Home Site Map Sonstige Aufsätze Weblog und Gequassel counter

Web Log Teil 289: 14.8.2012 - 17.8.2012

14.8.2012: Der Galileo Telekommunikationsorbiter

Wie sich vielleicht der eine oder andere erinnert, klappte bei Galileo nicht das Entfalten der Hauptantenne. Galileo setzte wie die erste TDRS-Generation eine Antenne bestehend aus CFK-Streben und einem Drahtgeflecht ein. Die Technologie dafür war damals ganz neu, vom Satelliten ATS-6 erprobt worden (dort sogar mit einer 9,14 m großen Antenne, einem Rekord, der bis heute nicht überboten wurde) und sie sparte Platz beim Transport und Gewicht. Die Antennen von TDRS wogen nur 24 kg.

Doch da Galileo wegen des verschobenen Starts mehrmals mit dem Truck zum JPL und Kennedy Space Center transportiert wurde muss bei einer der streben Schmieröl ausgetreten sein, denn sie lies sich nicht entfalten und die Antenne blieb halb geöffnet und war so nutzlos. Der Rest ist bekannt - Galileo konnte über die Niedriggewinnantenne nur mit 10-40 Bit/s kommunizieren und trotz Einführung der JPEG Komprimierung gab es nur wenige Bilder. Andere Experimente mussten komplette entfallen, wie die Plasmauntersuchungen die genauso viel Daten lieferten, die man aber nicht JPEG-Komprimieren konnte.

Die entfaltbaren Antennen wurden nie wieder eingesetzt. Offen ist ob dies an diesem Vorfall lag (er hat ja mit der Konstruktion an sich nichts zu tun) oder eher daran, das es heute mit CFK-Werkstpoffen möglich ist ähnlich große Antennen ohne Streben genauso leicht zu fertigen. Damit entfällt das Entfalten als riskanter Vorgang und die Oberflächengenauigkeit (wichtig beim Übergang in höhere Frequenzbänder) ist höher. Auch die aktuellen TDRS Satelliten haben Antennen mit 4,8 m Durchmesser, aber sie sind aus einem Stück.

Damals gab es auch das Angebot Russlands, einen Telekommunikationsorbiter nach zu starten, also einen Satelliten der die Signale Galileos empfängt und zur Erde sendet. Ich will heute mal untersuchen wie praktikabel dies ist.

Fangen wir mit einer Zeitabschätzung an. Entdeckt wurde das Problem mit der Antenne am 11.4.1991. Galileo sollte am 5.12.1995 in den Orbit einschwenken. Das lässt also viereinhalb Jahre Zeit. Allerdings geht davon die Reisezeit eines Orbiters ab. Sie beträgt maximal 27 Monate, es geht auch schneller, aber auf Kosten der Nutzlast - man braucht eine höhere Startgeschwindigkeit und mehr Treibstoff zum Erreichen des Orbits. Eine Verkürzung auf 19 bis 21 Monate wie bei Pioneer und Voyager wäre bei Einbußen auf der Nutzlast noch praktikabel.

Das lässt gerade mal zwei Jahre für die Durchführung. Das ist verdammt knapp.

Fangen wir zuerst mal an die Optionen hinsichtlich der Nutzlast abzuklappern. Ein Start mit dem Shuttle scheidet aus. Ohne geeignete Oberstufe hätte man einen Kurs wie Galileo einschlagen müssen, also viel zu spät ankommen. Ein direkter Flug erfordert eine Startgeschwindigkeit von mindestens 14150 m/s.

Die neue Titan 4 hätte in der 401 Konfiguration (mit Centaur Oberstufe) 1.450 kg zum Jupiter befördern können. Hätte man wie bei Voyager und Pioneer 10+11 sie mit einer weiteren Oberstufe ausgerüstet (hier: PAM-D mit dem Star 48B Antrieb) dann steigt sie auf 1.870 kg.

Russland bot auch eine Proton an. Die damalige Proton DM-2 wäre aber ohne Oberstufe nicht fähig gewesen eine Nutzlast zum Jupiter zu befördern. Mit einer PAM-D wären es 1.250 kg gewesen, mit einer Kombination von PAM-D und Star 37 steigt sie auf 1.440 kg. Sie wäre zumindest schneller verfügbar gewesen. Eine Titan hatte eine Bauzeit von 30 Monaten.

