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Web Log Teil 28 : 18.6.2007-26.2007

Montag 18.6.2007: Die unendliche Geschichte der ISS...

werde ich wohl hier nicht erzählen können, aber ich will nachdem die Station am Wochenende wieder mal in die Schlagzeilen kam, weil Computer im, russischen Modul zur Kontrolle der Station nach der Montage eines neues Solarpanels ausfielen möchte ich mal das Hauptaugenmerk auf deren Zukunft richten.

Die USA werden die Station weitgehend fertigstellen. Weitgehend, das heißt, dass nach dem Ausfall der Columbia sich nicht nur der Zeitplan verschoben hat sondern auch einige Elemente wegfallen. Die drei wichtigsten waren ein amerikanisches Wohnmodul, ein russisches Labormodul und ein russisches Zentrifugenmodul für Arbeiten unter reduzierter Schwerelosigkeit. Dadurch wurde auch die Besatzungsstärke von 7 auf 6 reduziert und die Besatzung hat etwas weniger Komfort.

2010 soll die Station mit 7 Jahren Verspätung fertiggestellt werden, schon 2016 soll sie eingemottet werden. (Die Lebensdauer soll 15 Jahre betragen, doch durch die Verzögerungen beim Aufbau befinden sich einige Module schon seit 1998 im Orbit).

Das Hauptproblem  welches die ISS hat ist, dass eine Raumstation nur richtig sinnvoll ist, wenn man sie laufend dem Stand der Technik anpassen kann. Alle Laborversuche befinden sich in standardisierten Racks und es war von Anfang an vorgesehen diese auszutauschen, Materialproben, Experimente und Racks wieder zur Erde zurückzubringen und neue hoch zu transportieren.

Dies sollte mit dem Shuttle geschehen, der auch die Mannschaften transportiert und das einzige Raumfahrzeug ist, dass 7 Personen zur ISS transportiert. Das derzeitige Verfahren - 2-3 Astronauten mit Sojus Kapseln zu starten - war als Übergangslösung für den Aufbau gedacht.

Die ISS hat zwei Kopplungsstutzen für russische Sojus Kapseln / Progresskapseln. Derzeit ist einer von der 2-3 Köpfigen Mannschaft und ihrem Sojus Raumschiff belegt, ein zweiter wird benutzt um mit einem Progress Raumschiff Fracht zu befördern, vor allem Gase und Wasser, aber mit ihm auch die Station anzuheben. Die Nutzlastkapazität eines Progress Raumtransporters liegt bei 2.3-2.5 t. Durch die kleinen Luken können keinerlei Racks transportiert werden und nur kleine Ersatzteile.

Der europäische ATV soll ab 2007 die Progress ersetzen. Ein Transporter transportiert 7.5 t Fracht, sowohl Treibstoff, wie auch Gase und Wasser, aber auch Lebensmittel und Versorgungsgüter zur Station und nimmt 6.3 t Abfälle mit die beim Wiedereintritt verglühen. er ist jedoch nicht zum Transport von Racks ausgelegt und kann nichts zur Erde zurückführen. Mit dem ATV, bei dem ein Flug etwa 330 Millionen Euro kostet und von dem pro Jahr etwa ein Flug geplant ist wird die Raumstation in Zukunft weitgehend versorgt werden. Ergänzt wird die Versorgung durch das japanische HTV, mit 6 t mit etwas kleinerer Nutzlastkapazität und etwas weniger Fähigkeiten (Es kann nicht automatisch andocken, nicht die Bahn  der Station anheben und keinen Abfall entsorgen).

So kann man zwar ab 2010 mit 2 Sojus Raumschiffen eine Stammbesatzung von 6 Mann halten und mit ATV / HTV die Station versorgen. Doch das gesamte Equipment veraltet und damit sinkt auch der (schon bescheidene) Nutzen der Station. Rückführen kann man fast nichts in den kleinen Sojuskapseln.

