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Web Log Teil 216: 1.3.2011 - 8.3.2011

Dienstag den 1.3.2011: Vermischtes

Heute zum weiderholten Male mal wieder ein Blog mit keinem speziellen Thema. ir fällt mal wieder nichts ein. Ich habe j mal mit dem Gedanken gespielt, da ja Casting Shows so beliebt sind so was auszurufen wie BSSB - Bernd sucht den Super-Blogger - ich hätte weniger zu tun und würde vielleicht einen Dauerblogger in meinem Blog bekommen, nur denke ich sind die meisten Blogleser nicht das typische Publikum einer Casting-Show.

Trotzdem an dieser Stelle zum wiederholten Male: es werden immer Gastblogger gesucht. Wie die Erfahrung zeigt findet sich ein interessiertes Publikum für nahezu alles, selbst Dinge die sonst nie auftaucht wie Fahrradschaltungen oder Voodoo Grafikkarten.

Ich selbst bin an dem Ende des Manuskripts meines derzeitigen Buches - Computergeschichten. Das ich einmal durchgelesen habe und diese Woche soll es den zweiten Durchlauf bekommen und dann geht es raus an die Korrekturleser. Danach steht erst mal wieder eine Baustelle an Seit gut einem Jahr arbeite nebenher ich an der zweiten Auflage des Raketenlexikons - genauer gesagt Band 1 also die US-Träger. Da ich die Bücher selbst viel nutze und dort nachschlage habe ich nach und nach auch noch mehr reingepackt, wie Triebwerksdaten und gestartete Nutzlasten. Das will ich als nächstes fertigstellen, wobei ich denke dass daher auch recht rasch abschließen kann, weil ich doch schon viel vorgearbeitet habe.

Dann fiel mir wieder was auf es ging über "Verbrauchertäuschung" - huuh ein tolles Thema das nun schon fast Dauerthema ist. Es ging darum dass Fruchtjogurt oft nur Aromen enthält. Ja - das ist auch erlaubt. Was aber nicht gesagt wurde ist, dass der Fruchtanteil im Zutatenverzeichnis nachlesbar ist. Viele Fruchtjogurt kosten kaum mehr als Naturjogurt - woher soll da das Geld für einen hohen Fruchtanteil kommen?

Dann gab es so richtige "Überraschungen": "Mehrkornbrot" ist ein normales Brot mit einigen Körnern als Zierde und Putenwurst besteht fast zur Hälfte aus Schweinfelsich! Welcher Skandal! So erklärte die Ernährungsberaterin bei der Sendung "Extra": "Das Verbraucherministerium geht davon aus, der Verbraucher weis das Brot nur aus Roggen und Weizen gebacken wird und Wurst aus Schweinefleisch hergestellt wird". Echt? Also der Gesetzgeber geht davon aus, dass der Verbraucher über Basis- oder Allgemeinwissen bei der Herstellung von Lebensmitteln verfügt, so z.B. das Allgemeinwissen, das nur Weizen und Roggen Brotgetreide sind. Aus allen anderen Getreidesorten kann man Knäckebrot oder Fladenbrot backen, aber nicht das was man sonst so unter Brot versteht. Demzufolge sind alle anderen Bezeichnungen mehr oder weniger Phantasienamen und anderen Getreidesorten sind nur in kleiner Menge dem Teig zugebbar ohne die Backeigenschaften zu beeinträchtigen. In unserem Kulturkreis wird Wurst vornehmlich aus Schweinefleisch hergestellt. Wenn Kalbsfleisch oder Rindfleisch bzw. in neuerer Zeit auch Putenfleisch eingesetzt wird, so stammt zumindest der Speck oder eventuell das Bindegewebe vom Schwein, weil die anderen Fleischsorten das nur in geringem Maße aufweisen. Sonst bekommt man nicht eine Wurst wie der Verbraucher sie gewohnt ist hin, sie wäre sonst zu hart und ohne Fett wahrscheinlich auch zu rau auf der Zunge und zu intensiv im Fleischgeschmack.

Mehr und mehr habe ich das Gefühl das als Folge der PISA-Republik viel Allgemeinwissen verschütt geht und in dem inzwischen etablierten Anspruchsdenken oder eben induziert durch Sendungen, modertiert von Redakteuren ebenfalls ohne Allgemeinbildung, kommt diese Vorstellung, alles wäre ein Beschiss oder müsste ganz haarklein erklärt werden. Das sind aber dieselben Leute die sich über unübersichtliche und voll beschriftete Zutatenverzeichnisse beschweren. Was mich dabei ärgert ist, das bei allen diesen Sendungen niemand über den Preis spricht. Bei Extra war nun auch Rach beteiligt, bekannt von der Serie als Restauranttester. Jemand der selbst sagt, dass in einem Gericht für 10 Euro nur Soße aus der Packung und kein Fond drin sein kann. Und das ist der Kernpunkt: Wer einen Jogurt für 29 ct kaufen will, kann nicht erwarten, dass 10% Fruchtanteil ohne Aromen drin ist. Oder er soll sich mal frische Früchte, Jogurt und Zucker kaufen und mal aufschreiben was das kostet. Wie bei allen Dingen muss ich den Verstand einschalten. Bei uns Lebensmittelchemikern heißt das "berechtigte Verbrauchererwartung". Auf deutsch: Mann kann nur das erwarten was man auch bezahlen kann.

