Home Site Map Sonstige Aufsätze Weblog und Gequassel counter

Web Log Teil 211: 28.1.2011 - 3.2.2011

Freitag den 28.1.2011: Skandale, Skandale, Skandale!

Ich will mal an meinen gestrigen Blog anschließen. Warum ist eigentlich das Thema Ernährung derzeit so populär in Fernsehsendungen? Weil es jeden interessiert, vielleicht auch deswegen die Kochwelle auf allen Kanälen - private und öffentliche.

Dann gibt es natürlich so Produktionen wie "Supersize me" die noch extremer sind und die Lebensmittelindustrie oder Gastronomie anprangern. Doch auch bei uns findet man im Fernsehen immer wieder dieselben Gesichter. Da taucht immer wieder Thilo Bode von Food Watch auf oder mein Kollege Udo Pollmer, von dessen "Enfant Terrible" Image der neunziger Jahre nicht mehr viel übrig geblieben ist.

Warum ist dem so? Weil man weis, was man von diesen Leuten hören wird. Für Thilo Bode ist alles Betrug, Schweinerei etc. Sie machen eben aus allem einen Skandal. Das macht Quote. Ich meine aber, es ist nicht das Format, dass eine Aufklärungssendung anstreben sollte. Natürlich ist nicht alles toll. In den letzten Jahren sind Hersteller erheblich professioneller daran gegangen ihre Verpackungen und Angaben darauf zu optimieren. Abbildungen sind "Serviervorschläge". E-Nummern werden eher ausgeschrieben, oder noch besser Zusatzstoffe durch Zutaten ersetzt welche diese enthalten, es gibt einige neue Angaben auf Verpackungen die nicht vorgeschrieben sind wie GDA Kennzeichnung mit den bei den meisten Herstellern unrealistisch kleinen Portionen.

Wie in anderen Bereichen der Politik hat die Industrie in den letzten Jahren/Jahrzehnten an Einfluss gewonnen und das drückt sich in der Verbrauchergesetzgebung aus (wenn es einen Skandal gibt, dann ist dies wohl der eigentliche Skandal). Doch ob in der Form wie dies heute geschieht ist das eben mehr Effekthascherei.

Ich weiß nicht ob das Format heute nur das einzige ist, dass möglich ist, weil es eben Quote macht oder gerne gesehen wird. Doch ich bevorzuge eine andere Form, indem ich dem Verbraucher Hintergrundinformationen gebe, damit er sich selbst ein Bild machen kann. Dazu gehört mehr Information und weniger Meinung.

Ich möchte das mal an einem prominenten Beispiel verdeutlichen. Wie sicherlich bekannt sind die Portionen bei der sogenannten GDA Kennzeichnung bei vielen Hersteller künstlich klein gemacht. Also Aufklärung wäre mal eine übliche Servierschüssel mit Chips abzuzweigen und die Menge zu zeigen und als Vergleich die GDA Menge.  Eine Bewertung ist "Also wenn ich mir ne Tüte schnappe, dann ist die auch gleich weg".

Bei komplexeren Sachverhalten muss man viel erklären oder vergleichen. Das ist aufwendig, nicht so einfach zu machen und auch nicht so spektakulär. Wie? Ich nehme mal ein Beispiel: Der Begriff "light" ist inzwischen definiert, dass ein Produkt 30% eines Nährstoffs weniger enthält. Energiereduziert ist es aber nur wenn dies ein Hauptnährstoff ist, was nicht so bekannt ist.

Also wenn man bei einem Fruchtjogurt den Fettanteil um 30% reduziert macht das kaum was aus, weil die meiste Energie im Zucker steckt. Oder wenn in einem Müssliriegel oder Cornflakes 30% weniger Zucker enthalten sind, so wird der Zucker zur Zuckeralkohole ersetzt (denn es muss ja nach wie vor süß schmecken) und das Produkt ist überhaupt nicht energiereduziert. Das kann man erklären oder einfach verdeutlichen indem man mal die Nährwertkennzeichnungstabelle von einem normalen und einem "light" Produkt vergleicht. Oder man macht einen Skandal draus so nach dem Motto "Da bescheißt uns schon wieder ein Hersteller!".

