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Web Log Teil 274: 14.4.2012 - 17.4.2012

14.4.2012: Die optimierte Einstufenrakete

Ich möchte mich heute mal wieder einem theoretischen Thema zuwenden: Kann man mit nur einer Stufe eine nennenswerte Nutzlast in den Orbit befördern und wie optimiere ich diese?

Fangen wir mal an mit den einfachsten Grundlagen:

Die Endgeschwindigkeit einer Rakete berechnet sich nach

v = Ausströmungsgeschwindigkeit der Gase nach Verlassen der Düse * ln (Startmasse / Masse ohne Treibstoff)

ln() ist der natürliche Logarithmus zur Basis e (2.71....)

Hat man die Ausströmungsgeschwindigkeit der Gase (in metrischen Einheiten meist als spezifischer Impuls bezeichnet) so kann man die Gleichung leicht umformen und das Massenverhältnis von Startmasse/Brennschlussmasse berechnen. Dann weiß man wie viel davon noch Nutzlast ist, wenn man bei einer Rakete die Startmasse und Brennschlussmasse ohne Nutzlast gegeben hat.

Realistisch muss man mindestens 9300 m/s aufwenden um einen Orbit zu erreichen, je nach genauer technischer Auslegung auch mehr. Bei einem LOX/Kerosinantrieb muss dann die das Voll/Leermasseverhältnis sehr groß sein. Typisch ist da eine Ausströmungsgeschwindigkeit von 3200 m/s, was zu einem Voll/Leermasseverhältnis von >18 führt, das zwar Raketen leer erreichen, nur bleibt dann eben nichts mehr für die Nutzlast übrig. Bei Wasserstoff/Sauerstoff ist es beim SSME als leistungsfähigstem Triebwerk das auch am Boden gezündet werden kann mit einer Ausströmungsgeschwindigkeit ein Verhältnis von 8, was wesentlich günstiger ist und auch bei modernen Stufen noch Nutzlast übrig lässt.

Das Space Shuttle System soll auch die Vorlage für unsere Betrachtungen sein. Das ist folgendes Konstrukt:

Wir montieren je zwei Schubrahmen des Orbiters mit je drei Triebwerken an den normalen externen Tank. Jedes hat einen Schub von 1859 kN, das ergibt einen Startschub von 11.154 kN oder 1137 t. Nehmen wir je 16 t für die beiden Triebwerksblocke an (zu den je 3,3 t schweren Triebwerken kommt noch ein Schubrahmen), dann gibt es noch den SWLT-Externen Tank, der 754 t voll und 26,76 t leer wiegt.

 Mit etwas knobeln kommt man auf eine Nutzlast von 45.500 kg. Das ergibt eine Startmasse von 831,5 t und eine Startbeschleunigung von 1,37 g. Immerhin ist dies mehr als das Space Shuttle selbst transportieren könnte, was daran liegt dass der Orbiter wegfällt.

Dies würde passieren, wenn man praktisch aus der Restmasse des Space Shuttle Programms die Hardware verwenden würde. Diese ist aus zweierlei Weise aber noch optimierbar.

Fangen wir an mit dem externen Tank. Er wurde für das Shuttle entworfen. Er nimmt auch die Lasten durch die SRB auf und muss den Orbiter tragen. Dazu hat er getrennte Tanks für Sauerstoff und Wasserstoff mit einer strukturell verstärkten Zwischentanksektion. Des weiteren hat man den Wasserstofftank der das meiste Leergewicht aufweist auf die leichtere Legierung 2195 umgestellt, nicht jedoch den LOX-Tank. Entfällt der Zwischentankbereich, so wird er um 5400 kg leichter. Weitere 900 kg kommen durch die Verwendung der leichteren Legierung für den LOX-Tank zustande. Das sind dann 6.300 kg mehr Nutzlast oder 13,8% der Nutzlast.

Das weitere wäre auch neue Technologien beim SSME anzuwenden. Was den Brennkammerdruck und die Ausströmungsgeschwindigkeit angeht gab es keine Fortschritte in den letzten 30 Jahren. Die einzigen Triebwerke, welche das SSME in diesem Parameter übertreffen, sind Triebwerke von Oberstufen, die nicht am Erdboden gezündet werden. Sie beziehen dies durch viel größere Düsen mit einem Expansionsverhältnis das beim Erdboden nicht geht.

