Home Site Map Sonstige Aufsätze Weblog und Gequassel counter

Web Log Teil 291: 24.8.2012 - 28.8.2012

24.8.2012: Experten im Fernsehen

Ihr wisst ja schon das mir Alfons Schubeck ziemlich auf die Nerven geht. Meine Mutter schaut sich ja diese "Kochshows" an und da tauchen eigentlich immer dieselben gestalten drauf und Alfons Schubeck hat mit Sicherheit einen hohen Nervfaktor.

Also mal ein Zitat "Das im Spinat viel Eisen drin ist, das hat 1877 ein Arzt gefunden, seit 1931 wissen wir das dem nicht so ist, aber Eisen hat er und Folsäure...." zack Schnitt zum nächsten Kandidaten.

Das erste was ich mich frage ist, was das in der Form soll. Außer das dies extrem angeberisch rüber kommt, ist der Nutzen für den Zuschauer gleich Null. Zuerst mal stimmt nicht die Jahreszahl. 1890 gab es die erste Veröffentlichung von Gustav von Bunge und auch 1931 wurde nicht korrigiert, denn eine zweite Veröffentlichung von Bunge (ja so heißt der Arzt, Herr Schubeck) von 1904 hat schon den korrigierten Wert. Also zwei falsche Angaben im ersten Satz. Gehen wir weiter. Spinat enthält wirklich relativ viel Folsäure, das stimmt, aaaber was bitte nutzt uns diese Information? Wofür braucht man Folsäure? Was kann passieren wenn man nicht genug zu sich nimmt? Und ist der Bedarf eher gedeckt oder gibt es eher einen Mangel? All das was bleibt uns Schubeck schuldig (ich natürlich nicht: Folsäure ist Bestandteil von Coenzymen die Methylgruppen zwischen Molekülen übertragen. Als solches ist es in zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt, vor allem im Eiweißstoffwechsel und bei der DNA/RNA Synthese. Ein Mangel wirkt sich daher zuerst bei den Zellen aus die den größten Umsatz haben, also schnell auf- und abgebaut werden, das sind die Blutkörperchen, es kommt zu einer Anämie. Folsäure gehört zu den Vitaminen bei denen die durchschnittliche zuführ nur knapp die Empfehlung erreicht. Vor allem Schwangere haben oft einen Mangel, was besonders schlimm ist, da Folsäuremangel im frühen Schwangerschaftstadium Missbildungen beim Säugling verursacht).

Das ist so typisch Alfons Schubeck. Er redet von Ernährung, aber er versteht nichts davon. Anstatt konkreter Aussagen gibt es Wischi-Waschi Aussagen ("Da ist ein Stoff enthalten, der ist gut fürs Immunsystem" oder wenn's mal Fakten sind (wie oben die Jahreszahlen), dann sind sie nachprüfbar falsch oder es wird Halbwissen vermittelt. Okay, ein Koch sollte auch besser nicht über Ernährung reden, das ist ein Widerspruch ins sich, weil die meisten Sachen die lecker sind, nicht die sind, die die DGE für die Ernährung empfiehlt. Man kann sich einiges einstreuen, aber dosiert und nicht mit diesem Lehrmeisterton. Vor allem aber habe ich noch nie von einem Koch irgend etwas über vitaminschonende Techniken bei der Essenszubereitung gehört, etwas was ich in der Schule gelernt habe, auch andere für die Leute vielleicht wichtige Dinge, wie man z.B. effizient in der Küche arbeitet habe ich dort noch nie vernommen. Dabei würde das zum Thema passen und den Zuschauern wirklich was bringen.

Das zweite ist die Serie "Der Gesundmacher", die ist die Nachfolge der Sendung von Yvonne Willicks, die ich schon mal im Blog aufgegriffen habe. Es geht nun um Gesundheit und es moderiert ein Arzt. Dr. Carsten Lekutat. Die Sendungen bisher waren über Rückenschmerzen, erste Hilfe, Brillen und wie bei Willicks wird getestet, meistens Dinge von denen ich schon ohne Test sagen kann das sie nichts bringen, z.B. bei Sehschwächen Rasterbrillen, CD's für Autogenes Training oder eine Seeschule (letztere bringt was, wenn man Kind ist, aber dann in anderer Form als dort und bei einem Augenarzt. Ich dürfte mich einer solchen über 2 Jahre unterziehen).

