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Web Log Teil 273: 10.4.2012 - 13.4.2012

10.4.2012: Trash-Fernsehen vom Feinsten!

Mit nun etwas mehr Zeit habe ich mal wieder bei Fern-gesehen.com vorbeigeschaut. Das habe ich früher öfters gemacht genauso wie bei Fernsehkritik.tv, doch zum einen fehlt mir die Zeit, zum anderen hat beim letzten Format die Entscheidung, alle Folgen nur noch per Stream auszusenden. Das beraubt mich der Möglichkeit sie nebenher anzusehen, weil ich nun nicht mehr einfach stoppen und fortsetzen kann.

Also bei Fern-gesehen.com habe ich einen Verriss über Traumfrau gesucht gesehen. Mir wäre das völlig entgangen (und ist es auch, denn die Serie ist ja schon zu Ende). Das lief auf RTL2, einen Sender denn ich nie sehe.

Also Traumfrau gesucht ist eine Doku Soap über Männer die in Osteuropa Frauen suchen. Klingt langweilig. Nicht bei diesen Kandidaten. Man muss wirklich lange suchen um so jemand zu finden. Da ist Manfred, dessen Spruch "Je higher der Heel, desto größer der Feel" schon alles sagt. Elvis, der im Schlabberlook zu den Rendezvous kommt und zu den Mädchen sagt, sie wären zu alt und er hasst Kinder und Tiere. Dennis, der seinen Rendezvous beibringt "Dennis Du bist eine geile Sau" zu sagen und der im Restaurant deutsche Volksmusiklieder nachträllert. Und am besten Walther der in allen möglichen Verkleidungen (Kapitän, Pharao) und Geschenken versucht die Damenwelt zu überzeugen und wenn es mal nicht klappt dann vom "Drecksweib" spricht.

Also angeblich soll es reality sein, doch ich glaube das nicht, dazu sind die Typen zu abgedreht und es gibt zu viele Fragen. Zum einen reisen die Kandidaten durch den ganzen Ostblock - Bukarest, Odessa, Minsk, Kharhow, Moskau, Petersburg, landen aber immer bei denselben Vermittlerinnen. Das ist doch sehr seltsam. Dann ist Elvis Harz-IV Empfänger wie kann er sich die Reisen kann er sich leisten? Auch die russischen Damen müssen wohl geahnt haben, was da auf sie zukommt, sonst würden sie wohl nicht einiges mitmachen. Da will Elvis Anastassia wiedersehen und diese will nichts von ihm sehen. Da schickt sie eine Freundin - wer würde das wohl tun? Schließlich ist Elvis spätestens in 1-2 Tagen wieder weg, wofür also den Aufwand betrieben. Oder Elena flüchtet nach Walthers Wutausbruch - Schnitt man sieht sie in ihrem Zimmer wie sie reinkommt Geschenke von Walther zerrest und packt. Frage: wie ist das möglich? Wartet ein Kamerateam im Hotelzimmer und ist das nicht verschlossen? Wohl kaum.

Also alles geskriptet, was auch das völlig irrationale Verhalten erklärt, das ja darauf zielt, gerade keinen Erfolg zu haben, sonst wäre ja alles schon beendet. Schade das man dies nicht kommuniziert, denn es ist wirklich belustigend.

Ich bin nicht der Fan solcher Sendungen, aber wenn sie ein bestimmtes Maß an Skurrilität erreicht haben, dann wird es wieder lustig, oder wie Phillip Walulis sagt: "Gehirn auf Leerlauf schalten und das ganze macht Spaß".

Ich will das aber auch mal als Aufhänger nehmen: Warum floriert dieses Geschäft? Nun sicher dürfte wohl sein, dass beide Parteien sich was davon erhoffen. Die deutschen Männer wohl Frauen, die sie in Deutschland nicht finden. Die Motive liegen bei den Protagonisten schnell auf de Hand und der Zuschauer kann sie in 5 Minuten erkennen und ich denke die Damen ebenso.

In nicht ganz so extremer Form wird man sicher eines oder mehrere der folgenden Motive bei anderen etwas "normaleren" Männern finden, die diesen "Dienst" buchen:

Wie sieht es mit den Frauen dort aus? Da kann man nur spekulieren.

