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Web Log Teil 214: 15.2.2011 - 22.2.2011

Dienstag den 15.2.2011: Die schlechtesten Computer der Welt: Tandys Rechner

Der letzte Rechner in dieser Reihe ist nicht einer, sondern eine Serie von Rechnern Tandy Radio Shack war eine bekannte Verkaufskette für Konsumerelektronik in den USA. Als die Computer sich etablierten, planten einige Ingenieure auch einen zu bauen um die Produktmarge zu maximieren. Sie lag normalerweise bei 33% und sollte nun wie bei allen eigenen Artikeln bei 50% liegen. Ein Team setzte sich ein Ziel: Einen Computer zu bauen, der in der Produktion nur 99 Dollar kostet. Das war nicht zu halten, doch auch das dann in der Produktion 199 Dollar teure Gerät (TRS-80 Modell I) hatte einige Macken.

Um Kosten zu sparen war der Hauptprozessor Z80 (einer der ersten Rechner die diese CPU einsetzte) mit nur 1,77 MHz getaktet. Ich glaube das war der niedrigste Takt für eine Z80 überhaupt, denn die Normalversion taktete damals schon mit 3 MHz. Grund dürfte gewesen sein, dass man so einfach durch Taktverdoppelung den NTSC Takt bekam. Um 1,5 Dollar in der Produktion einzusparen konnte der Rechner keine Kleinbuchstaben darstellen. Das Level I BASIC wurde von einem Free BASIC Projekt übernommen und nur leicht modifiziert. So stürzte es bei der ersten Vorführung bei Chef Charles Tandy persönlich ab, als dieser sein Gehalt eintippen sollte und es höher als 32.767 Dollar war. Es unterstützte auch nur Variablennamen mit 2 Buchstaben Länge (beim C64 übrigens noch 5 Jahre später der Standard). Das Speichern und Laden auf Cassette war unzuverlässig. Das Gerät konnte nur Blockgrafik.

Was das Gerät aber zu einem Verkaufsschlager machte war sein Preis: 399 Dollar für die Konsole, meist wurde es für 599 Dollar mit einem Fernseher zusammen verkauft. Es hatte 4 kbyte RAM, intern erweiterbar auf 8 kbyte. Der Preis war die Sensation: der gleichzeitig vorgestellte PET 2001 kostete 799 Dollar (mit Monitor und Kassettenrekorder) und der Apple II ohne Monitor und Kassettenrecorder sogar 1295 Dollar. Leute die noch nichts von Computern verstanden kauften den TRS-80 weil er so billig wurde. Die Computer machten bis 1980 rund 12,7 der Umsätze von Radio Shack aus und erreichten zeitweise einen Marktanteil von 30 bis 40% in den USA.

Die miserable Verarbeitung sorgte aber für einen dauerhaft schlechten Ruf. So stellte sich heraus, dass ein Chip im Diskettenkontroller falsch beschaltet war und sich nach einigen Monaten dadurch selbst zerstörte - das wurde aber nie korrigiert. Die nach Europa gelieferten Exemplare waren nur unzureichend angepasst und die Netzteile nicht auf die 220 V Spannung optimiert. So erhitzten sich diese sehr stark. Später musste die Produktion des Model I eingestellt werden, weil die Abschirmung unzureichend war und es so keine FCC Genehmigung gab.

Etwas besser kam das Modell II weg. Es hatte nun ein Level II BASIC von Microsoft und konnte mit 16 kbit RAM Chips auf 16 kbyte Speicher aufgerüstet werden. Das ab dem Modell II erhältliche Diskettenlaufwerk bei Level III war integriert genauso wie die Erweiterungsbox die es beim Modell II zusätzlich gab und die nicht gut an der Konsole hielt. Die Diskettenlaufwerke fassten nur 83 kbyte, was selbst damals recht wenig war. Weitaus besser kam das Model 4p weg, dass mit den anderen Modellen nichts zu tun hatte und ein reiner Geschäftscomputer mit zwei Diskettenlaufwerken war. Er wurde im Bildungsbereich eingesetzt und galt als gute Büromaschine. Es gab dafür auch zahlreiche Programme für Buchhaltung, Auftragsverwaltung und Lagerhaltung. 1983 lief die gesamte Buchhaltung der schon damals nicht kleinen Firma Microsoft auf einem TRS-80 Modell 4p. Ein Jahr vorher hatte Bill Gates die letzten Codezeilen die in ein Produkt flossen für den BASIC Interpreter des Tandy-100 Pocketcomputers geschrieben.

