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Web Log Teil 3

Sonntag 1.7.2006 : Wir sind alle Sternenstaub

ElementhäufigkeitenVielleicht haben Sie es schon gehört : Fast alle Elemente die wir heute kennen wurden in Sternen erzeugt. Sie bestehen aus Sternenstaub, ich tue es und bestimmte Schmuckgegenstände haben sogar noch eine aufregendere Entstehungsgeschichte.

Am Anfang war der Wasserstoff : Er und etwas Helium wurden beim Urknall gebildet. Die ersten Sterne und auch heute die meisten Sterne fusionieren Wasserstoff zu immer höheren Elementen. Zuerst zu Helium dann Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Fluor, Neon und Natrium. Dies macht auch unsere Sonne seit über 4 Milliarden Jahren. Aus den oben genannten Elementen zusammen mit dem Wasserstoff bestehen wir zum größten Teil. Etwa 80-90 % unser Körpermasse besteht aus den Elementen Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Stickstoff.

Irgendwann besteht ein Stern im innern aus lauter Schalen, wie eine Zwiebel. Im inneren eine Kugel aus den schweren Elementen, mit Schalen aus den immer leichteren Elementen darüber und einer Hülle aus Wasserstoff. Nun ist der Wasserstoff im inneren verbraucht und der Stern beginnt Helium zu verbrennen. Er bläht sich auf, weil dies bei höheren Temperaturen geschieht. So entstehen noch schwerere Elemente bis hin zum Magnesium. Danach setzen Fusionsprozesse mit immer kürzeren Zeitskalen ein. Im Wasserstoffbrennen kann ein Stern Milliarden Jahre lang bleiben, im Heliumbrennen noch 100 Millionen Jahre, doch bei den folgenden Prozessen reden wir von 100-10000 Jahre. Der Grund: Fusioniert wird nur ein Teil des Brennstoffs und zwar der im Kern wobei dessen Menge immer kleiner wird. Und man bekommt immer weniger Energie aus dem Fusionsprozess während die Temperatur die man braucht um ihn am Leben zu erhalten immer mehr ansteigt. Die letzten Fusionsprozesse die im inneren von Sternen ablaufen erzeugen die Elemente bis zum Eisen. Dass unsere Erde größtenteils aus Eisen besteht ist also kein Zufall. In kleinen Mengen entstehen als Nebenprodukte durch Neutoneneinfang und Zerfall die Elemente von Atommasse 63 bis 209 als Abfallprodukte.

Die meisten Sterne verlöschen dann, sie sprengen die äußeren Hüllen dabei ab und die dort befindlichen Elemente werden an das interstellare Medium zurück gegeben, wo sie dann für neue Sterne und Planeten zur Verfügung stehen. Sehr große, massereiche Sterne enden aber anders. Der Eisenkern kollabiert wenn die Fusionsreaktionen ausbleiben und die äußere Hülle stürzt auf ihn. Dabei erhitzt sie sich so stark, dass es zu einer Vielzahl neuer Fusionsreaktionen kommt, bei denen innerhalb kürzester Zeit (Zeitskalen, Sekundenbruchteile bis Minuten) die restlichen Elemente erzeugt werden.

Wegen dieser kurzen Zeitspanne und weil es sehr wenige massereiche Sterne gibt sind diese Elemente im Universum äußerst selten. Zwei dieser Elemente sind auch bei vielen Menschen beliebt, es sind die Elemente Gold und Platin. Ihr hoher Preis resultiert aus der Tatsache, dass sie selten sind und ihre Seltenheit hat mit den wenigen Sterneexplosionen die es gibt (etwa 1 pro Jahrhundert in der Milchstraße) zu tun. Also schauen sie sich mal ihren Ring, Kette oder Brosche mal anders an : Was sie tragen ist der Rest eines vor langer Zeit explodierten Sterns.

