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Web Log Teil 262: 20.6.2012 - 1.7.2012

20.6.2012: Ich bin dagegen

Das Wort "Gegner" hat im Deutschen irgend etwas negatives. Sei es ob Stuttgart-21 Gegner oder andere Fälle, ich glaube der einzige Fall wo es mal positiv besetzt wurde war bei den "Kernkraftgegnern", nämlich als diese die Mehrheit in der Bevölkerung stellten. Vielleicht aber auch weil der Begriff Atomkraft oder Kernkraft inzwischen negativ besetzt ist.

Am Sonntag Abend kam in Br3 bei "Faszination Wissen" eine Sendung über die bemannte Raumfahrt. Wie ich denke eine recht ausgewogene. Es wurden Experimente vorgestellt bei denen die Experimentatoren sagten, sie wären nur auf der ISS durch Betreuung der Astronauten erfolgreich gewesen und es gab die Stellungnahme anderer Wissenschaftlern, die darauf hinwiesen dass andere Großprojekte mit viel weniger Mitteln auskommen müssen. Dann sah man am Beispiel des nächsten Astronautenanwärters, dass die meiste Arbeit routinemäßige Wartungen sind und es wurde vorgestellt wie man an Robotern arbeitet um sie zu entlasten.

Nun ich verrate euch nichts neues, wenn ich sage, dass ich ein Gegner der bemannten Raumfahrt bin, zumindest wie sie derzeit läuft. Derzeit wird sie mit Geldern für die Forschung finanziert, ohne das man dafür wirklich viel bekommt. Es wird nicht viel geforscht, selbst wenn man die in der Raumfahrt üblichen Summen zugrunde legt und der größte Teil der Forschung dreht sich um den Menschen und wie er sich in der Schwerelosigkeit verhält. Sie wäre wiederum völlig überflüssig wenn es keine bemannte Raumfahrt gäbe. So bleibt noch ein bisschen Materialwissenschaft, wobei ich mir recht sicher wäre, dass die Materialforscher auf der Erde vollständig auf diese verzichten würden, wenn sie nur 1% der 100 Milliarden Euro, die die ISS kostet, für ihre Experimente bekommen würden.

Sicher hat Ulrich Walter recht, der in der gleichen Sendung kam, dass Leute viel lieber Astronauten sehen als Roboter. Ich würde es dann nur gerne sehen, wenn es aus dem Etat für Unterhaltung finanziert wird. Aber dann werden wohl die Operhäuser und Theater meckern. Außerdem sind mir persönlich Bilder ferner Welten lieber als die von Astronauten aus dem Erdorbit, wenn ich die Wahl hätte was man finanziert.

Aber gehen wir weiter. Es geht bei der Raumfahrt wie bei praktisch allen Vorhaben auch, dass man die Ausgaben rechtfertigt. Das gilt im kleinen, wenn ein Professor sich z.B. als persönliches Spielzeug eine 100.000 Euro "Cave" anschafft, die dann weder im Unterricht noch sonst wie häufig genutzt wird bis zu Großprojekten. Ein Großprojekt ist immer umstritten, denn es ist teuer und mit dem Geld könnte man viel bei kleineren Projekten machen, ganz zu schweigen von Universitäten, wo wissenschaftliche Mitarbeiter auf "halben" Stellen sitzen, also mit dem Gehalt einer Stelle zwei Mitarbeiter Vollzeit arbeiten. Trotzdem ist ein Großprojekt nicht unbedingt schlecht. Ein sehr gutes Beispiel wo ein Großprojekt uns etwas gebracht hat, ist Cassini. Cassini kostete bisher rund 4 Milliarden Dollar. Doch es brachte uns die Landung von Huygens auf dem Titan und seit 8 Jahren untersucht die Sonde die Ringe und Monde. Missionen ins äußere Sonnensystem sind teuer. Viel billiger wäre es wohl nicht geworden, man kann dann nur debattieren ob die Erforschung des Saturns so viel Geld wert ist.

