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Web Log Teil 5.8.2007-13.8.2007

Sonntag: 5.8.2007: 50 Jahre Raumfahrt: Kommunikationssatelliten

In diesem Teil zu 50 Jahre Raumfahrt geht es um Kommunikationssatelliten. Die ersten Versuche Satelliten zur Kommunikation zu nutzen fanden fast unmittelbar nach dem Beginn des Raumfahrtzeitalters statt. Der erste Versuch ist das Experiment Score: Einen Testflug einer Atlas D nutzte man um einen 183 kg schweren Satelliten am 18.12.1958 in eine elliptische Umlaufbahn zu bringen. Man sandte an diesen Satelliten Sprechfunkt und er verstärkte das Signal und sendete es über eine Niedriggewinnantenne zurück. Da er sich bis zu 1800 km von der Erde entfernte konnte man so sehr lange Strecken überbücken.

Satelliten die einen elliptischen Orbit hatten bestimmten denn auch die Versuche der ersten Jahre. Der wohl bekannteste war Telstar, der benutzt wurde um die erste Life - TV Übertragung zwischen Europa und Amerika zu bewerkstelligen. Im erdfernsten Punkt seiner elliptischen Bahn war er für einige Zeit im Empfangsbereich beider Kontinente.

Andere Versuche der frühen sechziger Jahren waren die Echo Satelliten - passive Satelliten die eigentlich aus einem riesigen Ballon bestanden und in 1000 km Höhe als Reflektoren für Funkwellen genutzt wurden.

Dosch schon 1948 erkannte Arthur C. Clarke, dass ein Satellit in 36000 km Höhe sich so schnell um die erde dreht wie diese selbst für eine Umdrehung braucht und daher von der Erde aus gesehen am Himmel "festgenagelt" ist. Das hat zwei Vorteile. Als erstes muss man die Antennen nicht nachführen und zum zweiten ist er dauernd erreichbar. Bei einem Telstar" System hätte man sehr viele Satelliten auf elliptischen Bahnen benötigt, bei diesem geostationären Orbit nur 3 um die ganze Welt (mit Ausnahme der polnahen Gebiete) abzudecken.

Nahe der Pole ist der Satellit so niedrig über dem Horizont bzw. unter dem Horizont, dass ein empfang sehr gestört ist. Daher setzte die UdSSR auf Satelliten in elliptischen Bahnen für die Kommnukationsverbindungen nach Sibirien, das ja auch sehr weit nördlich liegen kann.

Der einzige Nachteil dieser Bahn ist, dass die Nutzlast in sie nur etwa ein Viertel bis ein Fünftel einer erdnahen Bahn ist. Trotzdem begann schon 1964 als Syncom 3 in einen geostationären Orbit befördert wurde. Zwei Versuche vorher scheiterten (Syncom 1 verstummte nach Zünden eines Antriebs und Syncom 2 gelangte nur in eine geneigte Bahn anstatt über dem Äquator). Seinen Nutzen bewies er noch im selben Jahr, als er die Olympiade von Tokio in die USA übertrug.

Sehr bald fanden sich dann auch Investoren die Satelliten bauen ließen und starteten, natürlich zuerst in den USA. Auch INTELSAT, eine internationale Gesellschaft begann recht früh mit dem Bau von Satelliten. Bis heute gilt, dass ein solcher Satellit zwar eine enorme Investition bedeutet (Mit Versicherungen und Start zwischen 200 und 400 Millionen US-$ pro Stück), er aber nach einem Bruchteil seiner zu erwartenden Betriebsdauer sich amortisiert hat. Die Leistungen sind dabei enorm gestiegen, wie der Vergleich des ersten und des aktuellen INTELSAT Modells beweisen:

Modell INTELSAT ! INTELSAT 9
Startmasse 68 kg 5575 kg
Orbitmasse 34 kg  
Durchmesser 0.71 m 2.4 x 2.9 m mit Solarpanels 45 m
Höhe 0.59 m 7.5 m
Kapazität 240 Telefongespräche 45 C und
oder 1 C Band Kanal 16 Ku Band Kanäle
"Design"-Lebensdauer 1.5 Jahre 13 Jahre

Die Verdienstmöglichkeiten durch Satellitenkommunikation waren den auch die eigentlich Triebfeder für die Ariane Entwicklung, nachdem die NASA die ersten europäischen Kommunikationssatelliten nur starten wollte wenn diese nicht für reguläre kommerzielle Aktivitäten eingesetzt werden. Bis heute werden die Trägerraketen weitgehend für diese Satelliten in der Leistung gesteigert. Für die wenigen großen NASA und ESA Nutzlasten lohnt sich die Entwicklung von Ariane 5 und Atlas V nicht.

