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Web Log Teil 309: 10.1.2013 - 19.1.2013

10.1.2012: Bye-Bye Gerard

Russland hat einen neuen Staatsbürger, Gerard Depardieu hat die russische Staatsbürgerschaft angenommen und wurde von Puttin mit seinem neuen Pass begrüßt. Und instrumentalisieren hat er sich auch gleich lassen. Russland sei ein freies Land und dann zog er noch eine bunte Folkloretracht an. Das alles wegen zu hohen Steuern in Frankreich. Wirklich? Ich habe nicht gehört von enorm hohen Steuern, sicher werden sie höher werden (bei uns auch, wenn erst mal in 10 Monaten die Wahlen vorbei sind), doch so viel das Gerard Depardieu deswegen fliehen muss. Nicht mal Abba hjaben Schweden verlassen wegen der damals wirklich hohen Steuern, und die waren internationale Stars und haben auf englisch gesungen, hätten also keinen Nachteil gehabt.

Den Nachteil dürfte Gerard Depardieu haben. Sicher er ist auch international bekannt, aber ist vor allem ein französischer Schauspieler und er verdient das meiste Geld in Frankreich. Die Franzosen sind ziemlich nationalbewusst und ich kann mir denken dass sie ihm das krummnehmen. Er geht ja nicht wie viele andere nach Monaco wie es Schumacher und Becker taten (warum eigentlich nicht? Liegt doch direkt eben Frankreich und französisch sprechen sie dort auch?) und ich könnte mir denken, das der Verlust an Gagen die Steuerersparnis nicht wettmacht. Vor allem würde ich mich nicht auch noch von diesem Regime instrumentalisieren lassen. Ein Tipp: Frag doch mal in Nordkorea nach, vielleicht zahlen die noch was für die Einbürgerung....

Das leitet mich zu meiner heutigen Frage über: Würdet ihr nur wegen des Geldes Deutschland verlassen, und wenn ja wohin? Ich gebe ehrlich zu, ich könnte mir das nicht vorstellen. Wenn, dann vielleicht allerhöchstens noch in die Nachbarländer Österreich oder die Schweiz (in der Schweiz sprechen sie zumindest einen ähnlichen Dialekt und haben ähnliche Ansichten hinsichtlich der Einstellung zur Arbeit und zum Geld wie in dem Teil Deutschland in dem ich leb), aber alles wäre ein zu großer Kultur- und Sprachbruch. Das einzige was ich mir vorstellen könnte wäre Staatenlosigkeit. Meinen Anteil an der Staatsverschuldung bezahlen und dann nichts mehr mit dem Staat zu tun haben, aber eben auch nicht das Umfeld verlasen. Doch interessanterweise kann man zwar zwei (oder noch mehr) Staatsbürgerschaften haben, aber nur in einem Film ("Terminal") wohl keine Staatsbürgerschaft.

Das leitet mich zu meinem zweiten Thema über, bei dem ich mich wahrscheinlich beim Leser mit den meisten Kommentaren unbeliebt mache : Berlin. Das ist ja zweimal in den Nachrichten gekommen: Zum einen wegen des Flughafens, der noch später fertig wird und noch teurer wird als geplant. Natürlich ist nun Wowereit zurückgetreten: Vom Amt des Vorstands des Aufsichtsrats. Es wäre ja zu viel verlang werden, wenn er als regierender Bürgermeister zurücktritt, obwohl er seit 10 Jahren dran ist und daher sicher die politische Hauptverantwortung für das blamable Projekt hat.

Nicht ganz so viele Schlagzeilen machte Thierse. Der hat ja was gegen Schwaben in Berlin. Die würden die Berliner "Tugenden" verderben und so was schlimmes wie die Kehrwoche einführen. Ach ja? Wenn ich Einwohner dieser Stadt wäre, dann würde ich mal ganz still sein. Vor 100 Jahren mal regierten in Berlin preußische Tugenden, doch seit dem zweiten Weltkrieg hat sich die Stadt zum einen drauf eingestellt, von dem Geld anderer zu leben, erst von den Hilfen als in der Zone eingeschlossene Insel aus dem Westen und dann nach dem Fall der Mauer eben einfach Schulden gemacht. Und genauso ist das von Thierse "bunt und so abenteuerlich und so quirlig" bezeichnete ist, dass jeder der im Westen strauchelte oder sich vor dem Wehrdienst drücken wollte, die Fliege nach Berlin machte. Und wenn das über 40 Jahre so ist, dann verändert das die Struktur der Bevölkerung. Und nun kommen Leute, die natürlich nicht dazu passen. Leute die arbeitsam sind, sparsam, anstatt zum ersten Mai Autos anzuzünden und den Dreck überall hin zu schmeißen so was wie die Kehrwoche einführen. Das bringt natürlich das gesamte Leben durcheinander. Leute die morgens zur Arbeit gehen und einen so schor vor 10 Uhr aufwecken, und dann dieses Gekehre jeden Samstag. Nicht mal der übervolle Papierkorb ist vor ihnen sicher... Klar, dass man sich als vollbärtiger Althippie da gestört fühlt.

