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Web Log Teil 270: 24.3.2012 - 29.3.2012

25.3.2012: Warum sind die Amis so schießwütig?

Ich habe mir am Wochenende "Bowling for Columbine" angeschaut. Der Dokumentarfilm von Michael Moore beschäftigt sich damit, dass in Amerika so viele Leute durch Schusswaffen sterben. Man kann natürlich sicher an der Art, wie er es macht, Kritik bringen, aber die Tatsache ist doch unbestritten. Nur mal aus dem Film: In Deutschland sterben 381 Menschen pro Jahr durch Schusswaffen, in den USA sind es 11.137. Es gibt noch andere Beispiele, so sind wir nicht mal so gut in der Statistik. In Japan, mit mehr Einwohner als in Deutschland sind es z.B. nur 39. Aber die Differenz in den USA ist doch gravierend. Bezogen auf die Bevölkerung ist das Risiko erschossen zu werden in den USA mehr als zehnmal so hoch wie in Deutschland.

Man könnte nun viele Gründe anführen. So vielleicht das die USA eine neue Nation sind, bestehen aus Auswandern. Es ist unbestritten, dass die Kultur einen Einfluss hat. Zum anderen verändert es eine Gesellschaft, wenn sie nur aus den Unzufriedenen der anderen Gesellschaften besteht. Doch die USA sind auch nicht die einzigen. Kanada und Australien bildeten sich auch als Nationen aus europäischen Auswanderern und hier gibt es viel weniger Tote durch Schusswaffen. Auch die Verfügbarkeit von Schusswaffen kann nicht der Grund sein, denn in Kanada gibt es mehr Schusswaffen pro Einwohner als in den USA und sie sind dort genauso frei erhältlich.

Gerade Kanada, dass ja eine gemeinsame Grenze zu den USA hat, zeigt den Unterschied. An der Westküste sind die Städte ja auf Sichtweite. Toronto ist nicht weit weg von Detroit. Doch die Unterschiede in der Gesellschaft könnten nicht größer sein. Michael Moore war auch erstaunt, dass man dort nicht die Türen abschließt und führt dies darauf zurück, dass die Politik dort sich weniger um das Führen von Kriegen konzentriert, als vielmehr sich um die soziale Absicherung aller kümmert. Sicher ein Grund. Doch auch dort gibt es Kriminelle und die schießen nicht sofort.

Was dann immer wieder angeführt wird, ist die kriegerische Geschichte der USA. Doch wenn wir die größeren Konflikte nehmen, so sind es auch nicht mehr als wir hier in Deutschland hatten. Im Gegenteil: Seit dem Bürgerkrieg 1861- 1865 geht der Krieg an der Bevölkerung weitgehend vorbei - zumindest was die unmittelbaren Folgen angeht. Es gibt Tote bei der Armee, aber es gibt keine bombardierten Städte, keine Gefechte auf den Straßen, keine Lebensmittelkarten und keine Metallsammlung für Stahl.

Nun eines ist mir aufgefallen, das kam im Film von Moore vor, aber ich kenne es auch von einem E-Mail Kontakt. Das ist das Zitat: "Ich brauche eine Waffe um mich zu verteidigen und meinen Besitz schützen. Wenn dich jemand überfällt, wer meinst Du hilft die? Die Polizei, die Regierung?". Äh ja, genau dafür sind die da. Mal abgesehen davon, dass das Risiko von jemanden der bewaffnet ist und bereit zu schießen überfallen zu werden kleiner ist, wenn nicht der Großteil der Bevölkerung bewaffnet ist, ist dafür die Polizei da. Woher kommt diese Idee, man müsste das Recht selbst in die Hand nehmen? Ich meine die USA haben ja ein Model, das darauf baut dass der Staat möglichst wenig dem einzelnen vorschreibt, nicht mal so was wie Renten- oder Krankenversicherung, aber bei Polizei und Justiz sollte das wohl aufhören und wenn ich dran denke wie viel ins Militär geht, wo man ja auch nicht nur darauf baut, dass dann die Bürger einfach so ihr Land verteidigen, dann ist das auch verständlich.