Verbraucheraufklärung und eigene Meinung zu vermischen ist gefährlich und das dies fast immer so ist, ist der eigentliche Skandal.

Samstag 29.1.2011: Information anstatt Waffen!

Bei den Unruhen in Ägypten war das erste, was getan wurde, den Internetzugang zu sperren, nachdem schon im letzten Jahr beim Iran so die Wahlmanipulationen aufgedeckt wurden und es Unruhen gab. In der Tat ist das Internet nun das Medium das nicht zensiert werden kann. In Staaten in denen Presse und Fernsehen nur die Regierungssicht verbreiten, ist dies die Möglichkeit sich zu informieren, die Welt und andere über Zustände zu unterrichten und sich zu koordinieren. Da die Reglementierung von Zugängen immer schwieriger ist, weil sie ja nicht nur für Privatleute notwendig, sondern auch für die Wirtschaft eines Landes denke ich werden wir noch mehr solche Aufstände? Revolutionen? egal wie man es nennt? sehen.

Irgendwie ist dieser Trend an den USA die doch so High-Tech freundlich sind vorbeigegangen. Nicht dass es dort nicht viele Internetzugänge gibt, aber ihre Außenpolitik läuft immer noch nach dem Motto "Embargo, Ausgrenzen und Drohkulisse". Mein Vorschlag für eine etwas andere Politik: Stellt den Ländern, die ihr nicht so gerne mögt, doch mal Internetzugänge bereit. Das zerfällt in einen einfachen und einen komplizierten Teil. Der einfache: Die USA stellen die technische Infrastruktur. Das sind zwei Komponenten:

Satelliten welche die Verbindung zum WWW herstellen und Satellitenterminals. Die Idee: Die USA stellen einen kostenlosen Internetzugang zur Verfügung der weltweit funktioniert. Ihr Nutzen: Staaten die heute noch Diktaturen sind, werden stabilisiert und demokratisch. Radikale Strömungen haben in aufgeklärten Staaten weniger Chancen. Wäre das möglich?

Nun die Anzahl der Personen die versorgt werden kann hängt von der Kapazität ab. Wir haben ja jetzt schon Internet über Satellit. Das funktioniert nur deswegen, weil jeder Nutzer beim Surfen nur einen Bruchteil der Datenrate benötigt. Also sie lesen eine Seite und es gibt kaum Datenaustausch. Sie stellen eine neue Seite dar und es fließen Daten . Wenn jemand dann Video herunterlädt geht dieses Konzept nicht auf und der Zugang wird gedrosselt. Gehen wir mal von 1 GByte/ Monat (was fürs Surfen ausreicht), so hat ein Kommunikationssatellit mit 30 Kanälen à 80 MBit rein theoretisch 25000 Personen versorgen. Nimmt man eine maximale Auslastung von 50% an, so sind es noch 12.500 Benutzer.

Setzte man den Wert eines Kommunikationssatelliten mit Start auf 300 Millionen Dollar an und rechnet weitere 150 Millionen für die Überwachung über 15 Jahren, so kostet das die USA pro Nutzer rund 2.400 Dollar/Jahr. Dazu kommt noch ein Satellitenterminal. Selbst wenn das ab und an von den Behörden kassiert wird, kommen wir auf nicht mehr als 3000 Dollar pro Benutzer.

Nun die Gegenrechnung. Die USA geben 1% ihres Verteidigungshaushaltes, das sind 7 Milliarden Dollar dafür aus. Dann können sie rund 2,4 Millionen Nutzer ans Internet anbinden. Nicht viel, aber es sollten ja Meinungsvervielfältiger sein. Dissidenten, Intellektuelle, es muss nicht jeder einen Zugang haben sondern einer für eine Gruppe reicht und die Zahl der Länder die das Internet reglementiert ist ja auch nicht so groß. Wenn es eine dauerhafte Ausgabe ist, dann sind es jedes Jahr 2,4 Millionen mehr bis die Lebensdauer des Satelliten (heute 15 Jahre) erreicht ist.

Damit könnten die USA bewirken, dass sich in diesen Ländern sich Oppositionsgruppen besser organisieren,. die Allgemeinheit besser informiert wird und Staaten von innen heraus destabilisieren.

