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Web Log Teil 24 : 2.5.2007-7.5.2007

Mittwoch 2.5.2007: Gibt es eine Alternative zu RTG?

RTG sind Radisotopen Thermoelektrische Generatoren, Stromquellen für Raumfahrzeuge die aus der Zerfallswärme von Plutonium-238 Strom gewinnen. Wann immer eine Raumsonde mit diesen RTG startet gibt es Debatten um das Risiko einer Verseuchung bei einem Fehlstart. Doch nicht darum sucht man eine Alternative zu diesen Stromgeneratoren: Sie sind enorm teuer.

Als Voyager 1+2 starteten hatten Sie jeweils 3 RTG Elemente an Bord, zusammen hatten diese eine Gesamtfüllung von 27 kg Plutonium und kosteten 1977 die Summe von 23.6 Millionen US-$, nicht wenig für knapp 1 kW elektrische Leistung, doch weniger als 5 % der Gesamtkosten von Voyager von 486.6 Millionen USD bis zum Saturn. Die letzte Sonde die RTG einsetzte ist New Horizons. Hier kostet der RTG schon 90 Millionen USD bei Gesamtkosten von 723 Millionen US-$, also 12.4 % der Gesamtkosten. Noch extremer wird das Verhältnis wenn man berücksichtigt, dass diese Sonde nur einen RTG mit 275 W Leistung, also knapp ein Viertel der Leistung von Voyager hat. Der RTG von New Horizons hat 7.561 kg Plutonium. 1 kg Plutonium kostete also 1977 mit 0.875 Millionen US-$ weniger als eine Million Dollar, 30 Jahre später sind es 11.9 Mill. US-$ - 13.6 mal so viel. Dieser Preisanstieg ist nicht alleine durch Inflation zu erklären.

Warum ist das Plutonium heute so teuer? Die Antwort ist verblüffend: Wegen der Abrüstung. Das Plutonium-238 wird aus Neptunium-237 gewonnen, das wiederum ein Nebenprodukt von Brutreaktoren ist. In diesen wird atomwaffenfähiges Pu-239 erzeugt. Später werden dort die Neptunium-237 Brennstäbe durch Neutronenstrahlung in Pultonium-238 umgewandelt. In Reaktoren zur Atomwaffenproduktion werden die Brennstäbe sehr häufig gewechselt da sonst zu viel Plutonium-240 entsteht, daher produzieren sie wenig Strom, wichtiger ist das erbrütete atomwaffenfähige Plutonium. Nun solange die USA kräftig aufrüsteten war es kein Problem genügend Pu-238 für RTG zu produzieren. Doch seitdem man eben abrüstet ist dem nicht mehr so. Das Plutonium von New Horizons stammt schon aus Russland. Nun soll wieder PU-238 in zwei Atomreaktoren erbrütet werden. Pro Kilogramm rechnet man mit Produktionskosten von 10 Millionen USD. 15 kg pro Jahr sollen erzeugt werden.

Schon lange hat man daher überlegt ob man die RTG nicht durch Solarzellen ersetzen könnte. Das Problem ist vielschichtig. Das Hauptproblem ist die Abnahme der Leistung mit steigendem Sonnenabstand. Serienmäßige Solargeneratoren wie sie in Kommunikationssatelliten eingesetzt werden haben Leistungsdichten von 60 W/kg in Erdnähe. Das klingt nach viel im vergleich zu den 5 W/kg die ein RTG liefert. doch schon in 3.5 fachem Sonnenabstand ist die Leistung einer Solarzelle dieser Bauweise unter 5 W/kg abgesunken, da die Leistung quadratisch mit steigendem Sonnenabstand abfällt (3.5*3.5 = 12.25 -> 60/12.25 = 4.89 W/kg). Schon Jupiter ist aber 5.2 mal weiter von der sonne entfernt wie die Erde.