Es gibt diesen zweiten Verfassungszusatz von 1791, auf den sich das gesamte Recht gründet. "A well regulated Militia being necessary to the security of a free State, the right of the people to keep and bear Arms shall not be infringed.”. Also für mich geht es da um eine Miliz, weil die USA wohl noch keine reguläre Armee hatten zur Sicherung der Freiheit gegen Angriffe, das ist die Begründung für die Erlaubnis Waffen zu tragen, damit man die Leute dann einfach einberufen und keine Armee braucht. Nun haben aber die USA inzwischen eine Armee, die schon von der Ferne aus verschiedenste Staaten überfallen kann. Sie brauchen bestimmt keine Miliz mehr. Noch diffuser ist das Wort "Arms". Das waren 1791 Steinschloßgewehre, Bajonette und Vorderlader-Kanonen. Kann man daraus das Recht ein Maschinengewehr zu besitzen ableiten und wo ist da die Grenze? Bei einem Panzer, einem Kampfflugzeug, einer Atombombe? Das sind auch alles "Waffen".

Was auffällig ist, ist zumindest dass es in den USA zahlreiche Milizen noch gibt. Moore zeigte die Michigan Miliz, dann gibt es noch die Nationalgarde und zahlreiche andere Organisationen. Irgendwie scheinen die Amis eine tiefe Furcht zu empfinden, sie könnten auf dem eigenen Land überfallen werden. Das ist nicht rational erklärbar, denn sie haben ja nur zwei direkte Nachbarn. Beide haben eine viel kleinere Armee und keine Atomwaffen. Da gibt es keine Bedrohung. Eine Invasion über den atlantischen oder pazifischen Ozean kann praktisch ausgeschlossen werden und die Angst gegenüber Atomwaffen, die eventuell Schurkenstaaten besitzen könnten, sorgt dafür dass dreistellige Milliardenbeträge in raketenschutzschilde fließen. Und gegen diese einzige Bedrohung, die es geben könnte, helfen keine Milizen. Diese sind aber der Ausdruck für eine Militarisierung und einen Einfluss einer Waffenlobby die es in anderen Ländern nicht gibt.

Angst scheint etwas sehr ausgeprägtes bei den Amis zu sein, verbunden mit einem tiefen Misstrauen in die Regierung (noch nachvollziehbar) aber auch der Fähigkeit der Polizei den Bürger zu schützen (nicht mehr so nachvollziehbar). Ich weiß nicht ob es stimmt, aber es soll wirklich vorkommen, dass in den USA Leute erschossen werden, nur weil sie ein fremdes Grundstück betreten haben und die Mörder dann auch noch straffrei davonkommen. Die Frage ist natürlich, wenn es wirklich so gefährlich dort ist, dass man ohne Vorwarnung schießt und das offensichtlich ein Dauerzustand ist, nicht ein Teil der Millionen die ins Militär fließen, für mehr Polizisten ausgegeben werden, das würde doch viel wirksamer zu sein.

Moore führt auch diese Schießwut auf die Angst des weißen Manns zurück und hat das in einem Cartoon aufgearbeitet:

24.3.2012: Die Unglückszahl ist übersprungen

Wahrscheinlich hat es keiner von euch bemerkt, aber das letzte Buch war mein dreizehntes:

  1. Das Gemini Programm
  2. Das ATV Jules Verne
  3. Was ist drin?
  4. Europäische Trägerraketen Teil 1
  5. Raketenlexikon Band 1: US-Träger
  6. Raketenlexikon Band 2: Internationale Träger
  7. Black Arrow und Diamant
  8. Die Europa Rakete
  9. Die Ariane 1-4
  10. Die ISS
  11. Europäische Trägerraketen Teil 2
  12. Skylab
  13. Die Vega

Nun habe ich mich bemüht die Unglückszahl recht schnell zu überspringen und so folgt nun die Nummer 14: Computergeschichte(n). Ich halte ja nichts von Unglückszahlen, aber bei dem Manuskript könnte man schon dran glauben, und eigentlich wäre es ja auch die Nummer 13, denn "die Vega" war ja nur eine aktualisierte und erweiterte Auskopplung des Kapitels aus dem Band über Ariane 5 und Vega.

