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Web Log Teil 286: 19.7.2012 -

19.7.2012: Mein Milchmischgetränk - wenn andere den Hauptteil bezahlen, ist's auch Wurst

So fangen wir mal an mit einer weiteren Folge der schlechtesten Songs aller Zeiten. Es geht um eine Skandalgruppe: Milli Vanilli. Skandalös war zumindest in den USA, das sie nicht selbst gesungen haben. Dabei wusste man bei Frank Farian doch, dass es mehr auf die Optik ankommt. Von Boney M. konnte nur eine der Damen singen und den männlichen Part übernahm er selbst.

Als dann bei Milli Vanilli mal das Playback bei einem Konzert hängen blieb, war der Skandal groß, dabei hatte Frank Farian sie doch gewarnt, Konzerte zu geben... Wie kann man nur so blöd sein. Niemand kann genauso so wie bei der Schallplattenaufnahme singen, das merkt doch jeder, das es gleich klingt. Vor allem was machen die Leute bei Zugaben und wie streut man Aktion (Zwischenrufe ans Publikum) ein? Wenn sie dann wenigstens so schlau gewesen wären, dass die echten Milli Vanillis hinter der Bühne singen, aber ein Bandgerät ....

Gut getan hat es den beiden Musikern nicht. Einer geriet in den Drogensumpf und ist inzwischen gestorben, der zweite machte beim Dschungelkamp mit. Doch warum ich Milli Vanille nicht mag ist der stereotype Pop-Sound ohne große künstlerische Akzente und vor allem, der nervige Tanzstil mit den weitausholenden Bewegungen und das sie völlig abhoben. Einer der beiden verglich sich ja auch mit Paul McCartney und anderen Pop-Größen, und das obwohl er keinen einzigen Ton selbst gesungen hat...

Okay, nächstes Mal geht es um was schwedisches mit eintönigem Rhythmus. Ratet mal wen ich meine....

Dann gab es mal wieder was neues von meiner Lieblingsfirma. Während alle warten, dass nun doch der erste CRS Flug kommt, der sollte ja nach ihren Ankündigungen schon im August startbereit sein, gibt's davon nichts neues, aber sie haben ihren ersten NASA Auftrag erhalten. Siehe hier. Also erst mal fällt auf, das SpaceX 82 Millionen bekommt, obwohl derzeit ja ein Start nur 54 Millionen kostet. Noch seltsamer: Der Auftrag ist SpaceX keine Erwähnung wert, weder bei den Nachrichten noch bei dem Launch Manifest.

Aber auch die Umstände sind seltsam. Die NASA hat zeitgleich drei alte Delta II von ULA geordert. Die Delta II Produktion wurde 2009 eingestellt. Die Restexemplare sind Delta II Heavy, was auch den Auftrag so teuer (412 Millionen) macht: Die Heavy kann nicht von Vandenberg aus starten. Also kommen Zusatzkosten für Castor IV Booster oder den Umbau der Startrampe dazu. Nach einem älteren NASA Audit, das ich mal fand als ich nach SpaceX Material suchte, kostet alleine das 100 Millionen Dollar, weshalb auch dieses Audit von dieser Option abriet. Immerhin: Die NASA zahlt lieber 137 Millionen pro Delta Start anstatt 82 Millionen an SpaceX. Sonst hätte sie ja auch vier Falcon 9 bestellen können. Nur ein Satellit startet mit einer Falcon 9. Die Frage ist warum? Es ist ja nicht der letzte Start (gibt mehr Zeit Kinderkrankheiten zu beseitigen) sondern einer dazwischen.

