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Web Log Teil 295: 16.9.2012 - 21.9.2012

16.9.2012: Radikalislamismus

Ihr habt sicher die Nachrichten gehört, dass nun auch die deutsche Botschaft von Islamisten gestürmt wurde. Es ist ja nichts neues. Wir hatten das schon bei dänischen Mohammed-Karikaturen, Predigern aus Amerika die den Koran verbrennen. Immer gehen Masen auf die Straßen und greifen ausländische Einrichtungen an. Was immer wieder bestürzt ist, wie aufgebracht Leute demonstrieren weil irgendetwas in einem fremden Land angeblich ihren Glauben verletzt (ich glaube nicht das diese sich die Mühe machen, das nachzuprüfen, sondern sie glauben irgendwelchen Predigern). Das sind ja keine "Demonstrationen", sondern sie eskalieren immer in Gewalt. Und sie sind immer Freitags. Der Freitag ist der Sonntag im Islam. Doch während bei uns der Tag eher besinnlich und als Ruhetag geprägt ist, auch wenn das in den letzten Jahrzehnten mit zahlreichen Erlaubnissen für verkaufsoffene Sonntage durchlöchert wurde, scheint der islamische "Sonntag" wohl eher einer für Radau und Gewalt zu sein. Steht das so im Koran? Denn ihr Glaube bringt die Leute ja zu diesen Exzessen.

Was auffällt ist, dass diese "Demonstration" immer in arabischen Ländern auftreten. Andere islamisch geprägte Länder, wie Indonesien scheinen nicht betroffen zu sein. Wohl deswegen, weil dort der Islam toleranter ist und es auch andere Religionen dort gibt. Weiterhin auffällig ist, dass anders als bei uns es keine Gegenbewegung gibt. Also niemand sich gegen diese Bewegungen wendet. Man kann zwar sagen, dass dies radikale Strömungen sind. Aber bei uns haben Radikale keine Chancen Botschaften zu stürmen und sie haben auch keinen Rückhalt in der Bevölkerung. Wenn bei uns eine Nazidemonstration angekündigt ist, dann kann man sicher sein, dass nicht nur die Polizei vor Ort ist, sondern es erheblich mehr Gegendemonstranten gibt.

Das dies voraussehbar war, ist nichts neues. Schon am 28.4.2012 berichtet der Fokus über Warnungen von Innenminister Friedrich nach den Mohamed Karikaturen bei Nazi Demonstrationen. Was aber das wesentliche Problem ist, ist das keines dieser arabisch-islamischen Ländern Toleranz kennt in unserem Sinne. Sprich Toleranz gegenüber andersdenkenden, anderen Religionen, aber auch anderen Islamisten die eine liberalere Haltung oder Auffassung des Koran haben. In vielen dieser Ländern sind Christen benachteiligt, teilweise verfolgt. Sie dürfen zumindest ihre Religion nicht offen ausleben. Im Iran kann man wenn man zum Christentum konvertiert zum Tode verurteilt werden. Im Irak tobt seit dem letzten Golfkrieg ein Krieg zwischen Schiiten und Sunniten und auch da werden die Bomben besonders gerne an Feiertagen vor Moscheen oder Heiligtümern gezündet. Also mit Religion hat das wenig zu tun.