Des Weiteren suchen natürlich Länder mit keinem großen Atomwaffenprogramm nach Alternative. Die ESA könnte sicher auf Pu-238 von Frankreich und -england zurückgreifen, doch ob dies für eigene Planetensonden reicht? Die ESA hat eine Konzeptstudie für die Mission Jupiter Minisat Orbiter. (JMO) durchgeführt. Deise besteht aus einem Europa Orbiter und einem Relay Satelliten außerhalb des Strahlungsgürtels, der weitere Forschungen vornimmt.

Man kam zu dem Schluss, dass man mit der Kombination einiger Technologien durchaus eine solare Stromversorgung bei Jupiter zu vertretbaren Bedingungen bewerkstelligen kann. Das erste ist die Entwicklung von Tieftemperatur Gallium-Arsenid Solarzellen in Schichtbauweise. Bei diesen versuchen mehrere dünne Schichten eine möglichst hohe Stromausbeute zu erreichen. Diese Technologie hat man in Europa schon bei Silizium Solarzellen entwickelt die in der Rosetta Mission zum Einsatz kamen. Eine Anfangsstromausbeute von 38 % erscheint möglich, allerdings muss man trotz einer Glasschicht mit Verlusten durch die Partikelstrahlung von 34 % bis zum ende der Mission rechnen. Damit wiegen Solarzellen etwa 4 kg/m² und man bekommt Leistungen von 2.2 W/kg - weniger als halb so viel wie ein RTG.

Doch man fand einen Trick diese Leistungswerte zu verbessern: Man hängt an jedes Panel zwei Solarkonzentratoren an. Solarkonzentratoren sind verspiegelte Bleche, um 60 ° Geneigt zu den Solarzellen. Sie reflektieren einfallendes Licht auf die Solarzellen, die dann eine höhere Leistung aufweisen. Der Vorteil: Solarkonzentratoren können im Extremfall einfache Dünne Aluminiumfolien in einem Rahmen sein. Man recht mit Flächenmaßen von 0.15 kg7m². Damit steigt die Leistung der Solarzellen beträchtlich an und die Leistung erreicht 3.9-4.9 W/kg - genauso gut wie ein RTG bei einem Bruchteil der Kosten.

Beide Satelliten verwenden einen Solararray von 14.7 m² Fläche zuzüglich der Solarkonzentratoren. Dies wiegt 106-110 kg (inklusive Kabel, Batterien, Strom/Spannungswandler etc und liefert maximal 359 W. Ein RTG dieser Leistungsklasse wiegt etwa 72 kg, mit Verkabelung und Spannungswandlern kommt man auf etwa dieselbe Masse. Allerdings dürfte ein Array einen Bruchteil der Kosten verursachen.

Geht man allerdings noch weiter hinaus zum Saturn so werden Solarzellen erheblich ungünstiger. Eventuell wird man die Leistungsdaten durch Parabolische Solarkonzentratoren verbessern können, die das Licht konzentrieren, doch bekommt man dann auch zunehmend Probleme durch die Veränderung des Schwerpunkts durch die Solarzellenausleger - Das Raumschiff wird zunehmend schwerer zu steuern.

In den USA geht daher die Forschung dahin die miserable Energieausbeute von RTG zu verbessern: Von 4400 W Wärmeleistung werden nur 285 W zu Strom umgewandelt. In den USA arbeitet man daher an einem neuen Konzept den SRG - Strom wird durch einen Sterling Motor gewonnen. Dessen Wirkungsgrad ist erheblich höher und pro Kilogramm Plutonium liefert er 102 W. Ein klassischer RTG nur 29 W/kg, d.h. da das Plutonium das teuerste an der Stromquelle ist eine Reduktion der Produktionskosten um 70 %. Da man erheblich mehr Teile hat, die man auch vor dem Wiedereintritt schützen muss ist die Leistung pro Kilogramm Gesamtmasse aber nicht besser. Man rechnet mit 4.8 W/kg. Man hatte Bedenken, dass die mechanisch bewegten Teile eines Sterling Motors nicht für Langzeitmissionen geeignet sind, doch inzwischen liegen Erfahrungen mit 54000 Stunden Dauerbetrieb vor (entsprechend über 6 Jahren). Dabei gab es keine Schäden an den empfindlichsten Teilen: Den Kontakten.