Doch wird es klappen? Ich habe meine Zweifel. Ich würde davon ausgehen, dass eine Beziehung zum einen klappt wenn man zusammenpasst, also ähnliche Interessen hat, aber auch eine ähnlichen kulturellen Hintergrund. Beim ersten kann das noch klappen, beim zweiten wird schon schwieriger. Vor allem aber kommt dann doch das Sprachenproblem dazu. Für beide ist Englisch eine Fremdsprache. Dass ist die einzige Möglichkeit, zu kommunizieren und das ging schon bei den Heiratskandidaten mehr holprig als flüssig. Sachliche Sprache um sich über Dinge zu unterhalten mag so noch zu gehen, aber Gefühle so zu transportieren? Auch wenn die Männer was anderes denken, aber 90% der Zeit werden sie sich mit der Partnerin unterhalten. Und wenn das nicht klappt sehe ich da schwarz. Selbst wenn: Es ist ja anzunehmen, dass dann die Frauen nach Deutschland kommen. Dann sind sie aber nicht mehr an den deutschen Ehemann gebunden und können soweit ich das weiss nach einigen Jahren dauerhaft hier bleiben. Wer also nur so über diesen Weg eine Partnerin bekommt wäre besser beraten sich zu ändern.

Übrigens hat RTL2 bei der Sendung Humor beweisen: Titelmelodie ist das Lied "Toxic" von Britney Spears, dass von einem unheimlich attraktiven Mann handelt der "toxisch" ist. Jau, bei den Kandidaten bekommt der Ausdruck "mit Gift" eine ganz neue Bedeutung....

12.4.2012: OTR

Da ich mir die Sendung "Traumfrau gesucht" über OTR runtergeladen habe, will ich an dieser Seite mal dafür Werbung machen. OTR ist die Abkürzung für OnlineTVRecorder. Das ist ein nach deutschem Recht nicht legaler Service. OTR ist ein Online-Videorekorder, der also das Fernsehprogramm das frei empfangbar ist aufzeichnet. Es ist also nicht etwa ein Service, der einem etwas zur Verfügung stellt für das man zahlen müsste (verschlüsselte Programme, dazu gehören auch alle Privaten in HD Qualität) oder illegale Downloads ermöglicht, aber trotzdem ist der Service, obwohl jeder selbst das Programm ja auf seinem Festplattenrekorder auch aufzeichnen könnte, illegal. Zwar gibt es das Recht der Privatkopie, doch OTR macht nicht für jeden Benutzer eine Kopie, sondern eine für alle.

Ich halte das für eine lässliche Sünde. Vor allem die privaten sind gegen den Service, denn man kann so die Werbepausen überspringen.

Wie funktioniert es? Es gibt zwei Stati: Beginner und Premium. Der Beginnerstatus hat so starke Einschränken, dass man ihn eigentlich nur zum Testen des Services nutzen kann. Man muss dort die Sendungen vorher programmieren, also bei einem EPG jeweils markieren, dass man die Sendung haben will. Es ist nicht möglich im Nachhinein eine Sendung zu markieren. Es gibt pro Monat nur 15 Dekodierungen und bestimmte Formate wie HQ oder HD sind nicht dekodierbar.

Mit dem Premiumstatus gibt es diese Einschränkungen nicht. Er kostet anders als der Beginner 60 GWP pro Monat, sogenannte "Goodwillpoints". Bisher war es so, dass man diese 60 GWP pro Monat einfach durch das Anklicken von Bannern zusammenbekam, meistens sogar noch mehr als man brauchte. Seit einigen Monaten ist das nicht mehr so. Ich lebe noch ganz gut von meinem Polster, doch selbst wenn ich dafür bezahlen müsste, wären die 60 ct, die den 60 GWP entsprechen, noch preiswert für den Service. Der ist bei Premium folgender:

An Formaten gibt es:

Es gibt alle Sendungen in avi, nur die 100 populärsten in .mp4 und hq und nur Spielfilme und Serien von ARD und ZDF in HD. Wenn man die Sendungen außerhalb der Zeit von 0 bis 8 Uhr vom OTR runterlädt, kostet das auch GWP, doch seit ich den Service benutze nehme ich dazu Mirrors, wobei eine Suchmaschine gute dienste leistet wie diese.

