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Web Log Teil 23 : 23.4.2007-

Montag, 23.4.2007: Sojus 1

Ende Januar/Anfang Februar hatte ich in meinem Weblog Nr.14 das Thema Raumfahrtkatastrophen in den USA, die sich alle in einer Woche ereigneten. Heute möchte nach 40 Jahren an Sojus 1, die erste Mission bei der die Sowjetunion einen Kosmonauten bei einer Mission verlor erinnern.

Das Sojus Raumschiff sollte das sowjetische Gegenstück zu der Apollo Kapsel werden. Die Sowjetunion hatte recht schnell das Wostok Raumschiff entwickelt, in der ein Astronaut wie bei der Mercury Kapsel weitgehend passiver Passagier war. Um die Amerikaner bei der Zahl der Astronauten in einem Raumschiff und bei dem ersten Spaziergang zu schlagen folgte dann die "ausgeweidete" Version der Wostokkapsel, das Woschod Raumschiff. Nachdem es bei Woschod 2 gravierende Probleme mit ihm gab wurden weitere Flüge eingestellt. So gab es eine Pause von 2 Jahren bis man mit der Sojuskapsel technologisches Neuland betrat.

Sojus sollte eine Vielzweckkapsel sein. eine kleine und leichte Version sollte mit der Proton eine Mondumrundung durchführen (diese wurde als Zond getestet). Die normale Version war Bestandteil des Mondlandeunternehmens der UdSSR und eine modifizierte Version mit leichterem Hitzeschutzschild und Solarpanel wurde später für Erdorbitmissionen genutzt und erlaubte Langzeitmissionen von bis zu 18 Tagen Dauer.

Gegenüber der Wostok war das Raumschiff ein bedeutender Fortschritt. Es gab neben der Wiedereintrittskapsel einen kugelförmigen Orbitalteil, der mehr Raum zum Leben bot. Kopplungsadapter erlaubten das Koppeln an andere Sojus Raumschiffe oder später an die Raumstation Saljut. Ein Steuersystem ermöglichte erstmals bei einem sowjetischen Raumschiff Bahnänderungen und eben die Kopplungsmanöver. Wie Woschod war die Kapsel für 3 Astronauten ausgelegt.

Wladimir Komarow Ursprünglich geschaffen für das Mondlandeprogramm ab 1962 mit einer Tankerkombination wurden die Pläne 1964 geändert und man legte die Kapsel anders aus. Dadurch hatte man Zeit verloren und man wusste das die Amerikaner mit Hochdruck am Apolloprogramm arbeiteten. Am 28.11.1966 testete man das Raumschiff erstmals unbemannt unter der Bezeichnung Kosmos 133. Das Stabilisierungssystem versagte und ein Wiedereintritt über China drohte, so aktivierte man den Selbstzerstörungsmechanismus. Am 14.12.1966 explodierte die Sojus Trägerakete auf der Startrampe mit dem zweiten Exemplar. Am 7.2.1966 startete das dritte Exemplar Kosmos 140. Jedoch konnte man die Solarzellen nicht dauerhaft auf die Sonne ausrichten und die Batterien entluden sich schnell,. Man verbrauchte zu viel Treibstoff bei der Lageregelung, beim Wiedereintritt entwich Luft beim Abtrennen der Orbitalsektion (derselbe Fehler sollte später das Leben von 3 Kosmonauten kosten) und ein 30 cm breites Loch wurde in den Hitzeschutzschild gebrannt. Zuletzt wurde die Landezone verpasst und die Kapsel landete im Aralsee wo sie auf 10 m Tiefe geborgen wurde. Kosmonauten hätten den Flug von Kosmos 140 nicht überlebt.

Trotz aller dieser Probleme meinte man die Kapsel sei nun flugbereit. Als Premiere sollte der erste bemannte Einsatz wieder eine Erstleistung aufstellen: Die Kopplung von zwei bemannten Raumfahrzeugen. Dem Start von Sojus 1 sollte dazu einen Tag später Sojus 2 folgen.

