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Web Log Teil 205: 16.12.2010 - 24.12.2010

Freitag den 16.12.2010: Wohin geht die Entwicklung bei den Weltraumrechnern?

Die ersten Rechner in bemannten und unbemannten Raumfahrzeugen waren Spezialanfertigungen. Sie waren auf den Design zugeschnitten und meistens aus hunderten oder Tausenden aus LSI und MSI Chips aufgebaut. Sie wurden in den achtziger Jahren von normalen Mikroprozessoren abgelöst. "Normal" in der Hinsicht, das Bauteile aus normalen Produktionslinien verwendet wurden, wenngleich auch nicht die für die Consumergeräte sondern meist die für militärische Anwendungen oder die Luftfahrt mit höherer Strahlen- und Temperaturtoleranz.

Seit den neunziger Jahren hat sich die Rechnerentwicklung in der Raumfahrt weitgehend von Consumerchips abgekoppelt. Je kleiner die Chips werden, desto empfindlicher werden sie gegenüber Effekten durch hochenergetische Teilchen und sie bekommen immer mehr Pins an denen sich Entladungen auf den Chip übertragen können. Bei Galileo wurden nicht nur die Chips besonders geschützt, sondern auch die gesamten elektrischen Leitungen die induzierte Spannungen akkumulierten.

Je leistungsfähiger die Chips werden, desto teurer wird die Produktion. Es hat schon seinen Grund, warum nur wenige Hersteller die derzeit leistungsfähigsten Prozessoren oder GPU's Produzieren. Je kleiner die Anforderungen werden, desto mehr Hersteller gibt es für einen Chip. Eine Fertigungsstraße für 100 Prozessoren pro Jahr aufzuziehen lohnt sich nicht, zumal ja auch Speicherbausteine, ROM's etc. auch in dieser Technologie gefertigt werden müssen.

Einer der derzeit leistungsfähigsten Prozessoren, der RAD750 basiert auf dem PowerPC750 Prozessor (erschienen 1997) hat eine maximale Taktfrequenz von 200 MHz und ein Board kostet rund 200.000 $. Er entsteht mit Strukturbreiten von 150 nm und hat 10,4 Millionen Transistoren. Intel hat in seinen modernsten Chips dagegen 1.170 Millionen Transistoren und arbeitet mit Strukturbereiten von 32 nm. Das zeigt recht deutlich den Unterschied.

Als Alternative gäbe es nur noch die Abschirmung. Allerdings wird sie meisten zusätzlich eingeführt, obwohl bei einem Preis von 200.000 $ pro RAD750 Board man auch bei LEO Missionen stattdessen 10 bis 20 kg Abschirmung und ein normales Board in den Orbit bringen könnte - 10 kg Aluminium entsprechen immerhin bei einem Standardformat (100 x 160 mm) einer Dicke von 23 cm - bei einem Computer aus mehreren Platinen, sagen wir mal im Mini Tower Gehäuse (ITX) von 19 x 20 x 27 cm Abmessungen für 16 Karten wäre die Abschirmung immerhin noch 2,5 cm stark, wenn sie 10 kg wiegt - das ist in etwa die Abschirmung welche ISS Module aufweisen und dort können die Astronauten mit "normalen" Notebooks arbeiten (modifiziert um kompatibel mit dem elektrischen System der Station zu sein und die Schnittstellen besonders abgesichert, aber sonst normale PC Hardware.

Trotzdem wird Abschirmung meist nur in Betracht gezogen, wenn auch strahlengehärtete Bauteile nicht ausreichend sind z.B. bei Jupitermissionen.

Die NASA Mission Space Technology 8 (ST8) des New Millenium Programms sollte eine neue Lösung erproben: Normale Elektronik, aber mehrfach vorhanden synchronisiert über ein Voting System. Hätte es funktioniert, so wäre ein Anschluss an die aktuelle Leistung möglich. Leider scheint diese Mission, die eigentlich für 2009 vorgesehen war gestrichen worden zu sein. Das ist sehr bedauerlich denn das Konzept klingt interessant, auch wenn ich Zweifel habe - wenn ein Fehler zu wahrscheinlich ist, dann müsste das Synchronisationsinterval sehr klein sein. Ansonsten ist es wahrscheinlich dass mehrere Computer betroffen sind, sofern ein Fehler nicht gleich zum Absturz führt - ein Reboot dürfte sicher einige Zeit brauchen.