Etwas anders sieht es aus wenn man zum Mars aufbricht und hier sehe ich z.B. nicht was Exomars uns so großartiges bringen soll, außer dass es eine extrem teure Mission ist. Schon das MSL ist grenzwertig, allerdings war die Mission auch erheblich preiswerter geplant.

Wogegen ich bin ist das JWST. Und es ist ein Paradebeispiel, wie man es nicht machen sollte. Das JWST ist ein Weltraumteleskop. Es soll 8,8 Milliarden Dollar kosten und an ihm wird deutlich wie man es nicht macht. An ihm wird seit 1996 geplant. Der Start rückt immer weiter in die Zukunft und ist nun für 2018 vorgesehen. Es ist so teuer weil man einen segmentierten Hauptspiegel erst im Weltall entfaltet und er mit einem ebenfalls entfaltbaren Schutz vor IR-Strahlung geschützt wird.

Die Frage ist ob es sich lohnt. Gerade Hubble zeigt, wie schnell Weltraumteleskope veraltet sein können. Es ist noch ungeschlagen in einigen Disziplinen wie der Auflösung und der Detektion von sehr schwachen Objekten, doch in der Auflösung haben durch adaptive Optiken erdgebundene Teleskope weit aufgeholt und Teleskope wie das VLT verfügen über vier Spiegel mit 8,2 m Durchmesser, sind lichtempfindlicher und kosten gerade mal so viel wie eine Servicemission für Hubble. Müßig zu sagen, dass man sie auch leichter mit neuen Instrumenten ausrüsten kann. Beim James Webb Teleskop wird auch die Konkurrenz schon gebaut. Gerade ist der Bau des E-ELT (European Extreme large Telescope) beschlossen. Mit 39,3 m Hauptspiegeldurchmesser ist es fünfmal größer als das JWST, aber es ist mit Baukosten von 1,1 Milliarden Euro mehr als sechsmal preiswerter. Wenn man einen Vergleich mit Hubble macht, dann wird es schon peinlich. Das letzte 2 m Teleskop auf dem wendelstein kostete 4,3 Millionen Euro, also rund ein Tausendstel dessen was Hubble über die Jahre kostete.

Und darum geht es - die Kosten müssen gerechtfertigt sein. Wenn das Projekt in wenigen Jahren Konkurrenz von irdischen Instrumenten bekommt oder es extrem teuer ist weil es an der Grenze der Technologie ist, dann sollte man überlegen ob man es baut oder wartet bis die Technologie finanzierbar ist.

26.6.2012: Warum wir einen eigenständigen Zugang zum Weltraum brauchen

... das zeigten die jüngsten Ereignisse. Nach dem Ausfall von Envisat im April ist nun guter Rat teuer. Zur Erklärung. Für die Umweltbeobachtung sind nun drei Nachfolgesatelliten geplant. Sie ersetzen den einen großen "Monstersatelliten" Envisat. Es sind dies Sentinel 1-3, jeweils redundant vorhanden. Aber durch verschiedene Verzögerungen sind sie noch nicht im Orbit. Damit gibt es eine Lücke in der Datenerfassung. Nun suchte die ESA nach Möglichkeiten den ersten Sentinel 1A schneller in den Orbit zu bringen. Die eigentlich vorgesehene Rockot ist erst mal an den Boden gebunden, nachdem der letzte Start fehlschlug und die ESA will nicht ihren Satelliten als nächstes starten, sondern erst mal einen erfolgreichen Start abwarten.

Nun hat man einen Sojus Start gebucht - für den Herbst 2013. Das wird teuer, 70 Millionen Euro kostet ein Start auf de Sojus, die auch überdimensioniert ist. Sie könnte drei dieser Satelliten starten. Mir wäre es lieber gewesen, man hätte die Vega genommen, denn sicherlich wäre auch da ein Start zu diesem Termin möglich. Sicher sie ist noch neu, aber ein weiterer Start ist für das Frühjahr 2013 geplant, also denke ich wäre sie dann qualifiziert. Gerade bekam die Vega auch ihren ersten ausländischen Auftrag pikanterweise von Kasachstan, also einer ehemaligen russischen Republik, während die ESA noch immer russische Träger ordert.