Am 23.4.1967 - heute vor genau 40 Jahren - startete Sojus 1 mit dem Kosmonauten Wladimir Komarow an Bord. Wladimir Komarow war ein erfahrener Kosmonaut, er hatte schon den Erstflug von Woschod 1 geleitet. Doch kaum war die Sojus Kapsel im Orbit angekommen begannen die Probleme. Eines der Solarpanels wurde nicht entfaltet und die Mission war so gefährdet, da die Batterieleistung nicht für eine längere Mission ausreichte. Weiterhin war der Kurzwellensender ausgefallen. Über den UKW Sender war nur ein Kontakt über kurze Reichweiten möglich, wenn sich das Raumschiff direkt über der Sowjetunion befand. Aufgrund dieser Probleme und dem Umstand, dass wegen schlechtem Wetter nicht am nächsten Tag mit einem Start von Sojus 2 (mit den Kosmonauten Jelissejew und Chrunow) möglich war, beschloss man die Mission abzubrechen. Dies geschah am 24.4.1967 Im 16 Umlauf sollte die Automatik die Bremsraketen zünden. doch das tat sie nicht. Zwei Umkreisungen später zündete Komarow das System von Hand und die Kapsel trat wieder in die Erde ein. Als sich in 7 km Höhe die Fallschirme öffnen sollte, konnte der erste Stabilisierungsfallschirm noch entfaltet werden, der folgende Hauptfallschirm jedoch nicht. Auch der Reservefallschirm konnte nicht entfaltet werden und verwirrte sich in den Leinen des Stabilisierungsfallschirms. Ohne den Fallschirm hatte die Kapsel eine zu hohe Geschwindigkeit und schlug mit 25-40 m/s auf (das ist wie wenn sie mit einem Auto ohne Knautschzone und sonstigen Sicherheitseinrichtungen gegen eine Wand mit 90-144 km/h fahren). Komarow kam beim Aufschlag ums Leben,

Spätere Untersuchungen zeigten, das Klebstoff zur Befestigung des Fallschirms auf die Behälteroberfläche gekommen war und diese zu rauh war, der Pilotfallschirm hätte den Hauptfallschirm nicht herausziehen können, dazu hätte man eine Zugkraft von 30 kN gebraucht, doch ereichte der Fallschirm nur 18 kN. Man konstruierte das Fallschirmsystem um und polierte nun die Metallflächen. Der nächste Start, der die Bezeichnung Sojus 2 erhielt war unbemannt und auch den Kopplungsadapter testete man unbemannt mit Sojus Raumschiffen die man Kosmos 186 und 188 nannte.

Komarow wurde an der Kremelmauer feierlich beigesetzt. Noch einmal sollte das Sojus Raumschiff Menschenlaben kosten. Dies war der Flug von Sojus 11, vier Jahre später. Seitdem ist das Sojus Raumschiff, inzwischen in der vierten Generation (nach Sojus, Sojus-T, Sojus-TM ist heute Sojus-TMA für Flüge zur Raumstation ISS aktuell) fehlerfrei geflogen in bisher 101 bemannten Missionen.

Dienstag 24.4.2007: Vergleiche

Kennen Sie das wichtigste Werkzeug wie man Ideen und Theorien einem Laien vermittelt? Nun es sind Vergleiche. Man findet sie zuhauf bei Leute die ihre Ideen, Theorien und anderes vermitteln. Warum? Nun ein guter Vergleich kann wirklich komplizierte Dinge auf einfache Grundprinzipien reduzieren. Mit falschen Vergleichen kann man aber auch Leute aufs Glatteis führen und dass wird viel öfters gemacht.

Nehmen wir mal Lutz Kayser und seine Idee der OTRAG Rakete. einen hübschen Vergleich den er benutzte war: "Wenn sie ein Päckchen von A nach B transportieren wollen, nehmen sie einen Rennwagen oder einen Laster?". Er implizierte, dass seine OTRAG Rakete die erheblich schwerer und globiger als eine konventionelle Trägerrakete war der Lastwagen ist der dafür besser geeignet ist.