2.3.2011: Gutti Nachlese

Noch eine Nachlese zu Gutti, der ja nun zurückgetreten ist. Insgesamt blieb doch ein schaler Beigeschmack, denn eingesehen hat er nichts. Kein Eingeständnis von Schuld obwohl man inzwischen ja mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen kann dass seine ganze Doktorarbeit zusammenkopiert ist. Warum auch? Von jemand der von sich schreibt " „[Ich] habe vor dem Eintritt in die Politik in der freien Wirtschaft gearbeitet, war dort tätig, habe dort Verantwortung im eigenen Familienunternehmen getragen.“ und damit ein Unternehmen mit 20.000 Mark Jahresumsatz und "zirka" drei Mitarbeitern meint oder von Autorentätigkeit und Auslandsaufenthalten spricht und damit Praktika und Hospiztätigkeiten meint und dann nachdem er sein erstes Staatsexamen mit einem "befriedigend" abschloss, schon soweit protegiert wurde, dass er trotzdem eine Doktorarbeit machen dürfte und die dann wohl auch kaum geprüft oder vielleicht bewusst nicht geprüft wurde, der meint wohl mit Schwindeleien alles zu erreichen, man muss nur die Bildzeitung hinter sich haben, die ja auch Ratschläge für die Politik gibt.

Und wenn man dann der Liebling der Massen ist und die Kanzlerin dann noch von einem sagt: "Ich habe keinen wissenschaftlichen Assistenten oder einen Promovierenden oder einen Inhaber einer Doktorarbeit berufen, sondern mir geht es um die Arbeit als Bundesverteidigungsminister. Die erfüllt er hervorragend, und das ist das, was für mich zählt.“, dann hat man es doch geschafft? Wenn kann so jemand stürzen? Das Bildungsbürgertum und das Internet. Die kleine Minderheit die trotz intensiver Bemühung zahlreicher Regierungen noch nicht verdummt ist hat aufbegehrt. Und anders als man bei Familie Guttenberg vermutet, ist das Internet primär nicht dazu da, damit Pädophile nach Opfern suchen, sondern, dass Leute Informationen austauschen und zusammen die Arbeit auf kopierte Textstellen untersuchen - zack entdeckt man, dass die Arbeit zu 83% aus Plagiaten besteht...

Was erschreckend ist: Das ist wie lange es gedauert hat, fast zwei Wochen seit den ersten Vorwürfen. Meinte Guttenberg denn wirklich damit durchzukommen? Im Zeitalter des Internets? Dann noch diese unwürdige Salamitaktik, die noch nie irgend einem Politiker genützt hat. Viel schlimmer ist aber, dass ihn andere noch deckten, als schon klar war, dass es sich nicht um ein paar Stellen handelt, sondern ein Großteil der Arbeit zusammenkopiert ist. Vor allem der obige Satz der Kanzlerin ist für mich exemplarisch: Denn es geht um die Glaubwürdigkeit eines Ministers. Wenn jemand sich einen Doktortitel erschwindelt hat, seinen Lebenslauf "gepimpt" um darüber hinwegzutäuschen, dass er bisher in seinem Leben studiert hat, mit ach krach sein erstes (von zwwei Staatsexamen) bestanden hat und dann sich nicht mehr die Mühe macht das zweite abzuschließen, sondern beschloss nun Berufspolitiker zu werden, ohne über Lebenserfahrung aus einer beruflichen Tätigkeit aufweisen zu können, vor allem wenn man selbst die Homepage titelt: "Verantwortung verpflichtet". Verantwortung zu seinen Fehlern zu stehen? Verantwortung die Wahrheit zu sagen und nicht die Öffentlichkeit anzulügen?

Es ist beschämend, dass dieser Mann so lange gedeckt wurde und bis heute offensichtlich gedeckt wird - denn das der Rücktritt berechtigt war und gute Gründe hatte, das war ja auch heute nicht Merkel zu entlocken. Es ist die Arroganz einer machtkorrumpierten Regierung, die sich von moralischen Maßstäben wie Integrität, Anstand, Ehrlichkeit längst gelöst hat.

Die Regierung lügt uns ja fortwährend an bzw. die Medien die auch gerne die frohe Botschaft verkündigen. So heute: Es gäbe einen Fachkräftemangel weil die Arbeitslosigkeit gesunken ist. Okay, in der Jobbörse stehen heute 3.514.623 Stellengesuche, 724.956 Stellenangebote und 225.081 Ausbildungsstellen, also rund viermal so viele Arbeitslose wie offene Stellen - Fachkräftemangel? Wie bezeichnet ihr denn den Zustand wenn es nur noch doppelt so viele Arbeitslose wie offene Stellen gibt? Als Überbeschäftigung? Dabei sind das ja nicht alle die arbeitslos sind, sondern nur die als arbeitslos gemeldeten, aber nicht die in Weiterbildungsmaßnahmen, die in 1 Euro Jobs, die im Vorruhestand und die die zwar nach Arbeit suchen, aber nicht bei der Agentur gemeldet sind, weil sie keine Gelder mehr bekommen und dort nur in regelmäßigen Abständen antanzen.