Letzteres ist für mich keine Überraschung, sprach sich doch Volker Liebig schon 2002 gegen die Vega und für die Rockot aus - damals noch als DLR Angestellter. Inzwischen ist er bei der ESA für die Erdbeobachtung zuständig und schanzt weiter russischen Trägern Aufträge zu, wie eben nun der Sojus. Vorher vertrat er die Interessen von Astrium die bei Eurockot beteiligt sind. Das gab er in einem Vortrag auch zu, in dem er die Entwicklung der Vega als Gefahr für die "innereuropäische Solidarität" bezeichnete, wohl aber eher für Astrium Deutschland, das ja bisher am meisten von Aufträgen der ESA profitierte. Das Dokument mit den Aussagen hat er zwar inzwischen vom Web löschen lassen, doch ich habe es noch auf der Festplatte und kann es gerne als Beweis präsentieren.

Gerade die russischen träger, die werden nun teurer und auch knapper (es gibt zwar noch genügend Träger auf Halde, aber sie haben nur begrenzte Lagerzeit, das kennt man auch von den Titan 2 - von 54 Raketen waren nur noch 14 als Weltraumträger nutzbar, die man teilweise aus verschiedenen Trägern zusammenstellte, also erste Stufe von einer Rakete, zweite von einer anderen). So zeigt es sich, dass die Vega sinnvoll war und ist.

Wie sollte es bei der ´Vega weitergehen? Nun ein größeres Weiterentwicklungsprogramm wird nun politisch nicht möglich sein und ich finde es auch nicht sinnvoll. Die Vega ist schon jetzt  an der oberen Nutzlastgrenze der kleinen Trägerraketen. Lediglich die Dnepr ist bei LEO-Nutzlasten noch leistungsfähiger, Bei SSO Nutzlasten liegt die Nutzlast schon gleichauf. Derzeit untersucht das DLR eine "deutsche" Oberstufe, die das russische Triebwerk ersetzen soll, damit könnte Deutschland einsteigen, bisher sind wir ja an der Vega nicht beteiligt. Nach den Studien, die ich für mein Buch zur Verfügung gestellt bekommen habe, wird sich aber nicht wesentlich mehr Nutzlast ergeben. So gesehen sehe ich keinen Sinn darin. Wenn wir unabhängig werden wollen, dann können wir auch so vorgehend wie Lockheed Martin bei den RD-180: Wir kaufen einen Vorrat der so lange reicht, dass wir bei einem Boykott die Zeit haben eine eigene Alternative zu entwickeln. Bei den wenigen Starts der Vega würden da 10 Stück schon reichen.

Was in meinen Augen wichtig ist, ist eine Flexibilisierung. Die Vega ist wie schon gesagt eine Rakete mit einer relativ hohen Nutzlast. So wird der oben angeführte DZZ-HR 900 kg wiegen und in 750 km Höhe ausgesetzt werden. In diese Höhe transportier die Vega aber rund 1400 kg. Die Nutzlast würbe auch auch für zwei SAR-Lupe Satelliten ausreichen (da laufen gerade die Verhandlungen für ein Nachfolgesystem) aber es gibt keine Möglichkeit zwei größere Satelliten zu transportieren. Eine Doppelstartplattform namens VESPA ist geplant, aber sie ist eher so was wie die ASAP bei Ariane - die Möglichkeit neben einer Hauptnutzlast kleinere Sekundärnutzlasten zu transportieren.

Was ich für wichtig halte ist:

  1. eine echte Doppelstartfähigkeit, z.B. mit etwas wie der SPELDA bei Ariane 5, nur eben kleiner und leichter.
  2. Die Möglichkeit der Flexibilisierung, indem man dann auch zwei schwere Nutzlasten transportieren kann.