So gibt es Pläne der ESA das ATV so umzubauen dass es diese Lücke füllen kann, verschiedene Alternativen werden diskutiert. Von einem großen Druckluftmodul welches dann sperrige Ausrüstung transportieren könnte bis hin zu einem Gefährt das auch den Wiedereintritt übersteht und so Rückführungen von Geräten und Proben ermöglicht. Die Frage ist: wer soll das finanzieren? Die ESA finanziert derzeit mit dem ATV ihren Anteil an den Betriebskosten der Station. Der einzige Partner der nach dem Bauende gravierend finanziell entlastet ist, sind die USA und die haben die eingesparten Milliarden (ja es sind Milliarden, denn das Shuttle fliegt nur noch wegen der ISs und es kostet die USA etwa 4 Mrd. USD pro Jahr) schon für das neue "Mondprogramm" verplant. Russland soll angeblich einen Raumgleiter namens Klipper planen, der neben einer größeren Besatzung von 6 Mann auch 700 kg Fracht transportieren kann. Doch ich glaube nicht an Kliper. Russland kann sich nicht mal seine Module für die ISS leisten, die es selbst starten kann. Auch die Trägerrakete, die zuerst für Kliper im Gespräch war (die Raumfähre ist doppelt so schwer wie eine Sojus Kapsel) wurde nicht gebaut weil man dafür kein Geld aufbringen konnte, so soll eine Zenit umgerüstet werden um damit Kliper zu starten. Das alles sieht doch nicht nach einem Konzept aus das umgesetzt wird. Die ESA hatte daran so große Zweifel, dass sie eine Einladung zur Zusammenarbeit ausschlug. und die USA werden sicher nicht Russland für den Transport von Mannschaften und Fracht bezahlen, genauso wenig wie sie Europa bezahlen werden,

Was wird also bleiben? Die ISS wird fertiggestellt werden. Ihr Nutzen bleibt bescheiden. Sie wird viel kürzer als gedacht im Einsatz sein und irgendwann mal im Meer versenkt werden. Die Öffentlichkeit wird es weitgehend ignorieren, sie ist nur an bunten Filmchen interessiert und die kann man auch jetzt schon drehen. Ach ja... Nach ESA Angaben kosten diese bunten Filmen respektive die ISS alle beteiligten Länder bis 2010 etwa 100 Milliarden Euro.

Dienstag 19.6.2007: Legale Musik und TV Downloads

Nun hat Mp3Flat.com endgültig dicht machen müssen. Der werbefinanzierte Dienst hat Musik zum Download angeboten, die bei Internet Radios mitgeschnitten wurde. Wenn man eine 99 ct Nummer anrief konnte man auch einen Tag lang alles runter laden, sonst nach Anmeldung 5 Titel am Tag. (Eine Hürde die der Autor leicht durch 7 Mailadressen umgehen konnte). Die GEMA hat dann gegen Mp3Flat.com geklagt und gewonnen. Es gab dann zuerst eine Mail, dass man das Angebot überarbeite und mehr Sender zur Verfügung stelle, dann eine, dass man die Software neu programmieren müsse nachdem man den Rechtsstreit verloren hat und nun ist die Domain in die Hände eines Domainverkäufers übergegangen.

Im Kontrast dazu arbeitet Onlinemusicrecorder (OMR) seit Monaten problemlos. Ich nutze den Dienst seit Ende November und könnte (so der aktuelle Status) auf 44300 Songs zugreifen. Im Prinzip macht der Dienst das gleiche, es gibt sogar weniger aufdringliche Werbung. Er hat jedoch ein anderes Benutzungsmodell, das wohl sicherer ist: Der Benutzer muss sich mit Mailadresse und Passwort anmelden und startet dann einen "virtuellen Rekorder". Wenn man ein MP4 herunterlädt, dann bekommt man zuerst nur eine verschlüsselte Datei und kein MP3. Ein Dienstprogramm muss heruntergeladen werden und dieses kann die Datei entschlüsseln. Dazu baut es eine Verbindung zum Server auf, prüft anhand Mailadresse und Passwort ob es den Benutzer gibt und ob die Datei nach dem Start (oder vor einem Stop) des Rekorders aufgenommen wurde. Wenn dies der Fall ist, dann wird sie entschlüsselt und man bekommt das MP3.

