Home Site Map Sonstige Aufsätze Weblog und Gequassel counter

Web Log Teil 27 : 12.6.2007-17.6.2007

Dienstag 12.6.2007: Fast ein Jahr Web-Log

Nicht ganz ein Jahr, das ist erst übermorgen, aber ich habe mir vor einem Jahr vorgenommen. so alle 2 Wochen ein Log zu veröffentlichen (ich sage bewusst nicht Blog, weil ich nicht vorhabe mein Leben hier öffentlich zu machen, sondern es mir mehr um meine Gedanken geht). Mit Nr. 27 habe ich das geschafft, obwohl mir stellenweise über Wochen nix eingefallen ist.

Beginnen wir mit dem zweiten Jahr mit einem Raumfahrtthema - Was auch sonst, denn es ist mein Hobby und die alten Logs enthalten dazu massig viel. Es ist viel einfacher hier aktuelle Ereignisse aufzugreifen anstatt dauernd Aufsätze zu editieren, die dann nach einem Jahr nicht mehr aktuell sind.

Heute geht es um die nächste Mars Sonde Phoenix.

PhoenixPhoenix ist derzeit im Cape Kennedy und soll am 3.8.2007 starten. An und für sich ist dies nichts soo aufregendes, seit 1997 starten die USA in jedem Startfenster zum Mars 1-2 Sonden, auch 2009 ist eine geplant. Das besondere ist, dass Phoenix keine neue Sonde ist. Phoenix hatte ursprünglich den Projektnamen "Mars 2001 Surveyor Lander" und war wie der Name verrät für einen Start im Jahre 2001 vorgesehen.

Der Verlust des Polar Landers, auf dessen Technologie Phoenix basiert im Jahre 1999 führte zu einem Strategiewechsel. Im Jahre 1999 gingen beide Marssonden der NAS verloren. Ursachen waren, wie man später feststellte Mängel im Projekt. Die neuen Marssonden sollten viel preiswerter als die alten werden und trotzdem die gleiche Leistung bringen und dadurch gab es Fehler. Beim Mars Climate Orbiter war das Team zu unerfahren und klein um einen Navigationsfehler verursacht durch eine ungenügende Abstimmung mit dem Hersteller der Software nicht zu bemerken und beim Mars Polar Lander lieferte ein Sensor beim Aktiveren zuerst verwirrende Signale, die man durch ein Softwareupdate hätte erkennen können. Ein Test des Sensors unterblieb aus Kostengründen und die Ursache erkannte man erst als man den baugleichen Sensor bei Phoenix testete.

Als Folge investierte man die Mittel die man für den 2001 vorgesehenen Lander zur Verfügung stellte in den Orbiter um hier Mängel im Management abzustellen und die Sonde besser durchzuchecken. Der Lander wurde fertig gebaut, dann eingelagert und erst mal vergessen. Als für 2007 die nächste Mission ausgeschrieben wurde war unter den Vorschlägen auch der den Lander nun zu starten, natürlich generalüberholt und teilweise mit verbesserten Instrumenten (so hat die Kamera nun z.B. CCD Sensoren mit 1 MPixel Fläche anstatt 0.128 MPixel).

Die Mission ist wie beim Mars Polar Lander nahe des Pols zu landen um dort Untersuchungen anzustellen. Der Lindert wurde so gewählt, weil man dort zum einen Eis unterhalb des Bodens erwartet und zum anderen im Sommer man sehr viel Sonne über 120-150 Tage hat, so lange soll die Primärmission dauern.

Doch Phoenix ist auch ein Beispiel wie teuer eine Mission werden kann wenn man sie verschiebt. Ursprünglich sollte der Lander in etwa genauso teurer werden wie ein Vorgänger Mars Polar Lander. Er wurde aber erheblich teurer. Das zeigt dieser Vergleich:

  Mars Polar Lander Phoenix
Raumsonde 110 Millionen US-$ 154 Millionen US-$
Instrumente (mit dabei) 54 Millionen US-$
Start 54 Millionen US-$ 79 Millionen US-$
Missionsdurchführung 10 Millionen US-$ 98.3 Millionen US-$

