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Web Log Teil 220: 28.3.2011 - 2.4.2011

Montag 28.3.2011: Computer machen alles langsam - ein neuer Beweis

Ich habe ja so eine Theorie: Die das Computer immer langsamer werden. Darauf bin nicht nur ich gekommen sondern auch Nikolaus Wirth, der geschrieben hat, das Software schneller langsamer wird als Hardware schneller. Heute geht es um was anderes, was wir aber den Computern zu verdanken haben: Der Langsambarkeit bei der Zusendung von Belegen. Im speziellen den Sachen die man für die Steuererklärung braucht.

Also ich komme drauf, weil ich gerade mal wieder zwei Belege bekommen habe, die ich für die Steuererklärung für das Jahr 2010 brauche. Das geht auch noch eine Weile so weiter bis Ende April. Da man die Steuererklärung zwei Monate später abgeben muss, ist das recht kurz, denn damit anfangen kann ich erst wenn ich alles habe. Noch lästiger ist, dass man durch das langsame Eintrudeln den Überblick verliert, was einem fehlt bis man dann anfängt und doch noch was findet wo man einen Beleg braucht.

Bei manchen Sachen frage ich mich, auch wo da die Logik ist. So von der Krankenkasse, die mir am 21.3 schreibt "die Daten werden zum 28.2 an das Finanzamt übermittelt" - also von der Zukunft redet und die Vergangenheit meint.

Dabei kann ich davon ausgehen, dass alle diese Belege mit dem Computer erstellt werden. Ich wage zu behaupten, dass alle Abrechnungen die Großrechner nach dem 31.12. so schnell erledigt haben, dass sie fertig sind bevor die ersten am 1.1. aus dem Bett kriechen. Das Ausdrucken dauert wahrscheinlich etwas länger. Schnelldrucker schaffen 120 Seiten pro Minute, wobei ich davon ausgehen kann dass die Commerzbank mehr als einen davon hat.

So gesehen frage ich mich, warum das so lange dauert. Da ich von Banken erheblich mehr Mitteilungen als nur die Steuerbescheinigung bekomme - über Zinsen oder Dividenden oder irgendwelche Mitteilungen oder Werbeprospekte nehme ich an, kann nicht der Grund sein, einen Druckstau zu verhindern. Das gleiche gilt für Arbeitsamt und Krankenkasse. Sicher wird man nicht alle Mitteilungen bis zum 10.1. bekommen, aber doch in den ersten zwei Monaten des Jahres.

Ich kann nur mutmaßen, dass es die Rücksicht auf die Post ist, oder vielleicht es auch Verträge gibt, dass man ein reduziertes Porto gibt wenn man bis zu x Briefe pro Tag auf den Weg bringt. So gesehen werde ich wohl nur eine Besserung sehen, wenn ich mich bei diesem elektronischen Brief anmelde - und das werde ich gewiss nicht tun, weil das im Prinzip bedeutet, dass ich alles ausdrucken kann, nachschauen muss was ich zugeschickt bekommen habe (neben x-Mails die ich nach einem Tag vergessen kann) und natürlich auch aufpassen muss, dass es nicht als SPAM interpretiert wird.

Manchmal sind aber auch Computer direkt am verspäteten Zustellen schuld: Letztes Jahr konnte ich die Steuererklärung erst im August machen und bekam schon eine Mahnung vom Finanzamt, weil die Commerzbank die neuen Steuerbescheinigungen nicht rechtzeitig auslieferte weil es irgendeine Neuerung gab (als ob die nicht schon vorher bekannt gewesen wäre).

Dabei ist es unnötig: Alle die Daten werden ja direkt auch elektronisch ans Finanzamt übermittelt. Es gibt hier einen Bruch: Einerseits sollen wir die Steuererklärung elektronisch anfertigen und von Hand nur noch wenn das nicht möglich ist. Andererseits sollen wir in die Elster Erklärung oder das Steuerprogramm alles nochmal eintippen was sowieso schon bei der Finanzverwaltung vorliegt und dann die Belege auch nochmal einsenden. Mein Vorschlag: Jeder der die Steuererklärung elektronisch macht meldet das dem Finanzamt. Die leiten das bei der Mitteilung von Daten weiter. Er bekommt dann keine Steuerbescheinigungen mehr zugeschickt. Bei ELSTER wird nach Eingabe der Steuernummer (die ja nun auch lebenslang und absolut einzigartig ist) ein Link aufgebaut und die vorliegenden Daten gleich eingetragen. Analog könnten Anbieter von Steuerprogrammen an die Daten kommen. Damit dies nicht jeder kann kann es mit Zertifikaten laufen, die der Anbieter haben muss.

