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Web Log Teil 268: 20.3.2012 -

17.3.2012: Teuer ist auch nicht besser

Ihr erinnert euch ja vielleicht noch an den Blog wo ich über die "Geiz ist Geil" Mentalität mich ausgelassen habe. Am Ende habe ich ja auch gefragt ob "teuer" besser ist als "billig". Und ich habe auch erwähnt dass nun ein Kauf ansteht, nämlich der eines neuen Fahrrads. Die Erfahrungen daraus will ich weitergeben. Dass ich es im Fachhandel kaufen würde stand fest, nur welches Modell nicht. Stiftung Warentest war auch keine Hilfe, so waren als gut getestete Fahrräder von 2010 schon nirgendwo mehr verfügbar. Super, Fahrräder haben nun die gleiche Lebensdauer wie Computer. Dafür bemängelte Stiftung warentest, dass die Gestelle im Belastungstest bei 5.000 bis 12.000 km brachen, aber das ALDI Fahrrad von 2007 hielt 24.000 km durch - spricht nicht gerade für die Markenqualität.

Okay, so bin ich also in den ansässigen Fahrradshop gegangen und zuerst ging auch alles gut. Das was ich wollte - ein Cityfahrrad gibt es (dort) kaum noch. Sechs Stück gab es in einer ganzen Halle voller Fahrräder. Zitat des Ladeninhabers - "heute werden nur noch Pedelec Fahrräder verkauft" (bezogen auf den Einsatzzweck also kurze Strecken und Einkäufe). Ich habe da meine Zweifel. Erstens weil diese 2.000 bis 3.000 Euro kosten und zweitens, weil ich die noch nicht in der Menge auf der Straße sehe. Aber das war Wurst. Ich wollte ja nur eines und sechs Modelle reichen auch zum Auswählen aus.

Schnell war ich bei einer Probefahrt eines Geräts, das auch recht gut war, aber am rechten Pedal eierte. Wie ich erfuhr, kann das Passieren bei bestimmten Gewinden. Tröstlich das das auch den Profis so passiert - mir ist es nämlich auch so beim ALDI Fahrrad und dem Selbstaufschrauben gegangen. Das war der einzige Mangel. Das Fahrrad war auch im Preis in Ordnung (550 Euro) und ich sagt noch dass das auch meine Preisvorstellung (500 bis 600 Euro) war. Aber weil das Pedal eierte, habe ich dann noch das zweite probiert. Es fuhr genauso gut aber ohne eiernde Pedale und hatte nach Angaben des Verkäufers auch einen leuchtkräftigeren Dynamo. Da ich zweimal in der Woche in den Nachbarort nachts fahre, nicht ganz unwesentlich. Aber so wie es eingestellt war, ging es nicht. Also zuerst die Bremse weniger stark anziehen, dann den Sattel höher. Trotzdem war für mich der Lenker zu weit weg. Beim Inspizieren meines alten Fahrrads war klar, dass ich die City-Lenker mit aufrechter Haltung gewöhnt war und ich bekam dann einen City-Lenker. Die letzte Testfahrt war okay, nun war der Lenker zu hoch, und die Bremse zu leicht. Da ich mit dem Fahrrad kam, sagte ich dass man das bitte noch bis Mittwoch korrigiert, dann würde ich es abholen und ich ging ans Bezahlen.

Nun erst stellte sich heraus dass dieses Modell 799 Euro kostet, also 250 mehr als das andere. Da das eigentlich völlig okay war, nur ich eben keine eiernden Pedale haben wollte (was ja schon ein Mangel ist, der nicht akzeptiert werden muss) und mich keiner auf den Preisunterschied aufmerksam gemacht hatte und auch niemand darauf einging, dass ich vorher als Preisziel 500 bis 600 Euro genannt hatte, war ich verärgert. Wenn nicht schon eine Stunde lang an dem Rad rumgeschraubt wurde, ich hätte wahrscheinlich gesagt, ne so teuer will ich es nicht und das anderer genommen - (zumindest nach Korrektur des offensichtlichen Mangels). In der Retroperspektive wäre das besser gewesen, für den Shop und für mich, aber ich bin eher der "Frisst was in sich hinein" Typ als jemand, der aufmuckt.

Daheim ging das Ärgern weiter. Ich bin auf die Herstellerseite gegangen und habe festgestellt, dass dort das Modell (Feldmeier FC54) für 749 Euro steht, also 50 Euro billiger. Also auch noch mehr als den vorm Hersteller empfohlenen Preis bezahlt...