Nun muss man natürlich die Inflation berücksichtigen und dass zusätzliche Kosten angefallen sind durch das Einlagern. Die Kosten von Trägerrakete und Raumsonde sind daher nicht so viel höher als man meint. Das weitere Kosten anfielen um die Experimente zu verbessern ist auch klar, erhöht aber auch den Nutzen der Mission. Der Hauptunterschied sind die Missionsdurchführungskosten. Hier stecken zum einen die Erfahrungen er NASA beim Verlust der Raumsonden 1999, nun verfügt man über mehr Personal und mehr Kapazitäten, dieser enorme Anstieg repräsentiert aber auch, dass man praktisch zwischen 2003 und 2007 nochmals die Ausgaben für die Teams hatte die man bis 2001 schon hatte, weil diese nun die Sonde reaktivieren mussten, die Änderungen die seitdem anfielen umsetzen mussten und und und....

Das ist etwas sehr typisches für Raumfahrtprogramme: Das Fachpersonal muss erhalten werden. Man kann es nicht einfach entlassen und damit sein Fachwissen verlieren. Also fallen Kosten an, auch wenn sich nichts am Projekt tut. Noch wirksamer ist es mehrfach um zu planen, dann braucht man sogar noch zusätzliches Personal. Bei dem Vorläufer der ISS, der Raumstation Freedom, später Alpha hat man über 10 Jahre Planung (die laufend geändert wurde) mehr als 8 Milliarden Dollar ausgeben. Soviel sollte die Raumstation ursprünglich mal kosten, doch dies war zu teuer. Ein anderes Beispiel ist die Raumsonde Galileo. Galileo wurde aus zwei Gründen recht teuer: Zum einen die ständigen Veränderungen des Startplanes (Verschiebung des Starts um Jahre, mehrfacher Wechsel der Oberstufe und Trägerrakete) und dann die durch den Verlust des Space Shuttles Challenger bedingte Veränderung der Reiseroute (6 Jahre Flugzeit anstatt 2) und die Verschiebung des Starts um 3 Jahre.

Hierzu auch einige Daten:

Zeit Startzeitpunkt Kosten [Mill $]
Nov. 1977 4.1.1982 285
1979 5/1984 und  7/1985 395-485
Feb. 1982   700
Mai 1985 5/1986 865
Oktober 1989 Oktober 1989 1354

Der Ankunftstermin am Jupiter verschob sich entsprechend von Juni 1984 auf Dezember 1995. Natürlich gab es bei Galileo wie in anderen Projekten auch Kostenüberschreitungen. Die ISS kostet heute wegen der Verzögerungen die entstanden sind zum einen durch nicht rechtzeitig fertiggestellte Bauelemente wie auch den Verlust der Columbia bis heute weitaus mehr , als man für die Raumstation ursprünglich über die gesamte Betriebsdauer von 15 Jahren ausgeben wollte.

Was zieht man als Lehre daraus: Ein Raumfahrtprojekt sollte man möglichst "durchziehen" - Jede Verzögerung verteuert es nur unnötig. Es ist nun mal nicht wie bei einem Ratenkauf wo man für die doppelte Laufzeit nur unerheblich mehr zahlt als für die einfache. Doch diese Erkenntnis ist leider nicht bei den Politikern angekommen. Insbesondere in den USA werden gerne mal die Gelder für Missionen gekürzt, was im Endeffekt immer eine Verteuerung bedeutet hat.

Wie kann man die Kosten für Missionen senken? Nun es geht eigentlich recht einfach. Bei Satelliten handelt es sich in der Regel um Einzelexemplare. Die entwicklungskosten sind sehr hoch und die Fertigungskosten dann relativ gering. Ideal wäre also wenn man ein und denselben Satelliten oder Raumsonde mehrfach nutzen könnte. Bei Satelliten ist dies der Fall. Meteorologische Satelliten werden in Kleinserien von 3-6 Exemplaren gefertigt, dann eingelagert und über einen längeren Zeitraum gestartet. Kommunikationssatelliten bestehen aus einem gemeinsamen Bus und individueller Kommunikationsnutzlast. Ab und an wird auch ein Satellit nach einem Verlust nachgebaut, so z.B. Cluster II und Cryosat II. Dann fallen nur 33-50 % der Kosten für das erste Exemplar an.

