Home Site Map Sonstige Aufsätze Weblog und Gequassel counter

Web Log Teil 203: 8.12.2010

Mittwoch den 8.12.2010: Neue Enthüllungen von Wikileaks.

Nachdem wir Wikileaks nun ja ganz neue Erkenntnisse über Politiker verdanken gibt es bald neue Erkenntnisse von Wikileaks. Wer hätte denn gedacht, dass Berlusconi oft auf Partys rumhängt, Puttin ein Alphatier ist und unsere Kanzlerin entscheidungsschwach? Da wäre ich doch nie drauf gekommen!

Wikileaks hat nun seinen Kreis erweitert und präsentiert auch neue Erkenntnisse aus der Wirtschaft und Showgeschäft. So sollen Milli Vanilli und Boney M. nicht selbst gesungen haben! Alles nur gefakt! Wer hätte das gedacht. Schlimmer noch. Nicht mal Personen sind echt. So ist weder die Oberweite von Pamela Andersson echt, noch die meisten Fotos die man von Personen in den Zeitschriften. Angeblich soll mit einer Bildbearbeitungssoftware namens Photoshop die Bilder verfremdet worden sein.

Darf man sich noch auf die Ohren verlassen. Auch nicht. Angeblich soll es mit Computerhilfe möglich sein aus durchschnittlichen Stimmen, einigen Akkorden und Samples ganze Hits zu generieren.

Die absolute Sensation. Adolf Hitler soll kein Deutscher gewesen sein! Angeblich ist er Österreicher gewesen. Österreicher, das kann man fast nicht glauben. Wo die doch die Deutschen nicht ledien können, aber vielleicht hat er gerade deswegen Deutschland in die Vernichtung führen wollen. Wikileaks wird diesen Plan Österreichs zur militärischen Vernichtung Deutschlands und anschließendem Anaschluss an Großösterreich sicher noch aufdecken.

All das wird noch im neuen Klatschmagazin des Internets, Wikileaks veröffentlicht.

Tja "Wiki" steht wohl für Klatsch, Allgemeinwissen, Lieschen-Müller Fachartikel. Nach der Wikipedia nun auch bei Wikileaks. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht den tieferen Sinn dieser "Enthüllungen". Was da über die Politiker steht, kann man auch durch einfaches Verfolgen der Nachrichten oder Auftritte im Fernsehen feststellen. Braucht man dazu die Berichte von Diplomaten? Bei den paar Stichworten, die in der Presse stehen wozu braucht man denn da 245.000 Dokumente? Reicht da nicht eines als Zusammenfassung. Wer soll das alles lesen. Das ist mehr als wahrscheinlich im amerikanischen Außenministerium gelesen wird (Wenn ein Mitarbeiter ein Dokument pro Tag liest brauchen 1000 Mitarbeiter ein ganzes Arbeitsjahr dafür). Der Reputation tut das nicht gut. Es wiederholt sich das was bei Wikipedia eingetreten ist: Masse statt Klasse. Asl Enthüllungen kann ich die Beurteilungen nicht ansehen. So sind die Politiker eben. Das weis jeder und wahrscheinlich haben Obama und Clinton den Eindruck auch ohne Berichte im direkten Kontakt gewonnen.

Wikipedia fällt mir ja inzwischen immer mehr negativ auf. Ich habe in der letzten Zeit mal mehr im PC Bereich nachgeschaut. Der Apple II Artikel ist nicht neutral geschrieben, sondern hebt Steven Wozniak als Genie heraus. Das grundlegende Konzept der DMA wird nur am Beispiel der IA-86 Architektur erläutert (klar, andere Computer gibt es ja nicht auf der Welt) und bei CP/M wird ein Hauptvorteil, dass es keine Vorgaben gab wie die Hardware auszusehen hat außer Prozessor und Mindestspeicher als Nachteil dargestellt.

Als ich mal nachsehen wollte, ob die Mindestdosis an Alkohol die man zu sich nehmen kann ohne negative Folgen zu haben, noch die gleiche ist wie beim Studium fand ich nichts. Also noch mal Lehrbücher blättern und die DGE besuchen. Dabei denke ich interessiert das sich ein paar Leute, also sollte es Bestandteil des Artikels sein.