Zumindest eine Lösung für spezielle Anforderungen ist es keinen Prozessor sondern ein FPGA oder anderer konfigurierbarer Logikbaustein zu verwenden - er ist zwar nicht schneller als ein Prozessor in derselben Technologie, aber er kann auf eine einzelne Aufgabe optimiert werden, schließlich braucht man die hohe Rechenleistung ja nicht für alles sondern meist für bestimmte Aufgaben wie Bildverarbeitung (bei Mars Rovern die Fahrtstrecke bestimmen, bei Erdaufnahmen feststellen wie viele Wolken im Bild sind und eventuell das Bild verwerfen) oder die Kompression von Daten.

Für die Steuerung eines Satelliten, die Datenverarbeitung der meisten Experimente reichen sicher auch die heutigen Prozessoren. Auch in der Industrie werden für Steueraufgaben durchaus Embedded Prozessoren eingesetzt die nicht dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Gerade für Raumsonden, die aber weitgehend autonom sein müssen (Paradebeispiel: mobiler Lander auf dem Mars) wäre mehr Leistung wünschenswert.

Samstag 18.12.2010: SpaceX vom Hai zum Koi

Zum Abschluss meiner kleinen SpaceX Reihe will ich heute mal das Geschäftsmodell und ihre Erfolgsaussichten untersuchen. Mein persönliche Einstellung zu SpaceX hat sich ja im Laufe der Zeit geändert. Als ich anfangs über die Firma berichtete erschien sie eine positive Bereicherung zu sein - warum es nicht anders versuchen, und das heute viel Bürokratie in den Firmen vorliegt und viele mehr Rechtsanwälte und Betriebswirte als Ingenieure beschäftigen ist meiner Meinung nach auch nicht gerade förderlich wenn man Raumfahrt preiswerter machen will. SpaceX klang nach einem Hai im kommerziellen Launchgeschäft.

Meine Einschätzung änderte sich im Laufe der Zeit, als der Users Guide der Falcon 1 verschwand, irreale Termine auftauchten und technische Daten durch Vergleiche mit anderen Trägern, Postulierten Leistungen "engine out cability" z.B. ohne Beweis erschienen. Da die Firma zudem die Performance ihrer Falcon 1 reduzieren musste und die Falcon 9 irreale Leistungsdaten aufwies, stehe ich heute Angaben der Firma sehr kritisch gegenüber, zumal sich eigene Berechnungen und Gegenargumente bisher immer als richtig erwiesen,

Schauen wir uns mal den Markt an den die Firma avisiert und wie sie sich darin schlägt.

Sie bietet zwei Raketen mit 900 und etwa 8 t Maximalnutzlast an. Daneben noch eine Kapsel die bergungsfähig ist für ISS Transporte oder andere unbemannte Raummissionen.

Die Falcon 1e liegt in einem Segment wo es nur wenige Nutzlasten gibt und einige Konkurrenz auf US-Seite. Es ist heute hier nicht das große Geld zu machen. Jeder dieser Träger fliegt nur wenige Male pro Jahr, wenn überhaupt. Europa und Russland haben eigene Trägersysteme, somit ist nur mit US-Aufträgen zu rechnen.

Die Falcon 9 hat nach SpaceX Angaben 10,45 t Nutzlast für LEO, 4,5 t für GTO. Selbst wenn sie die LEO Nutzlast erreichen sollte, was noch nicht gesagt ist, so ist doch eine nur halb so große GTO Nutzlast bei nur zwei Stufen und mittelenergetischem Treibstoff physikalisch unmöglich. Sie wird wahrscheinlich unter 3 t liegen. Der Träger selbst liegt damit in der Nutzlastklasse der Delta II.