Also das erste zollte leicht möglich sein. Eine 4 m hohe SPELDA mit 2,60 m Durchmesser müsste rund 220 kg wiegen. Bei 3 m Höhe sind es noch 170 kg. Diese gehen von der Nutzlast ab, die dann noch maximal 1280 kg in den Referenzorbit wiegen darf.

Daher als zweite Option die Möglichkeit der Flexibilisierung. Das erreicht man am einfachsten durch Booster. Ein Vorschlag zur Weiterentwicklung ist es auch den Z23 Antrieb als Booster zu verwenden. Zwei Booster müssten die Nutzlast auf 2200 kg anheben, vier auf 2800 kg. Nach Abzug der Doppelstartvorrichtung sind das dann 1000 bzw. 1300 kg pro Satellit. Und wenn man die Nutzlast nicht braucht kann man sie weglassen - eine wie ich finde sehr gute Lösung. Der einzige Nachteil ist eine leichte Erhöhung der Peakbeschleunigung die nun beim Betrieb der ersten Stufe nach etwa 70 s auftritt. Sie steigt von 5,3 auf 6,6 g. Das ist aber noch erträglich. Bei nur zwei Boostern wird der bisherige Höchstwert nur unwesentlich überschritten (der normalerweise beim Betrieb der zweiten Stufe erreicht wird).

Übrigens wenn man schon an der Flexibilisierung ist: Würde man die Ariane 5 ECA mit zwei P80 Boostern ausstatten, zusätzlich zu den EAP, so würde dies rund 2.100 kg mehr Nutzlast ergeben, und dies ohne dass man eine neue Oberstufe für knapp 2 Milliarden Euro entwickelt. Da die P80 kürzer brennen beeinflussen sie bei der Ariane 5 auch nicht die Spitzenbeschleunigung. Zum Zeitpunkt der Abtrennung beschleunigt die Ariane 5 mit 35 m/s. Wenn die EAP ausgebrannt sind werden aber 48 m/s erreicht.

28.6.2012: Danke für die Fragen und ein Rätsel

So, wie ihr gesehen habt ist nun der Fragenaufruf von der Topposition des Blogs verschwunden. Ich möchte mich für alle Fragen bedanken, was nicht heißt, dass es nicht noch mehr kommen sein können. Alle werde ich nicht beantworten können. Einige sind zu speziell wie die Frage ob es eine Alternative zu Labskaus gibt (ja: Sauerkraut und Rauchfleisch, ist noch gesünder) oder ich kann sie nicht beantworten (z.B. ob schweres Wasser gesundheitsgefährlich ist - das Zeug ist so teuer, dass dies wohl noch niemand getestet hat). Trotzdem ihr könnt mir immer noch neue Fragen schicken. Je mehr desto besser. Auch per Email, wenn der Blogeintrag mal nicht zu finden ist. (Tipp: Ich benutze immer die Suche rechts im Blog, weil ich auch die Übersicht nicht mehr habe, was wann veröffentlicht wurde).

Derzeit habe ich schon rund 80 Seiten und ich hoffe es wird mindestens das doppelte. Das ist schwer abzuschätzen, weil die Fragen sehr unterschiedlich sind. Auf eine Frage wie "Ist Orangensaft schädlich für die Zähne", kommt kaum mehr als eine Seite zusammen, selbst wenn man das Thema vertief, auf die Frage "Ist Cholesterin schädlich" kann man dagegen ohne Problem 13 Seiten schreiben.

Wie ihr seht kommen auch alle Fragen vorab im Blog, also in der Rohfassung. Ich würde mich freuen, wenn ich da Rückmeldung bekommen, zumindest von den Fragenstellern, aber auch allen anderen. So ob es ausführlich genug ist oder schon zu viel oder ob es verständlich ist oder nicht.

