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Web Log Teil 285: 9.7.2012 - 15.7.2012

9.7.2012: Werbung bei Lebensmitteln

Ich möchte mich heute mal einem Thema widmen, das zu den umstrittenen bei den Lebensmitteln zählt: der Werbung, wobei man unter Werbung nicht nur Spots im Fernsehen versteht, sondern primär die Verpackungsangaben (genauer gesagt, interessieren sich Untersuchungsämter, da sie Proben und keine Fernsehspots zum begutachten bekommen, gar nicht für TV und Printwerbung).

Rein rechtlich gibt es nur zwei Paragraphen, die alle Angaben zu Werbung regeln. Es sind §11 Abs. 1 LFGB und §12 LFGB. Der erste betrifft irreführende Angaben und der zweite gesundheitsbezogene Werbung. Diese sind so allgemein gehalten, dass man sie mit Gerichtsurteilen füllen muss. Da fängt schon das erste Problem an, dazu später mehr.

Das zweite ist ein Grundsatz unseres Rechts - es wird ein verständiger Durchschnittsverbraucher zugrunde gelegt. Fangen wir mal mit dem letzten an, weil es da schon Probleme gibt. Ich schreibe mal wie die Praxis bei den Untersuchungsbehörden ist, wenn Proben zu begutachten sind. Nehmen wir mal einen dieser Fälle wo vorne dick und fett drauf steht "ohne den Zusatzstoff Geschmacksverstärker". der findet sich dann auch nicht im Zutatenverzeichnis, dafür Hefeextrakt, der eine ähnliche technologische Wirkung hat. Zumindest wenn Hefeextrakt bei Lebensmitteln verwendet wird, die nicht irgendein Suppenaroma haben ist offensichtlich dass es als Geschmacksverstärker eingesetzt wurde (z.B. bei Chips).

Was wir hier haben ist eine Situation die Verbraucherverbände kritisieren, aber die eben legal ist. Es ist ja keine Lüge erzählt worden. Die Packung enthält wirklich keinen Zusatzstoff der als Geschmacksverstärker wirkt, aber eben eine natürliche Zutat, die so wirkt. Das gilt auch für andere Aussagen wie "vollmundiger Fruchtgenuß" bei einem Lebensmittel, dass nur wenig Früchte enthält - auch hier wird die Lebensmittelüberwachung argumentieren, dass der Verbraucher die Chance hat im Zutatenverzeichnis nachzusehen wie viel Fruchtgenuß enthalten sind.

Abhilfe dagegen wäre, dass man entweder eine neue Norm anlegt, also nicht den "verständigen" Verbraucher, sondern einen "flüchtigen oder oberflächigen" Verbraucher. Das Problem: praktisch alle bisherigen Urteile wären dann unwirksam, weil sie unter anderen Umständen ergangen sind, eben der Maßgabe, dass der Verbraucher informiert ist und sich die Packung als ganzes ansieht und alles aufmerksam durchliest. Das zweite wäre, dass man den Paragraph zur irreführender Werbung neu formuliert um solche Dinge zu verbieten, nur wüsste ich ehrlich gesagt nicht wie.

Das zweite betrifft kompliziertere Aussagen. Das betrifft die zahlreichen Aussagen in der Werbung mit Lebensmitteln, die sich vor allem auf Wirkungen beziehen. Das geht von unverbindlichen Aussagen bis zu welchen, die mit Rechtsanwälten so formuliert sind, dass sie suggerieren, dass ein Lebensmittel fast wie ein Medikament wirkt, aber das nicht tun. Diese Aussagen waren bisher problematisch. Das grundsätzliche Problem bei der Lebensmittelüberwachung ist die Arbeitsteilung. Wir haben hier die Kontrolleure die Lebensmittelproben ziehen, dann die Untersuchungsbehörden mit Chemikern, Veterinären und Ärzten und dann die Staatsanwälte. Eigentlich sollten alle drei zusammenarbeiten, doch in der Praxis ist alles getrennt. Dabei bräuchten schon die Kontrolleure eine fundierte Ausbildung in Lebensmittelrecht und Proben zu ziehen die auffällige Werbeversprechen haben (bisher haben sie auch eine Ausbildung, doch bezieht die sich vor allem auf die Gesundheitsgefahren, weniger auf die rechtlichen Aspekte). Die meisten Proben landen bei Chemikern, die sich zwar zu chemischen Aussagen äußern können, doch wir haben es ja meist mit gesundheitsbezogenen Aussagen zu tun. Da wären die Ärzte gefragt, doch die sind bei der Lebensmittelüberwachung meistens nur dann involviert wenn es um Gesundheitsgefahren geht, also verkeimte Nahrungsmittel. Und zuletzt die Staatsanwälte die eigentlich auf dem kurzen Dienstweg direkt bei den Untersuchungsbehörden sitzen sollten, aber in der Praxis eben bei Gericht sind. Nur diese verzahnte Struktur kann den großen Konzernen Paroli bieten bei denen eben Lebensmitteltechnologen, Chemiker und Juristen in einem Haus zusammensitzen und gemeinsam an der Produktstrategie arbeiten.