Bei Planetensonden ging dies in der Regel noch nicht. Es gab jedoch einige Ausnahmen: Mariner 5 war ein umgebautes Mariner 4 Reserve-Exemplar für die Reise zur Venus, Mariner 8+9 basierten weitgehend auf Mariner 6+7 und waren trotz anspruchsvollerer Mission preiswerter. Pioneer Venus benutzte einen gemeinsamen Bus für den Orbiter und die Proben.

Im Normalfall verhindern spezifische Missionsanforderungen das einfache benutzen einer schon existierenden Sonde. Man erhoffte sich vom Space Shuttle eine solche Reduzierung der Startkosten, dass man jedoch einen gemeinsamen, nicht optimierten Bus für viele Missionen einsetzen könnte und so man trotz höherer Startmasse (gleichbedeutend mit höheren Kosten) einen Gewinn vorweisen kann. Doch wie wir alle wissen kam es anders.

Was immer möglich ist, ist mehrere Sonden zu bauen und diese zu starten: Die zweiet oder dritte bekommt man dann zu einem Bruchteil der Kostend er ersten. Solange die Technologie nicht so zuverlässig war wie heute und Raketenstarts relativ preiswert, etwa bis Mitte der siebziger Jahre tat man dies auch. Heute ist der Vorteil gering. Bei den Gesamtkosten des Phoenix macht die Raumsonde nur einen kleinen Anteil aus.

Mittwoch 13.6.2007: Bildungswesen, Teil 2

Letzte Woche habe ich mich mit den Schulen beschäftigt, heute mal mit den Hochschulen. Nach dem Übereinkommen von Bologna stellen derzeit unsere Hochschulen auf das internationale System um: Die Abschlüsse lauten dann Bachelor und Master anstatt Magister, Diplom oder Diplom Ingenieur.

Ich stand dem zuerst sehr skeptisch gegenüber. Der Bachelor ist in vielen Ländern deutlich kürzer als unser FH Abschluss, der 8 Semester dauert. Einen Master soll man in 3-4 weiteren Semestern erwerben können, vergleichbar ist er einem Uni Abschluss er in den meisten Unis auch 12 Semester umfasst (nominell weniger, aber die anzahl der Studenten die es schaffen in der nominellen Zeit ihn zu machen ist gering9.

Bei uns fiel das erste Praktikumssemester weg um das Studium auf 7 Semester zu verkürzen und das finde ich gut - nach 2 Semestern mit Grundlagen vor allem in Elektrotechnik, Mathematik und Physik, aber weniger in Informationstechnik war es schon immer schwer einen Platz im ersten Semester zu finden, weil die Firmen logischerweise jemanden wollen, der ihnen auch eine Hilfe ist und das ist im ersten Semester nicht gegeben, wenn der Betreffende nicht schon vorher Programmiererfahrung hatte.

Ich sehe darin aber auch eine Chance wirklich mal die Abschlüsse zu vereinheitlichen. Wir haben davon bei uns eine ganze Menge. spontan fallen mir ein : Diplom (Uni), Diplom (FH), Diplom Ing. Diplom (BA), Magister und und und ... sicher eine Folge eines sehr breitgefächerten Systems - Eine Berufsakademie unterscheidet sich sehr wesentlich im Studium von einem Magisterstudiengang. Das soll auch so bleiben, doch das die Leute dann auf zwei Abschlüsse hinsteuern bei denen man eine gleiche fachliche Qualifikation erreicht, egal wie man studiert (natürlich mit Unterschieden in der Spezialisierung) finde ich ist kein schlechter Gedanke. Es sollte dann auch möglich sein an einer Uni weiter zu studieren und den Master zu erreichen, nachdem man an einer Fachhochschule einen Bachelor erreicht hat und hier fangen die Probleme an:

Das bedeutet dass man die Lehrpläne anpasst. Für Fachhochschulen die als Regelabschluss einen Bachelor anbieten ist das kein Problem: Bei uns gibt es einige Masterstudiengänge die als Aufbaustudiengänge gedacht sind, es hat aber keine Folgen für die Lehrpläne der Bachelorstudiengänge.