Warum. Nun die Nutzlast ist Jsaon-3. Das ist ein Gemeinschaftsprojekt von Eumetsat, NOAA und CNES. 100 Millionen kommen vom NOAA, 63,6 Millionen von Eumetsat. Der Satellitenbus von der CNES. Die NASA ist nur mit Instrumenten vom JPL beteiligt. Nach diesem Dokument agiert NASA auch nur als "Agent" für die NOAA. Das kann zwei Folgen haben. Das eine ist die, dass nun nicht die Kriterien greifen, wonach eine neue Rakete genügend Flüge haben muss, bevor man ihr eine NASA Nutzlast anvertraut (CRS-Flüge haben andere Konditionen). Es ist ja eine NOAA Nutzlast. Das zweite könnte sein, dass es der NASA Wurst ist, schließlich zahlen ja andere das meiste an dem Projekt das auf 252 Millionen Euro beziffert ist. Allerdings wäre dann bei einem internationalen Projekt auch ein Start auf der Vega denkbar, das wäre bei dem kleinen Satelliten sogar billiger. Als drittes kann es auch eine Sekundärnutzlast sein - Jason 1+2 wogen nur etwa 500 kg, das ist recht wenig für die Falcon 9, selbst für die !V1.0" die in obigem Dokument extra erwähnt wird.

SpaceX unternimmt nun die ersten Versuche mit "Grasshopper", das ist ein Gefährt um die weiche Landung der Falcon 9 Stufe zu untersuchen. Da wird es gespannt sein mehr zu hören,. denn für mich ist da vieles offen. Außer einem Video gibt es nichts. Und das lässt viele Fragen offen - landet die Rakete am Startort (braucht viel Treibstoff um die Bahnkurve umzudrehen) oder woanders (Problem: verschiedene Inklinationen und wie soll das bei den heutigen Startorten gehen - da ist kein Land im Flugpfad). Vor allem aber die Landung selbst.

Die Problematik für Nichteingeweihte: Die Landung soll mit den Haupttriebwerken erfolgen. Grashopper setzt ein Merlin 1C mit 122 klbf ein, das nicht regulierbar ist. Später soll es ein Merlin 1D sein mit 147 klbf, aber auf 70% reduzierbar. Das entspricht 54,3 und 45,7 t Schub. Das ist aber garantiert mehr als das Leergewicht der Stufe, das man auf 17,67 t (Falcon 9 v 1.0 bekannter Wert ansetzen kann. Der Schub ist also dreimal höher als benötigt. Da ich mir nicht vorstellen kann, dass man das Triebwerk pulsweise betreibt (es wird auch hypergol gezündet, da scheidet das fast aus) muss die Landestrategie die sein, dass die Rakete ungebremst fällt und erst kurz vor dem Aufsetzen das Triebwerk zündet, dass dann die Restgeschwindigkeit auf einen kleinen Wert reduziert. Das muss sehr genau getimt sein. Zu früh und die Rakete hebt wieder ab. Zu spät und bei dieser hoher Beschleunigung hat sie noch eine hohe Restgeschwindigkeit und schlägt hart auf oder kippt um. Da ein flüssig betriebenes Raketentriebwerk einige Zeit braucht um vollen Schub zu erreichen ist diese Aufgabe nicht trivial, denn die Beschleunigung liegt ja bei 2,5 bis 3 g. Schon 0,2 s Abweichung entsprechen dann 5 m/s (oder 18 km/h) mehr oder weniger.

Das ist vergleichbar der Landung einer Sojus, da zündet auch noch ein Raketentriebwerk. Nur mit einem kleinen Unterschied. Abgrämst durch Fallschirme ist nur eine geringe Geschwindigkeit abzubremsen und Feststofftriebwerke erreichen rasch ihren Maximalschub. Bei dem flüssig antreibenden Merlin  dürfte es länger dauern. Mal sehen wie gut das beim Grashopper funktioniert. Es gab ja schon mal so was: die DC-X die so was auch erfolgreich demonstriert hat. Zu einem Einsatz kam es nie.

21.7.2012: Update zum Wochenende

Als kleinen Lückenfüller mal wieder ein Update, denn bei Ernährungsthemen seid ihr ja ganz stumm. Komischerweise ändert das nichts an den Blog-Zugriffszahlen, was beweist, das es immer dieselben Kommentatoren sind.