Immerhin. Es gibt Besserung. Die EFSA (europäische Lebensmittelbehörde) hat nun die gesamten gesundheitsbezogenen Werbeaussagen begutachtet und in einer ersten Tranche nur 222 von rund 1000 genehmigt. Darunter waren auch die Aussagen für probiotische Produkte, die nach Stand der Wissenschaft zumindest nicht besser wirken als normale Jogurt.

Aber wird es nun besser? Wer sich die aktuellen Aussagen z.B. von Actinel anschaut merkt dass man sich auf Sachen konzentriert hat die unverfänglicher sind, oder man setzt einen Stoff zu für den noch Werbung gemacht werden darf wie z.B. Vitamin C.

In der Summe haben wir daher immer noch ein Problem: Wir haben ein Lebensmittelrecht, das auf Staatsseite ein Förderales System mit verteilten Aufgaben vorsieht und das für alle Erzeuger zuständig ist, vom Bäcker um die Ecke bis zu Großkonzernen wie Nestle und wir haben eben Großkonzerne mit einem Apparat, der eng verzahnt ist. Dazu kommt noch, das wesentliche Teile unseres Rechts inzwischen von Europa diktiert werden, wir wollen ja nicht die anderen EU-Staaten benachteiligen oder?

Dieses Problem könnte man nur lösen indem man praktisch jede werbende Maßnahme die irreführend sein könnte durch Gesetz verbietet, sodass die Sachlage viel klarer als heute ist. Das ist auch das was sich viele Verbraucherverbände wünschen, aber es wird ein Wunschtraum bleiben. So etwas haben wir ja heute nicht mal bei pharmazeutischen Produkten. Man muss sich nur mal im Fernsehen die Werbung für frei verkäufliche Mittelchen von Ginseng-Extrakt bis hin zu Vitasprint (nichts anderes als Vitamin B12) ansehen. Dabei sollte man bei solchen Mitteln, die ja zumindest drogeriepflichtig sind noch strengere Kriterien als wie bei Nahrungsmitteln anlegen.

Was sich geändert hat, das ist dass unser Lebensmittelrecht im wesentlichen noch das gleiche wie vor 30 Jahren ist. Es gibt weitere Verordnungen für Kennzeichnungen, aber die Paragraphen für Täuschung und Irreführung sind immer noch die gleichen. Relevant sind daher meistens Gerichtsurteile. Wenn es um Rechtsfragen ging, dann war die Aufgabe in Kommentaren zum Gesetz nach Urteilen zu suchen, die auf den eigenen Fall anwendbar sind oder ähnliche Sachverhalte betreffen. Dabei entscheiden Richter oft nach eigenem Ermessen und manchmal gegen den Trend, so ist beispielsweise das MHD nach ellgemeinem Rechtsverständnis kein Datum, das bedeutet, dass ein Supermarkt Waren über dem MHD verkaufen kann. Das OLG Hamburg entschied anders und nahm einmal nicht den verständigen Verbraucher sondern einen der sich drauf verlässt, das nur Waren unter dem MHD im Supermarkt sind als Maßstab.