Dir Unis haben dagegen ein Problem. der normale Uni Abschluss ist nun mal eben ein Masterabschluss. Entweder sie behalten dass so bei und riskieren eben, dass Bewerber ihnen den Rücken kehren (die Studentenzahlen dürften in den nächsten Jahren sinken, weil nun alle geburtenstarke Jahrgänge die Schulen durchlaufen haben, das bedeutet Konkurrenz zwischen den Universitäten, da an Studienplätzen natürlich Gelder hängen) oder sie müssen wirklich ihre Lehrpläne umstellen.

Manche Uni macht es sich einfach und deklariert einfach das Vordiplom als Bachelor. Ja das ist einfach, man muss nichts ändern, doch ich denke mit Grausen daran was passieren würde, wenn man in meinem Unistudium - Chemie - Die Leute nach dem Grundstudium einfach entlassen würde. Ich hoffe viele Unis sehen es als Chance ihr Studium zu reformieren indem sie wirklich einen Abschluss anbieten der ein vollwertiger Bachelor ist und der auch das Wechseln dann zu einer anderen Uni oder in die Wirtschaft ermöglicht und dann eben noch einen Aufbaustudiengang der es ermöglicht sich zu spezialisieren oder eine neue Richtung einzuschlagen. Derartige Aufbaustudiengänge die dann am Master ändern kann man leichter an wechselnde Veränderungen der Anforderungen von Wirtschaft, neu aufkommende Gebiete oder ähnliches anpassen. Idealerweise sollte man dann auch mit einem Bachelor einer Fachhochschule an einer Uni den Master machen können.

Zuletzt noch ein Wort zu Studiengebühren: Ich bin dafür und ich halte die 500 Euro pro Semsester auch nicht für zu viel. In vielen anderen Ländern muss man für sein Studium bezahlen und auch die Lebenshaltungskosten sind erheblich höher als die 500 Euro (Miete, OPNV, Essen). Solange ich sehe dass die meisten Studenten mit dem eigenen Auto kommen und bis zu 500 m zum Parkplatz laufen müssen weil vor der Hochschule bei uns schon früh am Morgen alles zugeparkt ist, solange denke ich machen die 500 Euro einen nicht arm. Es wird immer Härtefälle geben, aber die gab es vorher auch schon.

Die Frage ist ob es den Studenten was bringt: Nun bei uns ist der Etat des Landes halbiert worden und dafür kommen nun die Studiengebühren. Im Endeffekt ein kleines Plus, aber nicht die Riesen-Geldflut. 2.5 neue stellen gibt es in unserer Fakultät, doch da es Personalpolitik der Fakultät ist nur Zeitarbeitsstellen zu schaffen und potentielle Bewerber in der Wirtschaft gesucht werden und dort auch noch ein Drittel mehr verdienen findet man niemanden um diese Stellen zu besetzen.

Man muss dazu sagen, dass ein Infomationstechnikstudium recht preiswert zu machen ist. Das wichtigste was man braucht sind PCs und die sind eben immer billiger geworden. Bei der Fakultät Maschinenbrau mit ihren teuren Maschinen wird das Geld wohl dringender gebraucht werden und wenn ich mich an mein Studium als Chemiker zurückerinnere dann würde es vieleicht mal ermöglichen, dass Studenten auch wirklich mal mit teureren Geräten wie einem Massenspektrometer arbeiten dürfen und auch davon eine Ahnung haben anstatt dass die Dinger nur bei den Doktoranten herumstehen. Das leitet einen zum Thema Forschung über, doch das spare ich mir für die folgenden Tage auf....

Donnerstag 14.6.2006: Ein Jahr Blog

Nun heute ist es genau ein Jahr her dass ich anfing mit dieser Rubrik. Diese fing vor einem Jahr mit Lynne & Tessa an und ich habe mir mal vorgenommen heute was zu schreiben was ich seitdem in der Community erlebt habe.

Ich war kurz im Google Idol Forum und habe dort nicht so viel gemacht, vor allem mal die damals noch recht offene Rechtsfrage wegen den Lipsync Videos geklärt. Ich bin nicht der Mensch der viel in Foren rumhängt und auch nicht jemand der viel in Email (oder diesem Blog über sich selber schreibt - wer bitte will dass denn auch wissen?). Chat und Messenger habe ich auch vorher nie gemacht, das fand ich im allgemeinen und besonderen langweilig.