Nun ja wenn man dies nur unter dem Aspekt der Kosten des Gefährts und seinem eleganten Aussehen sieht. dann hat er sicher recht. Nur ist das eben nicht der springende Punkt. Konventionelle Trägeraketen sind ja nicht deswegen so technisch hochgerüstet weil man gerne Geld in unnötig teure Systeme investiert. Nein es ist eine Aufgabe zu erfüllen. Eine Nutzlast mit einem bestimmten Gewicht muss auf eine Geschwindigkeit von etwa 9.5 km/s (für einen niedrigen Erdorbit) beschleunigt werden und dabei noch in 200 km Höhe gehoben werden - gegen die Erdbeschleunigung von 10 m/s.

Nun ja die Endgeschwindigkeit erreicht auch ein Ionenantrieb - Anstatt 5-7 % maximale Nutzlast wären dann 60-70 % drin. Nur schafft der eben nicht eine Beschleunigung über 1g. Die Beschleunigung schafft ein Düsenflugzeug - aber nicht die Endgeschwindigkeit. Nun ja, um zur OTRAG Rakete zurückkommen. Nach den vorliegenden experimentellen Daten (und nicht irgendwelchen Phantasieüberlegungen) hätte auch die OTRAG Rakete keine Nutzlast in den Orbit befördern können. Mit zusätzlichen Stufen wäre eine kleine Nutzlast möglich, aber dafür braucht man eine riesige Rakete.

Wenn der Vergleich lautet: Um ein Päckchen in 1 Stunde von Stuttgart nach München zu transportieren. Was nehmen sie? Einen Laster oder einen Rennwagen? Natürlich den Rennwagen und nicht den Laster, weil der Laster die Strecke nicht in einer Stunde schafft.

Ein anderer Vergleich: Ein Moonhoaxer nimmt einen Laubsauger, stellt ihn auf Blasen um und zeigt damit wie man Sand und kleine Steine wegblasen kann. Das ist ein anschaulicher Vergleich denn damit will er ja sagen: Wenn ich mit dem Laubsauger das wegblasen kann, dann geht das mit einem Triebwerk viel besser - und wo ist der Krater unter den Landefähren?

Nun ja als erstes landen die Mondfähren schräg, sonst könnten die Astronauten nicht den Landeplatz erkennen, zum zweiten wird es bei einem Kontakt der 3 m langen Fühler abgeschaltet. D.h. der Triebwerksstrahl wirkt nicht lange ein. Vor allem aber wirkt ein Laubsauger (oder sollte man Bläser sagen) indem er Luft gegen andere Luft schubs und sie bewegt. Welche Kraft bewegte Luft haben kann weiß jeder der mal in einem Sturm war. Im Vakuum des Weltraums verdünnt sich das Gas sofort im Vakuum. Die Ausströmgase haben beim Mondlander eine Geschwindigkeit von 3000 m/s. D.H. innerhalb einer Tausendstelsekunde ist das Gas auf dem Boden und weg. Es gibt einfach zu wenig Masse um viel weg zu blasen.

Es ist bei jedem Vergleich eine gehörige Portion Kritik notwendig, Passt der Vergleich? Ist er korrekt? Dann kann man auch leicht einen guten von einem schlechten Vergleich unterscheiden.

Freitag 27.4.2007: Wäre der Space Shuttle jemals konkurrenzfähig gewesen?

Unbestritten ist dass heute ein Start eines Space Shuttles ein teures Vergnügen ist. Wie viel genau er kostet ist unklar, die letzte Zahl vor dem Verlust der Columbia sprach von 400-500 Millionen USD, und er wird heute noch teurer sein. Vergleicht man die Nutzlast mit dem Startpreis für eine unbemannte Rakete wie die Delta 4 Heavy oder die Ariane 5, so ist der Space Shuttle deutlich teurer.

Dabei ist er einmal angetreten den Raumtransport zu revolutionieren ! Er sollte Nutzlasten 10 mal billiger als eine Trägerakete transportieren können. Ein Space Shuttle start sollte weniger als eine Delta Trägerrakete mit einem Zehntel der Nutzlast kosten.