Was wir vielleicht brauchen ist das wie zumindest bei national gehandelten Marken eine Abkehr haben vom regionalen Prinzip. Bisher läuft es so: Ein Untersuchungsamt untersucht eine Probe. Ein Chemiker macht ein Gutachten, das meistens schon sehr weit in der rechtlichen Beurteilung geht (einfach weil es keine für das recht spezialisierte Staatsanwälte gibt) und dann kommt es zu einem Prozess vor dem lokalen Landesgericht. Kein Lebensmittelchemiker hat Lust auf den Krieg über Zig Instanzen mit einem Großkonzern, anders kann ich mir nicht erklären dass bestimmte Werbung oder Missstände (wie seit ich denken kann den Verstoß dagegen die Lebensmittelkennzeichnungsverordnung bei Schokoriegeln - unleserlich klein in schlimmen Farbkombinationen auf den Falz geschrieben) nicht beanstandet werden.

Was wir bräuchten wäre ein Amt, dass mit Profis besetzt ist - auch juristisch. Das ist zuständig für die Verfolgung von Dingen, für die ich keine Untersuchung brauche wie irreführende Angaben und es bekommt die Fälle von den Untersuchungsbehörden übertragen, wenn die Firma eine bestimmte Größe erreicht hat, sodass der Gegner auch einen juristischen Apparat ins Felde führen kann.

12.7.2012: Gibt es eine ideale Ausströmgeschwindigkeit für Ionentriebwerke?

Die Frage klingt paradox, aber sie ist nicht unbegründet. Fangen wir aber mal mit den chemischen Antrieben an. Dort gilt recht einfach: Je höher der spezifische Impuls desto besser. Nur mit LOX/LH2 können wir überhaupt mit einer stufe einen Orbit erreichen. Bei LOX/LH2 erreicht man mit zwei Stufen rund 7-8% Nutzlast, mit LOX/RP-1 trotz günstiger Strukturfaktoren nur etwa 3,3%.

Ionentriebwerke haben einen zehnmal höheren spezifischen Impuls. Doch auch hier gilt: je höher er ist, desto weniger Treibstoff braucht man. Da durch die geringen Schubkräfte der Geschwindigkeitsbedarf aber höher ist sollte man auch hier auf eine hohe Ausströmgeschwindigkeit setzen.

Praktisch hat man heute mit Ionentriebwerken rund 50 km/s erreicht. Theoretisch kann die Ausströmgeschwindigkeit fast Lichtgeschwindigkeit erreichen, praktisch scheinen heute 200 km/s erreichbar (man benötigt eine sehr hohe Spannung für hohe Geschwindigkeiten, diese muss man über sehr lange Zeit zuverlässig erzeugen können und auch das Triebwerk  wird größer bei hoher Ausstromgeschwindigkeit, das limitiert den praktischen Einsatz).

Warum sollte man also nicht die 200 km/s anstreben, ja zumindest die 50 km/s die heute erprobt sind (es gibt auch Triebwerke die nur 10-20 km/s erreichen). Nun anders als bei chemischen Treibstoffen muss man die Energie erst aufwenden und diese Fundamentgleichung zeigt die Problematik:

c = w * 2L / S

c: Ausströmgeschwindigkeit in m/s 
w: Wirkungsgrad (0...1) 
L: Leistung in Watt 
S: Schub in N

Oder formulieren sie mal auf den Schub um:

S = w*2L / c

Hoher Schub und Ausströmgechwindigkeit schließen sich also gegenseitig aus. Der Schub ist aber auch wichtig, denn wir haben eine nur begrenzte Zeit. Wenn wir sagen wir mal 100 Tage Zeit haben um eine bestimmte Geschwindigkeit zu erreichen, wird bei doppelt so hoher Ausströmgeschwindigkeit der Schub halbiert sein. Solange nicht so viel Treibstoff benötigt wird, dass die Startmasse sich bei hoher Ausströmgeschwindigkeit halbiert, wird man eine kleinere Nutzlast starten können.

Oder man sieht es von der Warte der Energieversorgung, denn da gilt: E=1/2*mv² ’ für eine vorgegebene Treibstoffmenge und Ausströmgeschwindigkeit brauche ich quadratisch mehr Energie, die ja eine Stromversorgung liefern muss, und die wiegt heute noch mehr als Treibstoff und Triebwerke. Es reduziert sich zwar auch der Treibstoffbedarf, doch dies kann nicht den quadratischen Anstieg des Energiebedarfs kompensieren.