Nun ja nun kommt das Problem: Wie bekommt man die Satellitenterminals in die Länder? Die Stromversorgung kann man ja noch durch Solarzellen gewährleisten und auch ein Notebook ist kein Problem. Aber man wird wohl nicht annehmen dürfen, dass Iran, Cuba, Nordkorea oder Libyen einfach das Verschenken zulassen werden. Schmuggel scheidet bei dieser Menge auch aus. Daher wird es wohl nicht gemacht. Aber vielleicht sollte man es zumindest mal probieren. Ein paar darbende Luft & Raumfahrtkonzerne werden sich auch freuen. In jedem Falle denke wird das Internet noch einige Staaten destabilisieren, egal ob mit Unterstützung der USA oder ohne....

Sonntag 30.1.2011: Politiker und das Internet

Aigner will den "digitalen Radiergummi" fürs Internet. An und sich denke ich eine nützliche Sache. Doch wie soll er aussehen? Nach einem Bericht in der aktuellen ct' will Aigner ein Konzept der Uni Saarland umsetzen. Demnach verschlüsselt der Anwender eine Bilddatei mit einem Schlüssel der auf einem zentralen Server liegt. Wer es ansehen will, muss einen Client installieren der sich den Schlüssel vom Server holt. Der Anwender kann das Verfallsdatum des Schlüssels bestimmen. Um das automatisierte Holen von Schlüsseln zu verhindern muss ein Captcha eingegeben werden. Ach ja, das ganze soll 10 Euro für 20 bis 30 Bilder kosten....

Ich denke jedem Laien leuchtet ein, dass dies keine Lösung ist. Sie ist zu umständlich, beschränkt auf Bilder und zu teuer. Die Frage ist, warum ist Aigner dafür? Es ist ja nicht das erste was so zum Thema Internet von der Bundesregierung kommt, so die Sperren für Kinderpornografie, der Bundstrojaner etc. Bei allen bemerke ich, dass die Kompetenz der Politiker bei nahezu Null liegt. Das ist ja ein Dauerthema schon 1994 verstand Kohl, als man ihn auf die Datenautobahn ansprach darunter den Ausbau der Autobahnen für Kraftfahrzeuge.

Okay, 1994 gab es noch kein Internet aber wenn heute Aigner so einen Vorschlag befürwortet, dann ist das erschreckend. Selbst ohne Kenntnis wie das Internet technisch funktioniert sollte ihre Sicht als Anwender doch ausreichen, dass dieses Konzept ein Griff in die Mülltonne ist - wer installiert Clientprogramme, gibt Captchas ein? Wer ist bereit für diesen Service rund 0,4 Euro pro Bild zu bezahlen?

Es ist der Ausdruck einer Politikergeneration die meint, man könnte mit nationalen Gesetzen und nationalen Regelungen etwas internationales regeln zu können. Das klappt nicht.

Wie könnte es klappen?

Nur über internationale Regelungen sprich Standards. Ich denke an diesen wären auch die Firmen interessiert, die Services im Internet anbieten. Sei es Suchmaschinen, Soziale Netzwerke etc. Dem Geschäft tun persönliche Löschanträge nicht gut. Sie machen Arbeit und sie sind schlecht fürs Image. Daher wäre es sinnvoll, wenn sich die Bundesregierung für einen internationalen Standard einsetzen würde. Denn bei einem internationalen Medium geht es nur über internationale Standards. Wie könnte das gehen?

In den gängigen Dateiformaten gibt es eine Metainformation, welches das Verfallsdatum angibt. Bei HTML z.B. ein Metatag. Analog gibt es bei JPG ja schon Felder für EXIF Daten und ich denke bei Videoformaten auch. Suchmaschinen zeigen keine Dateien die "verfallen" sind. Browser ebenso. Die Betriebssysteme der Server könnten durch regelmäßige Suchläufe (einmal pro Tag), verfallene Dateien löschen. Für alte Dateien die noch kein Tag haben, kann man eine Regel in Robotx.txt implementieren. Sind die Regeln mal standardisiert, so können Anwendungsprogramme beim Erstellen das Datum abfragen oder auch aus einer globalen Einstellung setzen.