Der Tandy Color Computer schnitt nicht besser ab. So gab es für den Rechner im Auslieferungszustand nur die Möglichkeiten Bildpunkte einzeln zur setzen. Wer Linien, zeichnen, Flächen füllen oder ähnliches machen wollte musste 200 Mark mehr für ein Extended BASIC investieren. Wie die Vorgängermodelle hatte er Probleme mit Kleinbuchstaben - sie erschienen auf dem Bildschirm invers und erst beim Ausdruck klein und dürften nicht in BASIC Befehlen enthalten sein. Das Bild in Farbe war von farbsäumen verzieht, es gab keinen Bildschirmeditor, deutsche Kassettenrecorder waren nicht anschließbar, da der Pegel nicht DIN Normen gehorchte. Dabei war der Rechner nicht billig, sondern (als Color Computer 2) teurer als der Commodore 64 mit viermal so viel Speicher.

Erstaunlicherweise gab es aber Nachbauten der TRS-80 Reihe von EACA und auch des Color Computers, die in Deutschland von TCS vertrieben wurden. Zumindest die Nachbauten des Modell 4p waren dabei erfolgreich, während man dies von den anderen in Deutschland nicht behaupten kann.

So wundert es nicht, das schon in den frühen achtziger Jahren der TRS-80 nur noch als "TRASH-80" bezeichnet wurde....

Donnerstag 17.12.2011: ALDI, SpaceX und der C64

Ich greife mal die Anregung von Arne auf und verbinde mal diese drei kontroversen Themen und in der Tat gibt es doch einige Gemeinsamkeiten zwischen SpaceX und den beiden anderen Dingen. Also es gibt ja nun auch eine neue Digitalkamera bei ALDI - was hat die mit SpaceX gemein? Nun es ist die Relation zu anderen Kameras oder eben anderen Raumfahrtanbieter. Die ALDI Kamera ist ja billig - genauso wie SpaceX. Die Kamera die ich mal vor zwei Jahren hatte, taugte für Schnappschüsse - die Fotos waren flau, kontrastarm und der Blitz musste immer zugeschaltet werden und brauchte eine Ewigkeit zum Auslösen - nichts für Leute die sich bewegen und auch nichts für Fotos die man sich in einigen Jahren noch gerne mal im Fotoalbum anschaut. Es hat schon einen Grund warum gute Kameras deutlich teurer sind - weil sie auch bessere Bilder machen. So findet sich eine Analogie zu SpaceX: Sofern man drauf verzichten kann, es also nicht die Bilder vom jährlichen Familienfest oder der Weihnachtsüberraschung sind, taugt die Kamera. Und SpaceX Transporte zur ISS mögen auch taugen, sofern nicht Leben, wie das von Astronauten dran hängen, und andere Transporter die Leistung auch erbringen können. Ich würde aber der ALDI Kamera weder Hochzeitsfotos noch SpaceX einen Transport von Astronauten zur ISS anvertrauen.

Es gibt aber auch Parallelen zum C64 - nicht nur der im Vergleich zur Konkurrenz niedrige Preis. Es ist die Politik von SpaceX und ihre Fans. Beim C64 erwarb man einen scheinbar vollständigen Heimcomputer mit Sound- und Grafikfähigkeiten und auch SpaceX baut ein vollständiges Packet aus Dragon Kapsel und Falcon 9 die auch "man rated" sind. Nur wenn es darauf ankommt, dann stellt der Käufer des C64 fest: Grafik geht sicher und komfortabel nur mit einem Zusatzmodul wie Simons BASIC. Und die NASA stellt nun auch fest, dass SpaceX plötzlich noch 1 Milliarde Dollar braucht nur um das kleine Detail "Fluchtturm" beim man rated Konzept noch integrieren. In beiden Fällen: Extra Löhnen ist angesagt. Wenn dann der C64 Käufer ein Floppydisk Laufwerk kauft, hat er einen Datenspeicher - nur etwas langsam. Und auch SpaceX bietet einen ISS Versorger an, nur kann der mit der derzeitigen Rakete eben nicht die vollmundig angekündigten 6 t zur ISS bringen, sondern wesentlich weniger. Aber wenn der C64 Fan noch etwas Geld für einen Turbolader drauf legt oder die NASA noch etwas mehr für eine Falcon 9 Heavy, dann sind auch die schnelle Datenrate oder die 6 t Nutzlast kein Problem.