Dazu kommt in vielen Ländern der Versuch, die Scharia als Ersatz für die Strafgesetzgebung zu etablieren, worauf das hinausläuft wissen wir ja beim Iran. Was aber auch auffällig ist, ist das keines dieser Länder technologisch mit Europa oder Ostasien mithalten kann. Die Ölstaaten haben zwar viel Geld und können sich jede Technologie kaufen, aber sie können keine entwickeln und bei den anderen Staaten ohne diese Einnahmequelle sieht es nicht anders aus. Das erinnert mich an die Geschichte. Im Mittelalter waren die arabischen Länder Europa wissenschaftlich überlegen. Dort wurden die Erkenntnisse der alten Griechen erweitert, neue Bücher über Astronomie geschrieben und Erfindungen gemacht. In Europa beschränkte man sich auf das Kopieren der alten Bücher und auch nur denen die zum christlichen Weltbild passten. Toleranz gab es nicht. Immer wieder Judenprognome und dann die Kreuzzüge um Jerusalem zu befreien (beim ersten wurden alle nichtchristlichen Einwohner der Stadt niedergemetzelt). Zur gleichen Zeit war der Islam tolerant. Vor den Kreuzzügen war es kein Problem, das christliche Pilger nach Jerusalem kommen konnten und den Juden und Christen in den islamischen Ländern zu dieser Zeit ging es gut. Sie konnten ihrer Religion nachgehen.

Bei uns begann mit der Renaissance nicht nur die Wissenschaft zu erblühen und damit auch die technische Entwicklung die bis heute anhält, sondern die Macht der Kirche und ihr Einfluss auf den Einzelnen schwand. Sie versuchte am Anfang ja noch über die Inquisition aufzuhalten, dass die Wissenschaft Weltbilder verbrietet die nicht in ihr Konzept der göttlichen Weltordnung passten (Giordanno Bruno wurde verbrannt, weil er den Gedanken äußerte, dass es noch viele bewohnte Planeten gäbe und jeder Stern vielleicht von Planeten mit Bewohnern umkreist wird, Galileo Galilei musste der Vorstellung, dass die Sonne im Mittelpunkt des Sonnensystems steht abschwören), aber sie konnte es nicht aufhalten. Damit schwand auch die Macht der Kirche, auch wenn es lange dauerte bis Dinge wie Hexenverbrennungen aufhörten. Gerade das europäische Mittelalter zeigt wie die Religion den Fortschritt aufhalten kann. Im Mittelalter waren die meisten Städte rückentwickelt. Es gab anders als im römischen Reich keine Kanalisation, kein funktionierendes Straßensystem, keine Wasserver- und -entsorgung. Auch die Anbaumethoden in der Landwirtschaft entwickelten sich zurück und die Kunst Maschinen wie Kräne oder Hebebühnen zu bauen oder wasserfesten Beton ging verloren.

Die arabischen Länder sind ein Beispiel wie sich Gesellschaften rückwärts entwickeln. Wir gehen ja davon aus, dass sich Gesellschaften weiter entwickeln, offener werden. Auch unsere. Man muss nur mal sehen welche Rechte Frauen vor 50 Jahren hatten und das Homosexuelle heiraten dürfen ist ja auch noch nicht so neu. Ich weiß noch ziemlich genau was es für ein Schock war als man in den Achtzigern erfuhr, das Rock Hudson Aids hatte - weniger das er Aids hatte, als vielmehr das er schwul war. Bei Freddy Mercury hat man sich ein paar Jahre später nicht mehr aufgeregt. Aber die arabischen Staaten sind in gesellschaftlicher Hinsicht zurückentwickelt ins Mittelalter. Bedenklich ist auch, dass gerade in den Staaten die nun endlich frei wählen können diese religiösen Gruppen wie die Muslimbrüder an die Macht kommen. Doch wie ich schon mal thematisiert habe - scheint die islamische Kultur auch in Deutschland noch einen Nachholbedarf zu haben.

17.9.2012: Hunt / Moore: Atlas of ...

Ich pflege Sachbücher in drei Kategorien einzuteilen. Da sind zum einen die Bücher die sich an ein kaum vorgebildetes Publikum wenden. Aufgrund dessen gehen sie nicht sehr in die Tiefe, weil dies entweder ein größeres Vorwissen voraussetzt oder sie sehr viel erklären müssen. Das zweite sind die Fachbücher, die sich an die Personen wenden, die sich in dem Gebiet auskennen. Das sind meist Lehrbücher, welche die Grundlagen behandeln, aber kaum aktuelle Technik oder Forschungsergebnisse, oder viel öfters Fachartikel in Fachzeitschriften, die nur einen Aspekt untersuchen. Selten gibt es in dieser Gruppe Bücher die die aktuelle Forschung zusammenfassen.