Dieser Mechanismus beinhaltet eine Bindung einer Datei an einen Benutzer, bzw. die Prüfung, dass dieser den Dienst natürlich nicht jeden Musiktitel für jeden Benutzer separat speichert ist klar, aber man verhindert so das man die Dateien sehr einfach herunterladen und verteilen kann. (Dies kann man dann mit den MP3, doch das hat dann mit dem Dienst nichts mehr zu tun).

Onlinemusicrecorder ist in der letzten Zeit besser geworden. Vorher lagerte er die Dateien auf Share Dienste aus und man musste lange warten bis man auf sie zugreifen konnte. Nach einiger Zeit waren Links defekt oder man musste erst Zugangscodes eintippen und wurde mit Werbung überflutet. Heute kann ich einfach nur auf "Speichere unter" klicken und habe die kodierte Datei. Was sich nicht geändert hat ist, dass viele MP3 Störungen haben wie Fiepen oder kurze Aussetzer. Oft fehlt der Anfang oder der Schluss (oder man hat das Gebabbel des Moderators noch hinten angehängt) aber das kann man mit mp3directcut wegschneiden.

In der Summe geht es wenn man wie ich Musikkonsument ist und nicht Wert auf eine makellose Version legt. auch das Programm an deutschsprachigen Liedern wurde besser, wenn man auch wenig von Silbermond, Christina Stürmer oder anderen neuen Musikern findet und dafür sehr viel Schlager.

Hinsichtlich der Musikauswahl und der Qualität war MP3Flat.com besser, aber daran kann man noch arbeiten. Der zweite Tipp den ich habe verlangt mehr Einarbeitung. Es ist der TVOnlineRecorder (OTR), praktisch das gleiche Modell wie beim Onlinemusicrecorder nur eben auf Videomitschnitte vom Fernsehen. Auch hier lädt man einen DivX kodierten TV Mitschnitt in kodierter Form herunter und dekodiert diesen dann nach Prüfung der Gültigkeit. Weil TV Mitschnitte etwa 100 mal größer als MP3 sind haben sie ein Punkteregelwerk eingeführt um über Werbeeinnahmen das ganze zu finanzieren. Zudem hat man als Neuling erst mal mit Einschränkungen zu leben. Ist man erst mal Premium User (mehr als 300 Punkte) so ist das ganze aber recht komfortabel, denn dann muss man nicht vorher Sendungen programmieren, sondern kann sie einfach später, auch wenn man sie verpasst hat herunterladen und dekodieren. So gesehen erspart einem der OTR fast einen Satelliten- oder Kabelanschluss, denn das interessanteste bei den Privaten die es ja nicht terrestrisch gibt sind ja die Spielfilme.

hier ein paar Tipps für den OTR:

Ich kann verstehen, dass die Medienindustrie den OMR nicht gerne sieht, auch wenn ich ihn für keine Konkurrenz für Musikportale halte, einfach weil ich die Musik immer nachbearbeiten muss (also schneiden) und das nicht jedermanns Sache ist und ich eben auch Musik bekomme die verkürzt ist (Radio Edit, Verkehrsdurchsagen, Moderatoren Geplapper). Was ich nicht verstehen kann ist warum die Medienindustrie auch gegen TV Mitschnitte ist. Zum einen konsumiert man diese einmal - Vielleicht mit Ausnahme von Spielfilmen - und zum zweiten bieten diese ja selber welche an, allerdings eben nur partiell.

Besonders sind sie dann dahinter, dass ja keiner die TV Mitschnitte auf Portale hoch lädt. Ein von DivX gesponsertes Portal, das sich hinsichtlich der technischen Qualität der Clips wohltuend von Youtube & Co unterscheidet ist Stage6. Dort werden nur DivX Movies gezeigt (die aber auch mit einem älteren Codec gemacht worden sein können), und das in Originalqualität und in dieser kann man sie auch herunterladen. Man muss einen DivX Webplayer installieren, der im aktuellen Codec Pack aber auch enthalten ist. Wer danach mal dort war wird Youtube, Clipfish & Co nur noch als Grobpixelig wahrnehmen. Kleiner Wermutstropfen: Die Videos sind so groß, dass man nicht immer streamen kann und man so zuerst mal warten muss bis es heruntergeladen ist. Dafür kann man aber den Webplayer so konfigurieren, dass er es danach automatisch auf der Festplatte speichert und man es zukünftig offline ansehen kann.