Als Resultat lägen wohl alle Daten innerhalb von wenigen Tagen vor, man könnte früher an die Steuererklärung gehen, hätte weniger Arbeit und müsste auch weniger dem Finanzamt zuzusenden. Wir reden immer von der Möglichkeit Bürokratie, überflüssige Arbeit abzubauen und elektronisch zu kommunizieren - warum setzt man es also nicht um?

Dienstag 29.3.2011: Krieg? - ohne uns!

Das scheint das Resümee der Bundesregierung zu sein. Anders kann man die sehr komische Haltung ja nicht charakterisieren. Nun ja es sind Wahlen gewesen und die CDU hat ja aus dem Debakel 2002 gelernt, als Schröder unter anderem auch die Wahl gewonnen hat, weil er anders als CDU/FDP gegen den Irakkrieg war.

Nun ja. Hatten wir nicht mal ein Grundgesetz, das den Einsatz der Bundeswehr nur zur Landesverteidigung erlaubte? Damit sind wir 40 Jahre gut gefahren und seitdem haben wir die Diskussion um jeden Einsatz. Ich kann die Bedenken auch verstehen, denkt man daran was aus dem Irak und Afghanistan geworden ist. Schlussendlich sind daraus zwei Länder entstanden in denen kein Frieden herrscht.

Umgekehrt konnte die Bundeswehr schon vorher an UN Missionen teilnehmen - Missionen zur Friedenssicherung. Das betraf Regionen, in denen nach einem Bürgerkrieg die Situation noch nicht vollständig entspannt war oder ein Waffenstillstand überwacht werden sollte. Von Afghanistan und dem Irak unterscheidet sich das dahingehend, dass es kein Anschlussauftrag nach dem Einmarsch einer Supermacht mit einigen Verbündeten ist, sondern der Konflikt beendet ist und nun der brüchige Frieden gesichert werden muss.

Wenn man keine Toten Soldaten haben will, dann bleibt nur das übrig, obwohl es da auch schon vorher Tote gab, wenn UN-Truppen beschossen wurden oder ein Konflikt neu ausbrach.

Aber was wohl die Leute stört ist, dass kein Ende des Afghanistaneinsatzes abzusehen ist - nach 10 Jahren. Selbst der zweite Weltkrieg oder die sowjetische Besatzung von Afghanistan dauerte nicht so lang und im Irak sieht es auch nicht besser aus. Warum die Bundesregierung gegen die Beteiligung selbst bei der NATO Aktion ist, bleibt ihr Geheimnis. Vielleicht Wahlkampfüberlegungen - wir werden das in den nächsten Tagen sehen. Eventuell auch die nicht unberechtigte Befürchtung, es werden Bodentruppen notwendig sein, um den Aufständischen wirksam zu helfen - wahrscheinlich. Aber jetzt wo die NATO ja nur den Luftraum überwachen soll, also nicht wie die Koalition de Willigen (gegen die UN Resolution) auch Bodenangriffe fliegen soll, gäbe es eigentlich keinen Hindernisgrund.

Auch die NATO hat sich gewandelt - es war ja mal ein Verteidigungsbündnis. Nur wurde ja kein NATO Land von Libyen angegriffen. Immerhin nimmt sie die UN-Resolution ernst und benutzt sie nicht als Vorwand für den Privatfeldzug. Derzeit scheint ja wieder alles gut zu verlaufen. Wie schon von Afghanistan und dem Irak gewohnt reicht es aus, die Luft zu beherrschen um auch am Boden die Überhand zu gewinnen und die Rebellen stoßen wieder vor. Es ist erstaunlich, dass dies immer so funktioniert. Bei Afghanistan und dem Irak, ohne Luftwaffe, bzw. beim Irak auch geschwächt durch das Embargo war es kein Wunder, doch das Libyen die doch so viel Geld durch Erdöl eingenommen haben, keine schlagkräftige Luftwaffe haben wundert mich etwas. Bekommen die nur den letzten Schrott verkauft oder wollten die keine haben?

