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Web Log Teil 219: 21.3.2011 - 26.3.2011

Sonntag den 20.3.2011: Die Senkung der Transportkosten - Teil 2

Kommen wir nun zu der Kostenfrage und hier wird es deutlich schwerer, weil schon die genaue Aufteilung der Kosten bei bekannten Trägern nicht bekannt ist. Ich versuche daher erst einmal die bekannten Ziffern zusammenzutragen und zwar am Beispiel der Ariane 5.

So kann man ungefähr folgende Kostenabschätzung machen:

Nun kann man eine Rechnung für ein wiederverwendbares Gefährt machen.

Ein Gefährt, das ich im ersten Teil skizziert habe, transportiert 4,7 t in einen GTO Orbit bei 450 t Startgewicht wenn es die Leermasse eines LFBB erreicht oder 195 t bei dem Voll/Leermasseverhältnis von Hopper. Es benötigt, wenn Vulcain 2 zum Start benutzt wurden mindestens 5-6 bzw. 2-3 Triebwerke. (die kleinere Zahl, wenn wie bei den LFBB schubgesteigerte Triebwerke verwendet werden).

Angenommen, man will zuerst nur mal die Ariane 5 Startkosten erreichen, so darf ein Start maximal 65 Millionen Euro kosten, weil ja nur 50% der Nutzlast transportiert wurde. Da die Oberstufe verloren geht, dazu noch die Nutzlastverkleidung und VEB, gehen davon mindestens 20 Millionen Euro für diese Komponenten ab. Das lässt noch 45 Millionen Euro übrig. Dann kommen die Startkosten. Nehmen wir an, sie betragen auch nur 50% der Ariane 5 Kosten, so sind das weitere 8 Millionen Euro. So bleiben noch 37 Millionen Euro für die erste wiederverwendbare Stufe.

Die Ariane 5 EPC kostet rund 69 Millionen Dollar, nun soll ein wiederverwendbares Gefährt mit bis zu dreifacher Masse für die Hälfte gebaut werden, dass mit erheblich mehr Triebwerken. Das wird schon eine Herausforderung, denn natürlich ist auch die Inspektion nicht für umsonst zu haben und Triebwerke können einige Male (bei den LFBB wird mit sieben Einsätzen gerechnet) verwendet werden und müssen dann auch ersetzt werden. Werden 5 Triebwerke eingesetzt so entfallen einfach aufgrund dieser Tatsache rund 10 Millionen Euro pro Start für den Ersatz der Triebwerke.

Dabei ist dies nur die Version die nicht billiger als Ariane 5 ist. Will man, was oft angekündigt wird, die Startkosten halbieren, so dürfte bei gleichbleibenden Fixkosten für Start und Oberstufe die Unterstufe nur noch 5 Millionen Dollar kosten. Das bedeutet, dass auch diese Fixkosten stark gesenkt werden müssen. Beim Start mag dies noch gut gelingen, denn es muss nicht mehr so viel zusammengebaut werden. Bei der Oberstufe ist es schwierig. Wie im ersten Teil erläutert, reduziert die Wahl einer festen Oberstufe die deutlich billiger wird auch die Nutzlast stark. Ich sehe hier folgende Möglichkeiten:

Die Oberstufe wird deutlich einfacher und billiger. Anstatt einem Triebwerk nach dem Vorbild des Expander Cycle ein druckgefördertes. Das ist einfacher aufgebaut und billiger, man verliert auch etwas Leistung. Das Problem ist dass diese Triebwerke nur niedrigen Schub aufweisen. Damit sind nur kleine Nutzlasten zu starten. Also keine optimale Möglichkeit

Man verwendet eine feste Oberstufe, aber erreicht nur einen LEO-Orbit. Von dort aus muss eine weitere Oberstufe übernehmen (zwei Oberstufen) oder mein Vorschlag ein Ionentriebwerk das einige Flüge durchführt und dann ersetzt wird oder noch besser aufgetankt werden kann.

Das zeigt eines: Es reicht nicht einfach eine Stufe wieder zu verwenden um die Transportkosten zu reduzieren. Damit dies bei einem wiederverwendbaren Gefährt effektiv klappt, muss es such möglich sein die Startkosten zu erniedrigen, die Fertigung der Oberstufe zu verbilligen und weil sehr viele Triebwerke benötigt werden müssen diese trotz Wiederverwendung deutlich billiger werden. Doch das wird natürlich auch konventionelle Träger verbilligen - und deswegen sollte man es schon heute angehen.

