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Web Log Teil 29 : 27.6.2007-1.7.2007

Mittwoch 27.6.2007: Wenn der Sprit alle ist

Wir brauchen alle heute Erdöl, zum einen um Produkte herzustellen indem wir Kunststoffe produzieren, zum anderen als Ausgangsbasis für andere organische Verbindungen. Wir verheizen es, wir betreiben damit Motoren von Schiffen, Flugzeugen, Autos, Lokomotiven.

Der letzte Punkt ist der kritischste. Sicher benötigen wir Kunststoffe, doch im Vergleich zu den Mengen Öl die man für Heizung und Verkehr braucht sind die Mengen gering. Die Herstellung ist zudem auch teuer, wir könnten also gut damit leben wenn man dann für die Gewinnung und Herstellung des Öls viel bezahlen müsste.

Beim Heizen haben wir Alternativen. kohle ist zwar noch klimaschädlicher, aber es gibt viel mehr von ihr auf der Erde. Je nach Schätzung riechen die Reserven mindestens für 150 Jahre. Viele gehen von 400 Jahren aus. (Natürlich sind solche Schätzungen von großen Unsicherheiten behaftet). Es gibt dann noch die Möglichkeit Biomasse zu verfeuern.

Doch welche Alternative hat man zu Diesel und Benzin? glaubt man den Automobilfirmen, so gibt es diese: Wasserstoff oder Strom. Ich möchte mal erläutern warum dies mehr Wunschdenken ist.

Fangen wir mit dem Wasserstoff an. Zuerst einmal ist sein Nutzen verlockend: Bei der Verbrennung entsteht nur Wasser, kein Klimaschädliches Kohlendioxid. Man könnte ihn sogar in umgebauten Otto Motoren nutzen. Meistens werden jedoch Brennstoffzellen gekoppelt an einen Elektromotor wegen des höheren Wirkungsgrades favorisiert.

Nur es gibt einen kleinen Haken: Der Wasserstoff der heute genutzt wird, stammt nicht aus der Elektrolyse von Wasser, sondern entsteht bei dem Cracken von Erdöl: Synthetisiert man Kunststoffe oder höhere Produkte aus Erdgas oder Erdöl, so muss Wasserstoff abgespalten werden, damit die Kohlenstoffatome sich verbinden können. Wasserstoff aus Wasser wäre unbezahlbar. Ein Kilogramm hat eine Energiemenge von 143 MJ, man bräuchte 40 KwH Strom um diese Menge durch Elektrolyse zu erzeugen (in der Praxis mehr, da man dabei das Wasser aufheizt und es zu Verlusten kommt). 40 Wh Strom kosten derzeit bei 15 ct/kWh etwa 6 Euro - Das ist nur der Preis für den Wasserstoff, ohne die heute üblichen Steuern, welche den Großteil des Spritpreises ausmachen.

Vor allem aber erhält man gasförmigen Wasserstoff, mit diesem kann man nichts anfangen. Gasförmiger Wasserstoff ist so leicht, dass eine 200 Bar 50 l Flasche (Gewicht 63 kg) nur 0.8 kg davon enthält, d.h. es ist völlig unrentabel so Wasserstoff zu transportieren. Also verflüssigt man den Wasserstoff - das geht bei Temperaturen von - 253°C, wozu man schon ein Drittel der Energie de Wasserstoffs braucht. Diese Temperatur muss man dann über die gesamte Transportkette halten, einschließlich des Tanks im Auto - Hier kommt es praktisch dauernd zu kleinen Verlusten durch Verdampfung, weil das praktisch nicht möglich ist und zuletzt haben auch Brennstoffzellen nur einen Wirkungsgrad von 70-80 %. Eine Untersuchung zeigte, dass man in der Summe 38 % der Energie die man für die Gewinnung von Wasserstoff hineinsteckt herausbekommt. Das resultiert in einemeffektiven  Brennweit von 54.4 MJ, etwas mehr als der von Benzin (46 MJ), dafür ist aber alleine die Produktion der Menge die einem Liter Benzin entspricht etwa 4 Euro teuer. Dazu kommt noch der Betrag den der Staat am Sprit verdienen möchte und die Mehrwertsteuer. Spritpreise von 5-6 Euro erscheinen da realistisch.