Bisher kamen Themen zu denen ich nichts sagen konnte, aber diese Woche waren Diäten dran. Und da vielen mir schon einige Dinge auf. Der liebe Doktor sagte z.B., das "Der Energiehaushalt des Körpers ist sehr fein abgestimmt, schon wenn man ein Knäckebrot pro Tag mehr isst, als man verbraucht, nimmt man innerhalb eines Jahres mehr als ein Kilogramm zu". Tja und das ist überholt. Als ich in die Schule ging hat man das noch so gelehrt, das ist aber 30 Jahre her. Als ich mich 10 Jahre später im Studium nochmals damit beschäftige habe, hatte sich schon die Set-Point Theorie durchgesetzt, die auch zu den Beobachtungen passt, dass die meisten ihr Gewicht konstant halten trotz Schwankungen der Nahrungszufuhr. Demnach hat jeder ein individuelles Gewicht, das er behält, trotz Schwankungen der Nahrungszufuhr, sofern diese nicht einen gewissen Rahmen überschreiten. Man kennt zahlreiche biochemische Kreisläufe die Energie verbrauchen, ohne  Nutzen zu haben und diese können bis zu 2.000 kJ am Tag ausmachen und diese werden dafür verantwortlich gemacht.

Weiter ging es mit einer Ernährungsberatung. An sich keine schlechte Idee, auch wenn ich persönliche Zweifel am Sinn eines Ernährungstagebuchs habe, weil man dann zwar den Ist-Zustand besser kennt, aber eben nicht weiß was richtig ist. Da gingen sie mit der Ernährungsberaterin in den Supermarkt und dort wurde verglichen. Manchmal sinnvoll (Vollkorn vs. gefärbtes Mischbrot), meist aber unsinnig. So Butter vs. Tomatenmark oder Meerrettich. (Tue ich dann Meerrettich in die Soße Hollandaise rein oder bestreiche mein Brot mit Tomatenmark oder Mango-Chuttneys mit Majonäse (auch wegen des unterschiedlichen Geschmacks kaum austauschbar, wie wohl Kartoffelsalat mit Mango-Chuittney schmeckt?

Neben diesen offensichtlichen Fehlern gab es auch jede Menge versteckter. So schnitt eine Salami oder ein Light-Aufschnitt schlecht ab verglichen mit Schinken. (gekochtem).Das ist klar, wenn man nur auf die Energie pro 100 g schaut. Aber eine Scheibe Schinken wiegt 40 g. 6 Scheiben Salami 18 g - in der Summe hat der Brotbelag daher den gleichen Energiegehalt.

Die Sendung macht misstrauisch. An und für sich ist der Rest, was dort vermittelt wird, in Ordnung. Besonders wenn nicht der Doktor oder die Redaktion/Sprecherin reden, sondern Experten zu Wort kommen. Das was ich als kritisch ansehe ist, dass eine 45 Minuten Sendung eigentlich nicht sehr viel Information vermittelt, zumal es ja ein Unterhaltungsformat ist. Wenn ich dann in diesen 45 Minuten drei Fehler entdecke, und dran denke, wie viel Arbeit ich in mein Diätbuch reingesteckt habe, auch um Fehler auszumerzen und hier handelt es sich um eine Sendung die von einer Redaktion für Millionen produziert wird, einen überschaubaren Umfang hat, dann hinterlässt das keinen guten Eindruck. Deise wenigen Dinge kann man doch prüfen, selbst wenn man  nicht vom Fach ist, wie dies bei Redaktionen ja der Fall ist. Dabei ist die Sendung, wenn man das Unterhaltungsformat berücksichtigt nicht schlecht. Ich habe zwei Ideen aufgenommen die ich noch ins Diätbuch einbinden will, wenn es vom ersten Korrekturleser zurückkommt und sie haben sich die Mühe gemacht die Angaben von Almased zu hinterfragen. Das kann der normale Verbraucher nicht, weil er nicht an die Studienergebnisse herankommt (außer er bezahlt nur für einen Artikel 10-20 Euro, was niemand macht). Almased hat zwei Studien vermischt: Die Abnahme mit Almased stammt aus einer Studie die über 6 Monate lief und die anderen aus einer zweiten Studie die über 2 Monate lief. Noch merkwürdiger: Eine dritte Studie die dort genannt wird, existiert nicht. Nachfragen an das Blatt ergaben dass auf der Seite ein Inhaltsverzeichnis steht, es aber keinen Artikel mit dem angegebenen Namen gab. Konfrontiert damit versprach "Werbegesicht" Rudolf Keil versprach Besserung, doch als ich heute auf die Seite schaute, war noch nichts geändert, obwohl sicher die Fernsehsendung schon vor Wochen produziert wurde.