Aber die Medien greifen es gerne auf - klingt ja nach supertoller Nachricht: es mangelt an Arbeitskräften. Dumm nur das durch dummes Gerede keine Stellen geschaffen werden.

Donnerstag 3.3.2011: Neue Runde bei der Model-Domina

Nun steht ja wieder die nächste Runde von Germanys Next Topmodel. Ich habe die Serie erst 2009 wahrgenommen, aber da sie nun von Anfang an in Sixx wiederholt wurde. So im Zeitraffer von 5 Jahren wird die Entwicklung der Serie recht deutlich:

Heidi Klum nimmt ein immer distanzierteres Verhältnis zu ihren "Models" ein. Dürften diese sie bei der ersten Staffel noch zu einer Modeschau begleiten, wo sie selbst auftrat oder aß sie mit denen und diskutierte, so taucht sie nun nur noch zu einer Challenge oder dem Laufsteg der am Ende jeder Folge steht.

Stattdessen nimmt die Werbung in den Staffeln eine immer größere Rolle ein. Das geht mit dem Hauptsponsor los, der bei jeder Folge mehrmals genannt wird - so 15 Folge je 20 s sind dann schon billiger als die Aufträge, die dass Modell dann bekommt. Dann wird in den Folgen Schleichwerbung gemacht indem die Models für Aufträge gecastet werden und die Entstehung der Spots gezeigt wird, die dann "rein zufällig" in den Werbepausen oder direkt danach kommen (da die Show etwa 3 Monate zeitverschoben gesendet wird ist das leicht möglich). Nach den Werbepausen folgt dann noch ein Beauty-Studio mit den Modells als Dauerwerbesendung. Dann kommt noch die Promotion für allgemein völlig unbekannte Designer die aber Heidi Klum persönlich kennt. Bei manchen ist es echt peinlich, so kann ich mich an einen erinnern, der gerade mal einen kleinen Laden von der Größe einer Boutique hatte. Weltbekannte Designer aus der Garage? Klappt ja zumindest im Computerbusiness.

Was noch kommen wird sind noch mehr Show-Elemente die uns als lebenswichtig für die Ausbildung zum Model verkauft werden. Das geht los mit dem obligatorischen Shot mit wilden Tieren wund wurde erweitert um Aufnahmen unter Wasser, und Aufnahmen nachdem man sich im Schlamm gewälzt hat (wann kommen die Schlamm-Catch Szenen?), oder mit dem Laufstegtrainer Hose und seinen komischen Vorstellungen von Training- Und sicher gibt es auch eine Folge wo die Mädels sich ausheulen müssen um "Emotionen zu zeigen".

Auch das Rausschmeißen wird planmäßig verlaufen. Es fliegen zuerst die ganz stillen, die sich vor der Kameras nicht negativ über ihre Konkurrenten auslassen wollen oder gar nichts sagen. Außer sie sind von Anfang an erfolgreich. Dann folgen die Aufmüpfigen, die es wagen Model-Domina Heidi zu kritisieren. Denn Wiederspruch verträgt sie nicht. Wer in der Jury auch zu sehr auffällt oder eine eigene Show bekommt, fliegt ebenso raus. So werden die Jurys immer farbloser und austauschbar und eine Ansammlung von Ja-Sagern und Wadenbeisern. Mindestens ein Lästermaul oder sonst wie auffälliges Mädchen bleibt relativ lange bis kurz vor dem Finale drin, sonst wird es ja langweilig. Gewinnen tut in jedem Falle ein unauffälliges, angepasstes, Heidi Klum in keiner Weise hinterfragendes Mädchen. eben die persönliche Sklavin von Heidi Klum, die sie bedingungslos anhimmelt und in den Himmel lobt.

Was vermittelt diese Show der Jugend? Warum kommen, obwohl man ja nun weis wie sie läuft und das auch die Siegerinnen, (geschweige denn die schlechter platzierten) durchaus keine Topmodells werden noch so viele Mädchen und junge Frauen zu den Castings? Warum lässt das Alice Schwarzer so kalt? Schließlich ist das Frauenbild das die Show vermittelt - um erfolgreich zu sein, müssen die Kandidatinnen schließlich stumm alle Vorwürfe über sich ergehen lassen, eigene Gedanken oder Kreativität sind niccht gefragt, stattdessen Duckmäusertum. Also wenn diese Show ein Mann machen würde, dann wäre der Sturm der Entrüstung groß und man würde ihm vorwerfen ein Frauenbild das in den Fünfziger Jahren noch üblich war zu propagieren. Aber als Vorzeige-frau ist Heidi Klum ja immun gegen so was und dann halten sich selbst Kampflesben wie Alice Schwarzer, die bei Männern ("Kachelmann Prozess") so schnell mit Vorverurteilungen ist sich zurück.