Dazwischen liegen die "Gruppe II" Bücher. Das sind Bücher die sich an interessierte Laien wenden oder zumindest naturwissenschaftlich / technisch vorgebildete Leser. Bei den Zeitschriften fällt mir hier spontan "Spektrum der Wissenschaft" ein. Ich selbst versuche Gruppe II Bücher zu schreiben. Das ist sehr schwierig und undankbar, weil Personen die ein Gruppe I Buch erwarten meckern, das es zu schwer zu lesen ist, während andere ein Gruppe III Buch erwarten und genauso unzufrieden sind.

Gruppe II Bücher zum Sonnensystem gibt es kaum noch. Ich habe, als ich für mein letztes Buch recherchierte, nach welchen über den Mars gesucht. Ich habe keine gefunden, auch keine im englischsprachigen Raum, zumindest keine die mit meinem Budget kompatibel waren, denn 80-200 Euro wollte ich nicht ausgeben. Da stolperte ich im Antiquariat über Bände die zu einer Serie gehören, die ich schon habe.

Die Autoren sind Gary Hunt, Wissenschaftler, unter anderem bei Voyager Projekt beteiligt und Patrick Moore, Amateurastronom und Autor zahlreicher anderer astronomischer Bücher. Jeder Band behandelt einen der vier Planeten die Voyager besuchte: Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Die ersten beiden erschienen auch auf Deutsch. Von Moore alleine gibt es in derselben Reihe noch ein Buch über Merkur und den Mond, auch letzteres ist in Deutsch erschienen. Dazu kommt eines von Nicholson über die Sonne. Die Zusammenarbeit war sehr befruchtend. Von Hunt stammen die (damals) aktuellen Forschungsergebnisse der Voyagermission. Von Moore die Passsagen über die Geschichte. Herausgekommen sind Bücher, die kompetent über die Planeten informieren, wenn auch etwas kurz. Die Bücher haben rund 100 Seiten mit vielen Abbildungen und Karten. Bedenket man dass es zusätzlich zu den Planeten ja auch die Ringe und Monde gibt und sie auch die Entdeckungsgeschichte behandeln, ist das schon recht knapp. Was besser sein könnte sind die Abbildungen. Zwar sind die Aufnahmen von Voyager nicht mit denen heutiger Sonden zu vergleichen. Sie sind weniger scharf, kontrastärmer, dazu kommt das Resseaugitter. Aber sie sind qualitativ besser, als die abgebildeten Aufnahmen die nicht digital aufbereitet wurden sondern von Computerbildschirmen oder anderen Vorlagen abfotografiert, das sieht man bei einigen Aufnahmen deutlich. Sie werden auch besser bei den Bänden. Die von Uranus sind zumindest alle digital aufbereitet worden, bei Jupiter und Saturn ist das nicht der Fall. Bei den Fotomosaiken der Monde hat man nicht mal die Helligkeit der aufnahmen abgeglichen.

Ich habe mich entschlossen den Band über Uranus zu kaufen, den ich noch nicht hatte und nun durchgelesen. er ist auch in englisch gut lesbar, auch wenn es hier ein Gefälle zwischen dem Teil von Moore und Hunt gibt. Hunt ist schwieriger zu lesen, bringt aber auch mehr Fakten. Moore ist leicht zu lesen und erzählt mehr Geschichten. Herausgekommen sind vier Bücher, die jeweils den Stand der Planetenforschung bei diesen vier Riesen nach den Voyagermissionen wiedergeben. Daher empfehle ich die Bücher hier, zumal sie nun sehr preiswert als gebrauchte zu erhalten sind. Die Frage ist: lohnt sich der Kauf? Bei Uranus und Neptun ist die Lage klar. Praktisch alles was wir wissen stammt von Voyager 2, keine weitere Sonde war jemals bei den Planeten. Bei Saturn dürfte Cassini sehr viele neue Erkenntnisse über die Ringe, die Atmosphäre und Titan/Enceladus gebracht haben. Die anderen Monde werden besser kartiert sein, doch ist es mehr ein quantitativer als qualitativer Gewinn. Bei Jupiter brachte die Galileomission weitaus weniger als man sich erhofft hatte, bedingt durch die ausgefallene Hauptantenne. Da es keine bezahlbare Alternative zu den Büchern gibt (bei Jupiter/Saturn erst recht keine in Deutsch), empfehle ich die Bücher auch heute noch.