Wer sich für ausländische Sender interessiert: OTR nimmt auch zahlreiche US und UK-Sender auf. Auch diese können mit Premium dekodiert werden.

Das Dekodieren läuft so ab, dass man dazu eine Software herunterladen muss, bei der man seine Logindaten hinterlegt. Das automatische Verknüpfen mit den Dateien .otrkey muss man leider selbst erledigen. Ist das aber einmal gemacht so wird bei jedem Dekodieren online nachgeprüft ob man die Berechtigung hat und der Dekodierungszähler bei OTR erhöht (hat man sein Kontingent ausgeschöpft geht nichts mehr in diesem Monat). Man erhält nach dem Kodieren eine normale AVI Datei mit  H264 Kodierung. Je nach Qualität belegt eine Stunde zwischen 0,6-2 GB. Die Sendungen sind Sendemitschnitte die jeweils 10 Minuten vorher anfangen und später aufhören, was aber bei Überziehungen, vor allem am Samstagabend nicht viel nützt. Auch scheint das Schema starr zu sein, was man sieht wenn Sendungen ausfällt. Es orientiert sich in jedem Falle nicht an den von den Fernsehsendern übertragenen Daten zum Programm. Premium User können auch eine Variante des Dekoders einsetzen, der die Werbung und die ersten 10 und letzten 10 Minuten wegschneidet. Ansonsten kann man VirtualDub dazu nehmen.

Der Vorteil? Nun ja man ist unabhängig wie bei einem Festplattenrekorder, aber viel flexibler. Mann kann beliebig viele gleichzeitige Sender aufzeichnen, muss eigentlich als Premium User nichts mehr programmieren sondern wirft einfach die Suchmaschine an. Dort findet man auch noch Sendungen die vor ein paar Monaten liefen. Wer eine schnelle Internetverbindung hat, hat auch die Sendungen schnell runtergeladen und man kann sie zum einen über eine Festplatte auf dem Fernseher ansehen, aber auch, und so halte ich es nebenher auf dem Computer auf dem zweiten Schirm. Ich finde das ganz bequem, weil ich so nebenher arbeiten kann und eigentlich konsumiere ich das meiste Programm inzwischen nur noch so.

Negativ ist bei dem Service, dass er seit ich dabei bin (seit 2007) mehrfach seine Regeln geändert hat, also wie die GWP verrechnet werden und auch schon mal zu hohe GWP Polzer einfach auch hat verfallen lassen. Das gab jedes Mal Aufregung. Auf der anderen Seite habe ich in 5 Jahren nichts dafür gezahlt und immer noch über 1.700 GWP, also genug um knapp 30 Monate lang zu dekodieren ohne neue Banner zu klicken. Die 120 Dekodierungen pro Monat reichen bei Premium meist aus, wenn man nur Serien und Spielfilme mit dem Service anschaut, also nicht auch noch alle Nachrichten und jede Sendung. Das sind immerhin 4 Sendungen pro Tag. Also ich finde OTR echt empfehlenswert.

13.4.2012: Lebensmittelqualität

Kürzlich fand ich folgenden Kommentar im Blog:

"Bernd, mich würde mal eine Aussage des Fachmanns zur allgemeinen Lebensmittelqualität interessieren. Natürlich essen wir i.d.R. zu viel und zu sehr “synthetisch” im Sinne von vorverarbeitet und Inhaltsstoffe, die das Produkt billiger machen.

Das sind aber eher Probleme des Verbraucherverhaltens (“Essen muss reichlich und billig sein”) Ich meine das eher im Sinne der tatsächlichen Qualität und der Schadstofffreiheit. Wenn wir den Medien und den Verbraucherschützern glauben essen wir ja nur noch pures Gift.

Ist das so? War die Nahrung vor 40 Jahren unbedenklicher als heute? Die reinen Synthetikprodukte aber auch Premium-Bioprodukte (Demeter o.ä.) wollen wir mal außen vor lassen. Also den Durchschnitt. Ohne die ersten und letzten 10%.