Freitag 4.3.2011: Rap und Rapper

Ich befülle ja immer wieder gerne meinen MP3 Player. Meist weil es einfacher ist nicht mit individuellen Playlisten, sondern den "Best of" Alben. Und da fiel mir was auf - wo ich nämlich sofort weiterspule. Das eine sind Zusammenschnitte der Hits und das zweite - inzwischen fast überall zu finden - Rap Versionen. Egal ob No Doubt, Shakira oder sogar Carlos Santana. Überall muss eine Rap Version rein, das heißt dann meistens so "Shakira ft xzy". Ich kann Rap nicht leiden.

Rap ist für mich keine Musik, okay wenn man es genau nimmt ist es ja keine Musik, denn die Beispiele die ich ja höre, denken die sich ja nicht neue Musik aus, sondern rappen zu schon existierender Musik, die es nachweislich schon in die Charts ohne die Rapper geschafft hat (ob es auch andersrum klappt?). Zumindest nicht in den letzten Jahrzehnten. Als Rap noch neu war konnten neue Kompositionen wie "Rappers delight" oder "The Message" von Grandmaster Flash es in die Charts schaffen und das war auch noch nicht so extremer Sprechgesang.

Aber es ist auch kein Gesang sondern na ja so was wie Sprechgesang. Rap hat ein so niedriges Niveau, dass sich jeder aufgerufen fühlt ein Rapper zu sein. Als ich noch jung war hieß es immer "Wer nichts wird, der wird Wirt". Wie uns Christian Rach zeigt, läuft die Gastronomiebranche nicht mehr so gut (obwohl Frau Katzenberger noch ein gutes Beispiel für den Spruch ist). So muss man heute wohl sagen: Wer nichts kann wird Rapper. Das wurde mir klar, als Sarah K. Ex-GNTM Kandidatin im Dschungelkamp dort versuchte sich als Rapper zu etablieren - und das obwohl sie nicht mal richtig englisch kann (aber auch sonst nichts, wie das Kamp so zeigte). Mehr als ein paar Reime zusammenzukloppen ist es nicht. Vor allem macht es die Musik uniform und deckt die Melodie sonst schöner Lieder zu.

Als nächstes gibt es auch beim Aussehen eine gewisse Uniformität. Wie sehen 50% aller Rapper aus? Sie sind schwarz, tragen entweder Zuhälterklamotten mit protzigem Goldschmuck oder viel zu große Freizeitbekleidung. Immer dazu gehört eine dunkel getönte Brille damit man die Augen nicht sehen kann. Und wenn man dann noch noch mit den Armen wild gestikulieren und einige obszöne Gesten machen kann, dann kann man auch gleich ein Musikvideo drehen. Wichtig ist dabei den Rapper mit einem Weitwinkelobjektiv ganz nahe an den Kopf zu kommen, damit dieser zum einen breit aussieht und das Herumfuchteln vor der Kamera auch eindrucksvoll wirkt. Ist vorgeschrieben dass man als Rapper bescheuert aussehen, sich schlecht benehmen (wegen des Images als "Gangster-Rapper") oder alle Texte beleidigend sein müssen? (außerdem muss "Mother", "fuck" und die Kombination beider Worte mindestens einmal in jeder Strophe vorkommen). Es muss wohl so sein dass die Interpreten genauso wie die Musik austauschbar sein müssen. Und warum Leute die nie im Gefängnis waren und nur die Fans um ihr Ersparnis betrügen sich Gangster Rapper nennen werde ich wohl auch nicht verstehen.

Ach ja und es gehört entweder ein "DJ" oder "MC" noch vor den Namen. Ich warte ja immer noch darauf wenn man den niedrigen Musikanspruch des Rapps mit dem niedrigen Unterhaltungsanspruch von Castingshows verbindet und es so was gibt wie "Deutschland sucht den Super-Rapper". Solange mein Wunsch an alle ernsthaften Interpreten: Lasst eure Leider nicht von diesen Sumpf der Musikszene kaputt machen....

Vielleicht sollte ich mal eine Serie machen mit dem Titel "die schlechtesten Musikrichtungen"...

Sonntag 6.3.2010: Raumfahrtmythen: Explodierende Feststoffbooster

Es gibt Mythen, die werden immer wieder nachgeplappert, Leute die es wissen gibt es ja wenige, Leute die alles besser wissen dagegen viele. Heute geht es mal um die Explosionsgefahr bei Trägerraketen im Allgemeinen und Feststofftriebwerken im Besonderen.