Trotzdem besteht natürlich die Gefahr dass sich so was ausweitet und dann jemand nach Bodentruppen ruft und zack hat man einen neuen Dauerkriegsschauplatz im nahen Osten. Oder jemand meint, man sollte auch den Syrern und den Jemeniten helfen. Vielleicht wäre es besser wenn die Regierung sich mal überlegt, welches die langfristige Rolle Deutschlands sein soll. Das Deutschland sich bei allen Aktionen beteiligt halte ich für nahezu ausgeschlossen - die Bundeswehr schrumpft ja laufend und sie hat nun nicht gerade die technische Ausrüstung für Kriseneinsätze auf der ganzen Welt. Vielleicht wäre eine Rückbesinnung auf die Verteidigung - nun eben weiter gefasst nicht nur auf die Grenzen sondern auch die Handelsrouten und Bereitstellung von Logistik bei anderen Einsätzen besser. Dafür könnte die Bundeswehr auch mehr mit einigen zusätzlichen Fregatten als Eurofightern oder A-400 Transportern anfangen.

Man muss sich auch nicht überall beteiligen. Japan beteiligt sich nicht bei Kriegseinsätzen. Das steht bei denen genauso in der Verfassung drin wie es bei uns mal drin stand. Und ich habe nicht gehört das Russland, China oder Indien. Länder mit viel größeren Armeen sich so sehr bei irgendwelchen Aktionen beteiligt haben, außer sie haben selbst Krieg geführt. Ansonsten sollte sich die Bundesregierung mal klar werden was sie will: Beteiligung bei kriegerischen Aktionen oder nicht. Da alle unsere Bundesregierungen es recht schwer haben "Nein" zu sagen wenn Onkel USA nett bittet, halte ich die erneute Grundgesetzänderung auf einen rein defensiven Charakter der BW für die beste Idee. Dann muss man sich nicht drumherumdrücken sondern kann darauf verweisen.

Mittwoch 30.3.2011: IM Merkel

Wie erst jetzt herausgekommen ist, gab es in den letzten Tagen der DDR einen allerletzten Plan. Nachdem schon feststand, dass die DDR von der BRD geschluckt wird, unternahm die sich schon in der Auflösung befindliche STASI einen letzten Versuch die BRD doch noch zum Fall zu bringen. Speziell ging es darum, sich an Kohl zu rächen, dem man die Mitschuld am Untergang der DDR zuschrieb.

Schon während der Wende versuchte die STASI in den neu gegründeten Parteien ihre "inoffiziellen Mitarbeiter" einzuschleusen. Doch alle wurden damals skandalträchtig nach Öffnung der STASI-Akten entdeckt. So gab es im Frühjahr 1990 eine neue Rekrutierungsalternative. Die STASI suchte nach neuen Gesichtern. Leuten die an der DDR hingen aber keine Parteimitglieder waren. Leute die glaubwürdig waren, aber eine weiße Weste hatten, keine STASI Mitarbeiter. Sie fanden einige, doch nur eine erreichte eine Position die sie befähigte den Plan durchzuziehen: es war Angela Merkel. ein Kind von Westdeutschen, die so überzeugt von der DDR waren, das sie von Hamburg in die Ostzone umsiedelten. Entsprechend wuchs sie auch in voller Überzeugung auf die DDR sei das Paradies auf Erden. Was ihr aber auch den Aufstieg ermöglichte war es, ihre eigenen Überzeugungen perfekt zu verstecken und ihr Fähnchen nach dem Wind zu hängen.

Angela Merkel sollte wie andere Maulwürfe in den westdeutschen Parteien Karriere machen, dort die schassen die 1990 an der Regierung waren und dann die CDU und FDP ins politische Nirwana schicken und wenn es geht auch noch die Bundesrepublik finanziell ruinieren.

Das alles wurde erst jetzt bekannt, als ein Vorabdruck der posthum erscheinenden Memoiren von Mielke veröffentlicht wurden. Mielke hatte in seinem Testament verfügt, dass sie 11 Jahre nach seinem Tod, also am 21.5.2011 erscheinen sollten. Offensichtlich rechnete er noch mit einem weiteren Aufstieg seines Schützlings der intern "IM Physikerin" genannt wurde.