JJede Stadt bekommt die Regierungsvertreter die sie verdient. Die einen einen grünen Ministerpräsident der fast noch konservativer als die CDU ist. Die anderen einen der findet das seine überschuldete Stadt "arm aber sexy" sei (Tipp: Berlin als größter Rotlichtbezirk Deutschlands brächte dann wieder Einnahmen) und solche Fundamentalträumer wie die Piraten. Bei uns wird gegen einen Bahnhof demonstriert weil man ihn für zu teuer und überflüssig hält, und in Berlin bekommt man nicht mal einen Flughafen hin den jeder wöllte. Das sind eben die Unterschiede....

12.1.2012: Buchkritik: Patrick Moore: Venus

Ich hatte schon einige Bücher von Patrick Moore und Gary Hunt über Jupiter, Saturn und Uranus. Das sind Bücher in denen ich gerne nachlese. Da ich derzeit viel im Internet stöbere und versuche Bücher über Themen zu bekommen in denen meine doch etwas veraltet sind. Da stolperte ich über das Buch von Patrick Moore Venus. Es ist auch relativ neu, von 2002, als Taschenbuch von 2004. Da seitdem es nur die Venus Express Mission gab, sollte es zumindest was die Geologie angeht aktuell sein.

Das Buch hat mich dann doch enttäuscht, obwohl der Autor ja sehr bekannt ist. Was mir nun klar ist, ist das was ich an den bisherigen Büchern schätzte, der Teil von Gary Hunt war. Die Bücher enthielten einen Mix von Geschichte und Fakten über den Planeten. Die Geschichte stammt von Moore und die Fakten von Hunt. Doch diese Bücher waren ausgewogen, die Fakten machten den größten Teil aus, die Geschichte den kleineren.

Ohne Coautor hat sich Moore auf das konzentriert was er wohl mag: Astronomiegeschichte. Geschichte ist toll. Ich liebe Wissenschaftsgeschichte. Von vielen Büchern habe ich vor allem so Geschichten noch im Kopf, wie von Alvarez Buch über die Entdeckung des Aussterbens der Dinosaurier, wo er Gesteinsproben in den USA und Russland parallel auf Iridium untersuchen lies, um Ergebnisse vergleichen zu können. Aber in Maßen. Das Buch hat 167 Inhaltsseiten (ohne Einleitung und Anhänge). Nur zwei von 15 Kapiteln, dreißig Seiten beschäftigen sich mit der Geologie und Atmosphäre. Der Rest in irgendeiner form ist Geschichte. Es geht von den frühen Beobachtungen über den Einsatz des Teleskops und die Versuche irgendetwas zu erkennen über das Phänomens des aschenfarbenen Lichts (ein ganzes Kapitel1).,die Suche nach einem Satelliten, Transits und die Beobachtungen, die Erforschung mit Raumsonden und die Spekulationen über Leben auf der Venus.

Alles ist sehr amüsant zu lesen, manche Dinge sind spannend, wie die Expeditionen 1761 und 1768 um bei den Venustransits die astronomische Einheit zu bestimmen, aber die Summe macht es aus. Fast fünf Sechstel des Inhalts nur Geschichte und nur ein kleiner Rest über den Planet selber. Dieser Teil brachte nicht einmal einen Mehrwert. Die Beschreibung der Oberfläche ist "oberflächlich" und leicht woanders nachzulesen. Schlimmer noch: anstatt Bilder zu den Phänomen zu bringen, die beschrieben bei der Geologie werden, sind es zusammenhangslose Bilder von Einschlagskratern. Die globale geologische Karte ist noch eine auf der Basis von Pionieer Venus Daten und entsprechend grob, das gilt leider auch für andere neuere Farbaufnahmen. Bei der Atmosphäre hat es nicht mal zu einer Tabelle über die Minorbestandteile gereicht. Eine Diskussion über die global junge Oberfläche, das beobachtete Argon-40/Argon 36 Verhältnis. Nichts. Selbst die Wikipedia ist da ausführlicher.