Die Diamanten haben dagegen haben eine profanere Entstehungsgeschichte. Diamanten sind nur eine Form des Kohlenstoffs der bei jedem sterbenden Stern, auch bei kleinen Sternen in großen Mengen freigesetzt wird und auch in den Sternen in großen Mengen gebildet wird. Kohlenstoff ist das sechsthäufigste Element im Universum. Auch auf der Erde ist Kohlenstoff recht häufig. Die Kreidefelsen in Dover, die Dolomiten ja jede Lebensform besteht aus Kohlenstoff.

Reiner Kohlenstoff ist Graphit, wenn sie noch mit Koks heizen, das ist relativ reiner Kohlenstoff. Warum sind dann aber Diamanten so selten ? Nun es gibt zwei Möglichkeiten wie sich Kohlenstoffatome zusammenfinden können. Einmal mit 3 starken Bindungen zu den Nachbarn, aber einer schwachen nach oben oder unten zu den nächsten Schichten. Dies ist Graphit, die häufigste Kohlenstoffform. Sie ist die thermodynamisch stabilste, d.h. wenn Kohlenstoff aus seinen Verbindungen freigesetzt wird so entsteht immer Graphit. Graphit hat eine Dichte von 2.26 g/cm³.

Setzt man nun aber Graphit hohen Temperaturen und Druck aus so bewirkt die Temperatur, dass die Bindungen schwächer werden und der Druck, dass der Graphit versucht ein kleineres Volumen einzunehmen. Das geht indem der Kohlenstoff stärker Bindungen zwischen den Schichten aufbaut, wofür er die Form der Elektronenwolke welche den Kern jedes Atoms umgibt ändert. Dazu braucht man Energie, diese stammt aus der Temperatur.

Bei 1500-1800 °C und 53000-100.000 Bar Druck wandelt sich so Graphit in Diamant um, der mit 3.51 g/cm³ wesentlich dichter ist. Auf der Erde gibt es diese Bedingungen im Erdmantel. Leider unerreichbar tief. Doch ab und zu wird Gestein aus dem Erdmantel nach oben gedrückt und dann findet man eine Diamantader. Heute kann man auch mit beheizten Hochdruckpressen diese Temperaturen und Drücke erzeugen und so synthetische Diamanten erzeugen.

Entgegen der landläufigen Meinung ist Diamant nicht die stabilere Modifikation des Kohlenstoffs. Erhitzt man ihn auf über 1500 Grad Celsius so wandelt er sich wieder in Graphit um. Es ist die kinetisch stabilere Modifikation, d.h. die Atombindungen sind stärker, wodurch auch die hohe Härte resultiert.

Copyright des Bildes: Astronomie.de

Sonntag 2.7.2006 : Das Internet und Liebe und Freundschaft

Vor einiger Zeit habe ich einen kurzen Beitrag gesehen über Paare die sich über das Internet kennen gelernt haben. Vorgestellt wurde ein Deutscher und eine Schwedin, wobei aber auch er schwedisch kann. Ist das nun der Gegenbeweis zu meinem Essay am letzten Freitag ? Nein, denn es wurde genau beschrieben wie diese sich kennen lernten. Es begann mit einem E-Mail Kontakt, dem folgten Fotos, die Konferenz via Webcam und dann das kennen lernen wo beide feststellten dass sie gut zueinander passen und sich mögen.

Ich denke das ist nicht viel anders als im täglichen Leben. Da begegnet man jemanden in der Bahn, fängt an zu reden, entdeckt gemeinsame Interessen und findet den anderen sympathisch. Ich denke bei einigen funkt es auch da. Aber es wird auch Millionen von E-Mail Kontakten geben die irgendwann einschlafen oder wo man feststellt dass man sich ganz gut über Politik, Gesellschaft oder anderes unterhalten hat, jedoch völlig unterschiedliche Interessen hat oder andere Vorstellungen wie der Partner optisch aussehen sollte.