Ich habe mir beide Studien übrigens angesehen und in keiner dieser ging es um Almased oder einen Vergleich, sondern vor allem um den Lebensstil oder ob bei der Diät Muskelmasse verloren wird. Wenn man das als Belege anführt und die Ergebnisse nur auf das Gewicht reduziert, dann kann ich die Einschätzung von Keil, das "Almased umfassend wissenschaftlich abgesichert sei", nicht teilen.

25.8.2012: Programmvorstellung

Ich habe ja schon mal geschrieben, dass ich nachdem ich seit März praktisch ununterbrochen nur an den Büchern gearbeitet habe, ich nun wieder was anderes machen will. Ich habe mich einigen alten Programmierbaustellen zugewandt und in den letzten eineinhalb Wochen an einem älteren Programm von mir gearbeitet. Ich habe mir sogar etwas vorgenommen und durchgesetzt, was ich überhaupt nicht mag: Dokumentieren. Programmieren, das ist kreativ, herausfordernd, das macht Spaß, vermittelt Erfolgserlebnisse, aber Dokumentieren - betrachte ich als lästige Pflicht. Ich mach's, wenn ich bei einem Kunden bin und einen Auftrag habe, meistens ungefragt und nebenher, vor allem weil ich diese Programme dann für Jahre nicht mehr sehe / benutze und ich so in die Hilfe reinschreiben kann, was das ganze eigentlich macht, oder warum ich bestimmte Dinge so gelöst habe. Das erlaubt es mir, mich schnell wieder einzuarbeiten und beim letzten Auftrag war es dann so, dass ich die Funktion der Programme besser verstand als die Leute die sie in den letzten Jahren benutzt haben.

??????Dokumentieren ist daher nützlich, auch weil ich dann die Programme durchgehe, Fehler entdecke oder zumeist sie verbessere, also ich schreibe in die Dokumentation, wie etwas funktionieren sollte und stelle dann fest, dass das Programm dann doch nicht so funktioniert oder es umständlich gelöst ist. So auch in diesem Fall: Neben drei neuen Funktionen habe ich zahlreiche Dinge geändert und verbessert. Allerdings, ein DAU-Programm ist es nicht geworden, sondern weil man vieles fein einstellen kann doch etwas komplexer. Also warum geht es?

Es geht um mein Programm Launchlog, dass ich an dieser Stelle mal vorstellen will. Ich setze es seit Jahren ein, um HTML Seiten mit Startübersichten für meine Website zu erstellen und inzwischen auch  für meine Bücher zum selben Zweck. Es ist ein Programm, dass die Textliste "Launchlog.txt" von Jonathan McDowell auswertet. Also für die Aktualität und Korrektheit der Daten ist er verantwortlich.

Ich will euch das mal kurz vorstellen indem ich an ein, zwei Beispielen einige Anwendungsmöglichkeiten zeige. Ladet zuerst mal das Programm herunter, einpackt es in einen Ordner (es muss nicht installiert werden, ihr könnt es auch aus dem Downloadordner starten). Danach solltet ihr als erstes die aktuelle Startliste herunterladen (STRG+L). Danach ist das nicht mehr nötig. Das Programm ist in der Oberfläche englisch (weil ich nichts fand, das ähnliches konnte habe ich es in englisch erstellt), aber ihr könnt die Ausgaben auf Deutsch umstellen (Settings ? Output in German anklicken).  Ihr seht nun, dass diese Liste alle Starts und Nutzlasten seit 1957 enthält, insgesamt über 9000. Das Programm macht nun nichts anderes als diese Menge zu reduzieren und zusammenzufassen. also fangen wir das mal an. Wählen sie "Edit ? Select by Field" (STRG+S) und geben "Intelsat" ins Editfeld ein markieren die Haken bei "Exclude A-Satcat" und "ignore Case" und achten drauf, dass wir eine neue Selektion haben (das sollte beim Start schon eingestellt ein. In der ersten Liste "Field" markieren wir "Payload" (Sprache: Englisch) oder "Nutzlast"., Wenn wir nun auf "ok" klicken weisen wir das Programm an:

??????Erstelle eine neue Tabelle. Suche in der alten Tabelle nach allen Einträgen bei denen die Spalte "Nutzlast" den String "Intelsat" (egal in welcher Schreibweise) enthält, aber keine Hilfsteile die auch in den Orbit gelangen (hier nur bei einem Space Shuttle Start die Befestigung des Intelsat). Die Tabelle reduziert sich auf 81 Einträge. Wir könnten diese nun exportieren (Export Table in HTML oder CSV), aber ich will gleich mal einige Auswertefunktionen zeigen, die Daten zusammenfassen. Eine Frage die wir uns stellen könnten ist z.B. - auf welchen Trägern starteten die Satelliten? Also gehen wir ins Summary Menü und wählen dort "Select by Field in HTML" Im Folgenden Dialog können wir in der Linken Liste eine Spalte auswählen, die uns interessiert (hier: Model / Trägerfamilie) und rechts ein Gruppierungskriterium. Was nun gemacht wird: Für alle Zeilen die in denen in dieser Spalte derselbe Eintrag nach dem Gruppierungskriterium steht erhält man eine Zahl. Wie gruppiert wird, steht rechts. Da es sehr viele Subtypen von Trägerraketen gibt die sich irgendwo hinten im Namen unterscheiden kann man das fein justieren. Mit der Wahl der Spalte "Model" oder Trägerfamilie (die im organalen Textfile nicht drin steckt und schon vom Programm erzeugt wurde um die Raketen in Familien zusammenzufassen) muss man aber keine Angabe machen. Also reicht "No Gruping". Es kommen nun noch einige Dialoge in denen wir den HTML-Titel eintragen können bzw. festlegen ob wir in die Datei später noch reinschrieben wollen (dann erst den Header platzieren und beim letzten mal dann den Fuß), den Dateinamen und die Überschrift

Wir erhalten folgende Tabelle mit Grafik. Wir sehen auf welchen Trägern Starts erfolgten. Doch wann? Dazu wählen wir einfach "Summary by Date" und nachdemselben Mustern (und denselben Abfragedialogen) kommt dann kommen wir zu folgender Seite. 1996 und 2002 fanden vier Starts statt, es gab aber auch Jahre ohne Start.

??????Wenn wir beide Informationen kombinieren - auf welchen Träger,n zu welcher Zeit, erhält man mit Summary by Field and Date. Doch weil eine Grafik mehr sagt, als eine Tabelle, Also erstellen wir nur eine Grafik zum schnellen Anschauen. Das geht über Punkt mit demselben Namen im Chart-Menü. Wir erhalten bei einer Balkengrafik z.B. diese Grafik.

Damit haben wir schon die wichtigsten Auswertefunktionen betrachtet. Nun noch zwei Spezialfunktionen. Es wird ja behauptet, das Erfolgsrisiko für jede neue Trägerrakete beträgt nur 50%. Stimmt das? Das kann uns die Funktion "Only first Entry of a column" liefern. Wir restaurieren zuerst wieder die Basisdatenmenge (Restore Table) und rufen diesen Punkt auf.

Im folgenden Selektionsmenü sollten noch die alten Werte drin stehen (Trägerfamilie, No Grouping) und die können wir übernehmen. Wir erhalten eine Tabelle die folgendermaßen zustande kommt: Gehe durch die Tabelle, schaue in die gewählte Spalte nach, ob der dortige Eintrag sich von bisherigen Einträgen unterscheidet. Wenn ja so füge ihn dem Ergebnis hinzu. Folgende Vorkommen des Eintrags werden ignoriert. In diesem Falle haben wir also die Tabelle auf die Jungfernflüge aller neuen Trägerraketen (nicht Submodelle) reduziert. Das sind 45 Familien und tatsächlich scheiterten 18 (40%) davon. Übrigens ist die Bilanz auch nicht viel besser, wenn wir den letzten Eintrag nehmen (77,8%) das liegt daran, dass zahlreiche Träger nur einmal flogen oder nie erfolgreich waren (Europa I+II, Unha, VLS ....)