Ich habe mal mit dem Gedanken gespielt zur Webseite ein Wiki zu installieren und auch eines mal probeweise aufgesetzt. (Wer will kann ja mal sich eine sinnige URL überlegen und die ausprobieren, wegen der Spider möchte ich keine veröffentlichen). aber schon nach einem Artikel war mir klar, dass ich die Zeit nicht habe auch nur die bisherigen Aufsätze zu übernehmen. Schließlich gilt es vieles zu verknüpfen, aufzugliedern und Tags zu bereinigen.

Das bedeutet ich müsste genauso wie Wikipedia auf Leute zurückgreifen die frei an dem Wiki editieren dürften und damit wäre das Niveau genauso gut oder schlecht wie bei der Wikipedia.

Donnerstag 9.10.2010: Mastkur

Kürzlich kamen zwei Sendungen zu dem gleichen Thema: Den schon ein paar Jahre alten Spielfilm "Supersize me" und in Teilen auf RTL's "extra" das "Jenke Experiment". In Supersize me isst der Protagonist nur das "Supersize" oder "XXL" Menü von Mac Donald und darüber hinaus lässt er sich über das ungesunde Essen der Kette aus. Im Jenken Experiment stopft sich der Protagonist pro Tag 42.000 kJ rein, also das vierfache seines Tagesbedarfes.

Die Ergebnisse sind bei beiden Spielfilmen identisch: Die Versuchskaninchen nehmen innerhalb von 3-4 Wochen 5 bzw. 11 kg zu, sie fühlen sich schlecht, und ihre Leber- und Blutwerte werden sehr schlecht.

Die Frage ist aber was das beweist. Wir alle wissen das viel Essen ungesund ist und Fast Food Essen sowieso. Doch was soll das beweisen. Beiden Kandidaten fällt es schwer so viel zu essen. Es bedeutet jenseits der Sättigungsgrenze noch etwas zu essen oder schon wieder etwas zu essen, wenn man noch von der letzten Mahlzeit satt ist. Als Nebeneffekt stellen sie eine Trägheit und Müdigkeit fest - es ist der gleiche Effekt wie nach einer opulenten Mahlzeit nur als Dauerzustand, der Körper braucht nun alle Energie um die Mahlzeiten überhaupt zu verdauen und das bremst das Verlangen sich noch zu bewegen.

Doch es beweist nicht, dass man von dem Essen dick wird und auch nicht, dass das Essen schädlich ist in dem Sinne, dass die Blut- und Leberwerte ziemlich schnell den Bereich des Gesunden verlassen. Denn es ist nicht natürlich. Niemand würde so viel freiwillig essen, weil dann das Essen in Qual umschlägt. Das ganze hat eher etwas mit Gänsemästen zu tun und die Folgen sind auch die gleiche wie bei Gänse die gemästet werden um Stopfleber zu erhalten: Die Leber verfettet weil der Körper nicht ausgelegt ist solche Energiemengen umzusetzen. Wer wie Jenke das vierfache seines Tagesbedarfs zu sich nimmt liegt eben im toxischen Bereich und nichts mehr beweist sein Experiment. Es gibt bei allem einen gesunden Bereich und einen toxischen. Er hat den gesunden verlassen. Aber so was klappt nicht mal im Tierreich ohne Nachhilfe. Die Gänse z.B. essen nicht freiweillig so viel. Die Nahrung wird über eine Art Schlauch der in den Hals gesteckt wird direkt in den Magen deponiert. Wer mal gesehen hat wie das funktioniert, dem vergeht sicher für einige Zeit die Lust auf Gänseleber. Auch Jenke und Spurlock mussten sich zwingen so viel zu essen. Spätestens dann ist doch klar, dass dies nicht der Wirklichkeit entspricht, denn ein Fast-Food Junkie macht das ja weil es ihm Freude bereitet und nicht um sich zu quälen.