Setzt man die Technologie von im Flug ausfahren Düsen, die es bei Oberstufentriebwerken gibt (RL-10B und Vinci) auf das SSME um und konstruiert eine Expansionsdüse mit einem Verhältnis von 240 die über die bisherige mit einem Verhältnis von 77,5 gezogen wird, sobald der Umgebungsdruck hinreichend klein ist, so kann man die Ausströmungsgeschwindigkeit in der Höhe steigern. Nach Simulationen mit dem NASA Programm FCEA sind es je nach Bedingungen (eingefrorenes Gleichgewicht oder nicht) 129 bis 151 m/s mehr. Davon ist ein Teil nur nutzbar, da die Düsenverlängerung nur in der Höhe eingesetzt werden kann. Nimmt man konservative 100 m/s mehr (Ausströmungsgeschwindigkeit nun 4.580 m/s) an, so erhöht dies die Nutzlast um 5.500 kg.

Zusammen mit dem leichtgewichtigeren Tank sind es dann schon 11.800 kg oder 26% der Ausgangsnutzlast. Wie kann man noch mehr herausholen? Nun es gelangen insgesamt 109.760 kg in den Orbit. Davon entfallen:

20.460 kg auf den Tank

32.000 kg auf die Triebwerke und

57.300 kg auf die Nutzlast

Das erste was auffällig ist, ist dass wir anfangs 6 Triebwerke brauchen um die Nutzlast vom Erdboden weg zu bekommen. In den Orbit gelangen aber nur 110 t. Das entspricht also dann einer Spitzenbeschleunigung von über 10 g, wenn alle sechs Triebwerke mit voller Leistung arbeiten. Wir brauchen dann eigentlich keine sechs Triebwerke mehr (aus demselben Grund werden die Triebwerke auch im Schub beim Shuttle gedrosselt, wenn der Orbit fast erreicht ist). Wenn wir nun den Schritt gehen zu folgender Taktik:

Wir trennen zweimal je zwei Triebwerke ab, wenn wir eine so hohe Beschleunigung haben, dass nach der Abtrennung noch eine Beschleunigung von 1,3 g resultiert. Je zwei aus Symmetriegründen. Das erste Paar würde abgetrennt werden wenn das Gefährt 718,26 t mit vier Triebwerken wiegt und das zweite Paar bei 359,1 t. Diese Berechnung beruht auf dem Vakuumschub von 2290 kN, der etwas höher als der Bodenschub ist.

Das vorzeitige Abtrennen der Triebwerke steigert die Nutzlast auf rund 60.000 kg. Das sind 14.500 kg mehr als beim Ausgangsmodell.

Das letzte leitet nun schon fast über, zur Paralellstufenrakete. Es gilt nun nicht nur die Triebwerke rechtzeitig abzuwerfen, sondern auch die Treibstoffbehälter. In unserem Beispiel hätten wir nicht mehr einen Tank, sondern 6 kleinere. An jedem sitzt dann ein Triebwerk. Sobald je zwei Tanks leer sind, werden sie mit den Triebwerken abgeworfen.

Die Herausforderung dabei ist, dass anders als bei derzeit eingesetzten Boostern gewährleistet sein muss, dass zuerst der Treibstoff aus diesen Tanks verbraucht werden muss, Sie füttern also alle Triebwerke während die anderen Tankbehälter nicht genutzt werden. Nehmen wir an es klappt und das gleiche günstige Stufenverhältnis bleibt erhalten, so haben wir eigentlich eine dreistufige Rakete - jede mit 242,4 Treibstoff und 12,20 t Trockenmasse.

Die Nutzlast wurde nun wegen der gravierenden Reduktion der Trockenmasse der letzten Stufe auf 94,4 t steigen. Das sind nochmals über 50% mehr als beim letzten Modell, da nun auch der Treibstofftank sich auf ein Drittel der Masse reduziert und der schwere Triebwerksrahmen nur für zwei anstatt sechs Triebwerke aufnehmen muss. Das kompensiert einige negative Folgen. So sind natürlich sechs kleinere Treibstofftanks schwerer als ein Großer, aber da nur ein Drittel den Orbit erreicht ist das zu verschmerzen. Bei dieser Rakete bringt übrigens die erste Stufe nur 1520 m/s auf, die zweite 2322 m/s und die letzte 5431 m/s. Daher schlagen Gewichtsreduktionen so stark bei der letzten Stufe durch.