Als Nebenprodukt entsteht dazu in der Website eine eigene Rubrik, die nun nach 3 Wochen schon sehr umfangreich ist. Auch dort findet man alle Fragen. Da kann man dann auch nachschauen, wenn man nur alle paar Tage den Blog besucht. Ich hoffe ihr haltet mir immer noch die Treue, auch wenn es nun weniger um Raumfahrt geht, aber die meisten Themen die mich interessieren habe ich ja schon abgegrast. Wenn es nur nach den Aufrufzahlen geht, dann ist die Ernährungssektion der Renner, die meisten die Kommentare im Blog gibt es aber zu Raumfahrtthemen und auch die Abrufzahlen des Blogs sinken, seit ich mich mehr diesem Themenbereich zuwende.

Als Nebenprodukt durch die vielen neuen Aufsätze die entstanden sind, habe ich am Mittwoch die 1000 Artikelgrenze geknackt. Ich habe ja angekündigt, dass es dann was zu gewinnen gibt und zwar das Buch "Lexikon der bemannten Raumfahrt" von Matthias Gründner. Mittmachen kann jeder mit einer deutschen Postadresse (wegen der Versandform - ich sags extra für die Leser in Australien, Japan und Spanien). Es gibt am Samstag um 12:00 ein Rätsel. Damit es gerecht ist kündige ich das vorher an. Genauer gesagt sind es zwei, damit haben die eine Chance die sich in Raumfahrt auskennen aber auch die die sich mit Computer auskennen.

1.7.2012: Die Flatrate

So, damit mal etwas Abwechslung reinkommt ein "Nicht-Ernährungsthema", auch wenn es mit Essen anfängt. Es ist die Flatrate. Ich bin drauf gekommen, weil ich heute eine Einschlagung zum Brunchen ausschlug: Das ist im Prinzip eine Essensflatrate und ich kenne mich, wenn ich stundenlang in einem Restaurant hocke, da sind jede Menge Leckereien und man muss nichts dafür zahlen esse ich zu viel. Flatrates sind in. Bei Handys gibt es die Triple, oder vielleicht sogar schon Quad-Flat. Daneben gibt es Flatrate-.Saufen, und sogar ein Bordell hatte eine Flatrate.

Ich halte nichts davon. Außer bei Internet machen sie in meinen Augen nur selten Sinn. Beim Internet, weil man heute nicht kontrollieren kann welche Programme permanent Verbindungen aufbauen. Bei vielen laufen Messenger oder Skype beim Systemstart die dann dauernd kleine Datenpacketchen abschicken. Bei mir ist es Skydrive und GoogleDrive als Backup, die sich synchronisieren. Selbst wenn man surft weiß man was im Hintergrund geladen wird. Bzw., wenn man einen datenbasierten Tarif hat wie komplex die Seite ist wie viel Flash sie einsetzt. Also beim Internet kommt glaube ich nur eine Flatrate in Frage. Bei allen anderen Kommunikationsformen sollte man selbst abschätzen können wie hoch der Konsum ist und ob dann eine Flatrate besser ist. Okay, beim Telefon mag es bei Teenagern sicher auch eine Flatrate sicher bald billiger sein, aber ansonsten fährt man als Gelegenheitsnutzer oft mit einem anderen Tarif besser.

Richtig unsinnig ist eine Flatrate bei allem was mit körperlichen Dingen zu tun hat und hier ist sie auch noch kalkulierbarer für die Anbieter. Also wie viel man essen kann, wie viel trinken oder (im Falle der Bordell-Flatrate) wie oft man Sex haben kann, ist relativ gut abschätzbar. Trotzdem ist es für die Nutzer eher ungesund, weil man über das gesunde Maß hinaus mehr konsumiert. Vor allem bei Flatrate-Saufen soll es ja schon etliche gegeben haben, die danach ins Krankenhaus kamen. Das ist die menschliche Mentalität: Ich habs bezahlt also muss ich es auch nutzen. Auch wenn es mir nicht gut tut.

Trotzdem sind Flatrates in. Dabei ist der Begriff nicht neu. Es gibt schon lange Flatrates nur heißen sie anders wie "Abonnements" oder "Jahres oder Monatskarte" oder "Bahncard 100". Vielleicht wäre es an der Zeit das alles umzubenennen...