Fertig war das Manuskript letzten März, dann hat der erste Korrekturleser nach sechs Monaten abgebrochen. Der zweite musste nach drei Monaten krankheitsbedingt abbrechen und der dritte fand keine Fehler und hat das Manuskript in einer Woche durchgelesen (ich arbeite wenn ich dran bin von morgens bis abends dran und schaffe es eann in gerade mal 14 Tagen....). Auf den vierten habe ich dann verzichtet, weil er einige Wochen krankgeschrieben ist, nicht etwa aufgrund eines gebrochener Arms sondern dies sich nach einer schweren Erkrankung anhört

Ihr seht es ist eine schwere Geburt geworden. Trotzdem bin ich auf dieses Buch so gespannt, wie schon lange nicht mehr auf eines. Einfach deswegen, weil es ein komplett neues Gebiet ist. Es geht nicht um Raumfahrt oder Ernährung und auch weniger um ein Sachbuch, sondern um Geschichte, genauer gesagt: PC-Geschichte. Also es sind Geschichten rund um die PC Pioniere, aber auch ihre Erfindungen. Darin unterscheidet es sich von anderen Büchern, bei denen praktisch nur von den Erlebnissen die Rede ist, aber nicht von dem was erfunden wurde. Es entstand aus den Aufsätzen zu diesem Thema auf der Website, wurde aber sehr stark erweitert und sprachlich deutlich verbessert - kein anderes Buch habe ich im Manuskript so oft durchgelesen, ich wette mindestens 5-6 mal. Üblich sind sonst vier Durchgänge, zwei vor dem ersten Korrekturleser und dann noch je einer nach jedem Korrekturleser.

Vieleicht werde ich mal wieder versuchen für das Buch eine Rezension zu bekommen. Zum einen denke ich gibt es ein größeres potentielles Publikum, zum anderen sind natürlich Computerfreaks ja noch schlimmer als die Leute die was mit Ernährung oder Raumfahrt zu tun haben. Wehe, da steht was negatives gegen die Lieblingsprogrammiersprache drin oder man wagt zu behaupten, dass ein PC schlecht war (Computerfans finden immer Scheinargumente für etwas, man muss nur mal die Stichworte "C" oder "C64" in eine Diskussion werfen).

Also wer Bill Gates mag, meint der Sinclair QL wäre ein enormer Verkaufserfolg gewesen und der Atari ST super geeignet für Businessanwendungen, der sollte dieses Buch nicht kaufen. Allen anderen ist es (wie jedes Buch von mir) ans Herz gelegt. Es wird auch als ebook erscheinen, zumindest habe ich Option dafür aktiviert. Ob es aber tatsächlich so kommt, das dann von BOD ab. Wenn die es nicht auf die Reihe bekommen, kann ich noch eine Ausgabe nachschieben, die wird aber dann nur auf Amazon erscheinen, weil die eine Möglichkeit für die Direktpublikation haben. Vom Layout bleibt meiner Erfahrung nach aber wenig übrig. Immerhin wirds wenn ich es mache erheblich billiger, weil ich den Preis nach der Marge festlege - die beträgt bei Amazon 70% und beim Printbuch 19%, das heißt es würde bei selber Marge pro Stück erheblich billiger werden (bei "Was ist drin" sind es 5,05 zu 16,98 Euro).

Da ich durch meine Arbeit etwas hinter dem Plansoll zurück bin (zwei neue Bücher pro Jahr) mache ich mich nun an die Fertigstellung des Manuskripts über das MSL und Phobos Grunt. Einmal durchgelesen habe ich es schon, das zweite mal soll bis Mitte April abgeschlossen sein.

27.3.2012: Ist der PC ein Auslaufmodell?

Das wird ja schon seit einiger Zeit propagiert. Betrachtet man die nackten Zahlen, so ist der Zuwachs bei den Verkäufen in den letzten Jahren deutlich abgeflacht, während der von Notebooks angestiegen ist, genauso wie im letzten Jahr der von Tablett-PC's. Ich sehe das etwas anders. Zum einen vermute ich hat die PC-Branche nun den Punkt erreicht, den auch andere Industrien längst erreicht haben: Wenn ein Produkt neu ist, dann gibt es zuerst enorm starke Zuwachsraten, weil es noch niemand hat. Wenn jeder oder fast jeder einen PC hat, dann dominieren die Ersatzkäufe, also wenn ein alter ersetzt wird. Natürlich expandiert noch die Branche in den Entwicklungsländern, aber in den industrialisierten Ländern dürfte die Marktsättigung längst erreicht sein.