Montag 21.3.2011: Das Wörtchen "aber" und die Atompolitik

Das Thema für heute fiel mir eigentlich durch die "heute-show" auf, die einen Ausschnitt von Claudia Roth zeigte in der sie nach der Explosion des Fukoshima Reaktors das man nun erst mal an die vielen Opfer des Tsunamis denken müsste aber natürlich nun erneut die Atomkraft zur Disposition stehen würde.

Das hat natürlich Welke gleich aufgenommen. Mir fielen dann auch zahlreiche persönliche Erfahrungen ein, wo ich im Nachhinein besser gefahren wäre, ohne das "aber". Manchmal weis man es ja schon wenn man es ausspricht. Es ist ja was menschliches. Im täglichen Leben benutzt ich das "aber" meistens, wenn ich im ersten Halbsatz was zugeben muss, mich entschuldigen muss oder ähnliches oder etwas anderes unangenehmes sagen muss. Mit dem "aber" kommt dann die Rechtfertigung. Meistens fährt man besser wenn man erst mal sich entschuldigt, die negative Tatsache anerkennt und das erst mal im Raum stehen lässt und dann vielleicht bei Rückfragen oder nach einer Zeit wenn es sich gelegt hat vielleicht erklärt warum man sich so verhalten hat, jene Entscheidung getroffen etc.

Bei Politikern sieht es ja meistens anders aus. Die Roth ist ein typisches Beispiel: Negativ reden ist schlecht und vermittelt einen schlechten Eindruck, also wird meistens im ersten Halbsatz gelobt und im Anschluss zweiten Kritik daran gewürdigt. So in der Art "Das Atom-Moratorium der Regierung ist natürlich ein Schritt in die richtige Richtung, ABER eigentlich müssen die veralteten Reaktoren sofort vom Netz,".

Eigentlich könnte man das Wörtchen "aber" aus dem deutschen Wortschatz streichen. Wenn man etwas ausdiskutieren will und Contra Argumente hat, dann geht das auch mit den Worten "Andererseits" oder "Auf der Anderen Seite". Vielleicht denkt man dann auch mehr nach als beim kurzen Wörtchen "aber", das man so schnell ausgesprochen hat, obwohl die meisten Leute sowieso schneller denken als reden.

Das leitet mich zum heutigen Thema über: Die Atompolitik. Eigentlich ist es ganz einfach. Es gibt drei Möglichkeiten. Man ist für Atomkraft und hält die Deutschen Kernkraftwerke für die besten der Welt (An deutschen Kernkraftwerken kann die Welt genesen - warum eigentlich? Bei den Autos und Computern sind die Japaner ja auch nicht schlechter) - dann wird man die Meinung nicht ändern, nur weil wieder eines dieser Kernkraftwerke explodiert ist, und Tsunamis und Erdbeben der Stärke 9 gibt es bei uns auch nicht.

Dann kann man schon früher gegen Atomkraft sein und Fukoshima bestätigt diese Meinung und dann gibt es die, die ihre Meinung geändert haben. Vielleicht denken sie sich: "Ob wirklich die deutschen Atomkraftwerke so sicher sind? Japan ist ja auch nicht gerade ein Low-Tech Land.". Das ist legitim und billig, das man hinzu lernt. Ich habe auch ind er letzten Woche einiges neue über die so sicheren deutschen Atomkraftwerke gelernt. Wussten Sie z.B. das vier Reaktoren nicht mal den Absturz eines Sportflugzeuges überleben? Also da schätze ich die Gefahr eines Unfalls, insbesondere wenn wir in einer Welt mit Terrorismus leben, deutlich größer als 1 in 100.000 Jahren ein....

Was aber die Regierung gemacht hat, ist: Sie hat den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke für durchschnittlich 12 Jahre (unter Reduktion der Aufwendungen für die Reaktorsicherheit von 50 auf 8,5 Milliarden Euro) bei sieben Kraftwerken für 3 Monate ausgesetzt. Weder ist das Gesetz aufgehoben worden, noch sind diese sieben Meiler dauerhaft vom Netz. Man beruhigt die Öffentlichkeit vor drei Landtagswahlen und hofft das in drei Monaten das Thema vergessen ist. So wie Umfragen ergeben, scheinen das aber die meisten zu durchschauen und die Wahl in Sachsen-anhalt verlief ja auch für CDU und FDP nicht so toll und ich hoffe das nach 20 Jahren mal im Ländle auch eine Partei an die Regierung kommt, die ich gewählt habe. Derzeit steht es auf der Kippe.