Natürlich ist das nicht wasserdicht. Niemand hält jemanden davon ab, eine Kopie zu machen und das Datum zu verändern und neu zu posten. Aber das ist auch beim Aigner Konzept möglich. Selbst der Ersteller des Konzepts gibt zu dass es "3 Millionen Möglichkeiten" gibt sein System zu umgehen. Die einfachste ist ein Screenshot. Aber ich denke ein internationaler Standard, der nun ja auch von vielen Anwendern gewünscht wird, ist der einfachere Weg. Er hat vor allem durch die Implementation in Browsern oder durch Unterstützung von Google und Co, dass er sich schnell global durchsetzt.

Viel schlimmer ist, dass mir so was nun schon ein paar mal auffällt. Ich kann nicht sagen ob der Euro-Rettungsschirm sinnvoll ist oder die Bankenrettung. Ich gebe gerne zu, davon nichts zu verstehen. Aber ich verstehe etwas von Lebensmittelrecht und -kontrolle und etwas von Computern und dem Internet. Und die erschreckende Uninformiertheit und Halsstarrigkeit der Politiker in diesen Gebieten sagen mir, dass sie keine Ahnung davon haben. Wenn jemand keine Ahnung hat ist das besorgniserregend, weil ich davon ausgehen muss, dass die Politiker in der Regel sich nicht damit selbst befassen sondern nur Vorschläge von Referenten oder Mitarbeitern aufnehmen. Das bedeutet auch, dass die Mittelschicht, welche die eigentliche Vorbereitung- und Unterstützungsarbeit leistet in den Ministerien absolut uninformiert ist. Und ich glaube nicht, dass diese Mittelschicht nur in diesen beiden Punkten uninformiert ist, sondern wahrscheinlich auch bei allen anderen wie Afghanistaneinsatz, Wirtschaftspolitik etc.

Deutschland ist ein Schiff ohne Steuermann, Lotsen und Matrosen. Es ist nur eine Frage der Zeit bis es auf ein Riff aufläuft.

Montag 31.1.2010:  Zwischenstand "Computergeschichten"

Also mir fallen in letzter Zeit keine großen Themen für neue Blogs ein. Gastblogs habe ich auch keine zugeschickt bekommen. So berichte ich mal von meinem neuesten Manuskript, das nun auch den offiziellen Namen "Computergeschichte(n)" bekommen hat. Es ist ein Buch über Technikgeschichte und PC-Pioniere. Ich habe das ja hier schon im Blog öfters angesprochen. Auch wenn mir einige abgeraten haben. Es hat zumindest mir Spaß gemacht und das ist das wichtigste an meinen Büchern. Denn wenn es um Umsatz geht würde ich über andere Dinge Bücher schreiben, vielleicht Erotikromane unter Pseudonym oder Diätratgeber. (Über Diäten wird noch was kommen, aber sich kein Buch im Stil der anderen Ratgeber).

Ich habe nun die erste Phase weitgehend abgeschlossen, das ist die Recherche und das Konzept. Das ist eigentlich der Teil der so richtig Spaß macht, auch wenn es nach einigen Monaten auch in Arbeit umschlägt - sich informieren, Einlesen, das Gefundene zusammenfassen, prüfen und aufschreiben. Die eigentliche Arbeit kommt nun, nämlich das ganze möglichst lesbar zu gestalten. Doppeltes zu streichen, die Sprache zu verbessern. Bis April will ich das erledigt haben, aber ich denke dass es schneller geht und ich vielleicht schon bis zum März fertig bin. Vom Zeitplan her bin ich zufrieden. Nachdem ich letztes Jahr ja einen Hänger hatte und einige Monate nichts getan habe, habe ich mir vorgenommen dieses Jahr mit etwas mehr Disziplin die Bücher voranzubringen, sodass auch drei dieses Jahr erscheinen können.

312 Seiten sind es geworden. Das wird wahrscheinlich noch etwas mehr werden, weil die Abbildungen erst zum Schluss kommen. Die Frage ist nun sicherlich, warum man sich das Buch kaufen sollte. Zugegebenerweise gibt es ja einige Bücher dazu schon auf dem Markt und ich habe in den letzten drei Monaten drei ganz und zwei weitere teilweise zur Recherche gelesen und mal in die Bücher über Jobs, Wozniak, Intel und Microsoft reingeschaut die ich schon früher gelesen hatte.