Wenn der C64 Fan, dann alles zusammenaddiert hat was er so an Zubehör zum angeblichen "Komplettpaket" hinzugekauft hat, dann stellt er fest, dass es gar nicht mehr so viel billiger als andere Heimcomputer ist. Genauso könnte es der NASA ergehen, wenn sie alle "kleinen" Maßnahmen zahlt, um eine fast man rated Dragon in eine echt man rated Dragon umzuwandeln.

Noch viel mehr Gemeinsamkeiten haben die Fans - sie sind zum einen schlecht informiert über das von dem sie Fans sind. So wussten die C64 Fans nicht mal das ihr Rechner 20 kb ROM hatte und blamierten sich hier im Blog damit kräftig. Dann diskutieren sie auch nicht über Kritikpunkte sondern erwähnen Dinge die positiv sind, aber um die es nicht geht. SpaceX Fans z.B. dass die Firma privat finanziert sei (was Lockheed und Boeing wohl nicht sind) oder welche Leistung es wäre eine Rakete zu bauen, die auf 50 Jahre alter Technologie basiert in einem Land in dem es eine Aerospaceindustrie mit einigen 100.000 Angestellten gibt. C64 Fans verweisen dann auf tolle Soundfähigkeiten (die keiner bestreitet) oder die vielen Spiele die es für den Rechner gibt (ich glaube ehrlich gesagt, dass keiner von denen den VIC-II und SID jemals in BASIC programmiert hat sondern sie von den Spielen auf die Überlegenheit als Heimcomputern rückschließen, wahrscheinlich nutzen ihn eh alle nur als Spielkonsole).

Dazu kommt der uralte Trick mit Aussagen über andere Dinge abzulenken. So haben sie C64 Fans auf einen Nebensatz in dem ich den CPC464 erwähne sich eingeschossen (warum nicht auf den Spectrum und Apple II, die auch erwähnt wurden?) SpaceX Fans lästern gerne über Boeing, Lockheed und Arianespace mit ihren angeblich teuren Raketen. (angeblich deswegen, weil noch kein kommerzieller Kunde den wirklichen Startpreis Falcon 9 hat zahlen müssen - die NASA zahlt wie bei anderen Programmen den größten Teil bevor auch nur der erste Start erfolgt ist, davon lebte SpaceX in den letzten 3 Jahren). Das ist eine typische Ablenkungstaktik. Und sie verbindet beide Gruppen.

Vor allem sind beide Gruppen aber fanatisch und vernünftigen Gründen nicht zugänglich. Wie es mit dem C64 weiterging wissen wir. Wie es mit SpaceX weitergeht wird sich noch zeigen. Derzeit wollen sie, das die NASA die beiden noch ausstehenden COTS Flüge zusammenfasst. Von der NASA gibt es noch keinen Kommentar dazu. Angesichts dessen dass die erste Dragon weder Solarpanels, noch Annäherungssensoren noch Racks an Bord hatte und man vielleicht das erst mal testen sollte, bevor man an die ISS andockt (nicht das es da eine böse Überraschung gibt) würde ich davon abraten. Da SpaceX zeitgleich angab, dass die Entwicklung von Dragon und Falcon 9 bisher 600 Millionen Dollar kostete (also rund 250 Millionen Dollar in den letzten 8 Monaten seit dem Jungfernflug), kann ich mir denken warum sie einen Flug einsparen wollen ... Bei 250 Millionen Dollar Kosten in 8 Monaten (und einem Start) denke ich wird das auch nicht so billig werden, wie angekündigt. Nun ja nur Computer werden immer billiger. Raumfahrzeuge in der Regel nicht.

Ach ja ich vergaß es - sowohl Elon Musk wie Jack Tramiel finde ich persönlich nicht sehr sympathisch. Der eine ist ein Schwätzer der mir ein X für ein U vormachen will und der andere geht in Richtung Menschenschinder.

Freitag 18.12.2011: Commercial Crew Transport - klappts?