Also ein paar vermischte Dinge. Ich bin ja Dozent an der DHBW Stuttgart und da kann man kostenlos e-books von Springer runterladen. Das gestaltet sich über das VPN etwas mühselig, weil sowohl Springer es umständlich macht wie auch die Verbindung nicht so gut ist, aber ich habe in den letzten Wochen da nach Büchern gesucht die ich brauchen kann. Vieles was ich gerne hätte bekomme ich mit der Lizenz nicht, so die "Springer Praxis books of space exploration", aber immerhin einiges brauchbare zum Thema Ernährung und Medizin habe ich gefunden. Und da gibt es bei den Springer Lehrbücher tatsächlich Titel wie "Chirurgie in 5 Tagen" oder "Neurologie in 5 Tagen". Ja praktisch die ganze Medizin "in 5 Tagen".

Früher gabs diese Bücher "C in 30 Tagen" und das war schon ein Witz. Obwohl es da ja auch eine ganze Reihe gab. Ich habe irgendwo mal als Gegenkonzept "Learn programming in 10 years" im Internet gefunden und das trifft es ja auch. Alle Stunden zusammengenommen haben meine Studenten zum Beispiel gerade mal eine Woche Programmiererfahrung und sind noch ziemliche Anfänger, von Konzepten der Informatik mal ganz zu schweigen, die kann man in der Zeit gar nicht vermitteln. Eine woche, das sind 5 Tage - sie hätten wohl besser Chirurgie lernen sollen ....

Wenn ich nun dran denke, dass man sich mit intensiver Vorbereitung in 5 Tagen auf ein Examen in einem medizinischen Fach vorbereiten und bestehen kann, ohne dass er vorher was gelernt hat, und dann so jemand operiert mich mal am Herzen ... Irgendwie beängstigend. Ich habe dann mal kurz überlegt, ob ich mein Lebensmittelchemie Examen mit nur 5 Tagen Vorbereitung geschafft hätte. Ich denke nicht. Alleine um das Standardlehrbuch, den Belitz Grosch einmal durchzulesen brauchte ich rund zwei Monate und den habe ich zweimal durchgelesen. Und das war nur ein Buch. Irgendwie habe ich da etwas  Respekt vor dem Beruf des Arztes verloren.

Dann ist nun, nach vier Korrekturen das Diätbuch auf dem Weg zum ersten Korrektor. Das MSL/PGF Buch wird definitiv nicht zur Landung erscheinen. Das ist aber nicht nur Schuld der Korrektoren. Ich habe zwar letzten August mit dem Konzept begonnen. Aber dann kam ja auch mein Programmierjob dazwischen und der hat mich auch 3-4 Monate gebunden. Sonst wäre ja auch das Buch von meiner Seite aus nicht erst im März fertig geworden.

Dieses Wochenende ist auf jeden Fall sportliche Betätigung angesagt. Ich schwimme ja regelmäßig und vor zwei Jahren habe ich beim 24 Stunden Schwimmen mitgemacht und überraschend den zweiten Platz mit 18,55 km erreicht. Diesmal habe ich mir in den 24 Stunden 20 km vorgenommen, was bei meinem langsamen Tempo mindestens 10 Stunden Schwimmen entspricht. Zusammen mit Pausen, Essen und Schlafen bleibt da nicht mehr viel Zeit für anderes. Drückt mir die Daumen, dass ich das schaffe, denn letzte Woche hatte ich eine Erkältung und heute (Freitag) fühle ich mich auch nicht so wohl.

Weiter wird es auch in den folgenden Wochen mit den Ernährungsfragen gehen, die ich nach und nach alle abarbeiten werde. Mit etwas Glück ist dann dann bald das nächste Buch fertig, über 140 Seiten habe ich schon. Eine Ausnahme wäre, dass es was neues gibt, was kommentierungsreif ist - mit Betonung auf kommentierungsreif, denn ich bin ja keine Nachrichtenagentur und nehme an wenn ihr was neues über Curiosity lesen wollt könnt ihr selbst auf die NASA Seite gehen. Aber derzeit siehts nicht so aus. Orbital muss den Jungfernflug der Antares verschieben, aber vielleicht findet er noch in diesem Jahr statt. Wenn, dann wäre es seit langem ein Jahr bei dem es zwei Jungfernflüge von Trägerraketen in einem Jahr gab. Ich habe keine Statistik drüber, aber ich denke das ist lange her, seit wir schon mal so ein Jahr hatten.