Heute habe ich es nun abholt. Anders als bei einem dreimal billigeren ALDI Fahrrad bekomme ich nichts mit - keine Garantiekarte, keine Anleitung (insbesondere wichtig für die Schaltung wenn man mal einen Platten wechseln muss) und als ich fragte, "wo ist der Ersatzschlüssel für das Schloss?" stellte sich raus, dass ein 799 Euro Fahrrad kein Schloss hat! Super - vielleicht druckt ihr noch den Preis mit auf den Rahmen? Eine fehlende Türklingel hatte ich schon beim Besichtigen angemahnt, die gab es immerhin.

Was es gibt ist ein Fahrradpass mit vier Servicedaten - nach 300 km, 1 Jahr, zwei Jahren und drei Jahren. Jeweils mit Raum für den Stempel. Also frage ich nach, in dem Irrtum, für diesen kräftigen Preisaufschlag zum Herstellerpreis sind dann diese Servicetermine kostenlos. "Nein das ist der vorgeschriebene Service, damit die Garantie gilt. Wenn sie ein Auto kaufen müssen sie ja auch die Inspektion zahlen". Ah ha, also das sind bei den Preisen des Fahrradshops dann nochmal 4 x 40 Euro die ich bezahlen müsste, nur damit die Herstellergarantie greift (beim ALDI Fahrrad gibt es einen solchen Passus nicht und dort gilt sie auch drei Jahre). Wenn ich dass zusammenrechne und das so machen würde, dann würde mich das Fahrrad also 959 Euro kosten. Nur mal so als Vergleich: Mein ALDI Fahrrad kostete 229 Euro. Es ist nicht so schick, einige Kilogramm schwerer, hat einen Gang weniger und weder einen guten Standfuss noch einen guten Gepäckträger. Aber das war's schon an Unterschieden. In einigem ist es sogar besser: Es hat keine Kunsstoffverkleidungen bei den Rädern, es hat ein Schloss und es hat eine leicht ohne Werkzeug verstellbare Kupplung für den Sattel - der Schaft war bei meinem von mehreren Verstellungen schon zerkratzt und die Leuchtkraft der Beleuchtung ist auch vergleichbar: Für 799 Euro gibt es Halogen, keine LED! Eine 10 Euro LED Taschenlampe (ratet mal woher) die ich bisher zusätzlich montiert habe, ist um einiges besser. Mein letztes Fahrrad hat 12 Jahre gehalten, wobei ich allerdings die ersten 6-7 Jahren es nur für kurze Strecken gebraucht habe. Die letzten beiden davor, die regelmäßig längere Strecken zurücklegten waren 6 und 7 Jahre in Gebrauch. Wenn ich 8 Jahre mal als Durchschnittsalter ansetze, dann könnte ich mir also alle zwei Jahre ein neues ALDI-Rad leisten für das was ich nun für dieses Modell ausgegeben habe und würde imer noch Geld sparen, weil ich da weniger Service brauch, denn in 2 Jahren verschleißt es weniger.

Tja, werden sie sich nun fragen: worüber regt sich der Bernd auf. Sekundär, darüber das das Fahrrad 200 Euro mehr gekostet hat als ich veranschlagt habe. Primär, weil ich für einen höheren Preis mehr erwarte - mehr Service oder eine höhere Qualität und bei beidem hapert es. Es gibt eben nicht nur billig als abschätziges Wort oder hochwertig als Gegensatz zu Discounterware. Es gibt auch noch die Worte überteuert und Service endet wenn das Geld über die Theke wandert. Das war das letzte Fahrrad, dass ich beim ansässigen Händler gekauft habe.

20.3.2012: Das Militär hat's ja

Der Artikel über das Dreamspy Projekt führt mich zu meinem heutigen Artikel. Es ist charakteristisch für das Militär Dinge zu finanzieren, von denen der allgemeine Menschenverstand sie für unmöglich oder extrem schwer zu realisieren hält. So versuchte das US-Militär schon nach wenigen Jahren nach dem ersten Satelliten ein Frühwarnsystem aus Satelliten mit IR-Sensoren aufzubauen (MIDAS). Mehrere Aufklärungsprogramme wurde parallel gestartet (SAMOS, KH-5, KH-8( und wieder eingestellt

Anfang der sechziger Jahre gab es die Pläne für ein militärisches Shuttle das Dyna Soar, später die für eine militärische Raumstation und auch auf das Design des Shuttles nahm das Militär massiv Einfluss. Der Sollte nämlich ursprünglich viel kleiner und mit Stummelflügeln designt werden. Derzeit befindet sich das X-37B in Erprobung und keiner weiss wofür es gut sein soll.