Wie ist es dazu gekommen? Nun über die wahren Kosten des Space Shuttles erfährt man recht wenig. Die NASA verheimlicht diese recht geschickt. Bei einer Anhörung über die kosten der ISS gab sie z.B. an ein Start zur ISS würde nur 83.2 Millionen USD kosten, als das Komitee nachbohrte erfuhr es, dass damit nur die Kosten gemeint waren die entstanden wenn man startet, nicht jedoch die Kosten die auch entstehen wenn der Space Shuttle am Boden bleibt und diese beliefen sich auf weitere 350 Millionen USD.

1972 gab die NASA den Startpreis eines Space Shuttles mit 10.5 Millionen USD an, dies war vor Beginn der Entwicklung. 1977 wurde einer von 18 Millionen USD angegeben, hauptsächlich korrigiert um die Inflationskosten und Nutzer sollten 24 Millionen USD zahlen um damit die Entwicklungskosten zurückzuführen. Als der Space Shuttle operationell war sollten die Benutzer 38 Millionen USD zahlen, das entsprach 18 Millionen Dollar im Wert von 1977. (Die siebziger Jahre waren von teilweise zweistelligen Inflationsraten durch Ölkrisen geprägt und Reagans Aufrüstungspolitik kurbelte weiterhin die Inflation an, 38 Millionen USD (1982) entsprechen 16.6 Millionen USD im Jahre 1972).

Vom 1.10.195 bis 30.9.1988 sollten Kunden dann 71.4 Millionen USD (1982) zahlen. Dieser Preis wurde festgelegt um keine Kunden an Arianespace zu verlieren. Die Kosten nach NASA Angaben von 1984 betrugen schon 83.3 Millionen USD (1982) - Diese Zahl beruhte auf einem sehr optimistischen Flugplan, der auch anfangs einzuhalten schien: 1985 starteten 3 Orbiter 9 mal, 1986 sollten 4 Orbiter 13 mal starten. Die Reduktion des Startpreises zeigte die erste Krise im Shuttle Programm - zumindest unter wirtschaftlichen Aspekten. Im Prinzip war der Space Shuttle selbst bei 83.3 Millionen US-$ preiswerter als eine Ariane 1, für die Kunden 50-60 Millionen USD für einen Start von 2 Satelliten der Delta Klasse zahlen mussten.

Ein Space Shuttle könnte vom Volumen des Nutzlastraumes 7 Delta Satelliten oder (hier limitierte die Startmasse) 4 Atlas Satelliten auf einmal transportieren können. Der springende Punkt: er tat es nicht! Maximal transportierte ein Space Shuttle 3 Satelliten der Delta Klasse, meist einen oder 2. Für die damalige Zeit hatte er einfach eine zu hohe Nutzlast. Kunden können nicht ewig lang warten bis die NASA genug Satelliten zusammen hat um die Startkapazität voll auszunutzen. Er war daher bei den Satellitentransporten nie wirtschaftlich, da man auch diese nur bedingt mit anderen Flügen wie dem Spacelab zusammen legen konnte.

Shuttle-CDie Challenger Explosion und später der Verlust der Columbia änderten nochmals alles. Sie machten wegen den Sicherheitsmaßnahmen nicht nur den Space Shuttle teurer, sie verringerten durch diese Maßnahmen vor allem die Flugfrequenz. Anstatt 13 mal wie geplant im Jahr 1986 flogen in Zukunft Space Shuttles nur 6-8 mal pro Jahr und heute (selbst wenn man von 3 auf 4 Orbiter die Flugfrequenz hochrechnet) noch 5-7 mal.

Da aber wie schon von der NASA selbst angegeben der Großteil der Kosten des Shuttle Programms auf Fixkosten entfällt ist dies praktisch gleichbedeutend mit der Unwirtschaftlichkeit des Space Shuttles. Die NASA plante daher in den späten achtziger Jahren einen Shuttle-Carrier. Zum einen zum Aufbau der Raumstation "Freedom" zum anderen um die Nutzlast des SDI Programms zu transportieren. Das DoD (Verteidigungsministerium) wollte jedoch lieber eine preiswerte Schwerlastrakete anstatt einem Space Shuttle. Freedom wurde zu teuer und der Shuttle-C wurde gestrichen.