Wer wie ich schon etwas älter ist kennt die Brieffreundschaften. Die haben viel Ähnlichkeit mit E-Mail Kontakten (Nicht umsonst heißt "Mail" auch Post auf englisch). Man muss seine Gedanken sammeln in Briefform bringen und dann auf die Antwort warten. Es gibt natürlich feine Unterschiede. Briefe habe ich wohlüberlegt formuliert, auf Schreibfehler durchsucht und ich habe mir Zeit genommen sie zu machen. Eine Mail beantworte ich gleich, achte kaum auf Tippfehler und manchmal schreibe ich meine Gedanken unzensiert hin, versehen mit einem Smiley - ist nicht ganz so ernst gemeint.

Es gibt einen Grund warum Brieffreundschaften früher so beliebt waren: Man konnte jemanden finden zum Reden. Zum Loswerden der Sorgen, der Ängste, um das Glück zu Teilen, um über Probleme und den Alltag zu reden. Wenn man dazu niemanden ins Gesicht sehen muss und weis dass man sich zwar vor dem anderen als Weichei blamieren kann, der aber einige Hundert Kilometer weit weg wohnt oder gar auf einem anderen Kontinent und man ihn nie wird persönlich sehen, dann ist das viel einfacher als mit seinen Freunden oder Freundin darüber zu reden.

Ich denke das ist eine gute Chance Freunde zu gewinnen. Keine Freunde mit denen man was unternimmt, aber Freunde die einem mit Rat und Verständnis bestehen können. Das funktioniert wahrscheinlich nur auf gegenseitiger Basis. Ich glaube nicht das es gut geht wenn jemand dem 10 x das Herz gebrochen wurde, der am Arbeitsplatz gemobbt wurde und der Arbeitslosigkeit und den Tod naher Angehöriger verkraften musste eine E-Mail Freundschaft zu jemanden aufnimmt, der von all dem bislang verschont wurde. Aber wenn dann hat man eine einmalige Chance.

Was mich brennend interessiert ist wie andere innerlich ticken. Sind meine Ängste und Sorgen normal ? Passiert anderen das gleiche wie mir bei bestimmten Gelegenheiten. Vielleicht an dieser Stelle ein harmloses Beispiel: Vornamen. Jeder Mensch mag bestimmte Vornamen und andere nicht. Bei mir ist es so, dass ich bei jedem Namen an jemanden denken muss, den ich kenne oder kannte der diesen Namen hat oder wenn dies nicht der Fall ist an einen Prominenten der ihn hat. Entsprechend ist der Name positiv oder negativ besetzt. Sibylle ist z.B. negativ besetzt, so hieß ein Mädchen dass mir im Kindergarten das Gesicht zerkratzt hat. Jens war der Name eines Freundes aus der Schulzeit. Das kann sich auch ändern, so ist seit die Amis "George W. Bush" als Präsident haben der Vorname "George" schlecht besetzt, dagegen Georg positiv, das ist der Vorname von jemanden der wie ich sich für Astronomie interessiert.

So ticke ich bei diesem kleinen Beispiel. Doch wie ist es bei anderen ? Entscheiden sie nach dem klang, oder Moden ? Sind bei ihnen alte Namen oder ausländische gut angesehen ? Ich weis es nicht, aber darüber könnte man sich unterhalten.

Ich glaube wenn man die richtige Person erwischt, die vielleicht andere Interessen als man selbst hat aber doch ein ähnliches Seelenleben, dann kann das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden. Nur eines sollte man nie, auf keinen Fall tun : Der Versuchung nachzugeben sich persönlich zu sehen. Denn dann ist das ganze auf eine neue Ebene gerückt. Nun kann es mir nicht mehr egal sein was der andere denkt. Ich will positiv rüber kommen. Ich kann nicht mehr alles sagen und es wird früher oder später in die Brüche gehen. Wenn man sich vor der Versuchung hütet den anderen kennen lernen zu wollen, dann denke ich kann es klappen.