 So dann noch zur Auflösung des Rätsels. Arne hat als erstes die richtige Antwort: Der Ti 99/4a war in der Tat der erste Computer für unter 1000 DM. Ich dachte es ist schwierig genug, weil die meisten mit 16-Bit Rechnern den Atari ST oder Amiga verbinden. Bei der Frage nach der Aufenthaltszeit habe ich offen gelassen wie man auf den Mond kam. Die Raumsonde Lunar Prospector hatte 7 g der Asche von Eugene Shoemaker, einem sehr prominenten Geologen an Bord. Lunar Prospector schlug am 31.7.1999 auf dem Mond auf. Also befindet sich die Asche seit fast 14 Jahren auf dem Mond, was sowohl John Young wie auch Eugene Cernan bei weitem schlägt. Das Buch geht am Montag auf die Reise.

Wer keine Chance hatte: Der Counter steht derzeit bei 5,85 Millionen Besuchern. Bei rund 50.000 neuen pro Monat steht in zwei Monaten der 6 Millionste an, und da gibt es wieder was zu gewinnen, und da braucht man nur Glück...

Ich bin dann auch mal über meinen Schatten gesprungen. Seit der Rezension im DLR-Magazin habe ich mich nicht mehr um eine Rezension in einer Publikation bemüht. Nun habe ich vier Mail an Computerzeitschriften geschickt, die ich zumindest einmal gelesen habe. Es geht um die Computergeschichte(n). Mal sehen was draus wird.

Das neue Manuskript macht Fortschritte. 90 Seiten sind schon zusammen und ich denke doppelt so viel können es werden. Das wäre dann auch eine angenehme Größe. Als Nebeneffekt ist mein Wissen über Lebensmittel deutlich aufgefrischt. Erfreulicherweise haben sich auch die Verkäufe erholt, nachdem sie im letzten Jahr rapide abgerutscht sind. Allerdings nur absolut, pro Buch bleibt es weiter rückläufig,

2.7.2012: Der Windows Schweinezyklus

Glaubt man den Presseberichten so wird Windows 8 eine Katastrophe werden. Der Grund ist, das Microsoft mit Windows 8 auch in dem boomenden Markt der Tablett PC's mitmischen will und auch die Windows Mobile Serie wird nun in Richtung Windows 8 laufen, sodass diese Linie wohl wahrscheinlich aufgegeben wird, wie dies bei der Client Version von Windows NT/2000 auch der Fall war.

Nun gegen das Vorhaben habe ich nichts. Es wird vielleicht sogar nicht schlecht sein, wenn man bei einem Tablett schon alles so vorfindet, wie man es vom Desktop her kennt. Das Problem scheint zu sein, dass auch für Desktop Systeme die gesamte Gestaltung und Bedienung übernommen wurde. Also statt einem Desktop findet man in Kacheln die letzten "Apps" vor. Das ganze System scheint auf Gesten ausgelegt sein, und wer wie beim Desktop üblich alles mit Maus und Tastatur bedient, muss viel klicken und tippen. Alles in allem soll beim Desktop die Bedienung im Vergleich zu Windows 7 ein Rückschritt sein.

Erinnert sich der eine oder andere noch an Vista? Auch dem wurde trotz neuer Oberfläche die dauernden Nachfragen, also eine Verkomplizierung der Bedienung ein Flop. Selbst Computerhersteller wollten von Microsoft weiter Windows XP haben. Ich befürchte es wird Windows 8 genauso gehen. Zumindest die ct sieht dies anders und meint es würde durch die Zwangsinstallation bei Hardwareherstellern anders kommen. Ich glaube, wenn dem so ist wie in den Vorberichten, wird es aber anders kommen. Zum einen ist nur im Einzelhandel die alte Version aus den Regalen verschwunden. Von Microsoft kann man sie als Hersteller immer noch bekommen. Derzeit ist z.B. noch Windows XP erhältlich. Das ganze endet wenn auch der erweiterte Support ausläuft, doch das ist noch einige Jahre in der Zukunft. Ich vermute man wird dann wieder aufwachen und eine nachgebesserte Version schnell nachschieben, so wie auf Windows Vista ganz schnell Windows 7 kam (zumindest schnell, wenn man den Zeitabstand zwischen XP und Vista ansieht). Der Konsument der eine Version kauft, muss ja auch nicht Windows 8 kaufen, sondern kann sein bisherige Lizenz auf einem neuen Rechner installieren.