Heute haben Kommunikationssatelliten sehr starke Konkurrenz durch Tiefseekabel, seit man durch Glasfasern sehr große Datenmengen übertragen kann. Sie sind dann noch ungeschlagen wenn nicht Punkt zu Punkt Verbindungen gefordert werden, sondern das Broadcasten von Sendungen wie es z.B. beim Fernsehen oder Rundfunk der Fall ist. Weiterhin sind sie überall verfügbar, auch dort wo man keine Telefon- oder Datenleitung zur Verfügung hat.

Das Senden von Fernsehen an kleine Antennen begann interessanterweise in Europa mit TV-SAT und TDF, da man jedoch eine neue Fernsehnorm einführen wollte misslang dieser Ansatz. Kurz darauf steig Astra ins Geschäft ein und konnte mit etwas geringerer Sendeleistung erheblich mehr Kanäle zur Verfügung stellen. Damals benötigte man noch 90 cm große Antennen bei 50 Watt Sendleistung. Heute reichen bei 150 W Sendeleistung Antennen von weniger als 60 cm Durchmesser aus. Amerika zog erst 10 Jahre später nach, da dort das Fernsehen per Kabel viel verbreiteter war als in Europa.

In der ganzen Zeit gab es allerdings auch immer wieder Projekte die nicht erfolgreich waren. Neben dem deutsch-französischen Experiment TV-SAT / TDF waren dies vor allem die beiden Mobilfunknetze Iridium und Globalstar. Die Idee: Satelliten in einem niedrigen Orbit sind so erdnah, dass man mit Mobiltelefonen über Satellit weltweit - auch in der Wüste oder Antarktis - telefonieren kann. Allerdings braucht man wegen des geringen Erdabstandes sehr viele Satelliten. Bei Iridium 77, bei Globalstar waren es 24. Beide Unternehmen konnten lange nicht so viele Kunden gewinnen wir erhofft und gingen in Konkurs. Einen ähnlichen plan verfolgte schon die NASA in den siebziger Jahren. Ein Satellit mit einer entfaltbaren 65 m Antenne sollte im Erdorbit zusammengebaut und dann in den geostationären Orbit gebracht werden. Er hätte das Telefonieren per Handy in en USA für maximal 230.000 Teilnehmer gleichzeitig ermöglicht. Heute betreibt man lieber viele Kleine irdische Antennen dafür. Diese sind zwar wesentlich teurer als ein einziger Satellit, doch die Kapazität des Netzes ist auch viel größer. Bei der heutigen Telefonitis wären 230.000 gleichzeitig geführte Gespräche in einem Netz mit 300 Millionen potentieller Teilnehmer viel zu wenig.

Die gesteigerte Send- und Empfangsleistung von Satelliten macht es heute sogar möglich Internet per Satellit durchzuführen. Bis vor einigen Monaten ging das nur mit dem Downstream, also dem Empfang von Daten und der Upstream musste über eine Telefonleitung erfolgen. Die neueste Generation kann auch den Upstream mit geringer Sendeleistung empfangen, so dass es Komplettangebote gibt, die jedoch nichts für Power-Sauger sind. Der Betreiber behält sich vor dann die Leitung zu kappen. Das ist verständlich, denn rechnet man die Preise für ein Angebot hoch, so ist klar, dass dies bei einem 24 h Betrieb nicht wirtschaftlich ist und nur geht wenn viele Benutzer sich einen Up/Downstream teilen.