Das ganze zeugt nicht von einer Änderung der Meinung und in der Tat zeigen die berühmten "aber" Sätze von Merkel & Co, dass sie immer noch der Meinung sind, unsere Atomkraftwerke wären die besten und sichersten der Welt. Nur: Wenn ich das meine, dann sollte ich auch dazu stehen. Vielleicht wird das vom Wähler je mehr honoriert als dieses populistische Nachgeben ohne Entscheidungen zu treffen die wirklich die von vor 4 Monaten unabänderlich widerrufen.

Es ist ja nicht das erste Mal, dass die Wackelpudding-Koalition ihr Fähnchen nach dem Wind dreht. Noch in der Luft ist ja die Guttenberg Affäre, Da hat ja auch noch nicht die Einsicht in der CDU und CSU sich breit gemacht. Da muss ein Jungstar zurücktreten weil (nach Ansicht von Merkel: die Opposition politische Hetze betreibt). Nein Merkel, weil er betrogen und dich geblendet hat und sich größere Teil der Bevölkerung gegen die Verteidigung dieses Fälschers und Lügners gewehrt haben. Aber ich bin überzeugt: viele in der CDU meinen nur man müsste etwas Grass wachsen lassen und dann könnte Gutti ja wieder kandidieren.

Ich hoffe mal das am Ende dieses Jahres,, bei dem ja noch ein paar Landtagswahlen anstehen die Wackelpudding Koalition geht. Ich glaube aber nicht daran. Merkel und Westerwelle kleben an ihren Ämtern. Sie mögen ihre Politik wechseln wie ein Chamäleon die Farben, aber sie haben nicht den Anstand ihr Amt zur Disposition zu stellen, wenn die Wähler ihnen bei anderen Wahlen sagen, dass sie nichts von ihnen halten. Selbst wenn die Mehrheit im Bundesrat fehlt - dann verhandelt man eben mit einzelnen Länderchefs und macht dort Subventionsgeschenken. So hat es schon Kohl gemacht.

Dienstag 22.3.2011: Sonnenbeobachtung

Da mir ein bisschen die Themen für Blogs ausgehen heute mal ein informativer Blog. Ich habe lange Jahre auch als Hobby-Astronom beobachtet. Und will heute mal einen Blog basierend auf meinen Erfahrungen machen.

Es geht um die Beobachtung der Sonne mit einem Teleskop. Das ist für Hobby Astronomen ein spezielles Gebiet, aber ein durchaus interessantes. Anders als die Beobachtung von Sternen ist es am Tag möglich. Schon alleine das ist für manche die berufstätig sind und nicht die Nacht durchwachen können oder wollen ein Argument. Ein zweites ist das sich die Sonne verändert und dies schon mit kleinen Fernrohren beobachtbar ist. Es gibt neue Sonnenflecken die kommen und vergehen (über Tage), Protuberanzen entstehen und vergehen im Bereich von Stunden und Flares entstehen innerhalb von Minuten.

Zuerst die Frage: Welches Teleskop eignet sich dafür? Nun diese ist einfach zu beantworten. Die Sonne ist sehr leichtstark und sie ist nicht sehr groß. Schon bei etwa 100 facher Vergrößerung füllt sie das Blickfeld gängiger Okulare aus. Dafür benötigt man kein großes Teleskop. Ein kleines Teleskop mit einer Öffnung von 60 bis 120 mm reicht aus. Größere bringen keinen Vorteil, machen eigentlich nur das Zubehör teurer. Bei der Sonnenbeobachtung haben sich langbrennweitige Linsenteleskope als am geeignetsten erwiesen. Zum einen bedeutet die lange Brennweite eine Reduktion der Lichtstärke, man kann sehr langbrennweitige Okulare für die Beobachtung einsetzen (sie haben große Feldlinsen und daher ist das Einblickverhalten vor allem am Tag bei Streulicht besser) und dies reduziert die Lichtstärke. Auch ist die Sonne selten so hoch am Himmel, dass sich der Einblick hinten als nachteilig erweist, wie dies bei der Beobachtung nahe des Zenits der Fall ist.

Aber es geht auch ein langbrennweitiger Newton Reflektor. Die Öffnung muss nicht groß sein, weil durch die am Tage turbulente Luft die Auflösung sowieso begrenzt ist und ein Hobbyastronom anders als Profis nicht die Möglichkeit durch deformierbare Spiegel diese computerunterstützt auszugleichen. Bei einem Newton reicht ein Gerät im Bereich von 76 bis 150 mm. Ebenso eignen sich die kleinen Makutsov oder Schmidt-Cassgerain Teleskope.