Ich habe vor mir noch den letzten Band über Neptun zu kaufen, wenn er gebraucht etwas billiger ist, derzeit ist er mir mit 19 Euro noch zu teuer. Ich glaube leider, dass sich da nichts besser wird. Zum einen ist im deutschsprachigen raum das Interesse an Astronomie gering. In den achtziger Jahren erschienen ja viele neue Bücher über Astronomie, das hat rapide abgenommen. Das zweite ist die Konkurrenz des Internets. Die Leute lesen heute kaum noch ein Buch. Sie sind nur an kurzen Infos interessiert, weniger an Werken die alles komplett darstellen und die man von vorne bis hinten durchliest. Und zum andern waren die Achtziger bis frühen neunziger ideal für solche Bücher, weil es von den USA kaum neue Raumsonden gab. Es gab also die Zeit das Wissen aufzuarbeiten. Heute gibt es alle zwei Jahre eine neue Marsonde, neue Mondmissionen und Missionen zu kleinen Körpern. Eine Gelegenheit könnte um 2015 sein, wenn Messenger und New Horizons ihre Missionen abgeschlossen haben und auch die Cassinimission sich ihrem Ende nähert. Bis dahin dürften auch die meisten Marssonden am Ende ihrer Lebenszeit angekommen sein, viele neuen sind nicht geplant, also wieder gute Gelegenheit Bilanz zu ziehen und das Wissen aufzuarbeiten.

Weitere Einträge in der Rubrik Buchkritiken gibts hier.

18.9.2012: Neues / Musiktipp der besonderen Art und ein Rätsel

Da es heute im Blog einen neuen Artikel auf der Website gibt - ihr wisst ja ich mach das nun öfters, auch weil mir für jeden Tag neue Themen nicht einfallen und ab und an interessiert das ja auch den einen oder anderen, will ich heute zusätzlich noch einen persönlichen Einschub machen, weil man über den was ist drin Artikel kaum diskutieren kann.

Ich habe von Arne nun das Buchmanuskript des Diätbuchs zurückbekommen und mich ganz besonders gefreut: den er hat die Tipps gleich praktisch umgesetzt und im letzten Monat 1,5 kg abgenommen! Also es wirkt. Nun brauche ich nur noch viele Käufer. Ich habe ja schon geschrieben, dass die bei den anderen Büchern seit etwa einem Jahr rückläufig sind, trotz immer mehr Titeln. Ich bin derzeit wirklich am Überlegen wie ich da weiter machen soll. Das Problem ist ja auch, dass es vom ersten Tastendruck bis zum Erscheinen oft mehr als ein Jahr dauert. Das Diätbuch habe ich im letzten Juni begonnen, erscheinen wird es nicht vor diesem Dezember. Bei Curiosity/PG war es auch ein Jahr zwischen Beginn und Veröffentlichung. Also selbst wenn es ein Erfolg wird, merke ich das erst in der Zukunft. Der Frust durch sinkende Verkäufe ist aber jetzt da. Derzeit tendiere ich dazu noch die Fragen zu Lebensmittel und Ernährung fertigzustellen und Auflage 2 der US-Trägerraketen (wahrscheinlich in zwei Bänden, ich nähere mich der 600 Seiten Marke bei einem Buch...) und dann abzuwarten. Anders als beim Blog wo mir Kommentare und nicht Leserzahlen wichtig sind, will ich schon dass die Bücher gelesen werden, da steckt nämlich wirklich viel Arbeit drinn. An einem Blog arbeite ich 1-2 Stunden pro Tag an einem Buch sicher 800-1000 Stunden.