??????Okay und welche Träger waren dies nun, die beim Jungfernflug scheiterten? Dazu gehen wir wieder ins Selektionsmenü, wählen diesmal eine UND-Verknüpfung des Ergebnisses mit der Suche und wählen als Selektionskriterium "Erfolg" bzw. "Success" und als Abfrage ein "-" (ein "x" wäre erfolgreich). Der Dialog sollte so aussehen:

und er liefert folgende Tabelle:

Alle gescheiterten Jungfernflüge

Datum Nutzlast Trägerrakete Startplatz
06.12.1957 Vanguard Vanguard CC LC18A
25.07.1958 NOTS 1 Project Pilot F4D-1 747,NOTS RW ->
17.08.1958 Able I (Pioneer) Thor Able I CC LC17A
27.10.1961 Kosmos Kosmos 63S1 GTsP-4 Mayak-2
26.09.1966 L-4S-1 Lambda 4S KASC L
29.11.1968 STV 1 Europa I WOO LA6A
21.02.1969 L-1S No. 3 11F92 N-1 11A52 NIIP-5 LC110R
02.09.1970 X-2 Black Arrow WOO LA5B
10.08.1979 Rohini RS-1 SLV-3 SHAR SLV
13.04.1985 GVM Tselina-2 Zenit-2 NIIP-5 -
15.05.1987 Polyus Energiya NIIP-5 LC250
15.08.1995 Gemstar DSS-1 LLV-1 V SLC6
23.10.1995 Meteor SM Conestoga 1620 WI LA0A
02.11.1997 SCD-2A VLS-1 ALCA VLS
31.08.1998 Kwangmyongsong 1 Paektusan 1 TONGH
15.09.2002 HTSTL-1 KT-1 TYSC
24.03.2006 Falconsat 2 Falcon 1 KMR OM
25.08.2009 STSat-2A Naro-1 NARO
Gesamt Starts Erfolge Erfolgreich [%]
Gesamt 18 0
 

Die Und Verknüpfung nimmt die bisherigen Ergebnisse als Datenbasis und lässt nur die Einträge übrig bei denen das Kriterium zutrifft. Ich denke das ist logisch wie die Oder Verknüpfung (zur ergebnismenge die neuen Datensätze hinzufügen wobei Selektionsbasis die Grundmenge ist) und Nicht-Verknüpfung (entferne aus der Ergebnismenge alle Datensätze auf der die Selektion zutrifft).

Wie man sieht ist das Risiko vor allem bei Drittweltländern relativ groß. So und nun wollen wir noch ein bisschen Statistik über die Ariane 5 haben. Also eine neue Selektion, diesmal ohne Vorgabe. (Zur Übung) Sie sollten alle Starts der Ariane 5 als Trägerrakete erhalten. Das sind 62 zum Zeitpunkt der Herausgabe der Liste. (Wichtig: Sekundäre Nutzlasten deaktivieren, wir wollen nur Raketenstarts keine Nutzlasten). Wir können nun einige Datumstatistiken erhalten, indem wir bei Specials auf "Date Statistics in HTML" klicken. Wir erhalten folgende Tabelle:

Parameter Wert
Starts 62
Misserfolge 4
Zuverlässigkeit 93,5
Bayes Abschätzung 92,2
Einsatzzeitraum 5824 d
Anzahl der Flüge pro Jahr 3,9 per Year
Erster Start 04.06.1996
Letzter Start 15.05.2012
Maximale Starts pro Jahr(7) 2009
Minimale Starts pro Jahr (mindestens einer)(1) 1996,1997,1998,1999
Minimaler Startabstand 25 d
Maximaler Startabstand 513 d
Erster Fehlstart 04.06.1996
Letzter Fehlstart 11.12.2002
Erster Erfolg 21.10.1998
Letzter Erfolg 15.05.2012
Maximale Zeit zwischen Fehlstarts 3443 d
Maximale Zahl der Flüge zwischen Fehlstarts 48
Minimale Zeit zwischen Fehlstarts 517 d
Minimale Zahl der Flüge zwischen Fehlstarts 4

Ich denke das reicht als Einführung. Ich denke das Programm ist sehr nützlich für alle die schnell mal was nachschauen müssen. Ich habe zwei komplette Sektionen auf der Website damit erstellt: Die Startlisten und die Jahresübersichten (letztere gehen mit einem einzigen Menüpunkt!). Die Dokumentation findet ihr hier. Die englischen Beiträge sind veraltet, die Deutschen sind neu.

Mich würde interessieren ob euch das interessiert und ihr es brauchen könnt. Dann kann ich an dieser Stelle vielleicht noch das eine oder andere Programm vorstellen.