Das ganze setzt sich fort bei den Notebooks, die zum einen natürlich teilweise den Desktop PC ersetzen, viel mehr sind sie bei vielen aber nicht ein Ersatz, sondern eine Ergänzung, so wie der Zweitwagen, der dann eben nicht der geräumige Kombi, sondern der schnelle Sportwagen oder das Cabrio ist, oder um ein anderes Beispiel zu bemühen - der kleine Fernseher für das Kinderzimmer, damit man im Wohnzimmer das ansehen kann was man will, ohne Diskussionen über das Programm.

Genauso wird der Tablett PC oder das Smartphone das Notebook nicht ersetzen, sondern ergänzen. Man kann mit dem Gerät mit Einschränkungen surfen, Bilder ansehen oder Videos. Aufgrund der Bedienung mit dem Finger kann man es nicht für Anwendungen nutzen, bei denen man tippen muss (Textverarbeitung, Blogs schreiben....) noch etwas wo man präzise die Maus bedienen muss (Bild- und Videobearbeitung). Es ist dann wohl eher der Dritt-PC den man überall hin mitnehmen kann um jede noch freie Minute irgendwie zu füllen.

Schon haben die Notebook-Verkäufe fast die von Desktops erreicht, bald werden sie dann genauso abflachen. Den Tablett PC's wird es genauso gehen, nur schneller. Denn eines was immer ausgeprägter ist, ist das Technologien sich immer schneller durchsetzen. Man kann dies sehr gut an Weiterentwicklungen sehen. Man muss nur sehen wie lange es dauerte, bis nach der Erfindung des Schwarzweiss-Fernsehens dieses 50% der Konsumenten erreichte. Beim Farbfernsehen ging es erheblich schneller und bei den Flachbildschirmen noch schneller, obwohl, anders ls beim Farbfernsehen, es nur wenige Programme gibt die man frei in HD empfangen kann, also der Vorteil nicht so ofensichtlich ist. Analoges könnte man im PC-Bereich in der Evolution CD-Laufwerk - CD-Brenner - DVD-Laufwerk - DVD-Brenner sehen.

Ich wüsste auch nicht wie der PC ersetzt werden könnte. Die Tastatur ist zwar sicher nicht das optimale Eingabemedium. Aber alle Alternativen die technisch möglich sind, wie Sprachsteuerung haben andere Macken und sind nicht einsetzbar, wenn man in einem Büro mit anderen Personen sitzt. Vielleicht kann man sie irgendwann mal durch "Gedankensteuerung" ersetzen, Eine gute Tastatur braucht Platz und schon bei kleineren Notebooks sieht man, die Probleme, wenn die Tasten zu klein sind. ich glaube aber kaum, dass ich das noch erleben werde. Im Gegenteil: Ich sehe den Trend, dass der PC immer mehr Platz einnimmt, obwohl ja bei Notebooks und anderen mobilen Geräten eher der Trend zu kleineren Geräten geht. Die Bildschirmgröße ist immer weiter gestiegen. Mein erster Monitor hatte 12" Diagonale, nun steht ein 24" und ein 19" auf meinem Tisch. Dazu kommen zwei externe Festplatten, Scanner und ein breiter Laserdrucker. Da war es früher deutlich weniger. Vor allem die Monitore sind es die Platz wegnehmen. Unvorstellbar, dass man mal auf einen so kleinen Bildschirm geschaut hat. Aber es ist auch nötig. Ich merke das sofort wenn der Browser sich auf dem kleineren 19" Bildschirm öffnet. Auch Notebookdisplays haben immer höhere Auflösungen. Allerdings stoßen die bald an die Grenze der Auflösung des Auges, weil man hier nicht beliebig nahe an das Objekt herankann. Nur ist da nicht der Weg wie beim Desktop möglich die Displayfläche zu vergrößern. Trotzdem ist auch hier ein Pixel kleiner geworden. Auf einem 15" Monitor war die typische Auflösung 800 x 600 - das sind 67 dpi. Bei einem 24" mit 1920 x 1200 Pixeln sind es 94 dpi. Notebookdisplays erreichen 132 dpi und Tablett-PC haben noch höhere Auflösungen. Rekordhalter ist hier das ipad 3 Display mit 264 dpi. Sony hat einen Prototyp mit 500 dpi entwickelt.... Nur wirds dann problematisch, wenn die Auflösung die des Auges überschreitet die bei 1-2 Bogenminuten liegt. Solange die Informationsflut weiter anhält, wird es also keine Alternative zum großen Bildschirm geben.