Dann probiere ich es mal wieder mit einem Musiktipp. Hans hat ja schon vorgeschlagen, wieder die besten Songs aller Zeiten zu bringen. Ich habe mir was anderes überlegt, und etwas wo ihr mitmachen könnt und zwar: Was ist das Lieblingslied von x. Also von einem Interpreten nicht die besten Songs, sondern man muss sich für einen Titel entscheiden. Das ist manchmal nicht einfach. Ich sage euch meinen Titel und ich bin gespannt, was der eure ist.

Ich fange mit was modernem an, mit Shakira. Ihr wisst ja ich höre Mainstream (was mir ja schon den Vorwurf eingebracht hat, ich verstehe nichts von Musik). Doch anders als vermutet ist mein Lieblingslied nicht einer der bekannten Singles wie "My Hips don't lie" oder "Waka Waka". Es handelt sich um "Las de la Intucion". Mir gefällt einiges an dem Lied. Zum einen die Hintergrundmusik, die dann der "Hintergrundchor", der glaub ich auch Shakira ist. Das Lied gibt es auch auf englisch. Ich finde ihre Titel aber in Spanisch beser. Auch die beiden nächsten Lieder, die ich von Shakira mag, gehören nicht gerade zu den bekanntesten und sind anders als "Las de la Intucion" auch nicht als Single erschienen: "Ready for the Good Times" und "Un Poco De Amor", eine der wenigen Ausnahmen wo es sich lohnte mit einem Rapper zusammenzuarbeiten. Normalerweise machen diese Leute ja aus jedem guten Lied einen Singsang. Das liegt auch daran, dass er sich zurückhält und mehr die Musik Rapprhytmus hat als sein Sprechgesang.

http://www.shakiramedia.com/video/detail/1334

Also hier mein Lieblingslied von Shakira. Was sind eure?

Zuletzt noch ein Rätsel. In der Kirche hatte unser Pfarrer mal eine Theoriestunde und sprach davon dass die Juden Jahwe niemals ausschrieben und auch nie aussprachen, sondern stattdessen "adonai". Wie bei anderen Sprachen standen nur die Konsonanten JHWH in der Bibel (ich weiß dass dies auch bei den Assyrern, Persern und Hethitern so war, weshalb wir immer noch über die Aussprache zahlreicher Herrscher rätseln - heißt es nun "Kurusch" oder "Kyros". Aber das brachte mich auf eine Idee. Könntet ihr mir sagen, was dieser Satz wohl im Organal war, bevor ich alle Vokale ausgelöscht habe?

"Nn bn ch j ml gspnnt w n Fltzbgn, b mn s gwftn Blglsr, ch rsbkmmn, ws ds rsprnglch ml hssn sllt."

Also ich denke es ist nicht so schwierig, wenn man in der Sprache zuhause ist, für jemanden der Deutsch nicht kennt ist es wohl sehr viel schwieriger. Richtig übel wirds wohl erst wenn die Leerzeichen auch rausfliegen. Immerhin, das spart eine Menge Regeln bei der Rechtschreibung, vielleicht mal eine gute Idee für die nächste Reform.

20.9.2012: Staatsverschuldung

Da das Thema nun ja mindestens einmal in der Woche in den Hauptnachrichten kommt, egal ob wir von Griechenland, Spanien oder den USA reden - nahezu alle Länder der Erde sind verschuldet. unterschiedlich stark, aber doch verschuldet, wie ein Blick auf diese Karte zeigt. Ich glaube viele der Entwicklungsländer, die auf der Karte weis oder grün (für wenig verschuldet) sind, wären sicher auch höher verschuldet, wenn sie Kredite bekämen. Ich will das Thema mal aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Zuerst einmal warum verschulden sich Staaten immer stärker.