Ich will bei dem Buch auch meine Stammkorrekturmannschaft nochmals erweitern, nachdem Arne als neuer Korrektor schon derzeit am Skylab Buch dran ist. Auch weil das nächste Buch über Ernährung ist und ich mir nicht sicher bin, ob meine bisherigen Korrekturleser, die ja bisher nur Raumfahrtbücher zum Lesen hatten da noch mitziehen.

Das Buch selbst behandelt die Geschichte der PC-Pioniere Ed Roberts, Bill Gates, Stephen Wozniak, Steve Jobs, Adam Osborne, Jack Tramiel und Clive Sinclair. Es gäbe noch mehr, aber schon das ist viel. Die in Europa so bedeutenden Rechner/Firmen von Tramiel und Sinclair kamen z.b. in keinem Buch vor, das ich gelesen habe. Ich habe mich auf meine Website gestützt, das lieferte mir Basismaterial, doch schließlich steht im Buch mehr als doppelt so viel drin. Es gibt auch längere Kapitel über Microsoft und Intel, wobei das erste bei dem Abschnitt über Bill Gates eingeflochten ist.

Im Anhang gibt es eine Beschreibung einiger prominenter Computer und der Intel Prozessoren bis zum Pentium 4, dann wurde es mir wegen der vielen Bezeichnungen und unterschiedlichen Architekturen zu bunt.

In der Konzept ist es was anderes als die anderen Bücher die ich gelesen habe, die sich auf die Personen konzentrieren, viele Geschichten und Anekdoten erzählen. Bei mir spielt eben auch die Technik eine Rolle, denn es ist ja Technikgeschichte. Das ist so im Stile der Naturwissenschaftsgeschichte, wo man neben den Personen die etwas entdeckt haben sich ja auch mit der Entdeckung selbst beschäftigt. Es ist im Stil daher auch nüchterner und konzentriert sich auf den wesentlichen Plot und bringt nicht jede kleine Anekdote die man erzählen könnte. Mal sehen, wie es wird.

Dienstag 1.2.2010: Nachlese zum Dschungelcamp

So, nun ist es mal wieder vorbei die fünfte Staffel von "Ich bin ein Star, holt mich hier raus". Sie wurde dank Sarah K. zum Quotenrenner. Ich habe es angeguckt und bin hängen geblieben. Eigentlich wegen Rainer Langhans, von dem man ja viel gehört, aber wenig in den letzten Jahren gesehen hat. Ich will mich mal mit der Frage beschäftigen, warum die Stars reingehen und ob sich de Hoffnungen erfüllen.

Es gibt ja zwei Motivationen, das haben zumindest die bisherigen Teilnehmer gesagt: Das Geld (50.000 Euro Antrittsprämie und eine unbekannte Prämie für den Dschungelkönig) und die PR. Das erste ist klar und es gibt ja auch überschuldete Stars, wie nun Katy Karrenbauer. Wenn ich 50.000 Euro verdienen könnte und Schulden hätte, würde ich da auch hingehen. Für 50.000 Euro würde ich auch so 14 Tage hingehen. Warum nicht? Das Geld ist ja auch nicht so leicht verdient, denn egal was man macht, man muss die Kommentare von Bach und Zietlow gefallen lassen und weis nicht was von einem über den Äther geht.

Wenn ich nur am Geld interessiert wäre, würde ich sicher im Dschungelcamp gar nichts machen - außer die Prüfungen, schließlich will man nicht als asoziales Kameradenschwein da stehen. Denn wie die Erfahrung zeigt, wird ja nur das gezeigt was auffällt: positiv, aber noch viel besser negativ. Es ist ja kein Zufall, dass die ersten drei Leute die rausflogen, die waren die am wenigsten zu sehen waren und eben nicht auffielen.