Bei der Raumfahrt sind die Träume noch überschaubar, auf der Erde wird noch viel mehr Geld ausgegeben. Sei es für das Radar "unsichtbare" Bomber und Jäger wie die B-2 (Stückpreis: 2 Milliarden Dollar) F-117 oder jetzt den F-35. Sie funktionieren zwar, sind aber extrem teuer. Das meiste Geld ist locker zu machen mit der Furcht vor einem nuklearen Angriff und wie man ihn verhindern kann. Es gab mindestens drei große Projekte für Raketenschutzschilde in den USA.

Das erste unter Nixon, das auch einsatzbereit wurde - es hätte gegnerische Raketen mit Atomsprengköpfen bekämpft die in der Hochatmosphäre (Safeguard). Es stieße wegen drr dadurch entstehenden radioaktiven Verseuchung auf Ablehnung bei den Farmern (geschützt wurden vorwiegend die Minuteman Raketensilos). Dann kam das teuerste Projekt Reagans SDI. SDI sagt viel über die intellektuellen Fähigkeiten Reagans aus. Einige Wissenschaftler mahlten ihm die Vision aus, dass man zehntausende von Atomsprengköpfen vom Weltall und später auch vom Boden aus mit Partikelwaffen, Laserstrahlen und Hochenergieprojektilen ausschalten könnte und er glaubt das und gibt Zig Milliarden für ein Forschungsprogramm aus.

Das beste und das ist auch charakteristisch für das Militär ist, dass die andere Seite auch an die Verwirklichbarkeit glaubt. Also wenn jemand was so Tolles erforscht, dann kann es ja nicht sein, dass es nicht funktioniert. SDI war Thema bei den Verhandlungen von Reykjavik, als Reagan und Gorbatschow sich über die Halbierung der Atomsprengköpfe einig wurden. Gorbatschow machte sogar den Vorstoß auf nur 100 A-Bomben runter zu gehen, verlangte abe das SDI eingestellt würde - es scheiterte daran das Reagan darauf nicht eingehen wollte.

Heute werden Unsummen für ein neues System ausgegeben, dass nun nicht mehr vor vielen Sprengköpfen schützen soll, sondern vor wenigen. Vieleicht funktioniert es mit diesem Anspruch sogar. Die Frage ist natürlich welchen Nutzen es hat. Wer sollte Diktatoren in Nordkorea oder dem Iran daran hindern eine Atombombe mit einem Containerschiff nach New York zu verschiffen und dort zu zünden? Wofür den Riesenaufwand treiben eine ICBM zu entwickeln?

Nun ist es ja nicht nur das US-Militär. Auch Russland entwickelte viel, so ein System um Atombomben in den Orbit zu bringen und so die USA von Süden aus anzugreifen - das wurde in den späten sechziger Jahren sogar getestet. Oder ein Düsenflugzeug das über dem Wasser segelte und das riesig war. In Deutschland gab es Ende des zweiten Weltkriegs auch jede Menge verrückte Erfindungen wie raketenangetriebene Abfangjäger in Holzbauweise, Jäger mit zwei Propellern: einer zieht, einer schiebt. Genauso waren die V1 und V2 zwar tolle Erfindungen, aber militärisch wirkungslos, Das ganze V-2 Programm soll etwa 2 Milliarden Reichsmark gekostet haben. Mindestens 550 Millionen Reichsmark kostete die Entwicklung bis 1942. Dazu kamen die Fertigung in Peenemünde und später bei Nordhausen. Damals kostete die Fertigung eines "Tiger" Panzers 750.000 Reichsmark, eines Jägers des Typs "Messerschmidt 109G" 250.000 Reichsmark und die des Schlachtschiffs "Bismarck" 196 Millionen Reichsmark. Man hätte für dieses Geld also 10 Schlachtschiffe der Bismarck Klasse, 2.700 Tiger Panzer oder 8.000 Messerschmidt 109 fertigen können. Wie hätte dies den Krieg beeinflusst? Dagegen waren die V-2 als Waffe mit einer Zielgenauigkeit von etwa einem Kilometer weitgehend wirkungslos.