Gerade deren Produktion wurde nun aber eingestellt: Die USAF wird ihre nächsten GPS Satelliten mit der Delta IV/Atlas V starten und die NASA hat einen Bedarf für nur etwa 1-2 Starts pro Jahr, für die sich aber keine eigene Produktionslinie lohnt. Für GTO Starts ist sie zu klein und konkurriert mit der Sojus um die wenigen Starts.

Bleibt noch eine Kapsel die bergungsfähig ist. Das ist für ISS Transporte nicht notwendig, sondern senkt nur die Nutzlast. Auch umfasst der derzeitige Transportvertrag keinerlei Rücktransport von Fracht.

Das führt zum Auftragsportofolio. Es umfasst derzeit nach Elon Musks Angaben 2,78 Milliarden Dollar, die COTS Aufträge machen mit 1,88 Milliarden Dollar mehr als zwei Drittel dessen auf. Von den anderen Aufträgen belegt einer die Hälfte des restlichen Volumens: Der Transport des Irdiumnachfolgesystems, für das die Firma erst noch die Finanzierung stemmen muss. Also: Zwei Drittel der Aufträge haben die Versorgung der ISS zum Ziel, bei einem weiteren Sechstel ist der Auftrag noch nicht sicehr.

Die Firma ist damit von einem Auftrag abhängig. Nicht von der NASA wie viele andere kleinere Aerospacefirmen wie z.B. der unmittelbare Konkurrent um diesen Transportauftrag OSC, sondern von diesem Auftrag. Sollte es hier Probleme geben so wird OSC die Gesamtsumme von 3,5 Milliarden absahnen und mit den wenigen Startaufträgen für andere Nutzlasten wird die Firma nicht überleben können. Vom preiswerten Zugang zum Weltraum ist nicht viel übrig geblieben. Die Firma hängt mehr am Staatssäckel als andere Firmen wie z.B. Boeing bei denen die Space Sparte nur ein Teil ihrer Produktion ist.

Erstaunlich ist nun, das die Firma die Abhängigkeit noch vergrößern will. Auf der Website wird bei jeder Gelegenheit hervorgehoben, dass die Dragon für bemannte Einsätze konzipiert wurde und Musk lässt sich bei jeder Gelegenheit darüber aus dass die Dragon besser sei als die Orion. Er rief auch dazu auf Kongressabgeordneten mit Mails zu bombardieren damit SpaceX bemannte Transporte durchführen wird. Warum das? Nun es gibt viel mehr zu verdienen. Die NASA gab zwischen 2006 und 2010 rund 4,8 Milliarden für die Orion aus. Der COTS Auftrag aus dem selben Zeitraum umfasst nur 278 Millionen Dollar - weniger als ein Zehntel der Summe. Das wichtigste ist das die Gelder fließen, nicht ob man an den Starts verdient, denn bei bemannten Raumfahrzeugen ist die Entwicklung erheblich teurer als bei unbemannten. Selbst wenn man scheitert oder das Projekt eingestellt wird - die Gelder hat man erhalten, sowie Lockheed einen guten Batzen der Orion Entwicklungskosten.

Dumm nur, das das unabhängige Safety Advisatory Panel, das einberufen wurde nach dem Apollo 1 Unglück sich gegen die Firma und ihr Konzept ausspricht. So stehen die Chancen schlecht den Auftrag zu bekommen, zumal Lockheed und Boeing eines SpaceX und OSC voraus haben: Sie haben einige Jahrzehnte Erfahrung und auch schon bemannte Raumfahrzeuge entwickelt. Die Landung der Boeing X-37B vor wenigen Tagen wurde anders als der Dragon Start kaum beachtet. Okay. Es gibt also einen sich selbst stabilisierenden Eintrittskörper der 5 Stunden im All ist und dann an Fallschirmen wassert einen zweiten, der  220 Tage im All ist, beim Eintritt und der Landung aktiv gesteuert werden muss und der punktgenau auf einer Landepiste landet. Welche Firma hat wohl die größere Kompetenz im Bau von Raumfahrzeugen?