Dabei wäre er die Lösung gewesen. Es gäbe mehrere Möglichkeiten. Zum einen einfach einen normalen Shuttle starten und eben alles weglassen was die Mannschaft benötigt: Luft, Wasser, Nahrungsmittel, Ausrüstung und die Mannschaft selbst. Zum starten braucht man sie nicht und bei der Landung steuert der Pilot auch nur die letzten Minuten. Es ist genauso eine unbemannte Landung möglich und für das Satelliten aussetzen braucht man auch niemanden. Kurzum: Man hätte einen Orbiter gehabt der etwas mehr Nutzlast transportiert und auch für bemannte Flüge genutzt werden kann. Da Sicherheitsaspekte keine so große Rolle spielen kann man öfters starten und dadurch die Startkosten senken. Ich denke so wäre der Space Shuttle konkurrenzfähig gewesen. Für bemannte Einsätze die dann eben besonderen Missionen gelten kann man dann wieder die Anforderungen höher setzen. und mit einem hohen Startpreis leben.

Die NASA favorisierte schließlich einen umgebauten Space Shuttle. Es gab mehrere Konzepte. Das einfachste umfasste einen Space Shuttle bei dem man den Nutzlastraum um das Mannschaftsdeck erweitert hatte, dieses nicht mehr benötigte wegließ. Die Maximalnutzlast dieses wäre 103 000 Pfund (65000) in einen 200 km Orbit, 20000 (10000) in einen geostationären Orbit (Zahlen in Klammern für das Space Shuttle). Die je nach Orbit bis zu 100 % größere Nutzlast ist natürlich ein Pluspunkt, denn der Start wäre gleich teurer gekommen. Nur wäre dieser Carrier nicht für bemannte Flüge nutzbar gewesen.

Natürlich gäbe es auch das das Problem den Space Shuttle voll zu bekommen, so dass ich von einem umgebauten Shuttle-C nicht sehr viel halte - für kommerzielle Flüge ist er schlicht und einfach zu groß, selbst heute noch, denn er würde die doppelte Nutzlast einer Ariane 5 ECA transportieren und diese kann schon 2 große Satelliten auf einmal starten.

Ich denke wenn man das Space Shuttle wirklich nur bemannt für die Einsätze genutzt hätte die wirklich Menschen erfordern - Reparaturen an Hubble, Spacelab Flüge, Installationen bei der Raumstation, aber nicht für den reinen Frachttransport (und dazu zählt auch der Transport von Druckmodulen zur Raumstation, da man diese nur ferngesteuert von Shuttle Deck aus ankoppeln muss - das kann man auch von der Erde oder der ISS aus). Dann würde das Shuttle noch weiter bestehen. So aber machte der Verlust der Columbia schmerzlich klar, dass man ein unwirtschaftliches System hat mit großen Risiken für die Besatzung. Es wäre unbemannt wirtschaftlich gewesen und mit dem Verlust eines Orbiters kann man auch leben, wenn niemand dabei stirbt. (Der Verlust der Columbia nach 80 fehlerfreien Einsätzen würde wenn man nur die kosten für einen neuen Orbiter betrachtet vielleicht die Startpreise um 50 Millionen US-$ oder ein Zehntel der derzeitigen Kosten erhöhen).

So aber bleibt das Shuttle gerade jetzt wieder am Boden weil zahlreiche kleine Schäden am Treibstofftank erst einmal behoben werden müssen. Das alles senkt die Flugrate nur weiter herab. Man ist nun übervorsichtig geworden. Das ist auch kein gutes Omen für einen Nachfolger, denn auch dieser wird immer riskanter als eine Kapsel sein, die durch ihre massive Konstruktion und die sich selbst stabilisierende aerodynamische Form immer bessere Überlebenschancen bietet.