Damit haben wir eine Abschätzung wie schwer die Raumsonde sein darf: irgend etwas zwischen 1.250 und 1.870 kg. Galileo wog beim Start ohne Atmosphärensonde 1.884 kg und davon waren 962 kg Treibstoff.  Davon gehen dann noch 118 kg Experimente ab. Auch der Treibstoffvorrat kann kleiner sein, denn es entfallen zahlreiche Kurskorrekturen während des Flugs zum Jupiter und das Orbit Deflektion Manöver. Für diese Manöver wurden alleine 360 kg verbraucht. Ursprünglich, vor der Änderung der Missionsplanung, sollte Galileo 850 kg Treibstoff mitführen. Schon wenn man nur dies berücksichtigt sinkt die Startmasse auf 1.772 kg. Damit wäre ein Nachbau von Galileo mit einer Titan 401 / PAM-D direkt zum Jupiter entsendbar gewesen.

Das wäre wohl die beste Lösung gewesen, würde man über ein entsprechendes Reserveexemplar verfügen. Das ist normalerweise gegeben, es wird neben dem Flugexemplar immer ein Ingenieursexemplar gebaut. Manchmal fliegen diese auch in den Orbit (wie Meteosat P2 oder teilweise bei Cluster). In diesem Fall hätte die original Galileo nur die Atmosphärensonde abgesetzt und "Galileo 2" hätte, da sie ja komplett instrumentiert ist die Orbitmission durchgeführt.

Das zweite was möglich wäre, wäre der Verzicht auch auf die Instrumente. Da Galileo nun noch leichter ist, braucht sie auch weniger Treibstoff und käme mit 1546 kg Startmasse aus, allerdings ist dies immer noch zu hoch für die anderen Optionen und der Nutzen ist fraglich, denn nun müsste man beide Sonden parallel betreiben.

Bleibt noch ein dezidierter Kommunikationsorbiter. Die Konstruktion von Galileo ist ja sehr aufwendig gewesen. So verfügte die Sonde über einen spinnstabilsierten Teil und einen dreiachsenstabilsierten Teil, als letzte ihrer Art über einen schwenkbaren Instrumentenausleger etc. Ein Kommunikationsorbiter muss einfach nur eine Hauptantenne haben und zweimal am Tag sie drehen - einmal zur Erde hin und einmal zu Galileo.

Nimmt man als Basis einen der Kommunikationssatelliten der vorletzten Generation, wie sie damals noch in der Delta Klasse gestartet wurden, so wiegen diese rund 600 kg trocken und rund 1.200 kg beim Start. Der Geschwindigkeitsbedarf von Galileo ist mit 1612 m/s sogar kleiner als diese Satelliten vom Cape aus benötigen um in den GEO Orbit zu erreichen (1800 m/s) und dann kommen ja noch Treibstoffreserven für den Betrieb dazu. Umgekehrt braucht man mindestens einen, wenn nicht zwei GPHS Module (je 57 kg) als Stromversorgung und die HGA (24 kg). Geht man von einem Startgewicht von 738 kg trocken aus (600 kg + 2 x 57 kg + 24 kg), so kommt man bei der für die Mission nötigen Treibstoffzuladung auf eine Startmasse von 1.271 kg. Damit wäre dieser Telekommunikationsorbiter kompatibel zu jeder Startoption.

Wie würde die Mission aussehen? Nun die Raumsonde müsste Galileo wirklich nachfliegen um eine hohe Datenrate zu erreichen. Der Grund liegt in der Signalabschwächung. Zwischen Erde und Jupiter liegen je nach Stellung zwischen 630 und 780 Millionen km. Wir haben für den Empfang 70 m Antennen und selbst diese können nur 40 Bit/s empfangen wenn Galileo über die Rundstrahlantenne sendet. Will man die ursprüngliche Datenrate von 134.400 Bit/s erreichen, so muss die Telekommunikationssonde näher ran, auch weil sie keine 70 m sondern nur eine 4,7 m große Antenne hat. Eine Dreisatzberechnung ergibt rund 730.000 bis 900.000 km maximaler Abstand zu Galileo, wenn dieser Orbiter die 134.4 kbit/s erreichen soll.