Kommen wir erst einmal zu dem was eine Explosion ausmacht und was der Unterschied zu einer Verbrennung ist. Das geht auch mit ganz normalem Heizöl oder Benzin. Wird es entzündet, so verbrennt es. Dabei brennt die Kontaktfläche und die Verbrennung ist limitiert durch den an der Kontaktfläche vorhandenen Luftsauerstoff. Will man, wie das einem ja immer die Fernsehserien suggerieren, eine Explosion haben (z.B. bei Autounfällen), dann klappt das nicht. Sie können ja gerne ihr Auto mal zu Experimentalzwecken schrotten, Vielleicht können sie auch ausgelaufenes Benzin entzünden, aber es wird nicht wie im Film explodieren.

Für eine Explosion muss der Verbrennungsträger (hier Benzin) mit dem Oxidator (hier Luftsauerstoff) fein verteilt vermischt werden, sodass eine große Kontaktfläche resultiert. Erst dann darf eine Zündung erfolgen. Selbst wenn sie einen Benzinkanister sprengen bekommen sie nur einen Teileffekt, weil die Entzündung zu rasch nach dem Verstäuben kommt, doch das Militär soll an Implosionsbomben arbeiten, die darauf beruhen, dass ein Verbrennungsträger durch eine erste Sprengladung fein verteilt und dann eine zweite Ladung entzündet wird. Die Wirkung beruht auf der Verbrennung und sofortigem Verbrauch des Luftsauerstoffs und dadurch dem entstehenden Unterdruck.

Dehnt man diese Erkenntnisse nun auf die Raumfahrt aus. So können bestimmte Treibstoffarten leicht explosive Gemische bilden, so LOX/Kerosin und LOX/LH2. Damit dies möglich ist müssten beide Treibstofftanks beschädigt werden und soe die Treibstoffe ein explosives Gemisch bilden. Das ist insbesondere bei kryogenen Treibstoffen erleichtert, weil diese nicht nur durch den Innendruck aus den Tanks herausgepresst werden, sondern auch schnell verdampfen. Tritt nur eine Treibstoffkomponente aus, so kommt es nur zu einer Verbrennung. So bildete sich bei der Challenger schon 15 s vor der Explosion eine Stichflamme die vom Wasserstofftank ausging. Zur Explosion kam es erst als der zurückscherende SRB, der in der Zwischenzeit eine Abtrennung verloren hatte, gegen den Tank stieß und den Zwischentankbereich aufriss, wobei der nun massive auftretende Wasserstoff und Sauerstoff sich vermischten und durch die Flammen der Triebwerke entzündeten.

Kann nun alles explodieren?

Äh nein. Gerade die absolut unbeliebten Treibstoffmischungen können nicht explodieren. Da sind zum einen hypergole Mischungen also Hydrazine mit Salpetersäurederivaten. Da sie bei Kontakt sich entzünden, bildet sich sofort eine Flammenfront aus, die zwar ebenfalls heftig verbrennen kann, aber eine weitaus geringere Schockwelle aufweist und damit (wichtig für ein bemanntes Raumfahrzeug) ein geringeres Risiko der Beschädigung. Das führte dazu, dass man bei Gemini sich mit Schleudersitzen begnügte und keinen Fluchtturm einsetzte.

Noch sicherer sind feste Treibstoffe. Die Mischung aus Ammoniumperchlorat, Aluminium und einem Kunstharz verlöscht, wenn ein Mindestdruck unterschritten wird, der abhängig von der Zusammensetzung bei etwa 1-2 Bar liegt. Sie brennt nur an der Oberfläche, kann als fester, gummiartiger Stoff nicht fein verteilt werden. Eine explosive Mischung ist so nicht erreichbar. Es ist aber auch schwer sie zu löschen, denn bei einem Verbrennungsdruck von 40-80 bar muss eine Öffnung die den Innendruck sehr stark absinken lässt (damit die Verlöschungsgrenze erreicht wird) sehr groß sein, grob geschätzt, je nach Booster 20 mal größer als die Fläche der Düse am Düsenhals, dass wären bei den Ariane Boostern sicher eine Fläche von etwa 10 bis 20 m². Dagegen sind die Booster praktisch sofort verlöscht wenn man sie sprengt. Man kann das sehr gut bei zwei Unglücken sehen: Bei der Challenger Katastrophe flogen die SRB ungelenkt in Schlangenlinien weiter, als die Challenger schon in Trümmern zum Boden regnete. Sie wurden erst nach 110 s durch den Sicherheitsoffizier gesprengt. Beim Jungfernflug der Ariane 5 sprengte dagegen das Sicherheitssystem die Booster zusammen mit der EPC und man sieht keinerlei weiterfliegende Teile.

Überhaupt ist das Sicherheitssystem sehr wichtig. Denn es sprengt die Rakete wenn etwas passiert und zerlegt sie dabei in so viele Teile die hoffentlich weniger Schaden anrichten. Dabei werden natürlich auch die Tanks gesprengt und der Inhalt gut vermischt, sodass eine Sekundärexplosion ausgelöst wird durch die noch heißen Teile oder Triebwerke. Alleine 3,5 kg RDX Sprengstoff befinden sich dafür in jedem Ariane 5 Booster.