Leider sind Missionen welche diese Technologie einsetzen könnten noch in der Schwebe, wie eine geplante Marslandesonde oder ein Jupiter Orbiter. Immerhin: Die europäische Studie macht Hoffnung, dass Europa auch einmal eine Jupitermission starten könnte - Galileo hat durch die nicht entfaltete Hauptantenne hier viele Lücken hinterlassen.

Donnerstag 3.5.2007: Ebay

Heute fiel mir bei dem Datum was ein, da hat doch jemand Geburtstag dachte ich mir - und tatsächlich. Heute vor 42 Jahren wurde Ruth Fleischer geboren, eine Schulkameradin die ich besonders mochte. (Was man vielleicht auch dran merkt, das ich den Geburtstag 21 Jahr nachdem ich sie zum letzten mal sah) noch weis. Hmmm es wäre doch mal wieder eine gute Idee ein Klassentreffen zu machen, ich glaube das letzte ist 10 Jahre oder länger her. Also hier mal einen Aufruf an meinen Klassen, vielleicht stolpert jemand über Google über diese Seite.

gehört, soll mir mal an bl @ bernd-leiterberger.de ne Mail schicken, vielleicht bekommen wir doch noch genug zusammen für ein Klassentreffen.

Nun ja aber nun zum eigentlichen Thema meines Blogs. Ich mache ja, da ich mich seit einem Jahr beträchtlich jünger fühle als ich es bin /und leider auch aussehe) Lipsync Videos. Als Gitarrenersatz diente da bisher ein Teppichklopfer oder ein Sorgo Besen. Nun dachte, eine echte Gitarre sieht besser aus. Da ich nicht drauf spiele reicht auch ein altes Ding oder eine die irgendwo einen versteckten Riss im Klangkörper hat.

Also was mach ich - ich besuche mal Ebay. Da sehe ich auch einige schöne Gitarren, doch keine gebrauchten, doch noch bezahlbare für 50-60 Euro kurz vor dem Auktionsende. Ich biete bei einer mit, starte bei 52 Euro und nach 3 Geboten ist sie bei 59 Euro. Jeweils überboten von einem Anbieter. Als ich mir mal sein Konto ansah, stellte ich fest, dass er sehr oft bei immer denselben Shops einkauft. Und wenn ich dann die Artikel sehe, dann handelt es sich immer um elektronische Gitarren eines bestimmten Modells in verschiedenen Ausführungen. Alleine am 25.4. hat er 8 Gitarren bei 2 Shops erworben. Da fragt man sich als Laie - wofür braucht der Mensch so viele Gitarren.

Man könnte nun meinen diese Person wäre Wiederverkäufer, d.h. er sucht gezielt nach billigen Angeboten die er dann selbst wieder teuer verkauft. Doch das kann es alleine nicht sein, denn dann würde er nicht nur Gitarren von einigen wenigen Shops erwerben. Ich glaube viel mehr das sind Bekannte oder die Shopbesitzer selber die verhindern wollen, dass eine Gitarre unter dem Einkaufspreis herausgeht. Sie loggen sich unter diesem Benutzer ein und machen ein Gebot das so hoch liegt wie ihr Einkaufspreis. Sie zahlen zwar eBay Gebühren, machen aber keinen Verlust beim verkauf.

Was soll das? Wenn man eine E-Gitarrre nicht für unter 60 Euro verkaufen will (ich habe keine Ahnung was so ein Ding kostet, aber das war der Preis einer an der ich mitgeboten habe), dann sollte man eben den Mindestpreis so festsetzen oder eine "Sofort-Kaufen" Option wählen. Aber nicht solche Tricks abziehen.

Nun ja wie ging es weiter? Ich habe dann einfach mal die Artikel nach Preis sortiert und nach den "Sofort Kaufen" Artikeln gesucht. Und siehe da .... Es muss ja keine echte Gitarre sein (Es ist schließlich für Lipsync) - und eine "Luftgitarre" gefunden. Die kostet nur 2.85 Euro, mal sehen ob es die nicht auch tut....