Bei uns ist es relativ klar: Politiker werden für vier Jahre gewählt. Sie reden dann zwar immer vom Abbau der Staatsverschuldung und dass man den Enkeln keine Schulden hinterlassen darf, aber in der Praxis wollen sie wiedergewählt werden. Würden sie Schulden abbauen, so wäre der Anteil der Steuereinnahmen der für andere Zwecke zur Verfugung steht kleiner. Man müsste also kürzen. Das gibt Probleme entweder mit Wählern (Kürzungen von Beamtengehältern, Zuschuss an die Rentenkasse) oder der Bevölkerung allgemein (Steuererhöhung um mehr Geld zur Verfügung zu haben, Sparen bei Infrastrukturmaßnahmen) oder Lobbyvertretern die den Wahlkampf finanzieren (Subventionsabbau, höhere Steuern auf Unternehmen, die aus diesem Grund kaum Steuern zahlen). Es werden ja eigene Gesetze beschlossen wie niedriger MwSt.-Satz für Hoteliers oder ein neues Gesetz das den Zusammenschluss von Porsche und VW begünstigt wenn gerade mal eine Aktien ausgetauscht wird. (2011 verabschiedet, zwei Monate später erfolgte die Übernahme). Daneben und das ist verhängnisvoll, pflegen Politiker auch neue Schulden zu machen wenn die Konjunktur lahmt, dabei ist beweisen, dass von dem Geld für Konjunkturprogramme wenn sie gut überlegt sind, maximal 25 bis 50% in Form von mehr Steuern wieder rein kommt. Wenn man so was auflegt, wie Abwrackprämien, dann können es aber auch 0% sein.

Es gibt also für Politiker keinen Anreiz keine Schulden zu machen, außer es gibt plötzlich keine neuen Kredite mehr. Dann plötzlich fängt man doch an nachzudenken.

Das zweite ist, warum Staaten so einfach Kredit bekommen. Es scheint hier ein Zwiespalt zwischen Privatpersonen und Staaten zu geben. Nehmen wir mal Deutschland als Beispiel. Wenn sie zur Bank gehen und einen Kredit haben wollen, wird ihre Kreditwürdigkeit geprüft. Also entweder ob sie ihn mit ihrem Gehalt abzahlen können oder ob sie Eigentum haben das man verkaufen könnte wie eine Immobilie. Übertragen wir das auf die Staaten. Natürlich hat auch ein Staat Einnahmen. Doch der größte Teil ist fest verplant. Man kann ja nicht einfach alle Beamten entlassen oder die Bundeswehr abschaffen. Ich glaube der Staat hat weniger Spielräume als eine Privatperson und einfach Steuern erhöhen um neue Einnahmen zu generieren geht auch nur begrenzt. In jedem Falle gibt es schon hier ein Ungleichgewicht: Deutschland hat 2011 277,9 Milliarden im Bundeshaushalt als Einnahmen ausgewiesen, aber die Staatsverschuldung betrug 2011 insgesamt 1680 Milliarden Euro (nur Bund). Das ist also 600% der Gesamteinnahmen. Kein Normalbürger würde einen Kredit über 600% seines Jahreseinkommen bekommen, egal ob wir Brutto oder Netto nehmen, da er ihn nie zurückzahlen könnte und wir zahlen ja auch keine Schulden zurück - wir machen ständig neue. auch das ist ein Novum. Wenn eine Privatperson so weit ist, dass sie neue Schulden macht, um die Zinsen und alte Schulden zu begleichen, dann ist sie kurz vor der Privatinsolvenz,