Das finde ich sehr enttäuschend. Weil das Buch eben "Venus" heißt und nicht "History of the Exploration of Venus". Da erwarte ich einen anderen Inhalt, nämlich dass der Planet im Vordergrund steht und man umfassend informiert wird. Wenn man das Buch unter diesem Aspekt kauft, dann hat man sicher einen guten Griff gemacht. einige Kapitel wie die Spekulation über Leben auf der Venus sind sehr gut zu lesen, die Sprache auch für des englischen nicht so mächtigen gut verständlich.

Es hat aber mir immerhin bei zwei Dingen geholfen. Zum einen bei einem Aufsatz über die Spekulationen über Leben auf der Venus, die ja sogar noch das Design der frühen Sowjetsonden bestimmte, und ein Literaturhinweis. Eine Referenz ist The Planet Venus von Marov, bei den Venera Sonden beteiligt und schon Autor eines Buchs über die Erforschung der Planeten in den Achtzigern, bei dem ich zum ersten Mal hochauflösende Aufnahmen der Venus von Venera 15+16 sah (die kennt übrigens Moore nicht, sie werden bei seinem überblick nicht erwähnt). Ich warte aber mal ab bis ich es gebraucht noch etwas günstiger bekomme, den neu ist es ziemlich teuer.

13.1.2012: Wassup?

Ihr habt es schon gemerkt und ich habe es auch angekündigt, es gibt nun weniger Blogs. Hauptgrund ist dass nun wieder die Vorlesungen an der DHBW anfangen und ich einen weiteren Kurs bekommen habe, so also 16 Stunden pro Woche unterrichte. Das ist ziemlich anstrengend und letzte Woche hatte ich zudem noch zwei Ausweichtermine, sodass es 24 Stunden waren. Der Eindruck über die Studenten ist positiv, das Interesse ist größer als bei allen vorherigen Kursen die ich bisher hatte. Was allerdings auch auffällt ist, dass die Zahl derer die schon mal in der Schule programmiert haben stetig abnimmt. Teilweise ist kein einziger im Kurs der das Fach schon mal in der Schule hatte.

An der Situation wird sich in den nächsten 3 Monaten auch nichts ändern. Auf der anderen Seite sehe ich auch nicht die großen Themen. Hans hat angekündigt einen Gastbeitrag zu veröffentlichen und vielleicht inspiriert das den einen oder anderen. Das einzige was mir in größerer Anzahl einfällt sind Satiren auf SpaceX und das will ich nicht übertreiben.

Ich schaue ja mal ab und zu ins Dashboard. Neben der seltsamen Beobachtung dass die Besuchszahlen des Blogs konstant bleiben, obwohl ich fast nichts veröffentlicht habe, fielen mit 7 Suchanfragen "Raketenlexikon Neuauflage" auf. Da habe ich nun die Atlas abgeschlossen. Das ganze geht nur sehr langsam voran, was primär daran liegt, dass ich nun als primäre Informationsquelle den NASA Technical Reports Server nehme. Da gibt es viel - viel zu viel und schlimmer noch in einem Dokument entdeckt man dann etwas wo woanders reinpasst. als Folge wird das Buch immer länger und es dauert sehr lange einen Teil abzuschließen. Inzwischen bin ich bei 618 Seiten. Ich hoffe jetzt wird es weniger, weil von den alten Raketen über die man etwas dort findet nur noch die Scout dabei ist (das Saturn Kapitel ist schon ellenlang und wird nicht noch mehr vergrößert).

Trotzdem gibt es jetzt eine Pause den Hans ist mit dem Diätbuch fertig, sodass ich es nach eineinhalb Jahren endlich abschließen kann. Dann folgen noch drei und meine "Karriere" als Buchautor ist beendet. Ich sollte eben so wenig Anspruch haben, dass ich einfach andere Webseiten zusammenfasse. Das reduziert die Arbeit auf einen Bruchteil und vergrößert den Absatz.