Bleibt noch der COTS Kontrakt. Ich sehe hier das Rennen offen: OSC muss auch erst mal seine Rakete testen genauso wie sein Raumschiff. Allerdings hat sich der zeitliche Vorsprung von zwei Jahren inzwischen auf ein Jahr reduziert. OSC kann pro Start mehr Nutzlast zur ISS transportieren. Für die 20 t sind nur acht Starts angesetzt bei SpaceX dagegen zwölf.

Die NASA scheint sich da auch nicht so sicher zu sein. Zitat von Phil McAlister Acting Director, Commercial Space Flight Development NASA HQ Washington bei der Presskonferenz nach dem COTS-1 Start: “We’re not going to know until the end of the program if we’ve been ultimately successful in achieving the capability of delivering these services to ISS.”. Nun ja Kois werden fett, wenn man sie füttert, aber sie werden nicht wirklich nützlicher.

Sonntag 19.12.2010: Das Bessere ist der Feind des Guten

Habt ihr mal in einem Simulator euer Lieblingsspiel aus 8-Bit-Zeiten gespielt? Man wird sehr schnell ernüchtert: So toll wie früher ist es nicht mehr. Woran liegt das? Nun es gibt sicher eine Reihe von Gründen. Das eine war der fehlende Vergleich: Vor 20 Jahren hat man eben noch nie ein Spiel mit 16 Millionen Farben, 1600 x 1200 Bildpunkten und mit KI gespielt. Daneben sehen Spiele die mal für einen Fernseher mit PAL Auflösung ausgelegt waren ziemlich schlecht aus wenn man sie hochskaliert auf einem 24" Bildschirm mit Full-HD Auflösung ansieht.

Die Entwicklung der Computer ist so schnell verlaufen, dass der Leistungszuwachs zu einem Gerät der 8-Bit-Generation ungefähr beim Faktor 100.000 liegt - zumindest wenn man den Arbeitsspeicher als Basis nimmt. Daher gibt es kaum Leute die uralte Hardware benutzen. Während das Fahren von Oldtimern als exklusives Hobby gilt würde jemand der einen 25 Jahre alten Computer benutzt wohl nur als rückständig gelten.

Der Unterschied ist, dass ein 25 Jahre altes Auto zwar nicht ganz so komfortabel ist, aber er fährt nicht viel langsamer als ein modernerer Wagen. Der technische Fortschritt ist nicht so groß. Vergleichbar mit Computern ist wohl nur wenn man alte Filme ansieht - der Sprung von 8 mm über Video heute zu HD ist enorm und wer alte Videos ansieht merkt wie schlecht die Aufnahmequalität war. Sofern man nicht selbst oder andere nahe Bekannte drauf ist wirkt es ziemlich veraltet.

Allerdings gibt es auch die von mir vertretene Theorie der 1-1/e(x) Approximation. Wie diese Kurve ist bei steigender Hardwareleistung bei bestimmten Problemen enorm steigernd auf die Perfroamcne oder Benutzerfreundlichkeit, während die weitere Steigerung nur noch marginale Verbesserung bringt. Ein Dialogsystem das eine bestimmte Berechnung ausführt wird sobald die Antwortzeiten unterhalb 1 s liegen nicht mehr als immer schneller empfunden. Textverarbeitung hat sich von Wordstar übwe DOS-Word zu Winword gravierend verbessert - doch seitdem?

Das gleich kann man bei grafischen Oberflächen sagen - man muss nur die Entwicklung von Windows 3.1 über 95  - XP zu 7 betrachten. Was bleibt sind Ideen und Lösungsansätze. Ich denke hier an immer neue Adaptionen alter Spieleklassiker wie Breakout/Arkanoid oder auch die Spielidee hinter Elite, die in vielen Spielen umgesetzt wurde.

Ich habe mal aus Lust und Laune geschaut, was aus dem Z80 geworden ist. Ich hatte früher immer die Idee mal ein System von der Basis zu programmieren. Doch da ich zwei linke Hände habe und mich nie für Elektronik interessiert. Doch heute gibt es ja komplette Kits die mn nur an den USB Bus anschließen muss. Also mal gesucht - und tatsächlich den Z80 gibt es noch. Er taucht auch bei der Einzelteilliste bei Reichelt auf. Nur leider keine Kits. Das preiswerteste Z80 Entwicklungssystem scheint heute ein Ti-84 Taschenrechner zu sein, der von einem Z80 angetrieben wird.