Der 4-Stufenplan sah so aus:

Es sieht so aus, das dieser Plan voll aufgeht. Zuerst ist Merkel voll auf Kohls Linie, um schnell in immer höhere Ämter zu gelangen. Als Merkel an die Details über die Parteispenden von Kohl stieß, machte sie diese publik, bzw. spielte sie Journalisten zu. Damit wurde Kohl ausgeschaltet und sein Ruf ruiniert und ihr gelang es als Sauberfrau die Spitzenposition in der CDU zu erklimmen.

Nun galt es in die Regierungsverantwortung zu kommen um die beiden letzten Ziele umzusetzen. Der erste Anlauf führte in eine CDU/SPD Regierung. Schlau genug, durch einen fast gleichmächtigen Koaltionspartner in der Durchführung gehindert zu werden, versucht sie zuerst in dieser Regierung die SPD schlecht dastehen zu lassen, um dann alleine oder mit der FDP zu regieren. Auch nun ist sie wieder pragmatisch und hängt ihr Fähnchen nach dem Wind. Kaum an der Regierung mit der FDP beginnt sie mit der Ruinierung der BRD durch Kauf von ruinierten Banken, Milliarden für einen Eurorettungsschirm und eine massive Staatsverschuldung. Dazu kommen Entscheidungen, die teuer zu stehen kommen, wie erst die Atomkraftwerke länger am Netz zu lassen und dann sofort abzuschalten - sodass Schadensersatzforderungen sicher sind. Oder die Regierung gibt Milliarden aus um Prämien für Neuwagen zu finanzieren und damit eine Industrie die ihre besten Zeiten hinter sich hat zu subventionieren.

Vor allem aber gelingt es ihr hervorragend durch unpopuläre, kaum verständliche, willkürliche oder durchschaubare Entscheidungen die Wähler zu verprellen. Das wird sie noch so weiter fortsetzen, bis die CDU politisch bedeutungslos ist und für Jahrzehnte abgewirtschaftet hat. Sie hat es durch kluges Taktieren auch fertiggebracht die FSDP gleich mit zu ruinieren. Wer hat sich dafür eingesetzt, dass Westerwelle und Co in der FDP so weit nach oben steigen konnten? Wer hat sich gegen Widerstände in der CDU für eine Koalition mit dieser Wirtschaftslobbypartei eingesetzt? Wer hat jeden Bündnisgedanken mit den Grünen im Kim erstickt? Und wer hat das BDI Protokoll von Brüderle an die Süddeutsche geschickt?

Sie raten es: Es war IM Merkel. Wie wird es weitergehen? Nun der Plan ist (nach Mielkes Memoiren) nun die BRD in den wirtschaftlichen Ruin zu treiben. Was dann kommen wird scheint unglaublich, erklärt aber die wirtschaftliche Lage der DDR. Wie konnte ein Land mit einer voll arbeitenden Schwerwirtschaft, praktisch ohne Konsumwirtschaft, wirtschaftlich ruiniert sein? Nun weil alle Gewinne, alle Dividenden, eine Einkünfte beiseite geschafft wurden. Die STASI hat in einem geheimen Versteck insgesamt 100 Milliarden DM (Wert 1990) in Gold beiseite geschafft. Diese 100 Milliarden DM sind heute rund 250 Milliarden Euro wert und mit diesem Geld wird die STASI dann die bankrotte BRD aufkaufen und einen sozialistischen Staat gründen. Der erste Staatsvorsitzende? Es wird IM Physikern, Angela Merkel sein.

Donnerstag den 31.3.2011: Ein Märchen wie es die DLR liebt

Ich habe kürzlich in einem Briefwechsel beklagt, dass das DLR kaum Informationen über alte Missionen bietet und wir mir mein Partner versicherte, gilt das wohl auch intern. Irgenwie scheint eine ganze Menge an Informationen verschütt gegangen sein. Vielleicht ist das auch eine Ausrichtung: Die Website ist ja nun geprägt von Blogs, bunten Flyern mit Basisinformationen die nicht sehr in die Tiefe gehen und anstatt dessen wird jede kleine Neuigkeit seitenweise ausgebreitet. Umgekehrt richtet sich die Kritik des Presssesprechers gegen meine Website und Bücher das dort nur Wissen vermittelt wird.

Ich habe mir gedacht, ich muss doch mal den Wünschen des DLR nach Informationen ohne Fakten nachkommen. Daher ein Blog der anderen Art:

A day on the ISS

Wir baten den aktuellen Astronauten Peter Schmidt über seinen Arbeitsalltag zu scheiben. (Peter Schmidt ist Reserveleutnant der Luftwaffe, trägt eine Armbanduhr von Junghans, erhielt seine Astronautenausbildung im European Astronaut Center in Köln-Pforz und ist seit 5 Jahren Mitarbeiter des DLR).