Das zweite Motiv ist es bekannter zu werden. Das gilt wohl sicher für die meisten der Staffel, entweder die "Stars" der Kategorie "Froonck wer?" oder dem wohl einzigen echten Promi Mathieu Carriere, den man schon vom Charakterfach kennt. Hier habe ich meine Zweifel, ob das aufgeht. Gerade weil RTL eben vor allem die peinlichen Momente oder Streitereien zeigt. Da kann man sich sehr schnell im schlechten Licht wiederfinden. Das Problem ist nun: wie präsentiere ich mich positiv in einem Format, das vor allem negatives zeigt und (so zumindest die früheren Campbewohner) auch Ausschnitte aus dem Zusammenhang reist um einen falschen Eindruck zu erwecken. Mit Inszenierungen klappt es wohl nicht. Vielleicht am einfachsten wenn man "normal" bleibt - auch wenn es das Risiko gibt dann früh auszuscheiden. Es wäre interessant zu erfahren was die "Stars" so bekommen wenn sie weiter drinnen bleiben, denn erstaunlicherweise wollen ja alle Dschungelkönig werden. Ich denke da gibt es auch noch Prämien die zunehmen, abhängig von der Platzierung, denn sonst würden wohl alle die sich keine Chancen auf den Platz ausrechnen nach einer Woche sagen: "Wählt für alle anderen, nur nicht für mich"

Der eindeutige Verlierer in dieser Staffel ist wohl Sarah K. Sie präsentierte sich als überzeugte Vegetarierin "seit ich Kind bin" um Dschungelprüfungen abzulehnen und das kam raus. Denn vor einem halben Jahr noch schmeckte ihr noch gut Spaghetti Bolognese. Vor allem aber ihr Verhalten, das man durchaus als asozial bezeichnen kann verbunden wohl mit einer überzeugenden Phantasie, wie wohl die Wirklichkeit sein könnte, hinterlässt den Eindruck einer gestörten Persönlichkeit, die sich im Mittelpunkt des Universums sieht. Das mag bei Models ja nicht so ungewöhnlich sein. Bei GNTM wartet man ja auch immer auf den Zickenkrieg, aber in der Form doch ziemlich einmalig. Als Sympathieträger kann sie so zumindest nicht mehr punkten. Das mag für die Jobs auf dem Laufsteg egal sein, aber ich denke sie ist ja dort aufgetaucht um andere Jobs zu bekommen. Ein Fortsetzung einer Imagekampagne für den VFL Bochum wird es zumindest nicht geben.

Es war zumindest eine schöne Show. Einige gute Schauspieler gab's und ein paar oscarreife Filmszenen.

Dienstag 1.2.1010: Das Ende der PC-Evolution (Teil 2)

Ich habe das Thema ja schon mal aufgenommen. Es ist abzusehen, dass die bisherigen exponentielle Wachstumskurve bei den Chips sich abflachen wird und vielleicht zum Stillstand kommt. Ich habe mich schon mal mit dem technischen Aspekt beschäftigt: Basis für eine weitere Steigerung ist im Prinzip die Verkleinerung der Strukturen. Dazu benötigt man immer kurzwelligeres Licht. Die Erzeugung von Extremer UV-Strahlung ist aber aufwendig und der Wirkungsgrad ist gering, optische Elemente müssen außerordentlich hohe Genauigkeiten aufweisen, bei der nächsten Generation im Bereich von Atomdurchmessern. Das ist der technische Aspekt, denn ich schon mal erläutert habe.

Der zweite Aspekt ist der finanzielle. Eine Chipfabrik der nächsten Generation kostet schon 4 Milliarden Dollar. In dem Maße in dem die Fertigung aufwendiger wird, steigen die Kosten an. Schon heute ist es so, dass die aktuelle Strukturbereite (45 nm) nur von wenigen Firmen beherrscht wird, weil einfach die meisten sich die Investitionen nicht leisten können. Neben den beiden Großen IBM und Intel sind es vor allem Allianzen. Die anderen Halbleiterfirmen schließen sich zusammen und betreiben zusammen eine Fabrik. Das ergibt sich einfach daraus, dass die Investitionen nur bei sehr hohen Stückzahlen und/oder hohen Gewinnen hereinkommen. Das klappt vielleicht bei den schnellsten CPU's für PCs oder GPU's, aber sicher nicht bei Chipsätzen, Embedded Prozessoren etc. die zu ganz anderen Preisen verkauft werden.