Dienstag 21.12.2010: SPAM Wellen

Derzeit läuft wieder eine SPAM Welle gegen den Blog. Ich spreche von Wellen, weil es mal so ist das es einige SPAMs, gibt also so eine Zahl, die man an den Fingern einer Hand abzählen kann. Dann sind es wie in den letzten Tagen 20 bis 30 pro Tag. Das ist dann meist zu viel um es durchzusehen und ich klicke nur noch auf "SPAM löschen". Das ist blöd, weil natürlich dort auch falsch positive Kommentare sind. AKSIMET, das ich als Wordpress Plugin einsetze ist da ja schon sehr rigoros. Selbst Dauerkommentierer werden schnell als APAM markiert, wenn sie zu viele Links in ihren Kommentaren haben.

Dabei ist der Hauptanteil des SPAMs leicht auszumachen:

Schade nur, dass es  keinerlei Möglichkeiten hier manuell einzugreifen, z.B. die häufigsten Blogkommentierer auf eine Positivliste zu übernehmen.

Aksimet Statistik 2010Die Frage die ich habe ist was diese Spammer sich erhoffen. Gerade bei einem Plugin wie Aksimet das bei vielen Webseiten eingesetzt wird, fällt ein Spammer doch schnell auf, denn ich denke ein gutes Plugin wird eine Liste führen wer wo mit welchem Link postet. Also wenn auf eine Website viele Links auf verschiedenen Webseiten erscheinen, dann fällt das auf.

So machen sie Spammer eigentlich nur Arbeit, ohne das sie durchkommen. Ich glaube die SPAMs die nicht abgefangen wurden kann ich in drei Jahren an meinen beiden Händen abzählen bei über 8.600 SPAMS.

So, damit ihr von dem Blog auch was habt: Einige haben ja versucht Images etc. einzufügen. URL's werden ja erkannt. Andere Hervorhebungen oder Smileys und Bilder könnt ihr in die Kommentare einfügen indem ihr einfach HTML Quelltext einfügt also z.B. <b> und </b> für Fett, oder eben Bilder mit <img src="xyz.jpg">. Ich denke anderes HTML klappt auch.

Mittwoch 22.12.2010: Space for the Masses, not for the Classes!

BL-SpaceSo, so, ich habe also keine Vision? Wer diesen Blog verfolgt wird feststellen, dass ich massig Ideen für neue Raumfahrtprojekte habe. Was ist der Unterschied zu einer Vision? Vielleicht das sie realisierbar sind. Aber wenn jede windige Idee eine Vision ist, dann kann ich auch mit so was aufwarten, also hier meine für konkurrenzlospreiswerte bemannte Raumfahrt.

Warum eine Raumkapsel mit einigen Tonnen Gewicht ins All schießen, wenn es auch einfacher geht. Genauso wie man mit dem Fahrrad genauso ans Ziel kommt wie mit dem Auto bringt auch Buddy Lowcost Space sie ins all - mit einer kleinen 1,50 m großen linsenförmigen Basisplattform, ohne Kapsel mit viel mehr Erlebnis!

Ihr Tripp ins All für weniger als eine Million Euro!

Ihr Trip beginnt im Weltraumbahnhof Tonga unseres Kooperationspartners Interorbital Systems. Drei Stunden vor dem Start werden sie an die Sauerstoffversorgung angeschlossen, können jedoch noch gemütlich den Sonnenaufgang in der Südsee verfolgen. Nun ist es Zeit den Cocktails Ade zu sagen, 15 Minuten vor dem Start werden sie auf der 1,50 m großen Plattform angeschnallt. Die Embryohaltung mit angezogenen Knien ist auch für ungeübte lange Zeit ertragbar, doch sie müssen dies anders, als andere Astronauten nur 30 Minuten aushalten. Schließlich profitieren sie von schnellen Startzeiten und einem Ready-To-Fly Gefährt.