"Schon nachts musste ich dreimal raus. Jedes Mal ging es darum die Kartusche im Materialforschungsexperiment zu wechseln. Ich hasse das. Eigentlich passen ja vier Kartuschen in den Versuchsbehälter, aber das Kontrollzentrum will das wir jede nach dem Durchlaufen des Ofens kontrollieren und eine neue einsetzen, weil mehrmals der Beförderungsmechanismus blockierte. Das verhindert recht zuverlässig, dass man durchschlafen kann.

Nach dem Frühstück war erst mal zwei Stunden Packen angesagt: Die letzten Versorgunggüter aus dem ATV mussten in das PMM umgeladen werden. Das war eine Menge Arbeit, weil wir jedes Packet erst durch zwei russische Module und dann durch drei amerikanische Module transportieren müssen. Insbesondere die kleinen Luken bei den russischen Modulen verhindern, dass wir ein ganzes Rack auf einmal transportieren können, obwohl das Zeug ja kein Gewicht mehr hat. Ehrlich gesagt frage ich mich bei jedem Ein/Ausladen, ob sich irgend jemand bei der Konzeption der ISS mal Gedanken gemacht hat wie viel Zeit wir nur brauchen alles von A nach B umzuladen. Ein guter Teil unserer Arbeitszeit geht dafür drauf. Immerhin legen pro Jahr rund 12-14 Transporter an die ISS an.

Das Mittagessen war wie immer recht geschmacklos. Um Gewicht zu sparen bekommen wir alles in dehydrierter Form und setzen destilliertes Wasser zu. So langsam verstehe ich warum einige russische Besatzungen auf der MIR nach einem halben Jahr anfingen zu rebellieren: Das Essen geht einem schnell auf den Geist. Gottseidank bleibt keiner von uns länger als 180 Tage an Bord. Länger ist das nicht auszuhalten. Frische Ware ist nach dem Ausmustern der Space Shuttles noch seltener dabei, weil der Transport zu teuer ist.

Nachmittags stand dann eine Aufzeichnung für die "Sendung für die Maus" an. Mit im ATV war auch eine Kuschelmaus, die wir Schweben und rotieren ließen und dazu einiges über die Schwerelosigkeit erklären. Diese P&R Aktionen werden immer häufiger und machen immer mehr Arbeit. Als unsere US-Kollegen beim letzten Mal zeigen sollten wie sich Waser zu Kugeln formt und das Lagereglungssystem der ISS gerade zu diesem Zeitpunkt aktiv wurde, landete das ganze Wasser auf der Wand und wir mussten fast eine Stunde lang das Destiny Labor trocken wischen. Das Herunterfahren und Hochfahren der Experimente, wegen der Kurzschlussgefahr dauerte noch länger. Doch Besserung ist nicht in Sicht: Im Gegenteil: Wir europäischen Astronauten haben viel häufiger Interviews mit Politikern oder Verantwortlichend er ESA oder nationalen Raumfahrtagenturen führen. Auch für nächste Woche ist wieder eines mit Merkel geplant. Das DLR hat mich schon vorgewarnt die Kanzlerin nicht zu korrigieren. Offensichtlich glaubt sie wirklich, dass die Weltraumfahrt den CD-Spieler möglich machte. Aber ohne P&R und Angeben fehlt der politische Rückhalt für die ISS. Meine kollegen haben mich schon vorgwarnt: zurück auf der Erde wird es auch nicht besser.

Insgesamt zwei Stunden habe ich heute Experimente abgelesen, bestückt, ein/ausgeschaltet oder Proben geborgen. Damit liege ich inzwischen schon 30% über dem Soll und nur 11% unter dem Rekord an der ISS. Ich hatte mir ja vorgenommen die Kosten pro Stunde Experimentierzeit auf unter 6 Millionen Dollar zu drücken. Das scheint zu klappen. Abends habe ich dann noch mit meiner Familie geskypt und einen Blogeintrag für die ESA verfasst. Damit ging erneut ein 10 Stunden Arbeitstag an Bord der ISS zu Ende und ich bin hundemüde in den Schlafsack zwischen dem ESR und DLR-Rack geschlüpft - dort habe ich meinen Schlafsack aufgebaut. Die von Kollegen vorgeschlagene Alternative die viel leiseren ATV zu benutzen habe ich auch überlegt, aber da ist der Weg zum Rack viel länger und sie wissen ja - man muss dreimal nachts raus um die Kartuschen zu wechseln....