Flugzeuge haben ein noch größeres Problem, denn Wasserstoff benötigt sehr voluminöse Tanks, die noch dazu sehr gut isoliert werden müssen. Bei gleichem Energiegehalt braucht Wasserstoff 4 mal größere Tanks. Das geht noch beim Auto, wo dann der Gepäckraum kleiner wird, weil dort ein 200-250 l Tank sich befindet. In Flugzeugen wird es zum Problem: Dort sind die Tanks in den Flügeln - Isolierung ist dort fast nicht möglich und im Rumpf geht dann wertvoller Transportraum für die Passagiere flöten.

Es könnte zu einer Renaissance des Zugverkehrs werden, den Lokomotiven können auch elektrisch betrieben werden - Hier wird der Strom direkt genutzt ohne Verluste In der Prozesskette wie beim Wasserstoff. Fahren mit der Bahn müsste so 3 mal ökonomischer sein als mit dem Auto.

Der nächste Vorschlag ist es Elektromotoren einzusetzen und den Strom  direkt zu nutzen. Der Wirkungsgrad ist dann höher, doch handelt man sich ein anderes Problem ein. Alle Akkumulatoren die man heute hat, speichern nur geringe Energiemengen. Nickelmetallhydrid Akkus beispielsweise haben eine Kapazität von 80 Wh/kg, Lithium Polymerakkus, die jedoch feuergefährlich sind bis zu 140 Wh/kg. Benzin hat wenn man seinen Energiegahlt in Wh umrechnet eine von 12700. Das bedeutet, das ein Akku etwa nur 1 % der Energiemenge eines Liters Benzins transportiert. Selbst wenn man die geringere Leistung von Elektromotoren, ihren höheren Wirkungsgrad und die viel schweren Akkus berücksichtigt, so wird klar, dass man niemals die Reichweite eines Autos damit erreicht. Das Aufladen dauert aber Stunden. So kann man nicht verreisen.

Als nächstes kommt dann die Erzeugung von Brennstoffen aus Biomasse. Um es vorweg zu sagen: Die Erzeugung von Biodiesel aus Raps ist ziemlicher Unfug. Das einzige was dafür spricht ist, ist dass weder Landwirte noch der Verkehr sich umstellen müssen, da der synthetische Treibstoff Diesel sehr ähnelt und leicht aus dem Rapsöl gewonnen werden kann. Jedoch nutzt man nur einen Bruchteil der Biomasse der Pflanze, nämlich die Samen.

Sinnvoller wäre es wohl schnell wachsende Pflanzen anaerob zu vergären. Die dabei entstehende Abwärme nutzt man zur Heizung, das Gas, eine Mischung aus Kohlendioxid, Methan, Schwefelwasserstoff und Ammoniak enthält Methan, dieses kann man abtrennen und chemisch umsetzen, z.B. Methanol daraus produzieren. Diesen kann man dann in umgerüsteten Motoren verbrennen oder in Brennstoffzellen nutzen um Strom für einen Elektromotor zu gewinnen. Methanol ist bei normalen Temperaturen flüssig und kann so wie Benzin genutzt werden. Brasilien vergärt Zuckerrohr zu Ethanol, das geht nur weil Zuckerrohr im dortigen Klima recht schnell wächst, man erhält aus einer Tonne Zuckerrohr etwa 90 l Ethanol, der einen um 30 % niedrigeren Brennwert als Benzin hat. Immerhin wäre wenn man dies auf unsere Zuckerrübe überträgt der Sprit daraus noch erheblich preiswerter als Wasserstoff.