Nach dem nun eingefrorenen NASA Budget wird der kommerzielle Crewtransport in den nächsten 5 Jahren jeweils 850 Millionen Dollar enthalten. Wird das reichen? Nun in dieser Zeit werden zwei Dinge damit finanziert werden müssen: Die Entwicklung und vielleicht im letzten oder eventuell vorletztem Jahr auch der Betrieb. Zum Zeithorizont: 5 Jahre sind realistisch wenn man auf schon entwickelte Hardware zurückgreifen kann. Diese Frist wird z.b. beim ATV genannt wenn daraus ein Crewtransporter werden soll. In den USA gäbe es die Entwicklungen der Orion, Cygnus und Dragon auf die man zurückgreifen könnte.

Dann kommen wir zu den Kosten. Das wird schwierig. Das Grundproblem ist, dass seit 40 Jahren keine neue Kapsel entwickelt wurde. Es gibt keine Erfahrungswerte auf die man zurückgreifen könnte. Also mal ein Vergleich. Beim ATV hat man die Überlegungen schon abgestellt und es gibt da ein 2-3 Milliarden Euro Preisschild für den bemannten Transporter - zum Vergleich die Entwicklung des ATV kostete 1.350 Millionen Euro. Auch bei SpaceX wurden bisher 600 Millionen Dollar für Falcon 9 und Dragon ausgegeben und in den Unterlagen die sie der NASA zuschickte schätzt sie dass sie weitere 1 Milliarde für eine Umrüstung für bemannte Einsätze braucht.

Wir können also davon ausgehen dass die Entwicklungskosten etwa doppelt so hoch sind wie bei einem unbemannten Transporter. Selbst wenn man nun die Kosten für einen bemannten ATV (der wegen seiner autonomen Navigation und seiner Größe sicher die teuerste Möglichkeit darstellt) dann reichen die Mittel. In 5 Jahren würde die NASA so rund 4250 Millionen Dollar zur Verfügung haben. Allerdings wird das nur für ein System reichen. Die NASA wird zwar das Interesse haben, dass es mehrere Systeme gibt, schon alleine um zu verhindern, das ein Anbieter den Preis diktiert oder wenn es Probleme mit einem System gibt man ein zweites hat. Genau dieselben Überlegungen gibt es ja auch bei der Versorgung der ISS.

Die Frage ist ob man mit diesen 850 Millionen auch den Betrieb finanzieren kann. Und da habe ich meine Zweifel. Wenn man nur zwei Starts pro Jahr durchführt (immerhin eine Creq-Wechselzeit von 180 Tagen), so hat man nur 425 Millionen Euro pro Start. Ziehen wir eine Atlas V oder Delta IV ab, so bleiben noch etwa 250 Millionen Dollar für Missionsdurchführung und die Hardware. Dafür bekommt man heute ein HTV, für einen ATV reicht es nicht, eventuell für eine Cygnus. Natürlich würde es für eine Dragon reichen.

Nimmt man an, dass die Entwicklungskosten mit den Produktionskosten korrelieren - und dieser Ansatz denke ich ist wegen der viel höheren Sicherheitsanforderungen mithin viel mehr Kontrollen, Qualitätssicherungen, redundante Systeme etc. vernünftig, dann würde das nicht reichen. Realistischerweise würde ich schätzen das ein Start sicher so um die 600 Millionen Euro kosten kann. Bei der Orion war mal als die dauernd teurer wurde 2 Milliarden in der Diskussion. (allerdings war die Orion auch nie als ISS Versorger konzipiert und damit unnötig teuer für diesen Zweck.

Passend zu dem Thema ist ja in der Nacht zum Freitag das zweite ATV erfolgreich gestartet. Mit der 200-sten Ariane 5 - ein besonderes Jubiläum. Er wird vor allem die ISS anheben. Mit 7,1 t Fracht wird einiges mehr als beim ersten Transporter zur ISS gebracht. Ich bin vor allem gespannt auf die Ergebnisse des Picosatelliten, der den Wiedereintritt überwachen soll.

Samstag 19.2.2011: Die Quote

Ich sah gestern ausnahmsweise mal eine Talkshow an, primär weil Thomas Gottschalk da war. Es ging um das Fernsehen und Konzepte. Sendungen und wie Dinge zusammengeschnitten wurden unter anderem GNTM und das Dschungelcamp.