Ein Ende der Entwicklung ist noch nicht abzusehen. ein typischer Kommunikationssatellit wog vor 25 Jahren etwa 1200 kg. Heute wiegt er 4000-5000 kg und es gibt durchaus größere Exemplare. Dies hat die Trägerraktenentwicklung in gleicher Weise vorangetrieben: Eine Ariane 1 hatte eine maximale Nutzlastkapazität von 1800 kg, eine Ariane 5 eine von 9600 kg. Daher ist man bestrebt die Lebensdauer zu verlängern. Inzwischen ist der Treibstoff für die Korrektur der Bahn der limitierende Faktor. Es gibt zum einen das Bestreben diesen durch Ionentriebwerke zu senken, zum anderen sollen Module an ausgediente Kommunikationssatelliten andocken und für diese die Lageregelung übernehmen.

Montag 6.8.2007: Helden des Alltags

Mit diesem Begriff wird heute viel Schindluder betrieben. Was ist ein "Held des Alltags". Nun vielleicht sollte man erst mal definieren was ein Held ist: Ist es jemand der etwas "heldenhaftes" tut? Ja und Nein. Ich glaube die Definition kann man am besten an konkreten Beispielen machen und nachdem jemand ein Held wurde, denn oft liegen törichtes Verhalten und Heldentum nahe beisammen. Ein Beispiel: In meinen Augen ist jemand der sieht wir ein Kind beim Schlittschuhlaufen einbricht und es rettet ein Held, aber wenn er dabei die nötige Vorsicht nicht walten lässt und dabei sich oder das zu rettende Kind in Gefahr bringt, dann ist er nur dumm. Viele Helden aus Sagen und Film sind nur ziemlich dumme Menschen die ohne viel zu überlegen handeln.

Wer bei einem Banküberfall von den Räubern als Geisel zum Beweis des guten willens frei gelassen wird und darauf verzichtet, damit eine alte Frau oder jemand der krank ist frei kommt ist vielleicht ein Held, jemand der versucht die Bankräuber zu entwaffnen wohl eher töricht.

Doch kommen wir zu den "Helden des Alltags", einem Begriff denn man heute inflationär benutzt. Was ist das? Auch hier wird jeder eine andere Definition finden. Für mich ist ein Held des Alltags jemand der sich in einem von einem normalen Helden unterscheidet:

Beispiele? Der junge Mann, der für seine alte und gebrechliche Nachbarin die Einkäufe erledigt, Woche für Woche über Jahre hinweg. Der Rentner der in Entwicklungsländern bei der Ausbildung hilft. Die Frau die im Tierheim sich um die Tiere kümmert und die Hunde ausführt. Kurzum - alltägliche Tätigkeiten die an und für sich nichts heldenhaftes sind, es macht die Summe der investierten Zeit, das soziale Engagement den Unterschied.

Davon abgrenzen sollte man dass jemand seinem Beruf nachgeht und damit Leute glücklich macht. Wir kennen das alle: Filmstars und Sänger machen Leuten Freude, versüßen manchen das Leben und ein Besuch bei einem Fan, der invalide ist und so seinen "Star" nie besuchen kann wird wohl von diesem als "heldenhaft" angesehen, für den Star gehört es aber nur zum Job. Ich mag es daher nicht wenn Stars ein Bundesverdienstkreuz bekommen, nur weil sei 20 Jahre lang erfolgreich Filme drehen oder Singen. Wenn sich jemand neben diesem noch engagiert sei es als UNICEF Botschafter oder wie Karl Heinz Böhm und Dietmar Schönherr für eigene Projekte, dann ja, aber nicht einfach nur für das "Lebenswerk". jemand kommt auf die Idee Ärzten, Feuerwehrmännern und Polizisten einen Orden zu verleihen, nur weil sie ihre Arbeit tun. Wenn sie dabei etwas außergewöhnliches leisten, dann ja.

Meiner Meinung nach werden die Helden des Alltags viel zu wenig gewürdigt. Staat und Kommunen bauen das soziale Netz ab und wir brauchen mehr von diesen Leuten. Ihre Arbeit sollte belohnt werden - nicht mit Geld, aber mit öffentlicher Anerkennung.

Samstag 11.8.2007: Mal ein anderer Blog....