Freitag 4.5.2007: Ein Jahr Barbie Girl

Vor einem Jahr haben Lynne & Tessa "Barbie Girl" auf Google Video hochgeladen und wurden damit innerhalb von 2 Monaten zu den Stars der Lipsync Szene. Der eine oder andere, der mal auf die anderen Links auf meiner Hauptseite geklickt hat, wird feststellen, dass ich eine Fanseite für diese gemacht habe, vornehmlich deswegen weil auf ihrer eigenen Homepage so wenig von dem stand, was ich mir da gewünscht habe. Es schlossen sich einige recht unangenehme Auseinandersetzungen mit Tessa an, die ja nach der Trennung der beiden alleine die Website der beiden betreibt.

Ich habe beide kennen lernen können - soweit dies möglich ist per E-Mail oder Chat - und heute sicher ein grundlegend anderes Bild von den beiden, als vor 10 oder 11 Monaten Nachdem die Freundschaft Ende September in die Brüche ging, gibt es nach wie vor Auftritte in der Öffentlichkeit als "L&T". Klar, beide wollen wenigstens etwas aus der Berühmtheit als Lipsync Duo herausholen. Es gab zuerst eine Promotionskampagne für das Videoportal Clipfish, dann jetzt eine Show, welche im Fernsehen gezeigt wird, damit kann man sicher nicht schlecht Geld verdienen.

Die "Lynne & Tessa Clipfish Show" wird am Pfingstmontag, 28.5.2007 um 22:15 auf RTL2 ausgestrahlt und die beiden moderieren dabei vor allem Videoclips von Clipfish. In einem Trailer suchten die beiden dann auch "Lacher" welche die Benutzer hochladen sollten. 45 kamen so zusammen.

Es ist verständlich wenn man durch Zufall "berühmt" geworden ist, dass man dies ausnutzen will und Geld verdienen will. Der erste Versuch mit der Homepage und Werbung ging schief. Weil sich die Beteiligten (zu denen nicht nur die beiden gehörten) nicht über den Kurs einig werden konnten und eine Person quer gegen die anderen schoss. Sicher kann man im Fernsehen mehr verdienen, als über Werbung und kleinere lokale Auftritte. Doch ist Geld alles? Ich habe einen ziemlichen Respekt vor der Leistung bei den Videoclips, auch wenn kleinere Patzer drin sind. Die beiden interagieren nahezu perfekt, sie ergänzen sich gut, sie beherrschen ihr Mienenspiel und die Clips sind wirklich einmalig. Sie sind nicht nur lustig, sie erreichen einen auf einer tieferen Ebene, sofern man dafür empfänglich ist (Manche Leute sind es, wie ich, andere finden, es sind einfach hübsche Clips). Aber damit hat das nichts mehr zu tun. Nun sind die beiden Moderatoren, wie viele andere auch. Sie stellen Clips eines Videoportals vor, eben um dieses auch zu prompten. Das ist nichts neues. Es gibt die Myvideo Show schon seit Ende Dezember auf SAT-1 und Myvideo ist auch als Portal größer als Clipfish.

Nun müssen sich die beiden an anderen Moderatoren messen lassen, man wird sehen ob dies klappt. Die RTL Gruppe scheint selbst da einige Bedenken zu haben. Zum einen der Sendetermin - Am Pfingstmontag um 22:15 - wenn wahrscheinlich in allen Hauptsendern Spielfilme anlaufen. Zum zweiten der Sender selbst: RTL2 ist nicht nur der kleinste der RTL Gruppe sondern auch der mit dem schlechtesten Image. Früher lief da "Erotik" Programm und "Peep", neuerdings Reality-Shows, wie "Big Brother". Oder wie ich gerne sage "Titten und Assozialensender". Dann scheint es noch mal ein festes Schema zu geben, sondern weitere Sendungen sollen "in loser Folge" erscheinen. Also das klingt nicht gerade danach, als wäre RTL von dem Konzept überzeugt.