Nun hat Galileo aber eine sehr langgestreckte und varibale Bahn um den Jupiter. Er entfernt sich beim ersten Orbit bis zu 20 Millionen km vom Riesenplaneten. bei den folgenden sind es dann bis zu 7 Millionen km. Für einen Kommunikationsorbiter, der nun nicht wie Galileo strahlengehärtete Elektronik hat, wird dies problematisch. Für ihn wäre es besser nach dem Einschwenken einen sicheren Orbit anzustreben, durch Vorbeiflüge an Ganymed und Kallisto einen dessen jupiternächster Punkt relativ hoch ist mindestens zwischen Europa und Ganymed, besser noch höher. Dann wäre aber Galileo bis zu mehrere Millionen km von diesem Orbiter entfernt. Bei 4 Millionen km mittlerem Abstand könnte man dann auch nur 6,8 bis 10 Kbit/s übertragen.

Das Nachfliegen der Route ist kein sehr großes Problem, denn sowohl Galileo wie auch der Kommunikationsorbiter haben Treibstoff um kleine Abweichungen zu korrigieren, sonst würde schon bei Galileo das orbitale Ballett nicht funktionieren. Doch dann müsste der Telekommunkationsorbiter genauso strahlenresistent wie Galileo sein, und das war durchaus eine große Herausforderung. Schwer denkbar, dass man dies in zwei Jahren mit einem anderen Raumfahrzeug stemmt.

Was bleibt? Meiner Ansicht nach wäre die technisch optimale Lösung gewesen, wenn man ein Reserveexemplar von Galileo gehabt hätte, dass man es mit einer PAM-D zum Jupiter schickt. Galileo 1 hätte dann die Atmosphärensonde abgeworfen und deren Daten übertragen. Mehr hätte diese Sonde nicht leisten müssen. Sofern ein zweites Exemplar verfügbar gewesen wäre, wäre dies ein praktikabler und finanzierbarer Weg gewesen. Alles andere wäre wohl extrem aufwendig oder im Zeitrahmen unmöglich gewesen. Dann wäre man auch zeitlich entkoppelt gewesen von Galileo 1. Man hätte es starten können, wenn man fertig wäre, denn es hätte "Galileo 1" ersetzt und wäre nicht ihm hinterher geflogen.

So ist es nicht verwunderlich, dass die NASA keinen Telekommunikationsorbiter Galileo nachschickte. Unverständlich ist allerdings, warum sie nicht die Optionen des Nachbaus untersuchte.

15.8.2012: Die Sache mit den Visionen

Einstein wird folgendes Zitat zugeschrieben: "Wer Visionen hat soll zum Arzt gehen". Da praktisch immer, wenn ich über bemannte Raumfahrt schreibe, von Visionen die Rede ist wie Marskolonisierung, wird's mal Zeit was darüber zu schreiben. Fangen wir mal an eine Definition für eine Vision zu suchen. Für mich persönlich ist es die: "Eine Vision ist eine Vorstellung die nicht unmöglich ist, aber in der derzeitigen Welt nicht vorliegt und auch nicht in absehbarer Zeit erreicht werden kann". Eine Vision ist z.B. Marin Luthers Ansprache "I have a dream", denn bis heute sind Schwarze in den USA nicht gleichberechtigt, wie man an dem Fall des Jugendlichen sah, der nur erschossen wurde weil er schwarz war und Kapuzenträger. Vorurteile sind eben durch Gesetze nicht auszurotten. Andere Visionen wären es dass man das Überbevölkerungsproblem in den Griff kriegt oder im Einklang mit der Natur lebt und nicht von erschöpflichen Ressourcen.

Übertragen auf die Raumfahrt bedeutet dass: Etwas was ich in absehbarer Zeit trotz hohem Finanzeinsatz und unter Zuhilfenahme der neuesten Technik nicht erreichen kann ist visionär. Das wäre z.B. der für jeden bezahlbare Passagiertransport in den Erdorbit oder eine Marsexpedition die sich selbst versorgt oder gar eine Marskolonisation. Eine normale Marsexpedition wäre es nicht, denn wie wäre jetzt ohne Problem möglich, würde man sie finanzieren.

