten (soll?) und dafür Urananreicherung betreibt. Zeit mal was darüber zu schreiben. Zum einen mal, warum muss man Uran anreichern und was versteht man darunter?

Einige Atomkerne können durch Neutronen einer bestimmten Energie gespalten werden. Sie zerfallen in zwei Bruchstücke, 2-3 Neutronen und geben dabei sehr viel Energie (Im Bereich der Gammastrahlung ab). Das besondere ist dass mehr Neutronen freigesetzt werden als man zur Spaltung braucht. Treffen diese Neutronen auf weitere Atomkerne so können sie diese auch spalten. Die Zahl der gespaltenen Kerne erhöht sich schnell exponentiell. Treffen Neutronen auf andere Kerne die nicht gespalten werden können, so werden sie abgebremst oder regen andere Zerfallsarten an, die auch Energie freisetzen, jedoch lange nicht so viel wie die Kernspaltung.

Technisch kann man dies heute bei den Isotopen Uran-235 und Plutonium 239 einsetzen. Urans 235 ist dabei das einzige natürlich vorkommende Isotop. Dummer weise ist Uranerz ein Gemisch von 99.3 % Uran-238 und nur 0.7 % Uran 235. Diese geringe Menge reicht nicht für eine Kettenreaktion aus.

Bei einem Kernreaktor reichert man das Uran auf 3-5 % U-235 an, das reicht aus um bei einer sehr großen Uranmenge eine Kettenreaktion am Laufen zu erhalten, ohne das sie in einer Explosion endet (also eines der 2-3 Neutronen regt wieder einen Zerfall an). Bei Atombomben muss man das Uran viel stärker anreichern auf 80 5 U-235. Zum einen um möglichst viele Neutronen in die Reaktion zu bringen, zum anderen um die Masse des Urans zu verkleinern, dass man für eine solche Bombe braucht.

Den Prozess den Anteil von U-235 von 0.7 % auf einen höheren Wert zu bringen nennt man Anreicherung. Das ganze ist anders als es die Nachrichten darstellen keine Hochtechnologie. Dies wurde schon im Manhattan Programm im zweiten Weltkrieg gemacht. Der Entwurf und die alleinige Produktion eines Mikroprozessors, einer Lenkrate oder eines modernen Jagdflugzeuges sind wesentlich anspruchsvoller. Nur muss man diese Dinge nicht selbst entwickeln, sondern kann sie auf dem Weltmarkt kaufen.

Die Sache ist nur enorm aufwendig und damit kostenintensiv. Alle Methoden die man nutzt (es gibt mehrere, aber eingesetzt werden nur zwei) beruhen darauf, dass Uran-238 wie der Name sagt etwas schwerer als Uran-235 ist. Man nutzt also physikalische Effekte aus bei denen dieser Effekt zum Tragen kommt, wie die Beweglichkeit von Gasen oder die Dichte. Alle Verfahren verwenden das Uranhexafluorid, dass man leicht durch Erhitzen in ein Gas verwandeln kann. Es gibt kein verfahren mit dem man Uranerz oder Uranmetall trennen könnte.

Das erste ist die Diffusionsmethode. Uranhexfluoridgas durchströmt eine Membran. Da U-235 Atome etwas leichter als die U-238 Atome sind, sind sie beweglicher und das Gemisch jenseits der Membran ist reicher an U-235. Treibende Kraft kann ein Druckunterschied oder ein Erhitzen des Gases sein. Da der Dichteunterschied sehr gering ist, enthält die Fraktion hinter der Membran nur geringfügig mehr Uran-235 als das Ausgangsgas. Also nimmt man dieses als Ausgangsmaterial für eine weitere Stufe und das dort erhaltene Gas wiederum als Ausgangsmaterial für eine dritte Stufe... Um das Uran nur für den Betrieb eines Leichtwasserreaktors anzureichern muss man 1200 dieser Stufen hintereinander schalten - Für Kernwaffenfähiges Uran noch einige mehr. Pro Stufe erreicht man bei der Anlage "Eurodiff" nur eine Anreicherung um den Faktor 1,00429. Das ganze ist sehr energieintensiv, etwa 4 % der Energie die man später aus dem Uran erhält braucht man nur für die Anreicherung.