Das Problem sind nur die Mengen. Der Ertrag liegt bei 40-70 t/ha, das ergibt bei einem nutzbaren Zuckergehalt von 14-17 % etwa 10 t Zucker pro Hektar (rechnet man den Restzucker dazu, der ja bei der Gärung auch Alkohol produziert, so können es sogar 13-14 t sein. Zuckerrohr hat fast denselben Zuckeranteil (18 %) wie Zuckerrüben (18-20 %), so dass man die brasilianischen Angaben übertragen kann. Demnach kann ein Hektar Zuckerrüben etwa 3600-6300 l Ethanol erzeugen, das etwa 2/3 des Brennwerts von Benzin hat. D.h. man bekommt von einem Hektar etwa die Energiemenge die in 2400-4200 l Benzin stecken. Im Jahre 2005 betrug der Gesamtbenzinverbrauch der BRD 30.66 Milliarden Liter. Man braucht dazu also eine Fläche von 73000-122750 km². Die erste Fläche ist etwas größer als Bayern, die zweite in etwa so große wie die neuen 5 Bundesländer. Ach ja und für die 31 Milliarden Liter Diesel braucht man ja auch noch Anbaufläche.... Kurzum: So geht das nicht.

Was gibt es sonst so an Alternativen? Das wohl großtechnisch bedeutendste verfahren ist die Herstellung von synthetischem Treibstoff auf Kohle oder Erdgas. Ich gehe mal auf die Kohle ein, da der erste Reaktionsschritt Synthesegas liefert, das dann wie Erdgas genutzt wird und vor allem es mehr Kohle als Erdgas gibt.

Überhitzte Kohle wird mit Wasserdampf und Sauerstoff so umgesetzt, dass daraus ein Gemisch aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff entsteht, daneben größere Mengen von Kohlendioxid, Ammoniak, Stickoxiden und Schwefelwasserstoff, die man abtrennen muss.

Das entstehende Synthesegas aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff wird an Katalysatoren zu Alkane, Alkenen und Alkoholen umgesetzt die man dann als synthetischen Treibstoff nutzen kann. Die Energieausbeute ist natürlich geringer als bei der Verbrennung von Kohle, denn die Erzeugung der Kohlenwasserstoffe geht nicht ohne Verluste. Für den zweiten Schritt rechnet man mit doppelt so viel Treibhausgasen wie sie durch Benzin alleine produziert werden, beim ersten Schritt fällt weiteres Kohlendioxid an. Trotzdem hat man dieses Verfahren das nach den deutschen Erfindern Fischer-Tropsch heißt schon großtechnisch eingesetzt. Im zweiten Weltkrieg um Benzin für die Rüstung zu bekommen, Südafrika lange Zeit um das Ölembargo zu umgehen. Bei etwa 50-60 $ pro Barrel ist Treibstoff aus der Fische-Tropsch Synthese preislich mit dem Rohöl vergleichbar. Das ist heute gegeben. Ich habe gerade mal nachgesehen, heute liegt der Ölpreis bei 70 Dollar pro Barrel.

Der Beigeschmack dieses Verfahrens ist, dass man so natürlich nicht die Treibhausemissionen reduziert, denn durch die Benutzung von Kohle zur Synthese von Benzin erzeugt man ja mehr Treibhausgase als wenn man Erdöl direkt nutzt. Aber die gute Nachricht: Heute sind die Verbraucher bereit ja schon einen Preis von 70 Euro für ein Barrel zu bezahlen, und da man für diesen Preis auch synthetisches Benzin produzieren kann werden wir noch lange mit den Benzinschluckern herum rasen können. Vielleicht verzichtet dann doch der eine oder andere auf sein Auto: Davon gibt es 56.3 Millionen in der BRD - praktisch jeder der es fahren kann (Kinder haben keinen Führerschein) hat also eines.