Samstag 28.4.2007: Ratschläge fürs Abnehmen.

Meine Wage sagt mir seit einigen Tagen, dass ich eine solide 75 vor dem Komma habe, was bedeutet, dass ich seit Ende Juni letzten Jahres 30 kg abgenommen habe. Das ist recht viel und ich denke ich bin dadurch befähigt ein paar Tipps zu geben, für alle die Abnehmen wollen:

  1. Das auf was man am leichtesten verzichten kann ist Energie ohne Sättigungswert. Ich verzichte bewusst auf die falsche Ausdrucksweise "leere Kalorien", weil sie einfach falsch ist. Das sind vor allem Süßigkeiten. Aber auch Naschwerk oder Kuchen und Torten. Keine Regel ohne Ausnahme: Bonbons die ich gerne nebenher lutsche habe ich mir nicht abgewöhnt. Gegenüber der Zeit die man braucht es zu lutzschen sind die paar Kilojoule Energie die ein Bonbon hat zu vernachlässigen. Was gerne vergessen wird sind aber Getränke. Säfte, Nektare, Cola oder Limonaden haben so etwa 100 g Zucker pro Liter. Ein Liter getrunken über den Tag deckt schon ein Sechstel des Energiebedarfs von mir. Das gilt erst recht für Alkohol. Allerdings habe ich nach einem halben Jahr und bis dahin guten Abnehmerfolgen es dann gelockert und seitdem ist pro Woche auch eine Tafel Schokolade drin.
  2. Das zweite ist das ich nicht so sehr die Ernährung groß umgestellt habe. Ich achte nur etwa mehr auf versteckte Energie. Es muss kein Jogurt mit Zucker sein, es geht auch einer mit Süßstoff und anstatt Fleischsalat mit der Majonaise kommt nun eben Jagdwurst aufs Brot. Insgesamt esse ich aber mehr Eiweiß um nicht Muskelmasse zu verlieren. Auch wenn wirklich der einfache Tipp, weniger zu essen im allgemeinen richtig ist sollte man drauf achten, dass der Eiweißanteil dann höher ist, d.h. mehr magere Milchprodukte, Eier, Fleisch essen. Natürlich dann nicht den Frischkäse Doppelrahmstufe und die Schweinehaxe sondern auch hier fettärmere Teile.
  3. Das wichtigste: Es wird immer wieder Zeiten geben in denen sich nichts tut, in denen man wochenlang nicht abnimmt oder sogar leicht zunimmt. Das ist völlig normal und auch mir 4 mal in den vergangenen 10 Monaten passiert. Da muss man einfach durch und darf dann nicht aufgeben. Danach geht es wieder vorwärts. Ziele sich zu setzen ist richtig, aber nicht übermütig werden. Ich habe zuerst ein relativ niedriges Ziel gesetzt - 16 kg in etwas mehr als 5 Monaten und es dann spielend erreicht und meinte dann es geht dann in diesem Maße weiter. Doch es wird immer schwieriger abzunehmen, d.h. selbst wenn man seine Ernährung beibehält nimmt man immer weniger ab. Ich habe anfangs 4 kg pro Monat verloren und jetzt sind es weniger als 2, obwohl ich anfangs keinen Sport zur Unterstützung trieb.
  4. Das ist der letzte und wichtigste Tipp: Viel effizienter als weniger essen ist es Energie zu verbrauchen. Hier kann sich der Körper nicht raus mogeln indem er seinen Stoffwechsel herunterfährt (so friere ich nun bei Temperaturen bei denen ich früher geschwitzt hätte und trage bei über 20°C im Freien noch lange Klamotten). Für mich war die beste Sportart das Schwimmen. Ich habe nach einem Monat angefangen und es nach 2 Monaten richtig betrieben. 4 mal in der Woche jeweils für 1.5-2 stunden. inzwischen nur noch 3 mal in der Woche für 3 Stunden - der Trainingseffekt bewirkt, dass ich nach 2 Stunden nicht mehr müde oder erschöpft bin. Schwimmen verbraucht viel Energie, doch auch andere Sportarten (intensiver Ballsport, Wandern, Radfahren) sind geeignet, nur muss es eben wirklich eine fühlbare Menge sein, also nicht mal jeden Tag 10 Minuten Laufen. wem die Zeit fehlt, der sollet mal versuchen in seinem Arbeitsalltag sich mehr zu bewegen - eine Haltstelle weiter laufen, nicht den Aufzug sondern die Treppe nehmen usw. Als Lohn ist man danach nicht nur schlanker sondern auch fitter und weniger Müde. Sport recht spät am Abend gemacht wie bei mir das Abendschwimmen von 8-10 hat den Vorteil, dass man danach ins Bett geht und nicht auf die Idee kommt nicht was zu Essen - der größte Nachteil von Sport ist das er im allgemeinen hungrig macht.