Ein Interview

Es ist selten, dass man von führenden Chefs von Industrieunternehmen im Bereich Raumfahrt vernünftige Interviews  bekommt. Also welche bei denen man konkret was neues erfährt. Bei den meisten gibt es Allgemeinphrasen, bei manchen wird einem auch was vom Mond (oder besser dem Mars) erzählt. Ich lese immer aufmerksam durch, wenn LeGall was zu sagen hat, denn er hebt sich wenigstens ein bisschen von diesem Klischee ab.

So lass ich auch dieses Interview. Es ist recht interessant. Es zeigt für mich auch, dass wir in Europa unabhängig bleiben müssen. So nennt LeGall einen Anstieg der Proton-Startpreise von 65 auf 110 Millionen Dollar, entsprechendes sieht man ja auch bei der Sojus und den neuen russischen Trägern, weshalb sich ja nun auch das DLR mehr für die Vega interessiert. Interessant ist auch, das Arianespace nicht mehr als 3-4 Sojus Starts jährlich vom CSG aus durchführen kann. Dafür diese enormen Investitionen die fast die für das Ariane 5 Groundsegment erreichen?

Er geht auch auf SpaceX, Angara und andere neue Konkurrenten ein. Interessant ist die Einlassung zur Situation der Ariane 5 und 6. Demnach stagnieren nun die Massen der Satelliten bei 6 t. Der Grund ist, dass die Kunden verständlicherweise sich die Option frei halten wollen, zu wechseln. Was passiert, wenn Arianespace nicht starten kann? Wenn es aus irgendwelchen Gründen Verzögerungen gibt? Derzeit ist die leistungsstärkste Konkurrenz die Proton mit 6,2 t Maximalnutzlast. Die Zenit liegt bei 3,6 t, die Falcon je nach Version bei 3 bis 4,5 t. So kann man derzeit auch noch gut "paaren" einen 6 t Satelliten mit einem 3 t Satelliten.

Die Ariane 6 soll dann in der 6 t Klasse für Einzelstarts liegen. Soweit das Interviews. Nun mal meine Überlegungen.

Das ist die Situation heute. Wie sieht es in 10 Jahren aus? Also die Langer Marsch 5 Serie wird entwickelt. Maximale Nutzlast 10 t in GTO. Dann gibt es die Angara 5+7 mit 7,3 und 12,5 t GTO Nutzlast. Vielleicht ja sogar die Falcon Heavy mit wahrscheinlich über 15 t GTO Nutzlast. Schon heute existieren Atlas 5 und Delta 4. Sie werden nicht angeboten, doch wenn die Startpreise weiter steigen, da die russische Konkurrenz ja ihre Niedrigpreispolitik aufgibt, kann sich das ändern. Die Delta 4 erreicht 7,4 t, die Delta 4 Heavy sogar 13,4 t und die Atlas V bis zu 8,3 t GTO Nutzlast. Vielleicht wird auch die H-2B mal erfolgreich. Sie hat auch 8 t GTO Nutzlast.

Es könnte also, wenn alle diese Träger auf den Markt drängen, es sechs Träger in neun Subversionen mit mehr als 7 t Nutzlast und sogar drei mit einer Nutzlast über 10 t. Nun kommt dann die Ariane 6 mit 6 t Nutzlast. Was wird passieren. Mit mehr Trägern in dieser Klasse werden die Satelliten wieder schwerer werden und dann hat Europa eine neue Rakete, die diese nicht mehr transportieren kann und mustert die Rakete aus, die es kann. Dafür hat man dann 3-5 Milliarden Euro ausgegeben.

Mein Vorschlag: Ein richtiger Ausbau der Ariane 5. Richtig heißt nicht so teuer wie bisher und sinnvoll. Sinnvoll heißt, dass man z.b. bei der ESC-B State of Art einsetzt. Diese hat eine extrem hohe Trockenmasse. Astrium setzt aber praktisch keine heute verfügbaren Technologien ein, um diese zu verringern. So ist die Stufe weder innensdruckstabilisiert wie die EPC, noch wird die Legierung 2195 eingesetzt, die bei gleichen Belastungen rund 26% bis 40% der Masse gegenüber der 2219 einspart, die noch bei Astrium verwendet wird. Würde man dies tun, käme man auf ein Trockengewicht, das auch andere Oberstufen aufweisen und damit auf rund 1.100 kg mehr Nutzlast - 12,6 anstatt 11,5 t. Damit sind schon fast zwei 6 T Satelliten transportierbar.