Was viel interessanter wäre, wäre ein längerdauernder Versuch, weniger extrem, aber wirklichkeitsnäher. Was passiert wenn man über 1 Jahr lang jeden Tag ein "normales" McDonald Menü pro Tag isst - wie wirkt sich das auf Gewicht, Wohlbefinden, Leistung aus. Das ist wohl eher die Wirklichkeit die vorliegt. Aber vielleicht sind die Ergebnisse nicht so spektakulär.

Donnerstag 9.12.2010: Was ist los mit der ARD

Heute, weil der erste Beitrag nicht so lang ist zwei Blogs. Das das öffentliche Fernsehen immer schlechter wird ist eine Tendenz, die ich ja schon ab und an mal angemerkt habe. Doch in der letzten Zeit fällt mir vor allem die ARD auf. Sie scheint eine Abneigung gegen ihre eigenen teuer produzierten Produkte zu haben. Es gibt ja die klassische Serie nicht mehr bei der ARD, also etwas das einmal pro Woche erscheint und auch nicht dauernd. Es gibt nur noch das Großstadtrevier. Alle anderen Serien wurden durch Daily Soaps und Quizsendungen ersetzt. Das letzte was ich sah war die wirklich tolle und politisch unkorrekte Serie "Türkisch für Anfänger". Doch nicht nur gibt es keine Fortsetzung - sie wurde auch richtig verheizt. Alle Folgen nacheinander gesendet - jeden Wochentag eine. Drei Wochen und sie war wieder weg. Das war keine Ausnahme. Nun kam "Im Angesicht des Verbrechens". Eine Serie die mehr an einen Film erinnert. Wer Action mag findet dort Actionszenen. Wer Liebesschnulzen mag findet auch dei Story der Swangsprostituierten Swetlana und ihrem Helden bei der Polizei. Vor allem wirkt sie realistischer als zahlreiche andere Krimis mit Russen die eben russisch sprechen und untertitelt werden und Vorgesetzten die auch mal herumbrüllen wenn etwas nicht klappt.

Auch diese wurde verheizt: In Doppelfolgen wurden die Teile Freitag abends um 21:45 bis 23:25 gezeigt. Das langweilige ewig gleiche Eintopfprogramm kommt aber jeden tag. Inzwischen muss auch jeder ran Frank Plasberg moderiert nun ein Quiz. Ich frage mich wer ihn darauf los gelassen hat. Es fehlt ihm die Lässigkeit und vor allem weiß ich schon wer gewinnt, wenn eine Frauenmannschaft und eine Männermannschaft da ist. Die erstere wird nämlich immer besser beurteilt oder bekommt Hilfen. Die Auslegung der Quize ist auch komisch. Ein Tatort Quiz hat keinerlei Fragen zur Sendeserie "Tatort" beinhaltet und immer isst völlig Wurst wie viel Geld die Kandidaten vorher erspielt haben - es entscheiden die letzten 5 Minuten in denen es pro Frage dann soviel zu gewinnen gab wie in den letzten 100 Minuten bevor. Die Gewinne (die guten Zwecken zugute kommen) sind auch ein Witz: Im Quiz mit Pilawa konnten zwei Kandidaten in 50 Minuten 100.000 Euro gewinnen. Die meisten hatten nach 25 Minuten 5.000 bis 25.000 Euro sicher und scheiterten an den höheren Fragen. Hier sitzen zur Hauptsendezeit sechs Promis 90-105 Minuten da und der Gesamtgewinn bei 30.000 Euro, noch dazu eben nicht zur persönlichen Bereicherung sondern für Projekte oder Organisatoren. Fällt nur mir auf, das da was nicht stimmt?

Da es recht unproduktiv ist nur zu meckern, an dieser Stelle mal ein Lob. Es gibt nämlich einen öffentlich-rechtlichen Sender den ich immer häufiger anschaue, obwohl ich ihn direkt nicht empfangen kann (er ist zwar auf dem Kabel, aber nur bei den digitalen Kanälen und ich habe noch eine alte Röhre und bin mit der auch zufrieden). Das ist zdf NEO. Inzwischen lade ich mir über OTR einiges von dem Sender runter:

Noch auf der Platte liegen "Mad Men", habe noch nicht die Zeit gehabt reinzuschauen. Zudem kommen Wilsberg und "die Deutschen II" dort auch etwas früher als im ZDF.