Aber das zeigt gerade die Sache mit dem Militär. Es geht nicht so sehr um den Nutzen. Es geht darum etwas zu haben, was dem Gegner Sorgen machen kann - eine Waffe gegen die man sich nicht wehren kann wie die V-2 (auch wenn sie keinen echten Nutzen hat) oder Flugzeuge die man auf dem Radar nicht sieht (was natürlich nicht heißt dasss Abfangjäger oder IR--gesteuerte Boden-Luftraketen sie nicht abschießen können).

Noch erstaunlicher ist, dass die zivile Raumfahrt aber auch andere Forschung dauernd hinterfragt wird, aber für solche militärischen Projekte es praktisch keine Sinnesfrage und Kostenkontrolle gibt, ja per Definition nicht geben kann, denn diese Projekte sind "schwarz". Sie tauchen in keinem Haushalt auf und ihre Kosten werden verschleiert. So schwarze Kassen wünsche ich mir mal für die planetare Raumfahrt....

19.3.2012: Vermischtes aus den Nachrichten

Ich will in diesem Blog mal einige Nachrichten aus dem Bereich Raumfahrt kommentieren. Zuerst einmal freue ich mich wenn ich recht habe: Seit Jahren postuliere ich, dass es Zeit wird Satelliten nur elektrisch anzutreiben, und nun werden endlich die ersten gestartet, die zumindest sich aus der GTO Bahn in die GEO Bahn hochspiralen - das dauert 6 Monate, aber spart bis zu 2.000 kg Treibstoff, weil nicht nur Treibstoff für das Bahnanhebungsmanöver, sondern auch später für die Aufrechterhaltung des Orbits gespart wird. Heute bestehen Kommunikationssatelliten etwa zu 50-65% nur aus Treibstoff. Der einzige Wermutstropfen ist, dass sie von der falschen Trägerrakete gestartet werden. Immerhin, wird das ein Trend, dann kann sich die ESA eine Erweiterung der Ariane 5 sparen, weil dann wieder die Doppelstarts problemlos möglich sind.

Nun ist mir nicht entgangen, dass die Falcon 9 mehr Aufträge erhält - kein großer Run, Arianespace konnte in den letzten Monaten mehr Aufträge ausweisen, aber immerhin, vorher waren es ja fast keine GTO-Transporte. Verändert das meine Meinung von SpaceX? Natürlich nicht. Zum einen gab es schon mal ein Modell, das 16 fest gebuchte Aufträge vor dem Jungfernflug hatte und sie alle verloren hat - die Delta III. Zum anderen gibt es in der Raumfahrt auch andere Beispiele, wo man Sicherheit opferte um billiger zu sein. Bei Raumsonden war es das Discoveryprogramm, das nach drei verloreneren Raumsonden eingestampft wurde und bei Trägern waren es die ersten Shuttelflüge, die wie sich nach Challenger herausstellte, extrem viel Sicherheit opferten, nur um eine hohe Startfrequenz und niedrige Startkosten zu erreichen. Neben den verschiedenen Ankündigungen die ja mehr ins Reich der Wunschträume gehören ist es ja im Prinzip eines was mich misstrauisch macht - wenn es so einfach ist so billig zu sein. Was machen dann alle, auch Russen und Chinesen falsch? Also wenn im täglichen Leben jemand alle anderen Anbieter nicht ein bisschen sondern um den Faktor 2 unterbietet, dann sucht man danach wo was faul ist. Und irgendwas ist faul, ich tippe mal auf Qualitätskontrolle und Tests. Wenn die Firma ja schon Triebwerksausfälle nicht für erwähnenswert heißt, dann wage ich nicht dran zu denken was da noch im Argen ist.

In den achtziger Jahren war ich Fan von Dallas. Was mir damals so unwirklich vorkam, war das Ewing Oil mal im Geld schwamm, mal fast bankrott war. Looser wie Cliff Barnes sind plötzlich so reich dass sie Ewing Oil aufkauen können. Wie ich durch die Börsen Auf und Abs der letzten Jahre weiß, ist das nicht so weit hergeholt. Selbst Weltkonzerne mit stabilen Verkaufszahlen wie Daimler-Benz können innerhalb von drei Jahren ihren Wert verdoppeln - nun zumindest wenn es nach dem Aktienkurs geht. Nun haben wir ein weiteres Beispiel - sie ahnen es, es ist Elon Musk. Er ist nun 2 Milliarden Dollar "wert". Zumindest auf dem Papier. Daran sind nun allerdings nicht so sehr die SpaceX Beteiligungen schuld, sondern der Anteil an Tesla. Wie wechselhaft die ganze Sache ist, zeigt auch, dass er letztes Jahr noch 680 Millionen wert war. Als er 2002 Paypal verkaufte, hatte übrigens noch 1,5 Milliarden. Auch das zeigt das Auf und Ab. Vor einigen Jahren kam er auch in die Schlagzeilen, als er kurzfristig ohne liquide Mittel dastand, was ihm aber bei der Scheidung half, die mit 5 Millionen Dollar recht preiswert war.