Donnerstag 28.6.2007: Statistiken

Ja, für die Leute die schnell gucken, ich weis, heute ist erst Mittwoch, doch da ich grade dabei bin mache ich gleich den Eintrag für Donnerstag mit. Ich habe gerade mal einen Blog besucht und dort gesehen wie sich der Autor darüber ausgelassen hat das so etwa 20-30 Leute im Schnitt pro Tag  seine Seite besuchen und was es so an Schlüsselwörtern gibt. Also, da habe ich doch gleich mal Google Analytics befragt wie es bei mir so aussieht. Es sind ein paar Besucher mehr, im letzten Monat 27577, die durchschnittlich 4 Minuten 15 auf der Website blieben und 790503 Seiten abriefen.

Interessanter ist wofür sich die Leute interessieren. Es taucht mein Name als erstes auf, dann das Stichwort Formelrechner (ich sollte an dem Programm mal wieder was machen...). Sehe beliebt sind Tipps zum Extrahieren von Videos aus dem Cache und Tools dazu.

Nach Themengebieten geordnet interessieren sich die meisten für Computer: Aufsätze über Hardware, mein Tool zum Downloaden von Google Videos, Artikel über Jagged Alliance. Raumfahrtaufsätze sind in der Summe populär, aber es gibt so viele davon, dass sich die Besucher da verlieren. Nur wegen des Space Shuttle Starts taucht diese Seite unter den ersten 10 aus.

Der Internet Explorer führt nun wieder als Browser mit 50 %, danach kommt Firefox mit 36 %. Mein selbst favorisierter Opera hat es mit knapp 6 % nur auf Platz 4 geschafft. 3/4 aller Besucher kommen aus Deutschland - Kein Wunder die Seite ist vorwiegend in Deutsch.

Es gibt Überraschungen: Zum einen wurde mein Nischenprogramm mit dem man Bilder von Raumsonden in gebräuchliche Formate konvertieren kann 116 mal in einem Jahr heruntergeladen. Ich hätte nie gedacht. dass sich dafür jemand interessiert. Ich sollte wohl alle Download Links überprüfen, bisher überprüfe ich erst 4 Downloads

Natürlich hat mich interessiert, wie es denn mit dieser Rubrik aussieht, den Weblogs, oder meinem "Blog für Leute die keinen Blog wollen". Nur 2.57 % der Besucher lesen diese Seiten, immerhin aber 2011 Seitenabrufe in einem Monat. Interessant ist aber, dass wenn die Leute mal auf den Seiten sind es genau zwei Reaktionen gibt: Sie gehen entweder gleich wieder (Absprungrate und Wechsel zu anderen Seiten ist deutlich höhere als im Durchschnitt) oder sie fangen an zu lesen - Die durchschnittliche Besuchszeit liegt bei 7 Minuten 17 Sekunden, 3 Minuten mehr als im Durchschnitt trotz hoher Absprungrate (berücksichtigt man diese so bleibt ein Besucher etwa 16 Minuten lang - Die Blogs werden also gelesen. Es sind übrigens auch die vorhergehenden Interessant, da ich mich nur selten mit aktuellen Dingen beschäftige).

Na das ermuntert einen ja zum Weitermachen.

Freitag 29.6.2007: Sojus 11

PazajewHeute jährt sich zum 26.sten Mal der Tod der Kosmonauten Georgi Timofejewitsch Dobrowolski, Kommandant, Wiktor Iwanowitsch Pazajew, Bordingenieur und Wladislaw Nikolajewitsch Wolkow Testingenieur. Die Besatzung von Sojus 11 war ursprünglich die Ersatzmannschaft, da bei der ersten Mannschaft bei dem Kosmonauten Kubassow bei einer letzten medizinischen Kontrolle 3 Tage vor dem Start ein Fleck im Röntgenbild auf der Lunge zu sehen war und man den Verdacht einer sich bildenden Tuberkulose hatte, tauschte man die gesamte Besatzung aus.