Heute angewendet wird das Zentrifugenverfahren. In Gaszentriftugen wird das Uranhexfluoridgas mit 90000 U/min rotiert und durch die Zentrifugalkraft wandert das schwere U-238 reiche Gemisch nach außen und das leichte U-235 reiche bleibt in der Mitte. Durch Erhitzen und Kühlen erreicht man eine Umlaufströmung die diesen Prozess noch verstärkt. Dann kann man das leichte angereicherte Uran in der Mitte unten abziehen und das abgereicherte Uran findet man außen und oben. Jede Zentrifuge hat nur einen kleinen Umsatz und reichert nur leicht an. so verbindet man viele Zentrifugen zu größeren Einheiten. Die Anreicherung erfolgt durch Serienschaltung und der erhöhte Durchsatz durch Parallelschaltung. Das Verfahren ist wirtschaftlicher als das Gasdiffusionsverfahren und heute das am häufigsten eingesetzte. Man braucht nur 1/100 der Energie des Diffusionsverfahren. Jedoch braucht man dafür enorm viele Zentrifugen. Iran soll über 1000 verfügen, das würde nicht mal für das Uran für einen Kernreaktor reichen will aber die Zahl auf 50000 erhöhen.

Das Problem ist prinzipiell ein finanzielles: Der Aufwand für atomwaffenfähiges Uran ist enorm. Man versucht zu verhindern, dass Staaten wie der Iran nicht an die Zentrifugen herankommen (die man natürlich auch für andere Zwecke benutzen kann, nur braucht man da selten mehrere Tausend davon...). Viel einfacher ist es aus einem Atomreaktor Plutonium-239, das zweite wichtige Isotop abzuziehen. Man kann es leicht chemisch vom Uran trennen. Das Problem ist hier: Ein Kernreaktor der viel Pu-239 erzeugt unterscheidet sich von einem normalen in einigen Details. Das Pu-239 entsteht in einem Reaktor, allerdings gibt es ein Maximum nach etwa 6-12 Monaten, danach wird es selbst gespalten und liefert Energie, so dass die Menge dann laufend abnimmt. Normalerweise wird ein Reaktor 3 Jahre betrieben. Reaktoren für die Energiererzeugung produzieren sehr geringe Mengen davon Brutreaktoren dagegen recht hohe Mengen. Weiterhin kann man es aus dem Neptunium 237 gewinnen, dass man einer intensiven Neutronenstrahlung in einem Kernreaktor aussetzt. Dazu arbeitet man das Neptunium aus Brennstäben auf und setzt es als reines Neptunium erneut in den Reaktor.

Da ein Brutreaktor sich von einem normalen Reaktor unterscheidet fällt er leicht auf und kann leicht bei Kontrollen identifiziert werden. Jedoch ist sein Betrieb immer noch einfacher und preiswerter als die Urananreicherung und so bestehen bei den meisten Atommächten das Groß der Atomwaffen aus Plutonium. Warum machen dann viele Länder lieber die Urananreicherung? Nun sie ist technisch einfacher als ein Reaktorbau. Viel wichtiger aber: Man kann sie überall durchführen. Mann kann auch Anlagen verteilen auf mehrere Standorte, so das sie nicht auffallen oder unterirdisch (wie im Iran), so ist man auch sicherer vor einem Luftangriff. ein Reaktor ist dies nicht. Er muss an einem Fluss stehen um genügen Kühlwasser zu haben. Er ist ein leicht auszumachendes Ziel und seine Grundkonstruktion verrät schon seinen Zweck.

Samstag 14.4.2007: T-Rex

Tyrannosaurus Rex oder besser bekannt unter der Abkürzung "T-Rex" ist einer, wenn nicht der bekannteste Dinosaurier. sicher nicht zu unrecht. Er ist einer der größten Raubtiersaurier und wahrscheinlich auch eines der größten Landraubtier das jemals auf der Erde lebte. Erwachsene Tiere waren 13 m lang, 5 m hoch (bei der heute meist angenommenen Fortbewegung bei der das Tier seinen Kopf nah vorne hält um das Gewicht des Schwanzes auszubalancieren) und 4.5-7 t schwer. (so schwer wie zwei Elefanten). Jeder der 60 Zähne war 5-18 cm lang und konnte wie Bissspuren zeigen massiven Knochen durchdringen.

Tyrannosaurus ist nur der bekannteste Saurier einer ganzen Familie, der Tyrannosauridae. Sie umfasst den nur 5-6 m langen Alioramus, die 9 m langen Albertosaurier und Gorgosaurier und die Riesen Tabrosaurus und Tyrannosaurus. Tabrosaurus lebte anders als die anderen Mitglieder in der Mongolei, schon damals geographisch von Nordamerika vom Pazifik getrennt. Allen Vertretern dieser Gattung sind einige Dinge gemeinsam:

T-rexSeit Jahren gibt es Diskussionen, was der Tyrannosaurus für ein Räuber war. Zum einen spricht die Anordnung der Augen nach vorne für einen Jäger. Zum anderen ist das Riechzentrum sehr ausgeprägt. Das ist notwendig um aas über weite Gebiete zu riechen. Dementsprechend scheiden sich die Meinungen in die Lager "Großer Jäger" oder "Assfresser". Fossilien helfen hier nur bedingt weiter. Spuren von Tyrannosaurus Zähnen and Triceratops Schädeln sagen nichts darüber aus, wann diese zustande kamen (lebend oder bei totem Aas).