Alleine explodieren die Booster sicher nicht. Die Hüllen bestehen aus 8 mm dickem (Ariane-EAP) bis 12 mm dickem (Shuttle-SRB). Die Ariane 5 Booster sind geprüft mit dem 50% höheren Normaldruck. Dieser Verbrennungsdruck von typisch 60 bar ist abhängig von der Form des Treibsatzes, seiner Zusammensetzung und seiner Geometrie und der Größe der Düsenöffnung. Die ersten Faktoren werden bei der Produktion festgelegt und es it zumindest bei der Produktion der Ariane 5 Booster üblich eine Probe jeder Füllung zu verfeuern um festzustellen ob die Abbrandrate korrekt ist. Bleibt noch als Unsicherheit die Größe der Düsenöffnung. Sollten die Booster an den Verbindungen der Segmente undicht werden, so kann dies zwar katastrophale Wirkung auf die Steuerbarkeit der Rakete oder eine direkt daneben liegende Hauptstufe haben, aber sie explodieren nicht - im Gegenteil: der Druck sinkt ab. So bleibt nur ein Verstopfen der düse durch auskristallisiertes Aluminiumoxid, das eine Befürchtung war als man diese entwickelt hat. Es ist jedoch in über 40 Jahren nie dazu gekommen.

Was dagegen ausfallen kann und was wirklich problematisch ist sind Systeme zur Schubvektorsteuerung wie bewegliche Düsen oder Sekundäreinspritzung von Treibstoff.

Montag 7.3.2011: Nachlese Germanys Next Top Model

Ich versuche mich mal an einer Fernsehkritik, auch wenn sie etwas spät kommt, aber weil ich wegen der Werbung Privatfernsehen nie live ansehe und Freitags und Samstags viel zu tun hatte kommt die Kritik erst heute:

Aufmacher

Schon der Aufmacher protzt. Zuerst dachte ich ja "8:30 New York, die Sonne brennt ..." also die Schwarzkopfwerbung, aber es kam anders. Ob der Terminator-ähnliche Soundtrack gut fürs Renommee ist? Ich glaube eher nicht. Aber erst muss Heidi angebliche Topleute abholen, bei denen der eine sich in abgetragenen Shirts und Jeans kleidet und der andere bunt wie ein Papagei aussieht - okay, viel schlimmer kann es nicht mehr werden. Doch es wird schlimmer, dann kommt nämlich der Vorspann: Schlimm wie Heidi Klum geschminkt ist - ja als was? Grufti? Gothic? Keine Ahnung, sie sind auf jeden Fall 10 Jahre älter und ziemlich unbarmherzig aus - endlich mal passend zum Charakter

Die Jury

Keine zwei Staffeln haben die gleichen Jurys. Wer herausragt und eine eigene Show bekommt fliegt raus (wie Peyman Amin und Bruce Darnell) aber auch einfach so. Also wie es diesmal läuft, war schnell klar. Da ist Thomas Rath, schwuler Modedesigner mit Hang zu Papageienkostümen. und Thomas Hajo "Creativdirektor" - einer dieser tollen Aminamen für Leute ohne Ausbildung die es trotzdem geschafft haben. Sehr bald ist klar, dass die beiden das Spiel: "Guter Bulle - Böser Bulle" spielen. Einer lobt, einer macht nieder. Dann kann Heidi das Zünglein an der Waage spielen.

Es zeigt sich, dass nicht mal die beiden Jurymitglieder vor dem Spott der Macher gefeit sind, so wird beim Schwulen Thomas R. wenn er über "sexy" spricht nackte Männeroberkörper eingeblendet. Nun ja, seine Fähigkeiten als Modeschöpfer können nicht sehr ausgeprägt sein, wenn er bei einer durchschnittenen Leggins die Kandidatin fraget "Was hast denn Du mit deiner Hose gemacht?" und dann von Heidi korrigiert wird "Das trägt man heute"...

Übrigens der in dem Team mit dem höchsten Ausbildungsgrad ist Catwalk-Trainer und Clown Jorge Gonazales: Er hat einen Doktor in nuclear-Ökologie (kein Wunder dass er danach als Modell arbeiten musste ... ich dachte schon Biologie und Philosophie wären die typischen "später Arbeitslos" Studiengänge.

Das Format

Es ist noch klarer als bisher. Es geht nicht um die Suche nach Modells. Es geht darum Geschichten über die Kandidaten zu bringen. Sie in Schablonen zu pressen und sich über sie lustig zu machen. Es geht schon beim Start los: Heidi erklärt, das es darum geht einen Weltrekord zu brechen. 50 Mädchen laufen eine Stunde lang auf einem Laufband. Dann lässt sich Thomas R. darüber aus, dass viele Kandidatinnen schnell gelaufen sind anstatt einen Walk hinzulegen. Ja was denn sonst, wenn man einen Weltrekord brechen will? Umgekehrt hört eine nach 3,5 km auf, was ausreichen würde wenn alle 50 so viel laufen um den Rekord zu brechen (150 km) und die wird danach wegen ihrer "Attitüde" abgekanzelt und als aufsässig hingestellt. Also - egal wie sie es machen es ist falsch.