15.4.2012: Nun von der Theorie zur Praxis. Was findet man umgesetzt?

Wie zu erkennen ist, ist der Tank heute gar nicht mehr so bestimmend für die Leermasse. Innendruckstabilisierung und leichte Legierungen machen diesen relativ leichtgewichtig. Was eher ein Problem ist und in unserem Beispiel gar nicht vorkommt, sind strukturell verstärkte Teile die den Schub von Feststoffraketen aufnehmen. Auch hier konnte beim Shuttle Tank die Trockenmasse um ein Fünftel reduziert werden, indem diese wegfielen. Der Tank wiegt bei Treibstoffen mit einer hohen Dichte wie LOX/Kerosin oder NTO/UDMH typischerweise weniger als die Hälfte der Startmasse, oft nur ein Drittel. Bei der Atlas ICBM waren es nur 2,4 t von 5,5 t Trockenmasse trotz 115 t Treibstoff. Allerdings war dieser schon so dünn, dass er für die Aufnahme von Oberstufen verstärkt werden musste. Er setzte Innendruckstabilisierung ein, genauso wie die EPC der Ariane 5G bei der der Tank 6,2 t bei 158 t Treibstoff wiegt. Bei dieser Stufe ist wie bei allen Stufen mit Wasserstoff der Anteil des Tanks an der Startmasse höher, weil die Dichte der Treibstoffe geringer ist und diese etwa dreimal mehr Volumen benötigen. Bei LOX/LH2 Stufen wiegt der Tank typisch 40-60% der Startmasse.

Die einzige Stufe die einen Treibstofftank abtrennt, ist die Breeze-M auf der Proton, wo die kleine Breeze-KM der Rokot durch einen ringförmigen Tank ergänzt wurde, der nach der ersten Brennperiode abgeworfen wird. Dies ist nur möglich, weil diese Stufe Treibstoffe mit hoher Dichte einsetzt. Bei LOX/LH2 wo es durch die hohe Leermasse viel eher lohnen würde, scheitet dies bei Oberstufen oft an geometrischen Gründen und die unteren Stufen bei denen man noch die Oberstufe zum Trockengewicht hinzurechnen muss profitieren kaum von dem verlorenen Leergewicht, weil es klein im Vergleich zur Oberstufe mit Nutzlast ist.

Was bleibt ist das Abtrennen von Triebwerken, zumindest bei Erststufen. Oberstufen werden heute so ausgelegt, dass sie gerade den benötigten Schub aufweisen und nicht mehr. Das führt dazu, dass man inzwischen der Centaur (obwohl sie seit der ersten Version um 50% schwerer wurde) das zweite Triebwerk entzogen hat. Da zumeist auch nur ein Triebwerk eingesetzt wird, gibt es auch wenig zum Abwerfen. Die einzige Rakete, die ihre Triebwerke im Flug abwarf war die Atlas. Sie hatte drei Triebwerke: Zwei leistungsstarke äußere und ein schubschwächeres in der Mitte. sobald eine bestimmte Beschleunigung erreicht wurde, wurden die Ventile zu den äußeren Triebwerken geschlossen und die mitsamt des sie haltenden Schubrahmens abgesprengt. Erstaunlicherweise klappte das auch fast immer - die einzige dem Autor bekannte Ausnahme war just ein Fehlstart im Rahmen des Mercuryprogramms.

Das Cross-Feeding ist die theoretisch idealste Möglichkeit eine Rakete aufzubauen. Sie hat mehrere Vorteile. So kann man eine Rakete modular aus identischen Stufen aufgebaut werden, die gemeinsam gezündet aber nacheinander jeweils nach dem Ausbrennen abgetrennt werden. Da der Masseverlust mit dem Treibstoffverbauch korreliert, kann man auch die Triebwerke gleich mit abtrennen, also ein komplettes Modul. Die Falcon Heavy wird dies erstmals erproben - zumindest wird dies vage angekündigt - ob es klappt wird sich zeigen, denn nun muss man ein Netzwerk von Treibstoffleitungen unter den Stufen aufbauen. Bestimmte Leitungen dann wieder schließen und pyrotechnisch durchtrennen und es muss auch funktionieren, wenn die Stufen die ja nun miteinander befestigt sind auch vibrieren und sich bewegen. Ich vermute es wird wie viele andere Ankündigungen von SpaceX nicht umgesetzt werden.