Gerne werden dann in der Raumfahrt auch Leute zu den Visionären gezählt, so hört man oft von Wernher von braun oder Sergej Koroljow. Doch waren sie es? Wernher von Braun arbeitete schon als an der A-4 war an Plänen für eine Rakete die den Erdorbit erreichen kann. Sie war damals machbar, nur eben wegen der massiven Bauweise der A-4 recht groß. 15 Jahre später existierten diese Raketen, Das gleiche gilt für die Mondlandung oder den Teil der Wernher von Braun davon oblag - die Raketen. Sie mussten zehnmal größer als die bisherigen sein, das machte sie teuer und neue Entwicklungen notwendig, aber es gab keinen Grund warum dies nicht möglich sein sollte, wenn man es angeht. Ähnliches kann man von Koroljow sagen. Er hatte sogar noch mehr praktische Lösungen - wenn ich nicht Triebwerke so groß bauen kann, wie ich sie brauche, dann bündele ich sei einfach oder verteile den Schub auf 20 Brennkammern wie bei der Sojus.

Nun ein ganz harter Schwenk, denn wie ich feststelle die meisten Blogleser nicht mitmachen - von den Visionen ins jetzt und hier. Bemannte wir unbemannte Raumfahrt sind in allen westlichen Staaten Bestandteil des Forschungsbudgets. Meiner Meinung nach geben wir zu wenig für Forschung und Wissenschaft aus, denn unsere Gesellschaft hängt davon ab dass wir neue Dinge entdecken, von denen sicher nur ein Teil in Produkte umgesetzt werden kann und das meiste Grundlagenforschung ist (davon auch ein Großteil der Raumfahrt), aber von dem Rest lebt unsere Gesellschaft, denn daraus entstehen Produkte, Firmen und Arbeitsplätze. Das mag stinklangweilig sein, dann aber vor allem weil selbst für die einfachsten Erkenntnisse der Wissenschaft man sich Vorwissen aneignen muss. Das ist unbequem, fordernd und es erschließt sich einem nicht ohne weiteres wie ien Bild. Aber so ist das Leben. Schokolade schmeckt auch besser als Möhren, trotzdem isst man besser letztere. Und eine gute Wissenschaftssendung im Fernsehen ist auch teurer und anspruchsvoller als die Krawall-Talkshows, aber dafür verblödete man nicht.

Ich meine man sollte mit diesem Geld verantwortlich umgehen, in der bemannten wie unbemannten Raumfahrt. Das halte ich für eine Selbstverständlichkeit und es ist keine "Gegen die Raumfahrt"-Position. Ich kenne auch die Forschung wie sie betrieben wird an Universitätsinstituten, wo die Mitarbeiter nach BAT bezahlt werden zwei Doktoranten sich eine Stelle teilen, aber Vollzeit arbeiten. Auch diese Forschung wird aus demselben Topf bezahlt. Daher gehört dazu, dass man den Sinn von Projekten hinterfragt. Also z.B. brauchen wir wirklich die Ariane 6? Oder man versucht den maximalen Nutzen zu ziehen indem man z.B. nicht jeden Satelliten neu entwickelt sondern einen Standardtyp, den man modular ergänzt. Genauso kann man Instrumente auf mehreren Missionen einsetzen. Das alles ist nicht neu und wird schon gemacht. Instrumente die auf mehreren Missionen flogen sieht man bei Venus- und Mars Express. Kommunikationssatelliten haben einen gemeinsamen Bus und eine variable kommunikationstechnische Nutzlast etc. Mir wird das noch viel zu wenig in Projekten umgesetzt.

Schwer wird es wenn es um Großprojekte geht. Curiosity ist eine "Flagship" Mission. So was leistet sich die NASA nicht oft. Nach Wikipedia zählen bisher dazu Voyager, Galileo und Cassini. Wobei ich nur von Cassini gehört habe, dass es auch eine Flagship Mission sei. Der Mitteleinsatz lohnt sich, wenn ich sicher bin, dass ich in absehbarer Zeit nicht durch den technischen Fortschritt nicht dasselbe viel billiger erreichen kann. Wir wissen ja wie schnell manche Technologien sich ändern. Man muss nur mal vergleichen was der MRO an Daten (Menge, Qualität) liefert und was nur 15 Jahre früher der MO mit in etwa gleichem Budget leistete. Bei Cassini bin ich mir sicher ist das Geld gut investiert: Würden wir dieselben Instrumente in besserer Form heute auf den Weg schicken, so bräuchten wir auch eine so große Sonde oder eben 3-4 kleine und wären beim selben Preisschild. An der Tatsache, das die NASA sich nur ein Flagshipmission pro Jahrzehnt leistet sieht man dass dort verantwortlich mit dem Geld umgegangen wird.