Mission war eine 25-30 Tage Mission an Bord der ersten Raumstation Saljut-1. Eine Kopplung von Sojus 10 scheiterte 2 Monate vorher, es gelang der Kapsel nicht die Kraft aufzubringen die notwendig war um ein Einrasten des Adapters zu erreichen. Man verstärkte das Kopplungssystem und die Kopplung gelang nach dem Start am 6.6.1971 auch problemlos. Die Besatzung bemerkte aber einen brenzlichen Geruch in der Station, so dass man die Luken nochmals schloss und die Luft austauschte. Den ersten tag blieb die Besatzung so in der Sojus Kapsel.

Danach nahm man die Station in Betrieb. Nach und nach auch die Experimente die vor allem der wissenschaftlichen Forschung dienten, anders als bei späteren Saljut Stationen, die auch militärische Aufgaben hatten (die Sowjetunion benannte alle Raumstationen Saljut, es gab aber Unterschiede in der experimentellen Ausrüstung zwischen rein zivilen und rein militärischen Stationen).

Am 16.6.1971 trat der Brandgeruch erneut auf und man schaltete die Experimente erneut ab. Nachdem man eines nach dem anderen wieder in Betrieb nahm trat kein erneuter Brandgeruch auf. die Besatzung hatte dadurch und durch Reparaturen eine erhöhte Arbeitsbelastung und vernachlässigte das Training.  Am 26.6.1971 hatte man die Experimente abgeschlossen und bereitete sich auf die Landung vor, nun holte man das körperliche Training nach (wobei sich die Geräte dafür als unzureichend herausstellten).

Am 29.6.1971 stand nun die Landung an. Alexej Leonow, Mitglied der Ersatzmannschaft schrieb in seiner Autobiographie, dass er die Besatzung warnte, sie möge die Lukenverbindungen zwischen Orbital und Landemodul kontrollieren. Die Kontrollleuchte würde nicht aufleuchten auch wenn diese nicht ganz dicht sind. Das Sojus Raumschiff besteht aus 3 Teilen: Einem kugelförmigen Orbitalmodul, dem Wohnraum. Einem kegelförmigen Landemodul, in diesem ist die Besatzung bei Start und Landung. Es enthält den Hitzeschutzschild und die Fallschirme und dem Versorgungsmodul mit Treibstoffen, Stromerzeugung, Triebwerken etc.

DobrowolskiNach der Abtrennung von der Saljuts zündet die Besatzung die Triebwerke und gelangt auf eine Rückkehrbahn, dann werden Versorgungsmodul und Orbitalmodul abgetrennt, letzteres etwa 12 Minuten nach dem Zünden der Raketen, 29 Minuten vor der Landung. Erst dann ist die Luke des Landemoduls bzw. ihre Druckausgleichventile erstmals dem Vakuum ausgesetzt. Die Sprengladungen zur Abtrennung des Orbitalsmoduls zündeten dabei nicht nacheinander sondern gleichzeitig. Als Folge davon wurde ein Siegel eines Ventils beschädigt, das sich erst in einigen Kilometern Höhe durch eine weitere Sprengladung öffnen sollte und frische Außenluft in die Kapsel hereinlassen sollte. im Vakuum des Alls verlor die Kapsel innerhalb von 2-3 Minuten die Atmosphäre. Dobrowolski war nicht in seinem Sitz angeschnallt, eventuell versuchte er das Leck zu finden, was natürlich nahezu aussichtslos war, zumal er wahrscheinlich zuerst die Luke untersuchte die keine Fehlfunktion hatte. Ohne Atemluft erstickten die Kosmonauten innerhalb von 100 Sekunden nach dem Abtrennen. Als die Kapsel landete konnte man nur noch ihren Tod feststellen.

Erst Telemetrieaufzeichnungen zeigten die Ursache, die unplanmäßige Zündung brachte die Kapsel in Rotation und diese wurde vom Kontrollsystem erkannt und kontrolliert. Kapsel und Luke waren dicht. Später wies der Konstrukteur Mischin drauf hin, dass man das Abdichten des Ventils geübt hatte - doch das galt für Notwasserungen wo man mehrere Minuten dafür zeit hatte. ob dies unter Zeitdruck und ohne eindringende Flüssigkeit möglich gewesen wäre kann bezweifelt werden.