Bei der Falcon heavy wäre der Nutzen offensichtlich: Aus einer zweistufen Rakete würde eine (im Idealfall) dreistufe Rakete werden. Das sehr hohe Massenverhältnis von 15:1 zur zweiten Stufe würde durch zwei von 2:1 und 7:1 ersetzt werden. Das soll rund 15% mehr Nutzlast bringen.

16.4.2012: Testbericht Feldmeier FC54

Feldmeier FC54Zeit mal wieder einen Testbericht zu verfassen. Diesmal zu meinem neuesten Fahrrad, dem Feldmeier FC54. Da jeder persönliche Testbericht geprägt ist, von den Vorlieben des Autors, hier die von mir, oder besser was bei mir der Einsatzzweck des Rades ist: Bei mir ist das Fahrrad Hauptverkehrsmittel für kurze Strecken. Ich brauche es um alle Einkäufe zu erledigen und ich fahre damit in die Nachbargemeinden, das zumindest regelmäßig zwei bis dreimal die Woche. Ich fahre aber nur selten damit zur Arbeit, außer ich habe einen Kundenauftrag in der Nähe aber meistens sind diese dann doch schon in größerer Entfernung.

Das bedeutet ich brauche ein Rad, das als Lastesel taugt (für die Einkäufe). Ich bin viel auf befahrenen Straßen unterwegs und wenn es Feldwege sind, dann müssen sie mit Fußgängern geteilt werden und ich fahre zu jeder Jahreszeit, nicht nur wenn schönes Wetter ist, sondern auch wenn es schneit und regnet. Auf der anderen Seite lege ich nur moderate Strecken zurück, etwa 20-30 km in der Woche, und das Fahrrad ist kein Sportgerät für mich, ich mache also keine ausgedehnten Fahrradtouren.

Aufgrund dieses Einsatzspektrums kaufe ich bevorzugt das was man heute unter "City Rädern" versteht. Also Räder mit Rücktrittbremse und Nabenschaltung, hohem Lenker und tiefem Einstieg. Das ist nötig weil ich öfters absteigen muss wen eine Kreuzung kommt und ich muss oft Fußgängern ausweichen. Ein schnelles All-Terrainbike wäre nichts für mich, weil ich hier selten die Gelegenheit hätte schnell zu fahren, dazu gibt es zu wenige Fahrradwege und es zudem nur bedingt geeignet ist um damit zu fahren wenn es geregnet hat oder Schnee gefallen ist, ohne sich einzusauen. Ich achte auf eine gute Beleuchtung, da ich auch nachts fahre, einen kräftigen Gepäckträger für die Einkäufe, bequeme Haltung beim Fahren. Unter diesem Gesichtspunkt habe ich auch das Feldmeier FC54 beurteilt.

Kaufgrund war dass mein 12 Jahre altes Fahrrad beim Sturm über Neujahr umgeworfen wurde und nun einen Achter im Vorderrad hat. Schon vorher war einiges defekt, so konnte man bei der Schaltung nur wählen, ob nur noch drei der sieben Gänge sauber einrasten oder die Kette so schlaf ist, dass sie in Gefahr gerät abzuspringen. Es war also Zeit ein neues anzuschaffen, zumindest für die warme Jahreszeit, denn ich fahre eine "Zwei-Räder" Strategie: Im Winter ein altes Fahrrad, weil es da noch schneller durchrostet und altert und im Sommer das neue. Das alte ist eines von Aldi, na ja nicht richtig alt. Jetzt gerade mal vier Jahre. Ich werde mich auch darauf für den Vergleich beziehen.

GepäckträgerDer erste Eindruck ist sehr gut. Was auffällt: Das Fahrrad sieht schick aus. Bei meinem Test zum ALDI Fahrrad bekam ich ja den Kommentar, dass dieses hässlich aussehe. Ich muss sagen, das ist für mich kein Kaufkriterium gewesen. Allerhöchstens dass es nicht diese Leichenwagenfarbe "Schwarz" hat, die nun alle Fahrräder haben. Aber mit dem mehrfarbigen Rahmen und schwarzen Lenkern macht es was her. Wenn man von oben drauf schaut ist es auch schmaler als andere Räder und braucht, wenn es abgestellt wird, weniger Platz. Der gesamte Rahmen sieht filigraner als der dagegen fast grobschlächtige des ALDI Fahrrades aus.