So kam ich erst Anfang August mit der L&T Community in Berührung, ich habe mich im alten Lynne-Tessa Forum (das mit dem Bindestrich) zuerst nur registriert weil Tessa mich bat doch ein paar Bilder für die Gallerie zu machen und man musste sich registrieren um diese hochzuladen.

wenn ich schon da war dann habe auch gepostet, aber nicht so viel. Schon damals hielt ich mich in beiden Foren auf, dem englischen und dem deutschen und das obwohl ich vorher zwar viel in englisch gelesen habe (schlicht und einfach weil das wichtigste über Raumfahrt und Computer eben in englisch publiziert wird). Mein englisch habe ich daher zu diesem Zeitpunkt als recht schlecht eingestuft.

Nach dem Relaunch von lynnetessa.de habe ich mich dort auch angemeldet und wurde etwas aktiver, vor allem habe ich weil man recht bald sah, dass der deutsche Teil ohne Lynne verfiel immer mehr im englischsprachigen Teil aufgehalten, dort gab es auch die interessanteren Diskussionen. Als ich dort gehen musste, weil Tessa mal wieder einen Rappel bekam nahmen die Leute aus dem englischsprachigen Teil mit mir kontakt auf. Es zeigte sich dass viele englischsprachige User sich von den deutschen unterschieden. Sie waren im Schnitt älter und kritischer, sie versuchten mehr hinter die Kulissen zu schauen anstatt recht kritiklos Tessas Meinung zu übernehmen.

Zu einigen entwickelten sich daraus E-Mail kontakte die bis heute Bestand haben. Vom Chat habe ich bis dahin nicht viel gehalten. Anders als beim Forum kann man nicht einfach ne Nachricht später nachlesen. Ich habs dann doch probiert und bin dann reingegangen wenn es mir langweilig wurde oder ich gerade Mittagspause hatte, d.h. eben tagsüber wenn dort weitgehend nichts los ist.

Viel zu reden gab es da nicht, es zeigte sich, dass es an Gesprächspartnern mangelte die in etwa die gleichen Interessen wie ich hatten und wahrscheinlich bin ich den meisten wegen dem Altersunterschied auch seltsam vorgekommen. In den 4 Monaten wo ich da war so zwischen November und Februar konnte man recht gut den Verfall de Chats sehen. Bald war es recht still und der einzige Kick den es gab war das "Verarschen" von Neulingen. Wer also neu da war und nach Lynne & Tessa fragte wurde verarscht. Begründung er meisten: Sie können die Fragen nicht mehr hören. Gut es gibt natürlich Nervensägen die auch beim 3 oder 4 ten Hinweis, dass es keine MSN Adressen und Handynummern von L&T gibt nicht locker lassen und da habe ich dann auch schon mal mitgemacht, aber dieses Vorgehen bei jedem hat mir nicht gefallen.

Im Forum dem ich nun nicht mehr angehörte war der Verfall größer. Deutsche Stammuser gab es nicht mehr, die Neuen kamen und gingen, einzig und alleine im englischsprachigen Teil gab es Aktivitäten. Erstaunlicherweise machte sich keiner der deutschen User 8mit Ausnahme von Tessas Blog Übersetzer HOT) die Mühe dort mal sich zu beteiligen. Auch im Chat gab es praktisch keine Gespräche zwischen den wenigen englischsprachigen Usern und den deutschen. Ich habe manchmal den Eindruck gewonnen dass viele von Ihnen nicht englisch können. Zumindest gab es keine Versuche sich bei englischsprachigen Unterhaltungen zu beteiligen.

Dabei machte ich wie schon gesagt die gegenteilige Beobachtung: Mails bekam ich fast nur von englischsprachigen Fans, zu vielen habe ich inzwischen einen dauerhaften Kontakt aufgebaut. Bei den deutschen fiel es mir schwerer, einfach weil es jenseits von L&T keine so breite Basis gab.