Mittwoch 20.6.2007: Telefonmannia

Ich gehöre zu den wenigen Zeitgenossen, die kein Mobiltelefon haben. Ich sehe auch keinen Grund mir eines anzuschaffen. Was bitte soll daran erstrebenswert sein, überall erreichbar zu sein? Wenn habe ich so dringend anzurufen, als dass ich das nicht auch von zuhause oder im Büro aus erledigen kann?

Vielleicht habe ich zu viele schlechte Erlebnisse mit dem Telefon erlebt wurde zu oft aus dem Bad herausgeklingelt oder bin zu oft vom Einkaufen zum Telefon gesprintet weil es klingelte nur um festzustellen das der Anrufer auflegte oder sich verwählte.

Kurzum ich kann ohne Telefon recht gut leben. Ich habe zwar eines, doch keine eigene Leitung - aus gutem Grund. Ich bevorzuge definitiv asynchrone Kommunikation wie Mails oder wenn ich was zu besprechen habe sind es meist Terminvereinbarungen die ich sowieso vom Büro aus erledigen muss, weil wenn ich zuhause bin niemand mehr offen hat.

Nun stellt sich bei uns die Frage nach dem Telefon. Derzeit hänge ich über WLAN am DSL Anschluss meines Bruders, der 30 m entfernt wohnt. Im September zieht er und und die Wahl  ist auf Kabel BW als Provider für Telefon und DSL gefallen, denn wir haben schon einen Kabelanschluss. Nur muss man dazu die Antennensteckdosen umrüsten und keine ist in der Nähe des PCs oder meines derzeitigen Telefons (das letzter kann man ja woanders hin tun, beim PC geht das nicht). Kurzum der WLAN Router muss also weiter seine Dienste tun und da stellt sich die Frage ob ich überhaupt noch ein Telefon brauche.

Nach eingehender innerer Prüfung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich eigentlich keines brauche. Messenger, Email das alles hat für mich in den letzten Jahren das Telefon ersetzt. Was an Anrufen kommt sind meistens Leute die einem was verkaufen wollen, irgendwelche "Gewinnmitteilungen" oder Umfragen. Darauf kann ich gut und gerne verzichten und wenn es einen billigeren DSL Anschluss ohne Telefon gäbe, ich würde ihn sofort nehmen.

So werde ich ab September ohne Telefon sein. Ich freu mich schon auf die Zeit ohne Bimmeln. Doch ich weis, damit bin ich ein Außenseiter. Viel verbreiteter sind die Leute die nicht genug Telefone haben können: Entweder mehrere Telefone, oder alle paar Monate ein neues, oder ein Telefon und ein paar andere High-Tech Spielzeuge wie Smartphones, Kommunikatoren, Blackberrys und was es sonst noch alles gibt.

Ich habe schon Probleme gehabt nach ein paar Monate mit einer neuen Digitalkamera mich wieder in die Menüführung der alten einzugewöhnen und frage mich wie man sich das alle paar Monate antun kann. Doch es ist eine tolle Möglichkeit Zeit zu vertrödeln. Es gibt ja neben dem Telefonieren noch die SMS - Das Eintippen dauert länger als das Sprechen. Dann kann man ja noch alles photographieren und verschicken, Und der absolut neueste Trend: Man kann von jedem Ort der Welt aus angeben was man gerade tut und eine SMS an ein Portal senden. dort können dann andere Leute die auch gerade nichts zu tun haben genau feststellen das X gerade im Park sitzt und anstatt das Wetter zu genießen eine SMS an dieses Portal schickt...

Da mein Vorstoß, damit ich alle meine Aktivitäten unter einen Hut bekomme den Tag von 24 auf 28, besser 32 Stunden zu verlängern gescheitert ist und mich gerade das Finanzamt an die ausstehende Steuererklärung erinnert hat denke ich bin ich recht immun gegen diese Art der Zeitverschwendung.