Was benötigt man an Zubehör? Das kommt an zuerst einmal gilt es die Sonne gefahrlos zu beobachten. Es gibt zwei Möglichkeiten.

Das eine sind Objektiv Sonnenfilter. Das ist entweder eingefasster Glasfilter mit stark getöntem Glas oder man bastelt ihn sich selbst aus einem Pappring und einer Folie wie sie auch für die Sonnenbrillen verwendet wird. Das kommt erheblich preiswerter. Die Funktion des Filters ist es nur 1/10000 bis 1/100000 der Strahlung der Sonne durchzulassen. Der niedrigere Wert ist gedacht für die Fotografie und der höhere für die Beobachtung. Ein Filter vor dem Objektiv oder dem Primärspiegel reduziert die einfallende Strahlung und erlaubt so eine gefahrlose Beobachtung. Problematisch ist allerdings, dass nun das Bild sehr leuchtschwach ist und man es ansieht, wenn es gerade draußen sehr hell ist. Zu empfehlen ist daher ein Blendschutz gegen die Sonne. Etwas unbequem, aber bewährt haben sich Kartons mit einer Öffnung für das Okular.

Die zweite Möglichkeit sind Sonnenprojektionsschirme. Das ist eine Scheibe die mit matter, weißer Farbe angestrichen wird und die mit einem Stab am Okularauszug befestigt wird. Auf die Scheibe wird das Bild der Sonne projiziert, dass dann gefahrlos betrachtet werden kann. Auch hier empfehlt sich eine Reduktion der Umgebungshelligkeit zur Erhöhung des Kontrastes. Der Nachteil eines Sonnenprojektionsschirmes ist, das so Fotografie nicht möglich ist und das projizierte Bild durch die diffuse "Mattscheibe" nicht so hochauflösend ist. Durch die Erhitzung der Okulare durch das konzentrierte Sonnenlicht sind hochwertige Okulare, die aus verschiedenen verkitteten Linsengruppen nicht einsetzbar. Der Kitt könnte Schaden nehmen oder die Linsen durch unterschiedliche thermische Ausdehnung beschädigt werden. So sind nur einfache Okulare mit schlechten Abbildungsleistungen und kleinen Gesichtsfeldern einsetzbar.

Was man auf keinen Fall einsetzen sollte sind die bei billigen Teleskopen mitgelieferten Okularfilter. Diese aus getöntem Glas erhitzen sich durch die Sammelwirkung sehr stark und können dann plötzlich brechen. Mir ist das einmal passiert und ich konnte gerade noch weggucken. Wenn man Pech hat bekommt man sonst die konzentrierte Strahlung ins Auge und erblindet. wer wissen will, wie viel Energie in der Sonne steckt sollte mal ein Teleskop auf die Sonne ausrichten. Einfach mal in den Strahl ein Stückchen Holz oder ein Blatt Papier halten und in 1-2 s brennt es....

Beide Möglichkeiten zeigen dann ein Bild in dieser Form. Sichtbar sind darauf die Sonnenflecken. Sie sind deutlich kühler und daher dunkler als die normale Oberfläche. Sie haben aber nichts gemein mit den tollen Aufnahmen aus dem All. Das liegt daran, dass zum einen diese in bestimmten Wellenlängenbereichen gewonnen wurden, die man von der Erde aus nicht sehen kann, und zum anderen oftmals nur in einer bestimmten Wellenlänge gewonnen wurde.

Das letztere ist auch für Amateure möglich. Die Sonne ist sehr heiß. Die Atome in der obersten Schicht nehmen dabei Energie auf, Elektronen springen dann auf höhere Bahnen und wieder zurück - sie geben, weil jede Bahn einem Energieniveau entspricht dabei Energie einer bestimmten Wellenlänge ab. Die am universell einsetzbare ist dabei die Wellenlänge H alpha, bei der ein Übergang des angeregten Wasserstoffs erfolgt. Filter die nur Licht dieser Wellenlänge durchlassen, zeigen daher viel mehr von der Sonne. Wie viel hängt von der Bandbreite ab. Da Licht neben der Wellenlänge den Kontrast senkt. Dieses Licht stammt nicht von der Wellenlänge des Übergangs. Filter mit hoher Bandbreite erlauben es, die Protuberanzen über der Sonne zu beobachten, da sich diese vom Schwarz des Weltraums abheben. Flares oder die Granulation der Oberfläche können nicht aufgelöst werden. Schmalbandigere Filter zeigen dann zuerst die Flares und zuletzt auch die Granulation der Oberfläche und wenn man sie beobachtet sieht man wie die Sonne wabbert.