Montag 3.7.2006 : Von Songtexten und Stimmungen

Jeder kennt dass, der Musikgeschmack ändert sich nach der Stimmung. Oder ein Promi bei einer dieser Chart Shows sagte "Wenn man Selbstmord begehen will, sollte man Nirvana hören". Wobei ich mich jetzt mal nicht auf die Musik konzentrieren will, sondern auf den Text. Natürlich gibt es jaulende Gitarrensoli die bei Liebeskummer so gut zum Schmerz passen, gibt es mitreisende Disco Rhythmen die gute Laune machen. Ich weis nicht ob bei anderen Leuten auch so ist, aber im Normalfall achte ich selten auf den Text. Wenn der Text aber zu meiner Stimmung passt dann geht er mir (und die Melodie) nicht aus dem Kopf. Manchmal suche ich mir auch ein Lied raus was zu meiner Stimmung passt, besondern wenn es mir mies geht. Wenn ich etwas klarer denken kann suche ich allerdings eher Lieder raus die meine Stimmung anheben. Abba hat sich hier bewährt, insbesondere Dancing Queen und Gimme Gimme Gimme (a man after midnight). Wenn ich traurig bin muntert mich "With a little Help from my friends auf" und bei Kummer greife ich gerne zu Yesterday und While my Guitar gently wheeps. (Der geneigte Leser dürfte inzwischen die beiden Lieblingsgruppen des Autors erraten haben).

Das wichtigste ist aber nicht die Melodie sondern der Text denn ich (ziemlich falsch) mitsinge und der dann meist nach dem Musikstück im Endlosbetrieb im Kopf weiterläuft. Warum eigentlich ? Die Melodie beeinflusst meiner Meinung nach die Stimmung viel mehr, aber in diesem Augenblick ist sie egal. Letzte Woche fühlte ich mich ausgenutzt und die Strophe "Taken is so easy, but thats the way it is" von Wannabe von den Spice Girls bekam ich nicht aus dem Kopf. Das Lied ist kein bisschen traurig, es ist ein schneller, rockiger Fetzen und trotzdem hat es meine Stimmung in keinster Weise verbessert, denn es zählte nur diese eine Zeile.

Ich habe keine Erklärung für das Phänomen und ich weis auch nicht ob es bei anderen so ist. Aber ich weis wie ich gegensteuern kann: Eben fröhliche Musik auflegen mit fröhlichen Texten oder was tröstendes. "Let it be" ist sicher kein schnelles Stück, mit den Piano Einlagen sogar ziemlich traurig. Aber der Text ist tröstend. und das hilft.

Bekannter ist natürlich das Gegenteil die Stimmungslieder die meist eine einfache Melodie und einen einfachen Text haben oder um ein aktuelles Beispiel zu nehmen die Fussballlieder. Bei uns im Büro läuft seit Tagen "We are the Champions", "Footballs coming home" und "Fußball ist unser Leben". Gerade das letzte ist ja nun mehr ein Marsch als ein flottes Lied und wahrscheinlich ist es mir nach der WM furchtbar peinlich dass ich dies hier niederschreibe. Aber es hat einige Passagen die derzeit für Deutschland und unsere Elf gelten:

Einer für alle, alle für einen,

wir halten fest zusammen.

Und ist der Sieg dann unser,

sind Freud und Ehr für uns alle bestellt.
[...]

Ein jeder Gegner will uns natürlich schlagen.

Er kanns versuchen, er darf es ruhig wagen,

doch sieht er denn nicht,

dass hunderttausend Freunde zusammenstehn.
[...]

Doch schön ist der Lohn,

wenn hunderttausend Freunde zusammenstehn.

Es ist das "Wir" Gefühl das derzeit überall zu sehen ist und das ich in diesem Lied wieder finde. Noch nie hatte unsere Mannschaft einen so starken "12.ten Mann", auch wenn die Pfeifkonzerte beim Elfmeterschießen gegen Argentinien unfair waren, ich denke unsere Männer merken dass 80 Millionen hinter ihnen stehen. Vor ein paar Wochen hat man sich in den Medien über die Kampagne "Du bist Deutschland" lustig gemacht. Inzwischen glaube ich würden sie das nicht mehr tun, denn jeder fühlt sich derzeit als Deutscher und das muss man ihm nicht einmal mehr sagen. Das Geld für die Kampagne hätte man sich sparen können, die WM hat das für lau geleistet.