Schade nur das ein Spartensender ist. Warum schmeißt das ZDF nicht eine ihrer täglichen Krimiserien im Vorabendprogramm raus und übernimmt das gute Programm von ZDF Neo?

Andere Sender haben ja noch komischere Sendeschema. Was RTL und SAT1 getreten hat freitags abends jeweils eine Chartshow zu bringen? Man weiß es nicht. Ich vermute aber in paar Wochen ist davon eine verschwunden.

Freitag 10.12.2010: Die Informationspolitik von SpaceX

"Ich bin dagegen" den Blogtitel hatte ich ja und wenn es nach einigen ginge dann wäre das auch mein Dauerblogtitel beim Thema SpaceX. Doch so einfach ist es nicht.  Es geht mir nämlich nicht um die Erfolge oder Leistungen, die es natürlich gibt. Die nehme ich zur Kenntnis, aber sie beschäftigen mich nicht. Nicht weil ich nichts von SpaceX halte, sondern weil die Firma sich auf die bemannte Raumfahrt konzentriert hat, ein Thema das mich persönlich nicht so sehr interessiert.

Was mich aber interessiert sind Raketen und ich möchte meine Aufsätze zu jedem Träger mit Informationen spicken. Das ist nicht immer möglich, so sind sicherlich die chinesischen Träger kaum bei uns bekannt, zumindest was technische Daten angehen. Daher kritisiere ich die Informationspolitik der Firma. Nur über das kann ich mich auslassen und wenn dort einige Schnitzer über die Technik kommen, auch über die. Das je nachdem wo man bei SpaceX auf die Website schaut die Performance eine andere ist und technische Daten schwanken ist eine Sache. Viel mehr erfährt man aber durch Interviews die man mühsam sich über Portale und Nachrichtenagenturen zusammensuchen muss bzw. in neuester Zeit muss man sich die Videostreams mit stotterndem, konfus das Thema wechselnden Elon Musk antun, um Infos zu bekommen.

Muss das sein? Nein, muss es nicht. Natürlich können sich Daten ändern, auch wenn man noch in der Entwicklung ist. Allerdings kenne ich keine Rakete in den letzte paar Jahrzehnten, bei denen dies viel war. Das sind einige Prozent mehr oder weniger bei den Massen, meistens noch weniger bei den spezifischen Impulsen. Sie wirken auch nicht sich so auf die Nutzlast aus wie dies bei SpaceX der Fall ist. Hat SpaceX Stümper? Nein, bestimmt nicht. Ihre Mitarbeiter rekrutiert sie teilweise von anderen Aeospacefirmen, viele aber auch direkt von der Uni. Die Firma ist ja nicht im Takatuka Land angesiedelt. Sie befindet sich in dem Land mit der größten Raumfahrtindustrie in der Welt. Daher erwarte ich auch das Starts klappen - die Luft & Raumfahrtindustrie in den USA zu der SpaceX auch gehört hat schließlich genügend Erfahrung. So gesehen versthe ich auch nicht die aufregung wenn der zweite Start klappt, zumal der erste ja schon gut verlief, wenn auch nicht so perfekt wie das SpaceX monierte - hätte die Firma die Abweichungen die es gab nicht so verharmlost oder mal schnell für die Berechnung der Genauigkeit von der Höhe über der Erdoberfläche auf die Entfernung vom Erdmittelpunkt gewechselt, dann hätte ich da sicher auch nicht so viel kritisiert. Aber das sind eben Steilvorlagen.