Der Nachteil: H Alpha filter sind teuer. Sie kosten meistens mehr als ein Teleskop. Das liegt an der Forderung nach extrem schmalbandigen Filtern, die viel höher sind als bei den Lichtabsorptionsfiltern oder Kontrastfiltern die nachts eingesetzt werden sind.

Das letzte was man noch machen kann ist der Umbau seines Teleskops in einen Koronografen. Das geht nur mit Linsenteleskopen und ist der Versuch eine künstliche Sonnenfinsternis zu erzeugen. Die Vorgehensweise ist die, in den Strahlengang eine Blende einzuführen, welche die Sonnenscheibe abdeckt. Die leuchtschwache äußere Korona kann dann fotografiert werden. Die Blende muss angepasst werden, da die Sonne unterschiedlich groß je nach Erdabstand ist. Das ganze erfordert dann schon größere Erfahrung und die Korona ist nur bei guten Wetterbedingungen (absolut wolkenloser Himmel, da Streulicht schon in kleinem Maße stört) beobachtbar. Visuell wird man kaum was sehen, weil die Korona sehr leuchtschwach ist und so die Umgebungshelligkeit verhindert, dass man sie sieht. Fotografien sind möglich weil das Gehäuse lichtdicht abschließt. Weitere Filter und Blenden sollen das Bild verbessern. Trotzdem können die Bilder nicht mit denen einer Sonnenfinsternis konkurrieren. Die Zone direkt über der Sonne muss meist wegen der Lichtstreuung der Atmosphäre mit abgedeckt werden, sodass man keine Flares und nur hohe Prototuberanzen sieht. Ein professionelles Bild eines Großobservatoriums sieht dann so aus wie die Abbildung links.

Donnerstag 24.3.2011: Ehrlichkeit in der Politik

Wie sicher schon dem einen oder anderen aufgefallen, gefällt mir das eine oder andere nicht an der Politik. Nun kann man sicher anderer politischer Meinung sein, was die Programme der Parteien angeht. aber ich denke unabhängig von dieser Meinung gibt es etwas was jede Regierung aber auch jede Partei erwartet werden kann: das man sich an bestimmte moralische Standards hält und zwei ziemlich wichtige, sind Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit. Die Ereignisse in den letzten Wochen zeigen recht deutlich, dass hier einiges im argen ist.

Nehmen wir die Affäre Guttenberg. Da ist zum einen das Verhalten von ihm. Er hat ja alles abgeleugnet und selbst noch in seiner Rede beim Abtritt keinerlei eigenes Verschulden eingeräumt. Da gerade er als Plagiator wissen sollte, wie schnell man Arbeiten auf Versatzstücke anderer feststellen kann, ist das äußerst dumm gewesen. aber wahrscheinlich war er zu von sich selbst überzeugt und hat die Arbeit zusammenschreiben lassen. Aber es dreht sich nicht um ihn. Es dreht sich vielmehr um den Rest der Regierung, an der Spitze Merkel. Wenn diese sagt, sie hätte einen Verteidigungsminister und keinen wissenschaftlichen Assistenten ernannt, dann zeigt das welch verschobene Wertemaßstäbe sie hat. Denn Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sind sicher für jedes Amt wichtige Eigenschaften. Sie sind vielleicht noch wichtiger, weil man die Minister ja laufend auswechselt. Es werden also niemals Leute berufen, die eine gewisse Vorbildung für das Amt haben wie Generäle als Verteidigungsminister, Juristen als Justizminister oder Naturwissenschaftler für das Umweltministerium. Wenn sich Leute also nicht durch ihre berufliche Qualifikation für ein Amt eignen, so muss die Persönlichkeit stimmen.

Nun gab es ja noch einige in der Regierung, welche auf die Barrikaden gingen, was sicher auch eine Rolle für den Rücktritt spielte. Um so unverständlicher ist das danach Merkel erneut gegen die Opposition wetterte als "scheinheilig und verlogen". Auch das zeigt den Umgang mit Ehrlichkeit, denn was Guttenberg zum Verhängnis wurde, war ja nicht die Opposition, es war der Widerstand in der eigenen Partei und größerer Teile des akademischen Bürgertums.