Ich denke, die meisten sind mit mir einer Meinung, dass das Fernsehen in den letzten 20 Jahren schlechter geworden ist, sowohl die öffentlich rechtlichen wie auch die privaten. Wobei ich allerdings mehr eine Annäherung sehe. Wer sich vielleicht noch an die ersten Jahre des Privatfernsehens mit Sendungen wie "Der Preis ist heiß" oder "Tutti-Frutti" erinnert, der stellt aber fest, dass in der Tendenz das Privatfernsehen zwar auch noch mehr Trashfernsehen produziert, aber nun auch einige gute eigene Serien, wie Danny Lowinski, der letzte Bulle und es nun nicht mehr nur die x-te Weiderholung einer Serie aus den Siebzigern und Achtzigern sondern auch neues läuft. Ehrlich gesagt gibt es im Bereich Serie fast mehr gute Eigenproduktionen als bei ARD & ZDF.

Nun gibt es die Forderung "dafür zahl ich nicht": also wenn ich schon Gebühren zahle, dann will ich Qualitätsfernsehen haben: Bildung, Kultur, Informationen, Spielfilm-Blockbuster, gute Eigenproduktionen. Ich meine aber das greift zu kurz. Warum wird DSDS geschaut? Ich meine, es muss doch Millionen geben, die es anschauen. Das gleiche gilt auch für andere Sendungen die in der Kritik stehen. Auf der anderen Seite wurde kritisiert, dass die öffentlich-rechtlichen zu wenig über die Ereignisse in Ägypten berichtet haben. Der Grund, so wurde in der Talkshow, genannt, war dass man vermeiden wollte, das zu viele Leute wechseln weil Sendungen ausfallen oder sich verschieben. Das zeigt auch das Problem. Öffentlich-Rechtliches Fernsehen heißt eben nicht Elitenfernsehen. Es ist den meisten eben egal was in Ägypten passiert, wenn sie einen Spielfilm ansehen wollen. Auf jeden Leser der Frankfurter Allgemeine kommen wahrscheinlich 10 Bild Leser. Es geht nicht darum Fernsehen für eine Minderheit zu machen - allerdings auch nicht Fernsehen für die Minderheit die Volksmusik so toll findet, Fußball nicht spielen sondern im Fernsehen ansehen oder denen die jeden Tag eine Dauernschnulze ansehen wollen.

Ich meine das öffentlich-rechtliches Fernsehen es fertigbringen kann besseres Fernsehen zu machen. Qualitativ besseres Fernsehen, abwechslungsreicheres Fernsehen anstatt zig Talkshows, Quizshows, Kochsendungen und Telenovelas und den x.ten Krimi. Es gibt schon gute Fernsehfilme, aber die klassische Serie ist eigentlich ausgestorben. Vieles gute läuft inzwischen nicht mehr dann wann man es sehen kann (nachts) oder auf Spartenkanälen. Inzwischen sehe ich mehr von ZDF Neo als vom ZDF - Hustle, Plain in sight, Being Erica, 30 Rock, Weeds - alles zwar keine Eigenproduktionen, aber etwas erfrischend anderes als der Einheitsbrei den erstes und zweites senden.

Wie kann es klappen? Nun zum einen mal einsparen. Ich versehe nicht warum es so viele Kanäle geben muss mit so wenig gutem Programm. Wenn ich davon ausgehe, dass man schon wegen der regionalen Bedeutung nicht einfach die dritten einsparen kann, so frage ich brauchen wir noch Arte, 3Sat, Phönix, Eins Plus, Eins Festival,  Br Alpha, ZDF Infokanal, ZDF Neo. Wegen der Kooperationen mit Frankreich und Schweiz / Österreich kann man Arte und 3sat nicht einsparen, aber diese beiden Kanäle reichen doch auch für Information, Dokumentationen und Kultur. Dafür sollte man in den restlichen Kanälen eben besseres Programm machen. Dazu gehört auch die Kostenkontrolle. Man spart schon ein durch weniger Kanäle wenn die anderen Kanäle eh nicht geschaut werden und natürlich auch bei den Ausgaben. Alleine die ARD zahlt für die Bundesligarechte (nur dass Zeigender Ausschnitte in der Sportschau) 100 Millionen Euro pro Jahr. Viel Geld für eine einzige Sendung am Samstag Abend. Vor allem schädlich für die Volksgesundheit, weil man Sport betreiben und nicht anderen zuschauen soll.