So noch zu den schlechtesten Songs aller Zeiten. Es ging bei der schwedischen Gruppe nicht um Abba, auch wenn ihre frühen Lieder durchaus nicht das Niveau nach Waterloo erreicht haben (aber das war bei den Beatles genauso). Nein es geht um "Ace of the Base". Das Zeug klingt einfach unisono austauschbar. Auch die Stimme der Sängerin beweist nicht gerade viel Variationsvielfalt. Fast ein bisschen Modern Talking.

So beim nächsten Lied (diesmal wieder nur um ein Lied), geht es um ein Lied aus der NDW, das zwar für ein Schülerprojekt recht gelungen ist, aber wenn man es als Pop Song ansieht und dann noch an das produktionstechnisch aufwendige Video denkt, dann doch vielleicht etwas suboptimal war.

23.7.2012: Das alte Spiel

Da fiel mir diese Nachricht auf. Einerseits ganz positiv, weil nun die Vega besser im Markt positioniert sind, nachdem Wettbewerber sich zurückziehen oder die Preise erhöhen. Es zeigt dann auch wie kurzfristig die deutsche Raumfahrtagentur geplant hat, die sich nicht an der Vega beteiligen wollte. Doch der zweite Teil zeigt dann wie es leider derzeit auch bei der Ariane ist. Kaum ist ein Träger entwickelt, geht es schon darum ihn weiter zu entwickeln. Das hatten wir immer seit Ariane 1. Doch während bei Ariane 2-4 das noch preiswert war (Ariane 1→2 Ausnützung von Reserven die es schon gab, leicht verlängerte dritte Stufe, Ariane 2→3 zusätzliche preiswerte Feststoffbooster, Ariane 4: flexibles System aus Boostern, basierend auf der schon entwickelten Technologie), wurde es seitdem immer teurer.

Bei Ariane 5 musste ein neues Haupttriebwerk her und nun auch noch eine neue Oberstufe die extrem teuer wird (etwa 1,5 Milliarden Euro, 2003 waren es noch 700 Millionen Euro, dabei hat man schon etwa 300 bis 400 Millionen für das Vinci ausgegeben) und im Verhältnis zu den Kosten nur wenig zusätzliche Nutzlast bringt. Und nun dasselbe Spiel bei der Vega. Kaum geflogen plant man schon eine neue Version.

Klar ist natürlich, dass die Industrie Interesse an Entwicklungsaufträgen hat. Sie sind profitabler als Produktionsaufträge. Das ist auch der Antrieb an der Ariane 6. Nun nichts gegen eine Weiterentwicklung. Aber sinnvoll und preiswert. Nicht als Selbstzweck. Stattdessen wird nun nach einem Weg gesucht, wie man Deutschland ins Programm integrieren kann. Das geht nur bei dem AVUM und da ergab eine eigene DLR Studie (VENUS II), dass selbst bei einem gegenüber VENUS I optimierten Entwurf die Nutzlast nur marginal steigert, dafür ist aber ein neues Triebwerk zu entwickeln und eine neue Stufe zu konstruieren. Italien will die ersten beiden Stufen strecken und plädiert für eine völlig neue Stufe mit einem LOX/Methan Antrieb. Auch das ist nicht neu. Entsprechende Pläne gab es schon bei der Vega Entwicklung. Nichts davon ist wirklich preiswert und die deutsche Stufe verteuert die Rakete wahrscheinlich nur.

Dabei ist die Vega schon relativ leistungsfähig. Bezogen auf einen niedrigen Erdobit hat sie eine Nutzlast von 2.400 kg, womit sie nach der Dnepr die zweitleistungsfähigste ist. Und da ihre Nutzlast durch vier Stufen langsamer absinkt liegt ist im Referenzorbit sogar nur noch knapp hinter der Dnepr. Schon jetzt sind die meisten Satelliten eigentlich zu klein. Gerade bekam die Vega einen Auftrag einen 500 kg schweren Satelliten zu transportieren - da hätten es auch zwei sein können.