Die Besatzung startete und landete ohne Raumanzug, das war die eigentliche Tragödie. Man hielt die Kapseln für so sicher, dass man dies nicht für nötig erachtete. Bei Wostok war dies noch die Regel, doch bei Woschod und Sojus wollte man in einer nur etwas größeren Kapsel 3 Kosmonauten unterbringen und dies ging nur wenn diese bei Start und Landung keinen sperrigen Raumanzug trugen.

Die Kosmonauten wurden nach einer Autopsie nach Moskau geflogen, dort eingeäschert und am nächsten Tag nahe der Kremelmauer bei einem Staatsbegräbnis beigesetzt. Sie sollten einen neuen Langzeitrekord aufstellen und die erste Besatzung sein, die eine Raumstation in Betrieb nahm, doch ihr Flug endete mit einer Tragödie.

WolkowAls Folge wurde ein Lebenserhaltungssystem in die Landekapsel eingebaut und die Astronauten starteten nun zu zweit in Raumanzügen angeschlossen an dieses System. Das kostete den Platz für den dritten Kosmonauten. Erst nach 2 jähriger Pause startete im September 1973 Sojus 12. Bis zur Einführung des Sojus T Raumschiffs im Juni 1980 flogen die Besatzungen nur noch zu zweit.

Sojus 11 war die letzte Tragödie im sowjetischen Weltraumprogramm nach dem Verlust von Sojus 1 im Jahre 1967. Seitdem erwies sich das Sojus Raumschiff, von dem inzwischen es mit dem Sojus -TMA die dritte Nachfolgegeneration vor dem Start steht als sehr zuverlässig. Es rettete der Besatzung in einigen Notsituationen das Leben: Seitdem gab es eine Explosion beim Start wo es von der Trägerrakete abgetrennt wurde und weich landete, einen Ausfall der dritten Stufe bei der die Besatzung weich in Sibirien landete und einmal zündete das primäre Rückkehrsystem nicht und die Besatzung musste einen Tag später von Hand dir Rückkehr einleiten. Seit Sojus 11 starteten 91 weitere Flüge, ohne weiteren Verlust an Menschenleben. eine Bilanz welche das Space Shuttle nicht aufzuweisen hat. So werden die Sojus Raumschiffe ab 2010 auch die einzige Möglichkeit sein Besatzungen zur Raumstation ISS zu bringen - Mit einer Kapsel die weitgehend noch auf der Technologie von vor 40 Jahren basiert.

Sonntag 1.7.2007: Ein Jahr Diät

Ich will diesmal keine Tipps weitergeben, das habe ich schon in einem früheren Blog, sondern meine Erfahrungen. Zuerst nimmt man wirklich gut ab, ich denke so im ersten Monat 6 Kilo, ohne viel zu hungern und obwohl ich da noch keinen Sport betrieb. Dann kam das erste von vielen Plateaus - es geht wochenlang gar nichts mehr, man nimmt kaum noch ab oder sogar wieder zu, weil der Körper nun auf Hungerstoffwechsel umgestellt hat. Das passierte auch später immer wieder und da brechen dann viele ab und meinen es geht nicht mehr und hören dann auf. doch da muss man durch. Nach etwa 2 Monaten fing ich dann zur Unterstützung wieder das Schwimmen an, was dann wieder den langfristigen Erfolg brachte. Damals 4 x in der Woche je Ein dreiviertel Stunden, also 7 stunden die Woche.