Zurück zu den Visionen. Was gibt es an Visionären heute? Wenig, die die oft genannt werden finde ich zutiefst unsympathisch. Da ist Elon Musk der dauernd von Marskolonisation und Senkung der Transportpreise redet, dessen Raketen aber nicht mal die versprochene Startrate erbringen, und dessen Firma inzwischen (nach der nächsten Finanzspitze) zu über 80% von der NASA finanziert wird. Und da ist Zubrin, dessen menschenverachtende Gesinnung inzwischen in Plänen gipfelt den Mars mit einer Dragon zu erreichen (10 m³ für 300 Tage und 2 Personen) ohne Rückflugticket. Das wird wohl kommen, wenn die Astronauten erst mal auf dem Mars gestrandet sind und man dann ein Rettungsprogramm ins Leben ruft.

Ich habe ja schon mal vorgeschlagen: ich nehme durchaus die Argumentation ernst, dass man bemannte Raumfahrt betreibt, weil dies die Leute erfreut, sie sich identifizieren können etc. Das ist dann so wie bei Olympia oder Weltmeisterschaften. Also einfach in dieses Ressort eingliedern. (Innenministerium anstatt Forschungsministerium). Dann wird man sofort feststellen wie groß noch der Forscherandrang ist - bei der deutschen Beteiligung zur ISS war es so, dass die MPI Direktoren ins Wissenschaftsministerium zitiert wurden und eine Ansprache bekamen in der Form "Wie haben nun diesen ISS Forschungsetat, sucht nach Möglichkeiten damit was zu machen" - also erst das Geld, dann sucht man nach sinnvollen Verwendungsmöglichkeiten. So läuft es nur bei der bemannten Raumfahrt,  Vor allem wäre die Forschung dann frei von den Unwägbarkeiten der bemannten Raumfahrt. Wird diese teurer so geht es ihr nämlich an den Kragen. Das sieht man auch in den USA: Der NASA Haushalt sinkt, gespart wird aber nur an der Forschung. Die bemannten Projekte (ISS, SLS, MPCV, CCDev) bekommen zusammen mehr Geld als vorher.

Ich befürchte nur, dass auch bei diesem Ressort man an der bemannten Raumfahrt herumkritisieren wird. Der Bund, das wurde ja zu Olympia bekannt, fördert den gesamten Sport mit 132 Millionen Euro. Der deutsche Anteil an der bemannten Raumfahrt der ESA beträgt rund 240 Millionen Euro. Also das doppelte. Dafür gibt es dann alle 5-6 Jahre einen deutschen Astronauten an Bord der ISS. Ich glaube den meisten wären einige Goldmedaillen bei Olympia lieber.

Lange Rede, kurzer Sinn. Ich halte es für falsch, wenn ich einen Blog bezogen auf reale Dinge schreibe und man anderer Ansicht ist, dann mit Visionen zu argumentieren, was sein könnte wenn. Das eine ist die Realität und das andere ist die Vision. Ich kann das eine nicht mit dem anderen rechtfertigen, vor allem wenn ich nicht an der Vision arbeite (ist bei der bemannten Raumfahrt ja nicht erkennbar, als würde man an etwas visionärem arbeiten). Ich gebe gerne zu, das ich als nüchterner Mensch für Visionen der falsche Autor bin, aber es gibt in diesem Blog ja immer die Möglichkeit einen Gastblog zu verfassen.

16.8.2012: Vorsicht vor dieser Website

Zu meiner in letzter Zeit sowieso schlechten Laune haben einige Mails beigetragen, die ich in der letzten Woche bekam. Den Anfang machte eine Klage, dass meine Artikel ohne Referenzen sind. Die Dame hat zuerst mal Copyright und Referenzen durcheinander gebracht (keine Referenzen = kein Copyright). Das aber bei der Antwort dann eingesehen. Ich bin mir dessen durchaus bewusst. In neuen Aufsätzen baue ich in den Fließtext Links ein, manchmal auch unten, aber in einem Großteil gibt es keine. Bei den alten weil ich es damals nicht für nötig hielt. Bei ganzen Gruppen wie Computer oder Lebensmittel/Ernährung weil ich nicht nachschlagen muss bzw., wenn, dann kann ich eben nur ein Fachbuch angeben.