Das ist auch der Grund, warum ARM Prozessoren oder andere RISC Konzepte soweit in der Leistung hinter einem aktuellen Core X von Intel hinterherhinken. Die Architektur mag veraltet sein, aber 1 Milliarde Transistoren rechnen bei 3 GHZ eben schneller als 100 Millionen bei 1 GHz, auch wenn man sie nicht optimal ausnutzt.

Was wird passieren: Irgendwann wird die Fertigung so teuer sein, dass auch Intel und IBM mit anderen Firmen zusammen gehen und es vielleicht noch 1-2 Firmen gibt welche die aktuelle Generation entwickelt und etwas später wird es wohl unwirtschaftlich werden die Strukturbreiten zu verringern, weil die Investitionskosten zu hoch werden.

Was wird dann passieren?

Wenn die Integrationsdichte nicht mehr steigt, wird die Branche dann noch mehr als heute sich evolutionär verändern. Ähnlich wie dies in anderen Branchen auch heute der Fall ist. Es ist ja heute kein Problem einen Motor zu bauen, der 350 km/h Spitzengeschwindigkeit erreicht, aber die meisten begnügen sich eben mit 200 km/h und können dafür bequemer fahren oder mehr Dinge transportieren oder einfach weniger Benzin verbrauchen. So wird es auch der Chipindustrie gehen. Man wird dann versuchen die möglichen Prozesse optimal auszunutzen Das heisst aus den Transistoren das Maximum herauszuholen, da man nicht davon ausgehen kann dass in zwei Jahren doppelt so viele zur Verfügung stehen.

Es wären mehrere Möglichkeiten denkbar:

Neue Architekturen sind nicht so problematisch für die Software, wie gedacht. Schlussendlich wird heute fast alles in Hochsprachen programmiert. Beim Mac ist die Migration über drei Prozessoren sehr gut gelungen (MC680X0, PowerPC, IAx86). Es ist auch heute nicht das Problem. Windows Mobile gibt es für verschiedene Architekturen und Software kann man auf dem PC erstellen. Das Problem ist nicht der Prozessor, sondern die Umgebung - das "normale" Windows ist z.B. ausgelegt für die Bedienung mit Tastatur und Maus, nicht mit Stiften oder Gesten. Die Fenster haben bestimmte Größen, was schon bei den Netbooks (die ersten hatten nur ein 800 x 480 Pixel Display) dazu führte, dass bestimmte Einstellungsfenster der Systemsteuerung nicht mehr ganz auf den Bildschirm passen. Sofern man also nur den Prozessor auswechselt, gibt es keine Probleme, dagegen wird eine Generation von ultramobilen Geräten, die mal in einem Kommentar hier vorgeschlagen wurde, andere Bedienkonzepte und Anpassungen an 3" Bildschirme erfordern.

Donnerstag 3.2.2011: Sonderfall Apple

Bedingt durch mein Computerbuch habe ich mich mehr mit Apple beschäftigt und war doch in einigen Punkten überrascht. Ich bin bisher immer davon ausgegangen (und dachte das so auch gelesen zu haben), das Apple zumindest in den frühen achtziger Jahren mit dem Apple II Marktführer war. Das ist nicht der Fall. So hatte 1980 Tandy, dessen Rechner ja gerne als "Trash-80" bezeichnet werden 20% Marktanteil, Apple aber nur 17%.

Insgesamt wurden nur 5 Millionen Apple II im 15 Jahren (1977 bis 1992) verkauft. Zum Vergleich: Sinclair verkaufte in 4 Jahren genauso viele Spectrum und Commodore über 17 Millionen C64. Recht wenig für einen Marktführer.

Warum machte Apple dann so viel Umsatz? Weil schon damals die Rechner ziemlich teuer verkauft wurden. Der Apple II wurde 1977 für 1.295 Dollar verkauft. Zeitgleich erschienen der PET 2001 und Tandy TRS-80 - in der Basiskonfiguration durchaus mit dem Apple II zu vergleichen - nur kostet der TRS-80 ohne Fernseher 399 Dollar (mit 599), und der PET mit Monitor und Kassettenrecorder 799 Dollar. Super wenn man sein Produkt doppelt so teuer wie die Konkurrenz verkauft und so satt Schotter macht.