Es kann sogar unangenehme Folgen haben. Tessas Adresse ist in Fankreisen gut bekannt, auch wenn sie vom Gegenteil überzeugt ist, einfach weil jeder recht schnell mitbekommt in welcher Beziehung sie zum Domaininhaber steht. Lynnes hat sich mehr Mühe mit ihrer Anonymität gegeben und agierte bislang auch wesentlich vorsichtiger und intelligenter in dem was sie öffentlich äußerte. Die Frage ist, wie lange die beiden nach einem Fernsehauftritt noch Ruhe vor Fans haben. Es ist eine Sache Internet Fans zu haben. Diese müssen etwas interaktiv tun - Die Homepage besuchen, dort was lesen, im Forum stöbern, den Chat besuchen. Das machen viele, doch viele eben nicht. Die genießen nur die Clips und das war's. Mit dem Fernsehen erreichen sie mit einem Schlag erheblich mehr Leute, beide kommen im Fernsehen sehr gut rüber und das dürfte eine Menge (vor allem männlicher jugendlicher) Fans für sie interessieren.

Es wird aber sicher auch von Leuten gesehen werden, welche die beiden kennen - ehemalige Schulkameraden, Bekannte, Nachbarn etc. Und manch einer der vielleicht noch ein Hühnchen zu rupfen hat, wird die echten Namen und Adressen publizieren - in Gästebüchern, im Forum, im Chat. Das kam schon mal vor, als es im August einen Bericht in Focus und den RTL Nachrichten gab und dabei handelte es sich nicht um angekündigte Sendungen. Damit muss man leben und das ist sicher auch ein Grund warum ein Fernsehjob so gut bezahlt ist. Ich wünsche beiden, dass es nicht dazu kommt und sie weiter ihr Leben leben können, ohne öffentliche Aufmerksamkeit.

Zum Schluss noch was zum Schmunzeln. Als Betreiber der Fanpage wird man natürlich auch von Fans nach der Adresse, echtem Namen, Telefonnummer oder Instant Messenger Adresse gefragt, Die meisten verstehen es, wenn man drauf hinweist, dass die beiden diese Informationen nicht öffentlich haben wollen. Manche werden aber aufdringlich und versuchen es immer wieder, werden unverschämt oder rufen nachts um halb eins an. Der bisher dämlichste Versuch war der eines penetranten Fans, der nach einigen anderen erfolglosen Versuchen, mir tatsächlich eine Mail schrieb mit (in etwa) folgendem Inhalt:

"Hallo hier ist Tessa,

Mein Computer ist abgestürzt und nun habe ich Lynnes MSN Addi verloren, kannst Du sie mir noch mal zuschicken?"

Der Junge war so dämlich, dass er nicht mal die Signatur desaktiviert hat, wo dann drunter stand "mit freundlichen Grüßen <echter Name>". Komisch, in der ganzen Zeit hat mich keiner nach Tessas Addi gefragt. Alle wollen nur was von Lynne. Liegt vielleicht daran, dass man an Tessa auch anders leicht ran kommt.

Sonntag 6.5.2007: Michael Griffiths Träume

Michael GriffinDer NASA Administrator Michael Griffin hat in einem Interviewe gesagt, dass die NASA mit dem derzeitigen Budget in den nächsten 50 Jahren 3 Programme wie Apollo finanzieren kann. Nach einer Rückkehr zum Mond  soll dann dort eine ständige Mondbasis entstehen und später eine Marxexpedition. Ein Artikel sagt im wesentlich aus, dass man von 1959-1973 in etwa den gleichen Prozentsatz für bemannte Raumfahrt ausgibt wie heute (62-63 % des NASA Budgets) und man nur die Mittel umlenken müsste um diese Projekte zu decken.