Zuerst muss ich aber noch was am Skript tun. Den ersten Teil habe ich ja schon gemacht, der zweite Teil muss noch in den nächsten 2 Wochen erledigt werden. Ich ändere ja jedes Jahr ein bisschen was, aber diesmal ist es eine größere Änderung, da wir die IDE von RAD Studio auf Lazarus gewechselt haben, weil es zum einen schwer wurde für Studenten Lizenzen zu bekommen und zum anderen sich ein Dozent über die mangelnde Stabilität und zu viele Hilfen beschwert hat (Codevervollständigung). Das letztere kann man Abschalten, das erste liegt am Rechenzentrum, denn das Programme nicht funktionieren, ganze Räume kein Login erlauben oder dann nur ein temporäres Profil anlegen ist dort normal. Die Devise ist "Aussperren". So läuft alles über einen Proxy (Effekt: wenn ein Student etwas von meiner Website geladen hat und ich einen Fehler korrigiere, bekommen alle Studenten trotzdem noch die letzte Version) und Updates scheitern. So auch bei Rad Studio, das bei mir wenn ich im Auftrag programmiere, den ganzen Tag ohne klagen läuft, dort ist es aber auch möglich die Updates einzuspielen. Der Firefox ist aus dem selben Grund 3 Jahre alt und beim letzten Booten bekam ich von Windows die Meldung dass nicht mal die Windows Updates funktioniert haben....

Lazarus reicht für unseren Unterreicht völlig, ist aber in vielen Details anders. Manches ist besser (so der Code Formatter und die Favoriten beim Objektinspektor) aber vieles umständlicher. Ohne angedockte Fenster muss ich die Compilermeldungen immer in den Vordergrund holen genau wie Projektverwaltung und Debbugingfenster. Angedockt müssen sie ja nicht sein, aber sichtbar und nicht vom Quelltexteditor verdeckt. Auf jeden Fall muss ich erst mal prüfen ob meine Beispiele noch funktionieren.

Daher: wenn ihr einen gut gefüllten Blog haben wollt: nicht berieseln lassen, selbst aktiv werden....

14.1.2012: Auflösung Raumfahrträtsel 2 / Rätsel 3

So wie Fabian richtig erraten (oder gewusst?) hat, handelt es sich bei den beiden Reihen um die Raketenstarts der USA und China. Wie man an den Balken sehen kann hat China kräftig aufgeholt und 2011 die USA knapp und 2ß12 deutlich überholt. Was in den Nachrichten bemerkt wird, ist wenn China mal wieder einen bemannten Start durchführt, doch die sind eher selten, einer alle 1-2 Jahre. Die große anzahl an Starts geht auf eigene nationale Kommunikations-, Wetter-, Erdbeobachtungssatelliten und natürlich auch militärischen Satelliten zurück. Vor allem die Sparte der Anwendungssatelliten dominiert die Starts, während es bei den USA fast nur militärische Starts sind. Von den 13 Starts der USA sind 10 militärischer Natur, zwei entfallen auf das CRS / COTS Programm und nur einer war ein NASA Start.

Was die Zahlen bei den USA auch verfremdet ist die Tatsache, dass ich nur die Herkunft der Rakete, nicht aber die der Nutzlast erfassen kann. Die Spitze zwischen 1990 und 2000 beruht nicht auf vielen neuen Starts sondern vor allem auf den kommerziellen Starts von US-Unternehmen, vor allem Lockheed Martin mit der Atlas. Danach verloren US-Hersteller große Marktanteile an Russland und die startzahlen sanken. Mit Ausnahme von 2009 als LM wieder neue Aufträge erhielt weil Sealaunch unter Chapter 11 kam.

Das wird auch nicht besser werden, denn zeitverzögert wirken sich die Bush Jahre immer noch auf die US-Raumfahrt aus. Seit 2006 wurde zugunsten von Constellation das Wissenschaftsprogramm der NASA zusammengestrichen. Constellation ist tot, doch nun gibt man das Geld eben für SLS und MPCV aus, dieses Jahr 3,5 Milliarden Dollar. Da die Beteiligung diesmal größer war heute ein neues, diesmal ein Bilderrätsel., Noch eine Zahl die den Niedergang der US-Raumfahrt belegt: 2012 fanden vom CSG aus genauso viele Starts statt wie von Cape Canaveral aus. Das es mal mehr Flüge vom CSG aus gab ist allerdings schon öfters vorgekommen, weil viele militärische von Vandenberg aus starteten.