Erstaunlich ist auch, dass dieser hohe Preis bei nachfolgenden Produkten bestehen blieb. Während andere Hersteller ihre Preise nach unten anpassten, weil die Technik veraltete blieb Apple bei recht hohen Preisen für die eigentlich veraltete Apple II Linie.

Das zweite ist das Product-Plascement. Mir fiel ja schon früher auf, dass man Apple Powerbooks oder andere Geräte oft in Film und Fernsehen sieht (leicht erkennbar an dem Apple Logo auf dem Deckel). Aber nun sah ich den Anfang einer Folge von "Miami Vice" das nach Weeds kam (was ich eigentlich anschauen wollte) und da ist ein etwa acht Jahre alter Knirps an einem Apple IIc zugange - recht sinn frei, weil auf dem Grünmonitor sicher keine Spiele laufen. Aber das Gerät ist sofort erkennbar. Oder man schaue sich mal an wie oft man früher einen Mac in einem Film sieht.

Das letzte ist sicherlich, dass Apple erkannt hat, dass die Schulen die zukünftigen Kunden von Morgen ausbilden - und dafür gesorgt dass dort über eine Generation lang Apples standen. In ähnlicher Weise hat ja Wordperfect an Unis seine Software verschenkt und die Anwender kauften sie auch danach - unter DOS war das Programm so Marktführer.

Trotzdem: der Markterfolg ist unheimlich. Bis 1993 wurde der Apple II produziert - erstaunlich lange für ein Gerät das schon 1977 vorgestellt wurde. Das es überhaupt so lange die Nachfrage gab und zwar nach dem Apple IIe, nicht dem IIGs gab wundert mich. Erstaunlich auch dass die Firma sich enorm teure Pleiten leisten konnte wie die Lisa (hat nur 50 Millionen Dollar Entwicklungskosten verschlungen) oder den Apple III.

Deutsch mal Apple nicht, denn die Rechner waren hier immer signifikant teurer als in den USA. Und das bei den schon gepfefferten Preisen. Ich habe mal in einer alten Computerzeitschrift nachgeschaut: 1984 kostete ein Apple IIc mit 9" Monochrommonitor den deutschen Käufer rund 4.400 DM. Dafür bekam man zwei Apple IIe Nachbauten mit Z80 CoCPU. Auch beim damaligen Dollarkurs war das teuer. Verglichen mit dem Umrechenkurs eines C64 war der Apple IIc um 25% teurer als in den USA. Daran hat sich nichts geändert - ein imac kostet 1.199 $ oder 1.199 Euro - nur ist ein Euro 1,37 Dollar wert.....

Mich wunderte es ehrlich dass die Firma bis 1995 brauchte um richtig in die Krise zu schlittern. Andere Firmen die das gleiche Problem hatten (PC's waren nicht IBM kompatibel) wie Atari oder Commodore gingen vorher den Bach runter. Vielleicht hat man bei den hohen Profiten enorme Rücklagen gehabt. Trotzdem klappt es auch heute noch und sehe ich mir die Preise bei Apple an. Der kleinste iMac kostet mit 22 Zoll Bildschirm 1200 Euro. Dafür gibt es einen Rechner mit 4 GB RAM, 500 gb Platte und 3 GHz Core I3 CPU. Also einen Officerechner mit denselben Leistungsdaten bekomme ich ich für die Hälfte des Preises. Trotzdem verkauft es sich und die Firma hat letzte Quartal Rekordgewinne verbucht.

Also irgendetwas geht an mir vorbei.... Schönes Design okay, aber 100 % Aufpreis fürs Design?

Morgen habe ich Vorlesung, daher kein Blog vielleicht melde ich mich am Samstag wieder. Da mir derzeit nichts einfällt werde ich wohl an meinem Chemiegrundkurs weiter stricken und mich mit den Alkanen beschäftigen....

 


Sitemap Kontakt Neues Impressum / Datenschutz Hier werben / Your advertisment here Buchshop Bücher vom Autor Top 99