Wenn man bei SpaceX also die Daten über die Raketen hat, aber sich erst an die endgültige Version herantasten will - warum veröffentlicht ihr das nicht und macht es transparent? Vielleicht weil euer Chef aus der Softwarebranche kommt und so arbeitet wie dort üblich? Also erst mal was ankündigen und später was liefern was nicht ganz dem entspricht und danach eine fehlerbereinigte Version nachliefern? Könnte sein. Nervend ist auch der Stil, den vor allem Elon Musk bemüht, mit unpassenden Vergleichen, Verharmlosungen, aber das ist seine Sache und wäre man nicht auf Interviews mit ihm angewiesen so könnte man das ignorieren. (Ich lese wenn ich mich über NASA Themen informieren will ja auch nicht die Interviews von Boulden durch).

Das Thema, wie privat das Unternehmen ist und was es erreicht hat ist ein anderes. Zu privat habe ich mich schon mehrfach geäußert. Mit dem Erreichten denke ich ist es sicher mehr als Lockheed oder EADS mit dem Geld geschafft hätten. Das steht auch außer der Frage. Nur vermute ich dass da noch mehr nachkommt. Systeme die nur irgendwie mit bemannter Raumfahrt zu tun haben neigen dazu, plötzlich ziemlich teurer zu werden. (Der Auftrag für das ATV war ursprünglich auch mal nur 470 Millionen Euro teuer und bis zum Start wurden dann 1350 draus). Mit Sicherheit (und das ist auch die Meinung anderer Quellen) unterschätzt die Firma die Anforderungen die auf sie zukommen wenn sie für die NASA Astronauten transportieren will, aber das ist eine andere Sache und das kann man aufgreifen, wenn es vielleicht tatsächlich mal dazu kommt dass die Firma in einen Wettbewerb um bemannte Transporte sich beteiligt. Daher werde ich nach wie vor die Informationspolitik dieser Firma aufgreifen und auseinandernehmen.

In all der Menge von unkritischen "Gläubigern" muss es ja noch Kritiker geben. SpaceX ist keine Religion, sie ist ein Unternehmen. Und sie ist auch nicht das einzige das ich kritisiere. Ich habe mich in diesem Blog auch mehrmals mit der Informationspolitik europäischer Raumfahrtkonzerne und den technischen Planungen von EADS zur ESC-B befasst. Nur gibt es hier wohl keine EADS Gläubigen.

Außerdem seid doch froh, wenn sich einer die Mühe macht die Daten mal zu hinterfragen. Das tut ja sonst keiner. Bislang sieht meine Bilanz aber gut aus. Als ich den spezifischen Impuls von 342 s (3366 m/s) für das Zweitstufentriebwerk anzweifelte, haben mir das einige nicht geglaubt, nun stehen im Presskit noch 336 s (3295 m/s) drin. Nach Kürzung der Düse werden es noch weniger werden.

Und auch die Nutzlast bewegt sich langsam in die richtige Richtung - im Presskit sind es nun schon 9.800 kg, auf der Website noch immer 10.450 kg. (Es waren mal 12.500 kg). Noch immer läuft ja meine Wette mit den Fans dieser Firma. Ginge es nach der Logik, so kann ich doch nur verlieren, schließlich habe ich keine Konstruktionszeichnungen, Computermodelle etc. Aber da die veröffentlichten Angaben offenbar auch nicht auf diesen beruhen, denke ich habe ich eine gute Chance die Wette zu gewinnen. Von dem damaligen Wert von 12.500 kg ist die Firma ja schon abgekommen und hat die Nutzlast um 2.700 kg reduziert. Eigentlich habe ich ja faast schon gewonnen, denn das ist mehr als die Restdifferenz zu meinem postulierten Wert von 8.200 kg, da fehlen nur noch 1.600 kg. Mit Wiederverwendung der ersten Stufe und gekürzter Düse könnte das sogar hinkommen.