Donnerstag 21.6.2007

Heute ist der längste Tag des Jahres - für mich als jemanden der unter Winterdepression leidet ein Wendepunkt bei dem es erst mal für 7 Monate abwärts geht. Aber das ist heute nicht das Thema. Ich dresche ja gerne auf die bemannte Raumfahrt ein, schlicht und einfach weil ich schon so viele Projekte haben sterben sehen, weil Space Shuttle und ISS Kosten ausuferten und am Ende man sich fragt: Wofür?

Doch es gibt auch überflüssige unbemannte Projekte. Gerade habe ich in dem Artikel über spezielle astronomische Satelliten Gavity Probe B aufgenommen. GP-B ist ein Spezialsatellit zur Messung von zwei vorgesagten Effekten der Relativitätstheorie. Die Effekte sind bei der kleinen Masse der Erde so klein, dass man ausgefuchste Technik brauchte um die Messungenauigkeit unter den zu messenden Effekt zu bringen. So musste man 9 Technologien für den Satelliten eigens entwickeln und dieser wurde 760 Millionen US$ teuer, das ist viel für einen Forschungssatelliten. Normalerweise kostet ein Satellit weniger als die Hälfte.

Was man sich schon vor dem Start gefragt hat ist: Wozu braucht man diese Mission? Es kann ja nur 3 mögliche Resultate geben.

  1. Man findet genau das was die Relativitätstheorie vorhergesagt hat innerhalb der Messfühler. Dann wurde eigentlich nur bestätigt was alle erwartet habe
  2. Man findet eine kleine Abweichung außerhalb des Messfehlers, dann weis man nicht ob irgendwo doch es Probleme bei der Messung gab oder ob man irgend etwas vergessen hat in der Theorie. Diese also zwar allgemein gültig ist, aber noch ein Term denn man bislang nicht bestimmt hat fehlt.
  3. Man findet ein völlig anderes Ergebnis und die Relativitätstheorie ist falsch: Das kann man nahezu ausschließen, denn in anderen Bereichen wurde sie schon überprüft und die Gleichungen hängen zusammen. Es ist also schwer denkbar dass ein Teil richtig ist und der andere falsch.

Was herauskam war Option 2: Man bekam das erwartete Ergebnis, aber nicht ganz genau und man stellte "Verdreckungs" Effekte bei den Sensoren fest die das verursachen können (die Datenauswertung läuft noch). Man ist also so schlau wie vorher, denn man kann so nicht sagen ob man die Theorie ein wenig ergänzen muss oder nicht (und wenn wie bitte ergänzen - es gibt bislang keine Idee was fehlen könnte).

Kurzum: Viele Wissenschaftler halten Gravity Probe B für eine technologisch interessante, aber überflüssige Sonde. Noch etwas überflüssiger war eine Sonde, die Al Gore als er noch Vizepräsident war in den späten neunzigern vorschlug. Eine Raumsonde sollte in dem sonnenzugewwandten Lagrange Punkt positioniert werden und eine Kamera auf die Erde richten. Dieser Punkt zeichnet sich dadurch aus, dass er bezüglich der Erde ortsfest im Raum ist. Der Satellit umrundet die Erde dort in einem Jahr und ein Jahr braucht die Erde um die Sonne zu umrunden. Beide Bewegungen gleichen sich aus und der Satellit behält so von der Erde aus eine Position zwischen Sonne und Erde. Vom Satelliten aus sieht man immer die Vollerde, nur dreht sie sich, d.h. man sieht sie nacheinander die Kontinente rotieren.

So ein Filmchen ist sicher spannend und er macht sich gut als Trailer in Nachrichtensendungen - aber wie lange? Nach ein paar Monaten haben sich die Leute dran gewöhnt und der Effekt - zu zeigen wie verwundbar unsere Erde ist und dass wir nur eine davon haben und vielleicht mit ihr besser umgehen sollten - wäre weg. Für Wetterbeobachtungen ist der Satellit zu weit weg. Geostationäre Satelliten sind 40 mal näher dran. Man bräuchte schon ein großes Teleskop um aus 1.5 Millionen km Entfernung gute Bilder zu gewinnen. Eine Sonde in diesem Punkt wäre von Nutzen wenn sie die Sonne beobachtet wie es SOHO seit Jahren in diesem Orbit tut. Doch das stand nie zur Debatte.