Ende Februar zerfiel der Chat nach dem Ende von Clipfish völlig und ich hatte inzwischen auch mehr zu tun, begann meine eigenen Videos zu machen anstatt passiv im Chat herumzuhängen, obwohl ich da selten mehr als eine Stunde am Tag aktiv war. Die Leute daher mich wohl als Freak an und ich hielt Leute die stundenlang im Chat rumhängen für Freaks - so sind die Weltbilder verschieden. Man lernt dann auch Leute kennen. Die einen können wohl nicht ohne KL&T leben und sind dauernd im Chat, aber nett, andere nutzen den Chat um ihren Frust an anderen auszulassen. So verließ ich Anfang März den Chat.

Ich hatte heute aber regelmäßig, und zwar auf Englisch, das hat sich in den letzten Monaten dadurch enorm verbessert, allerdings kein IRC Chat sondern ein MSN Chat, der klappt ganz gut trotz den 6 stunden Zeitunterschied zwischen uns. Ansonsten sind auf meiner Messengerliste vor allem Freunde und verwandte.

Und das ist da Resümee das ich auch für mich gezogen habe: Die Einstellung die ich vorher hatte zu Chat und Forum war richtig: Man kann dort Leute finden mit denen man einen Kontakt aufbauen kann der länger als die ganze L&T Welle bestand hat, solange es etwas zu reden gibt sind beide Medien auch noch interessant, doch wenn das nicht mehr gegeben ist, dann sollte man seine Zeit besser nutzen und die Kontakte privat weiter pflegen.

Der Chat, so hat mir jemand gesagt der noch drin ist, ist inzwischen weitgehend tot. Als ich nach ein paar Wochen mal wieder im Forum  reinschaute wurde dort meist auch nur gespammt. Inzwischen scheinen alle nur noch Kommentare zu Tessas Blog zu hinterlassen, selbst englischsprachige User. die aktive L&T Gemeinde scheint sich auf etwa ein Dutzend Leute zu belaufen. Seltsam , dass so nach einem Jahr überhaupt noch so viele dran sind. Ich selbst habe mich seit 3 Monaten kaum mehr damit beschäftigt. Zur Ausstrahlung der Show war es kurzzeitig wieder nötig was zu machen, doch die scheint nun auch nicht das ganze noch mal aufgefrischt haben. Eigentlich ist es eher verwunderlich wenn heute noch jemand dabei ist. Aber das müssen dann wohl die richtigen Hardcore Fans sein.

Samstag 16.6.2007: Wie hältst Du es mit der Religion?

Die Frage stammt glaub ich aus Goethes Faust. Ich fürchte mit der Antwort werde ich weder die religiösen Menschen noch die Atheisten glücklich machen. Ich glaube nicht an die Ereignisse sie in der Bibel beschreiben werden. Ich glaube auch nicht dass es einen Gott gibt, zumindest nicht einen persönlichen Gott, zumindest einen der mein Schicksal lenkt. Wenn man sich darauf zurückzieht, das Gott das Universum so geschaffen hat dass es uns irgendwann mal geben wird, dann hat man genauso das Problem dies zu beweisen, denn wäre es nicht so gäbe es ja keine Menschen die sich Gedanken darüber machen können.

Trotzdem gehe ich egelmäßig in die Kirche, auch morgen wieder. Warum? es ist meiner Mutter wichtig und meine Mutter ist mir wichtig. Sie kennt meine Einstellung, gibt aber trotzdem nicht auf mich zu ermahnen, in letzter Zeit öfters weil ich in der Endphase meiner Diät sonntags länger schwimmen gehe und den Besuch daher von "Alle 2 Wochen" auf "Einmal im Monat und alle kirchlichen Feiertage" (von denen es viele in den letzten 3 Monaten gab) umgestellt habe.

Je nach Gottesdienstgestaltung (Wir haben zwei Pfarrer mit unterschiedlicher Ausprägung - modern und konservativ) macht es sogar Spaß diesen zu besuchen. Ich versucht zu sagen, es hätte wenig Einfluss auf mich, denn die Predigt habe ich spätestens nach ein paar Stunden vergessen, und doch kann ich sagen, dass ich mich persönlich in den letzten 10 Jahren in denen ich nun regelmäßig zur Kirche gehe weiter entwickelt habe. Vielleicht ist es eben doch wie eine Ermahnung die man immer wieder vergisst, aber durch dass dauernde Wiederholen eben doch Spuren hinterlässt. Vielleicht ist es aber einfach auch nur Altersweisheit.