... nämlich einer wie ihn andere machen. Ich habe mal als "Vorwurf" eine Mail bekommen, dass ich in meinem Blog nichts über mich schreibe. Ja das ist so, und ich verstehe auch nicht warum ich das tun sollte. Zum einen interessiert wohl was ich mache kein Schwein, zum anderen hätte ich da wenig zu schreiben, denn wie bei den meisten berufstätigen Menschen besteht bei mir der Abend bis 18:30 aus Arbeit, dann kommt noch die tägliche Arbeit daheim mit Putzen, Essen kochen, sich um die Katzen kümmern und dann habe ich ehrlich gesagt wenig Lust noch viel zu machen. Zweimal in der Woche gehe ich schwimmen, am Wochenende relaxe ich meistens oder lasse mich berieseln. Vor allem aber nutze ich die Freizeit für die Arbeit an der Website.

Doch heute mache ich mal eine Ausnahme, damit an auch sieht - es lohnt sich nicht, dass ich über mein Leben blogge. Wie man sieht gab es diese Woche keinen Blog und das hat einen Grund. Am Sonntag wurde ich von Insekten gestochen und ein stich hat sich entzündet. Ich bekam Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und dachte ich habe mir durch den Wetterumschwung eine Sommergrippe zugezogen, aber die übliche Diarrhoe blieb aus. Am Montag ging es mir noch nicht besser und ich habe mich krank gemeldet. Am Montag wurde dann zwar Fieber und Kopfweh besser, aber der Stich tat mehr weh und es wurde röter um ihn und am Dienstag war der halbe Unterarm angeschwollen und rot und ein roter Strich ging bis zum Ellenbogen. Also ging's zum Doktor, der dann eine Blutvergiftung diagnostizierte. Etwas ähnliches hatte ich mir schon selbst gedacht. Dank Antibiotika und Verband ist sie bis heute fast abgeklungen, nur rund um den Stich selbst tut es noch weh und nun kann ich auch wieder tippen. Da sind Antibiotika wirklich eine echte Erleichterung. Viele Leute gehen damit sehr sorglos um. Ich kenne jemand der lässt sich bei jeder kleinen Erkältung welche verschreiben. Ich habe ihr klarzumachen versucht, dass zum einen bei einer Virusinfektion Antibiotika nur bedingt helfen (sie verhindern eine Sekundärinfektion durch Bakterien, aber deswegen alleine sollte man keine Antibiotika nehmen( und es zum andern so leicht zur Resistenzbildung kommt und man dann wenn man eine wirkliche Infektion hat auf viele Antibiotika nicht mehr anspricht. Aber die junge Dame ist leider dumm wie Schiffersch... und außerdem lässt sie sich auch nichts sagen. Normalerweise sollet dann der Arzt verantwortungsbewusst sein, aber dieser schreibt sie auch bei einer simulierten Krankheit gleich für eine Woche krank. Da ist also nichts zu erwarten.

So habe ich diese Woche wenig am Computer gemacht. Ich habe eine neue Werbungsplattform entdeckt. Das ist das Fenster das sich nun immer beim Start öffnet. Man bekommt pro Besucherview 0.5 ct. Das klingt nach wenig. Doch nach knapp einer Woche scheint dies mehr zu sein, als ich bisher durch Klickwerbung bekommen habe. Gezahlt wird nämlich nach eindeutigem View (d.h. pro Besucher (mit 3 h Reload sperre) der mindestens 5 Sekunden lang das Fenster offen lässt. Bei Clicks gibt es pro Click mehr, aber wer klickt schon auf die Werbung? Immerhin, den DSL Anschluss sollte man davon finanzieren können.