Also wenn Erweiterungen, dann welche die nicht viel kosten und Flexibilität bringen. Hier einige Optionen die ich mal durchgespielt habe. Einige davon findet man auch bei Vega Ausbauplänen:

Option 1: Zwei Zefiro 9A. Eine Möglichkeit die viele Träger nutzen ist einfach die zweite Stufe nochmals einzuführen. Wenn die Zefiro 9A Stufe zweimal vorkommt (als dritte und vierte Stufe), so erhöht das die Startmasse nur um 12 t, das ist kein Problem bei 220 t Startschub bei dann 149 t Startmasse. Die Spitzenbelastung reduziert sich bei den ersten drei Stufen, und bei der letzten bleibt sie gleich. Die Rakete ist nur um 4,12 m länger.

Diese Option erhöht die Nutzlast auf 1.873 kg, also 373 kg mehr. Nicht viel, aber wenn eine Nutzlast gerade drüber ist, doch eine Option. Weiterhin könnte man, wenn man eine 200 kg schwere Doppelstartstruktur konstruiert dann auch zwei 800 kg schwere Satelliten gleichzeitig transportieren. Vor allem: Braucht man die Nutzlast nicht, so kann man diese Stufe weglassen und hat dann die normale Vega.

Option 2: Zusätzliche Booster. Adaptiert man das Ariane 4 System auf die Vega und bringt einfach zwei oder vier Zefiro 23 Booster neben der Hauptstufe an, so hat man eine zweite Möglichkeit zur Nutzlaststeigerung. Zwei Booster erhöhen die Nutzlast auf 2.210 kg. Vier auf 2.850 kg. Da die Brenndauer kürzer als bei der Hauptstufe ist, beeinflussen sie auch nicht das Beschleunigungsmaximum, dieser.

Option 3: Kombiniert man dies nun mit der zusätzlichen Zefiro 9A Stufe, so kommt man auf 2.660 kg und 3.380 kg.

Die Vorteile sind meiner Meinung nach offensichtlich:

Typ  Nutzlast Nutzlaststeigerung
Vega 1.500 kg -
Vega + Zefiro 9A 1.870 kg +370 kg
Vega + 2 x Zefiro 23 2.210 kg +340 kg
Vega + 2 x Zefiro 23 + Zefiro 9A 2.660 kg +450 kg
Vega + 4 x Zefiro 23 2.850 kg +190 kg
Vega + 4 x Zefiro 23 + Zefiro 9A 3.360 kg +510 kg

Deutlich ist: man hat nun ein flexibles System bis zu mehr als der doppelten Vega Nutzlast mit sinnvollen Abstufungen, und das alles auf der Basis der Nutzung von schon extierenden Stufen!

Man kann es sogar noch weiter treiben und die P80FW Booster an die Ariane 5 montieren. Auch hier beeinflussen sie durch ihre kürzere Brennzeit nicht die Spitzenbeschleunigung, zum Ende der Brennzeit der EAP. Es resultiert folgende Nutzlast:

Träger Nutzlast GTO Einzelstart
Ariane 5 ECA + 2 P80 FW 12.200 kg
Ariane 5 ECB + 2 P80 FW 13.450 kg
Ariane 5 ECA + 4 P80 FW 14.200 kg
Ariane 5 ECB + 4 P80 FW 15.600 kg

Wie man leicht sieht, kommt nun die ESC-A schon mit zwei P80FW Boostern auf die Nutzlast der ESC-B Version. Also dies macht diese 1,5 Milliarden Euro teure Entwicklung überflüssig. Noch bedeutungsvoller: Man gewinnt wieder Flexibilität bei der Ariane 5: Hat man zwei schwere Satelliten, welche die Booster erforderlich machen, so montiert man sie dran, wenn nicht lässt man sie weg. Auch hier sinken die Produktionskosten durch höhere Produktion. Bei zwei Boostern gibt es zudem die Möglichkeit sie erst in der Luft zu zünden, etwa 2-3 s nach dem Abheben, so wie dies auch bei den Ariane 3 Boostern der Fall ist - man braucht keine neue Startrampe.