Freitag 1.4.2011: Pioneer 10 meldet sich

Die NASA wird heute auf einer Pressekonferenz um 14:00 Ostküstenzeit Details des Kontakts mit Pioneer 10 vorstellen. Eine Zusammenfassung wurde schon vorab über die Maillingliste für Announcements verbreitet und diese sind in der Tat sehr mysteriös.

Die NASA verlor am 22.1.2003 den Kontakt mit Pioneer 10, als das Sendesignal zu schwach war um noch Daten zu extrahieren. Im letzten Juli empfing die 70 m Antenne von Goldstone bei einer Routineübertragung mit Cassini, die zu dieser Zeit im selben Raumsektor stand, Telemetrie von Pioneer 10. Obwohl die Übertragung mit Cassini eigentlich nur 6 Stunden dauern sollte, behielt die NASA den Kontakt über 14 Stunden auch mit den Antenne von Perth.

Das erstaunliche war, das nicht nur ein Signal empfangen wurde sondern es sehr deutlich war und sämtliche Telemetrie extrahiert werden konnte. Das alleine ist schon sensationell. Den Pioneer 10 hatte als der Kontakt verloren wurde zu wenig Strom, um den Sender mit genügend Leistung zu betreiben. Nun scheint die Sonde wieder über genügend Strom zu Verfügen: Nicht nur für die Sender sondern alle Systeme waren aktiv! Während der ganzen Zeit sank die Spannung nie unter 27,5 V (nominell 28 V), weit oberhalb des Pegels von 26 V der benötigt wird, und ab dem begonnen wird, Experimente abzuschalten.

Eine Erklärung dafür gibt es nicht. Bei dem normalen Absinken der Leistung der RTG sollten diese inzwischen zu wenig Leistung aufweisen, um auch nur ein System an Bord der Sonde zu betreiben. Eine Vermutung ist eine langsame Aufladung der Batterie durch die RTG, die periodisch dann genügend Leistung aufweist, um die Sonde wieder voll zu betreiben. Dieser Automatismus ist vorgesehen. Allerdings ist mit der Batterie, die ja auch altert, kein Betrieb über 14 Stunden möglich, sondern maximal (ohne Alterung) von 8 Stunden.

Besonders interessiert waren die Wissenschaftler an den Werten der Sonde. Diese waren verwirrend. Zum einen waren die Temperaturen innerhalb der Sonde weit zu hoch. Es wurden Temperaturen von 20 bis 25°C gemessen. Normal wäre eine starke Abkühlung auf unter -40°C gewesen. Die letzten gemessen Temperaturen vor Kontaktverlust im Jahr 2003 lagen bei -43°C nun wurden -57°C erwartet.

Das Teilchenexperiment maß in 14 Stunden kein einziges Teilchen. Normal wären 1000 Elektronen und rund 10-20 Protonen, Neutronen oder Heliumkerne gewesen. Es war zuletzt noch aktiv und lieferte Meßwerte. Eventuell ist es ausgefallen, das Gas aus dem Geigerzähler entwichen oder die Öffnung blockiert.

Umgekehrt maß das Magnetometer ein konstantes Magnetfeld von einer Stärke von einem Zehntel des Erdmagnetfeldes. Das ist ein noch größeres Rätsel. Ein so großes Magnetfeld erfordert einen großen Himmelskörper, in etwa von der Größe Merkurs, der noch dazu noch einen flüssigen Eisenkern aufweisen muss. Ein solcher Himmelskörper wird in dieser Region nahezu ausgeschlossen. Noch bedeutender: Es hat sich in den 14 Stunden kaum geändert, während die Sonde sich mit hoher Geschwindigkeit weiter bewegt. Diese Eigenschaft weisen eigentlich nur sehr ausgedehnte Magnetosphären wie die von Jupiter auf. Würde Pioneer 10 die Erde passieren, so würde die Feldstärke in 14 Stunden auf ein Hundertstel aufgrund des immer größeren Abstandes vom Erdkern zurückgehen.