Das ist allerdings nichts neues. Denn das sich gute und schlechte Windows Versionen abwechseln ist fast schon Tradition:

Also mit wenigen Ausnahmen folgte auf eine gute eine schlechte Version, eben der Windows Schweinezyklus. Für mich ist es klar, ich werde meine Windows 7 Lizenz weiter verwenden, wenn der nächste Rechner ansteht. Das einzige, was Windows 8 für mich interessant macht, ist eine Funktion die es aber nur bei Volumenlizenzen gibt: Windows To Go. Das ist ein Windows , dass von einem mobilen Datenträger bootbar ist und auch von dort läuft und alles wieder dorthin schreibt.

Technisch ist das kein Problem. Sogenannte2Live-Lunxe" gibt es ja schon lange und auch das normale Windows 7 installiert beim ersten Start automatisch die richtigen Treiber bzw. auch im laufenden betrieb wenn sich was ändert. Wenn man nicht unbedingt Spezialtreiber braucht mit den Tuning Einstellungen dann reicht das und selbst wenn, für Leute die es nicht mit Hunderten von Hardwarekonfigurationen zu tun haben, sondern einigen wenigen, kann man diese auch installieren und hat sei beim nächsten Start dann installiert.

Wer wie ich Vorlesungen halten muss und sich dann immer mit wechselnden Arbeitsumgebungen rumschlagen muss indem geliebte Programme fehlen, oder bei Kunden Programmentwicklung treibt und dann jedes Mal das Entwicklungsstudio installieren, mit Komponenten ausrüsten und dann noch eigene Codeteile dazu nehmen muss, verbringt dafür viel Zeit und muss zudem noch alles synchronisieren. Ein Windows auf USB-Festplatte das man booten könnte, wäre DIE Lösung. Das es derzeit noch langsamer ist, spielt wnn man immer mit den gleichen Programmen arbeitet keine große Rolle, denn nach dem ersten Start sind die meisten DLLs im Speicher. Und wenn USB 3.0 Standard ist hat sich auch dieses Problem erledigt.

Der Grund dürfte wohl die Lizensierung sein. Doch wenn diese anders gelöst ist, also nicht wie bisher über die Zusammenstellung von Prozessorseriennummern, Motherboard Kennungen und Netzwerkadressen, sondern z.B. über eine Festplattenseriennummer oder vielleicht sogar der Anwender bei der Installation die Wahl hat (wollen sie ein mobiles oder stationäres Windows), dann wäre die Sache doch auch für Microsoft gelöst. Ehrlich schade, denn das wäre wirklich ein Kaufargument für Windows 8 gewesen.

Aber es ist klar, warum dem nicht so ist. Denn dann würde sich das gesamte Modell wie es heute betrieben wird in Frage gestellt. Bisher ist es so, dass viele schon mehr als einen Computer haben: Einen Desktop Rechner und ein Notebook. Bald kommt dann noch ein Tablett dazu. Wenn man Windows auf einem USB-Stick oder einer Festplatte installieren kann, dann muss man nicht dreimal Windows kaufen, sondern steckt einfach um. Für den Benutzer bequemer - immer due gleiche Umgebung und billiger (ein Bootlaufwerk anstatt drei), aber für Microsoft eben nur eine verkaufte Lizenz anstatt drei. Kein Wunder, dass es Windows To Go nur bei Volumenlizenzen gibt ...


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