25.7.2012: Mein Vorschlag für die NASA und SpaceX

Ja, ihr werdet es nicht glauben, aber ich denke es gibt wirklich eine Möglichkeit wo sich SpaceX engagieren könnte und die ich sogar selbst gutheißen würde. Die NASA hat ja das Problem, das sie nun nach Obamas Ausstieg aus Constellation das einstellen soll, aber der Kongress den gegenteilligen Auftrag erteilt hat, also eine billige Form der Schwerlastrakete Ares V, nun unter der Bezeichnung SLS (Space Launch System). Sie selbst will sich nicht von der Orion trennen. Beides wird in den nächsten Jahren teuer, aber das NASA Budget wird real sinken, auch weil es einen Beschluss gibt, dass die US-Regierung sparen muss und den setzt man eher bei der NASA als beim Wehretat um.

Dabei gibt es für das SLS ja keinen Einsatz. Die Frage die ich mir stelle ist: warum bewirbt sich hier nicht SpaceX? Nach dem Konzept der Falcon Heavy könnte sie auch eine Falcon Superheavy entwickeln. Sie müssten nur anstatt zwei deren sechs Booster neben die Zentralstufe montieren und diese zuerst zünden. Schon hätten sie eine Trägerrakete für 100-110 t Nutzlast. Wenn das nicht reicht kann man an den äußeren Ring weitere Booster montieren. Ein Ring aus 9 Boostern, 6 als Innenring und 1 Zentralstufe müsste in dreistufiger Bauweise (12-3-1) über 200 t in den Orbit befördern. (Geschätzt: 240)

Die Stufen werden entwickelt, sie müssen nur kombiniert werden. Die Entwicklungskosten sind gering und wenn man sie braucht, (wenn überhaupt) kann man sie aus der laufenden Falcon Produktion entnehmen. Was  benötigt wird ist nur eine neue Startrampe. Die NASA könnte Milliarden einsparen und müsste nicht andere Etats beschneiden und SpaceX hat endlich die Position die sie immer haben wollen, als zentrales Element der US-Raumfahrt mit reichlichen Regierungsaufträgen.

Voraussetzung wäre nur, dass die Angaben von SpaceX korrekt sind, also die Falcon 9 eine echte Engine-Out Capability hat. Ein solcher Vorfall ist natürlich bei immer mehr Triebwerken immer wahrscheinlicher, aber die Auswirkungen (Schubverlust) immer kleiner. Da die Merlin 1D zum Ende der Flugphase der ersten Stufe auf 70% des Schubs gedrosselt werden sollen, kann man in einer Stufe in der ein Triebwerk ausfällt sie einfach länger mit 100% betreiben und so den Treibstoff vollständig aufbrauchen.

Also klappen müsste eigentlich alles. Warum nur bewirbt sich SpaceX nicht um den SLS Kontrakt?

Nun bin ich ja, das wisst ihr SpaceX-Kritiker, primär weil die Firma einen enorm nervt mit der Geheimnistuerei um alles was sie wirklich machen, nicht einmal Basisinformationen dazu zur Verfügung stellen und im Gegenzug enorm bedeutungsvolle Ankündigungen machen oder sich selbst in den Himmel loben. Aber bisher haben sie mit wenig Geld eine Rakete konstruiert. Ob das Konzept auf Dauer tragfähig ist zeigt sich wie bei allen Raketen erst im Laufe der Zeit (auch das EELV war ja anfangs noch billig und die Ariane 5 brauchte anfangs auch keine Zuschüsse). Aber warum dann nicht Milliarden einsparen und ihr die Entwicklung der SLS übertragen?

Diese halte ich nämlich für so überflüssig wie einen Kropf. Für jede Rakete, egal ob es die Scout für 200 kg Nutzlast ist oder Saturn V mit 130 t brauche ich Nutzlasten. Wenn ich diese nicht habe, wird sie nicht gebaut. Das erging der Scout so, als die Satelliten zu groß wurden (und nun auch der Pegasus) und der Saturn V. Die Saturn V wurde eingestellt als nach dem Ende des Mondprogrammes die Nutzlasten ausgingen. Die USA haben sogar noch zwei komplette Raketen übrig.