Das zweite was mich diese Woche bewegt ist ein Platten am Vorderrad meines Fahrrades. Ich habe vor 2 Wochen einen am Hinterrad gehabt. Das seltsame ist, dass ich einen Platten meistens im Sommer habe. Und diesmal in dieser engen zeitlichen Distanz. Sicher: Der Zustand der Straßen ist schlechter geworden und im Sommer liegen auch mehr Scherben rum. Aber ich kann mich nicht an welche in den letzten 2 Wochen erinnern. Es kann auch nicht die Hitze sein, denn es war in der letzten Zeit nur kalt. Früher meinte ich vielleicht wäre mein Gewicht schuld - doch inzwischen wiege ich 34 kg weniger und mit 72 kg wohl eher weniger als der Durschnittsmann. Ich vermute es ist irgendein Tier, das vielleicht da rum beißt oder kratzt. Man hört ja auch von Mardern die in Autos rum wüten. Seltsam ist zumindest das es beides mal keine echten Platten sind, also die Luft schnell ganz raus geht. Vielmehr kann ich wenn ich das Rad aufpumpe etwa 2 Tage lang fahren, dann ist zu wenig Luft im Rad. Nun ja es ist natürlich so keine Dauerlösung. Da ich zwei linke Hände habe wandert das Rad also am montag oder Dienstag zur Fahrradwerkstat. Mal sehen wie lange es dann ohne Platten geht.

Als ich noch zur Uni und später nach Stuttgart zur Arbeit fuhr, mindestens 200 Tage im Jahr jeweils 5 km pro Tag hatte ich in 10 Jahren bei 2 verschlissenen Rädern genau einen Platten. Seitdem etwa einen pro Jahr mit dem derzeitigen Rad, das ich seit 1999 habe. Vielleicht liegt es auch am Rad? Wer weiß.

So und nun zum letzten Punkt der mich diese Woche bewegt hat: Frank Zander. Sie ahnen es sicher schon: Der Typ auf den Videos die es hier als Musiktipps gibt bin ich. (War ja wohl nicht schwer zu erraten, nachdem es ja inzwischen eine Sektion mit Tipps für Lipsync Videos gibt und eine Auswahl meiner Lipsync Videos. Nach etlichen ist man dann auf der suche nach geeigneter Musik. Rockmusik ist nicht schlecht, aber immer nur abrocken ist langweilig. Gut sind Songs wo ich mal ernst oder "böse" sein kann wie "Mama" von Genesis oder "Thriller" von Michael Jackson. Am besten sind aber Fun- und Slapstick Lieder oder Dinge über die man sich wirklich lustig machen kann. Nachdem ich schon "Hier kommt Kurt" von Frank Zander gemacht habe, war ich auf der suche nach weiteren Liedern von mir. Und aus meiner Jugend war mir noch ein Song in Erinnerung in dem alle "unanständigen" Töne durch "Pieps" überdeckt waren. Ich habe dann vom Online Musik Recorder gesucht ob er was von Frank Zander aufgezeichnet hat und da fand sich einiges dass ich runtergeladen und mir angehört habe. Daraus entstanden dann eine Reihe von lustigen Videos. Frank Zander ist was besonderes. Zum einen hat er wirklich lustige und freche Lieder gemacht, auch wenn er damit nie den Erfolg hatte wie viele Schlagerfuzzis. Zum anderen sind die meisten Erfolge dann mit Liedern gekommen bei denen er auf einer Erfolgswelle mit geschwommen ist wie 1981 mit dem Lied zum Ententanz, 1985 mit seiner "Jeannie" Version und dieses Jahr mit seiner neuen "Hier kommt Kurt Version" als "Hier kommt Knut". Aber eines ist beeindruckend: Während sich andere nach ein paar Hits ausruhen und wie die meisten Schlagersänger 30 Jahre lang ihre alten Erfolge aus den siebzigern in Bierzelten und Chartshows wiedergeben arbeitet Frank Zander immer noch an neuen Liedern. Das ist einzigartig über diese Zeit und es gibt nur wenige die das vorweisen können. Udo Jürgens und Udo Lindenberg fallen mir da noch ein, doch dann wird's auch schon dünn.