Dann kam nun Fukoshima. Also vor vier Monaten erzählt uns unsere Regierung das Atomkraft sicher ist und man nicht vorzeitig aus ihr aussteigen kann, sondern sie benötigt wird, um die Klimaziele zu erreichen. Da ja schon damals in der Bevölkerung es genügend Stimmen gegen Atomkraft vor Fukoshima gab, war das eine ehrliche Position. Erstaunlich ist dann, wie die Meinung der Koalition plötzlich innerhalb von Tagen gekippt ist. Als es erste Anzeichen für gravierende Störungen in den japanischen Reaktoren gab, habe ich von der Regierung auch zuerst noch das uni-sono "unsere Kraftwerke sind sicher" gehört. Mit ein paar Explosionen und rapide sinkenden Meinungsumfragen dreht sich dann plötzlich das Fähnchen. Nun sollen die sieben ältesten Reaktoren sofort vom Netz (wäre das Gesetz nicht geändert worden, so wären es nur drei gewesen) und der Ausstieg aus dem Ausstieg soll "ausgesetzt" werden. Und nun soll ein Gremium wieder mal diskutieren. Was bitte diskutieren? Atomkraft wurde bei uns schon vor Jahrzehnten diskutiert. Es gab in den späten Siebzigern und frühen Achtzigern Demonstrationen gegen Whyl, Brockdorf und Kalkar. Nach Tschernobyl war politischer Konsens und Konsens in der Bevölkerung, dass wir keine neuen AKW bauen und den schnellen Brüter haben wir nicht fertiggestellt. 2002 dann der beschlossene endgültige Ausstieg, der ebenfalls von vielen befürwortetet wurde. Es gibt nichts zu debattieren. Gesellschaftlicher Konsens vor Fukoshima war schon dass wir keine Atomkraftwerke mehr haben wollen. Wenn das die Regierung noch diskutieren muss - warum tretet ihr nicht zurück, überlasst das Regieren anderen, und meldet euch wieder wenn ihr alles ausdiskutiert habt? Und nehmt euch mal wirklich eine längere Auspause um auch ein paar andere Dinge auszudiskutieren....

Was mich beindruckt hätte wäre Ehrlichkeit gewesen. So was in der Art "Ich war davon überzeugt, dass Atomkraft bei uns sicher ist. aber ich dachte das auch Japan als Hochtechnologieland sichere Kraftwerke hat. Ich glaube das nun nicht mehr und will nun doch den Ausstieg." Oder ein alternativer zweiter Satz: "Ich bin nach wie vor davon überzeugt, aber große Teile der Bevölkerung sehen nun nicht mehr die Atomkraft als sicher an und wir werden nun doch aussteigen". Ehrlich wäre wohl aber "Aber weil wir keine Wahlen verlieren wollen, setzten wir den Ausstieg für drei Monate aus, bis alle das vergessen haben". Aber so? Das ist ja nicht mal gut gelogen. Leute nicht mal das könnt ihr richtig.

Zuletzt nun Libyen. Also ich sehe einen Einsatz auch kritisch. Das Problem ist, dass die Aufständischen gegen eine modern ausgerüstete Armee mit schweren Waffen keine Chance haben. Egal ob es nun eine Flugverbotszone gibt oder nicht. Das würde den Einsatz von Bodentruppen bedeuten - und wer denkt da nicht sofort an die Entwicklung die Afghanistan und Irak genommen haben. Das will also niemand, nicht ,al Frankreich und die USA.

Ich bin daher auch dagegen sich bei einer solchen Aktion zu beteiligen, wobei ja was derzeit läuft nichts mit einer Flugverbotszone zu tun hat, wie sie der Irak über 10 Jahre hatte. Es sind Angriffe auf das Libysche Militär oder andere strategisch wichtige Einrichtungen. Nach allgemeinem Sprachgebrauch nennt man so was Krieg. Ich nehme an Gaddafi würde Göbbels Begriff "Terrorbomber" wohl vorziehen.

Aber es ist das eine, sich bei so etwas nicht aktiv zu beteiligen und eine andere sich bei der UN-Resolution zu enthalten. Von China und Brasilien erwartet ja auch keiner, dass sie nun Flugzeuge schicken und auch Deutschland hat keine Flugzeuge die Libyen erreichen können. Daher verstehe ich auch nicht den Entschluss der Regierung und ich vermisse auch hier eine ehrliche Antwort. Immerhin ist nun Deutschland ein besonderer Freund von Gaddafi - das kann nicht jeder von sich behaupten....

Freitag 25.3.2011: Die neuen deutschen Atomkraftwerke

Nachdem sich schon gestern Rainer Brüderle verplapperte, indem er das Atomoratorium als Wahlkampfmanöver bezeichnet, kommen nun mehr und mehr Details heraus, für welchen Preis die Industrie still hält. Deutschland wird neue Atomkraftwerke bauen! Das geht aus einem Sitzungsprotokoll von Merkel mit den Vorständen der deutschen Energieversorger vor.