Nun will die NASA sich nicht von Orion trennen, hat es in MPCV umbenannt und hat seinen Jungfernflug 2014. Nur wofür? Die Versorgung der ISS soll nun ja mit CCDev erfolgen, da wird in einigen Monaten bekanntgegeben, welche zwei Firmen einen Entwicklungsauftrag bekommen. Ein drittes System braucht man nicht und dafür ist das MPCV auch nicht gedacht.

Das SLS ist dann ein System mit mindestens 70 t Startmasse - nur was soll es transportieren?  Für ISS-Module ist sie zu groß und eine Erweiterung ist nicht vorgesehen. Es gibt zwar Träume für riesige astronomische Satelliten, nur kosten riesige astronomische Satelliten auch astronomische Summen. Das einzige was nach heutigem Stand der Technik denkbar ist, wäre eine Mondumrundung mit dem MPCV. Denn es gibt ja auch kein Programm für Mondlandeunternehmen oder den Mars - und wird es bei kleineren Etats auch nicht geben. Warum also nicht eine Rakete die keiner brauchen kann billigst entwickeln lassen? Und da ist dann SpaceX gerade recht, die machen das sicher billiger als ULA, die praktisch das gleiche könnten, sie müssten nur um die Atlas 5 noch sechs weiter CCB anbauen und hätten eine Rakete in der richtigen Größe.

26.7.2012: Adelheit und ihre Mörder 2 / Der grüne Fred

So, heute bin ich zurück mit guten Nachrichten. Also zuerst mal habe ich es geschafft beim 24 Stunden Schwimmen nicht nur meinen letzten Rekord zu überbieten (18,55 km), auch nicht mein Minimalziel (20 km) und auch nicht mein Wunschziel (24 km), sondern ganze 26 km geschafft. Das traurige: damit ist auch die Fahnenstange erreicht. Denn viel länger (knapp 12 Stunden) kann ich in 24 Stunden nicht schwimmen. Trotzdem ich bin auf die Leistung sehr stolz, andere laufen das nicht mal in der Zeit.

Weiter geht es fleißig am Manuskript zu den "Ernährungsfragen" (Arbeitstitel). 56  neue Aufsätze sind in den letzten Wochen entstanden, die gesamte Rubrik über Ernährung um ein gutes Drittel angewachsen. Da euch das aber wohl nicht so gefällt (es wurde verdammt ruhig im Blog), gibt's wieder ein paar Raumfahrtartikel, zumindest ab und an ....

Wir fanden damit sogar schon morgen an.

Die Fragen haben den Nebeneffekt, dass ich viel mehr beantworte als ich überhaupt im Blog unterbringen kann. So habe ich Artikel schon mal auf den Oktober vordatiert, denn ich werde wahrscheinlich wieder Ende September/ Anfang Oktober für 10-12 Tage weg sein.

Knapp 180 Seiten sind schon fertig, die Liste der Fragen wird auch langsam kleiner, alle werde ich wohl nicht beantworten, einige sind schon zu spezielle, auf jeden Fall reicht's für ein Buch, zumal mir ja auch noch das eine oder andere einfällt. Trotzdem, wer noch Fragen hat sollte sie loswerden. Ideen habe ich auch schon für neue Bücher, nach einigen Jahren Abstinenz macht es wirklich Spaß sich wieder mit Ernährung und Chemie auseinanderzusetzen. Mir schwebt vor das Was-ist Drin Buch neu aufzulegen, diesmal sinnvollerweise aufgetrennt: Ein Buch nur über Zusatzstoffe, mit erweiterten Beschreibungen und Erläuterungen über Allergien / Zulassung bei Bio-Lebensmitteln sowie einem Register dass man die einzelnen E-Nummern schneller findet und einem nur über Lebensmittelkennzeichnung mit noch mehr Beispielen und mehr Erläuterungen.