Sonntag 12.8.2007: Pluto und Voyager

VoyagerBevor ich in das heutige Thema einsteige zuerst einmal zu Endeavour die ja gerade wieder Schlagzeilen macht. So allmählich habe ich das Gefühl die NASA kehrt wieder in alte Gewohnheiten zurück: Nämlich  alles aufbauschen und öffentlichkeitswirksame Aktionen durchzuführen. Zum ersteren gehört da Aufbauschen um eine abgefallene Hitzeschutzkachel in einer Größe von 3 Zoll (7.7 cm). Derartige Kacheln gehen bei fast jeder Mission verloren und das Shuttle ist ausgelegt den Verlust einzelner Kacheln (die durchaus auch größer sein können) zu verkraften. solange es nur einzelne Kacheln sind hat die Plasmaströmung keine Zeit in die Vertiefung einzudringen. Durch ihre hohe Temperatur strömt sie mit hoher Geschwindigkeit über die Kacheln und fährt so über die Kacheln wie ein Autofahrer über Kopfsteinpflaster - da dringt der Reifen auch nicht in die Vertiefung ein. Wenn man also ein Riesentheater draus macht dann bauscht man etwas auf, was vor Columbia der Normalfall war. Columbia ging auch verloren weil ein Loch von mindestens einem Halben Meter Größe in der Flügelvorderkante entstand, also einer anderen Dimension und einem sehr exponiertem Bauteil.

Dann macht man wieder Publicity indem man Leute ins All schickt die eigentlich für die Mission unwichtig sind. Heute ist es eine Lehrerin, damit wird das Program "Teachers in Space" von den achtziger Jahren wieder aufgenommen. Es flogen aber auch schon Rentner, Senatoren, Journalisten und saudische Ölprinzen ins All.

Doch kommen wir zum eigentlichen Thema meines heutigen Eintrags: In knapp zwei Wochen jährt sich der Start von Voyager 1 zum 30.sten Male. Beide Raumsonden sind heute noch aktiv und übermitteln Daten und sollen auch noch mindestens 10-15 weitere Jahre betrieben werden.

Voyager 1+2 waren der kümmerliche Rest eines viel ambitionierten Programmes das eine einmalige Planetenkonstellation Ende der siebziger Jahre untersuchen sollte. In der Nach-Apollo Ära wurde es für zu teuer und zu komplex befunden und man beschied sich mit den Voyagers welche nur ein Viertel kosten sollten. Die Route die Voyager 2 nahm nämlich Jupiter-Saturn-Uranus-Neptun war schon ein Optimum, denn die NASA wollte die Sonden um Kosten zu sparen nur so gebaut wissen, dass sie die 4 Jahresmission bis Saturn überlebten. Uranus und Neptun erforderten die doppelte bzw. dreifache Lebensdauer und man hielt sich mit der Flugbahn die Chancen offen die Sonde dahin zu schicken, doch beim Start glaubten die wenigsten daran, dass Voyager 2 solange durchhalten würde.

Doch es gab zahlreiche andere Trajektorien die zwischen 1976 und 1979 möglich waren:

Abflug von der Erde

Jupiter

Vorbeiflug bei Saturn

Vorbeiflug bei Uranus

Vorbeiflug bei Neptun

Pluto

Nächste Gelegenheit

September 1977

Febr. 1979

Sept. 1980

-

-

März 1986

2076

September 1977

Febr. 1979

Sept. 1980

Febr. 1984

Nov. 1986

-

2155

September 1977

März 1979

Juli 1981

-

-

Sept. 1986

2076

September 1977

Juni 1979

Nov. 1980

Sept. 1985

März 1989

-

2155

Oktober 1978

April 1980

-

Jan. 1985

Mai 1988

-

2155

November 1979

April 1981

-

Juli 1985

Nov. 1988

-

2155

November 1979

Juni 1981

-

Jan. 1986

Aug. 1989

-

2155

Bei Raumsonden entfällt der größte Teil der Kosten auf die Entwicklung. Ein Reserveexemplar ist relativ preiswert zu einem Bruchteil des Preises der ersten Sonde zu haben, und so gab es auch Pläne vier Sonden zu bauen. Nach den beiden 1977 gestarteten Sonden wären 1979 ein weiter Doppelstärt eines Jupiter-Uranus-Neptun Paares erfolgt. Als dies abgelehnt wurde kam man mit einem weiteren Vorschlag 3 Sonden zu bauen und die dritte ebenfalls zu Jupiter-Uranus-Neptun zu senden. Die beiden Voyagers wären dann 1977 und 1978 gestartet so, dass man die Starts über 3 Jahre gestreckt hätte und so Kosten beim Personal eingespart hätte. Auch dieser Vorschlag wurde abgelehnt. Möglich wäre es gewesen: Eine voll funktionsfähige Voyager Sonde ist heute ein Ausstellungsstück im JPL, es ist das dritte Flugexemplar, welches bei Problemen mit einer der Sonden vor dem Start zum Einsatz gekommen wäre. (Das Bild oben stammt aus dem Film Star Trek 1, bei dem die Raumsonde als "Voyager 6" der "Star" war). Hat man William Shattner eigentlich gesagt, das dieses Requisit teurer als die gesamten Produktionskosten des Films war?

Start von Voyager 2Doch eine Möglichkeit wurde nie erwogen: Die Route Jupiter-Saturn-Pluto. Sie hätte z.B. von Voyager 1 eingeschlagen werden können, wenn diese sich nicht Titan so stark genähert hätte. Aus der heutigen Sicht ist dies verständlich. Zum einen rechnete niemand damit dass die Sonden so lange arbeiten würden. Zum anderen ist Pluto ein recht unspektakuläres Ziel: Dauert die "Encounter" Phase, in der die Sonde Beobachtung macht bei Jupiter und Saturn etwa 3 Tage, so wären es bei Pluto vielleicht ein Tag gewesen. Zuletzt nahm man 1977 an, Pluto wäre wie die Monde um die Planeten langweilige Eiswüsten. Die einzige Ausnahme schien Titan von dem man wusste das er eine Atmosphäre hatte. Erst später entdeckte man eine Atmosphäre um Pluto und  auch dass die Planetenmonde durchaus geologisch aktiv waren. Titan selbst erforderte von Voyager eine Bahn welche sie aus der Ekliptik herauskatapultierte und so eine Passage an Pluto unmöglich machte. Der Preis lohnte sich nur zum Teil. Bilder der Oberfläche waren nicht möglich und sie waren ein Grund für die nahe Passage.

Was wäre wenn Voyager 1 zu Pluto geflogen wäre. Hätte sich die Mission gelohnt? Ein Unbedingtes Ja. Sicher hat Voyager nicht die Fähigkeiten von New Horizons. Vor allem im Infraroten Spektralbereich ist man heute viel weiter. Kann anstatt punktförmigen Messungen Abbildungen im Infrarotbereich machen. Bei den Kameras ist New Horizons auch empfindlicher und verfügt über eine höhere Auflösung. Vor allem aber kann man heute sehr große Datenmengen in kurzer Zeit speichern, während Voyager etwa 100 Funkbilder zwischenspeichern konnte. Dafür hat Voyager ein weitaus leistungsfähigeres Sendesystem als New Horizons und passierte Pluto nahe des sonnennächsten Punktes 1989. Etwa 400 Bilder hätte man in 2 Tagen rund um die Begegnung übermitteln können, 100 Bilder auf Band zusätzlich speichern können. Das ist nicht viel, aber es reicht aus um die Geologie des Pluto zu erforschen. Nutzt man die 100 Bilder z.B.. für ein globales Mosaik in hoher Auflösung so hätte jedes eine Kantenlänge von 400 km und eine Auflösung von 500 m. Man hätte dann eine recht gute Karte einer Hemisphäre von Pluto und Charons. New Horizons wird auch nur eine erfassen können, denn der Planet braucht 6.4 Tage um sich um seien Achse zu drehen - bei typischen Vorbeifluggeschwindigkeiten von 10 km/s bewegt sich eine Sonde in dieser Zeit um 5 Millionen km weiter.

Die Instrumente an Bord von Voyager zur Untersuchung einer Atmosphäre sind nicht so empfindlich wie die heutigen, aber 1989 befand sich der Planet in seinem Perihel und die Atmosphäre war dichter. Vor allem aber wohl anders zusammengesetzt als 2015, wo sich der Planet schon wieder von der Sonne entfernt hat. Wegen der elliptischen Bahn friert die Atmosphäre aus Stickstoff, Methan und Wasserstoff aus wenn sich der Planet von der Sonne entfernt. Weiterhin verfügt Voyager über mehr Instrumente als New Horizons die geladene Teilchen, Radiowellen und Magnetfelder detektieren und Helligkeitsmessungen durchführen können.