27.8.2012: In Memorian Neil Armstrong

Wie ihr sicher mitbekommen habt, ist gestern Neil Armstrong gestorben. Wie ebenfalls sicher bekannt ist, der erste Mensch, der den Mond betreten hat. Ich bin nicht besonders gut in Nachrufen, aber ich will man leinen versuchen. Neil Armstrong sticht in vielem aus den ersten Astronautengruppen heraus. Er war der einzige Zivilist bei den ersten drei Gruppen, er war als einziger schon vorher bei der NASA angestellt und als einziger war er schon auf einer Rakete unterwegs - er war X-15 Pilot. Und er war der einzige nach der ersten Astronautengruppe der schon im Koreakrieg war (mit 19).

Wie seine Kollegen von Apollo 11 war er nur zweimal im All. Historische Bedeutung bekam er dadurch, dass er bestimmt wurde als Erster auszusteigen. Als es angekündigt wurde, wurden technische Gründe vorgeschoben - die Astronauten landeten in Montur und nach der Landung war es so, dass Armstrong an der Tür stand, während Aldrin auf der anderen Seite war. In der Enge der Kabine die Plätze zu tauschen wäre riskant gewesen (wie sich bei der Mission zeigte, war es so eng, dass ein Schalter abbrach als ein Astronaut beim Bewegen aneckte, netterweise, war es der Schalter zum Starten des Aufstiegstriebwerks - er konnte aber mit einem Kugelschreiber überbrückt werden). Doch beschlossen wurde es vorher jn einem Meeting zwischen Chris Kraft, Deke Slayton, George Low und Bob Gilruth als Erster bestimmt der den Mond betreten sollte. Vorher gab es eine Diskussion wer der erste sein sollte - Aldrin verwies darauf, dass der LM-Pilot Chef dieses Raumfahrzeugs sei, also als erster aussteigen sollte, er drängte auch darauf dass die Wahl auf ihn fiel und machte sich nicht besonders beliebt. Andererseits ist natürlich der Kommandant Chef des ganzen Raumfahrzeugs und der Mission, er führte auch die Landung durch. (Bei Apollo war der Job des LM-Piloten der undankbarste, denn er beschränkte sich darauf, bei der Landung dem Kommandanten Daten vorzulesen, damit dieser nicht die Instrumente im Blick halten musste sondern durchs Fenster schauen konnte wohin er steuerte)

Die Wahl fiel auf Armstrong nicht wegen der Luke (dieser Umstand wurde erst nach dem Beschluss bekannt), sondern weil er als ruhig und zurückhaltend galt. Aldrin dagegen vertrat seine Position sehr eindringend. Allen Beteiligten des Meetings war sicher sein Auftritt als Ersatzcopilot von Gemini 9 in Erinnerung, als er eine Sondersitzung durchsetzte in der er durchsetzen wollte, dass Euegene Cernan versuchte die Nutzlastverkleidung vom ATDA zu entfernen, etwas was sowohl Chris Kraft wie auch Gene Kranz in ihren Memoiren als zu riskant ansahen. Später drang er darauf, dass nicht ein Zivilist als erster den Mond betrat. Für die Astronauten sicher ein gutes Argument, denn alle (bis auf Armstrong) der ersten drei Gruppen waren Militärangehörige. Allerdings war für die Öffentlichkeit die Sichtweise wohl gerade eine andere - das Neil Armstrong als einziger Zivilist als erster auf den Mond gelangen würde, das hob den zivilen Charakter des Programms hervor, dass ja auch von der NASA und nicht dem Dod finanziert wurde.

Betrachtet man sich die Biographien vorher, so hatte Armstrong sicher die beste Qualifikation. Er war schon Kommandant von Gemini 8, und hatte als die Kapsel durch einen Kurzschluss im Antriebssystem in Rotation kam die Ruhe und brachte sie wieder unter Kontrolle. Collins war Copilot von Gemini 10 und hatte wie bei der Gemini 9 Mission einige Probleme bei der EVA, allerdings weitaus weniger als Eugene Cernan der fast an der Grenze der körperlichen Leistungsfähigkeit war. Bei Aldrins Gemini 12 Mission hatte man die Lehren gezogen. Er war durch Unterwassertraining gut vorbereitet und hatte mehr Haltemöglichkeiten. So verlief seine Mission auch weitgehend reibungslos. Von allen dreien hatte alsoi nur Armstrong eine kritische Situation durchstanden und gemeistert.