Das letzte ist das Thema zweierlei Maß. Da gibt es die Empörung über einen angekündigten! Start von Nordkorea. Ich zitiere mal die US-Seite: “would pose a threat to regional security and would also be inconsistent with North Korea’s recent undertaking to refrain from long-range missile launches,” Die Südkoreaner sind noch extremer. Dabei handelt es sich um einen Startversuch in einen polaren Orbit. Keinen Waffentest. Wo bleiben die US-Proteste bei den bisher zwei Startversuchen von Südkorea? Was ist mit euren eigenen nur militärischen Raketentests zum Beispiel um Antiraketenwaffen zu entwickeln. Der zivile Einsatz einer Rakete ist nach internationalem Recht jeder Nation erlaubt, auch wenn es den Amis nicht passt. Der Bambi für Scheinheiligkeit geht diesmal an das State Department.

Übrigens: Die Startkosten für Satelliten sind noch zu gering. Die Industrie sollte mal anfangen sie über alle Träger zu erhöhen. Mit den Dingern kann man enorm viel Schotter machen. "DirecTV Group in 2011 generated $27 billion in revenue. It owns 10 satellites in orbit, five in Ku-band and five in Ka-band. According to Goswitz, nearly three-quarters of the company’s total revenue is from the Ka-band capacity, or around $20 billion".

Also mit 5 Satelliten mache ich rund 20 Milliarden Umsatz im Jahr. Da ist ein Start für 100 Millionen Dollar ehrlich gesagt noch viel zu billig. Mein Vorschlag an Arianespace, CWIC, SpaceX und ILS: Erhöht die Startpreise im 30% und alle sind in der Gewinnzone. Die Kunden können es sich leisten....

22.3.2012: Meine Meinung zu Pedelec, Elektrocar und Co

Also wenn ich der Meinung meines Fahrradhändlers glauben soll, dann kauft heute keiner mehr ein City Fahrrad sondern ein Elektrofahrrad. Na ja wenn ich es nicht bei ihm kaufe (2000 bis 3000 Euro pro Stück - da ist ein Mofa mit mehr Möglichkeiten billiger) sondern bei Aldi, dann ist es auch finanzierbar und dann sind ja alle Automobilbauer fleißig am Entwickeln von Elektroautos. Ich bin da skeptisch. Bei beiden Modellen. Nicht wegen der Fahrstrecke oder Geschwindigkeit, sondern den Akkus. Also ich nehme mal als Ausgangsbasis die angaben eines Pedelecs aus dem aktuellen Aldi-Prospekt:

Also das Rad ist rund 6-7 kg schwerer als mein Aldi Fahrrad. Davon gehen rund 2 kg auf den Elektromotor, was 4 kg für den Akku lässt. Dieser hat 360 Wh, das ist eine Energiedichte von 90 Wh, was angesichts der Hülle die ja auch noch dazukommt, realistisch ist. Dazu passt auch die Fahrtstrecke, die rund 1,44 Stunden bei voller Leistung entspricht. Gehe ich davon aus, dass man nicht immer volle Leistung braucht ist das realistisch.

So weit so gut. Wenn nun aber jemand nur mal 10 km am Tag fährt (entsprechend bei einem Weg zur Arbeit 5 km hin und zurück, also keine große Strecke), dann muss er den Akku einmal pro Woche aufladen. Wenn ich die höhere Geschwindigkeit nutze für mehr Strecke (bei 25 km/h und maximal 20 Minuten Fahrtzeit sind es leicht 16-17 km/tag) reicht die Ladung sogar noch kürzer und dann gibt es noch kleinere Fahrten zum Einkaufen etc. Wie lange könnt ihr Akkus aufladen? Also ich rechne mit 20 Ladevorgängen, dann verlieren sie aber rapide an Kapazität. Nehmen wir mal an, die Ladegeräte für ein so teures Gerät sind besser als mein 30 Euro Ladegerät und es sollen 100 Ladevorgänge sein, dann hebt der Akku maximal 2 Jahre. Danach braucht man einen neuen, und wo bekommt man den her? Selbst wenn wette ich ist er nicht gerade billig. Ich denke nur mal an die gesalzenen Preise von Notebookakkus, die einen Bruchteil dieses Monstrums wiegen.