Heute beende ich meine Diät, die ich seit einem Jahr mache. Das Resultat: 34 kg verloren, von knapp 106 auf 72 kg. Oder in Hosengrößen von 61 auf 46-48, je nach Schnitt. (Bildunten, in den Klamotten von vor einem Jahr). Eigentlich könnte ich nun Werbung machen für irgendwelche Diätpillen und jemand aus den USA mit dem ich regelmäßig kontakt habe, dort könnte man damit sogar reich werden. Doch mein Rezept ist eigentlich viel zu profan um dafür zu Werbung, es hat vielmehr mit Willenskraft zu tun: Einfach weniger essen, mehr Eiweiß, weniger Kohlenhydrate und vor allem weglassen was nicht sättigt und nur Kalorien hat wie Getränke mit Zucker (Limonaden, Säfte) aber auch alkoholische Getränke oder Süßigkeiten - Nun ja von dem letzteren habe ich mir in den letzten 6 Monaten doch etwas erlaubt.

Das ging so gut, das ich Ende November bei 85 kg war, also in 5 Monaten 20 kg abgenommen hatte und mich schon bei meinem Geburtstag bei 80 kg und zu Ostern bei 75 kg sah...Eben schlicht und einfach die bisherigen Erfolge linear weiter gerechnet habe, dabei hatte ich anfangs mal einen wirklichen Plan, nämlich 3 kg pro Monat abzunehmen, oder in 12 Monaten eben 35 kg. Doch dann kam die Weihnachtszeit und Ende Dezember war ich bei 86 kg, hatte also einen Monat lang nichts abgenommen, sondern zugenommen, und das lag nicht an den Verführungen durch Plätzchen. Da habe ich mich fern gehalten. Es ist vielmehr so, dass ich wie viele im Winter mehr wiege als im Sommer (früher immer so zwischen 103 und 108 kg geschwankt). Und das kam zu einem Plateau dazu.

Danach habe ich das Schwimmen intensiviert, die Zeit ausgedehnt, erst 2, dann zweieinhalb, dann drei Stunden, teilweise sogar dreieinhalb. Dafür aber nur 3 mal in der Woche, weil es nun nicht mehr abends ging, so lange hat dann das Bad nicht mehr offen. Trotzdem wurde es immer schwerer abzunehmen, trotz immer mehr Sport. In den letzten 6 Monaten habe ich nur noch 2 kg pro Monat abgenommen und damit diese möglich wurden am Schluss das Schwimmen auf 13 Stunden in der Woche hochgefahren (6 x in der Woche, 4 x abends, samstags und Sonntags morgens länger). Nachdem ich gemerkt habe wie kräfteraubend das war, habe ich es in den letzten Wochen zurückgefahren, auch weil ich mein Ziel (die 72.0 kg Grenze) letzte Woche erreicht habe, heute morgen waren es 71.4 kg, das entspricht 35.5 kg abgenommen.

Ich denke das ist typisch, dass man immer schwerer abnimmt. Das Problem ist ja nicht das Gewicht an sich - Mit 71.4 kg bin ich bei 1.76 Größe im Bereich des Normalgewichtes mit einem BMI von 23. Es ist das ich eben trotz des Gewichtes noch einen Bauchansatz habe, einfach weil man nicht so viel Übergewicht einfach abnehmen kann und dafür spindeldürre Arme, weil ich natürlich ach Muskelmasse verloren habe. Wenn ich nun sportlich veranlagt wäre würde ich Sit-Ups machen und Hantelübungen, aber Schwimmen ist wirklich die einzige Sportart zu der ich mich bequemen konnte.

Ansonsten hat sich ernährungsmäßig nicht viel geändert: Ich esse immer noch zu schnell, ich bevorzuge immer noch Weißbrot. Ich esse nun aber Bitterschokolade, weil ich da mit wenig auskomme und bestreiche das Brot nicht ganz so dick. Alkoholische Getränke und Säfte und Limonaden werde ich auch in Zukunft meiden: Anstatt 0.5 l Cola zu trinken esse ich lieber ein Eis, das hat dieselbe Energie.