Es gab ja auch weitere Optionen für den Ausbau der Ariane 5. So Booster aus dem CFK-Material der Vega. Sie wären bedeutend leichter und würden bei höherem Brennkammerdruck arbeiten können. So würde die Nutzlast um 1- 1,5 t steigern. Ein neues Haupttriebwerk wurde auch untersucht. Je nach Option bringt es 700 bis 1.900 kg mehr Nutzlast. Da für die Ariane 6 sowieso ein neues Triebwerk entwickelt werden muss, wäre auch diese Entwicklung nicht umsonst. Es könnte dann in einer Ariane 6 eingesetzt werden, eventuell wäre dann dieser zwei-Trägerbetrieb sogar sinnvoll (wenn die Oberstufe z.B. auch das Vinci einsetzt).

Ich habe die bekannten und veröffentlichten Pläne in meinem Buch ausgeführt und eine Kurzversion findet man auch hier. Eine Reihe von Optionen sind besser als andere und andere führen wieder zu Nachteilen, trotzdem sah man noch 2002 so die Möglichkeit die Ariane 5 auf 14 - 15 t Nutzlast zu steigern. Dann wäre eine Ariane 6 natürlich überflüssig, denn diese kann dann zwei 6 t Satelliten gleichzeitig transportieren und wäre äquivalent zu zwei Einzelträgern der Ariane 6 Klasse.

Die Frage ist ja vielmehr eine andere - wird es in Zukunft genügend Doppelstarts geben. Das scheint ja auch die Antriebsfeder bei der ESA zu sein. Die Befürchtung, man würde nicht mehr genügend Nutzlasten für Doppelstarts bekommen und das hängt nicht nur an dem Gewicht, sondern auch der Anzahl. Ariane 4 flog noch 12-mal im Jahr. Bei Ariane 5 sind es noch sechs Starts. Die Zahl der Nutzlasten ist deutlich zurückgegangen und erreicht dann bald einen Schwellenwert, bei dem die Produktionskosten stark ansteigen. Wir kennen das von einigen US-Trägern die extrem teuer wurden und auch die Vega wird aus demselben Grund nicht besonders preiswert sein.

"Plan TM"

Über drei Monate schlummerte es bei anderen Dokumenten, das ominöse Dokument "FDP - TM". Was sich zuerst zu einer Stellungnahme der FDP zu Trademarks anhört und auch auf den ersten Seiten nur auf das FDP-Blau (Pantone 293) und Geld (Pantone Yellow C) und Schrift "Corporate S" sowie die Abmessungen enthält, wurde auf den letzten Seiten dann doch brisanter. Seit ein Blogger den Inhalt des Dokuments vor einigen Tagen veröffentlichte, wurde das Dokument vom FDP-Webserver entfernt und der Link durch eine unverfängliche Version, welche nur den ersten Teil enthält, ersetzt.

Im hinteren Teil stand jedoch ein anderer Inhalt. Dort bekam der Titel auch eine andere Bedeutung: "T" steht für den 20-sten Buchstaben im Alphabet und "M" für den 13-ten. Zusammen lautet es also FDP - 2013. Der Plan: Die FDP möchte das Jahr 2013 "ausfallen" lassen. Auf den 31.12.2012 folgt gleich der 1.1.2014. Es werden eine Reihe von Gründen angeführt. Zum einen die Bedeutung von 13 als Unglückszahl, dann die schicksalhafte Bedeutung der letzten xx13 Jahre in den letzten Jahrhunderten - 1913, das letzte Friedensjahr vor dem ersten Weltkrieg, 1813, die Völkerschlacht von Leipzig mit etlichen Toten und das Ende des revolutionären Zeitalters in Europa, 813, letztes Lebensjahr von Karl dem Großen ... Zudem hat man herausgefunden, dass nach dem Majakalender am 3.1.2013 die Welt untergeht - die Interpretationen die das Weltende für 2012 vorhersahen, haben vergessen, dass alle Überlieferungen über die Maja noch von den frühen Kolonisatoren vor Einführung des gregorianischen Kalenders stammen. Korrigiert über die Abweichung von einem dreiviertel Tag pro Jahrhundert verschiebt sich der Weltuntergang.