Doch das ist pures Wunschdenken, denn wie Griffin selbst bemerkt: Damals gab man viel mehr Geld dafür aus. Ein US Dollar von 1967, das war das Jahr mit den höchsten Ausgaben für Apollo ist heute 4.90 mal weniger wert. Die Spitzenausgaben für Apollo lagen in diesen Jahren bei 2.9-3 Milliarden USD, das sind heute etwa 15 Milliarden USD. Die Gesamtausgaben für bemannte Raumfahrt lagen von 1959-1973 bei 206 Milliarden Dollar heutiger Kaufkraft also 14 Milliarden USD pro Jahr. Heute beträgt das NASA Budget zwar 16792.3 Millionen US-$, davon 6108.3 Millionen für ISS und Space Shuttle und 4152.5 Millionen für die Entwicklung von Bushs Mondprogramm, doch vergisst man bei diesem Vergleich, dass er unfair ist: Im wesentlichen entfallen von den 206 Milliarden 187 auf Apollo entfallen. Und Apollo erzeugte diesen Finanzaufwand in 8 Jahren von 1964-1971. Innerhalb dieses Zeitraums brauchte man etwa 21 Milliarden pro Jahr, anstelle der 10.5 die heute zur Verfügung stehen.

Natürlich unterscheidet uns heute vieles von den sechziger Jahren. Apollo war unter anderem so teuer, weil man erst einmal die gesamte Entwicklung finanzieren musste. Es ist ein Riesensprung von den Versagern der Atlas vor dem Mercury programm mit Triebwerken von 667 kN Schub zu den F-1 Triebwerken mit 10 mal mehr Schub und einer enormen Zuverlässigkeit. Das gleiche gilt für das Apollo Raumschiff und andere Investitionen. Das ist typisch für Neuentwicklungen. So war die Entwicklung der Centaur Oberstufe erheblich teurer als 20 Jahre später die Entwicklung der Ariane 1, obwohl es sich nur um eine Stufe handelte. Mit diesen Investitionen wurden heute noch benutzte Teile geschaffen - Die Startkomplexe des Space Shuttles stammen von der Saturn V, Das VEB ebenfalls. Als die NASA eine zweite Startrampe für den Space Shuttle in den achtziger Jahren in Vandenberg baute kostete diese alleine 3 Millairden USD. Dazu kommen die 70 m Antennen des DSN, Prüfstände und vieles andere mehr. Aus diesem Grund wäre heute ein "Apollo 2" preiswerter und das geplante Programm nutzt ja auch ausgiebig schon entwickelte Hardware.

Doch wenn man dann eine permanente Mondstation bauen will, dann muss man auch hier neues entwickeln, denn dies gibt es bislang noch nicht, das gilt noch mehr für eine Marslandung. Alleine schon wegen den Massen die man dafür befördern muss - Die Ares V soll 150 t in einen Erdorbit befördern. Pläne zum Mars die man in der Vergangenheit angestellt hat gingen von einer Startmasse von 815-1270 t in einen Erdorbit aus. Das man dies nicht aus der Portkasse zahlt dürfte selbstverständlich sein. Die ISS - eine große Raumstation, aber nichts völlig neues, vorher gab es schon Skylab, Saljut und Mir - kostet wenn sie fertig ist 100 Milliarden USD. Oder soviel wie man nach Griffin für 10 Jahre zur Verfügung hätte - und diese umkreist gerade mal die Erde und wir haben jetzt Probleme sie fertig zu stellen (sie sollte eigentlich seit 2003 fertig sein). Wie bitte will man wenn man so etwas banales nicht mal jetzt schafft eine Marsexpedition finanzieren wollen?

Irgendwie passt Griffin zu Bush - Er glaubt wie er an Märchen. Bush an das Märchen, man marschiert einfach in den Irak ein, verjagt Hussein und alles ist gut und Griffith dass man mit der Portokasse zum Mars fliegen kann. Dabei braucht die NASA heute keine Träumer sondern Leute die auf dem Boden stehen und mit den verfügbaren Mitteln das beste anfangen können.