Ein Praktisches Beispiel:

Eine Raumsonde soll zum Mars fliegen, dort in eine Umlaufbahn einschwenken, Bodenproben von einem Lander aufnehmen und zurück zur Erde fliegen. Berücksichtigt soll nur die Geschwindigkeit über der Fluchtgeschwindigkeit der Erde sein, dass heißt wir starten nicht von einer niedrigen Erdumlaufbahn aus und bremsen nicht wieder in eine ab. Das entspricht dem Vorgehen das heute wohl am wahrscheinlichsten ist.

Der Geschwindigkeitsbedarf soll dafür 10 km/s betragen. Wir genehmigen uns insgesamt 10.000 Stunden Betriebszeit (das ist die Testzeit einiger eingesetzter Triebwerke) und wir setzen normale Solararrays mit 80 W/kg ein. Der Antrieb selbst soll rund 100 kg wiegen und die Tanks für das Xenon ein Fünftel des Inhalts. Wie sieht nun die Rechnung für eine konstante Startmasse bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten aus?

Ausströmgeschwindigkeit Schub Strombedarf Nutzlast
10.000 m/s 0,35 N 2.500 W 340 kg
15.000 m/s 0,41 N 4.900 W 660 kg
20.000 m/s 0,45 N 6.700 W 860 kg
25.000 m/s 0,46 N 8.300 W 990 kg
30.000 m/s 0,50 N 10.800 W 1.050 kg
35.000 m/s 0,50 N 12.500 W 1.120 kg
40.000 m/s 0,5 N 14.300 W 1.160 kg
45.000 m/s 0,50 N 16.400 W 1.180 kg
50.000 m/s 0,5 N 19.400 W 1.200 kg
75.000 m/s 0,5 N 30.000 W 1.170 kg
100.000 m/s 0,55 N 40.000 W 1.100 kg
150.000 m/s 0,55 N 60.000 W 900 kg
200.000 m/s 0,55 N 80.000 W 700 kg

Der Effekt ist deutlich zu sehen: Die Nutzlast nimmt zuerst stark zu, dann immer weniger. Sie nimmt dann wieder ab, weil die Stromversorgung immer mehr wiegt. Hier wäre die ideale Geschwindigkeit bei ungefähr 55.000 bis 60.000 m/s.

In der Literatur findet man den Therm

copt = Sqrt(2* t / 1000 * a0) [km/s]

mit

copt: optimale Ausströmgeschwindigkeit in m/s 
t: gesamte Antriebsdauer in s 
a0: Koeffizient aus Sondengewicht in kg und Leistung in kW: a0 = Sondengewicht [kg]/ Leistung [kW]

Da wie die Stromversorgung laufend anpassen, ist dieser jedoch nur bedingt anwendbar (die Startmasse von 2 t bleibt gleich, jedoch die Stromversorgung beträgt zwischen 2,5 und 80 kW). Bei 200 m/s erhalten wie eine copt von 53 km/s, bei 50 km/s eine von 26,4 km/s und bei 10 km/s eine von 9,4 km/s.

Was klar ist, ist das Optimum auch von der Stromversorgung abhängig ist: Bei 10 km/s macht diese nur 32 kg aus, bei 200 km/s dagegen 1000 kg. Kann man die Leistung pro Kilogramm Masse erhöhen, so verschiebt sich das Optimum weiter nach rechts.

Man erkennt aber auch, dass bei den heutigen Solargeneratoren die 60-80 W/kg wiegen, die heutigen Triebwerke mit maximalen spezifischen Impulsen von 30-45 km/s nahe am Optimum sind.

Es ist auch klar, dass wenn ich die Forderung nach hohem Schub habe, ich einen kleineren spezifischen Impuls anstreben sollte. Das kann z.B. der Fall sein wenn das Ionentriebwerk Bestandteil des Systems für Lageänderungen oder Bahnänderungen eines Kommunikationssatelliten ist, weil dieser ja möglichst  ohne längere Unterbrechung einsatzbereit sein sollte. Selbst wenn es den betrieb nicht beeinflusst, so ist der Stromverbauch doch zu berücksichtigen - höherer spezifischer Impuls, höherer Stromverbrauch. Da wir bei Kommunikationssatelliten aber nur von einer über die Lebensdauer akkumulierten Gesamtänderung von 1-2 km/s reden, ist klar, dass wir hier keine sehr effizienten Triebwerke brauchen.