Dienstag 4.7.2006 : Space Shuttle Mannia

Heute soll der dritte Startversuch (nach zwei abgebrochenen am Samstag und Sonntag) der Discovery stattfinden. Durch die US Gazetten lief die Sensationsmeldung , dass dies trotz eines gefundenen Schaumstoffstücks stattfindet und NASA Chef Griffin sich über einige Restbedenken hinweg gesetzt hat. Das ist die derzeit letzte Meldung in der Shuttlemania, einer nicht rational nachzuvollziehenden Berichterstatt und seit 1 Jahr über den Space Shuttle.

Meiner Meinung nach wird bei der Diskussion eines vergessen : Es gibt keine absolute Sicherheit. Konventionelle Trägerraketen haben nun mal eine Zuverlässigkeit die viel geringer als die eines Verkehrsflugzeuges ist. Dies ist so und es wird wahrscheinlich auch immer bleiben, ganz einfach weil bei einer Rakete die Nutzlast 2-5 % der Startmasse ausmacht. Eine kleine Erhöhung dieser um mehr Sicherheit zu gewinnen führt zu einem dramatischen Rückgang der Nutzlast. Selbst Raketen wie die Sojus die seit 40 Jahren unverändert produziert werden und über 1700 Starts absolviert haben, also als ausgereift gelten müssen haben nur eine Zuverlässigkeit von 97-98 %, jeder 30-50 Start geht also schief.

Bei der bemannten Raumfahrt ist dies ein Problem. Man will das Risiko minimieren. Bei den Kapseln welche die Russen einsetzen ist dies kein Problem. Sie haben einen Fluchtturm, der im Falle einer Havarie die Kapsel abtrennt und sie sind sehr robust und drehen sich beim Wiedereintritt so, dass der Hitzeschutzschild in Fahrtrichtung zeigt.

Das Space Shuttle hat keine solchen Sicherheitsmechanismen. Man hat einige Sicherheitsmechanismen wie eine abtrennbarer Kabine beim Design diskutiert und schließlich sich dagegen ausgesprochen, weil man meinte die Technik soweit sicher machen zu können, dass man auch ohne diese zusätzlichen Einrichtungen auskommt. Weiterhin hat man viel in den letzten 20 Jahren in die Sicherheit, vor allem der Haupttriebwerke investiert. Die Abbildung links zeigt einige Ergebnisse. Mit "Propability of Catastrophic Loss on Ascent" ist die Wahrscheinlichkeit gemeint, dass man die Fähre mit der Besatzung beim Start verliert. Das Risiko betrug 1986 als man die Challenger verlor 1:78, vergleichbar dem Wert den erprobte Trägerraketen wie die Ariane 4 oder Atlas aufweisen. Im Jahre 1999 soll dieser Wert auf 1:438 gesenkt worden sein.

Dieser Wert ist für ein Raumfahrzeug sehr gut, er ist jedoch ungleich höher als bei einem Verkehrsflugzeug und dies zeigt, dass bemannte Raumfahrt eben noch riskant ist und dies wissen auch die Astronauten. Leider sieht dies die Öffentlichkeit nicht so und fordert ein Nullrisiko, das es nicht geben kann. Die NASA reagiert auf dieses und hat nachdem beim letzten Flug vor einem Jahr wieder ein Schaumstoffteilchen sich löste erneut an der Isolation gearbeitet und den nächsten Start vom November 2005 schrittweise auf den Juli 2006 verschoben. Trotzdem - auch jetzt ist die Sicherheit nicht bei 100 % und man kennt wahrscheinlich nicht einmal alle möglichen Probleme. Man erinnere sich an die Untersuchung des Verlustes der Columbia. In den ersten Pressekonferenzen haben NASA Vertreter die Schaumstoffstücke gezeigt und gesagt, dass sie sich nicht denken können wie diese leichtgewichtigen, zerbrechlichen Teile die Flügelstruktur beschädigen können - man war sich des Risikos nicht bewusst. Erst Schussversuche auf die Flügelteile zeigten, dass diese Schaumstoffteile diese beschädigen können - einfach weil sie durch die Luft so schnell abgebremst werden und dann mit hoher Geschwindigkeit auf den Orbiter treffen.