Montag 7.5.2007: Die zehn schlechtesten Computer

Am Wochenende bin ich über die Liste der 10 schlechtesten Computer aller Zeiten gestolpert. Vielleicht zu meinem Glück habe ich nur einen davon besessen, dazu etwas später mehr. Die meisten kannte ich nicht mal per Namen. Doch hier einige Bemerkungen zu einigen Geräten:

#9. New Internet Computer (2000) : Oracle Chef  Larry Ellison hatte 1995 die Idee des Internet Computers. Die Idee klingt zuerst verführerisch: Warum soll sich der Anwender mit der Installation von Betriebssystemen, Anwendungsprogrammen und Treibern herumschlage, bei Problemen Admins oder Hotlines anrufen. "Thats all just kidding!". Stattdessen sollte ein festplattenloser Client von dem Netzwerk booten und ein Java Betriebssystem sollte die Anwendungen von einem Server als Applets holen und dort auch die Daten Speichern - Datensicherung, Installation neuer Anwendungen - das alles sollte der Provider machen.

Bevor Sie als Computer-Nerd anfangen loszulachen: Für die meisten beruflich genutzten Computer wäre das die ideale Lösung gewesen. Anwender haben da nicht einfach die Möglichkeit zu installieren was sie wollen. Sie bekommen einen Computer mit vorinstallierten Anwendungsprogrammen und ohne Rechte was neues zu machen. Trotzdem gibt es die Bedrohung aus dem Internet durch Sicherheitslücken des Betriebssystems - das alles gäbe es da nicht. Selbst verschiedene ältere Anwender die heute gerne ihr System kaputt konfigurieren und mit einer Handvoll von Anwendungen arbeiten wäre dieses Konzept nicht dumm.

Es scheiterte an drei Dingen: Das erste war dass dieses System aus Java langsam war. Bis man einen Prozessor entwickelt hatte der Java nativ ausführen konnte verging so viel Zeit, dass diese Geräte unattraktiv wurden.

Das zweite war das Vorhanden sein von schnellen Netzanschlüssen - Diese gab es 1995 einfach noch nicht. Selbst als das erste Gerät 2000 erschien war ein DSL Anschluss maximal 1 MBit schnell - Wie lange dauert es dann nur ein Office Packet zu starten?

Das dritte war, dass die Leute sich nicht gängeln lassen wollten und installieren wollten was sie selbst wollen.

Interessanterweise kommt das Konzept heute bei 16 MBit DSL Leitungen wieder auf. Diesmal als Web 2.0: Es gibt schon erste Office Pakete bei denen man im Browser arbeitet. Noch sind die Funktionen rudimentär. Weiterhin gibt es heute mit Flash Speicher die Möglichkeit recht viel Daten billig zu speichern ohne eine Festplatte zu brauchen. Vielleicht ist der zukünftige Network Computer ein mobiles Gerät wie ein PDA.

#7. Commodore VIC 20 (1981) : Als ich meinen ersten Computer kaufte kamen vom Preis her eigentlich nur der ZX81, der VC-20 und der Ti-99/4a in Frage. Der ZX-81 sah so billig gemacht aus, dass ich von ihm Abstand nahm. Bei dem VC-20 störte mich, dass der Speicher so gering war und wenn ich 16 KByte haben wollte, 2 Speichererweiterungen kaufen musste, die den Preis anhoben auf den eines Ti-99/4a. Der VC-20 war ein erfolgreicher Computer, aber kein wirklich guter. Man hatte bei Commodore einen Prozessor entwickelt der die Signale für einen Anschluss an das Fernsehgerät erzeugte und man hatte vergeblich versucht diesen bei Atari und anderen Spielkonsolenherstellern zu verkaufen. Als dies nicht gelang braute man einfach um den Prozessor herum einen Computer - und heraus kam der VC-20. Ein gerät mit schlechter Grafik, die man noch dazu nur in Assembler programmieren konnte und recht wenig Speicher. Dazu diese komische Darstellung von 22 Zeichen pro Zeile bei 23 Zeilen. Gedacht war es eigentlich als Basis um Spiele einzuschieben in eigenen Modulschacht - Doch die Leute nutzten ihn zum Programmieren und so schob Commodore recht schnell den C-64 hinterher, der viel mehr Speicher hatte und auch eine vernünftige Bilddarstellung.