Wir wiesen daraufhin, dass sie die Nationalflaggen und Namensetiketten der gebrauchten Raumanzüge der NASA und Roskosmos überklebt werden dürfen, aber nicht herausgerissen um die strukturelle Integrität des Anzugs nicht zu bestätigen.

Zwei Minuten nach dem Start mit der Neptun 330 - eine Spezialversion von Interorbital aus drei Stufen mit 11 CRM (8 / 2 / 1) wird die Nutzlastverkleidung abgetrennt und sie können den Ritt life verfolgen, bei einer grandiosen Panormamarundumsicht. Nach nur sechs Minuten haben sie den Orbit erreicht. Sie können nun die Füße aus den Fußschlaufen nehmen und den Hüftgürtel lösen. Keine Sorge, sie sind immer noch mit einem Bungeeseil mit der Basisplattform verbunden. Das nächste ist das entfalten der Solarpaneele um die Stromversorgung zu garantieren. Schalten Sie nun den Bordcomputer auf ISS-Navigation um. Er wird die Düsen automatisch zünden. Sie können mit dem Steuerknüppel auch manuell steuern. Der Computer verhindert ein Unterschreiten des Mindesttreibstoffvorrates. Verwendet wird das umweltfreundliche Wasserstoffperoxid. Nach unseren Erfahrungen bedingt eine manuelle Steuerung aber einen erhöhten Treibstoffverbrauch.

4 Stunden nach dem Abheben kommt die ISS in Sichtweite. Nun dürfen sie manuell steuern. Manövrieren sie an den Arm und klinken sie den Karabinerhaken an ihm ein. Manövrieren sie nun mit dem Arm zur Luftschleuse und klopfen sie dort an. Keine Angst. Nach internationalen Regeln müssen die Bewohner der ISS sie rein lassen. Vergessen sie aber nicht das Essenspacket und die 20 l Wasserflasche mitzunehmen, da nach bisherigen Erfahrungen sie nicht mit einer Mahlzeit an Bord der ISS rechnen können. Die Wasser und Nahrungsvorräte reichen für mindestens 7 Tage, die letzten Crews kamen 9 Tage mit ihnen aus. Vor dem Betreten der Luftschleuse müssen sie die Basisplattform an der Außenstruktur der ISS mit dem Bungeeseil verankern.

Nach einer Woche geht es an die Heimreise. Nach Verlassen der Luftschleuse klinken sie ihre Sicherheitsleine in die Basisplattform ein, klinken diese aus und zünden kurz die Düsen um sich von der ISS zu entfernen. Ihre Sauerstoffflasche reicht für 2 Tage, wovon sie bis dahin nur ein Drittel verbraucht haben. Sie können also noch einige Orbits die Erde und das All genießen. Die Zündung zum Wiedereintritt dürfen sie manuell durchführen, da können sie wenig falsch machen. Achten sie nur darauf gegen die Bewegungsrichtung zu zünden. Ansonsten könnten ihnen Roskosmos die nun nötige Rettung mit einer Sojus in Rechnung stellen. Das wird wesentlich teurer als der Basistrip.  sie können überall landen, wir empfehlen jedoch eine Landung nahe des Spaceports Tonga um die kosten für die Rücksendung der Basiplattform zu minimieren. Schnallen sie sich vorher an und stecken sie die Füße in die Fußschlaufen. Sofern sie Cubesats mitführen ist nun der Zeitpunkt sie auszusetzen.

Vergessen sie nicht die Solarpaneele einzufahren, da diese sonst in Rechnung gestellt werden müssen. Beim Wiedereintritt haben sie den prickelndsten Moment der ganzen Mission, sie sehen wie um sie herum die Flammen des Hitzeschutzschildes lodern. Keine Angst, jede unserer Basisplattformen erhält einen neuen Hitzeschutzschild, der aus bewährten Materialen besteht die schon vor 40 Jahren eingesetzt wurden.