Die Idee kam von Merkel: "Immer wenn ich unangenehme Entscheidungen zu treffen habe, schiebe ich die Akte ganz nach unten in den Stapel - da habe ich mich gefragt: Warum geht das nicht auch mit Atomkraftwerken?". Und so sehen die neuen Pläne aus: Während in den nächsten Jahren nach und nach bis 2025 die alten Reaktoren vom Netz gehen, werden neue gebaut. Aber nicht über der Erde, sondern darunter!

Die Atomkraftwerke werden in Stollen und Tunneln unter der Erde entstehen. Großes Potential sieht man in den ehemaligen Kohleabbaugebieten im Ruhrgebiet - sie sind tief genug und befinden sich auch nahe der Industrie im bevölkerungsreichsten Bundesland. Denkbar wären aber auch Tunnel in den Mittelgebirgen. Ehemalige Salzstöcke wie in Gorleben kommen wegen der Verwendung von Wasser als Kühlmittel nicht in Frage. Es ist aber auch möglich neue Stollen und Hohlräume dort zu bauen, wo man die Energie benötigt. Die Kammer kann mit Beton wasserdicht verkleidet werden. es wird noch überlegt ob nur der Reaktor oder das ganze Kernkraftwerk unterirdisch gebaut wird.

Merkel sieht nur Vorteile: "Was man nicht sieht, wird nicht wahrgenommen, es gibt keine Demonstrationen und wenn es Probleme gibt, dann besteht auch keine Gefahr für die Umwelt". So sei ein Gau wie in Fukoshima viel leichter handelbar: "Es ist recht einfach Wasser in einen Stollen von oben zu pumpen, wenn die Kühlung ausfällt und sollte es eine Kernschmelze geben, so sinkt das ganze noch weiter nach unten - sofern der Stollen unterhalb des Grundwasserspiegels liegt. besteht keine Gefahr für die Umwelt".

Auch für das Endlager hatte Merkel schon eine Idee: "Dafür bohren wir einfach ein paar weitere Stollen nebenan und lagern das Zeug da ein. Später betonieren wir die Eingänge einfach zu." Betonieren war überhaupt eine gute Idee: "Warum betonieren wir bei einem Super-Gau das ganze einfach von oben zu. Deckel drauf und gut is".

Die Vorstände von RWE, Vatenfall, eON und EnBW waren begeistert: "Man merkt, das Frau Merkel Physikerin ist. Eine solch geniale Idee habe ich noch nie von einem Politiker gehört. Das wird die Revolution für die Energieversorgung in Deutschland".  So ist die Energiezukunft gesichert. Damit steht auch der Strom für die unzähligen geplanten Elektroautos zur Verfügung. Vorerst ist der Bau von mindestens 20 neuen Atomkraftwerken geplant, abhängig vom Bedarf an Strom eventuell mehr.

Neu auf den Tisch ist auch das Thema des schnellen Brüters. Schließlich sind auch die Uranvorräte endlich. Auch hier bieten 1.000 m Gestein genügend Schutz für die Umwelt. Merkel sieht hier einen Zukunftsmarkl für Deutschland: "Wie werden nicht nur über die sichersten Kernkraftwerke weltweit verfügen. Wie können auch abgebrannte Brennstäbe gegen Bezahlung aufarbeiten oder neue für unsere Kraftwerke produzieren". Sie sieht sogar noch viel weitreichenende Möglichkeiten: "Bisher standen Kraftwerke weitab der Großstädte weil es massive Widerstände gegen die Technik gab. Nun können wir die Kraftwerke unterhalb der Metropolen bauen und Berlin, München, Dortmund und Hamburg nicht nur mit Strom, sondern auch Fernwärme versorgen. Das steigert die Effizienz und hilft unsere Klimaziele zu erreichen".

Merkels Resümee: "Ich freue mich wieder einmal einen großen Schritt in die Energieversorgung von Deutschland getan zu haben und gleichzeitig die Position der deutschen Industrie gestärkt zu haben.". Angesprochen von den Medien auf das Sitzungsprotokoll, bestritt Merkel allerdings jemals derartiges von sich gegeben zu haben.

Dienstag 22.3.2011: Selektive Wahrnehmung bei Science Fiction Filmen

Was mich immer wieder erstaunt, ist eine selektive Wahrnehmung bei Science Fiction Filmen. Obwohl ja alle Filme eine erfundene Handlung wiedergeben, mal einfach mal kompliziert bis zu einer konstruierten Geschichte, wie sie in einigen Jahrzehnten ja in der Star Trek Reihe aufgebaut wurde, glauben manche an die physikalische Umsetzung dessen.