Aber wie wäre es wenn ihr SpaceX-Fans mal die Scharte ausbügelt welche die Firma hinterlässt? Ich kann nicht alles sichten und sicher entgeht mir auch vieles. Also schickt mir Links, Dokumente etc. und betreibt die Informationspolitik, die SpaceX offensichtlich nicht leisten kann. Denn wie ich schon sagte. Es geht bei einer Website, die sich mit Technik beschäftigt, nicht um "dafür" oder "dagegen" sondern um verlässliche Informationen. Wie ein Rezensent eines meiner Bücher schrieb: Bei mir stehen leider nur Fakten. Das Lobhudeln und Märchenerzählen überlasse ich anderen und ich will auch nicht die Märchen anderer wiedergeben. Am liebsten wäre mir natürlich, wenn ich kein Kritiker mehr sein müsste, also  SpaceX mal ordentliche Presseinformationen mit aktuellen und vollständigen Angaben, Hintergrundinformationen etc hin bekommt und ich nichts mehr zu kritisieren habe. Das spart mir nämlich viel Zeit für andere Dinge.

Samstag 11.12.2010: Klartext reden

Am Mittwoch feierte die ARD die 10.000 ste Tagesthemensendung und die Diskussion bei Maischberger habe ich mir auch angesehen. Einen Punkt habe ich mal aufgegriffen. In der Runde wurde die Meinung vertreten, dass das Buch von Sarrazin nur so viel Aufsehen erregt, weil er Klartext redet. Das wäre auch der Grund für die Popularität von Helmut Schmidt und seiner Bücher.

Stimmt das?

Ich denke zum Teil. Natürlich spielt auch der Promistatus eine Rolle und wenn jemand wie Sarrazin provoziert und überall in jeder Talkshow auftaucht und dort jeder auf ihn einprügelt hebt das auch noch den Umsatz. Ich bin noch etwas zu jung für die Ära Schmidt (zumindest habe ich mich wirklich erst für Politik interessiert als diese zu Ende ging), aber ich kann mich nicht erinnern, dass er damals so viel Klartext geredet hat, aber immerhin deutlich mehr als heute üblich ist.

Machen wir uns nichts vor. Seit Kohl ist mit kurzen Unterbrechungen bei der Politik ein Erfolgsrezept gängig: nichts tun, aussitzen. Wenn man etwas zu entscheiden hat, dann immer den kleinsten Weg gehen und Probleme einfach gar nicht erst ansprechen. Es gibt eine Menge Probleme. Da ist das Dauerproblem Staatsverschuldung. Jeder redet davon, dass man sie abbauen muss und dann kommt immer der Hinweis auf die Enkel die das alles zurückzahlen sollen - das zeigt schon in welchen Zeiträumen die Politik das Problem lösen will. aber wenn mal die Banken kriseln oder die Automobilindustrie schwächelt, dann nimmt man gerne einige Zig Milliarden neue Schulden auf. Von Rückzahlen ist schon gar nicht die Rede, sondern nur von Neuverschuldung reduzieren....

Noch mehr ignoriert ist das Problem "Rente". Wann immer ich hier mal im Blog das Wörtchen "Harz IV" erwähne, kann ich sicher sein, sofort Klagen zu hören, wie weit bei uns der Sozialabbau gekommen ist. Regt sich jemand über die Rente auf? Nö. Und das obwohl jeder weiß, dass diejenigen, die in wenigen Jahren in die Rente gehen weniger Geld bekommen als sie eingezahlt haben und das Missverhältnis noch größer wird. Schlimmer noch: Der Bund buttert hier massiv zu. Es sind 2010 genau 80.780.042.000 Euro. Ja sie haben richtig gelesen. Ein Drittel des Bundeshaushaltes geht nur als Zuschuss an die Rentenversicherung und das wurde seit er Anfang der sechziger Jahre eingeführt wurde immer mehr.

Die Harz -IV Ausgaben, bei denen Erhöhungen um 5 Euro so kontrovers diskutier werden, machen nur ein Achtel dieser Summe aus. Da es immer weniger Kinder gibt wird das noch mehr werden. Doch stehen hier Kürzungen an? Nö, Rentner sind viel zu wichtige Wähler. Sie stellen einen Großteil der Wähler von CDU und SPD und sie wechseln kaum und gehen auch noch fleißig zur Wahl, während andere wegen der Sch..Politik Wahlverweigerung üben.