Der Ausstieg aus dem Space Shuttle Programm ist durch einen Erlass von George Bush, der das Geld für sein Mondprogramm braucht beschlossene Sache Die letzten Flüge sollen 2010 stattfinden. Es gibt nun zwei Möglichkeiten weiter zu machen. Zum einen ein Restrisiko akzeptieren, die Shuttle so oft wie möglich starten zu lassen um die ISS zu komplettieren. Das zweite ist es jeder Anomalie nachzugehen, auch wenn dies die Startrate verzögert und man noch mehr Bauteile der ISS am Boden lassen muss. Die NASA hat sich für das letzte entschieden. Sie erreicht damit wenn es keine weiteren Verzögerungen mehr gibt einen Ausbau der ISS zu einer nutzbaren Konfiguration, auch wenn einiges wegfallen musste. Das gilt jedoch nur wenn man den Zeitplan einhalten kann, denn eines ist klar : 2010 wird der letzte Flug sein, egal ob man die ISS dann nutzen kann oder nicht.

Letztlich stellt sich aber damit auch eine andere Frage : Kann man unter diesem öffentlichen Erwartungsdruck noch an den Entwurf neuer fortschrittlicher bemannter Beförderungsmittel gehen ? Die nächste Generation, das CEV wird wieder eine Kapsel sein. Damit ist es von der Bauart her sicherer als ein Raumgleiter. Doch kann dies auf Dauer eine Lösung sein ?

Mittwoch 5.7.2006 Die Hitze

Ich weis nicht wie es Ihnen geht, aber ich schlafe seit 2 Wochen fast kaum noch. Verschiedenste Ursachen sind dafür verantwortlich, darunter auch die Hitze. Irgendwie lähmt sie einen völlig. Jede Bewegung wird schweißtreibend. Am liebsten möchte man den Tag unter der Dusche oder im Bad zubringen. Die Arbeit im Büro, übermüdet mit laufenden Heizlüftern (Computer) und Kollegen die das Fenster zu lassen wollen, weil sie meinen draußen wäre es noch heißer, schlaucht und wenn ich abends heimgehe bin ich müde, döse ein um dann wenn ich ins Bette gehen sollte wach zu sein und wieder eine Nacht ohne richtigen Schlaf. Derzeit habe ich zu fast gar nichts Lust. Bei der Arbeit muss ich mich müde quälen um mein Pensum zu bewältigen. Ansonsten liegt alles brach : Die Website ? Ich arbeite nur noch am Weblog. Meine Programme - Viele Ideen, keine Lust und keine Konzentration. Selbst für Computerspiele fehlt mir derzeit der Nerv.

Ist das der Vorgeschmack auf die Klimaerwärmung ? Wird man auch bei uns die Siesta einführen ? Derzeit hilft bei mir nur aktive Kühlung des Gehirns, also Ventilator auf volle Pulle, den Kopf unter den Wasserhand im Herren WC halten (auch wenn einen jeder doof angucken) und die Verdunstungskälte nutzen. Hat den eigentlich noch keiner einen Hut mit aktiver Kühlung erfunden ?

Natürlich hat die Hitze auch Vorteile. Ich ernähre mich derzeit vorwiegend flüssig und habe in den letzten 2 Wochen 2 kg abgenommen, aber darauf könnte ich ehrlich verzichten. Ich hasse Hitze. Gegen Kälte kann man sich schützen und man kann sich warm arbeiten. Die Hitze lähmt nur (siehe dieses nichts sagende Posting). So und nun fällt mir für heute nichts mehr ein.

Donnerstag 6.7.2006 Google

Google ist ein Unternehmen, und wohl sicher das bekannteste das es heute gibt. Wer schon vor ein paar Jahren ins Internet ging kann sich noch an frühere Suchmaschinen erinnern, Altavista, Yahoo, exite, Lycos. Alle gibt es heute noch, doch sie spielen keine Rolle mehr. Google hat eine solche Marktbedeutung bekommen dass der Ausdruck "googeln" inzwischen schon im Duden steht.