Und natürlich weg mit Sendungen wie das Küchenduell, diese vielen Talkshows außer vielleicht die von Maischberger, diese tägliche Serien und eine drastische Reduktion der Quiz Shows.

Sonntag 20.2.2011: Wer verkaufte wie viel?

Als kleines Nebenprodukt meiner Recherche hier die Verkaufszahlen einiger Heimcomputer. Die Liste ist nicht vollständig und umfasst nur die Zahlen die mir unterkamen, als ich für mein Buch recheriert habe. Ich selbst habe einige Überraschungen erlebt. Ich denke, man extrapoliert von dem persönlichen Erfahrungen auf die Marktbedeutung. Also welche Leute man kennt mit welchen Computern, was man so in Verkaufshäusern sieht oder worüber man in Zeitschriften liest.

Eine Verzerrung ist natürlich, ob ein Rechner in einem Land sehr populär ist oder nicht. Der Spectrum z.B. war es in Deutschland weitaus weniger als woanders, cor allem in England und Spanien. Deutschland war schon immer eine Commodore Hochburg bzw. als Tramiel zu Atari wechselte eine Atari Hochburg. Das konnte den fehlenden Umsatz in den USA aber nicht kompensieren. Zum anderen gibt es Rechner wie die CPC Serie die nur in einigen europäischen Ländern vermarktet wurden oder die MSX Serie die zwar bei uns auftauchte aber sich vor allem in Asien (Japan, Süd-Korea) gut verkauften.

Mein Buch habe ich jetzt vom Konzept ins Manuskript überführt - 324 Seiten sind es geworden. Da kann sich durch Seitenumbrüche noch was nach oben ändern, aebr nicht viel. Nun geht es ans Korrekturlesen und dann muss ich mal überlegen, wem ich das Manuskript anvertraue.

Modell Verkaufszahlen
Altair 8800 40.000
Altair 680 10.000
Apple I 175
Apple II 4,86 Millionen, davon 1,5 Millionen Apple IIGS
Apple III 65.000
Apple LISA 100.000
Xerox Alto 1.000 bis 2.000
Xerox Star 25.000
Osborne 1 140.000
KIM-1 10.000
VC-20 2,5 Millionen
C-64 17 Millionen
Plus 4 400.000
C128 4 Millionen
CPC Serie 3 Millionen
Joyce Serie 8 Millionen
Ti 99/4a 2,8 Millionen
MSX Serie (alle Geräte zusammen) 5 Millionen
ZX80 100.000
ZX81 1 Million
ZX Spectrum 5 Millionen
Sinclair QL 150.000
Atari ST Serie 2,1 bis 3 Millionen
Atari 400/800 2 Millionen
TRS-80 1,485 Millionen
Amiga 4,022 Millionen
Next Cube und Next Station 79.000

Sonntag 20.2.2011: Alles Gutti?

Derzeit regen sich alle über die Doktorarbeit von Guttenberg auf, wegen der Plagiatsvorwürfe. Hallo? Wisst Ihr was der gute Mann für einen Doktor hat? Der gute Mann ist Doktor der Juristerei. In diesem Fach wird eine Doktorarbeit nicht erarbeitet. Da forscht nicht einer einige Jahre mehr oder weniger erfolgreich, um die Wissenschaft um eine kleine Erkenntnis zu bereichern oder er tüftelt nicht an einer Maschine einem Mechanismus oder einem Algorithmus um etwas zu verbessern oder zu erfinden.

Juristen schaffen - wie andere Geisteswissenschaften - nichts neues. Sie schreiben nur zusammen, was andere schon geschrieben haben oder kommentieren dies, setzen sich mit einem Thema auseinander oder bestreiten eine These. Das solche Arbeiten voller Zitate sind, sonst würde man ja eigene Meinung kundtun, ist logisch. Eigentlich bestehen solche Arbeiten nur aus Zitatstücken die mit einigen Sätzen verbunden sind um damit die eigenen Argumente zu unterstützen. So soll auch Guttenbergs Doktorarbeit bei 475 Seiten schon jetzt über 1.200 Fußnoten haben.