Zuletzt noch ein Wort zu einem Gerät das mich geärgert hat: Eine Körperfettwaage, ich habe sie mir nach 2 Monaten gekauft und ich war gar nicht mit dem ding zufrieden. obgleich ich immer abnahm zeigte das Gerät fast keine Veränderung des Fett und Muskelanteils, nur der Wasseranteil im Körper ging hoch. Hier mal die Daten von Anfang September und heute:

Prozentangaben 7.9.2006 1.7.2007
Fett 32.8 23.0
Wasser 41.0 53.5
Muskeln 28.5 34
Gewicht 95.0 kg 71.4 kg

Das sieht frustrierend aus: Um den Fettanteil um 10.8 % zu senken musste ich 23.6 kg abnehmen. Und der Normalbereich liegt nach dem Büchlein bei der Waage bei 13-21 %. Ich müsste also noch mehr Gewicht verlieren. Trotzdem zeigt die Waage relativ genau, was sich getan hat, und zwar weil man gerne vergisst das es Prozentangaben sind, die abhängig vom Gewicht sind: sinkt das Gewicht so nimmt das restliche Fett mehr Masse ein. Hier das ganze in absoluten Kilos:

Kiloangaben 7.9.2006 1.7.2007
Fett 31.1 16.4
Wasser 38,9 38,9
Muskeln 27.1 24.3
Gewicht 95 kg 71.4 kg

Der Wasseranteil ist gleich geblieben, logisch, das kann man nicht verlieren. Ich habe auch Muskelmasse verloren wie bei einer Diät üblich, hier 2.8 kg, etwa ein Zehntel dessen was ich hatte (Normal wären 40 % Muskelanteil hätte ich die verlorenen 2.8 kg mehr, dann wäre ich fast da dran. Am interessantesten ist aber das ich tatsächlich nach der Berechnung 15.7 kg Fett verloren habe - nicht die 23.6 kg Gewichtsunterschied, aber das war zu erwarten. Man rechnet das ein Kilo Körpergewicht abzunehmen einen Energieverbrauch von 27000 kJ entspricht. Die 27000 kJ sind vornehmlich Fett, etwas Eiweiß und vor allem Wasser. Da reines Fett einen Energiegehalt von 38900 k/kg hat entspricht ein Kilo Körpergewicht etwa 694 g reinem Fett und 306 g Wasser, wenn man das Eiweiß weglässt. Tja und rechnet man das dann mit 16.4 kg reinem Fett, so entspricht das 23.6 kg Körpergewicht - Exakt dem was ich abgenommen habe!

Die Körperfettwaage funktioniert also und sie bestätigt was ich schon immer wusste: Ich werde niemals einfach, ohne auf meine Ernährung zu achten, schlank bleiben, ich habe auch in der Vergangenheit nie viel gegessen oder übermäßig Süßigkeiten verdrückt. Ich bin eben einfach von der Natur benachteiligt und habe nun obwohl Normalgewicht immer noch mehr Fett als ein "normal" ist.

Wie geht es weiter: Ich habe nun 2 Wochen Ferien, da schwimme ich noch jeden Werktag weil ich die Zeit dafür habe, aber kürzer, die Ernährung stelle ich langsam um und in 2 Wochen fängt die Arbeit wieder an, da muss ich dann mit 2 mal Schwimmen in der Woche das Gewicht halten. Ich denke das Gewicht zu halten wird das schwierigere sein. Ich habe nicht umsonst ein paar Kilo weniger als 75 kg mein erstes Ziel anvisiert um da einen kleinen Puffer zu haben.

Ich habe mir überlegt ob ich ein paar Fotos von mir veröffentlichen soll. Schließlich habe ich schon zweimal erlebt wie man Fotos von mir missbräuchlich kopiert und mir Scherereien gemacht hat. aber ich denke der Abnahmeerfolg sollte hier gewürdigt werden. Ein Vorher Foto gibt es aber nicht, heute muss ich sagen schäme ich mich dafür wie dick ich vor einem Jahr war, obwohl ich mich damals in meiner Haut wohlfühlte. (Ich habe nicht für jemanden abgenommen, ich wollte nur mal sehen ob es noch geht und ich war in der Stimmung vieles zu verändern - vieles hat nicht geklappt, aber das mit dem Gewicht hat geklappt).


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