Man kann nur Untersuchungen machen was möglich ist. Die Ergebnisse laufen weit auseinander. Manche Forscher meinen das Tier habe nur einige Stundenkilometer schnell sein können, andere berechnen 16 km/h und eine Fußspur die man leider nicht genau einer Art zuordnen konnte lässt auf 30 km/h schließen. (30 km/h entsprechen 100 m in 12 Sekunden).

Etwas mehr weis man vom Sozialverhalten der Tiere. Zum einen wurden die Jungtiere sehr spät erwachsen. Bis zum Alter von 14 Jahren wogen sie nur eine Tonne um dann in 5 Jahren auf 5 t zu wachsen. Die verwandten Arten waren in 16 Jahren ausgewachsen. Der älteste gefundene Tyrannosaurier war 28 Jahre alt. Da man einige Skelette zusammen fand und diese Funde sehr selten sind gehen inzwischen einige Forscher von einem Sozialverhalten aus, das auch nötig war wenn die Jungtiere so langsam wuchsen.

War er nur ein Aasfresser? Schwer zu sagen. Für einen Räuber dieser Größe braucht man schon eine Menge Aas um ihn satt zu machen. Andererseits war der Tyrannosaurus selten. Man hat nur sehr wenige Exemplare von ihm gefunden, das gilt jedoch auch für andere Fleischfresser. In jedem Ökosystem wird die Zahl der Fleischfresser relativ klein sein. Andererseits kennt man heute auf der Erde kein Boden bewohnendes Raubtier dass sich nur von Aas ernährt. Die Frage ist vielleicht auch falsch gestellt: Jeder denkt immer an einen Zweikampf zwischen Triceratops und Tyrannosaurus. Aber gab es diesen wirklich? Für Tyrannosaurus wäre es viel einfacher Hadrosaurier zu erlegen die nicht so wehrhaft sind und die es damals in Massen gab. Auch heute ist ein Kaffernbüffel weitgehend sicher vor Angriffen von Löwen, während das für Gnus und Zebras nicht gilt.

Ich persönlich fand den Tyrannosaurus immer zu "plump" und "fett". Mir persönlich gefiel der Allosaurus aus dem Jura viel besser, mit einem kleineren kopf und ausgeprägten Klauen. Verfolgt man die Entwicklungsgeschichte der Carnosaurier also fleischfressenden Saurier, so sieht man dass aus einem Urahn Coelophysis mit einem relativ langen Hals, kleinen Kopf, schlankem Bau und langen Armen sich mehrere Entwicklungswege abspalten. Auch wenn es in den Details Unterschiede gibt, gab es doch zwei Klassen von Raubsauriern - Kleine behände Tiere, maximal so große wie ein Mensch, meistens kleiner die Coelophysis ähnelten und Kleingetier und Jungtiere fingen oder Eierdiebe waren. Und immer größer werdende Raubsaurier, bei denen es die Tendenz gab, dass die Vorderbeine verkümmerten, der Bau massiver wurde und der Kopf immer größer und schwerer (bei Tyrannosaurus Rex war der Kopf alleine 1.25-1.5 m lang).

Die Frage ist ob ein Aasfresser diese Spezialisierung mit diesem mächtigen Gebiss braucht. Wäre für einen Aasfresser es nicht von Vorteil, klein und behände zu sein, um so mit dem vorkommenden Aas besser auszukommen? Vor allem nimmt man heute an das Tyrannosaurier (und wahrscheinlich auch andere Arten warmblütig waren). Das bedeutet, dass sie einen viel höheren Energieverbrauch als wechselwarme Tiere wie heutige Krokodile haben und damit mehr Fleisch benötigen. Unwahrscheinlich, dass sie diesen Bedarf alleine aus Aas decken konnten. Man kam übrigens früher (und vielleicht gilt dies auch für einige Arten durchaus) zu dem Schluss dass die Dinosaurier so riesig sind, weil sie wechselwarm waren: Wenn ein 20 t schwerer Saurier nachts auskühlt, dann kühlt sich bei dieser Masse nur die äußerte Haut und Fettschicht ab. Bei einer solchen Masse dauert das komplette Auskühlen eines massiven Körpers viel zu lange, so dass er praktisch wie ein Warmblüter leben konnte, solange nur die Umgebungstemperatur hoch genug war.

Copyright des Bildes Naturhistoriska riksmuseets


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