Ti 99/4a#6. Texas Instruments TI-99/4 (1979) : Ich kaufte dann den Ti-99/4a (man beachte das "a"). Den Nachfolger des Ti 99/4. Über diesen kann ich wenig sagen, doch über den TI 99/4a. Obwohl er schon eine verbesserte Version war, war der Computer sehr langsam 2-3 mal langsamer als ein VC-20 oder C-64. Und dies obwohl er einen 16 Bit Mikroprozessor hatte der mit 3 MHz lief. Der Grund war eine total verkorkste Systemarchitektur: Das gesamte RAM war im Adressbereich des Videoprozessors. Direkt adressieren konnte der Hauptprozessor nur 256 Bytes. So musste er immer warten bis der Videoprozessor fertig war. Der Basic Interpreter war zudem schlecht programmiert. ein Modul, Extended Basic war doppelt so schnell. Es gab enorm viel Peripherie, sogar eine Erweiterungsbox mit Steckplätzen,. aber alles war sehr teuer.

Hätte TI dem Rechner 64 K RAM und ein separates Videoram spendiert, so wäre er sicher erfolgreich gewesen. Ti wollte den Rechner aber nicht zu leistungsfähig machen, schließlich verbaute man den Prozessor auch in Geräten, die etwa 10 mal teurer waren (es handelte sich um den TMS-9900, den ersten 16 Bit Mikroprozessor der Welt). Als man den Fehler erkannte und mit dem Ti 9978 eine Version nachschob, die sogar den IBM-PC hinsichtlich möglichem Speicherausbau blass aussehen lies war es zu spät.

#4. Apple III (1980-1984) : Der Apple II war ein Erfolg. Danach ging man an den Apple III, der viel besser sein sollte - Mehr Speicher, eine 80 Zeichendarstellung ohne Zusatzkarte, integrierte Laufwerke, schneller. Doch man bekam die Hardware nicht in den Griff. Die ersten Geräte überhitzten und mussten zurückgerufen werden. Zudem war der Apple III nicht vollständig kompatibel zum Apple II, eine Bedingung für viele Anwender. Vier Jahre lang propagierte Apple den Apple III als strategisches Produkt für die Zukunft, vier Jahre lang finanzierte der gut laufende Apple II Verkauf das Fiasko des Apple III, bis man das hoffungslos überteuerte Gerät endlich einstampfte und mit dem Macintosh einen erfolgreichen Neuanfang hinlegte. Selbst Steven Wozniak bezeichnet den Apple III als schlechten Computer . und dies will etwas heißen.

#3. Coleco Adam (1983) : Nachdem ich den Ti 99/4a nach einem Jahr verkaufte, wartete ich auf einen Computer der ihn ablösen konnte, und war nicht so zufrieden, bis ich in der Presse von dem Adam hörte: Einem Komplettsystem (das war im Heimcomputerbereich wo man nur die CPU mit Tastatur und Speicher, aber ohne Massenspeicher und ohne Monitor kaufte etwas neues). Aber er kam nicht. Der Adam war ein Komplettsystem mit Magnetbandlaufwerk (eine schnellere Alternative von den Audiokassetten auf die wir damals unsere Programme speicherten) und Drucker. Nach einem Jahr Wartezeit gab ich es auf als ich den CPC 464 sah - Ein Rechner mit eingebautem Kasettenrekorder und Monitor - Nicht Fernsehanschluss ! - mit sagenhaften 80 Zeichen pro Zeile und das unter 1000 Mark!

Dei restlichen Computer auf der Liste kenne ich nicht oder habe mich mit ihnen nie beschäftigt. Ich vermisse aber die MSX Rechner, wahrscheinlich sind sie nur deswegen nicht auf der Liste weil sie es nicht in die USA schafften (PC Wourld ist ein US Blatt). Doch ich habe mich mal mit Ihnen beschäftigt.


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