Der andere Bernd"

Bernd hat eine sehr interessante Frage gestellt, nämlich die ob die Lebensmittelqualität in den letzten 40 Jahren besser geworden ist. Die Frage ist schon deswegen interessant, weil wahrscheinlich zehn Leute zehn verschiedene Antworten geben würden, was Lebensmittelqualität sein kann. Hier einige Dinge die mir so spontan in den Gedanken kommen:

Das alles sind mögliche Definitionen und ich will mal drauf eingehen, was die Problematik ist. Ich beginne mit dem einfachsten: Dem Punkt 2: Armut an Rückständen. Denn dies wird von amtlicher Seite kontrolliert und die Analytik hat in den letzten Jahrzehnten solche Fortschritte gemacht, dass dies auch sehr effektiv möglich ist. Zahlreiche Gesetzgebungen, wie der Verbot von verbleitem Benzin in den achtziger Jahren haben die allgemeinen Umweltbelastungen tendenziell gesenkt. Bei einigen ubiquitär vorhandenen Stoffen ist dies nicht der Fall, doch auch diese liegen weit unter den Grenzwerten. Bei den Pestiziden ist es so, dass durch die Kontrolle die gravierenden Überschreitungen von Grenzwerten seltener geworden sind, genauso wie bei Tierarzneimitteln und Hormonen. Was allerdings vor allem bei Pestiziden der Fall ist, ist dass immer mehr Stoffe eingesetzt werden, weshalb Experten schon dafür plädieren einen gemeinsamen Grenzwert der alle Substanzen umfasst einzuführen, da bisher nicht untersucht wird, wie sich die Wirkung von vielen kleinen Dosen addieren oder sonst wie verstärken können. Ich würde davon ausgehen, dass wir heute weniger stark durch Rückstände belastet sind als vor vierzig Jahren, weil die Grenzwerte verschärft wurden, und auch die Kontrollen viel besser geworden sind. Das es heute mehr Skandale gibt ist auch ein Ergebnis dessen. Früher hätte es die wohl gar nicht erst gegeben, weils keiner bemerkt hätte.

Die anderen Punkte sind schwerer zu beantworten. Zum einen gibt es bei Punkt 3 heute mehr Möglichkeiten ein Produkt schonend herzustellen. Die Überwachung der Produktion ist besser geworden, es gibt Methoden sehr rasch Produkte zu erhitzen und ebenso rasch abzukühlen bis hin einzufrieren. Es gibt Mikrowellen zum Erhitzen, die keine direkte Wärmeentwicklung bewirken. Das ist die eine Seite, auf der anderen Seite haben wir aber auch eine Abkehr von der handwerklichen Herstellung oder kurzen Wegen zum Verbraucher hin zu industrieller Herstellung und langen Wegen. Das bedeutet tendenziell, dass Lebensmittel "robuster" sein müssen, also mehr aushalten können müssen beim Transport. Bekannt ist das bei Obst. Tomaten kommen aus immer größerer Entfernung und werden grün geerntet. Bei Apfelsorten ist heute eine harte Schale ein wichtiges Sortenkriterium, weil die Waren nicht mehr vorwiegend auf dem Wochenmarkt sondern im Supermarkt verkauft wird.