Nicht zuletzt wüsste man dann in etwa was New Horizons erwartet und hätte diese Mission besser planen können. Eine verpasste Gelegenheit also, wenn auch aus heute verständlichen Gründen, denn Pluto wurde erst nach dem Start von Voyager 1 durch die Entdeckung von Charon und einer Atmosphäre interessant. 

Montag 13.8.2007: Anspruchsdenken

Ich gleite gerade meine Überstunden ab, bevor sich dann daran noch 2 Wochen echter Urlaub anschließen. Und wenn man mal tagsüber zuhause ist kann man mal fernsehen gucken, was ich normalerweise eher seltener in den letzten 2 Jahren tue einfach weil ich keine Zeit mehr habe und dann sind es meistens Wissenschaftssendungen oder Dokumentationen. Mal von dem Serieneinerlei abgesehen gibt es nun ne menge "Doku-Soaps" wo das Fernsehen irgendwie Leute zusammen führt. Entweder zum perfekten Diner oder zur Auswahl des neuen Mitbewohners und heute als (bislang) krönender Abschluss suchen sich Singles einen neuen Partner indem sie seine / ihre Wohnung besichtigen.

Klingt vielleicht auf den ersten Blick logisch, dass man vielleicht über die Wohnung viel über jemanden lernen kann. Aber nur eben nur einen Teil - ob jemand ordnungsliebend ist, welchen Möbelgeschmack er hat, ob er es schlicht mag oder lieber Krimskrams sammelt.

doch was bitte hat das damit zu tun ob man jemanden mag. Es sagt nichts aus ob jemand Humor hat, intelligent ist, liebevoll, zärtlich, ob einem sein Aussehen gefällt und vieles anderes mehr. Vielleicht ist es nur wieder ein Gag des heutigen Fernsehens. Aber wenn ich mir die Serie "das perfekte Diner" ansehe (dich einige Wochen lang mal verfolgt habe), dann bemerkt man bei vielen Leuten ein enormes anspruchsdenken und zwar um so mehr je jünger diese sind. Da sucht man verzweifelt nach kleinen Faux paxes, nach Kritikpunkten, verlangt Sonderbehandlung weil man das und jedes nicht mag.

Das nächste ist das Zickentum. Okay das Wort gab es schon in meiner Jugend, aber jetzt scheint es wirklich so zu sein, dass viele junge Damen zickig sind, sich zickig benehmen oder - ich wage es kaum zu sagen - Zicken sind. Sind das junge Frauen schon immer gewesen? Vielleicht, vielleicht aber auch eine Auswirkung dessen das man in der Erziehung zu wenige Schranken bekommen hat oder als Einzelkind aufwuchs. Vielleicht aber auch eine Folge das zickiges Verhalten gesellschaftlich akzeptiert wird. Von Männern erwartet man dass sie sich zusammenreisen und sich zu benehmen wissen, während man es bei Frauen einfach durchgehen lässt.

Das Zickig sein und das Anspruchsdenken das in den Fernsehsendungen so gezeigt wird scheinen auf dem ersten Blick nichts gemeinsam zu haben. Doch es gibt eine Gemeinsamkeit. Dahinter steckt die Vorstellung das alles perfekt sein soll, während man selbst nichts an sich selbst tun muss, sondern im Gegenteil seinen Aggressionen, Eskapaden und was auch immer freien Lauf lassen kann. Seit Sokrates schimpft eine Generation auf die Jugend und ich sehe dies auch heute so: Natürlich wächst diese in einem Wohlstand auf den ich nicht kannte und der für meine Eltern noch viel unvorstellbarer war. Aber nur deswegen kann man sich auch so was leisten, gibt es ein Publikum für Lifestyle Magazine und ähnliches. Wenn die Zeiten schlechter werden und das kann durchaus kommen, dann werden viele umschalten müssen und die meisten werden dies auch schaffen. Für einige sehe ich allerdings schwarz.


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