Der Sattel ist nicht gerade weich, aber man gewöhnt sich an ihn. Es ist mehr ein sportlicher Sattel als der breite typische Sattel eines City Fahrrades. Was mir nach dem Lauf auffiel war, dass die Sattelstange mit Schrauben in der Höhe fixiert wird. Das fiel mir deswegen auf, weil der Fahrradhändler beim Verstellen schon die schwarze Eloxierung verkratzte. Das ALDI Fahrrad hat einen Schnappverschluss, der anfangs etwas leichtgängig war, aber nun seit drei Jahren zuverlässig hält. Wenn das Fahrrad von mehreren Leuten benutzt wird, ist das echt praktisch aber auch wenn ich es alleine benutze habe ich einen Vorteil: Die Höhenverstellung geht ohne Werkzeug. Also das wäre für das FC54 eine Option über die der Hersteller mal nachdenken sollte.

An die Stütze am Hinterrad musste ich mich erst gewöhnen, finde sie nun aber praktischer als die in der Mitte, weil man meistens Gepäck hinten auflädt und so die Gefahr, dass das Fahrrad umkippt kleiner ist. Die Bereifung hat ein ausgeprägtes Profil und ist relativ breit. Die Leuchtanlage wurde mir als lichtstärker als bei anderen Modellen empfohlen, doch davon habe ich nichts bemerkt, zumindest ist sie nicht lichtstärker als die des ALDI Vergleichsmusters. Ich setze eine LED-Taschenlampe zur Halogenbeleuchtung parallel ein und hätte auch bei einem Verkaufspreis von 750-800 Euro eine LED-Beleuchtung erwartet, weil sie mit der nach STVO vorgeschriebenen Maximalleistung von 3,2 Watt mehr Licht erzeugen. Die Taschenlampe verbraucht ungefähr 0,5 Watt und ist erheblich heller.

Der Gepäckträger , das fiel mir erst auf als ich einen Einkaufskorb montieren wollte ist zu schmal für die Standard-Einkaufskörbe. Diese haben einen Haken den man nach unten schiebt, dass er nicht verrutschen kann, und dieser passt nicht rein. Seitdem geht es nur mit einem zusätzlichen Fahrradspanner und trotzdem würde ich nicht den Korb zu voll machen.

Feldmaier FC54Die Schaltung schaltete anfangs butterweich, aber schon nach einem Monat hörte das auf und es begannen die ersten Zickereihen, wenn man den Gang wechselte ging es erst in den oberen und dann wieder kurz zurück um dann wieder nach oben zu springen. Das stellt sich bei jeder Schaltung irgendwann ein, doch beim ALDI Fahrrad hatte ich fast zwei Jahre Ruhe. Von den acht Gängen brauche ich hier auf den Fildern eigentlich nur 4-6, fast immer bin ich im 5 unterwegs der für leichte Steigungen ausreicht, wenn es leicht bergabgeht dann den 6 und bei größeren Steigungen dann den vierten. Beim ALDI brauche ich meistens 4 der sieben Gänge. Meine Strecke ist nicht eben, aber wohl eher mit hügelig als steil umschrieben. So 30-50 m Höhenunterschied gibt es auf Stecken zwischen 3 und 5 km Entfernung zu den Nachbargemeinden. Typisch sind aber eher kurz etwas steilere Strecken als ein langsamer Anstieg. Ob man damit einen Berg rauffahren kann, kann ich also nicht sagen, würde es aber noch bei drei leichter gehenden Gängen annehmen. Die Rücktrittsbremse hat mich überrascht. Sie ist wirklich gut. Also normalerweise bremst man damit nicht scharf, aber zweimal zog es mir fast die hintere Hälfte weg, als ich damit bremste, obwohl es keine Vollbremsung war.

Standardmäßig kommt das Fahrrad mit einem normalen Lenker, er war mir zu niedrig und zu weit vorne, daher habe ich einen City-Lenker montieren lassen. Damit fährt man recht gemütlich und flott - die Fahrt zum Schwimmen in den Nachbarort (3,5 km) schaffe ich nun in 8 Minuten, mit dem ALDI Fahrrad waren es 11 Minuten. Es ist auch einige Kilogramm leichter als dieses und man kommt flotter vorwärts.