Auch der Staubzähler war aktiv und lieferte noch verwirrendere Messungen. Pioneers Staubzählexperiment bestand aus Kammern, gefüllt mit einem elektrisch leitenden Gas. Ein Staubkorn verursacht beim Passieren einer dünnen Plastikfolie zuerst einen Impuls durch die erzeugten Ionen und dann einen Abfall der Leitfähigkeit durch das austretende Gas. Kline Partikel penetrieren die Oberflächen und führen zu langsamen Gasverlust und können so durch Abnahme der elektrischen Leitung als Summe bestimmt werden. 2003 waren nur noch die Hälfte der Kammern leitend, die anderen waren durch Staub durchlöchert und lieferten kein Signal mehr. Nun gab es auf allen Kanälen ein sauberes Signal, das noch stärker als vor dem Start war. Das kann nach Ansicht der Experimentatoren nur der Fall sein, wenn die Kammern erneut mit einem Gasgemisch gefüllt sind, das mindestens 40% eines dielektrisch leitenden Gases wie Wasserdampf, Ammoniak oder Kohlenwasserstoffe enthält.

Als am nächsten Tag auch die Bahnbestimmung vorlag ergab es einen neuen Befund. Pioneer 10 war zwar nahe der berechneten Position, aber nicht genau dort, wo man sie vermutete. Die Position war um 10 Millionen km falsch. Mehr noch: Anstatt sich weiter von der Sonne zu entfernen war die Sonde radiale Komponente der Geschwindigkeit nur gering, stattdessen wies sie eine Bewegung von 10 km/s quer zur Erde auf, was völlig unerklärlich ist.

Ich bin gespannt wie die NASA diese Tatsachen erklären will. Für mich sieht das so aus, als wäre die Sonde nun in einer rund 20 Grad warmen Umgebung mit einer Atmosphäre aus mindestens 40% Wasserdampf, Methan, Ammoniak oder Schwefelwasserstoff oder einem organischen Gas, in der Nähe eines größeren ferromagnetischen Metallteils welches auch Teilchen des Sonnenwindes abschirmt. Das hat wohl auch den Kurs verändert.

Was dahinter steckt, das zeigt wohl am besten wie der Kontakt verloren wurde. Als nach einigen Minuten klar war, dass das Signal von Pioneer 10 kam, sandte man den Befehl zur Sonde die Frequenz zu wechseln, um Störungen der Daten von Cassini zu vermindern. Die Sonde bestätigte nach 14 Stunden Signallaufzeit den Empfang, wechselte die Frequenz um wenige Minuten später abrupt den Betrieb einzustellen - seitdem hat man nichts mehr von Pioneer 10 mehr gehört. Ausfall? Kurzschluss? Oder wurde ja jemand ertappt und hat nun den Stecker gezogen?

Freitag 2.4.2010: Testbericht ALDI Cyco Alu-City Bike 71 cm/28"

ALDI Cyco City BikeDa ich mich nach Tests richte, die aber bei ALDI wegen der Aktionen meistens nicht voraus vorliegen, heute ein Testbericht über das Alu City Bike, das es ab nächster Woche bei ALDI gibt. Denn ich denke, es ist weitgehend zu dem identisch, das ich vor drei Jahren kaufte und erscheint auch jedes Jahr zur selben Zeit im Prospekt.

So kann ich einen Bericht über drei Jahre abliefern, anstatt einem kurzen Ausprobieren. Wichtig ist sicher, wofür man das Fahrrad einsetzt. Ich habe keinen Führerschein, also erledige ich "per Pedes" alle kurzen Strecken und alle Einkäufe. Zwei bis dreimal pro Woche gehe ich auch zum Sport in den Nachbarort. Ich komme so auf eine Fahrleistung von 25 bis 25 km pro Woche. Das ist sicher mehr, als die meisten in der Stadt zusammenradeln, aber deutlich weniger, als wenn man mit ihm zur Arbeit fährt oder auf dem Land ist. Vielleicht aber gerade für eine mittlere Nutzung repräsentativ.

Ich bin sogenannte City oder Hollandräder gewohnt, vor allem liegt mir an einer Rücktrittbremse, weil ich die von klein auf gewohnt bin. Da ich in den Wintermonaten auch noch mein altes Rad einsetze damit es nicht ganz so schnell durchrostet, kann ich auch recht gut vergleichen.