Die Situation ist übertragbar auf die Akkus von Autos. Weil die Fahrstrecke absolut ja nicht hoch ist, wird man bald auswechseln müssen, wenn sie an Kapazität verlieren. Es sind also zwei Dinge nötig: Akkus, die man sehr oft aufladen kann, Ziel: 1000 Zyklen, das entspräche 20 Jahre bei einer Ladung pro Woche. Oder ein Recyclingsystem bei dem man den alten Akkus abgibt und einen neuen dann günstig erhält, weil man den alten einfach aufarbeiten kann. Sofern man dies nicht gelöst hat macht meiner Ansicht nach es keinen Sinn weiter diese Technologie zu propagieren.

Es ist im Prinzip möglich: Die Akkus an der ISS halten 5 Jahre und sie werden 14-15 mal pro Tag aufgeladen. Das sind über 25.000 Zyklen. Neben der Technologie gibt es ein Geheimnis dafür: Sie werden nie mehr als ein Drittel entladen. die so schädliche Tiefentladung bleibt so bis zum Schluss aus und sie können so auch über diese Zeit 2/3 der Nennkapazität verlieren bis sie ausgetauscht werden müssen. Nur geht das auf der Erde nicht - Akkus die dreimal weniger Kapazität haben würde man wohl nicht akzeptieren.

Da die Akkus zumindest die Lithiumionenakkus auch mit wertvollen Metallen voll sind die noch dazu sich bei Beschädigung an der Luft entzünden, sollte es auch im Interesse der Firmen sein, ein Recyclingsystem aufzubauen. Spätestens wenn es mehr Elektroautomobile gibt die ja dann Akkus von 100 kg oder mehr Gewicht haben, wird es sonst ein kleines Versorgungsproblem geben. Dazu gehört dass man vielleicht anfängt die Dinger zu standardisieren sodass es wie bei Batterien eben nur eine Handvoll Standardgrößen gibt und nicht beliebige Formen und Größen. Das mag bei Notebooks noch unumgänglich sein, weil man dort den knappen Platz ausnutzen muss, aber nicht bei Fortbewegungsmitteln.

21.3.2012: Vermischtes

Wie ihr sicher schon festgestellt habt, blogge ich nun wieder öfter. Mein Programmierjob ist beendet und die Vorlesungen für dieses Semester ebenfalls. Allerdings denke ich werde ich tief gehende Themen trotzdem mit seichteren Blogs wie diesen hier mischen. Heute geht es einfach nur um einige Dinge, die mir so auffielen.

Fangen wir mal mit was Persönlichem an. Ich werde in der zweiten Aprilhälfte wieder in Urlaub gehen, na ja fast. Zweimal schaue ich nach dem Rechten bei unserem Ferienhaus und erledige die Arbeiten, die da anfallen. Da werde ich so um die 10 Tage wegfahren und das ist natürlich DIE Gelegenheit für Gastblogs. Ich sage das jetzt schon, dass ihr euch Gedanken machen könnt. Ansonsten werde ich sicher die Zeit mit ein paar Artikeln aus der Konserve füllen.

Inzwischen bin ich bei der Endversion des Manuskripts über Computergeschichten. Ich hatte es ja schon vor einem Jahr in der ersten Version fertiggestellt, aber dann brachen zwei Korrekturleser ab. "Elendsoft" hat es nun in Rekordzeit durchgelesen und fand es wären keine Fehler mehr drin - hoffentlich hat er recht. So kann ich das Projekt auch bald abschließen. Danach werde ich an das Manuskript über das MSL gehen, das ich auch schon einmal durchgelesen habe. Nach dem zweiten Mal geht es dann an die Korrekturleser. Ich habe mir vorgenommen nun nach und nach alles, was noch an Buchprojekten in der Pipeline ist, fertigzustellen. Das sind nicht weniger als vier - Computergeschichten, MSL und Phobos Grunt, "Das ist kein Diätbuch" und die Neuauflage des Raketenlexikons 1. Alle sind in verschiedenen Stadien der Bearbeitung. Da die Verkäufe aber seit drei Quartalen stark rückläufig sind, so auch in diesem nur knapp 60% des Vorjahresniveaus erreichen, werde ich erst mal nichts neues starten. Bis alle Projekte fertig sind, denke ich, kann ich dann entscheiden, ob damit mein Ausflug ins das literarische damit endet. Ich habe ja noch eine gewisse Hoffnung, dass die Computergeschichten und das Diätbuch mehr Leser finden, schlussendlich generiert das „Was ist Drin Buch“ jetzt schon mehr als ein Drittel der Umsätze, obwohl es ein eher preiswertes Buch ist und nur eines von 12. Es kann sein, dass ich mich dann mehr auf diesen Bereich konzentriere oder eben ganz aufhöre – 15 Bücher sind ja auch genug.