Für mich war Sport auch der Ausgleich für Sünden: Einmal mittags Essen gegangen ins Restaurant - Das Schwimmzeug ist mit dabei und danach ging es gleich daran die Energie wieder abzutrainieren.

Nun ja mir hat's geholfen. Die Tipps sind vielleicht etwas profan, aber soll ich Ihnen ein Geheimnis verraten? Das Geheimnis abzunehmen ist einfach weniger zu Essen als man Energie verbraucht. Wie sie dies machen, ist ihre Sache.

Dienstag 1.5.2007: Ein Satellit für die Moon Hoaxer

Seit Jahren geistern sie nun durch die Medien, auch in Deutschland : Die Moon Hoaxer. Dieser Ausdruck charakterisiert Menschen die meinen die Apollo Mondlandungen hätten nie stattgefunden und man könnte dies beweisen. Untersucht man diese Beweise stellt man fest dass es keine sind. Im einfachsten Fall sind es Behauptungen ohne einen Beweis, die komplizierten zeigen dass die Personen nichts von Physik verstehen und man nicht mal zum Mond fahren muss um Fotos zu machen bei denen man nicht gleichzeitig Sterne und eine hell beleuchtete Fläche (wie ein Fußballfeld bei Flutlicht) ablichten kann.

Aber alles zu klären, wäre wenn man einfach einen Satelliten bauen und dorthin senden würde. Das wollen wir mal durchrechnen. Nun natürlich soll das Ding billig dahin kommen. Eine gute Wahl wäre so eine Sekundärnutzlast an Bord einer Ariane 5 oder wahlweise der Start an Bord einer Strela. die Strela dürfte der derzeit günstigste Träger sein, Kosten etwa 10 Millionen USD. Man benötigt dann aber noch eine Oberstufe um den Mond zu erreichen, bei der Ariane 5 dürfte dies nicht nötig sein, so dass zumindest eine Sekundärnutzlast günstiger ist. Maximal 600 kg darf eine Sekundärnutzlast wiegen. Das soll die Nutzlastmasse der Forschungssonde sein.

Befördert wird die Nutzlast in einen 7° geneigten, 250 x 35889 km Orbit. Von dort aus muss sie den Orbit so anheben, dass der Erdfernste Punkt da ist wo der Mond seine Kreise zieht wenn sie ankommt (Im Mittel bei 384400 km Entfernung) und die Neigung der Bahn muss angeglichen werden. Dazu braucht man etwa 800 m/s zusätzliche Geschwindigkeit.

Angekommen am Mond muss man um etwa 750 m/s abbremsen um in eine 100 km hohe Umlaufbahn einzuschwenken und diese dann auf 50 km Bahnhöhe abzusenken. Zwar hat der Mond keine Atmosphäre, aber sehr stark schwankende oberflächennahe Gravitationsanomalien die zu einem Absenken den Orbits führen. Will man nicht praktisch täglich den Orbit anpassen ist eine Sicherheitshöhe von 50 km anzuraten.

Weitere 200 m/s für Korrekturen der Bahn am Mond über 1-2 Jahre ergeben dann eine totale Geschwindigkeitsänderung von 1750 m/s. Bei chemischen Antrieben mit lagerfähigen Treibstoffen braucht man dazu etwa 259 kg Treibstoff, zusammen mit den Tanks und dem Triebwerk sind so schon mal 300 kg der Startmasse weg.