Andere Kandidatinnen werden als unbegabt, Tollpatschig dargestellt: bei einer Marie-Louise wird ihr Auftritt in die Breite gezogen mit komischen Geräuschen unterlegt und danach macht sich noch die Jury lustig. Schadenfreude auf niedrigstem Niveau. Am besten drückt es der Kommentar zu einer Kandidatin aus, die auf einem Bauernhof arbeitet: "Simone ist für das Modelbusiniess bestens gerüstet, schließlich ist sie mit Schweinen und Kühen großgeworden". Ja genau!

Dazu gehören auch die verrückten Challenges wie das Laufen in High-Heels auf dem Laufband, Cat-Walk im Schnee um Hindernispfosten und auf einer wackeligen Rampe über einem Schwimmbad. Was das mit dem Modell-Business zu tun hat? Nichts, aber darum geht es nicht, sondern nur um peinliche Momente zu erwischen.

Leider machen es aber auch einige Kandidatinnen leicht, indem sie zu viel reden. Eine hat schon nach der ersten Sendung den Ruf der Bitch weg. Wörtliches Zitat: Wenn es mit dem Top-Model nicht klappt, dann schlafe ich mich eben nach oben".

Also es wird extremer werden. Das kann man jetzt schon prophezeien. Mehr extreme Situationen die irgendwie aufs Modeln vorbereiten sollen, aber in Wirklichkeit doch nichts damit zu tun haben. Es wird noch längere Entscheidungen geben in denen Heidi Klum wie angewurzelt stehen bleibt und sagt "Nur eine wird Germanys next Topmodell werden. Nur eine darf meine Stiefel schlecken, nur eine darf Thomas H. einen blasen, nur eine darf die Rosa Fummel von Thomas R auftragen...." (1 Minute Pause) "Du... (2 Minuten herumreden um den heißen Brei) bist es leider nicht ..."

Warum es nicht wirklich geht ist das Modeln oder nur was ernstes: Eine der Kandidatinnen bekam Lymphknotenkrebs. Das wäre vielleicht wichtiger gewesen als alles andere was in der Show passierte und das ganze wurde in einigen Sekunden abgehandelt ... Echt traurig, echt blamabel.

Ich habe wie bei den letzten Folgen zwei Mädels die mir gut gefallen - das will aber nichts heißen, denn in den letzten beiden Folgen sind die gleich am Anfang oder in den ersten Folgen raus geflogen. Ich orientiere mich eher danach ob jemand Ausstrahlung hat oder sympathisch ist und nicht ob jemand superschön ist oder gerade gehen kann...

Dienstag 8.3.2011: Warum startet SpaceShip Two aus der Luft und ist dies eine Alternative für den Flug in den Orbit?

Nun kann man die Frage einfach beantworten. Weil die Vorteile überwiegen. Doch betrachten wir es genauer. Nehmen wir zuerst einmal eine suborbitale Mission als Vergleich:

Wir starten hier typischerweise eine Kapsel auf einer Rakete, die dann nach dem Suborbitalen "Hüpfer" geborgen wird. Das macht zum Einen zumindest eine minimale Startrampe nötig und ein evakuiertes Landegebiet, idealerweise im Meer. Ein Flugzeug das landen kann, und daher leichter wiederverwendet werden kann, ist zwar auch von einer Rakete startbar, doch unterscheidet sich die aerodynamische Belastung durch den Start am Boden. Während Spaceship Two bei Unterschallgeschwindigkeit in 15 km Höhe abgeworfen wird, erreicht eine Rakete die Überschallgeschwindigkeit schon in niedrigerer Höhe. Dadurch wird die Struktur, aber auch Formgebung anders, sein. Ob es unbedingt schwerer wird, muss eine genaue Betrachtung zeigen, weil andere Belastungen wie die durch das Raketentriebwerk oder bei dem Wiedereintritt natürlich auch eine Rolle spielen.

Ich denke dass der logistische Vorteil - kein Startplatz wird benötigt. Start jederzeit von einem Flugplatz aus - der Hauptvorteil ist. wer Tourismus wirklich anbieten will, der ist darauf hingewiesen, dass die Leute möglichst einfach in den Orbit kommen.

So nun zu den energetischen Vorteilen:

  1. Der Start in 15 km Höhe reduziert die Geschwindigkeit um 110 km Gipfelhöhe zu erreichen. Dies ist als einzige Größe exakt berechenbar, da es eine Differenz der potentiellen Energie im Gravitationsfeld ist. Die Differenz entspricht einem Energieunterschied von 137235 J/kg Masse oder in Geschwindigkeit umgerechnet: 1457 m/s zu 1.360 m/s, also rund 100 m/s weniger.
  2. Die aerodynamischen Verluste sind geringer. Dies ist sehr schwer abzuschätzen. Bei Raketen liegt je nach Anfangsgeschwindigkeit in einer Höhe von 15 km die Zone rund um den Max-Q, also der maximalen aerodynamischen Belastung. Die Rakete ist dann schon überschallschnell. Ein Shuttle hat z.B. hier schon eine Geschwindigkeit von rund 500 m/s. Danach sinken diese trotz steigender Geschwindigkeit rasch ab, da nun die Luft schnell dünner wird. Andererseits ist die Form von SpaceShip Two nicht mit einer Rakete zu vergleichen und sie würde bei senkrechtem Aufstieg erheblich höhere Widerstandswerte aufweisen. Durch die Flügel kann aber bei einem schrägen Aufstieg, wie er ja vorliegt sogar noch der Auftrieb durch die Flügelform in der unteren Atmosphäre genutzt werden. Dies scheint bei SpaceShip 2 der Fall zu sein, denn wenn sie in 30 km Höhe Brnnschluss hat dann ist sie nur 1.070 anstatt 1.360 m/s schnell wie es bei einem Start in 15 km Höhe nötig wäre. Nimmt man an, dass rund 50% des Luftwiederstands eingespart werden, so sind dies weitere 70 m/s weniger als ein Start vom Erdboden aus.
  3. geringere Gravitationsverluste: die niedrigere Brennzeit um die Endgeschwindigkeit zu erreichen (es werden ja 170 m/s weniger Endgeschwindigkeit benötigt) bedingt bei einer durchschnittlichen Beschleunigung von 3,5 g eine Reduktion der Gravitationsverluste um 50 m/s
  4. höherer spezifischer Impuls: Der Außendruck in 15 km Höhe liegt unter 150 mbar. Ein Antrieb, dessen Düsenmündungsdruck nun doppelt so hoch wie beim Erdboden liegt ist daher erheblich effektiver. Ich habe dies mal mit der angegebenen Treibstoffkombination Lachgas (N2O)/Kunststoff (CH2)n simuliert. Je nach Mischungsverhältnis liegt der spezifische Impuls um 320 bis 410 m/s höher und zwar um so besser je mehr man sich dem idealen Mischungsverhältnis nähert.

Zusammengefasst: Ein Lachgas Kunststoff antrieb mit 30 Bar Brennkammerdruck und einem spezifischen Impuls von 1850 m/s (2 Bar Düsenmündungsdruck) der 2236 m/s erreichen muss (vom Boden aus) benötigt einen Treibstoffanteil von 70,1% (das entspricht obigen Werten bei 3,5 g mittlerer Beschleunigung 1.457 m/s Geschwindigkeit in senkrechter Beschleunigung und 140 m/s Luftwiderstandsverluste).

Derselbe Antrieb, der in 15 km höhe startet und nur 2002 m/s erreichen muss und bei einem Düsenmündungsdruck von 0,3 Bar arbeitet (spezifischer Impuls 2.360 m/s) benötigt nur einen Treibstoffanteil von 57,2%. Das Gefährt kann also bei gleichem Startgewicht erheblich schwerer sein, eine größere Passagierkabine mitführen. Der Gewinn wird etwas kleiner sein, da der spezifische Impuls auch beim ersten Antrieb noch etwas ansteigt wenn die Rakete an Höhe gewinnt, aber der Vorteil ist offensichtlich. Der Gewinn wird um so höher je schlechter der Antrieb ist, also je kleiner der Brennkammerdruck ist. Leider fand ich außer der Treibstoffkombination hier keine konkreten Daten, sodass ich hier die FCEA Simulation der NASA mit theoretischen Werten genommen habe.

Es lohnt sich also definitiv für Spaceship one/two. Nun der Sprung zu einer Orbitalgeschwindigkeit

Der Gewinn bleibt, nur ist die Auswirkung kleiner. Eine Rakete muss insgesamt rund 9.000 bis 10.000 m/s erreichen um in einen Orbit einzuschwenken (abhängig vom Aufstiegsprofil und Raketentyp). Dann machen die rund 250 m/s Geschwindigkeitseinsparung fast nichts aus. Es sind nur noch 2% der Gesamtgeschwindigkeit anstatt 12%. Auch der höhere spezifische Impuls ist nur von geringer Bedeutung, weil zum einen dort leistungsfähigere Kombinationen eingesetzt werden mit geringerem Gewinn beim spezifischen Impuls und nur bei der ersten Stufe. Zudem gibt es heute Technologien die Düse während des Flugs zu verlängern und sich so dem Umgebungsdruck anzupassen, sodass der Start bei niedrigem Ausgangsdruck nur einen Gewinn für die rund ersten 50 s von typischerweise 500 s Antriebsphase bringt.

Demgegenüber steht, dass die Konstruktion mit Flügeln die Nutzlast erniedrigt, die bei Oribtalmissionen nur noch einige Prozent der Startmasse ausmacht, zudem muss dann noch wenn der Landeteil geflügelt ist auch ein Hitzeschutzschild mitgeführt werden. Vor allem gibt es aber nicht Flugzeuge, die eine Rakete die mehrere Hundert Tonnen wiegt (und so schwer sind die Raketen wenn man einige Tonnen in den Orbit befördern will). Es ist also keine Lösung für orbitale Flüge.


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