Wie viele fange ich immer dann an zu beten wenn es mir schlecht geht und die Zeit des stillen Gebets im Gottesdienst reicht regelmäßig nicht für alle Anliegen aus. Komischerweise komme ich nie auf die Idee etwas einfach so zu erbitten, sondern bitte meist eine Gegenleistung an. Meistens ein häufigerer Gottesdienstbesuch über eine bestimmte Zeit. Das längste war ein Jahr, als meine letzte Katze eine Augenoperation hatte und danach ausriss und spurlos verschwand. Sie fand sich wieder und ich ging ein Jahr lang wöchentlich in den Gottesdienst. Die Katze wurde übrigens 19 Jahre alt - eine verdammt lange Zeit für eine Katze. Bei den letzten Bitten  habe ich allerdings nie Erfolg gehabt, so dass dies wohl auch nicht als Beweis von Gott durchgeht.

Ich halte die Kirche und Religion trotzdem für wichtig. Die Kirche als eine Institution die "Nein" sagt wenn Politiker heute zu gerne ihre Fahne nach dem Wind drehen z.B. wenn es um Globalisierung und ihre Folgen geht. Vor allem aber gibt eine Religion einem Regeln vor, die wichtig für das Zusammenleben sind. Ich glaube wenn man sich bemüht den Regeln zu folgen man vielleicht nicht erfolgreicher, reicher und beleibter wird, aber vielleicht so das Zusammenleben funktioniert und es eine humane Gesellschaft gibt. Zumindest gilt dies für die evangelische Kirche der ich angehöre. Bei dem Islam und anderen Religionen die bestimmte Menschen ausgrenzen habe ich da meine Zweifel. Ich versuche zumindest danach zu leben, auch wenn ich meine Probleme damit habe.

Was mir aber auffällt ist, dass viele Menschen die anders als ich wirklich religiös sind und dies auch noch besser umsetzen können, eine innere Zufriedenheit haben die ich sehr bewundere. Aber es gehört eben Glauben dazu und den habe ich nicht. Das das alleine aber nicht reicht zeigt ein aktuelles Vorkommnis in unserer Gemeinde. Einer unserer beiden Pfarrer kündigte vor 4 Wochen an, er werde im Juli die Gemeinde verlassen und eine andere Stelle annehmen, der Kirchengemeinde hätte die Zusammenarbeit verweigert und ihn ersucht sich eine neue Stelle zu suchen. Eine Woche später kam dann der Oberkirchengemeinderat der Diözese und erklärte ebenfalls im Gottesdienst, dass es wohl etwas anders sei und sich der Pfarrer seit Jahren gegen den Kirchengemeinderat stellte, jede Einflussnahme untersagte und Vermittlungsgespräche oder Aufforderungen zum Nachgeben im Sand verliefen, worauf der Pfarrer türekrachend die Kirche verlies. Auch das übereilte Annehmen einer neuen Stellung (die zumindest nach Größe und Finanzkraft der Gemeinde ein Abstieg ist) so dass es keinen Nachfolger in geraumer Zeit gibt zeigt, dass offensichtlich das Engagement für die Gemeinde Grenzen hat. Auch so kann man einen über Jahre gewachsenen positiven Eindruck ruinieren.


Sonntag 17.6.2007: 2.5 Millionen 

Ich habe gestern mal wieder auf meinen Besucherzähler geschaut und jetzt gerade ist er bei 2495504, Also noch knapp 5000 Besucher bis zur 2.5 Millionen Grenze. Es gibt pro Tag etwa 1000 Besucher (der Zähler zählt Besucher und keine Seitenaufrufe, wie sie durch einfaches Nachladen der Seite feststellen können) die etwa 2.3 Seiten pro Besuch abrufen und dabei etwa 15 GB Transfervolumen  pro Monat generieren.