Aber vielleicht sollte ich mich dazwischen doch mal aufraffen, die Neuauflage des Raketenlexikons (aka Mammutwerk mit >540 Seiten) zu beenden, sonst geht das wohl als mein "unveröffentlichtes Werk" in die Geschichte ein.

Dann fiel mir die Sendung "Der große Haushaltscheck extra" auf WDR auf. In der Sendung geht es jeweils um ein Thema wie Bratpfannen, Messer, Gartenmöbel, Kaffeeautomaten das von verschiedenen Aspekten beleuchtet wird. Es wird getestet auch vom TÜV, es werden Experten gehört, eigentlich ganz informativ und unterhaltsam. Aber dann stieß mir die Selbstdarstellung von Yvonne Williks doch sehr auf. Das geht die ganze Zeit so "das will ich mal wissen und das werde ich rausfinden". Neben der Selbstdarstellung gibt sie dann Anweisungen an ihr Team, die dann die ganze Drecksarbeit machen dürfen und Sie, ja Sie gibt dann Punkte die nur zum Teil auf den Tests beruhen, als vielmehr auf persönlichen Vorlieben wie dem Geschmack des Kaffees oder ob die Zubereitungszeit lang oder kurz ist.  Die Qualifikation für ein solches Verhalten: Sie ist Hauswirtschaftsmeisterin, sie hat ein Sozialpädagogik Studium abgebrochen. wer jemals weiß, wie viel man bei diesem Studium können muss, der weiß was das aussagt.

Dann schaue ich sehe gerne die Krimis an die nun im ARD-Vorabendprogramm kommen, und da ist mir eine Erleuchtung gekommen. Da gibt es eine Reihe, "Alles Klara", da löst vorwiegend die Sekretärin die Fälle. Ihr Chef muss sie dauernd retten, die Amtsleiterin ist ein Drachen die alle schikaniert, und die anderen Kommissare haben Problemen mit der Figur oder mit Frauen. Eigentlich wundert es mich dass es so lange dauerte, doch dann kam Post von einem Kollegen, der dauernd im Urlaub ist. Und dann wusste ich auch das Vorbild für die Serie: Adelheit und ihre Mörder. Genau dasselbe Strickmuster, sturer bis begriffsstutziger Chef, Kollegen die mit allem beschäftigt sind, nur nicht mit der Arbeit, tyrannischer Leiter der Mordkommission und natürlich die gewiefte Sekretärin, die sich selbst in Gefahr bringt. Aber es ist gut gemacht und diesmal auch feiner gezeichnet, nicht ganz so stereotyp.

Nun noch zum letzten Eintrag, den schlechtesten Songs aller Zeiten. Ich habe mich diesmal für "Fred vom Jupiter" entschieden. Die Wahl fiel mir nicht leicht, weil ich eigentlich das Lied mag, es hat einen schönen Rhythmus, aber das Video dazu ist recht laienhaft gemacht. Das verwundert nicht, denn der Song entstand in einem Schulprojekt "Wie entsteht ein Pop-Titel“. Erst später wurde es veröffentlicht. Für ein Schulprojekt ist es auch nicht schlecht und das Video mit der eigenartigen Choreographie und den tollen Special Effects geht dafür voll okay, doch wenn ich das dann weltweit vermarkte hätte man etwas neues drehen können. Das Lied wurde trotzdem enorm oft gecovert, wundert mich nicht, das kann jeder noch so unbekannte mitsingen. So Monday 5 pm (neue deutsche Härte), Welle: Erdball (Techno?) und Fischmop

Beim 24 Stunden Schwimmen hatte ich genug Zeit beim Auftauchen um Luft zu holen was von dem Klangteppich mitzubekommen und da hatte ich die freie Auswahl für die schlechtesten Titel. Also beim nächsten geht es um eine tropische Insel, eine Gruppe die seit über 30 Jahren im Geschäft ist, gleich mit dem ersten Single einen Riesenhit hatte und bis heute noch in Einkaufspassagen spielt ... Na wer ist's?


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