Mit dem Antritt der Bush Regierung war diese Idee natürlich gestorben und das ist auch gut so. Die Sonde wäre zwar viel billiger gewesen als ein Shuttlestart (man rechnete mit 150 Millionen USD, ein Shuttle Start erreicht inzwischen die 1 Milliarden Dollar Grenze) aber 150 Millionen für eine unnötige Sonde sind immer noch 150 Millionen zu viel.

Freitag 22.6.2007: Jetzt sind es 2.5 Millionen

Angekündigt vor ein paar Tagen hat der Counter gestern (oder schon vorgestern, ich schau da nicht jeden Tag drauf) die 2.5 Millionen Grenze überschritten. Im Moment sind es 2502261 Besucher. an jeden einzelnen an der Stelle mal ein herzliches Dankeschön! Mir fällt heute nicht so viel interessantes ein und beschäftigt werde ich auch noch ein paar Tage sein, die ganzen Startlisten neu zu machen (mehr eine Fleiß als eine interessante Arbeit). Aber eines fällt mir auf: Das Wetter.

Bei uns regnet es seit 2-3 Wochen fast jeden Tag einmal, manchmal morgens, manchmal mittags, meist nachts. Nach einigen trockenen Monaten scheinen wir nun in der Regenzeit angekommen zu sein. Blumen muss ich schon seit langem nicht mehr gießen und das Grass wächst wie verrückt (man hat nur wenig Zeit es Trocken zu mähen, insbesondere wenn man berufstätig ist).

Die Wetterfrösche werden einem nicht müde zu versichern, dass solche Wetterphänomene für sich alleine kein Indiz für einen klimawandel sind. Immer wieder gibt es mal einen heißen Sommer wie 2003, einen trockenen, warmen Winter wie den letzten oder einen verregneten Frühjahr mit Temperaturen zum Heizen wie letztes Jahr (wobei dann ja auch der Sommer nur zur Fußball WM schön war).

Aber es ist die Gesamtheit die mich beunruhigt. Es gibt eben immer mehr solcher Extremwetterlagen und sie beeinflussen die Landwirtschaft. Zwiebeln und Kartoffeln waren letztes Jahr recht klein weil das Wetter so unbeständig war. Vor dem Regen gab es eine Warnung vor Missernten und vermehrter Brandgefahr. Eine der Dinge die man von den letzten Klimawandeln weis, aus Analysen von Eiskernen, Sedimenten und Bodenproben ist, dass vor einem Klimawandel der relativ schnell in 30-50 Jahren erfolgte es eine Zeit von chaotischem Wetter gab. In einem gewissen Sinne springt das Wetter von einem stabilen Zustand in einen anderen um, zwischen beiden Zuständen herrscht aber das Chaos. das passt wie die Faust aufs Auge oder?

Und dann gibt es wieder mal eine Konferenz, diesmal in Deutschland und man einigt sich auf die Reduktion der Klimaemissionen um 50 % bis 2050. Waaahnsinn! Also bis 2050 blasen wir mal munter weiter, obwohl der Klimawandel ja schon voll im Gange ist und die gesamten Emissionen ja zeitverzögert wirken. Das bedeutet dass die Veränderungen die wir heute sehen auf Emissionen der Vergangenheit beruhen.

Vor allem ist bei Politikern jede Einigung die über 4-5 Jahre hinaus in die Zukunft geht ein Papier das man gleich in den Mülleimer schmeißen kann. Politiker denken nur bis zur nächsten Wahl, keinen Tag länger. Warum sollte man sich für etwas einsetzen, das 20fünfzigerreicht wird, dann ist man längst nicht mehr an der Regierung, Im Gegenteil es kann nun Kosten verursachen und dadurch die Wiederwahl gefährden. In diesem Sinne denken Politiker wie viele Studenten die ich kenne: Sie besuchen (oder auch nicht) ein Semester lang eine Vorlesung, vertiefen sie nicht und machen keine Übungen mit, schreiben Protokolle von anderen ab und eine Woche vor Klausurbeginn Beginen sie zu lernen. Das kann gut gehen, doch dabei bleibt nichts hängen und im falle des Klimas ist es zu spät wenn man 2040 oder 2045 anfängt die abgase zu reduzieren.