Die Website ist also recht populär. Von den 130.000 Seiten die einen Counter by GoWeb haben bin ich seit Jahren in den Top 100, meist so zwischen Platz 50 und 70, wenn ich an die besser platzierten Seiten denke (Fanclubs von Promis, Websites für Computerspiele, Erotik), dann bin ich mit meinem doch sehr spezifischen Inhalt recht gut platziert.

Trotzdem kommt recht wenig Rückmeldung zu der Seite, zumindest direkt. Etwa eine Mail am Tag wenn es hoch kommt. Ist das gut oder schlecht? Die Meinungen sind jedenfalls unterschiedlich. Letzte Woche gab es kurz hintereinander zwei Mails in der sich der erste mehr von mir persönlich wünschte und der andere meinte ich solle das doch lassen und stattdessen mal etwas über Satelliten zur Suche nach anderen Welten schreiben. (Kleiner Hinweis an Dirk H. : Die Mailadresse stimmt nicht. Wenn Du eine Antwort möchtest, melde dich nochmal).

Ich merke wie wichtig sie ist dann mehr wenn ich Nachfragen bekomme ob man Content übernehmen kann für Facharbeiten oder Referate. Dem gebe ich auch gerne meine Zustimmung und ich finde es sehr gut, dass in letzter Zeit sehr viel mehr Anfragen kommen. Ich glaube vorher hat man den Inhalt einfach übernommen ohne nachzufragen, dass man es nun tut deutet auf ein geändertes Bewusstsein vieler in der Frage der Urheberrechte hin. Und wie schon gesagt solange niemand seine Website mit meinen voller Rechtschreibfehler strotzenden Artikel bereichert gibt es auch kein Problem.

Nun komme ich also an die 2.5 Millionen Besucher seit annähernd 9 Jahren. Das ist eine ganze Menge und ich weis dass meine Website zumindest Raumfahrt Begeisterten ein Begriff ist. Meine Nichte wurde mal gefragt "Bist du verwandt mit DEM Bernd Leitenberger" und erfuhr dass ihr Kommilitone sich auch für Raumfahrt interessierte. 2-3 Mal im Jahr rufen Journalisten an und bitten um Informationen, die Website wurde schon bei einigen TV Sendungen referenziert. Man wies mich darauf hin das bei der letzten ILA Referenten von der DLR mit Kopien meiner Artikel gesichtet wurden, weil sie recht gut Dinge erklären. Die wohl größte, wenn auch fragwürdigenste Hommage war die Übernahme von Artikel in das Lehrbuch "Raumfahrtantriebe" der Fachhochschule Aachen (ohne Literaturangabe oder Nachfrage) und  das ein Artikel praktisch abgeschrieben sich im Buch "Naturwissenschaften-Raumfahrt" von Dr. Peter Freudenberger wiederfindet. Auch hier ohne das man mich jemals gefragt hat.

Letzes Jahr erscheinen 3 Artikel von mir in der Zeitschrift der deutschen Funkamateure AMSAT, dieses Jahr ein weiterer und 2004 sogar in einem Sonderheft von Telepolis zusammen mit anderen hochkarätigen Autoren wie Paul Davis oder Ulrich Walter. Warum schreibe ich das? Vor einem Jahr habe ich mich gefragt was ich wohl erreicht habe und heute weis ich, dass ich mit der Website was erreicht habe. Es gibt nicht so viel Rückmeldung, was auch dazu geführt hat, dass ich mich im letzten Jahr mehr auf Dinge konzentriert habe wo ich Rückmeldung für meine Arbeit bekommen habe. Inzwischen bin ich wieder so weit wie vor Jahren, wenn ich etwas mache, dann für mich und wenn andere es mitlesen ist es gut, wenn nicht ist es auch gut. Trotzdem freute ich mich nach wie vor über Rückmeldung, und wenn ihnen das zu viel ist, klicken Sie doch auf einen Werbungslink der sie interessiert. Wenn jeder Besucher das machen würde, ich könnte bei einem Klick pro Besucher meine Arbeit kündigen und von der Webseite leben, das wären etwa 150 Euro pro Tag, 3 mal mehr als ich durch Arbeit (netto) verdiene.


Sitemap Kontakt Neues Impressum / Datenschutz Hier werben / Your advertisment here Buchshop Bücher vom Autor Top 99