Bleibt Kriterium zwei. Was hat ein Land als Aktiva um für Kredite zu bürgen? Nun es gibt Grundbesitz, Infrastruktur, öffentliche Einrichtungen. Doch wie wir von Griechenland wissen kann man Inseln nicht verkaufen und mit dem Großteil des Grundbesitzes der BRD wäre es genauso. Autobahnen könnte man verkaufen an Mautbetreiber, doch damit bekommt man wahrscheinlich nicht mal deren Baukosten rein. Dann gäbe es noch die Möglichkeit Infrastruktur wie die Wasserversorgung zu privatisieren. Davon bleiben wir hoffentlich verschont. In England hat man das gemacht und die neuen Betreiber haben nur noch kassiert aber nichts mehr repariert. Ich glaube, man würde mit Verkäufen niemals die Staatsverschuldung ausgleichen können.

Warum bekommt Deutschland wie auch andere Staaten dennoch Kredite? Weil die Banken meinen, die BRD zahlt sie zurück, was sie ja auch bisher getan hat. Doch sie orientieren sich nicht an der wirtschaftlichen Situation, sondern nur an dieser Erwartungshaltung bzw. der Vergangenheit. Das ganze System fällt zusammen wenn dieses Vertrauen wegfällt oder Banken aufgrund eigener Krise keine Kredite geben. Griechenland hat ja nun die Staatsverschuldung nicht erst 2008 aufgebaut, aber die Bankenkrise führte dazu, dass das Land nun keine neuen Kredite mehr bekam.

Wie kann nun dann ein Land die Schulden zurückzahlen? Der einfachste Weg ist es das Geld zu drucken. Der unangenehme Nebeneffekt, es ist nun mehr Geld im Umlauf als es Werte gibt - die Inflation steigt an und auch die Kreditzinsen, also werden neue Schulden noch teurer. Nicht nur für die Wirtschaft und die Einwohner eine schlechte Entscheidung. Er muss anfangen zu sparen und zwar wirklich zu sparen, was dann zu Protesten bei der Öffentlichkeit sorgt - zurecht, denn die haben die Schulden ja nicht gemacht.

Das ganze System hat sich schon etabliert. Das sieht man schon daran, das man die Staatsverschuldung je nach Laune als Anteil des Bruttoinlandsproduktes (BIP) oder pro Kopf der Bevölkerung ansieht. In beiden Fällen tut man so, als wäre die Bevölkerung oder die Gesamtwirtschaft für die Verschuldung verantwortlich. Das BIP ist die Summe aller Wirtschaftsleistungen und natürlich viel größer als die reinen Steuereinnahmen des Bundes. (etwa zehnmal so hoch). Da sind es dann eben keine 600% Verschuldung sondern nur noch 60%. Aber zurückgezahlt werden sie mit den Staatseinnahmen, warum also der Bezug auf das BIP? Genauso der Bezug auf die Bevölkerung. Das suggeriert, als würde dann jeder einzelne die Verschuldung des Bundes begleichen müssen. Aber auch dem ist nicht so. Wenn ein Staat bankrottgeht wie dies schon bei Argentinien passierte, dann geht der Staat bankrott, das hat auch Auswirkungen auf die Bevölkerung, aber niemand muss die Staatschulden zurückzahlen.

Was bleibt? An den Schulden kann man nichts ändern, aber am System. Es gibt nun ja Druck der Troika bei Griechenland, doch wo der fehlt, da werden munter neue Schulden gemacht. So auch dieses Jahr trotz höherer Einnahmen. Merkel lobt sich selbst, dass die Arbeitslosigkeit gesunken sei (als hätten Merkel und Co irgendwas dafür getan) und macht weiter wie bisher. Es muss eine Grundgesetzänderung her, in der Art, dass jede Regierung die Schulden abtragen muss. Mit einem vorgegebenen konstanten Betrag. Wir haben sie in 60 Jahren aufgebaut, will man sie in 60 Jahren abbauen so müssten es 28 Milliarden pro Jahr sein, was schaffbar ist. Mein Vorschlag: Das kommt so ins Grundgesetz, Landesverfassung oder kommunale Satzungen. Kann eine Regierung dies nicht, so muss sie zurücktreten und kein Kabinettsmitglied darf für 4 Jahre ein neues Amt bekleiden (nicht das die Partien dann das ganze neu aufstellen, nur mit etwas anders zugeschusterten Ämtern). Das trifft dann die Politiker an dem wo sie empfindlich sind - dem Machtverlust. Man könnte auch an Neuwahlen denken, doch befürchte ich könnte man dies dann ausnützen.  Aber da solche Gesetze von Politikern beschlossen werden müssten, wird es nie dazu kommen...