In 5 km Höhe öffnet sich dann der Fallschirm und sie schweben langsam zur Erde nieder. Eine Landlandung ist von der Landegeschwindigkeit möglich, könnte aber Reparaturkosten für die mehrfach wiederverwendbare Basisplattform nach sich ziehen. Vergessen sie nicht nach dem Trip Astronautenanzug und Basisplattfiorm Buddy Lowcost Space zurückzusenden, da diese sonst in Rechnung gestellt werden.

Optionen

Das Basispacket kostet 1 Millionen Dollar und umfasst folgende Posten:

Die Neptun kann 330 kg zur ISS befördern. Das Basispacket wiegt insgesamt 225 kg (Basisplattform 150 kg, Anzug 20 kg, Nahrung und Wasser 25 kg, Treibstoff 30 kg). Je nach ihrem Körpergewicht gibt es daher die Möglichkeit den Trip zu verlängern oder die Kosten zu senken. Maximal können 105 kg Nutzlast befördert werden. Maximal 140 kg sind möglich, wenn der Trip nur zwei Tage dauert und die ISS nicht angeflogen wird. Optionale Möglichkeiten:

Die Mitführung von Cubesats: Es ist genügend Volumen für 30 Satelliten vorhanden. Jeder mitgeführte Satellit reduziert ihre Rechnung um 5.000 $ (maximal 150.000 $)

Längerer Aufenthaltsdauer: Dies ist abhängig vom Körpergewicht. Eine 80 kg schwere Person kann maximal 25 kg Nahrung und Wasser mitführen, was die Aufenthaltsdauer um 7-9 Tage verlängert. Eine nur 60 Kilogramm schwere Person kann den Aufenthalt um 14 Tage verlängern. Allerdings nehmen dann die Spannungen mit den Stammbewohnern der UISS zu, da diese leider unsere Weltraumtouristen als "Schmarotzer" ansehen, nur weil sie für ein Hundertstel der Kosten ins All gelangen.

Buddy Lowcost Space arbeitet daher daran eine eigene Raumstation aus Elementen der ISS aufzubauen die am Boden bleiben. Die Basisstation aus zwei Labors (US-Habitatmodul, CAM Modul und dem russischen Universal Docking Modul wird in wenigen Jahren in den Orbit gebracht werden. Sie wird sukzessive um ausgediente ATV erweitert werden und im Endausbau mit sechs Modulen insgesamt 450 m³ Volumen bieten. Dann sind längere Trips möglich und es können bis zu 9 Astronauten sich an der Station aufhalten.

Buchen Sie also noch heute!

Weihnachten, 24.12.2010: Schlingerkurs im Weltraum

Zur Zeit geht es drunter und drüber im bemannten Weltraumprogramm. Für alle die es nicht so verfolgen, eine kleine Zusammenfassung

Im Jahre 2004 verkündigt George W. Bush seine "Vision for Space". Amerika solle zum Mond bis 2020 zurückkehren. In den folgenden Jahren zeigt sich dass dieses Programm unterfinanziert ist und kaum Fortschritte macht. Geplant war es vor allem durch Einsparungen zu finanzieren - Einstellung des Space Shuttleprogrammes bis 2009/10 und der ISS bis 2016. Doch das reichte nicht und nach Untersuchungen wird es bis zu doppelt so teuer wie geplant.

Barack Obama zieht im Februar die Notbremse. Das Programm wird eingestellt. Es gibt kein echtes Nachfolgeprogramm. Dafür wird nun die ISS mindestens bis 2020 betrieben und es wird die Privatwirtschaft beauftragt einen kommerziellen Crewtransport für die ISS zu entwickeln. Dafür sind in den nächsten Jahren Milliarden vorgesehen, ebenso wie für Vorarbeiten für spätere Expeditionen über den Erdorbit hinaus, wie Technologien und Triebwerksentwicklungen und unbemannte Erkundungsmissionen.

Das stieß auf größeren Wiederstand im Kongress, der nun das NASA Budget mit Änderungen beschloss. Es ist real gestiegen, aber die NASA soll über nächstes Jahr weitere 3 Milliarden Dollar in die Entwicklung einer bemannten Kapsel und einer Schwerlastrakete mit einer Nutzlast von 70 bis 100 t erhalten. Letztere soll bis 2016 verfügbar sein, also schon in 5 Jahren.