Mit den Zusatzstoffen, also dem letzten Punkt ist es ebenso nicht leicht. Unbestreitbar hat uns die EU-Gesetzgebung hier viel mehr beschert. Nach den EU-Gesetzen muss ein Lebensmittel das legal in einem Mitgliedsland in den Verkehr gebracht wird auch in allen anderen Ländern legal gehandelt werden können. Das bedeutet, dass die EU seit Jahrzehnten die Gesetzgebung in den Mitgliedsstaaten harmonisiert und das führt unter anderem zu über 300 zugelassenen Zusatzstoffen. De fakto hat das eher die Tendenz den niedrigsten Standard in Europa einzuführen, als andere Länder auf den hohen Standard von Deutschland oder der Schweiz anzuheben. Ob diese allerdings alle eingesetzt werden ist eine andere Sache. Tendenziell würde ich annehmen es sind mehr Zusatzstoffe geworden, die man in Lebensmittel findet. Das sehe ich, wenn ich plötzlich in Wurst erlaubte Farbstoffe sehe. Diese waren schon früher erlaubt aber nun findet man sie vermehrt. Dazu wird die Industrie immer trickreicher Verbote zu umgehen. So ist es nicht erlaubt in Brot Farbstoffe einzubringen. Also gibt e neue "Zutaten", die färbend sind, wie Malzextrakt oder Runkelrübensaftkonzentrat. Auch das Optimieren der Produktion führt zum verstärkten Einsatz. Ein Stichwort ist hier die Brotherstellung. Da will der Verbraucher zwar ein möglichst urtümliches Brot, aber gleichzeitig dürfen da auch keine großen Gasblasen drin sein, es muss gut aufgegangen sein, eine knusprige Krume haben und lange haltbar sein. In der Summe ist das ohne Mehlbehandlungsmittel aber nicht zu machen. Die traditionelle Produktion kann eines oder zwei dieser Merkmale optimieren, doch nicht alle.

Der erste Punkt, die qualitative Zusammensetzung. Das grundsätzliche Problem ist, dass wir hier kaum Vorschriften haben, wie Lebensmittel zusammengesetzt sein sollen. Es gibt die Leitsätze die diese Funktion haben sollen, doch da an diesen alle Beteiligten (Hersteller, Handel, Verbraucher und Überwachung) mitwirken, gibt es da kaum Fortschritte. Wenn dann sind sie für den Verbraucher nur bedingt nützlich, wenn bei Fleisch z.B. der Gehalt an Kreatinin und Hydroxiprolin als Indikatoren für bestimmte qualitativ hoch- oder niederwertige Fleischbestandteile angeführt werden, dann nützt ihnen das wenig. Neue Lebensmittel, also die zahlreichen Kreationen und sei es nur ein neues Brot finden sich schon gar nicht darin. Leitsätze gibt es praktisch nur für tradiotionelle Lebensmittel die allgemein verbreitet sind, nicht für Handelsmarken, egal wie populär diese sind (Milchschnitte, Knobbers, Hanuta um nur einige zu nennen).

Das einzig positive ist, dass seit einigen Jahren die wertgebenden Bestandteile in Prozentangaben auf den Verpackungen vermerkt sein müssen, sodass man diese einsehen kann. Die Lebensmittelüberwachung hat auch nicht die Aufgabe generell die Zusammensetzung eines Lebensmittels zu ermitteln, sondern nur die Übereinstimmung mit Mindestangaben zu überprüfen (sofern in den Leitsätzen etwas dazu steht) oder bei Herausstellung, das es etwas besseres sei wie dem Wort "Premium" zu überprüfen ob es die Mindestgehalte deutlich überschreitet. Es gab in der Zeit auch einige Versuche die Mindestanforderungen zu senken, so bei dem Gehalt von Rindfleischextrakt in Suppen und meist ist das auch gelungen. Auf der anderen Seite hat die "Light" Welle dazu geführt, dass ich immer mehr tendenziell leichte Lebensmittel im Regal sehe. Wer mal eine Nährwerttabelle aus den achtziger Jahren nimmt und den Brennwert bei verschiedenen Wurstsorten mit normaler Supermarktware vergleicht, stellt fest dass diese heute viel fettärmer ist.

Schlußendlich gibt es nur ein Resümee : So genau weiß niemand wie sich die Qualität verändert hat. Ich persönlich würde sagen sie ist tendenziell besser geworden, allerdings mit Ausnahmen wo dies nicht der Fall ist. Was hilft ist sich wirklich die Packungen durchzulesen und dann an der Kasse abzustimmen. Wenn mehr hochwertige Lebensmittel verkauft werden, dann werden auch mehr produziert. Das hat gerade die Light-Welle gezeigt. Als die Verbraucher kritischer wurden, wie viel Fett in der Wurst ist, dann sank als Folge auch der Fettgehalt bei normaler Wurst.