Negativ fiel mir auf, dass das vorder Schutzblech nur aus Kunststoff ist. Das der Kettenschutz nur aus Kunststoff ist bin ich ja schon gewöhnt, aber ich halte nicht viel davon. Ab und an fällt ein Fahrrad um, vielleicht weil man es nicht vorsichtig abstellt oder falsch belädt. Metall verbiegt sich und kann dann wieder gerade gebogen werden. Kunststoff splittert und muss ersetzt werden. Das sollte bei einem hochwertigen Rad nicht so sein. Unverständlich ist für mich auch dass mein Fahrrad, das immerhin 799 Euro kostete ohne Klingel, ohne Fahrradschloss und ohne Werkzeug, Garantie und Anleitung für die Schaltung (falls man mal einen Platten am Hinterrad wechseln muss) kam. Das ist angesichts dieses Preises schon fast unverschämt. Immerhin eine billige Klingel, die nicht besser als die von ALDI ist legte der Händler noch drauf.

Fazit

Meiner Ansicht nach ist für meine Zwecke das Fahrrad nicht ganz ideal. Es ist in vielen Punkten besser als mein Altes, das es ersetzte und natürlich auch als das ALDI Fahrrad. Es ist vom Lenker, dem schmalen Sattel, der Schaltung und der Geschwindigkeit, die man erreicht, so ein Mittelding zwischen sportlichem Freizeitfahrrad und Cityfahrrad. Ich denke der typische Käufer des Fahrrades ist jemand der vielleicht damit regelmäßig zur Arbeit fährt. Es ist für ein Cityfahrrad mit dem flachen Lenker und Rennradsattel und der schmalen Silhouette schon zu sportlich, also weniger der Lastenesel fürs Einkaufen und kurze Strecken. Dann lohnen sich auch die gut abgestimmten Gänge wenn man höhere Steigungen hat und wenn jemand anstatt 30 Minuten nur noch 20-22 Minuten zur Arbeit braucht, lohnt sich das Rad dann auch eher. Ich denke aber die Leute die wirklich viel fahren, werden eher zu einem All-Terraid-Bike mit Kettenschaltung greifen. Gegenüber diesem kann es bei schlechtem Wetter punkten, aber die All-Terrain-Bikes sehe auch nur bei schönem Wetter auf den Straßen ...

Für mich ist es so, dass ich sicher mit einem einfacheren Modell derselben oder einer anderen Firma, also einem typischen Cityfahrrad, das zudem auch etwa 200 Euro billiger ist, besser gefahren wäre. Noch schwerer ist der Vergleich mit dem ALDI Fahrrad. Es ist schwerer, es ist nicht so schick, es gibt in vielen Kleinigkeiten Einbußen (Gepäckträger mit mangelnder Spannkraft, sich leicht verstellbarer Scheinwerfer, sehr schwacher Ständer - wackelig). Aber dafür kostet es nur ein Drittel dieses Rades. Ob dies das Feldmeier FC54 an Langlebigkeit und Robustheit wettmacht, kann ich erst in einigen Jahren sagen.

17.4.2012: Zombiefilme sind nichts für logisch denkende Leute

Ich bin durch Zufall über einen Zombiefilm gestolpert. Ich habe ja schon OTR erwähnt und als da mal bei Wetten Dass Milla Jovovich kam, habe ich mir mal einige Filme von ihr die im Fernsehen liefen, über OTR heruntergeladen, darunter auch die beiden mittleren Folgen von Resident Evil. Okay, hätte ich mehr Zeit investiert, dann hätte ich das wohl nicht getan, doch jetzt waren sie auf der Platte und ich habe mir die Filme angeschaut.

Beide haben ein nicht so neues Thema zum Grunde: Durch einen Virus werden Menschen zu Zombies, die dann andere Menschen beißen und infizieren und die Leute müssen um ihr Leben kämpfen. Interessanterweise komme ich da leicht ins Nachdenken, während mir das bei Science Fiction nicht so passiert, also wenn ich Star Wars oder ähnliches sehe denke ich auch nicht darüber nach, dass das physikalisch undmöglich ist und auch nicht bei Science-Ficton Horror wie "Alien".