Nebenbei: So langsam glaube ich dass die Sache mit dem Weltuntergang doch gestimmt hat, nur eben nicht am 21.12. sondern am kalendarischen Wechsel zum 1.1. Ich habe zumindest Seit Neujahr die Sonne noch nicht gesehen ....

Welcher Start ist das? Tipp: Er wird öfters bei Dokumentationen über die frühe bemannte Raumfahrt bei den misslungenen Raketenstarts gezeigt, hat damit aber gar nichts zu tun.

http://youtu.be/NHsCwrbBykY

16.2.2012: Das Rätsel um die X-37B gelöst

Inzwischen hat die USAF schon zum dritten Mal ein X-37B gestartet und das in nur zwei Jahren. Die Einsatzdauer der ersten beiden Flüge steigerte sich von 237 auf 489 Tage. Das ist doch etwas viel für ein experimentelles Flugzeug. Doch ein Protokoll einer Senatsanhöhrung hat nun einige Geheimnisse gelüftet. Das Projekt war auch bei denen die im Zuge der allgemeinen Einsparungen gekürzt oder gar eingestellt weren sollen. Schließlich so fragten sich die Repräsentanten wurden die Space Shuttles eingemottet. Wozu startet also die USAF ein neues Programm?

General Turgison, verteidigte nach dem Mitschnitt das Projekt und konnte die Volksvertreter überzeugeb, sodass der Weg frei zur einer dreimal größeren Version ist, die mal als Crew-Return Vehicle geplant war und nun militärisch eingesetzt wird. Kernpunkt ist die Veränderung der militärischen Situation. Die Aufklärungsflotte der USA angefangen von elektronischen Satelliten über die Lacrosse Radarsatelliten bis hin zu den Keyhole 12 Satelliten war ausgelegt bekannte russische Basen auszuspähen und neue Militärtechnik möglichst detailliert abzubilden damit man z.B. Flugzeuge schon vor der Indienststellung in ihren Fähigkeiten beurteilen kann.

Das ist heute nicht mehr notwendig. Nicht nur das der kalte Krieg vorüber ist, sondern die neuesten Waffen führt Russland bei internationalen Messen und Flugschauen selbst vor. Heute dominiert die Suche nach Terroristen und die Überwachung zahlreicher Krisenherde die Aufklärung. Dafür sind die Detailaufklärer ungeeignet und die NRO hat schon zwei der NASA geschenkt.

Anstatt einige Orte hochauflösend abzubilden, muss heute die NRO ganze Länder wie Syrien und Mali regelmäßig inspizieren und die Suche nach Terroristen geschieht sogar global. Doch es gibt Grenzen "We don't have the Bandwith we need and we don't have a secure Connection" so General Turginson. Während sich die Sensoren immer weiter entwickelten und es erlaubten immer mehr Daten aufzunehmen, stagniert die Datenübertragungsrate. Alle Bänder, die die Lufthülle durchlässt sind ausgeschöpft und es gibt nicht die weltraumtauglichen Chips die hohe Datenraten sicher verschlüsseln können.

"We test since a decade Laser communications and the use of high-frequency transmissions between satellites, but to be honest, it works for a while, but we still have a long way until its to 99% of the time stable".

So kam man auf die nahelieg3ndste Möglichkeit: Die Daten an Bord zwischenzuspeichern und erst nach der Landung auszuwerten. Das ist nicht neu und wurde schon zwanzig Jahre lang so gemacht. Doch mit neuer Technik ist es möglich enorm viel Daten aufzuzeichnen:  "A small SSD can store 256 Gbyte of Data and its weight is only anbout 100 g. You can pack a hundert of them in a small box and with the right filesystems you only see one big drive". so General Turginson. Der Hauptvorteil: Daten können in fast unbegrenzter Menge gewonnen werden. Als Beispiel wurde Wourldview genannt. Das System aus zwei Satelliten kann pro Tag 750.000km² abbilden, doch bis die ganze Erdoberfläche abgebildet und zum Boden übertragen ist dauert es wegen der Beschränkung durch die Datenrate und die ungleiche Verteilung von Land zwei Jahre. Ein OV1 schafft es dagegen in 54 Tagen.