Die Dame meinte, dass "Deshalb ist eine Seite, die selber keine Quellenangabe macht, keine Referenz für solche Artikel auf wikipedia oder sonst wo im Internet. Geschweige für Studienarbeiten in Papierform. Ich weiß, Sie haben sich den Inhalt auf Bernd-Leitenberger.de nicht ausgedacht und sind auch nicht von selbst darauf gekommen. Deshalb gilt Ihre Seite nicht als vertrauenswürdige Referenz und Quelle.".

Ich habe ihr angeboten, wenn sie sich auf einen bestimmten Artikel bezieht ich nachschauen kann. Beim Durchlesen komme ich meist drauf woher ich es habe und sie wäre nicht die erste der ich so helfen konnte, aber sie hat sich nicht mehr gemeldet. Aber wenn jemand von der Wikipedia hier mitliest: merkt euch das ist keine zuverlässige Quelle, wenn ihr das auch meint, dann entfernt die 321 Links auf meine Seiten.

Dann bekam ich die schon eher verständliche Frage, warum in meinen Artikeln kein Datum drin ist. Und das setze ich nun auch wirklich um. Das Dateidatum ist leider nicht brauchbar, weil die meisten Webseiten ja über mehrere Computergenerationen umgezogen sind und ich auch den Quelltext mit einem Programm bearbeite, z.B. um Werbung zu entfernen oder einzufügen oder VG-Wort Marken einzufügen. Immerhin. Der Schreiber reagierte nicht verärgert, im Gegensatz zum nächsten.

Er fragte zuerst nach ob eine Überarbeitung des RTG Artikels geplant ist weil doch dort viele Rechtschreibfehler drin seien. Ich verweise dann immer, weil die meisten Schreiber ja meinen es wäre ein oder zwei Artikel die man korrigieren müsste, das es derzeit 1050 Artikel mit einer Gesamtlänge von 33 MB sind, oder wenn man es in Normbuchseiten ausdrückt: rund 15000 Seiten. Das ist meiner Ansicht nach einfach nicht in endlicher Zeit machbar. Ich habe dann auch dazu geschrieben, dass ich weiß das ich eine gewisse Betriebsblindheit habe, also Dinge die anderen auffallen nicht bemerke, einfach weil ich so schreibe, auch wenn's nicht grammatikalisch korrekt ist.

Auf Verständnis traf ich nicht. Hier die Antwort.

"das ist aber mal eine lustige Antwort ! *LOL* Das mit dem Korrekturlesen verstehe ich nicht ganz - man liest doch automatisch beim Schreiben mit > Korrektur in Echtzeit. So daß pro A4 Seite vielleicht mal ein (in dem Fall tolerierbarer) Fehler auftritt. Also ich auf meiner verspielten Experimentier- und Hobbyseite könnte mir ja jede Menge Fehler leisten, aber jemand, der seriöses Fachwissen verbreiten will..............nun ja. Die Erfahrung zeigt allerdings: Wertschätzung der Sprache geht Hand in Hand mit Wertschätzung der Solidität des dargebotenen Fachwissens. Immerhin ist Ihre Antwort dennoch wertvoll, weil man jetzt die Personen, die einem lieb und teuer sind, davor warnen kann, sich Ihrer Seite zwecks Erkenntnisgewinn zu bedienen; dafür meinen Dank."

Also wenn ihr eine Website besuchen wollt, bei der grammatikalisch alles in Ordnung ist, dann geht mal zu http://www.letterchip.de/

Na gut was soll man dazu sagen.? Ich muss mich nicht beweisen. Ich habe Links von Raumfahrtagenturen und Lehrstühlen die L&R unterreichten. Ein Professor in Aachen hat sogar Seiten in Gutenberg Manier kopiert und in ein Skript eingebunden. Beim Themengebiet Computer und Lebensmittelchemie kann ich auf zwei Abschlüsse verweisen mit einem Notendurchschnitt der in beiden Fällen deutlich über "gut" lag. Trotzdem ärgere ich mich über solche Mails immer wieder, denn im Prinzip sagt er ja etwas höflich: "wer Fehler in Deutsch macht, der ist auch fachlich inkompetent" und er ist nicht der erste.