Nun natürlich basieren einige Dinge in den Science Fiction Filmen auf physikalischen Prinzipien oder schon existierenden Technologien und Vorlagen. Manchmal ist das offensichtlich. So sehen Raumschiffe immer schnittig aus, obwohl das im Weltraum völlig unnötig ist (die ideale Form wäre da wohl der Borg-Kubus oder eine Kugel - maximales Innenvolumen pro Masse). Die beliebten Strahlenwaffen haben ihre Vorlage in dem schon Anfang der sechziger Jahre erfunden Laser und Projektile wie die Photonen Torpedos (die noch schneller als die Raumschiffe sind die ja mit Überlichtgeschwindigkeit fliegen)  kennt die Menschheit auch. Manchmal werden sogar Beschränkungen kopiert. So gab es bei Str Trek lange Zeit eine Beschränkung der Geschwindigkeit auf "Warp 10", obwohl es natürlich kein Gesetz gibt, das die Überlichtgeschwindigkeit beschränkt (wohl aber eines für die Unterlichtgeschwindigkeit).

Fantasie ist ja was schönes. Ohne sie wären Romane nicht denkbar und langweilig. Fantasie ist die Wurzel fast jedes Spielfilms. Mal mehr mal weniger.

Nur: Wie kommt man auf die Idee, bestimmte Teile wären in die Wirklichkeit übertragbar und andere nicht? Nun bin ich nicht Experte in Science Fiction Filmen. Ich kenne eigentlich nur die Classic Serie von Star Trek genau und die Star Wars Filme. Fangen wir mal mit dem an, wofür ich keine Physikausbildung brauche, um zu erkennen, was da irreal ist:

Es geht darum eine dramatische Handlung und da wird eben erfunden - eine Geschichte, angebliche Technik etc. In Star Wars ist das ja noch deutlicher:

In einem Universum wo fast jeder ein Raumschiff hat, es Waffen gibt, die ganze Planeten pulverisieren können, gibt es die "Jedi Ritter". Die kämpfen mit Lichtschwertern. Ah ja, echt logisch. Das ist so wie in manchen schlechten Filmen Samurai mit Schwertern gegen Maschinengewehre und Panzer losgehen und gewinnen. Aber Star Wars, das hat mal einer untersucht ist ja auch nicht ein Science Fiction Film, sondern gestrickt nach dem Vorbild von Heldensagen. Es finden sich viele mythische Elemente von dem unpersonifizierten Bösen (für das selbst Darth Vadar nur ein Handlanger ist) über seine Armee, bei denen man ebenfalls nie Gesichter sieht, über die Waffen die eher an Monster erinnern, wie diese Laufmaschinen im zweiten Teil Dazu dieser mythische Teil mit der Macht als geheimnisvoller semireligiöser Ersatz (nur wer an sie glaubt dem hilft sie)und so muss man sich nicht wirklich über Laserschwerter wundern. Das ist also ein Heldenmhytos, das zufällig in einer anderen Galaxis spielt.

Bei all dem, ist es erstaunlich das viele das glauben zumindest einige Elemente möglich sind, wie Reisen in der Galaxis fast ohne Zeitverlust oder das Beamen oder auch nur, dass die Menschheit sich direkt mal soweit einig ist, dass es wohl keine Nationalstaaten mehr gibt.

Dabei ist das ja noch harmlos. Viel weniger exotisches aus Spielfilmen wird ja nicht geglaubt: Glaubt jemand an die haarsträubenden Geschichten von James Bond mit den vielen Explosionen und Agenten mit der Lizenz zu töten?

Oder daran das man mit jedem Scheissdreck eine Waffe basteln kann wie bei Mac Gyver?

Das Basteln von Waffen kommt ja auch beim A-Team vor. Doch die Serie wird wohl der Waffenindustrie nicht gefallen: In rund 80 Folgen wird laufend mit automatischen Waffen vor allem Schnellfeuergewehren herumgeballert, Autos überschlagen sich und es wurde niemals auch nur einer tödlich getroffen - Leute rüstet doch mit den Waffen mal Libyens Armee oder die Taliban aus....

Man sollte auch bei Krimis kritisch sein. Also ich habe besonders bei der "Letzte Zeuge" drauf geachtet und da wird ja oft mit Gift oder sonst irgendwie durch Chemie im weiteren Sinn ermordet. Da stimmt auch vieles nicht.


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