Doch das ist nicht der einzige Vorteil: Sensoren und Elektronik können ausgetauscht werden. So war erprobte OV1 einen Kryptoprozessor der Daten mit dem AES Algorithmus verschlüsselte. Er fiel nach 213 Tagen aus und führe dazu, dass man die Raumfähre vorzeitig nach 237 Tagen zurückholte. Sensor- und Elektronikausfälle limitieren heute die Lebensdauer von Erdbeoachtungssatelliten. Das OV1 ermöglicht es nicht nur defekte Instrumente zurückzuholen und durch funktionierende zu ersetzen, sondern auch immer die neueste Technik einzusetzen.

Nach den kleinen X-37B sollen in 2-3 Jahren die operationellen, größeren bis zu 15 t schweren Exemplare folgen. Sie werden in der Nutzlastbuch eine ganze Barrikade von Kameras einsetzen und nach und nach die herkömmlichen Spionagesatelliten ersetzen, zumindest solange bis das Datenübertragungsproblem gelöst ist und es genügend leistungsfähige Chips gibt, die einerseits den Weltraumbedingungen gewachsen sind ,aber auch Datenraten von 1-10 GBit/s in Realzeit verschlüsseln können. Das soll noch mindestens ein Jahrzehnt auf sich warten lassen. Diese nächste Generation von OV werden dann auch nach wenigen Wochen Kanister mit SSD abtrennen, die dann geborgen werden. Damit wird ein OV mindestens zwei Jahre im Orbit bleiben können. Trotzdem muss man maximal 2 Monate auf eine komplette Abbildung der Erdoberfläche in 0,5 m Auflösung warten. Diese Auflösung braucht man um Terroristenverstecke zu finden. Die NRO sucht nun nach Häusern mit großem Grundbesitz, Abschottung nach Außen durch Mauern und Spuren der Müllverbrennung, wie sie bei Bin Laden vorlagen. Man habe schon bei den letzten Missionen einige Tausend dieser Objekte gefunden die man nun überprüfen müsste. Es sei aber nur eine Frage der Zeit bis sich die ersten Erfolge einstellen sollen.

Ursprünglich war sogar gedacht die operationellen OV an die ISS anzudocken: Das Militär hätte auf die CRV Pläne zurückgegriffen und anstatt einer Mannschaftskabine eine Nutzlastbucht eingebaut. "If we could dock with the ISS, where the Adapter is already installed. We could extend the lifetime until we have a better solution or something is defect". Aber die NASA hat dies wohl abgelehnt, damit nicht erneut die Diskussion um einen ISS Zubringer aufkommt, nachdem sie sich für das CRS entschieden hat.

Trotzdem soll es sich für das Militär rechnen: "A new reconnaissance satellite costs more than a billion dollar. We expect costs for one operational verhicle of about 400 million Dollars, including the launch. And we have the advantage of an easy and fast upgrade, instead of the usual decade a new technology today needs until have an operational solution".

Wer hätte das gedacht. Das US-Militär hat für das Shuttle tatsächlich noch eine Anwendung gefunden!

18.1.2012: Da warfen es nur noch zwei ....

Gestern Abend habe ich nun endlich (angefangen habe ich im Juli 2011) das Diätbuch zum Druck freigegeben (genauer gesagt: "Das ist kein Diätratgeber ... aber eine Hilfe beim Abnehmen". Ich werde in der nächsten Zeit noch eine Kindle Ausgabe nachschieben, aber sonst wird es das Buch nicht als e-book geben. Das liegt einfach daran, dass ich sonst BOD die ganzen Rechte geben muss und selbst nichts veröffentlichen kann. Mit der Preisgestaltung dort bin ich aber nicht einverstanden. Bei Amazon kann ich es zu einem Drittel des Preises der Printausgabe anbieten und habe trotzdem dieselbe Marge. Selbst wenn dann noch der Verlag dazukommt sollte man e-Books zur Hälfte des Druckpreises anbieten und nicht nur 25% billiger.