Dann will ich noch ein bisschen Fernsehen kommentieren. Seit zwei Monaten läuft nun Thomas Gottschalks Show im Ersten. Es ist nicht der große Publikumsmagnet geworden. Das ist auch leicht erklärbar, denn es ist Thomas Gottschalk wie bei Wetten dass - die Couchgespräche ins Studio verlagert. Also es kommen Stars um neue Filme, CD's oder anderes vorzustellen oder es gibt seichtes Geplauder von Thomas Gottschalk , wie immer nicht vorbereitet. Was abends als Unterhaltung zwischen den Wetten noch funktioniert hat, trägt alleine eine Sendung nicht. Wenn Stars da sind, dann erwarte ich weitergehende Gespräche, bei denen ich etwas mehr erfahre. Gottschalk, der mehr mit sich, als mit anderen redet, ist einmal alle zwei Monate ganz erträglich. Aber jeden Tag geht mir das auf die Nerven. Vor allem stört mich das Anbiedern an moderne Kommunikation. Gottschalk gehört zur Vor-Internet-Generation, oder wie mal jemand sagte, zur verlorenen Generation. Das habe ich aus einer Polit-Talkshow auf ZDF Neo. Demnach ist die Generation, die vor allem die heutigen Politiker stellt (so im Alter zwischen Mitte Vierzig und Mitte Sechszig die verlorene Generation. Sie ist zu alt, um mit dem Internet aufgewachsen zu sein oder es in einem Alter kennen gelernt zu haben, als man sich noch stärker für Technik interessiert. Anders als die Rentner, ist sie aber noch im Berufsleben und hat keine Zeit sich heute in die Technologien einzuarbeiten. Das ist natürlich bedenklich, weil heute das Internet unser Leben prägt und viele Gesetze an das Internet angepasst werden müssen (Datenschutz, Urheberrecht etc. ...). Aber zurück zu Gottschalk. Da kommt nun die Anbindung ans Internet so gestelzt daher. Es gibt eine eigene Redakteurin die Mails und Facebook-Kommentare vorliest, dann die Aufforderung da Kommentare zu geben oder sich anzumelden (wichtig ist ja, wie viele Facebook-Freunde man hat) und dann "dann chatte ich noch ein Stündchen" Ankündigungen. Internet ist keine Pflichtübung. Es gehört dazu. Man muss aber auch nicht jeden Tick mitmachen. Ich twittere auch nicht und ich bin nicht in einem datenschutzrechtlichen schwarzen Loch wie Facebook vertreten. Aber ich bin erreichbar und darum geht es ja.

Die Nachfolge soll nun ja Markus Lanz antreten. Dass es so lange dauerte, einen Nachfolger zu finden zeigt ja schon die Misere. Dabei war ja Markus Lanz schon bei den ersten Kandidaten. Ich möchte keine Vorverurteilung betreiben, daher sage ich mal nichts. Das es ein Talkshow-Moderator werden würde, war weitgehend klar, nachdem Hape Kerkeling absagte. Denn es gibt ja sonst keine richtigen Entertainer mehr, sondern nur noch Moderatoren von Quiz- oder Talkshows. Wenigstens ist es die TV-Hure (springt von Sender zu Sender) Pilawa nicht geworden. Gegen den habe ich was Persönliches, weil der Wurstladen für den er Werbung macht jede Kritik an dieser durch Rechtsanwälte verstummen lassen will.