Verglichen mit meinem alten Rad, das zu DM-Zeiten 999 Mark im Fachhandel kostete, schlägt sich das ALDI Rad recht gut. Es ist leichter, wahrscheinlich durch den Aluminiumrahmen und ich komme auch leichter vorwärts, muss also weniger stark treten bzw., habe meistens einen Gang höher eingelegt. Mit den sieben Gängen komme ich hier auf den Fildern gut zurecht. Bei uns ist es durchaus hügelig, aber nicht wie im Gebirge. Steigungen von 5-10 % kommen auf dem Weg durchaus vor und sind ohne in den letzten Gang schalten zu müssen meisterbar. Die Gänge rasten nach drei Jahren ohne Inspektion auch noch sauber rein und schalten sofort.

Es ist das erste Fahrrad bei dem man tatsächlich die Endmontage und Einstellung nur mit dem mitgelieferten Inbus-Schlüssel (er ähnelt dem von IKEA) erledigen kann. Man braucht ihn eigentlich nur für den Lenker. Der Schnappverschluß für den Fahrradsattel machte in den ersten drei Monaten Probleme, als langsam wieder der Sattel sank und alle paar Wochen neu eingestellt werden musste, danach war Schluss damit. Wahrscheinlich war das Rohr anfangs zu glatt und hat nun etwas mehr Haftreibung.

Zu kritisieren habe ich nur vier Dinge. Das eine sind die Reifen. Es sind Reifen mit den normalen Ventilen. Ich tendiere zu denen mit Autoventilen, was auch zu der auch dieses Jahr zeitgleich angebotenen Fussluftpumpe passt. Meine Erfahrung mit normalen Ventilen ist, das die Fahrradluftpumpen irgendwann nicht mehr sauber abdichten und man eine neue kaufen muss. Bei den Adaptern für Fusspumpen ist es eine wackelige Angelegenheit. Sie fliegen oft beim Pumpen wieder ab. Daher finde ich die Autoventile viel praktischer, aber das ist Geschmackssache. Wer natürlich bei einer Panne flicken und neu aufpumpen muss, wird wohl die erste Alternative wählen. Nur gehe ich bei einem City Bike eben nicht von dem Einsatz bei größeren Touren aus.

Das zweite ist der Gepäckträger. Er ist eine einfache Konstruktion mit wenig Spannung auf dem Träger. Also einige Säcke Blumenerde rutschfest einspannen geht nicht. Wer immer einen Korb einsetzt, dem kann das aber egal sein. Dafür reicht er allemal aus oder man nimmt einige Spanngummis um dieses Manko auszugleichen.

Die Bremsen sind für meine Hände etwas weit weg vom Lenker, so erreiche ich sie eigentlich nur mit den Fingerspitzen und bremse meistens mit der Rücktrittbremsen. Dabei habe ich als Mann die Damenvariante gewählt (wegen des leichteren Einstiegs) sodass ich eigentlich wegen der Anpassung an kleinere Hände leichter an die Bremsen kommen sollte.

Zuletzt das Dauerärgernis: Der Reflektor. Er sitzt zu lose und man kommt mit Werkzeug auch nicht richtig an ihn heran um ihn richtig fest zu schrauben. Selbst wenn, reicht eines der vielen Schlaglöcher oder Bodenwellen auf den Feldwegen die ich befahre aus, dass das Licht wieder 3 m vor mir auf den Boden zeigt. Das ist ziemlich ärgerlich, auch weil ich selbst im Sommer zweimal nachts unterwegs bin auf Wegen die nicht beleuchtet sind. So ist der Griff in der Fahrt um den Reflektor hochzuziehen fast schon üblich. Eine Lösung wäre hinten ein kleines Gegengewicht, dass der Reflektor nicht durch das Gewicht der vorderen Linse bei lockerem Sitz automatisch nach vorne kippt.

Diese Einschränkungen muss man aber in Relation sehen - in Relation zu dem Preis von 229 Euro. Für den Preis gibt es normalerweise nur deutlich einfache Fahrräder mit einer Dreigangschaltung. Da kann man noch 10-15 Euro für ein Akkulicht und einige Fahhradspanner drauflegen und damit die wichtigsten Einschränkungen meistern. Zu Empfehlen als Zubehör sind die Fahrradtaschen vom Typ "Shopper" - zusammen mit einem Fahrradkorb wickele ich so seit drei Jahren alle Einkäufe eines zwei Personenhaushaltes ab und bekomme auch alles unter.


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