Ich finde das nicht nur ziemlich unverschämt, es ist leider auch ein Ausdruck der Mentalität die sich so in den letzten Jahren eingeschlichen hat. Diese Art Ansprüche zu stellen. Anstatt sich zu freuen, wenn man etwas aufbereitet findet, wofür man sonst Stunden bis Tage suchen müsste um die Informationen zusammenzutragen. (Einfach mal alles was im RTG Artikel an Fakten drin steht in anderen Quellen suchen und schauen wie lange man braucht, bis man alles gefunden hat, dann weiß der Leser wovon ich rede) muss alles perfekt sein. Das es sich um die Website einer Privatperson handelt, nicht die einer Zeitung oder einer Raumfahrtagentur, wo bezahlte Redeakteure alles verfassen, fällt unter den Tisch, dasselbe Anspruchsniveau wird angelegt.

Vor allem weiß ich nicht wie ich das Problem lösen sollte. Eine Grammatikprüfung habe ich nur in Libreoffice, doch den HTML Code den das produziert ist voller Spezialtags. Ich kenne das Problem schon wenn ich Texte von den Büchern übernommen habe. Aber erst alles dort verfassen und dann bereinigen führt zu HTML Dateien die fürchterlich aussehen. Also eine Lösung ist das nicht, zumal das Paket meinen Schreibstil nicht bemängelt, sondern nur offensichtliche Fehler. Jeden Artikel nachkorrigieren kann ich auch nicht lassen (dazu fehlen schon Korrektoren) und wenn dürfte ich ihn danach ja selbst nicht mehr editieren. Vielleicht sollte ich eine Warnung bei jeder Website anbringen wie diese:

17.8.2012: Die fehlende Story

Ich bin gerade bei den Endkorrekturen des neuesten Buchs mit dem Titel: "Curiosity und Phobos Grunt - die neuesten Marssonden". Insgesamt ist es recht ordentlich geworden, obwohl sich das Buch-Pech fortgesetzt hat. Wie schon beim letzten Buch musste ein Korekturlesern abbrechen, weil er beruflich stark eingespannt ist - die Aufgabe ist ja eine ehrenamtliche und die meisten haben ja noch einen Beruf oder so was wie ein Privatleben. Es ist also nur eineinhalb mal korrekturgelesen. Daneben gab es Verzögerungen, nicht nur bei den Korrektoren sondern auch bei mir. Es hat sich zwar noch jemand gemeldet, aber irgendwie will ich es nach einem Jahr nun endlich vom Tisch haben.

Das Hauptpech ist natürlich dass die eine Hälfte des Sondenpaars seit 7 Monaten auf dem Grund des Pazifiks ist. Ich habe zeitweise überlegt den Teil rauszuschmeißen, aber weil es dann doch nicht so viel vom Inhalt ausmacht (etwa 90 Seiten), habe ich es drin gelassen.

Trotzdem ist es glaub ich gut gelungen. Ich habe alleine 7 Seiten Abkürzungsverzeichnis, ein Kapitel nur über die Grundlagen der Instrumente Kapitel über die bisherige Erforschung des Mars und welche Erkenntnisse man heute über seine Geschichte hat. Aber beim Durchlesen fiel mir dann doch eines auf - es fehlt eine Story. Ohne sie liest sich ein technisches Buch schwer, vielleicht ist auch das in dieser Kritik gemeint. Auch das ISS Buch beginnt ja mit der Geschichte, aber irgendwann muss man dann doch übergehen auf die Technik. Schön wäre es wenn man hier mit der Geschichte weiter machen könnte. Was ging schief? Wo gab es Probleme? Bei den früheren Missionen wie Gemini oder Skylab, kann ich das einflechten. Da gibt es Bücher seitens der NASA über Erfahrungen, aber ach Astronautenbiographien etc. Wahrscheinlich kann man alle Probleme bei der ISS auch nachlesen, wenn man sich 14 Jahre Daily Statusreports durchliest, aber es gibt da nichts in der Art wie bei anderen Projekten. Klar. Die Station läuft ja noch und da ist man eher bestrebt die Probleme runter zuspielen und den Nutzen zu betonen. (Wer sich mal über die Forschung an Bord der ISS erkundigt, weiß was ich meine - wenig gibt es über die genauen Experimente, am meisten noch bei der ESA, aber dafür populär geschriebene Veröffentlichungen was es an Ergebnissen gibt - würde ich denen glauben, dann ist bald Osteoporose und Alzheimer heilbar).