Allenfalls denke Politiker noch über längere Zeiträume wenn man als Nebeneffekt einen wirtschaftlichen Vorteil hat. So kann eine heute vermehrt betriebene Forschung um Emissionen zu reduzieren positive Folgen für die Wirtschaft haben. Man entwickelt sparsame Motoren, effizientere Dämmung, leistungsfähigere und billigere Solarzellen. durch die Förderung von Solarstrom ist Deutschland heute weltweit führender Hersteller von Solarpanels und das schafft auch Arbeitsplätze. Aber und jetzt kommt das große Aber: So was klappt eben auch nur Mittelfristig. Wenn wir heute viel Geld in eine Technologie stecken die Emissionen reduziert, 40 Jahre bevor die anderen das tun müssen, dann gibt es bis in 40 Jahren eine viel bessere Technologie und die Investitionen waren umsonst oder sie ist bis dahin Allgemeingut und die Chinesen kopieren sie ganz einfach.

Man hätte sich auf 5 % bis 2011 einigen sollen - 1.25 % pro Jahr, das ist dasselbe wie 50 % in 42 Jahren. Und 2010 dann auf weitere 5 % bis 2015 und so weiter. Die Schritte mögen kleiner sein, aber der Zeitdruck ist dann eben auch gegeben. Doch darauf lässt sich kein Politiker ein. Da würde man ja noch während seiner Amtszeit zur Rechenschaft genommen....

Okay, der Musiktipp für heute Meine Version von San Franzisco. Ich hoffe sie können genauso drüber lachen wie ich.

Dienstag 26.6.2007: Eine gute Idee, aber Umsetzung mangelhaft....

Ich habe gerade einen Testbericht über die erste Festplatte mit Flash Speicher gelesen. Die Idee dahinter ist recht gut: Man integriert auf die Festplatte Flash Speicher, das ist nichtflüchtiger speicher, den Sie von ihrer SD, CF Karte oder ihrem USB Stick kennen. Er kann mehreres: Den Zugriff auf die Festplate beschleunigen, weil er als Puffer (neben den wenigen MB RAM, die eine Festplatte ohnehin hat) fungiert, man kann in ihm Betriebssystemdateien oder häufig geladene Programme unterbringen und deren Start so beschleunigen und man kann die Festplatte abschalten, wenn ein Programm nur auf einen kleinen Datenbestand zugreift, sie z.B. an einem Text arbeiten und den ab und an sichern.

Die erste Festplatte für Notebooks kostet 30 Euro mehr als eine normale Festplatte und hat 256 MB Flash Speicher an Bord. In einem Test der Computerzeitschrift ct blieb aber nichts von den Versprechungen übrig: Weder die Festplatte wurde schneller, noch wurden Programme schneller geladen. Auch das booten ging nicht schneller und der Indizierungsdienst von Vista (das einzige Betriebssystem das diese Technologie unterstützt) verhinderte, das sich die Festplatte abschaltete.

Kurzum: ein praktischer Nutzen ist nicht zu sehen. Warum? Wahrscheinlich weil schlicht und einfach durch die Defragmentierung von Windows schon recht schnell von der Festplatte linear gelesen wird, und vor allem weil 256 MB Puffer bei einem Hauptspeicher von 1-2 GB und einer Festplattengröße von 80-160 GB ein Witz sind. Da ist der RAM Puffer von Windows für Festplattenzugriffe ja größer.

Für 40 Euro bekomme ich je nach Medium (SD, CF Karte oder USB Stick) heute einen 2-4 GB großen Flashspeicher. In dieser Größe hätte ich dies auf der Platte erwartet und da wäre der Nutzen auch gegeben. Sinnvoller halte ich aber nicht eine Verwaltung als zwischengeschalteten Puffer, sondern für eine dezidierte Funktion. z.B.. Hosten der Betriebssystemdateien oder der Windows Auslagerungsdatei / des RAMS beim Suspend-Off Modus. Für eine Festplatte ist zudem ein Aufpreis von 30 Euro ziemlich happig, auch wenn s sich hierbei um eine Notebookfestplatte handelt die etwas teurer sind. Es ist je nach Größe ein Aufpreis von 30-50 %. Bei dem Systempreis eines Notebooks macht dies nicht viel aus, wohl aber beim Wahl einer Festplatte. So beträgt die Differenz zwischen einem 80 und 160 GB Modell von Samsung z.B.. nur 35 Euro. Für denselben Preis könnte ein Notebookhersteller also eine wesentlich größere Platte einbauen.