24.3.2012: Muss alles Echtzeit sein

Ich bin ja nicht der große Computerspieler. Wenn ich am Computer bin schreibe ich Bücher, Blogbeiträge, Recherchiere oder programmiere. Spielen tue ich äußert wenig und wenn dann meist abgehangenes aus einer Spielesammlung. Doch auch da gibt es wenig was mich längere Zeit fesselt. Wenn ich die Programme ansehe, mit denen ich am längsten gespielt habe, dann sind das Panzer General, Steel Panthers, Jagged Alliance 1,2, Jagged Alliance Unfinished Business und Wildfire. Und wie man an der Häufung des Titels Jagged Alliance sieht, ist das DER Dauerbrenner. Das Spiel spiele ich seit über 10 Jahren. Ich habe mir auch die Fortsetzungen Unfinished Business und Wildfire gekauft, obwohl das nur ein Mod war. Also eine Modifikation des Originals.

Ich bin nicht der einzige. Eine Fangemeinde programmiert am Original weiter, es sind zahlreiche Mods erschienen, welche die Handlung verändern, bis hin zur totalen Unkenntlichkeit. Und natürlich betreibe ich auch eine Fanseite dazu.

Nun gibt es eine Neuauflage. Es gab schon einige Versuche, die allesamt in die Hose gingen und zuletzt auch eine Umsetzung als Browsergame. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Das Browsergame arbeitet zumindest bei mir mit einer untolerierbaren Zeitverzögerung. Die neue Version arbeitet trotz meines Büro-PC's ohne Grafikkarte bei reduzierten Effekten, aber sie hat einen Makel:

Es ist in Echtzeit. Wer genau hinschaut wird feststellen, dass die obigen Spiele alle rundenbasiert sind. Die Neuauflage, von der ich eine Demo spielen konnte, ist es nicht. Es ist wie fast alle heutigen Spiele in Echtzeit. Ich verstehe die Entscheidung nicht, zumal während der Entwicklung noch anderes verlautbarte. Das eine ist dass die rundenbasierte Vorgehensweise ein Merkmal von Jagged Alliance war. Es ging Datum Strategien zu entwickeln, öfters mal auf ALT-L zu gehen um den letzten Spielstand zu laden, wenn man in die MG-Garbe eines versteckten Feindes reingelaufen ist. Das war charakteristisch für Jagged Alliance, das hat man daran geliebt (es gab einen Ironmann Modus in dem es in Semiechtzeit zuging, doch den hat keiner benutzt). Es gäbe noch mehr zu der Neuauflage zu sagen, aber ich will das nur als Aufhänger nehmen.

Charakteristisch ist, dass rundenbasierte Spiele immer mehr aussterben. Sicher es gibt ganze Genres die gehen nur in Echtzeit wie Simulationen oder Ego-Shooter, doch leider greift das auch bei Strategiespielen um sich wie Civilization. Die frage die ich mir stelle ist warum es immer weniger rundenbasierende Spiele gibt. Sicher ist es so, dass die heutigen Grafikmöglichkeiten bei Echtzeit mehr zur Geltung kommen. Aber zum einen ist Grafik nur die eine Seite eines Spiels - Jagged Alliance wird bis heute von treuen Fans gespielt, obwohl die Grafik aus dem Jahr 1999 stammt, weil eben sie Spielidee und Umsetzung einmalig ist - und zum anderen ist es ja so, dass 52% aller PC's Intel-Grafik haben (also keine Grafikkarte und NVidea also der einzige Hersteller mit Marktanteil, der nur Grafikkarten und keine Onboard-Chipsätze fertigt hat einen Marktanteil von weniegr als 16 %- daraus leite ich ab, dass ein Spiel, das mit Mainboardgrafik auskommt auf rund dreimal mehr Computern spielbar sein müsste.

Abgesehen davon denke ich gibt es mehr Leute wie mich, die gerne rundenbasiert spielen, also etwas wo sie nicht sofort reagieren müssen, sondern ihre Züge überlegen und wo sie ein Szenario auch einfach in der Mitte beenden und später weiterspielen können. Ich schaue ab und an ja auch mal was es an neuen Spielen gibt und ein Grund warum ich in den letzten Jahren kaum noch was neues gekauft habe. Betrachten wir es doch mal marktwirtschaftlich: wenn alle Echtzeit machen, und jemand was rundenbasierendes herausbringt, dann müsste er doch gute Chancen haben es zu verkaufen, denn es hebt sich von der Masse ab und spricht alle an, die mit Echtzeit nichts am Hut haben, wie eben mich.

Trotzdem ist das nicht der Fall. Mir fällt kein neuer Titel ein der rundenbasiert ist. So bleibt für Fans des Genres nur der Griff zu Freeqare wie Freeciv oder Battle for Wesnoth.... Was meint ihr dazu? Warum ist rundenbasiert so out?


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