11.4.2012: Heuchelei

Zweimal kam mir der Gedanke für den Blogtitel bei den Nachrichten in den letzten Tagen. Das eine betrifft Günter Grass und das andere der Satellitenstart von Nordkorea. Befassen wir uns mal zuerst mal mit dem letzteren, weil ich da technisch mitreden kann, anders als die Journalisten die jede Äußerung südkoreanischer oder US-Regierung als Fakten verkaufen. Da soll ein geplanter Satellitenstart ein verkappter Test einer ICBM sein. Was spricht dagegen?

Nun zuerst mal kann man zwar prinzipiell mit einem Satellitenstart testen, ob eine Rakete eine bestimmte Nutzlast aufweist und ihre prinzipielle Funktionsfähigkeit testen. Doch das wichtigste kann nicht getestet werden - ihre Zielgenauigkeit. Eine Rakete die eine Atombombe transportiert, muss relativ genau sein, weil deren Schaden, so groß er auch ist auf ein kleines Gebiet beschränkt ist. Sowohl die USA wie auch die UdSSR entwickelten ICBM erst, als sie Wasserstoffbomben hatten und damit die Zielgenauigkeit aufgeweicht wurde von wenigen Hundert Metern auf 2-3 km. Für diesen wichtigsten Parameter taugt ein Satellitenstart gar nicht.

Dann muss man sich nur mal die Bilder die Fernsehen liefen vom Startplatz ansehen, um zu erkennen, warum es sich handelt. Eine militärisch genutzte Rakete muss sofort starten können, braucht nicht viele Zugänge und das ist bis heute so. So besteht der Startplatz einer Minuteman oder Peacekeeper, die nun zivil genutzt wird, aus einem Startpodest und einem Nabelschnurmast für die elektrischen Leitungen. Auf den Bildern von Nordkorea sieht man einen in der Raumfahrt üblichen Startturm mit zahlreichen Bühnen, um die Rakete auf allen Ebenen zu inspizieren. Wenn ich einen ICBM Test mache, dann unter realen Bedingungen, nicht welchen die später nicht gegeben sind. Übrigens startet auch die Safir, die ja durch Technologieexport von Nord Korea entstanden sein soll, nur von einer Startplattform aus wie es sich für eine militärische Rakete gehört.

Dann ist sich selbst Welt Online nicht zu schade zu bezweifeln, dass man in 100 kg einen sinnvollen Satelliten unterbringen kann und zitiert die Chinesen deren Wettersatelliten 740 kg bis 2400 kg wiegen und die angeblich nicht dran glauben. Kleine Korrektur: Chinesische Aufklärungssatelliten wiegen so viel. Für das Wetter braucht man eine viel kleinere Auflösung und kleinere Satelliten. Die USA arbeiteten lange mit Wettersatelliten die nur 100 kg wogen. Ich glaube zwar nicht, dass der Satellit wirklich großartiges Aufnehmen wird, sondern wie seine Vorgänger patriotische Lieder spielen wird, aber selbst wenn: Im Dezember startete Chile ihren ersten Erdbeobachtungssatelliten - er wiegt auch nur 110 kg. Und Frankreich hat mit den Plejades Satelliten leistungsfähigere Aufklärungssatelliten als die vorhergehende Helios Generation entwickelt und diese wiegen auch nur ein Bruchteil dieser und liegen unter 1 t Startgewicht. Wir müssen nicht darüber debattieren, dass 100 kg eine sehr niedrige Nutzlast ist, realistisch sollte man bei einer 91 t schweren Rakete etwa 1-2 t erwarten, aber in Anbetracht dessen, dass die vorherigen Versuche nicht klappten, sicher keine schlechte Idee was einfaches zu starten.

Was keines der Medien aufgreift ist, dass zwischen Süd- und Nordkorea seit zwei Jahren wieder ein Wettstreit ausgebrochen ist, wer als erstes einen Satelliten ins All startet. Erst seit Südkorea ihre KSLV testet, hat Nordkorea ihre Tests wiederaufgenommen. Vorher war über 10 Jahre Pause. Und die Heuchelei geht noch weiter: Obwohl die Bestimmungen über Verbote von Starts von Raketen genauso für Südkorea gelten, beschwert sich dort keiner. Weder die USA noch Japan, und dies obwohl anders als bei Nordkorea das Kernland von Japan beim Start der KSLV überflogen wird.