Damit sind noch zwei Bücher übrig. Zum einen das Raketenlexikon, und dann noch die Fragen zur Ernährung. Beim letzten bin ich noch nicht mal mit der Recherchephase fertig, weil ich seit September nichts mehr dran gemacht habe. Also wenn noch jemand Fragen zur Ernährung, Recht, Gesundheit, Kennzeichnung etc. hat, dann bitte per Email an mich schicken (bl "at" bernd-leitenberger.de). Das wird sicher nicht vor 2014 erscheinen, außer ich habe plötzlich massiv viel Zeit, aber bis April bin ich schon Vollzeit mit dem Unterricht belegt und danach wartet der nächste Job auf mich.

Beim Zweiten Buch habe ich derzeit mit einem Dauerproblem zu kämpfen, dass auftritt wenn ich die fertige Datei bearbeite. Im Normallfall kopiere ich zum Bearbeiten die Datei aus ihrem Verzeichnis heraus, damit Openoffice schneller arbeitet. Mit Bildern nimmt auch die Neigung willkürlich Leerseiten einzufügen (teilweise 3,4 am Stück) zu. Aber beim Probeerstellen eines PDF stürzte es nun mehrmals ab, was für das Ausdruck natürlich etwas kontraproduktiv ist. Ich habe mich übrigens entschlossen, es unter neuem Titel, nämlich nur "US Trägerraketen" veröffentlichen. Zum einen hat sich der Umfang mehr als verdoppelt. Zum anderen kommt so der Leser nicht auf die Idee, es gäbe auch noch eine Neuauflage des zweiten Bandes. Ab 2014 werden dann die ersten Verträge auslaufen und was dann nicht mindestens noch die Datenhaltungskosten einbringt wird eben nicht verlängert.

Danach gibts zwar noch ein weiteres Buch, zusammengesetzt aus dem ersten Teil des Diätbuchs und einigen Ernährungsfragen, das eine Einführung in die Ernährung geben soll. Logischerweise sollten die beiden Bücher dann schon erschienen sein, da ich für diese Zweitverwertung dann nicht noch mal einen Korrekturleser einspannen will.

19.1.2012: Ich möchte einen Xeon Phi

Schon in meinen ersten Computerjahren, so Anfang / Mitte der achtziger faszinierten mich Supercomputer. Diese Rechenpower auf kleinstem Raum, die hochgezüchtete Elektronik, wie bei der Cray die superschnelle ECL Logik. Inzwischen haben Supercomputer viel Sex-Appeal verloren. Einige Tausend bis einige Zehntausend PC's miteinander koppeln kann jeder, okay es sind keine PC's, sondern Server aber im Prinzip Standard PC Technik. Anstatt einem kompakten Rechner wie der Cray 1, die man notfalls auch als Couch nutzen konnte, füllen heute Supercomputer ganze Hallen und verbrauchen Megawatt an Strom. Für den Earth-Simulator hat man sogar extra ein Gebäude, samt Kraftwerk nebenan, für die Stromversorgung gebaut.

Trotzdem ist es absolut gesehen ein kleiner Markt, verglichen mit den Zig-Millionen von Servern bei Internet Providern, Webhostern, in Firmen oder gar bei Google und Amazon. spezialisierte Hardware ist weitgehend ausgestorben, selbst Cray produziert seit Mitte der neunziger Jahre Rechner auf Basis von Standardprozessoren. Eigenes Know-How steckt natürlich noch drin und zwar in der Verbindung der Knoten und deren Kommunikation.

Trotzdem scheint dieser Markt so interessant zu sein, dass man Spezialhardware dafür entwickelt. Nvidea und ATI entwickeln eigene Grafikkarten die als GPU's eingesetzt werden. Rein theoretisch haben die Grafikprozessoren (GPU) eine viel höher Rechenleistung als CPU's. Einfach weil es derer viel mehr sind. Die Grabbeltischkarten haben schon 64 bis 128 Recheneinheiten, die nun für Supercomputer vorgesehenen von Nvidea und ATI haben 2496 bzw. 2048 Kerne. Der Unterschied zu den für Spiele gedachten Karten ist dann aber schon gegeben. Bei einem Spiel ist es notwendig Szenen zu berechnen. Da reicht die einfache Genauigkeit völlig aus, eventuell sogar nur das Rechnen mit Integerzahlen. Dagegen braucht man bei wissenschaftlichen Berechnungen double precision. Viel größere Umstellungen erforderten die Programme. Zum einen von dem Möglichkeiten der Kerne her sie zu programmieren - es geht ja nicht nur um Berechnungen sondern auch Programmstrukturen. Auch der Speicher musste erheblich vergrößert werden. Für den Einsatz als Grafikkarte sind das zwar nette "nice to have" Features, doch wird alleine schon wegen der einheitlichen DirectX Schnittstelle. Spiele werden sicher nicht jedes Feature ausnutzen können, aber sich skalieren sie besser mit mehr Kernen als mit komplexeren Programmen.