Immerhin 300 kg bleiben übrig. Wie viele davon entfallen auf das einzige Instrument - Ein Teleskop? Nun es gibt hier Erfahrungswerte von anderen Raumsonden. Etwa ein Sechstel der Startmasse entfällt auf Instrumente, denn jedes Instrument erhöht die Belastung der Struktur, braucht Strom, Kabel, einen Bordcomputer, Sendeleistung und - Mann kann die Masse nicht beliebig erhöhen. (Eine Ausnahme sind nur astronomische Satelliten, woge das Instrument so groß ist, das man den Satelliten drum herum baut).

50 kg entfallen also für ein Teleskop. wie groß kann es sein? Nun wir können einfach mal sehen was andere Teleskope wiegen. Ein direkter Vergleich dürfte die Kamera HiRISE an Bord von MRO sein. Sie hat einen Spiegeldurchmesser von 50 cm bei einem Gewicht von 65 kg. Eine Kamera von 50 kg Gewicht dürfte so noch eine Öffnung von 45 cm haben (ein Teleskop von doppeltem Durchmesser hat eine sechsfache Masse. Die Masse steigt also zu 2.59 Potenz des Durchmessers).

Damit sollte man eine Auflösung von 0.3" erreichen oder in 50 km Höhe etwa 7.5 cm. Natürlich stellt dies hohe Anforderungen an die Nachführung und die Belichtungszeit. Für moderne Kameras dürfte dies aber kein Problem sein. Nimmt man einen APS-C (22.5 x 15 mm) Sensor mit 10 MP (2580 x 3870) , so ist jedes Pixel 5.8 µm groß und man braucht eine moderate Brennweite von 4000 mm (f/d = 8.9). Das ist ein relativ lichtstarkes Teleskop mit kurzen Belichtungszeiten.

Daten kann man sehr gut in Flash Memory Banken ablegen, die wenn man sie parallel schaltet sehr schnell sein können. Der Mond ist auch noch nicht so weit weg, als dass man riesige Antennen auf der Erde bräuchte. Kleine bis mittelgroße 3-6 m Antennen reichen dazu aus. Verwendet man das K Band so dürfte man damit fast die gleichen Datenraten aus Mondentfernung bekommen wie bei einem Telekommunikationssatelliten. Bei entsprechender Hardware für die Kompression könnte man sogar einen HDTV Film life senden!

Bei 7.5 cm Auflösung ist die Landestufe etwa 50 Pixel groß also deutlich zu erkennen, selbst Fußschritte sind einige Pixel breit und etwa 2 Pixel breit. Damit müsste man wirklich die Hinterlassenschaften auf dem Mond ablichten können. Es gibt auch Organisationen die nicht staatlich sind und Erfahrungen im Satellitenbau haben, wie z.B. die internationale Organisation der Amateurfunker Amsat. (Bei denen demnächst ein Artikel von mir erscheinen wird). Diese sind unabhängig von staatlichen Organisationen und haben schon zahlreiche Satelliten gestartet -alle selbst finanziert. Alternativ kann man sich einen bauen lassen wie die privaten Erderkundungssatelliten wie Ikonos zeigen.

Bei den Millionen Umsätzen die mit solchen Büchern gemacht werden sollte etwas für einen Satelliten doch drin sein. Doch damit wäre das ganze ja geklärt und man könnte nicht weiter darüber schreiben. Und das ist das letzte was die Moon Hoaxer wollen. Also drifte dieser Satellit noch auf sich warten lassen. Zwar sind eine Reihe von Mondsonden in den nächsten Jahren geplant (Schon im Juli/August soll Selene Starten). Doch keiner wird derart hochauflösende Kameras mitführen. Fotos bei denen man die Mondfähre mit einigen Pixels Größe erkennt dürften bei Kritikern kaum als Beweis durchgehen. So kann man an dem Unsinn noch eine Weile eine goldene Nase verdienen....


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