Das zweite ist Günter Grass: Wie kann er es wagen nur Israel zu kritisieren? Welche Unverschämtheit die Drohung mit einem Erstschlag als Gefahr für den Frieden anzusehen? Und von überall her bekommt er Kloppe. Er ist ja nicht der erste hier. Wehe, es wagt sich in Deutschland jemand kritisch zu Israel zu äußern. Wie kann man nur. wo doch Deutsche Millionen von Juden umgebracht haben. Ja das ist unbestreitbar, genauso unbestreitbar ist aber auch, dass dies noch keine Rechtfertigung sein kann für alle Ewigkeiten keine Kritik an Israel zu üben. Denn die sind ja nicht mehr die Verfolgten, sondern selber Atommacht, bis an die Zähne gerüstet und sie halten seit Jahrzehnten Gebiete ihrer Nachbarstaaten besetzt. Nun bedrohen sie den Iran mit einem Erstschlag bevor er eine Atombombe bauen kann. Genauso haben sie mal vor 30 Jahren einen irakischen Kernreaktor in Schutt und Asche gelegt.

Natürlich ist unbestritten, dass das Verhalten des Irans genauso zu verurteilen ist und die dauernden Hasstiraden gegen Israel verbessern natürlich nicht die Situation. Bei den Arabern weiss man ja nie so genau was sie tatsächlich wollen und was reine Angeberei und Propaganda ist. Man muss sich nur die abgedroschenen Sprüche von Al Quiada anhören, wie sie den Westen bestrafen und was für relativ kleine Nadelstiche sie tatsächlich verüben können. Noch immer ist es gefährlicher, bei uns auf die Straße zu gehen als fürchten zu müssen das einem was wegen Al Quaida passiert.

Unbestritten ist aber auch, dass Israel in dieser Konfliktsituation, die es nun schon seit Jahrzehnten gibt nicht gerade bemüht, diese zu entschärfen. Nicht nur gibt es immer noch jüdische Sieglungen im Palastinenserland, sondern diese werden auch noch ausgebaut. Integration? Fehlanzeige. Es sind hermetisch abgeschlossene Bezirke, die mehr an die Kastelle der Römer in ihren Kolonien als an Dörfer erinnern. Und natürlich freut die Palästinenser auch, wenn diese kleinen Gebiete 90% des Wasser bekommen, dass für intensive Bewässerungsmaßnahmen genutzt wird, während ihre Felder verdorren. Und als hätte die Geschichte nicht beweisen, das Mauern nicht besonders wirksam sind, um andere auszusperren errichten sie, nachdem wir die Mauer abgerissen haben, eine neue.

Natürlich ist es nicht so, dass Israel hier nur der Aggressor ist. Die palästinensische Regierung ist machtlos. Hisbollah und andere radikale Gruppen haben viel Macht und sie feuern dauernd Raketen auf Israel ab. Das man in dieser Situation nicht erwarten kann, das die israelische Regierung sich das so einfach anschaut, ist auch klar. Aber nur mal als Anregung: wie wäre es mal mit Deeskalation: also vielleicht erst mal den Siedlungsbau stoppen, dann die Bestehenden abbauen und für eine gleichmäßige Verteilung der Ressourcen sorgen. Ich könnte mir denken, dass dies den Hass bei den Palästinensern abbaut und von diesem Hass leben ja gerade diese Gruppen und gerade dies schwächt die palästinensische Regierung.

Aber da keiner weder in den USA noch in Deutschland (und damit auch nicht die EU) wagt, Israel zu kritisieren können sie sich es leisten Leute die das tun für unerwünschte Personen zu erklären. Man stelle sich mal vor, man würde den israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu bei uns als unerwünschte Person brandmarken, weil er mit einem Angriffskrieg seinem Nachbarland droht. Immerhin ist das eine konkrete Drohung der ja auch Taten folgen können und nicht eine Kritik an diesem Verhalten. Also es gäbe wirklich Grund anstatt sich über nichts aufzuregen ....


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