Die Wahl von Armstrong war meiner Ansicht nach sicher die richtige. Gerade dadurch dass er sich nach dem Ende des Apolloprogramms aus der Öffentlichkeit zurückzog - er arbeitete zuerst am Fly By Wire Projekt der NASA mit wo er half Computer, die sich beim LM so bewährten in Flugzeuge anstatt der mechanischen Steuerung einzuführen - Piloten weigerten sich vorher die direkte Kontrolle aufzugeben, dann war er beim X-20 Projekt beteiligt und schließlich lehrte er Raumfahrttechnik bei einer relativ kleinen Universität in Cincinnati - war er der beste Kandidat. Er gab danach kaum Interviews und wenn man (was nun sicher wieder folgen wird) sich die vielken Dokumentationen ansieht in denen ehemalige Astronauten zu Wort kommen, dann wird man dort nicht Neil Armstrong sehen. Geht es um die Öffentlichkeitswirksamkeit, so wäre Aldrin sicher der bessere Mann gewesen. Er ist ja sehr umtriebig und gibt auch heute noch viele Interviews und macht Vorträge. Allerdings litt er auch jahrelang unter Alkoholismus als nach Apollo die Popularität absackte und auch seine Ehe in die Brüche ging.

Nach Obama ist er ""among the greatest of American heroes – not just of his time, but of all time.". Für andere wie einen gewissen Elon Musk, der eine kleine Raumfahrtklitsche führt, ist er "Manipuliert" und weil er sich gegen Obamas Pläne aussprach sagte er 2010: "Now, Buzz Aldrin is the guy with the PHD from MIT, and Neil is a pilot.  He’s always been a pilot, that’s cool.  But if you are going to look for somebody to render a judgement, a technical judgement on what program makes the most sense, I think you would probably pick the PHD from MIT, rather than the pilot.". Quelle: Video (ab 8:00) und Aussage. Selbst in den letzten Wochen hat er massiv drauf gedrängt dass er und seine Firma von Armstrong unterstützt wurden.

Aldrin hat das ja getan und seine Position um 180 Grad gegenüber 2009 verändert (ich lese gerade "Der Mond" von Jaumann/Köhler, da gibt es ein Interview mit Aldrin und er spricht sich für eine Rückkehr zum Mond aus und Überlassung der ISS an die anderen Partner um Geld für dieses Projekt zu bekommen aus. Nun ist er gerade dafür ....) Auch das spricht gegen ihn, denn von einem Helden erwarte ich dass er nicht seine Meinung dauernd ändert. Anders als Armstrong vermarktet Aldrin auch nicht seinen Namen bei Spielen etc.

Ich denke er war der richtige für die Geschichtsbücher. Er starb nun im Alter von 82 an den Folgen einer Herzoperation vor 18 Tage. Ruhe in Frieden.

28.8.2012: Textadventures

??????Ich will heute mal über eine ausgestorbene Spielekategorie sprechen: Textadventures. Man kann sich streiten was wohl die ältesten Spiele sind, aber zumindest ist wenn man die Verbreitung als Basis nimmt "Adventure", das erste Spiel. Es wurde im Quellcode in FORTRAN verbreitet und basierte auf einem System in dem ein Forscher seine Ergebnisse präsentierte: Er hatte Höhlen erforscht und man konnte durch diese gehen und bekam Hinweise was man wo sehen konnte (Malereien, Funde etc.). Adventure hatte nun Piraten und Fallen. Es waren Abenteuer zu bestehen wie der Name sagt.

Adventure verbreitete sich rasend schnell. Da die Oberfläche textbasiert war, war es leicht zu portieren und es wurde bald wie ein Virus über das Arpanet verbreitet. Wer das Buch von Trace Kidder, "The soul of a new Machine" gelesen hat weiß, wie wichtig Adventure war - ein "Benchmark" des neuen Data General Computers war, dass man dieses Spiel spielen konnte.  Es war auch das erste Spiel, das für den IBM PC erschien - und das erste Spiel von Microsoft, welche diese Version programmierte.

Textadventures waren auf den ersten Heimcomputern relativ populär. Das lag daran, dass ihre Oberflächen textbasiert waren. Die Betriebssysteme wie CP/M und MS-DOS auch.