Ob nun einige Stellen nicht als Fußnote gekennzeichnet ist oder nicht ist völlig belanglos, weil eine solche Arbeit an und für sich nur eine Fleißarbeit und nichts schöpferisches oder eigenständig erarbeitetes ist. Nicht umsonst ist es bei Geisteswissenschaften Gang und gäbe das Berufstätige ihre Doktorarbeit von Studenten höherer Semester schreiben lassen und sie dafür bezahlen - das kommt immer noch billiger als den Arbeitsausfall hinzunehmen. Es gibt sogar Ghostwriter die das zu ihrem Beruf gemacht haben. Mit einem PC, eine Datenbank mit vielen Zitaten die man für die unterschiedlichsten Thesen brauchen kann, kann man die Dinger am Stück schreiben.

Solange eine Doktorarbeit in der Juristerei so wenig Fachkenntnis von diesem Fach erfordert, dass sie jeder schreiben könnte, der gut in Deutsch ist und eine gut sortierte Zitatensammlung hat, solange ist völlig egal ob da einige Zitate nicht als solche gekennzeichnet sind. In anderen Gebieten ist das unmöglich. In der Naturwissenschaft ist die Doktorarbeit der Ergebnisbericht einer Forschung, selbst wenn sie nichts gebracht hat, so weiß man dann wie es nicht geht und es ist ein Protokoll was man untersucht hat. In der Ingenieursarbeit ist es der Bericht einer Konstruktion - entweder in Form von Hardware oder bei Informatik eben Software. In beiden Fällen muss der Doktorand einige Jahre lang an etwas arbeiten und dann kann er darüber schreiben. Da zeigt sich dann schon was einer von diesem Gebiet versteht, was er kann, welche Einfälle er hat - und eine solche Arbeit ist nicht von jemand anderen schreibbar, weil sie ja nicht als Thema hat schon existierendes einfach neu zu betrachten, sondern neues zu schaffen.

Sorgt dafür an die Doktorarbeiten von Geisteswissenschaften vergleichbare Maßstäbe angelegt werden können, dann dürfte ihr euch über Guttis Arbeit aufregen.

Montag 21.2.2011: Ein Vorschlag für die NASA

Liebe NASA, seit ihr das Space Shuttle ausmustern wollt, geht es bei euch rund. Zuerst beschließt ihr die Ares I und Orion, dann wird euch das zu teuer und dauert zu lange und ihr streicht das ganze Programm. Alternativ wurden schon damals "man rated" Versionen der Atlas V und Delta 4 propagiert. Nun ist zwar die erste Orionkapsel fertig, aber das Programm wird eingestellt und es sollen kommerzielle Services richten. Von der Orion aber auch Atlas und Delta redet keiner mehr.

Glaubt ihr dran? Und seid ihr damit zufrieden eure Astronauten irgendwelchen Start-Ups anzuvertrauen, die keine Erfahrung im Bau von bemannten Raumfahrzeugen haben? Die nun das große Geld wittern, aber und etwas andere Vorstellung von den Sicherheitsstandards? Ich glaube nicht.

Zeit dass ihr euch an die Profis wendet. Die, die euch schon mal zum Mond gebracht haben, euren ersten Astronauten gestartet und euren ersten Satelliten und Raumsonde. Wendet euch an die die im kommerziellen Satellitentransport die Nummer 1 sind und das schon seit über 20 Jahren. Ja ich meine die Europäer.

Mein Vorschlag: Von eurem Ares/Orion Programm war die Ares der Teil der am stärksten in der Kritik stand. Ehrlich gesagt, ich fand die Idee, eine Flüssigkeitsstufe auf einen verlängerten SRB zu setzen auch ziemlich gewagt. Alliant hat nun ja vorgeschlagen die zweite Stufe (die auch ein Triebwerk der Saturn V einsetzt) durch eine Ariane EPC zu ersetzen. Na ja das mag Entwicklungskosten sparen, aber warum Risiken eingehen und eine noch nie erprobte Kombination angehen?

Nehmt das Original, nehmt die Ariane 5. Warum?