So gesehen verwundert es dass Nvidea und ATI sich auch auf diesen Markt konzentrieren. Aber sie sind nicht die Einzigen. Auch Intel arbeitet seit 10 Jahren fast nur noch an der Verbesserung der Fließkommaperformance, vor allem aber über spezielle Erweiterungen. Da gab es zuerst MMX, bei der die Fließkommaeinheit mehrere Integerzahlen gleichzeitig manipulierte, dann SSE bei der das zuerst mit mehreren Single Precission Variablen klappte, nun über einige SSE Generationen weiter sind wir bei AVX mit 256 Bit Registern.

Nur: normale Programme nutzen das nicht. Zum einen sind Anwendungen die Fließkommabefehle massiv nutzen bei PC-Programmen dünn gesät, so viel zu Rechnen gibts nicht. Selbst bei Bildbearbeitung kommt man oft mit Integers aus, die üblichen Verdächten beschränken sich meist auf den berühmten "Gaussschen Verwischer" und das Encodieren von Video. Bei den vielen Servern im Einsatz ist es fast noch wichtiger, dass die Datenrate stimmt. Entweder bei der Übertragung von Daten über das Netz oder von Festplatten. Viel gerechnet wird da nicht. Eine zweite Einschränkung ist, das Programme auf allen Rechnern laufen sollen, auch solchen ohne SSE(x) und auf allen Betriebssystemen (AVX benötigt z.b. Windows 7 oder 8 in der Windows Linie). Kein Hersteller der Welt baut CPU-Befehle ein die nur bei bestimmten Rechnern laufen, weil er sich dann schon denken kann wie viele Supportanfragen er beantworten kann.

Was dem Nutzer wohl mehr nutzt sind viele einfache Kerne oder noch besser mehr Takt. Nun dem letzten sind physikalische Grenzen gesetzt, aber das erste kann man noch steigern. Nun gibt es von Intel für das Hochleistungsrechnen (High-Perfromance Computing) den Xeon Phi - wie eine Grafikkarte auf einer Steckkarte mit eigenem Speicher. Doch es handelt sich um einen Prozessor aus 60 P54C Kernen - P54c, das ist das Pentium Design, das Intel wieder von der NASA zurückgekauft hatte, nachdem sie es vor einigen Jahren mal abtrat. Die NASA wollte daraus strahlengehärtete Prozessoren machen und das war keine schlechte Idee, denn das Pentium Design ist relativ schnörkellos, eine effektive Brücke zwischen x86 Codes und interner RISC Verarbeitung. Er hat eben nur eine FPU und eine ALU. Nicht wie heute mehrere pro Kern. Das vereinfacht die Programmierung und Auslastung und es gibt kein MMX, kein SSE und kein AVX. Trotzdem erreicht ein Xeon Phi (früherer Projektname: Larrabee) eine Spitzenleistung von 1,01 TFlops bei Double Precission.

Die Frage ist: Warum nicht das ganze für den Desktop? Warum muss ich für Erweiterungen zahlen die die CPU verteuern und mir nichts bringen? Ein Xeon Phi hat 5 Milliarden Transistoren bei 60 Kernen, also 80 Millionen pro Kern. Eine ICore I3/I5 also Mittelklasse CPU 497 Millionen Transistoren für 2-4 CPU Kerne, also im besseren Falle 124 Millionen pro CPU. Mir wären mehr einfache CPU Kerne lieber, also 3/6 anstatt mehr Funktionseinheiten die mir nichts nützen. Irgendwie bringt es Intel nicht so richtig hin. Entweder sie sparen am falschen Ende (Atom ohne Umsortierung der Befehle, was ihn drastisch verlangsamt) oder sie bauen was ein, das keiner braucht. Ich würde sogar noch weiter gehen - vielleicht braucht nicht jeder Kern eine GFPU. Vielleicht reicht auch für jeden zweiten eine.

Also Intel - baut eine Billgversion des Xeon Phi, als Desktop Prozessor.


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