Zuletzt noch eine Bemerkung zum Schub: Dieser steigt in der Tabelle erst steil, dann langsam an. Der Grund ist, dass bei viel Treibstoff die mittlere Masse, die bewegt wird kleiner ist. Bei 10 km/s entfallen 1250 kg auf den Treibstoff und die mittlere Masse (also mit 50% des Treibstoffs) ist so geringer als wenn es nur 100 kg wie bei 200 km/s sind. Bei 0% Treibstoff beträgt der benötigte Schub 0,5555 N.

12.7.2012: Neuigkeiten

Da es so still geworden ist, will ich mal wieder was kurzweiliges einstreuen. Also erst mal würde ich mich über Rückmeldungen zu den Ernährungsthemen freuen, zumindest zu den Fragen die beantwortet werden. Der der sie gestellt hat kann ja anmerken ob sie ausführlich und richtig (im Sinne der Fragenstellung) beantwortet wurden.

Die Bücher treiben mich derzeit um. Ich bin gerade beim Nachkorrigieren der ersten Rücksendung des ersten Korrektors. Obwohl ich wie das zweimal "erste" andeutet erstmals seit drei Jahren das Manuskript geteilt habe und parallel bearbeiten lasse, wird es nicht mehr zur Landung des MSL fertig werden. Ich werde noch die Landung hinzunehmen. Schon jetzt habe ich noch einige Details bei der Landung die nun erst bekannt wurden ergänzt und die beiden inzwischen erfolgten TCM hinzugefügt. Zusammen mit einem erweiterten Abkürzungsverzeichnis hat es das Manuskript schon um 9 Seiten verlängert.

Das Diätbuch werde ich danach (so am Wochenende) weiter durchlesen, da bin ich bei der vierten Überarbeitung, da Arne der es als Erstes bekommt derzeit im Urlaub ist. Aber auch beim vierten Mal fangen mir noch doppelte Erwähnungen und umständliche Sätze auf.

Wie die Fragen zeigen arbeite ich parallel an der Rohfassung des nächsten Buchs "Was sie schon immer über Lebensmittel nicht wissen wollten" (wer einen besseren Titel hat möge sich melden). 130 Seiten habe ich bisher, für mindestens 200 Seiten habe ich Fragen, wahrscheinlich sogar für 250. Als Nebeneffekt ist auch der Lebensmittelbereich auf der Website in dem die beantworteten Fragen auch landen in 6 Wochen um ein Drittel vergrößert,.

Heute morgen würde mir bewusst wie doof ich es doch mache. Ich war beim Frisör und musste warten und da lag "die neue Post", da ich auch meinen MP3-Player vergessen hatte habe ich drin gelesen. Das Muster das war mir nach zwei bis drei "Artikeln" klar ist einfach. Man nehme eine kleine Tatsache, eventuell zwei, die man in 1-2 Sätzen sagen könnte, bei einem Artikel über Heidi Klum und Seal wohl die das Seal in Australien mit den Kindern fotografiert wurde und das Sorgerecht noch nicht geregelt ist. Das umkleidet man mit allgemeinen Nachrichten und vielen Fragen (musste Heidi ihre Kinder abgeben? Ist sie deswegen traurig? Wie kann man Kinder auf eine 12.000 km weite Reise mitnehmen?) und füllt das ganze dann noch mit etwas Bla Bla und vielen Bildern, vor allem aus dem Pressearchiv.

Seit ich schreibe und weiß, wie viel Arbeit es ist eine recherchierte Seite im Reinen zu haben, also nicht nur Sachen aus dem Kopf mal schnell runter zu tippen, sondern die ganzen Tatsachen zusammenzutragen, gegenzuchecken und um Details zu ergänzen werde ich bei solchen Artikeln neidisch, zumal wegen der vielen Fotos der Textanteil minimal ist. Also auf dem Niveau könnte ich wahrscheinlich jede Woche den kompletten redaktionellen Teil der neuen Post füllen.