Was ist der Erfolg von Google ? Natürlich gehört eine gute Datenbasis zum Erfolg. Hier ist Google eigentlich gar nicht so gut. Seit der Autor beim google Sitemap Programm ist weis er, dass Google seine Website nur etwa alle 3-4 Wochen durchsucht und Seiten die ich am 14.6.2006 offline nahm, weil ich die Website auf Server Side Includes umstellte und sich dadurch der Dateiname änderte (.shtml anstatt .html) finden sich heute immer noch im Cache von Google.

Ich denke Google ist erfolgreich weil sie ein paar Dinge beherzigt haben:

Die Zahl der Zusatzdienste ist fast nicht mehr zu überblicken. Das fängt mit kleinen Helfern bei der Suche an. Wer "ln(2)" eintippt bekommt den natürlichen Logarithmus von 2 ausgerechnet. Wer "Stuttgart" eintippt bekommt als ersten Link die Karte von Stuttgart und wer einen Firmennamen oder eine WKN eintippt bekommt als ersten Link den Kurs.

Es gibt aber sehr nützliche Zusatzdienste - man kann eine Karte in die Website einbauen (ohne Copyright Probleme), man kann mit Google Analytics die Website überwachen lassen und man kann mit Google Adsense werben. In den letzten Wochen hat dies der Autor alles genutzt. (Bild links Google Analytics). Google verschenkt Software wie eine Desktop Suche, eine Bildersuche (Picassa), siehe Link unten und natürlich Google World wo man sich die Welt aus der Vogelperspektive ansehen kann.

Man kann die Suche personalisieren und eine eigene Startseite kreieren. Manches läuft auch im Hintergrund, so filtert Google die Suchabfragen und lässt zum Beispiel erotische oder pornografische Inhalte weg. Das ist die Standardeinstellung. Der Autor hatte schon das Gefühl, das Internet sei sauberer geworden, weil es kaum noch Seiten gibt die nach dem Google Eintrag harmlose Seiten sind und dann beim Anklicken sich als Rotlicht Seiten outen. Als ich die Einstellung einmal zurücksetzte tauchten diese auch wieder auf. Eine solche Funktion ist ein Segen, nicht nur für Eltern sondern auch für alle die am Arbeitsplatz surfen dürfen.

Trotzdem umgibt Google viele Geheimnisse. Über die Interna der Firma ist fast nichts bekannt. Nur dass ein Motto lauten soll "sei nicht böse". Google hat bislang sich daran gehalten. Obgleich bei Google enorme Macht hat. Sie müssten z.B. nur die Ergebnisseite leicht abändern und würden erfahren welche Links angeklickt werden. Bislang hält sich Google an ihr Motto und macht vielen Benutzern das Surfen einfach.

Was passiert wenn sich dies ändert ?  Viele haben Angst vor einem Moloch Google, der das Internet kontrolliert. Doch nach Ansicht des Autors wird es dies nicht geben. Wenn Google anfängt personenbezogene Daten zu vermarkten, einzuziehen und auszunutzen so werden die Benutzer wechseln zu Suchmaschinen die dies nicht tun. Google weis dies weil sie mit dem Konzept es mit der Kommerzialisierung nicht zu übertreiben erfolgreich geworden sind. Natürlich lebt Google von Werbung, aber sie ist deutlich sichtbar und es gibt sie in einem erträglichen Maße.

Internetbenutzer sind sehr wechselhafte Menschen. Ein Bookmark ist schnell angelegt und innerhalb von einer Minute kann man die Lieblingssuchmaschine auswechseln. Versucht man sie zu gängeln oder auszunutzen geht dies nach hinten los. Man muss sich nur mal das Schicksal von MSN ansehen bei dem Microsoft meinte Geld zu verdienen. Obwohl man im Internet Explorer mit der Suchfunktion immer beim MSN landet spielte diese Suchmaschine heute keine Rolle mehr.