Dann gäbe es noch die Dauerthemen Subventionen, ob klein oder Groß, Bürokratie, egal ob Steuererklärung, Vorschriften oder Gesetze und den immer größeren Lobbyeinfluss. Gegen diese Themen sind alle Parteien. Jeder will Subventionen abbauen (immer bei denen, die ihn gerade nicht wählen), Bürokratie abbauen und natürlich muss auch der Lobbyeinfluss eingedämmt werden. Aber folgt dem etwas?

Das ist das Problem. Es ist nicht so sehr das Klartext reden. Es ist mal klare Politik angesagt, diese Probleme, Herausforderungen oder einfach nur die Arbeit mal anzugehen. Wir haben heute eine Bequemlichkeitspolitik, eine "Wasch mir den Pelz, mach mich aber nicht nass" Politik. Das Leute wie Westerwelle, die nichts können, aber das perfekt, einen so kometenhaften Aufstieg feiern, aus der FDP eine Steuersparpartei gemacht haben und dann damit auch noch das beste FDP-Ergebnis einholen zeigt, wie bei uns Politik funktioniert. Logischerweise wird der Westerwelle, der nicht richtig englisch sprechen kann (und das bei einem akademischen Abschluss, spricht auch nicht gerade für das Jurastudium und Berufspolitikersein) Außenminister. Also nicht Wirtschafts- oder Finanzminister wie man annehmen könnte bei jemanden, der sich über Steuern auslässt.

Das zeigt recht gut wie das System heute funktioniert. Die aktuellen Werte der FDP und CDU zeigen aber auch, dass es auf Dauer nicht erfolgreich ist. Nächstes Jahr stehen einige wichtige Landtagswahlen an. Ich denke am Ende des Jahres wird sich in Bundespolitik einiges getan haben - entweder von dieser Regierung oder es gibt eine neue....

Freitag 10.12.2010: Nix mit Google Rätsel 2

Wenn Google nicht hilft, bleiben offensichtlich die Lösungen aus. Ich dachte auch die Schwemme an SpaceX Freaks würde sich mal daran versuchen, aber das war leider nicht der Fall. Den Ansatz den Hans hatte war schon richtig, aber nicht zu Ende gedacht.

Die erste Stufe hat die Aufgabe die Vertikalgeschwindigkeit aufzubauen, darüber hinaus natürlich auch einen Teil der Horizontalgeschwindigkeit. Eine Rakete muss ja schließlich die Bahnhöhe erreichen, die dafür mindestens benötigte Geschwindigkeit entspricht der, die eine Kanonenkugel aufweisen muss, wenn man sie senkrecht nach oben abfeuert. Dies ist unvermeidbar, es ist die Hebearbeit in einem Gravitationsfeld.

Anders als bei einer Kanonenkugel baut eine Rakete aber diese Geschwindigkeit langsam auf. Bei der Saturn die mit knapp 12 m/s startet ist es so, dass von diesen in der ersten Sekunde 9,81 m/s abgezogen werden, also nur 2,2 m/s übrig bleiben. Nach zwei Sekunden sind es so 4,4 m/s. Das ist auch der Grund warum die Rakete so lange braucht, um den Startturm zu passieren. Der Anteil der tatsächlich zum Anheben übrig bleibt, wird immer größer, da die Beschleunigung ansteigt, da die Rakete durch den verbrauchten Treibstoff leichter wird.

Soweit hat Hans das auch durchdacht: Je mehr Triebwerke in der Stufe vorhanden sind, desto geringer sind die Gravitationsverluste, da schon am Anfang ein größerer Anteil der Startbeschleunigung effektiv wirksam wird.