Was bleibt für den Privatanwender übrig? Das klassische Festzinssparen lohnt sich heute fast nicht mehr. Viele Banken bieten nicht mehr Zins, als die Inflationsrate beträgt. Die Folge ist: immer mehr Leute geben das Geld aus, konsumieren, machen jetzt Ausgaben, anstatt zu sparen. Das hat zur Folge, dass nun die Konjunktur flutscht, es hat aber auch zur Folge, dass immer weniger Leute genügend Geld zurücklegen, um ihren Lebensabend abzusichern. Schlussendlich kann sich heute keiner mehr auf seine Rente verlasen. Man muss privat absichern. Die Folge ist, dass die Kluft zwischen arm und reich immer weiter aufgeht. Der Staat wird immer mehr für Rentenzuschüsse ausgeben müssen und die Verschuldung steigt weiter an. Eventuell hilft da eine Reichensteuer, das würde auch die Staatseinnahmen anheben.

22.9.2012: Das beste Lied von ... Queen

So, da sich das Wochenende nähert und ihr diese Woche viel schwere Kost im Blog hattet diesmal nur ein kurzer Eintrag, auch weil ich derzeit am Manuskript des Diätbuchs bin, das ich von Arne als erstem Korrektor zurückbekommen habe. Es geht dann am Samstag weiter zu Hans und daneben laufen nun die Programmentwürfe meiner Studenten ein, die ich auch korrigieren muss.

Ich habe ja schon mal damit angefangen: Anstatt die besten Songs aller Zeiten will ich in loser Reihe das beste Lied einer Gruppe/Interpreten bringen. Das ist bei One Hit Wondern recht einfach, aber bei Gruppen die über Jahrzehnte erfolgreich waren schwer. So auch bei Queen. Queen hat so viel gute Lieder. Stimmungslieder wie "Will will Rock you2, fast cschon orchestrales wie "Bohemian Rhapsody" oder Prophetisches wie "Love will kill you".

Mein Lieblingslied ist aber "Don't stop me now". Ich habe es mal vor einigen Jahrzehnten aufgezeichnet, als dies genau das ausdrückte was mich damals bewegt, ich war einfach in einer solchen Hochstimmung, dass es passte. Die Bevorzugung hat übrigens nichts damit zu tun, dass dort vorkommt

"I'm a rocket ship on my way to Mars 
On a collision course 
I am a satellite I'm out of control "

Denn auf den Text habe ich damals nicht so arg geachtet.

http://www.youtube.com/watch?v=2zDYTzeaM3I

Dann ist mir noch einee Ide gekommen. Die Satiresendung "Extra 3" nahm den Boom der "Check" Sendungen aufs Korn:

http://www.youtube.com/watch?v=e-leeZOYYSI

Das brachte mich auf eine Idee: Warum mache ich nicht auch so was. Ich könnte ja mal Raumfahrtwebsites von Firmen & Raumfahrtagenturen checken, geärgert habe ich ich mich da schon des Öfteren, weil ich etwas nicht fand oder Links tot waren. Dazu brauche ich einen Kriterienkatalog. Einige Ideen habe ich schon, aber ich würde mich freuen wenn ihr auch noch einige einbringt, auf was man achten sollte und was man checken sollte.


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