Vielleicht weil diese Zombiefilme irgendwie an unsere tägliche Welt anknüpfen. Nun ist natürlich dort alles ersponnen. Niemand wird wieder als Untoter herumgeistern egal welche Ursache das hat. Genauso wenig wie es Vampire oder künstliche Menschen wie Frankenstein gibt. Aber wenn ich die Grundbasis weglasse, haben die anderen doch irgendwelche Regeln, die verständlich sind. So sind Vampire nur nachts aktiv, trinken Blut und können durch die Sonne oder Waffen mit Silber getötet werden. Vor allem aber vermehren sie sich nicht explosionsartig, obwohl das eigentlich der Fall sein sollte, denn Blut ist nicht sehr nahrhaft.

Ich weiß es ist off-topic, aber hier mal die Dinge die mich an Zombie-Filmen stören:

1: Zombies werden zu gefährlichen Bestien. Sie zerfleischen in den Filmen die Leute regelrecht in kürzester Zeit. Wenn jemand tot ist, dann ändert sich aber nicht seine Physiologie und der Mensch hat seit er Werkzeuge nutzt, seine Beißwerkzeuge stark zurückgebildet und mit den Krallen ist es auch nicht so weit. Probieren sie doch mal mit Zähnen oder Händen eine Schweinehälfte, (Schweine haben in etwa dieselbe Hautdicke wie der Mensch) zu zerfleischen - das klappt nicht. Sie können allerhöchstens einige Kratzer einbringen.

2: Zombis vermehren sich explosionsartig, da jeder infizierte innerhalb kurzer Zeit stirbt und dann auch ein Zombie wird. Dagegen scheinen unsere Gesellschaft machtlos zu sein. Da sind zwei Fehler drin. Das eine ist das es da keine Systematik gibt. Zum einen zerfleischen Zombis Menschen weil sie hungrig auf Blut sind - die können dann aber keine Zombis mehr werden, denn sie sind dann ja nur noch Einzelteile. Zum anderen scheinen sie viel öfters zu beißen und so Menschen zu infizieren. Ja was denn nun?

Das zweite ist das Postulat, die Gesellschaft wäre machtlos dagegen. Das ist absolut blödsinnig. Ich möchte hier mal ein Beispiel aus unserer Geschichte anführen, die Schlacht bei Ulundi. 1879 kämpften dort 20.000 Zulus gegen 5.317 Briten. Wer verlor? Natürlich die 20.000 mit Speeren ausgerüsteten Zulus gegen die mit Gewehren ausgerüsteten Briten. Heute gibt es Schnellfeuergewehre, Handgranaten, Hubschrauber und vor allem spielen diese Filme ja in den USA wo fast jeder bewaffnet ist und sich so leicht schützen könnte (und auch gerne auf 17-jährige Jugendliche mit Kapuzen schießt). Da Zombis keine Waffen benutzen müssten sie sich nicht vermehren können und wenn, dann wäre es für unser Militär gar kein Problem sie zu bekämpfen. Sie sind strunzdoof, gehen nicht in Deckung, bewegen sich meist langsam und wenn dann direkt auf ihr Ziel zu und leicht von Menschen zu unterscheiden,

3: Zombis sind tot, und man sieht ja immer damit es gruseliger aussieht, Zeichen des Zerfalls wie runzelige, graue Haut, braune Flüssigkeit die sie aussondern. Aber sie zerfallen nicht. Eigentlich müsste sich, da jede Leiche zersetzt wird (und wenn dies an der Oberfläche passiert, bei höheren Temperaturen als unter der Erde) das Problem von selbst lösen. Also bald dürften Muskeln zerfallen und dann fliegt der Zombie auseinander und ist selbst wenn es ihn noch gibt keine Gefahr. Aber wie Resident Evil uns belehrt, leben die ja noch "Jahrzehnte" und das obwohl sie dann weil es ja nur noch Zombis gibt keine neue Nahrung haben - wie decken sie dann ihren Energiebedarf?

Ich mag daher Filme, die diese grundlegenden Fehler von Zombifilmen erkannt haben und sich über sie lustig machen wie "Shwan of the Dead" oder "Zombiland". Beide sind übrigens sehr sehenswert.

Gibts (abgesehen von dem schon diskutierten Fehlern in Sci/Fi-Filmen andere Dinge die euch so in Filmen stören und die unlogisch der physikalisch unmöglich sind?


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