Das ist auch kein Wunder, schaut man sich das Design an. Überall Werbung und Dienste und diese Suchmaschine ist LINK Farmen, d.h. Rechnernetze die auf sich gegenseitig verlinken um in den Suchergebnissen vorne zu stehen hilflos ausgesetzt. Das bedeutet in den Ergebnissen findet man sehr viele Treffer die in Napper Websites führen. Dabei steht hinter MSN Microsoft, 50 % Marktanteil bei den Browsern, enorme Kapitalmengen die man nutzen könnte um Google platt zu machen. Doch sie wollten den Kunden abkassieren und er hat es nicht mitgemacht.

Ich denke man muss sich keine Sorgen um Google machen. Kann sein, dass Google mal seinem Moto untreu wird. Doch dann werden die Benutzer eben weiter wechseln. Die Karawane zieht weiter.

Freitag 7.7.2006 : Alkohol mal anders

Und zwar mal nicht auf den Ethylakohol bezogen, sondern auf die Minorbestandteile. Betrachten wir mal alkoholische Getränke, was findet man hier an Minorbestandteilen ?

Nun zum einen mal den Methanol. Methanol wird gebildet bei der Gärung wenn die Hefe neben dem Zucker auch das Pektin vergärt. Pektin ist ein Bestandteil der Zellmembranen von Zellen und findet sich daher in allen Früchten. Äpfel und Birnen haben relativ viel Pektin, Trotzdem findet man in Weinen, Apfelwein oder anderen Fruchtweinen kaum Methanol. Der Grund: Will man diese trinken, so muss man die Gärung stoppen wenn der Zucker vergoren ist, sonst bilden sich auch unerwünschte Aromastoffe.

Anders sieht es aus wenn man aus der Maische Branntwein gewinnt sie also destilliert. Dann wird länger vergärt, es gibt auch Branntweine welche den Trester vergären. Diese enthalten dann bis zu 1-2 % Methanol. Bei wilden Gärungen und schlechter Destillation, wie es in vielen Teilen der Welt vorkommt findet man noch höhere Gehalte, dann kann der Schnaps durchaus zur Gesundheitsgefahr werden und entsprechende Fälle von Massenvergiftungen werden auch immer wieder gemeldet.

Methanol ist erheblich giftiger als Ethanol. Ab Mengen über 1 g kann es zur Erblindung kommen. Die letale Dosis wird oft mit 12 g angegeben (hohe Schwankungsbreite von 5-50 g). Die Menge von 1 g Methanol ist z.B. in 230 ml Zwetschgenwasser oder 190 ml Williams Christbrand enthalten (bei einem Alkoholgehalt von 38 Vol %). Bei normalem Konsumverhalten besteht also keine Gefahr.

Darüber hinaus entstehen bei der Gärung durch Sekundärreaktionen höhere Alkohole wie Propanol oder Butanol. Diese sind zum Teil Aromen und sorgen auch ein bisschen für den Kater nach dem Exzess, da sie erst abgebaut werden, wenn der Ethanol abgebaut wurde.

Warum ist dies wichtig ? Nun der Gehalt an höheren Alkoholen, aber auch anderen Bestandteilen von Weinen oder Schnaps korreliert eng mit der Verträglichkeit. Obstbranntweine wie Zwetschgenwasser und Kirschwasser enthalten viele höhere Alkohole, Korn sehr wenig. Der wohl verträglichste Schnaps ist Wodka - Schon das Ausgangsmaterial, Kartoffeln bilden kaum höhere Alkohole bei der Gärung. Dazu kommt, das guter Wodka nicht einmal, sondern zwei bis dreimal destilliert wird. Macht man das richtig, so hat man am Schluss fast reinen Alkohol mit einem Extraktanteil von unter 0.3 %. Das ist sicher mit ein Grund für die berühmten Trinkgelage der Russen. Doch auch deutscher Korn ist nicht besonders reich an höheren Alkoholen.


© des Textes: Bernd Leitenberger. Jede Veröffentlichung dieses Textes im Ganzen oder in Auszügen darf nur mit Zustimmung des Urhebers erfolgen.
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