Da beides von der RAM Bestückung abhängt bin ich eher dafür Flash RAM in RAM Module zu integrieren. Flash Speicher ist 3-4 mal billiger als RAM, so wäre der Aufpreis zu verschmerzen. Dafür könnte man dort den Speicher kopieren und den Computer dann wirklich per Knopfdruck ausschalten und beim Einschalten dann ohne Hochfahren da weiterarbeiten wo man war - dann würde ich das sogar machen. Derzeit dauert es mir einfach noch zu lange.

Eine andere Sache ist es das Vista USB Flash Speicher als Arbeitsspeicher Erweiterung nutzen will. sofern sich da nicht massiv etwas ändert ist das ziemlich Blödsinn. Die USB Schnittstelle ist limitiert auf 60 MB/s. Die schnellsten Sticks auf dem Markt lesen und schreiben mit etwas 30 MB/s. Das ist nur in etwa so schnell wie eine Festplatte. Das liegt nicht an den Speichern selbst. Sie sind zwar prinzip bedingt beim Schreiben langsamer als RAM, doch die langsame Geschwindigkeit kommt durch die Controllerelektronik und die Sparsamkeit zustande: Es ist preiswerter einen Stick aus wenigen Bausteinen zu fertigen als aus vielen. Bei vielen Bausteinen steigt aber die Datenrate an (Heute bekommt man 2 GByte auf einen NAND Speicher, das ist eine 16 mal höhere Datenmenge als bei RAM Bausteinen  - daher ist dieser Speicher auch erheblich billiger).

Ich sehe für Flash Speicher eine Zukunft, vor allem weil die Kapazitäten so extrem angestiegen sind - Ein Speicherstick mit 1-2 GB Kapazität kostet 10-20 Euro, 3-4 mal billiger als RAM Bausteine, Tendenz: Weiter sinkend. Es gibt heute schon "Festplatten" nur aus Flash Bausteinen - Noch teuer mit kleinen Kapazitäten von 16 GB, doch angekündigt sind auch Größen bis 160 GB. Soviel muss es gar nicht sein: Es würde reichen eine mittelroße "Festplatte" aus Flash Speicher für die Programme zu haben - denn auf die greift man sehr häufig zu und auf die eigentliche Festplatte dann eben nur die Daten abzulegen. Eine 32 GB große Platte müsste dafür ausreichen, das kostet heute noch etwa 300 Euro, doch denke ich wird es in ein paar Jahren so preiswert sein, dass man es in jedem Computer einsetzen wird. Ich kann mich noch an meinen ersten USB Stick erinnern: Gekauft vor 4 Jahren. Für 42 Euro bekam ich damals 128 MB. Heute bekomme ich für das Geld 4096 MB, also die 32 fache Kapazität. Das entspricht einer Verdopplung alle 10 Monate - RAM Kapazitäten und Festplatten verdoppeln sich nur alle 24-28 Monate.

Es gibt noch unzählige andere Einsatzmöglichkeiten: Warum gibt es nicht die Stereoanlage mit einigen GB Flash Speicher ? Anstatt auf Cassette zeichnet man in den internen Speicher auf - Billiger und leiser als eine Festplatte ist es und bei Musik braucht man auch nicht die riesigen Kapazitäten. 1 GB reichen bei 128 KBit/s (CD Qualität) für 16 Stunden Musik und kosten heute gerade mal 10 Euro (okay, dann kommt noch etwas für den Encoder dazu). Und wenn es mal voll ist kann man es auf einen USB Stick übertragen.

Ein Fernseher mit etwas mehr Speicher erlaubt recht einfach zweitversetztes Fernsehgucken oder das Überspringen von Werbung. Komprimiert man mit MPEG-4, so reichen 1 GB für etwa 100 Minuten. 2-3 GB sind für die meisten Leute ausreichend, man kann damit 3-5 Stunden ab puffern. Die Möglichkeiten sind da - macht was draus!

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