??????Was war der Reiz von Textadventures? Man begann an einem Ort den man zu erforschen hat. Bei dem es Rätsel zu Lösen, Gegenstände mitzunehmen gab etc. Man korrespondierte mit einer Minisprache die von Interpreter verarbeitet wurde, meist in der Form "Verb Substantiv" also:

>Go West

You are on a empty Clearing. There is a Troll

> Kill Troll with Sword

Thee Troll is hit by your Sword. He suffers only minor Damage. The Troll hits you. You are dead

... und zack dürfte man wieder von vorne anfangen. Später gab es dann noch Grafikadventures. Zuerst waren das Textadventures nur mit einer kleinen grafik was man sah. Später war dann die Grafik animiert, aber unten gab es nach wie vor die Textbox für die Befehle. Dann gab als letzte des Genres Grafikadventures. Hier bewegte man nun eine Spielfigur, klickte auf Gegenstände und wenn man eine Unterhaltung führen wollte kam eine Auswahlbox wo man unter verschiedenen Antworten und Fragen wählen konnte.

Das erste Spiel das ich hatte war der Hobbit. Weil man in diesem Spiel wie auch in anderen sehr schnell tod sein kann und die Speicherfunktion auf meinem CPC-464 direkt auf die Betriebssystemroutinen zugriff und nur auf Cassette schrieb, habe ich das Spiel sogar um eine Speicherroutine / Laderoutine auf die Disk ergänzt -. der erste Patch meines Lebens. Später habe ich mich bei Spielen meistens beschränkt auf Sequenzen wie "3E 03" zu suchen (Lade Akkumulator mit 3 (Leben)) und diese für mehr Leben anzupassen. Nur durch dieses spiel kam ich übrigens auf den Herrn der ringe, denn an einer Stelle kam ich nicht weiter. Da ich wusste, dass das Spiel auf einem Buch beruhte habe ich mir den Herrn der ringe gekauft (erst später stellte ich fest das es das falsche Buch war...). Auch so was würde ich wohl heute nicht mehr machen.

??????Der Hobbit war eines dieser Textadventures mit Grafik, wenn sie auch recht primitiv war (siehe Screenshot). Die Textadventures die ich probierte waren alle nichts für mich. Ich kam bei keinem recht weiter. Das eine war Zork" und das andere "Per Anhalter durch die Galaxis" (da kannte ich die literarische Vorlage vorher, was mir aber auch nichts nütze).

Später habe ich mich an Leisure Suit Larry auf dem PC probiert. Das schwierigste am Game war der Jugendschutz der einem eine reihe von Fragen stellte die man als Erwachsener beantworten können musste, und die sich allesamt auf amerikanische Geschichte oder Gesellschaft bezogen, sodass zumindest für mich die Beantwortung mehr Glücksache war. Leisure suit Larry erlebte einige Fortsetzungen die letzte habe ich glaub ich 1994 gesehen.

Die echten Grafikadventures wurde populär mit den Spielen von LucasArts, wie Monkeys Island oder Indiana Jones - the last Crusade. Das letzte das ich spielte war wohl "The Day of the tentacle".

??????Heute sind diese Spiele weitgehend vergessen, die Adventures haben kaum Bedeutung auf dem Spielemarkt. Warum? Nun ich denke ich weiß warum. Zum einen habe ich es ja selbst erlebt. Das Lösen von Rätseln hat genau zwei Optionen: man schafft es oder man schafft es nicht. Wenn man es nicht schafft ist der Frust groß und im Extremfall bleibt man gleich beim Anfang stecken. Hat man es dagegen einmal durchgespielt ist die Spannung weg. Es gibt keine Alternativen mehr. Man kann nur noch den Punktescore oder den Prozentsatz des Spiels das man erkundet hat erhöhen.

Ich denke die Nachfolge sind heute auf dem PC Rollenspiele. Ich habe davon auch einige der "Xeen" Serie gespielt. Auch hier gibt es Aufgaben, Rätsel, Es gibt Figuren mit Fähigkeiten und Schwächen. Das ist interessanter und die Grafik ansprechender, es gibt grafische Kämpfe und nicht nur eine Animation. Wie ich beim Nachschauen für diesen Artikel gesehen habe werden einige Spiele noch heute auf den Markt gebracht und für was? Für die Tablett PC's und Smartphones. Na klar, ein Spiel wie Money Island ist dafür ideal - man braucht nicht viel Fläche (kann die Umgebung um die Spielfigur scrollen), es gibt nur wenige Befehle und Symbole die man dann auch mit dem Finger antippen kann. Es ist keine feinfühlige Steruerung per Joystick oder Maus nötig.


Sitemap Kontakt Neues Impressum / Datenschutz Hier werben / Your advertisment here Buchshop Bücher vom Autor Top 99