Naturgemäß kann man über eine gerade begonnene Mission keine Story schreiben. Es geht wenn sie abgeschlossen ist und wenn es auch Hintergrundinfos gibt. Spontan fallen mir da Voyager, Galileo und Viking ein. Über alle diese gibt es Bücher die hinter die Kulissen blicken. Bei Curiosity könnte das nur ein Insider also jemand der beteiligt ist oder ein Reporter der viel Zeit für Interviews und ehrliche Antworten bekommt. Ohne Story ist es nur eine technische Beschreibung, außer man schweift ab oder erzählt viel drum herum oder schmückt aus - alles Dinge die mir nicht liegen. Ich habs mehr mit dem Motto "Fakten, Fakten, Fakten....". Obwohl ich auch gerne Geschichten erzähle. Wer das Gemini, Skylab oder Computergeschichten-Buch hat wird das vielleicht bestätigen können. Sie müssen aber dazu passen.

Ich hoffe ich bin in 2-3 Tagen fertig. So wies aussieht wird der Umfang so bei 320-328 Seiten liegen, das läuft dann auf einen Verkaufspreis von 24,90 Euro raus. Ich habe den Vorschlag bekommen doch Farbseiten einzubauen. Aber ich fand nicht so viele wirklich guten Aufnahmen für die sich Farbe lohnt, und vielleicht denke ich auch falsch, ich will das Buch möglichst bezahlbar haben und ich selbst schaue mir Bilder im Internet an oder installiere sie mir als Desktophintergrund und schaue bei Büchern nicht so auf den visuellen Eindruck. Da jede Farbseite 9 ct mehr kostet und schon 24,90 eine knappe Marge ergibt (aber der Preis ist eben psychologisch wichtig) habe ich wieder drauf verzichtet. Vielleicht sollte BOD mal einen Buchinnenblock mit Farbe zu günstigen Konditionen anbieten. Die Technik einzelne Seiten in Farbe zu drucken ist ja ganz schön, aber eben teuer und da normalerweise 4 Seiten von der Mitte ausgehen zusammen gedruckt werden, wäre ein Mittelblock wohl die bessere Lösung. So kenne ich das auch von vielen Büchern.

Man kann, wenn man Glück hat auch eines gewinnen: Bald steht der 6-Millionste Besucher an. Während ich dies schreibe (21:30, am 16.8) steht der Counter bei 5965558, also noch knapp 34000, das dürften so 25-30 Tage sein bis es soweit ist. Der Besucher sieht dann einen Code und wer ihn mir mailt der hat ein Buch gewonnen.

Danach gehts erst mal wieder ans Programmieren. Zwei Programme warten auf mich. Eines will ich noch dokumentieren und dann auch mal im Blog vorstellen, obwohl man es seit Jahren auf der Website findet und einige leere Verpackungen für die "Was ist drin Rubrik" habe ich hier auch noch liegen, auf jeden Fall, mal nichts mit Büchern, auch weil ich nun seit März von einem zum nächsten gekommen bin, zwei fertiggestellt und eines im Rohmanuskript habe. Es ist Zeit für eine Pause. Wenn's nach meiner Mutter geht sollte ich das ja ganz lassen. "Wer kauft die eigentlich", höre ich immer, wenn ich sage dass ich dran schreibe. Wenn ich mir die Verkaufszahlen anschaue, denke ich hat sie auch langsam recht ....

Mich wundert noch dass es so wenige Antworten beim letzten Blog gab. Habe ich da einige verschreckt? Oder landen jetzt einige Gastblogs über persönliche Visionen im Mailfach? Also für alle die anders als ich noch eine Vision haben dieses Lied:


Sitemap Kontakt Neues Impressum / Datenschutz Hier werben / Your advertisment here Buchshop Bücher vom Autor Top 99