Was er aber vergaß, ist das der Schub auch Auswirkungen auf die Konstruktion hat. Natürlich macht jedes Triebwerk die Rakete schwerer. Doch das allein ist es nicht. Der erhöhte Schub korrespondiert mit einer höheren Beschleunigung und die Rakete muss auf die maximal auftretende Beschleunigung ausgelegt werden. Sie würde sich bei 10 Triebwerken verdoppeln. Die Spitzenbeschleunigung würde von 4 auf 8g ansteigen. Als Folge wären alle Elemente der Rakete einer doppelt so hohen Belastung ausgesetzt: Schubgerüst, Tanks etc. müssten viel schwerer sein um diese Belastungen aufzufangen. Das gilt nicht nur für die erste Stufe sondern auch die oberen Stufen, bei denen das erhöhte Leergewicht dann den Geschwindigkeitsgewinn wieder aufzehren würde.

Daraus ist abzuleiten, dass es ein Optimum gibt. Weder ist eine zu hohe Startbeschleunigung noch eine zu geringe optimal. Das Optimum ist von den konstruktiven Details abhängig. So hängt es von Anzahl und Gewicht der Oberstufen ab oder der Treibstoffart (bei großvolumigen Wasserstofftanks sieht es anders aus als bei kompakten Tanks). Im Allgemeinen wird eine Startbeschleunigung von 1,6 g für Raketen mit flüssigen Treibstoffen als nahe des Optimums angesehen. Zahlreiche frühe ICBM's liegen bei diesem Wert.

Eine Ausnahme ist gegeben wenn es möglich ist während des Fluges Triebwerke im Schub zu drosseln (Atlas V) oder Triebwerke abzuschalten, was mehrere Triebwerke in der Stufe voraussetzt die punktsymmetrisch angeordnet sein müssen.

Ich hoffe ihr habt was dazugelernt. Das nächste Rätsel ist aus aktuellem Anlass was für die SpaceX Fans. Wie kann man aus folgenden Angaben von SpaceX für die Falcon 9 einen Schätzwert für die Leermasse der zweiten Stufe angeben? Folgende Angaben kann man von der SpaceX Website entnehmen:

Welche Leermasse muss danach die zweite Stufe aufweisen?

Montag 13.12.2010: PISA und Phytagoras

PhytagorasIm Winter fallen mir mehr denn je die Leute auf, die in der Schule geschlafen haben. Warum? Nun man möge mal einen Blick auf die Luftbildaufnahme unseres Wohnheims richten. Also ich Wohne beim A. Die Straße ist links und oben. Wie zu sehen führen zwei private Zufahrten zu meinem Haus und dem Nachbarhaus unten mit der Jahreszahl auf dem Dach. Jeden Tag laufen etliche Leute durch dieses Privatgelände, und im Winter werden es, obwohl nur ein Teil geräumt ist (und zwar der direkte Weg zu unserer Haustür) mehr - bei abschüssigem Gelände.

Offensichtlich muss jeder nicht öffentliche Weg eine ganz geheime Abkürzung sein, die enorm viel Zeit spart. Wahrscheinlich befindet sich auf halbem Weg ein Wurmloch, das ich in den letzten 45 Jahren übersehen habe. Anders ist das nicht zu erklären. Denn der Weg über den Gehsteig ist kürzer. Vor einigen Jahrzehnten bin ich ihn sogar mal abgeschritten um das zu überprüfen, es ergibt sich aber auch aus der Logik, denn ein Kreisbogen ist immer kürzer als zwei Strecken mit einem rechten Winkel dazwischen. Was treibt Leute an, dass sie im Winter durch rutschige, umgeräumte Wege oder durch 15 cm Schnee stapfen, während der Gehweg schneefrei ist? Selbst wenn sie annehmen der Weg wäre kürzer, so brauchen sie länger und riskieren auszurutschen. Ich warte nur mal bis jemand auf dem Nachbargrundstück was bricht, denn die räumen niemals den Weg, während ich und der Nachbar am Eck da recht pingelig sind. In unserer abschüssigen Straße ist meine Mutter schon mal weiter oben gestürzt und musste einige Tage lang liegen. Da ist das Risiko deutlich höher als bei einem ebenen Weg.

Tja nicht nur die Jugend sollte mal einen PISA Test machen.


Sitemap Kontakt Neues Impressum / Datenschutz Hier werben / Your advertisment here Buchshop Bücher vom Autor Top 99