Das schlimme - damit verkauft man nicht nur viel mehr Exemplare, weil die Zahl der potentiellen Käufer viel größer ist, sondern man bekommt auch viel mehr Lob, weil das Publikum unkritischer und weniger vorinformiert ist. Ich sollte Boulevard-Journalist werden. Aber ich kann das nicht. Ich habe ja schon bei meinem Büchern ein schlechtes Gewissen, weil sie systembedingt (Print on Demand) so teuer sind und versuche dem durch kleine Schriftgrößen, kleine Ränder und nur S/W-Abbildungen die ich meistens in halb leere Seiten rein quetsche entgegenzuwirken. Mit einem zu flachen Buch würde ich wahrscheinlich das Gefühl haben meine Leser zu betrügen. Vor allem aber denke ich könnte ich ein bestimmtes Niveau nicht unterscheiden, irgendwann tut das Vereinfachen und Weglassen einfach weh.

So zuletzt noch ein Eintrag bei den schlechtesten Songs aller Zeiten. Es handelt sich um die "House Music" aus den Achtzigern, die uns monotone Synthesizerlieder mit Samples bescherten, also ich meine so was wie "Theme from S-Express", "Pump up the Volume", "The Only Way Is Up"  oder "This is a journey into Sound". Es gab auch mal einen deutschen Ableger, wie "Okay", sinnigerweise von der Gruppe Okay.

Also für alle, die eine Vorlieber für Synthesizer haben und gerne selbst Musik machen als Vorlage:

[http://www.youtube.com/watch?v=eGPhUr-T6UM]

Pump up the Volume

 [http://www.youtube.com/watch?v=OGHMjar1WrA]

Okay

Dürfte heute mit Programmen eher eine Frage von einer Stunde sein, so einen Hit zu machen....

15.7.2012: Wasser als Aprilscherz

Also die Frage für die Siebtklässler brachte mich zu meinem heutigen Thema, einem kurzen, weil ich in den letzten Tagen nicht zu neuen Blogs kam, ich habe mich Hochdruck die Endkorrekturen für das MSL Buch abgeschlossen, sodass es zu der zweiten Korrekturleserrunde gehen kann.

Aprilscherze gibt es auch in der Uni. Einmal hat jemand an den Hähnen für destilliertes Wasser einen Hinweis angebracht, dass das Wasser durch einen falsch beschickten Ionnaustauscher mit Dihydrogenoxid belastet ist. Das hat immerhin einige Stunden gedauert bis der durchblickt wurde. Das hat einen Kommilitonen auf einen anderen Scherz gebracht. Er hat eine Chemikalienflasche mit destilliertem Wasser gefüllt, alle Bepper für die Sicherheitsaufkleber angebracht und die dann in eine Doktorantenarbeitsgruppe gebracht. Beschriftet war sie mit "Oxidan", oder so ähnlich (ist mehr als 20 Jahre her), auf jeden Fall der offizielle Trivialname für Wasser (es gibt noch einen außer Dihydrogenoxid).

Nach einiger Zeit fiel die Flasche auf. Der Kollege der dort als Hiwi aushalf erinnert sich, wie man über die Flasche diskutierte, ja sogar eine einfache NMR Analyse machte, aber nur feststellte das es eine wässrige Lösung ist (es ist normal dass man in einem Labor jedem Menge wässrige Lösungen hat. Es gibt für Bestimmungen durchaus Lösungen in denen nur 1 g eines Stoffs pro Liter ist).Schließlich schaute jemand in den Büchern nach und der Schwindel flog auf - nun  ja fast. Der Professor fand ihn so gut, dass er die Flasche nahm und sie zur nächsten Doktorantengruppe seinen Kollegen verfrachtete. Mich würde interessieren ob sie immer noch ihre Kreise in der Uni zieht.

So nun weiter zu den schlechtesten Songs aller Zeiten und da geht es heute, man hats schon erraten um Modern Talking. Ich finde die Musik einfach nur Scheiße. Sie ist austauschbar, die hohe Fistelstimme von Bohlen ist nervtötend und in den Achtzigern, als ich noch Mudiskvideos schaute ging mir die Gruppe auch durch ihr Aussehen auf. Anders durch Animateuren-Bräune und diesen NORA Schriftzug. Bohlen in knallbunten Trainingsanzügen. Das war schon in den Achtzigern, als der Geschmack noch etwas anders war als heute wirklich schlimm.

So, beim nächsten Mal geht es um das Gesamtwert eines britischen Produzententrios, deren einzige Single, auf der sie selbst singen, floppte.


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