 Ich habe in gut 30 Jahren in denen ich das Weltraumprogramm verfolge, noch nie einen solchen Schlingerkurs gesehen. Es gab sicher in der Vergangenheit Fehlentscheidungen, Verzögerungen, aber die Programme selbst standen nie so zur Diskussion. An der ISS wurde jahrelang geplant und kam kaum weiter, das Space Shuttleprogramm lief weiter ohne jedes Ziel, aber niemand kam auf die Idee - jetzt stellen wir mal ein und machen was neues und ein paar Jahre später revidiert man das wieder...

Vor allem macht das ganze keinen Sinn. Wie viele bemannte Systeme benötigen die USA? Bestimmt kein öffentlich entwickeltes und ein privates. Wofür benötigen sie eine Rakete mit 70 bis 100 t Nutzlast wenn es keine Missionen für sie gibt? Für Raumsonden ist sie zu groß und selbst für die ISS Module ist sie überdimensioniert.

Ich muss sagen, ich bin Befürworter des Obama Plans, weil er den Fokus auf das legt was existiert - die ISS. Zum Mond zurückkehren, ohne dass man dies finanzieren will und die ISS nach wenigen Jahren aufgeben war eine dämliche Idee. Ob der Zugang zum All nun mit einem kommerziellen System oder mit der Orion erfolgt, ist eher Nebensache. Aber beide Systeme sind zu viel und eine Schwerlastrakete ohne geplante Mond- oder Marsmissionen ist nur Geld zum Fenster rausgeworfen.

Warum das ganze? Weil es schon lange nicht mehr um die Raumfahrt geht, auch nicht mehr um nationale Prestige. Es geht um Arbeitsplätze. Das wurde sehr deutlich als 2008/9 plötzlich der Widerstand gegen die Einstellung des Shuttleprogrammes wuchs, das schon Anfang 2006 beschlossen wurde. Warum? Nun standen die Entlassungen an, doch war es sinnvoll? Nein, denn die Verträge waren längst gekündigt, selbst bei einer Revision würde es eine Lücke geben, weil ja nicht nur die großen Firmen sondern auch zig kleine Zulieferer betroffen sind und wenn deren Teile fehlen müssen erst neue gefunden oder entwickelt werden (man sollte nicht vergessen, das Shuttle wurde Anfang der siebziger Jahre entwickelt, die NASA zahlt bei einem Zulieferer dafür dass er Teile fertigt die nur in kleinen Stückzahlen benötigt werden und eigentlich längst aus der Produktion geflogen wären).

Ich weiß nicht ob das sich ändert - aus nationalen Programmen sind Spielbälle der Politik geworden. Firmenchefs machen in NASA Pressekonferenzen deren Projekte mies. Ehemalige Astronauten stellen sich pro oder Contra Obama und werden als "manipuliert" bezeichnet. Meiner Ansicht nach hat ein neues Programm nur eine Chance, wenn es so groß ist, dass die Firmen die derzeit von der bemannten Raumfahrt leben, genügend Anschlussaufträge haben, dazu muss natürlich noch die geografische Verteilung berücksichtigt werden, sonst könnte der eine oder andere Bundesstaat ja Arbeitsplätze verlieren - kurzum, das wird teuer. Das war der Fall bei Bushs Plan. Es gab daher keine Einwände obwohl er organisatorisch schwachsinnig war: Eine Raumstation aufzugeben nach 5 Jahren Betrieb, wenn man über 25 Jahre brauchte sie aufzubauen kann man nur als schwachsinnig bezeichnen. Nun aber soll gespart werden und plötzlich gibt es Gelder für total unsinnige Projekte, nur damit Firmen weiter Aufträge haben.

Es ist traurig aber wahr und sich sehe da auch keine Lösung. Es wird wahrscheinlich nur viel angefangen und nichts zu Ende entwickelt werden, denn in einigen Monaten oder Jahren wird wieder anders entschieden.


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