Nun ja, man könnte meinen, ein drolliger Plan der FDP, doch wie gestern durchsickerte, konnte Rösler in einem Gipfelgespräch Merkel und Seehofer überzeugen und nun ist es beschlossen: 2013 fällt aus. Angeblich soll Puttins Dekret, dass die Sommerzeit einfach nicht abgeschafft wird auch dabei geholfen haben. Für die FDP ist die Zielsetzung klar: für sie geht es ums Überleben. 2013 stehen eine Reihe von Landtagswahlen an und die Bundestagswahl. Die Chancen stehen schlecht, dass die FDP auch nur bei einer Wahl die 5% Hürde überspringt. Der CDU, insbesondere Merkel mit Allzeit-Hochwerten bei der Beliebtheit, könnte es egal sein, doch fehlt ihr der Koalitionspartner und damit geht auch die Wahl verloren. Zuletzt hat auch die CSU Druck gemacht, die nach derzeitigen Umfragen 2013 die Regierung in Bayern erstmals an SPD und Grüne abgeben müsste. Derzeit fehlen ihr noch 8%, was fast uneinholbar erscheint.

Merkle konsultierte Fachberater und fragte nach man 2013 so einfach ausfallen kann, und natürlich, so einfach geht das nicht. Deutschland alleine kann es wegen der vernetzten Börsen nicht, das kann nur die EU. Damit sollte man meinen wäre das Thema vom Tisch, doch eine Stellungname der EU-Kommission war äußerst positiv. Der Grund: 2013 laufen in der EU Kredite in einer Höhe über 2 Billionen Euro aus. Wenn das Jahr ausfällt müssen diese nicht zurückgezahlt werden. Damit können auch Portugal, Spanien und Italien ihre Haushalte sanieren, nur Griechenland bleibt ein Kandidat für den Rettungsschirm. Schäuble errechnete alleine für die BRD mit Einsparungen in Höhe von 442 Milliarden Euro. Dazu kommt die Sanierung der Rentenkasse, denn alle die 2013 nominell in Rente gehen würden, können dies erst 2014. Das spart enorme Summen ein. Ein Gremium zeigte auf, das die Folgen die Gesellschaft weitgehend nicht gegeben sind. Tarifabschlüsse orientieren sich nicht nach Jahren sondern haben feste Laufzeiten. Kredite ebenso. Es scheint als wären die einzigen die betroffen wären die Personen wären die 2013 in Rente gehen würden. Für sie soll ein Auffangprogramm eingerichtet werden, um massive Proteste zu vermeiden.

Viele haben sich schon über die starre Haltung der FDP gewundert als sie sich in mehreren Länderparlamenten gegen die Auffanggesellschaft für die Schlecker-Beschäftigten aussprach. Nun diese wäre über 1 Jahr gelaufen und damit am 31.3.2013 ausgelaufen. Da es aber 2013 nicht geben wird, würde diese Auffanggesellschaft für immer bestehen, ein finanzielles Risiko, die die Partei nicht eingehen wollte.

Was wird nun passieren? Es scheint beschlossen und wird wohl in den nächsten Tagen zuerst in den Bundestag kommen und dann in den Bundesrat, wo allerdings auch nicht mit viel Widerstand zu rechnen ist: 2013 und damit die Landtagswahlen in Niedersachsen, Bayern und Hessen sowie die Kommunalwahlen in Schleswig Holstein fallen aus. Vor allem wird die Bundestagswahl nicht stattfinden. Damit wird nach dem 22.9.2013 Merkel weiter reagieren als geschäftsführende Bundesregierung, da es keine neue gibt. So kommt Merkel ihrem Ziel näher Kohl in der Regierungszeit zu übertreffen. Wenn nicht auch noch 2017 ausfällt, werden es zumindest 11 Jahre sein. Das Prinzip ist natürlich toll: Wenn ich abgewählt werden könnte, sorge ich einfach dafür dass die Wahlen nicht stattfinden! Das ist viel eleganter als wie in Russland einfach schon mal die Urnen vor dem Wahltag zu bestücken oder gleich ein Dutzend Stimmzettel einzuwerfen. Ich nehme an Puttin wird bald auch das eine oder andere Jährchen ausfallen lassen. Wenn das Schule macht, werden wir bald überall lokale Kalender haben. Vielleicht reichen in anderen Ländern wie dem Iran es auch nur einen Tag ausfallen zu lassen. Zeit eine "Lokales Datum"-App zu programmieren....

 


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