Die Ariane 5 kann rund 20,7 t auf eine Bahn zur ISS bringen. Eure Orion wiegt 19,3 t. Das ist also ausreichend. Und wenn ihr Angst um eure Unabhängigkeit habt, dürft ihr gerne auch einige auf Vorrat kaufen. Das macht ihr ja auch bei den russischen Triebwerken für die Atlas. Aber seid mal ehrlich. Ihr seid doch schon abhängig. Ohne unser ATV würde bald die ISS verglühen, ohne die Japaner hätten eure Astronauten nichts zu essen und ohne die Russen würde keiner zur ISS kommen. Ihr könnt einige Jahre lang keine Versorgungsgüter zur ISS bringen und Astronauten erst in ein paar weiteren Jahren. Und nun wollt ihr euch in die Abhängigkeit von Unternehmen begeben, von denen keiner weiß ob sie in ein paar Jahren noch existieren. Na ja ihr könnt sie ja wie General Motors aufkaufen und dann staatliche Raumfahrt betreiben.

Aber wenn ihr schlau seid, schenkt ihr euch das und verhandelt mit uns über einen guten Preis für die Ariane 5 und setzt das Orion Raumschiff ein, das ihr ja haben wollt. Wir warten auf euer Angebot.

Dienstag 22.2.2010: Der Anfang vom Ende

Es kann der Anfang vom Ende der Aussitzerkoalition sein. Das Wahlergebnis in Hamburg. Nicht nur, dass es praktisch ein Erdrutsch ist, sondern auch, das eine der beiden Regierungspartien abgerutscht ist und die andere nicht. Gab es nicht genug Kritik an den Gründen im Hamburg? Das sie den Bau der Airbusfertigung in einem Naturschutzgebiet und ein neues Kohlekraftwerk befürworten? Trotzdem legten sie leicht zu und die CDU stürzte ab. Die Prognose für BW, wo ich mich schon freue meinen Denkzettel in knapp 4 Wochen abzugeben, sehen auch nicht rosig für die CDU aus und das sind nur die ersten von sieben Landtagswahlen. Schon jetzt gibt es keine Mehrheit mehr im Bundesrat.

Als das vor rund 7 Jahren Schröder passierte, hat er seinen Posten zur Neuwahl ausgeschrieben. Wird das Merkel tun? Nö, garantiert nicht, das würde ja Führungsstärke zeigen und die vermissen wir schon seit den Bundestagswahlen. Schröder wurde von vielen angefeindet, wegen der Harz-IV Reformen. Aber er hat wenigstens was riskiert. Merkel meint nun, man könnte die Wahlen gewinnen indem man nichts riskiert oder einfach mal Schulden macht oder mit Steuergeld für Bankschulden geradesteht. Bei Kohl klappte das Aussitzen von Problemen ja auch super über glatte 16 Jahre. Irgendwie klappt's heute nicht mehr so. Vielleicht weil es in den 16 Jahren Kohl nicht die Probleme gab? Oder weil jeder diesen Worten von "Blühenden Landschaften" geglaubt hat oder dass man die Sanierung der DDR aus der Portokasse finanzieren kann? Nun ja mit den blühenden Landschaften hat er ja nicht so unrecht gehabt. Die Kommunen sind dort voll saniert und einige Städte haben weil so viele in den Westen abgewandert sind aus Straßenzügen Parks gemacht und ehemalige Braunkohlebbaugebiete wurden zu Erholungsgebieten. Vielleicht sind heute auch die Leute kritischer geworden.

Die meisten haben sich aber von einer neuen Regierung mehr erhofft insbesondere mehr als von der letzten. Wenn zwei Parteien zusammen regieren die fast gleich stark sind, blockieren sie sich meistens mehr, als das sie diese Macht für Reformen nutzen und nun gibt es die übliche Konstellation von Großer Partei mit Juniorpartner und man erhofft sich zumindest mehr als von der letzten, aber stattdessen Blockade, Nasenbohren, Aussitzen.

Ich wage zu prognostizieren, dass am Jahresende der Wind noch eisiger der Koalition ins Gesicht wehen wird, mit einigen Landtagswahlen mehr, die nicht vorteilhaft für  CDU/FDP liefen, aber ich wage auch zu prognostizieren dass Merkel mit der Politik der eingeschlafenen Hand wie mit Sekundenkleber an ihrem Sessel hängen wird. Schließlich wurde in der DDR ja auch kein Generalsekretär abgewählt ....


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